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Stefan auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 03.08.2004 Beiträge: 6217
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(#513218) Verfasst am: 02.07.2006, 01:23 Titel: |
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Raphael hat folgendes geschrieben: |
Was sonst bezweckst Du mit dem Schlagwort von der Zweiklassenmedizin? |
Ganz einfach: Die zwei Klassen existieren ja nun wirklich - bei den Patienten. Der Artzt darf hier aber keine Unterschiede machen, also muß die Entlohnung für den Doc auch gleich sein. Sonst könnte man ihm nicht verdenken...
Dafür ist aber eine echte Solidaritätsgemeinschaft nötig und nicht Versicherung nach Einkommenslage oder Berufsstand.
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Raphael auf Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 01.02.2004 Beiträge: 8362
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(#513262) Verfasst am: 02.07.2006, 02:44 Titel: |
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Stefan hat folgendes geschrieben: | Raphael hat folgendes geschrieben: |
Was sonst bezweckst Du mit dem Schlagwort von der Zweiklassenmedizin? |
Ganz einfach: Die zwei Klassen existieren ja nun wirklich - bei den Patienten. Der Artzt darf hier aber keine Unterschiede machen, also muß die Entlohnung für den Doc auch gleich sein. Sonst könnte man ihm nicht verdenken...
Dafür ist aber eine echte Solidaritätsgemeinschaft nötig und nicht Versicherung nach Einkommenslage oder Berufsstand. |
Und wie soll das konkret aussehen? Es scheint nur zwei Möglichkeiten zu geben: entweder Herunterkürzung aller Leistungen und deren Vergütung auf ein unter der heutigen gesetzlichen Versicherung liegendes Minimum oder Anhebung der Leistungen und deren Vergütung auf das jetzige Niveau der Privatversicherung bei gleichzeitiger gewaltiger Erhöhung der Beiträge zur gesetzlichen Versicherung. Die erste Alternative ist die bezahlbare und führt zur Versorgung nur noch von akuten Notfällen und zum Bankrott zahlloser Ärzte bei gleichzeitiger Entstehung einer zahlenmