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Kommunisten begehen keine Verbrechen
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Florian
Gast






Beitrag(#478955) Verfasst am: 19.05.2006, 17:32    Titel: Antworten mit Zitat

DerTorsten hat folgendes geschrieben:
Cato hat folgendes geschrieben:

... wir fürchten uns nicht vor zeitlich begrenzten, außerordentlichen Vollmachten in Krisenzeiten.


So wie nach 1933? Normalerweise würde ich sagen, daß Dummheit eben bestraft werden muß. Daß Dummköpfen die Furcht vor Dummheiten und deren Folgen fehlt, ist auch nicht neu. Leider sorgen solche Dummköpfe dafür, daß auch Andere in Mitleidenschaft gezogen werden.


Hey wie kannst du schreiben, dass Kommunisten keine Verbrechen begehen, die fehlt entweder der Sinn zur Realität oder du deckst über 40 Jahre europäische Geschichte zu. Ich bin in Polen aufgewachsen und hab gesehen was Menschen anrichten können, die versuchen den Kommunismus durchzusetzen. Ich weiß das der Kommunismus von der Idee her nicht schlecht ist, aber es ist schlichweg eine Utopie die nicht verwirklichbar ist oder Gewalt jedenfalls und da sind wir dann auch schon beim Thema, der Kommunismus geht von einem völlig falschen Menschenbild aus, und deshalb ist er nicht realisierbar. Ich hab gelesen das du aus Dresden kommst, hast du die DDR nicht mit bekommen? Auch gelesen hab ich dass du Christ bist, ich bin es auch. Und deshalb frag ich mich wie kann ein Christ für den kommunismus sein, da unser Glaube unter den "Kommunisten" im Osten bis 1990 geächtet war.
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DerTorsten
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Anmeldungsdatum: 28.10.2005
Beiträge: 2166

Beitrag(#478956) Verfasst am: 19.05.2006, 17:36    Titel: Antworten mit Zitat

Florian hat folgendes geschrieben:

Und deshalb frag ich mich wie kann ein Christ für den kommunismus sein, da unser Glaube unter den "Kommunisten" im Osten bis 1990 geächtet war.


Ach so? Das ist mir bis 1990 nicht aufgefallen. Zum Glück hat man mir das nach der Konterrevolution gesagt. Was hätte mir Geächtetem da nicht Alles passieren können!
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Florian
Gast






Beitrag(#478960) Verfasst am: 19.05.2006, 17:38    Titel: Antworten mit Zitat

DerTorsten hat folgendes geschrieben:
Florian hat folgendes geschrieben:

Und deshalb frag ich mich wie kann ein Christ für den kommunismus sein, da unser Glaube unter den "Kommunisten" im Osten bis 1990 geächtet war.


Ach so? Das ist mir bis 1990 nicht aufgefallen. Zum Glück hat man mir das nach der Konterrevolution gesagt. Was hätte mir Geächtetem da nicht Alles passieren können!



Ich kann dir mal ein Paar Zahlen nennen in Polen wurden nach dem 2. Weltkrieg bis ins 20 Jahrhundert über eine Million Geistliche aller Konfessionen umgebracht.
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Xamanoth
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Anmeldungsdatum: 07.04.2006
Beiträge: 7962

Beitrag(#478961) Verfasst am: 19.05.2006, 17:40    Titel: Antworten mit Zitat

DerTorsten hat folgendes geschrieben:
Xamanoth hat folgendes geschrieben:

Meine Frage ´nach deiner Meinung zur Stasi hast du übrigens immer noch nicht beantwortet.


Welche? Entschuldige, daß ich zeitlich nicht Alles lesen und beantworten kann.

Ich habe ganz generell gefragt, wie diene Meinung zu dieser Institution ist, die nach westlichen Maßstäben(so steht es in den Schulbüchern) die DDR- zu einem Bespitzlungs und Überwachunsstaat macht.
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Florian
Gast






Beitrag(#478963) Verfasst am: 19.05.2006, 17:42    Titel: Antworten mit Zitat

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
DerTorsten hat folgendes geschrieben:
Xamanoth hat folgendes geschrieben:

Meine Frage ´nach deiner Meinung zur Stasi hast du übrigens immer noch nicht beantwortet.


Welche? Entschuldige, daß ich zeitlich nicht Alles lesen und beantworten kann.

Ich habe ganz generell gefragt, wie diene Meinung zu dieser Institution ist, die nach westlichen Maßstäben(so steht es in den Schulbüchern) die DDR- zu einem Bespitzlungs und Überwachunsstaat macht.


Bespitzeln und Überwachen war im ganzen Ostblock verbreitet, meine Eltern waren froh als sie dort raus waren. Ich wünsche niemanden in einem solchen system leben zu müssen.
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Xamanoth
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Anmeldungsdatum: 07.04.2006
Beiträge: 7962

Beitrag(#478966) Verfasst am: 19.05.2006, 17:43    Titel: Antworten mit Zitat

Florian hat folgendes geschrieben:
der Kommunismus geht von einem völlig falschen Menschenbild aus, und deshalb ist er nicht realisierbar.

'Wo ist der Unterschied zum Christentum?
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Florian
Gast






Beitrag(#478969) Verfasst am: 19.05.2006, 17:46    Titel: Antworten mit Zitat

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
Florian hat folgendes geschrieben:
der Kommunismus geht von einem völlig falschen Menschenbild aus, und deshalb ist er nicht realisierbar.

'Wo ist der Unterschied zum Christentum?



Der Unterschied ist dass wir Menschen nicht mehr den Willen aufzuzwingen. Sondern wir handeln
nach dem Wort Descartes "Der Mensch steht zwischen Gott und dem Nichts er muss sich nur enscheiden."
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Tarvoc
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Anmeldungsdatum: 01.03.2004
Beiträge: 44759

Beitrag(#478971) Verfasst am: 19.05.2006, 17:46    Titel: Antworten mit Zitat

Florian hat folgendes geschrieben:
Der Kommunismus geht von einem völlig falschen Menschenbild aus, und deshalb ist er nicht realisierbar.

Von was für einem Menschenbild geht denn der Kommunismus deiner Ansicht nach aus? Am Kopf kratzen
_________________
"Die Tradition der Unterdrückten belehrt uns darüber, daß der Ausnahmezustand, in dem wir leben, die Regel ist."
- Walter Benjamin, VIII. These zum Begriff der Geschichte
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Florian
Gast






Beitrag(#478974) Verfasst am: 19.05.2006, 17:49    Titel: Antworten mit Zitat

@Xanamoth

Kennst du Max Scheler?

Du solltest mal seine Prolemik lesen.

Oder noch ein anders Buch "Jesus unser Schicksal" von Wilhelm Busch, er war Atheist und hat zum Glauben gefunden.
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Xamanoth
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Anmeldungsdatum: 07.04.2006
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Beitrag(#478975) Verfasst am: 19.05.2006, 17:50    Titel: Antworten mit Zitat

Florian hat folgendes geschrieben:

nach dem Wort Descartes "Der Mensch steht zwischen Gott und dem Nichts er muss sich nur enscheiden."


Objektiv wäre es erst, und dann wirkliche Entscheidungsfreiheit, wenn die beiden Alternativen als gleichwertig dargestellt werden.

Was ist an dem Nichts, dem Nihilismus, und ichfände es nett, wenn du darauf antworten würdest, so erschreckend? Sympathischer als die Höllendrohungenist das auf jeden Fall.

Überlegenheit des Kommunistischen Menschenbildes liegt in folgenden Punkten (unter anderem):
- bei Kommunisten sind Mann und Frau gleichgestellt
- bei Kommunisten herrscht Meinungs- und Religionsfreiheit
- Kommunisten konzentrieren sich auf das Diesseits
- Kommunisten glauben ncoh nicht, die vollständige Wahrheit zu bestizen
- Kommunisten haben nicht per se ein Problem mit Homoehe, Schwangerschaftsabbruch, Verhütungsmitteln und Ehescheidungen
- Kommunisten überzeugen mit Argumenten, Christen mit leeren Versprechungen oder Drohungen.
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Florian
Gast






Beitrag(#478978) Verfasst am: 19.05.2006, 17:51    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Florian hat folgendes geschrieben:
Der Kommunismus geht von einem völlig falschen Menschenbild aus, und deshalb ist er nicht realisierbar.

Von was für einem Menschenbild geht denn der Kommunismus deiner Ansicht nach aus? Am Kopf kratzen


Der Kommunismus geht davon aus das jeder Mensch sich in das ganze der klassenlosen Gesellschaft einfügt und sich an die Gesetze dieser Gesellschaft hält. Hierdurch verliert der Mensch sein Individuum und seine Persönlichkeit. Und vorallem was bei euch ja so wichtig ist sein freies Denken.
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Xamanoth
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Anmeldungsdatum: 07.04.2006
Beiträge: 7962

Beitrag(#478980) Verfasst am: 19.05.2006, 17:54    Titel: Antworten mit Zitat

Florian hat folgendes geschrieben:
@Xanamoth

Kennst du Max Scheler?

Du solltest mal seine Prolemik lesen.

Oder noch ein anders Buch "Jesus unser Schicksal" von Wilhelm Busch, er war Atheist und hat zum Glauben gefunden.

Ich kenne viel von Wilhelm Busch. "Wer an gläubige vernünftige Fragen stellt, kriegt unchristliche Antworten". Max Schler kenne ich nciht, ich bin da aber durchaus lernbegierig.

Kennst du Nietzsche, Freud, Marx (Religionskritik, nicht Kommunismus), Sartre, Camus, Kant und vor allem Deschner?
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Tarvoc
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Beitrag(#478981) Verfasst am: 19.05.2006, 17:54    Titel: Antworten mit Zitat

Florian hat folgendes geschrieben:
Der Kommunismus geht davon aus das jeder Mensch sich in das ganze der klassenlosen Gesellschaft einfügt und sich an die Gesetze dieser Gesellschaft hält.

Wie trivial. Ja, Gesellschaften verlangen oftmals, dass man sich eingliedert.
Das tut auch der Kapitalismus. Der Feudalismus hat das auch getan.
So what? Am Kopf kratzen

Die Frage ist doch nicht: Wird Anpassung überhaupt verlangt?
Sondern: Wieviel Freiheit wird dem Individuum gelassen und kann ihm gelassen werden?
(Je weniger leicht Macht in einem System zu missbrauchen ist, desto freier ist das Einzelindividuum.)

Florian hat folgendes geschrieben:
Hierdurch verliert der Mensch sein Individuum und seine Persönlichkeit. Und vorallem was bei euch ja so wichtig ist sein freies Denken.

Wie kommst du darauf?
Hast du Marx überhaupt 'mal gelesen? Mit den Augen rollen
_________________
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- Walter Benjamin, VIII. These zum Begriff der Geschichte


Zuletzt bearbeitet von Tarvoc am 19.05.2006, 17:56, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Xamanoth
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Anmeldungsdatum: 07.04.2006
Beiträge: 7962

Beitrag(#478982) Verfasst am: 19.05.2006, 17:55    Titel: Antworten mit Zitat

Florian hat folgendes geschrieben:
Hierdurch verliert der Mensch sein Individuum und seine Persönlichkeit. Und vorallem was bei euch ja so wichtig ist sein freies Denken.


Wie kommst du denn darauf? Das musst du näher erklären.

edit: Tarvoc war diesmal wieder schneller.
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Tarvoc
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Anmeldungsdatum: 01.03.2004
Beiträge: 44759

Beitrag(#478983) Verfasst am: 19.05.2006, 17:56    Titel: Antworten mit Zitat

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
Tarvoc war diesmal wieder schneller.

Naja... Mit den Augen rollen
_________________
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- Walter Benjamin, VIII. These zum Begriff der Geschichte
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Xamanoth
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Anmeldungsdatum: 07.04.2006
Beiträge: 7962

Beitrag(#478985) Verfasst am: 19.05.2006, 17:57    Titel: Antworten mit Zitat

Florian hat folgendes geschrieben:
Xamanoth hat folgendes geschrieben:
DerTorsten hat folgendes geschrieben:
Xamanoth hat folgendes geschrieben:

Meine Frage ´nach deiner Meinung zur Stasi hast du übrigens immer noch nicht beantwortet.


Welche? Entschuldige, daß ich zeitlich nicht Alles lesen und beantworten kann.

Ich habe ganz generell gefragt, wie diene Meinung zu dieser Institution ist, die nach westlichen Maßstäben(so steht es in den Schulbüchern) die DDR- zu einem Bespitzlungs und Überwachunsstaat macht.


Bespitzeln und Überwachen war im ganzen Ostblock verbreitet, meine Eltern waren froh als sie dort raus waren. Ich wünsche niemanden in einem solchen system leben zu müssen.

Ich habe DenTorsten gefragt, nciht dich. Deine Meinung konnte ich mir vorher denken.

Du machst einen Fehler, wenn du die Staaten im Ostblock mit dem Kommunismus gleich setzt. Oder setzt du auch Hexenverbrennungen und Kreuzzüge mit dem Christentum gleich?
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Florian
Gast






Beitrag(#478986) Verfasst am: 19.05.2006, 17:57    Titel: Antworten mit Zitat

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
Florian hat folgendes geschrieben:

nach dem Wort Descartes "Der Mensch steht zwischen Gott und dem Nichts er muss sich nur enscheiden."


Objektiv wäre es erst, und dann wirkliche Entscheidungsfreiheit, wenn die beiden Alternativen als gleichwertig dargestellt werden.

Was ist an dem Nichts, dem Nihilismus, und ichfände es nett, wenn du darauf antworten würdest, so erschreckend? Sympathischer als die Höllendrohungenist das auf jeden Fall.

Überlegenheit des Kommunistischen Menschenbildes liegt in folgenden Punkten (unter anderem):
- bei Kommunisten sind Mann und Frau gleichgestellt
- bei Kommunisten herrscht Meinungs- und Religionsfreiheit
- Kommunisten konzentrieren sich auf das Diesseits
- Kommunisten glauben ncoh nicht, die vollständige Wahrheit zu bestizen
- Kommunisten haben nicht per se ein Problem mit Homoehe, Schwangerschaftsabbruch, Verhütungsmitteln und Ehescheidungen
- Kommunisten überzeugen mit Argumenten, Christen mit leeren Versprechungen oder Drohungen.
,




Und bis zu diesen Stadien wie du sie berschreibst kommt der Kommunismus gar nicht. Der Kommunismus hat mehr Menschen auf dem Gewissen wie Hitler, in Polen wurden theologische Fakultäten jeder Konfession geschlossen. Homosexulle waren auch im Ostblock verpönnt. Drohungen und Versprechungen waren an der Tagesordnung.


Das Nichts das Descartes meint, ist ein Nichts ohne Hoffnung, man lebt einfach sein Leben und denkt nicht daran was nach dem Tod sein könnte. Die Hofnung auf ein Leben nach dem Tod lässt sich auch in jeder Religion aufweisen.


Zuletzt bearbeitet von Florian am 19.05.2006, 17:58, insgesamt einmal bearbeitet
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MarIna
Visionärin



Anmeldungsdatum: 02.02.2005
Beiträge: 884

Beitrag(#478987) Verfasst am: 19.05.2006, 17:57    Titel: Antworten mit Zitat

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
MarIna hat folgendes geschrieben:
Kann man den Kommunismus also eigentlich gar nicht genau definieren oder wie? Kann man nicht sagen DAS und DAS ist Kommunismus bzw DER und DER sind Vertreter desselbigen?

Das ist umstritten. Einerseits kann man sagen: Kommunismus ist nur der marxsche Kommunismus. Oder man bezieht seine, insbesondere französischen Vordenker mit ein. Oder auch seine (westlichen) weiterdenker. Die östlichen kann man, das die auf der Basis des dortigen Staatskapitalismus arbeiten, bzw. an die Fehlinterprätation Lenins/Stalins, ziemlich vergessen.

Was ist "Staatskapitalismus"? Was zeichnet Kapitalismus allgemein aus und was macht ihn somit evtl zu einem "Staatskapitalismus"?
In meinen Augen ist dieser Begriff nichts weiter als eine relativierende linke Erfindung.

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
MarIna hat folgendes geschrieben:
Wie sieht es eigentlich mit "pränationalsozialistischen" Denkern aus? Tragen sie auch Verantwortung für die späteren Auswüchse?
Verantwortung nicht unbedingt. Kausalität hingegen schon. Ist es einem Akademiker anzulasten,,wenn man seinen Rassismus oder Nationalismus in die Realität umsetzt? Oder seine Kriegsverehrung? War Hitler vielleicht nur die Pervertierung bzw. Weiterentwicklung des Wilhelmismus? Zumindest auf Basis des Untertanen (H. Mann) kommt es mir so vor.

Somit gibt es dann also auch eine "Kausalität" bezüglich Lenin und Stalin usw. Denn sie haben es versucht (und mehr oder weniger auch getan), den "Akademiker" Marx und seine Theorien und Forderungen in die Tat umzusetzen.

Hitler ist bzw tätigte mit Sicherheit keine "Weiterentwicklung des Wilhelmismus". Hitler hielt nichts vom Adel und Standesdünkel. In dieser Hinsicht hat er die Gesellschaft nahezu komplett umgekrempelt. Vorher konnten nur Adelige hohe Offiziere werden. Unter Hitler auch der Bauernsohn. Andersherum waren plötzlich Adelige und Intellektuelle einfache Soldaten. Bei Beamten und Funktionären genauso.
Es zählte sozusagen die Leistung und Fähigkeit und nicht mehr die Geburt (sofern man deutscher Abstammung war) oder der Stand bzw die Klasse.

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
MarIna hat folgendes geschrieben:
Wie würde die "wirkliche" praktische Anwendung denn aussehen? Das gelobte Land, wo Milch und Honig fließen,keiner mehr arbeiten gehen MUSS und die Kapitalisten nun endlich verarmt sind?

Das keiner mehr arbieten muss wird wohl nirgendwo behauptet.

Da gerätst du aber mit max in Konflikt. Er denkt tatsächlich, dass der Arbeitszwang abgeschafft wird und jeder nur noch so viel tut, wie er gerade lustig ist.

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
Aber dieses gelobte Land bietet eine geleichmäßige Versorgung aller, gleiche Verteilung der Güter,

Die Frage ist: Auf welchem Niveau steht dann die "Versorgung"?

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
demokratisierung aller politischen ökonomischen Entscheidungen,

Fundamentaler Schwachsinn! Nicht nur in der Praxis.

Was soll denn "Demokratisierung" in diesem Fall bedeuten?

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
und die Möglichkeit für jeden, jeden Platz der Gesellschaft zu erlangen,unabhängig davon, aus welcher Familie er stammt.

Das wurde sogar im Dritten Reich verwirklicht (sofern man deutscher Abstammung war).

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
MarIna hat folgendes geschrieben:
Es ist leider nciht nur eine schöne Idee, sondern es ist das Futter der Neidgeneration, es ist das Futter für Pseudorebellen. Die Berieselung mit dieser "Idee" hält das Volk auf der einen Seite in steter Spaltung, und verschafft den internationalistischen Lobbyisten einen Mob, der für sie sprichwörtlich die Straße kehrt und den gesellschaftlichen Boden für die Verwirklichung ihrer Ziele bereitet.

Diese Rebellen haben das ganze aber missgedeutet. Der Marxismus geht doch davon aus, dass die kapitalistische Geselslchaft von selbst zusammenbricht und sich zum Kommunismus entwickelt. Genau habe ich das nie verstanden, es kam mir aber ziemlich obskur vor.

Leider haben sie damit aber gar nicht so unrecht. Schau dich doch mal um!

Das Probelm dabei ist, dass es nicht der Milch-und-Honig-Kommunismus mit grenzenloser Freiheit wird, wie sich das die linken Kleingeister gerne wünschen.
Aber alles driftet heute immer mehr in Richtung totalitärer Gleichmacherstaat mit Einheitspartei.
Die tollen Pseudorebellen helfen kräftig dabei, weil sie jegliche Alternative pauschal als Faschismus oder zumindest Rechtsextremismus verortet haben.

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
Auch ohne die marxistische Rhetorik würde der "Mob" auf die Strassen gehen, dass diejenigen die unter der Gegenwart leiden, diese Verändern wollen, dass Minderbegüterte von der Gleichheit aller träumen, ist nur verständlich.

Erstens "leiden" die meisten hier doch gar nicht und zweitens will ich nicht "gleich" sein. Du etwa? Wo ist der Drang nach Individualismus?

Es kann nur eine "Gleichheit" geben, und das ist die biologische Frage der Abstammung. Eine totale gesellschaftliche Gleichheit führt zwangsläufig in die Stagnation und Reaktion.

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
Falsch ist nur, wenn aus den Träumen nciht der Wunsch folgt, seine situation anstatt so wiet als möglich durch Eigenleistung (also innerhalb des Systems) zu verbessern, und sich politisch für Chancengleichheit (also zum Beispiel der bfinanziellen Zugänglichkeit eines Studienplatzes für jeden) einzusetzen, der Wunsch nach einem gewaltsamen Umsturz des Systems folgt.

Das magst du als "falsch" empfinden. Aber für die Marxisten/Kommunisten ist das noch lange nicht falsch, denn auch ihre obersten Herren Marx und Engels haben das so gefordert.
_________________
"Wenn eine fremde Macht ein Volk ermahnt,
die eigene Nationalität zu vergessen,
so ist das kein Ausfluß von Internationalismus,
sondern dient nur dem Zweck, die Fremdherrschaft zu verewigen." - Friedrich Engels
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Xamanoth
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Anmeldungsdatum: 07.04.2006
Beiträge: 7962

Beitrag(#478989) Verfasst am: 19.05.2006, 17:59    Titel: Antworten mit Zitat

Florian hat folgendes geschrieben:

Das Nichts das Descartes meint, ist ein Nichts ohne Hoffnung, man lebt einfach sein Leben und denkt nicht daran was nach dem Tod sein könnte. Die Hofnung auf ein Leben nach dem Tod lässt sich auch in jeder Religion aufweisen.


Die Haltlose Vertröstung auf ein leben nach dem Tod lässt sich in vielen Religionen (im Judentum z.b. kaum) nachweisen.

So wird der Blcik auf eine Analyse udn Verbesserung sowie ein schlichtes Genießen des Diesseits verschleiert.

Heinrich Heine hat folgendes geschrieben:
Überlassen wir den Himmel den Meisen und Spatzen.Wir wollen hier auf Erden schon, das Himmelrecih errichten.
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Xamanoth
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Anmeldungsdatum: 07.04.2006
Beiträge: 7962

Beitrag(#478997) Verfasst am: 19.05.2006, 18:12    Titel: Antworten mit Zitat

[quote="MarIna"]
Was ist "Staatskapitalismus"? Was zeichnet Kapitalismus allgemein aus und was macht ihn somit evtl zu einem "Staatskapitalismus"?
Staatskapitalitmsu heit schlihct Verstaatlichung der Wirtschaft (nciht Kollektivierung wie im Kommunismu). Von wemdieser Begriff ursprünglich stammt weiß ich nicht, jedenfalls kannte ich den schon vor Max (von dem stammt er wohl kaum).


Zitat:
Somit gibt es dann also auch eine "Kausalität" bezüglich Lenin und Stalin usw. Denn sie haben es versucht (und mehr oder weniger auch getan), den "Akademiker" Marx und seine Theorien und Forderungen in die Tat umzusetzen.

Ja. Dann gibt es aber auch eine Kausalität zwischcen Hitler und Darwin, oder zwischen Locke und Robbespierre. Letztlich lässt sich jede gute Idee missbrauchen.


Zitat:
Hitler ist bzw tätigte mit Sicherheit keine "Weiterentwicklung des Wilhelmismus". Hitler hielt nichts vom Adel und Standesdünkel. In dieser Hinsicht hat er die Gesellschaft nahezu komplett umgekrempelt. Vorher konnten nur Adelige hohe Offiziere werden. Unter Hitler auch der Bauernsohn. Andersherum waren plötzlich Adelige und Intellektuelle einfache Soldaten. Bei Beamten und Funktionären genauso.
Es zählte sozusagen die Leistung und Fähigkeit und nicht mehr die Geburt (sofern man deutscher Abstammung war) oder der Stand bzw die Klasse.

Nein, bei hitler kamen weitere Elemente hinzu, teilweise sogar klassisch linke Elemente. Mit Weiterentwicklung Wilhelmismus meinte icih die Aspekte der außenpolitischen Aggresivität, der Millitanz, des Nationalismus, und des Antisemitismus.

Zitat:
Da gerätst du aber mit max in Konflikt. Er denkt tatsächlich, dass der Arbeitszwang abgeschafft wird und jeder nur noch so viel tut, wie er gerade lustig ist.

Wer hat Max denn zum unfehlbaren marxanalysten und weiterdenker ernannt?


Zitat:
Die Frage ist: Auf welchem Niveau steht dann die "Versorgung"?

Die Frage ist: Auf welchem Niveau kann sie stehen, so sie gleichmäßig verteilt wird? Der Wohlstand der Elite würde massiv sinken,d er er Masse masiv steigen.


Zitat:
Fundamentaler Schwachsinn! Nicht nur in der Praxis.

Gehört es nicht zur marxistischen lehre, dass demokratisch legitimierte und kontrollierte (und dabei war nicht an Scheindemokratien wie in der DDR gedacht) Räte über Wirtschaftsprozesse entscheiden

Zitat:
Das wurde sogar im Dritten Reich verwirklicht (sofern man deutscher Abstammung war).

Das untermauert meine Theorie, dass der Nationalsozialismus viele eigentlich "linke" Elemente enthält.

Zitat:
Leider haben sie damit aber gar nicht so unrecht. Schau dich doch mal um!
Das Probelm dabei ist, dass es nicht der Milch-und-Honig-Kommunismus mit grenzenloser Freiheit wird, wie sich das die linken Kleingeister gerne wünschen.
Aber alles driftet heute immer mehr in Richtung totalitärer Gleichmacherstaat mit Einheitspartei.
Die tollen Pseudorebellen helfen kräftig dabei, weil sie jegliche Alternative pauschal als Faschismus oder zumindest Rechtsextremismus verortet haben.

An welche Alternativen denkst du denn da? ich stehe, auch wenn ich hier für den Marxismus spreche (den ich schleihct für nicht realisierbar halte) deutlich auf der Wirtschaftsliberalen, also kapitalistischen Seite. Fortschritt und eine Rettung des ganzen lässst sich erreichen, wennd ie Ansprüchze des Einzelnen an den Staat zurückgeschraubt, nciht erhöht werden.


Zitat:
Erstens "leiden" die meisten hier doch gar nicht und zweitens will ich nicht "gleich" sein. Du etwa? Wo ist der Drang nach Individualismus?

Gleiche Entlohnung muss ja nciht totale Glecihheit bedeuten. Abe rdu hast recht: Der westliche individualistische Kapitalismus ist mir daher auch bedeutend lieber als die Gleichschaltung in den ehemaligen Ostgebieten. Die 5 Milliarden Arbeitslose leiden durchaus. Ich denke nur nicht, das es ein Patentrezept gibt, deren Schicksal zu verbessern. Dennoch leiden wir hier auf einem unglaublich hohen Nivau.


Zitat:
Das magst du als "falsch" empfinden. Aber für die Marxisten/Kommunisten ist das noch lange nicht falsch, denn auch ihre obersten Herren Marx und Engels haben das so gefordert.

Forderten die wirlich einen aktiven, revolutionären Sturz des Systems? ich dachte bisher, dass wäre einer der großen Lenistischen Irrrtümer gewesen.
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MarIna
Visionärin



Anmeldungsdatum: 02.02.2005
Beiträge: 884

Beitrag(#479151) Verfasst am: 19.05.2006, 21:05    Titel: Antworten mit Zitat

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
MarIna hat folgendes geschrieben:

Was ist "Staatskapitalismus"? Was zeichnet Kapitalismus allgemein aus und was macht ihn somit evtl zu einem "Staatskapitalismus"?

Staatskapitalitmsu heit schlihct Verstaatlichung der Wirtschaft (nciht Kollektivierung wie im Kommunismu). Von wemdieser Begriff ursprünglich stammt weiß ich nicht, jedenfalls kannte ich den schon vor Max (von dem stammt er wohl kaum).

Verstaatlichung und Kollektivierung sind doch letzten Endes das selbe. Was sollte denn der Unterschied sein? Was soll denn das "Kollektiv" sein?

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
MarIna hat folgendes geschrieben:
Somit gibt es dann also auch eine "Kausalität" bezüglich Lenin und Stalin usw. Denn sie haben es versucht (und mehr oder weniger auch getan), den "Akademiker" Marx und seine Theorien und Forderungen in die Tat umzusetzen.

Ja. Dann gibt es aber auch eine Kausalität zwischcen Hitler und Darwin, oder zwischen Locke und Robbespierre. Letztlich lässt sich jede gute Idee missbrauchen.

Worin besteht die Kausalität zwischen Hitler und Darwin?

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
MarIna hat folgendes geschrieben:
Hitler ist bzw tätigte mit Sicherheit keine "Weiterentwicklung des Wilhelmismus". Hitler hielt nichts vom Adel und Standesdünkel. In dieser Hinsicht hat er die Gesellschaft nahezu komplett umgekrempelt. Vorher konnten nur Adelige hohe Offiziere werden. Unter Hitler auch der Bauernsohn. Andersherum waren plötzlich Adelige und Intellektuelle einfache Soldaten. Bei Beamten und Funktionären genauso.
Es zählte sozusagen die Leistung und Fähigkeit und nicht mehr die Geburt (sofern man deutscher Abstammung war) oder der Stand bzw die Klasse.

Nein, bei hitler kamen weitere Elemente hinzu, teilweise sogar klassisch linke Elemente. Mit Weiterentwicklung Wilhelmismus meinte icih die Aspekte der außenpolitischen Aggresivität, der Millitanz, des Nationalismus, und des Antisemitismus.

Mir ist nichts konkretes bekannt, dass Kaiser Wilhelm für seinen Antisemitismus berühmt sei. Darin sehe ich keine Kontinuität.
Und in welcher Form war Wilhelm außenpolitisch aggressiv bzw auffallend aggressiver als andere Großmächte in dieser Zeit?
Von übermäßiger Militanz kann man bei Wilhelm auch nicht wirklich sprechen. Selbst Frankreich hatte im Verhältnis zu seiner geringeren Bevölkerungszahl eine größere Armee.

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
MarIna hat folgendes geschrieben:
Die Frage ist: Auf welchem Niveau steht dann die "Versorgung"?

Die Frage ist: Auf welchem Niveau kann sie stehen, so sie gleichmäßig verteilt wird? Der Wohlstand der Elite würde massiv sinken,d er er Masse masiv steigen.

Den Wohlstand der Elite kann man einfach massiv sinken lassen. Aber man kann den Wohlstand der Masse damit nicht einfach steigen lassen.
Auf Dauer ist bis jetzt jeder sozialistische Umverteilungsstaat bankrott gegangen. Dabei spielt es keine Rolle, ob nun alle Aspekte und Gedanken von Marx in die Realität umgesetzt wurden oder nicht. Ein Wohlfahrtstaat bringt zwangsläufig Wohlfahrtschmarotzer mit sich. Wer nicht arbeiten muß, der tut's oftmals auch nicht. Der Bankrott der Staatskassen ist nur eine Frage der Zeit. Das sieht man sogar am Beispiel BRD, obwohl diese ja noch eine mehr oder weniger intakte Marktwirtschaft hat.

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
MarIna hat folgendes geschrieben:
Fundamentaler Schwachsinn! Nicht nur in der Praxis.

Gehört es nicht zur marxistischen lehre, dass demokratisch legitimierte und kontrollierte (und dabei war nicht an Scheindemokratien wie in der DDR gedacht) Räte über Wirtschaftsprozesse entscheiden

Das mag vielleicht zu Marxens Theorie gehören, aber es bleibt trotzdem ausgemachter Schwachsinn. Eine Wirtschaft kann auf diese Art nicht wirklich funktionieren. Schon gar nicht, wenn man die Masse der Menschen in Wohlfahrt leben lassen will.

Nur der gesunde Unternehmergeist kann effektiv über Wirtschaftsprozesse entscheiden. Die Rolle des Staates sollte in diesem Falle die des Wahrers des Arbeitnehmerschutzes bleiben. Es sollten sich nicht Nichtfachleute und Ideologen in die Wirtschaftsprozesse einmischen. Es soll natürlich aber auch nicht der willkürlichen Ausbeutung Tür und Tor geöffnet werden. Echte Volksvertreter würden das aber auch nicht zulassen.

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
MarIna hat folgendes geschrieben:
Das wurde sogar im Dritten Reich verwirklicht (sofern man deutscher Abstammung war).

Das untermauert meine Theorie, dass der Nationalsozialismus viele eigentlich "linke" Elemente enthält.

Das sogar nicht nur in Anführungsstrichen. Man könnte ihn vielleicht sogar als Symbiose aus Sozialismus und Faschismus betrachten.

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
MarIna hat folgendes geschrieben:
Leider haben sie damit aber gar nicht so unrecht. Schau dich doch mal um!
Das Probelm dabei ist, dass es nicht der Milch-und-Honig-Kommunismus mit grenzenloser Freiheit wird, wie sich das die linken Kleingeister gerne wünschen.
Aber alles driftet heute immer mehr in Richtung totalitärer Gleichmacherstaat mit Einheitspartei.
Die tollen Pseudorebellen helfen kräftig dabei, weil sie jegliche Alternative pauschal als Faschismus oder zumindest Rechtsextremismus verortet haben.

An welche Alternativen denkst du denn da? ich stehe, auch wenn ich hier für den Marxismus spreche (den ich schleihct für nicht realisierbar halte) deutlich auf der Wirtschaftsliberalen, also kapitalistischen Seite. Fortschritt und eine Rettung des ganzen lässst sich erreichen, wennd ie Ansprüchze des Einzelnen an den Staat zurückgeschraubt, nciht erhöht werden.

Eines dürfte wohl so langsam klargeworden sein: Eine kapitalistische Wirtschaft ist durchaus eine erfolgreiche Wirtschaft. Wenn man die Unternehmer in ihrem Drang nach unendlicher Profitsteigerung bremst und sie geistig ein wenig sozialisiert, dann hat so eine kapitalistische Wirtschaft sogar enorme Vorteile für so ziemlich alle Mitglieder der Gesellschaft.

Zum ernsten Problem wird so eine kapitalistische Wirtschaft, wenn sie die politische Klasse um den Finger wickelt. Eine politische Klasse läßt sich umso leichter um den Finger wickeln, wenn sie immer weniger aus Politikern besteht, die ernsthaftes Interesse am Wohlergehen ihres Volkes - dessen Volksvertreter sei ja sein sollen - haben. Dann sind der Korruption Tür und Tor geöffnet. Die willkürliche Ausbeutung der Arbeitnehmer durch die Unternehmer wird Schritt für Schritt zunehmen, weil die politische Klasse ihr Schritt für Schritt zustimmt.

Vonnöten ist also weiterhin ein starker Staat mit Politikern, die sich ernsthaft um das Wohlergehen ihres Volkes sorgen und sich dementsprechend nicht so leicht bestechen lassen bzw jeglichen Versuch selber zur Anzeige bringen bzw diesbezüglich Gesetze mit harten Strafen erlassen.
Aber genau das will die Linke hier nicht. Jedenfalls kämpft sie (auch wenn sie es selbst vielleicht gar nicht will) für die internationalistischen Kapitalisten, die nun ihrerseits offensichtlich auch in keinster Weise an national gesinnten Politikern interessiert sind.

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
MarIna hat folgendes geschrieben:
Erstens "leiden" die meisten hier doch gar nicht und zweitens will ich nicht "gleich" sein. Du etwa? Wo ist der Drang nach Individualismus?

Gleiche Entlohnung muss ja nciht totale Glecihheit bedeuten. Abe rdu hast recht: Der westliche individualistische Kapitalismus ist mir daher auch bedeutend lieber als die Gleichschaltung in den ehemaligen Ostgebieten. Die 5 Milliarden Arbeitslose leiden durchaus. Ich denke nur nicht, das es ein Patentrezept gibt, deren Schicksal zu verbessern. Dennoch leiden wir hier auf einem unglaublich hohen Nivau.

Ein faire Entlohnung sollte immer im Interesse des Staates stehen. Aber trotzdem muß ein Maß an Wettbewerb gewährleistet bleiben. Nur freier Unternehmergeist (und keine Staatsfunktionäre) kann steuerzahlende Betriebe schaffen. Die Kontrolle des Wettbwerbes sollte hierbei der Staat übernehmen, aber ohne in detailierte Wirtschaftsprozesse einzugreifen.

Die hohe Arbeitslosenzahl ist natürlich schlimm. Die Massen von Arbeitslosen werden auch nur noch von Transferleistungen und Fernsehen und sonstigen Unterhaltungsprogrammen bei Laune gehalten. Die zunehmend geistige Verelendung der breiten Volksmasse ist diesbezüglich das wirkliche tragische Problem. Materiell gehts den meisten noch ganz gut.
Aber die Staatskassen werden bald kollabieren. Anstatt den Unternehmergeist und den Mittelstand zu fördern, welcher die größten Steuereinnahmen bringt, macht dieser Umverteilungsstaat genau das Gegenteil und fährt sich somit selber gegen die Wand.

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
MarIna hat folgendes geschrieben:
Das magst du als "falsch" empfinden. Aber für die Marxisten/Kommunisten ist das noch lange nicht falsch, denn auch ihre obersten Herren Marx und Engels haben das so gefordert.

Forderten die wirlich einen aktiven, revolutionären Sturz des Systems? ich dachte bisher, dass wäre einer der großen Lenistischen Irrrtümer gewesen.

Ganz eindeutig!
Zitat:
Die Kommunisten verschmähen es, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie erklären es offen, daß ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung. Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern.
Marx/Engels, Kommunistisches Manifest

_________________
"Wenn eine fremde Macht ein Volk ermahnt,
die eigene Nationalität zu vergessen,
so ist das kein Ausfluß von Internationalismus,
sondern dient nur dem Zweck, die Fremdherrschaft zu verewigen." - Friedrich Engels
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Tarvoc
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Beitrag(#479158) Verfasst am: 19.05.2006, 21:22    Titel: Antworten mit Zitat

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
Forderten die wirlich einen aktiven, revolutionären Sturz des Systems?

In diesem Falle hat MarIna ausnahmsweise 'mal Recht. Ja, Marx und co. wollten die (Welt-)revolution.
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"Die Tradition der Unterdrückten belehrt uns darüber, daß der Ausnahmezustand, in dem wir leben, die Regel ist."
- Walter Benjamin, VIII. These zum Begriff der Geschichte
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Beitrag(#479163) Verfasst am: 19.05.2006, 21:25    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Xamanoth hat folgendes geschrieben:
Forderten die wirlich einen aktiven, revolutionären Sturz des Systems?

In diesem Falle hat MarIna ausnahmsweise 'mal Recht. Ja, Marx und co. wollten die (Welt-)revolution.

Oh. Mit den Augen rollen Das würde ja fatlalerweise bedeuten, dass ich mich geirrt habe...
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Xamanoth
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Beitrag(#479179) Verfasst am: 19.05.2006, 21:47    Titel: Antworten mit Zitat

MarIna hat folgendes geschrieben:

Verstaatlichung und Kollektivierung sind doch letzten Endes das selbe. Was sollte denn der Unterschied sein? Was soll denn das "Kollektiv" sein?

Die Gemeisnchaft als ganzes. Im Staatskapitalismus wird das ganze von einem zentralistischen Beamtenapparat verwaltet, im Kommunismus von der Gemeinschaft aller. Man kann natürlcih annehmen, dass das in der Praxis auf dasselbe hinausläuft.

Zitat:
Worin besteht die Kausalität zwischen Hitler und Darwin?

Die besteht darin, dss die Nazis glaubten, dass es nur natürlcih sei, die vermeintlich schwächeren Völker (Slawen) und die schwachen Angehörigen des eigenen Volkes auszumerzen (was eine riesenfehlinterprätation des Darwinismus ist.

Zitat:
Mir ist nichts konkretes bekannt, dass Kaiser Wilhelm für seinen Antisemitismus berühmt sei. Darin sehe ich keine Kontinuität.
Aber der Hofprediger Stöcker zum Beispiel.

Zitat:
Von übermäßiger Militanz kann man bei Wilhelm auch nicht wirklich sprechen. Selbst Frankreich hatte im Verhältnis zu seiner geringeren Bevölkerungszahl eine größere Armee.
Das wusste ich noch gar nicht.

Zitat:
Ein Wohlfahrtstaat bringt zwangsläufig Wohlfahrtschmarotzer mit sich. Wer nicht arbeiten muß, der tut's oftmals auch nicht. Der Bankrott der Staatskassen ist nur eine Frage der Zeit. Das sieht man sogar am Beispiel BRD, obwohl diese ja noch eine mehr oder weniger intakte Marktwirtschaft hat.

Ich dachte es währe wesentlich, dss alle zur Arbeit verpflichtet sind, und es also keine Shmarotzer gibt. Das ist naiv, klar.

Zitat:
Nur der gesunde Unternehmergeist kann effektiv über Wirtschaftsprozesse entscheiden. Die Rolle des Staates sollte in diesem Falle die des Wahrers des Arbeitnehmerschutzes bleiben. Es sollten sich nicht Nichtfachleute und Ideologen in die Wirtschaftsprozesse einmischen. Es soll natürlich aber auch nicht der willkürlichen Ausbeutung Tür und Tor geöffnet werden. Echte Volksvertreter würden das aber auch nicht zulassen.

Und wieso kann es im Kommunismus keine Fachleute geben?


Zitat:
Die willkürliche Ausbeutung der Arbeitnehmer durch die Unternehmer wird Schritt für Schritt zunehmen, weil die politische Klasse ihr Schritt für Schritt zustimmt.

Nur dass nicht alle Einschränkung der Leistungen an Arbeitnehmer unhaltbare Zumutungen an die Arbeitnehmer sind. Manche davon haben schlicht ihre Notwendigkeit.

Zitat:
Aber genau das will die Linke hier nicht. Jedenfalls kämpft sie (auch wenn sie es selbst vielleicht gar nicht will) für die internationalistischen Kapitalisten, die nun ihrerseits offensichtlich auch in keinster Weise an national gesinnten Politikern interessiert sind.

Dieser Widerspruch im Denken der Linke ist mir auch schon aufgefallen.

Zitat:
Ein faire Entlohnung sollte immer im Interesse des Staates stehen. Aber trotzdem muß ein Maß an Wettbewerb gewährleistet bleiben. Nur freier Unternehmergeist (und keine Staatsfunktionäre) kann steuerzahlende Betriebe schaffen. Die Kontrolle des Wettbwerbes sollte hierbei der Staat übernehmen, aber ohne in detailierte Wirtschaftsprozesse einzugreifen.
Die hohe Arbeitslosenzahl ist natürlich schlimm. Die Massen von Arbeitslosen werden auch nur noch von Transferleistungen und Fernsehen und sonstigen Unterhaltungsprogrammen bei Laune gehalten. Die zunehmend geistige Verelendung der breiten Volksmasse ist diesbezüglich das wirkliche tragische Problem. Materiell gehts den meisten noch ganz gut.
Aber die Staatskassen werden bald kollabieren. Anstatt den Unternehmergeist und den Mittelstand zu fördern, welcher die größten Steuereinnahmen bringt, macht dieser Umverteilungsstaat genau das Gegenteil und fährt sich somit selber gegen die Wand.

Das sehe ich auch so. Nur glaube ich dass eine zu große Belastung des sogenannten Großkapitals auch ziemlcih kurzsichtig ist.

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
MarIna hat folgendes geschrieben:
Das magst du als "falsch" empfinden. Aber für die Marxisten/Kommunisten ist das noch lange nicht falsch, denn auch ihre obersten Herren Marx und Engels haben das so gefordert.

Forderten die wirlich einen aktiven, revolutionären Sturz des Systems? ich dachte bisher, dass wäre einer der großen Lenistischen Irrrtümer gewesen.

Ganz eindeutig!
Zitat:
Die Kommunisten verschmähen es, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie erklären es offen, daß ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung. Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern.
Marx/Engels, Kommunistisches Manifest
[/quote]
Ok, da habe ich mich geirrt.
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MarIna
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Beiträge: 884

Beitrag(#479905) Verfasst am: 21.05.2006, 10:11    Titel: Antworten mit Zitat

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
MarIna hat folgendes geschrieben:
Verstaatlichung und Kollektivierung sind doch letzten Endes das selbe. Was sollte denn der Unterschied sein? Was soll denn das "Kollektiv" sein?

Die Gemeisnchaft als ganzes. Im Staatskapitalismus wird das ganze von einem zentralistischen Beamtenapparat verwaltet, im Kommunismus von der Gemeinschaft aller. Man kann natürlcih annehmen, dass das in der Praxis auf dasselbe hinausläuft.

Genau das ist das Problem bzw so sieht die Realität nunmal aus. Es gibt keine "Gemeinschaft aller". Der Mensch ist zwar ein soziales Wesen. Die meisten sind aber nicht absolut selbstlos. Es werden sich immer Hierarchien und Herrschaftsstrukturen herausbilden. Die Frage ist hierbei, wie und für welchen Personenkreis (z.B. Volk usw.) ein vernünftiger und erträglicher Ausgleich und ein vernünftiges und erträgliches Zusammenleben zu gestalten ist.
Der Irrglaube von der gerechten "Gemeinschaft aller" setzt den Irrglauben einer funktionstüchtigen, gerechten Anarchie voraus. Dass das aber für eine Millionengesellschaft induskutabel ist, sollte eigentlich klar sein.

Die Kommunisten haben den Urzustand der "Urmenschenzivilisation" in die heutige Zeit transportiert. Sie haben sozusagen den Garten Eden mit scheinbar hochwissenschaftlichen ökonomischen Analysen und Erkenntnissen ausgeschmückt und ihn damit gesellschaftsfähig gemacht.
Da ist es z.B. auch kein Wunder, dass DerTorsten meint, er könne Christ und Kommunist sein. Denn der Kommunismus ist nichts weiter als eine wissenschaftlich klingende Heilslehre, die aber in ihrer Betrachtung des Menschen nun gar nicht christlich ist.

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
MarIna hat folgendes geschrieben:
Worin besteht die Kausalität zwischen Hitler und Darwin?

Die besteht darin, dss die Nazis glaubten, dass es nur natürlcih sei, die vermeintlich schwächeren Völker (Slawen) und die schwachen Angehörigen des eigenen Volkes auszumerzen (was eine riesenfehlinterprätation des Darwinismus ist.

Genau, es ist eine Fehlinterpretation. Deswegen kann Hitler auch keine Kontinuität zu Darwin sein bzw keine Kausalität zu Darwins Erkenntnissen bedeuten, auch wenn das die linken Kleingeister gerne so hinstellen, weil es sich einfach knackig und scheinbar wissenschaftlich anhört.

Nach Darwin ist die Selbstbehauptung ein zentraler Punkt im allgemeinen Überlebenskampf. In der Welt haben nur die Arten überlebt, die sich an ihre Umwelt und die sich darin entwickelnden Bedingungen am besten angepasst haben. Überlegenheitswahn und Rassenhass kommen bei Darwin aber nicht vor. Ich denke auch nicht, dass er das irgendwie subtil vermitteln wollte.

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
MarIna hat folgendes geschrieben:
Mir ist nichts konkretes bekannt, dass Kaiser Wilhelm für seinen Antisemitismus berühmt sei. Darin sehe ich keine Kontinuität.
Aber der Hofprediger Stöcker zum Beispiel.

Die Frage hierbei ist, was für einen Einfluß auf die Staatspolitik bzw die Politik Wilhelms hatte ein Mann wie Stöcker?

Die Judenintegration, die es in Preußen schon länger gab, wurde nach der Reichsgründung nun auch in allen anderen Staaten des Reiches durchgesetzt.

O-Ton wikipedia: "Die Juden waren im 1871 gegründeten Deutschen Reich zum ersten Mal in Deutschland freie und gleiche Bürger: Die Einschränkungen, die sie, von Land zu Land unterschiedlich, teilweise zu Schutzbefohlenen eines Herrschers machten und ihnen wirtschaftliche Beschränkungen auferlegten oder ihnen bestimmte Berufsverbote erteilten, waren aufgehoben. Auch der Dienst beim Militär, in Schulen oder der Justiz stand ihnen jetzt offen."

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
MarIna hat folgendes geschrieben:
Von übermäßiger Militanz kann man bei Wilhelm auch nicht wirklich sprechen. Selbst Frankreich hatte im Verhältnis zu seiner geringeren Bevölkerungszahl eine größere Armee.

Das wusste ich noch gar nicht.

Ist aber so. Man könnte ja auch mal schauen, wieviele kriegerische Konflikte es zwischen 1871 und 1914 mit deutscher Beteiligung und wieviele es mit englischer, französischer, amerikanischer, russischer Beteiligung gab.

Kürzlich meinte hier jemand zu mir, dass in der Demokratie, die nun endlich auch nach Deutschland kam, das Dienen (wohl bezogen auf militärischen Gehorsam) endlich ein Ende hätte. Die Demokratie in Frankreich hatte aber selbst 1940 zahlenmäßig mehr und im Durchschnitt schwerer gepanzerte und bewaffnete Panzer gehabt als Deutschland. Von den USA ganz zu schweigen (wenn denn auch etwas später).

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
MarIna hat folgendes geschrieben:
Ein Wohlfahrtstaat bringt zwangsläufig Wohlfahrtschmarotzer mit sich. Wer nicht arbeiten muß, der tut's oftmals auch nicht. Der Bankrott der Staatskassen ist nur eine Frage der Zeit. Das sieht man sogar am Beispiel BRD, obwohl diese ja noch eine mehr oder weniger intakte Marktwirtschaft hat.

Ich dachte es währe wesentlich, dss alle zur Arbeit verpflichtet sind, und es also keine Shmarotzer gibt. Das ist naiv, klar.

Ja, Engels spricht auch eindeutig von Arbeitszwang (Heidi hatte in diesem Thread schon eine Quelle dazu gebracht). Aber das wollen die BRD-Neomarxisten partout nicht hören. Sie träumen von einem Schlaraffenland für Mittagsaufsteher. Nur ist davon bei Marx und Engels weit und breit nichts zu sehen. Selbst die beiden waren nicht ganz so naiv und weltfremd.

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
MarIna hat folgendes geschrieben:
Nur der gesunde Unternehmergeist kann effektiv über Wirtschaftsprozesse entscheiden. Die Rolle des Staates sollte in diesem Falle die des Wahrers des Arbeitnehmerschutzes bleiben. Es sollten sich nicht Nichtfachleute und Ideologen in die Wirtschaftsprozesse einmischen. Es soll natürlich aber auch nicht der willkürlichen Ausbeutung Tür und Tor geöffnet werden. Echte Volksvertreter würden das aber auch nicht zulassen.

Und wieso kann es im Kommunismus keine Fachleute geben?

So hab ich das nicht gemeint. Klar wird es im Kommunismus auch Fachleute geben. Aber dieser anvisierte "demokratische Rat" soll ja aus allen möglichen Leuten aus der "Nachbarschaft" bestehen. Über diese Vorstellung kann man allenfalls nur amüsiert schmunzeln.

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
MarIna hat folgendes geschrieben:
Die willkürliche Ausbeutung der Arbeitnehmer durch die Unternehmer wird Schritt für Schritt zunehmen, weil die politische Klasse ihr Schritt für Schritt zustimmt.

Nur dass nicht alle Einschränkung der Leistungen an Arbeitnehmer unhaltbare Zumutungen an die Arbeitnehmer sind. Manche davon haben schlicht ihre Notwendigkeit.

Nicht alles sind "unhaltbare Zumutungen". Aber die Probleme liegen ja eindeutig im System bzw so wie es sich zur Zeit entwickelt. Man kann sich ja nun nicht hinstellen und sagen, es ist halt einfach so. Dafür sind wir ja intelligente Menschen, um Korrekturen vornehmenzukönnen.
Man kann ja auch leicht davon ausgehen, dass die begonnenen Einschnitte für die Arbeitnehmer nicht einfach wieder aufhören bzw rückgängig gemacht werden. Es wird so weitergehen, weil Wirtschaft und Politik keinen wirklichen Denkzettel bekommen. Und warum soll man immer erst auf den großen Knall oder den totalen Zusammenbruch warten?

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
MarIna hat folgendes geschrieben:
Aber die Staatskassen werden bald kollabieren. Anstatt den Unternehmergeist und den Mittelstand zu fördern, welcher die größten Steuereinnahmen bringt, macht dieser Umverteilungsstaat genau das Gegenteil und fährt sich somit selber gegen die Wand.

Das sehe ich auch so. Nur glaube ich dass eine zu große Belastung des sogenannten Großkapitals auch ziemlcih kurzsichtig ist.

Es bringt ja auch auf Dauer nichts, ihnen einfach alles wegzunehmen. Aber demgegenüber kann es auch nicht sein, dass sie sich grenzenlos bereichern und die breiten Massen der Völker mehr und mehr verelenden.
Das Problem ist, dass sich die Wirtschaft die Welt so bastelt, wie sie sie für sich haben will. Aber eigentlich sollte es doch sein, dass sich die Völker ihre Länder und ihre Welt nach ihren Wünschen gestalten und dass die Wirtschaft für die Völker funktioniert und nicht umgekehrt.
_________________
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DerTorsten
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Anmeldungsdatum: 28.10.2005
Beiträge: 2166

Beitrag(#479955) Verfasst am: 21.05.2006, 12:08    Titel: Mal wieder zum Thema Antworten mit Zitat

Gestern fand ich bei einer Bildungsveranstaltung ein altes Heftchen mit Büchners "Dantons Tod". Auflage 1946, Preis RM 0,70, mit Genehmigungsnummer, wahrscheinlich der SMAD.

Ich kannte das Stück noch nicht, weshalb ich neugierig wurde, was es wohl so bedeutend macht, daß es zu diesem Zeitpunkt wieder veröffentlicht wurde (die Faschisten hatten Büchners Werke auf die schwarze Liste gesetzt und verbrennen lassen).

Dabei fand ich folgende interessante Passage, welche Büchner Robespierre sagen läßt:

Zitat:
Die Waffe der Republik ist der Schrecken, die Kraft der Republik ist die Tugend — die Tugend, weil ohne sie der Schrecken verderblich — der Schrecken,
weil ohne ihn die Tugend ohnmächtig ist. Der Schrecken ist ein Ausfluß der Tugend, er ist nichts anderes als die schnelle, strenge und unbeugsame Gerechtigkeit. Sie sagen: der Schrecken sei die Waffe einer despotischen Regierung, die unsrige gleiche also dem Despotismus. Freilich! Aber so, wie das Schwert in den Händen eines Freiheitshelden dem Säbel gleicht, womit der Satellit des
Tyrannen bewaffnet ist. Regiere der Despot seine tierähnlichen Untertanen durch den Schrecken, er hat recht als Despot. Zerschmettert durch den Schrecken die Feinde der Freiheit, und ihr habt als Stifter der Republik nicht minder recht. Die Revolutionsregierung ist der Despotismus der Freiheit gegen die Tyrannei.


Wenn es um Revolutionen geht, schreien die Gewalttäter: "Man tut uns Gewalt an!", die Unterdrücker des Volkes kreischen: "Wir werden unterdrückt.", die Räuber lamentieren: "Man will uns berauben!", die Mörder rufen: "Man will uns ans Leben!". Sie zeigen mit Fingern auf Jene, welche ihren Verbrechen ein Ende setzen wollen und nennen sie Verbrecher. Und das mehrheitlich verblödete und verhetzte Volk plappert, weils gewohnt ist, die Parolen der Verbecher nachzuplappern, auch diesen Unsinn wieder nach.

Zitat:
Der ihn zuerst gerochen, bei dem ist er rausgekrochen
oder
Haltet den Dieb!

In den Medien hörn wir voller Abscheu von Verbrechen
meist ausgerechnet die Verbrecher selber sprechen.
Ruft Jemand: „Haltet den Dieb!“, so ist man gut beraten,
wenn man sich genau besieht des Rufers eig'ne Taten.

Sozialschmarotzer schaden der Gesellschaft ungemein,
sacken, ohne viel zu tun, fremde Früchte ein.
Schmarotzer, die Millionen scheffeln, nennen Ihresgleichen
jedoch in ihren Medien die Schönen und die Reichen.

Zu ächten sind Regime, welche Freiheit nicht gewähren
und jede Selbstverwirklichung im Ansatz schon zerstören.
Wie die Diktatur, die Dich erst ums Ersparte bringt,
dann per Hartz IV für'n Hungerlohn zu jeder Arbeit zwingt.

Verurteilt werden immer wieder Menschenrechtsverletzer.
Unrechts- und Verbrecherstaaten nennen sie die Hetzer.
Zu Recht, sieht man die Schweinerein in Guantanamo,
Abu Ghraib, Falludschah, Bagdad und anderswo.

Nach nuklearen Waffen strebt jeder Schurkenstaat.
man muß unbedingt verhindern, daß er welche hat.
Wie abgefeimte Schurken mit Atombomben umgehn,
konnten wir vor langer Zeit in Hiroshima sehn.

Gegen Terrorismus helfen präventive Kriege,
ihre Herkunftsländer sind gar böser Buben Wiege.
Um sie einzuschüchtern, solln wir sie terrorisieren,
am Besten, eh sie Terroristen werden, massakrieren.

Man neigt dazu, wo ein Andrer hinzeigt, hinzusehn.
Den Volksverdummern und Verbrechern ist das angenehm.
Sie versuchen dadurch, von sich selber abzulenken.
Drum wird der Kluge ihrem Tun erst recht Beachtung schenken.

Torsten Reichelt
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Beitrag(#479969) Verfasst am: 21.05.2006, 12:33    Titel: Re: Mal wieder zum Thema Antworten mit Zitat

DerTorsten hat folgendes geschrieben:
Gestern fand ich bei einer Bildungsveranstaltung ein altes Heftchen mit Büchners "Dantons Tod". Auflage 1946, Preis RM 0,70, mit Genehmigungsnummer, wahrscheinlich der SMAD.

Ich kannte das Stück noch nicht, weshalb ich neugierig wurde, was es wohl so bedeutend macht, daß es zu diesem Zeitpunkt wieder veröffentlicht wurde (die Faschisten hatten Büchners Werke auf die schwarze Liste gesetzt und verbrennen lassen).



Du weisst schon, dass Robbespiere in dem Stück alles andere als die Stimme der Wahrheit ist, oder? Büchner überlässt es dem Leser selbst, Position zu ziehen.
Übrigens enthält das Stück angeblich viele originale Reden.

Robbespiere hbegann mit dbesten ABscihten, aber willst du ernsthaft sagen, dass sein damaliges Handeln richtig war, dass er so etwas wie ein Vorläufers deines Stalin,, also ein Frühkommunist war?
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Cato
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Beitrag(#483128) Verfasst am: 26.05.2006, 16:59    Titel: Antworten mit Zitat

Nur mal nicht so streng mit dem alten Maximilien de Robespierre; so ein bisschen revolutionärer Terror ist schon von Nöten, wenn man fast 1500 Jahre Christentum und Feudalismus abschütteln will. Leider hat Macht einen sehr korrumpierenden Einfluss und man gibt sie schwerlich wieder her: Dennoch Weimar hätte so ein kleines Intermezzo der Terrorherrschaft recht gut getan – eigenartig, dass im revolutionären Frankreich zu viele Köpfe rollten und im revolutionären Deutschland zu wenige... das unterschiedliche Ergebnis lässt zumindest mich für das Übermaß des Terrors votieren. (so billig und einfach wie die Bundesrepublik bekommt man nämlich für gewöhnlich noch nicht mal die repräsentative Demokratie)
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Im Übrigen bin ich dafür, dass der Monotheismus zerstört werden muss.
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DerTorsten
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Beitrag(#483480) Verfasst am: 27.05.2006, 14:07    Titel: Antworten mit Zitat

Cato hat folgendes geschrieben:

... die repräsentative Demokratie ...


Womit Du sicher meinst, daß das blöde Stimmvieh (Wähler) aller 4 Jahre bestimmen kann, welche Marionetten die Diktatur des Kapitals vermitteln.

Bekanntermaßen wurden erstmal alle Kräfte ausgeschaltet, die in dieser Scheindemokratie dem Kapital gefährlich werden könnten (KPD- und FDJ-Verbot, Berufsverbote), während altbewährte faschistische Lakaien des Kapitals in Politik, Management, Militär und Justiz verblieben. Parteien- und Wahlgesetz gewährleisten, daß nur Parteien mit kapitalismuskonformen Zielen breiteren Einfluß gewinnen können.
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Anmeldungsdatum: 07.04.2006
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Beitrag(#483605) Verfasst am: 27.05.2006, 16:53    Titel: Antworten mit Zitat

Cato hat folgendes geschrieben:
– eigenartig, dass im revolutionären Frankreich zu viele Köpfe rollten und im revolutionären Deutschland zu wenige... das unterschiedliche Ergebnis lässt zumindest mich für das Übermaß des Terrors votieren. (so billig und einfach wie die Bundesrepublik bekommt man nämlich für gewöhnlich noch nicht mal die repräsentative Demokratie)

Lag das vielleicht daran, dass die Revolution in Frankreich von innen, vom wutentbrannten Volk auging und in Deutschland von aussen kam?
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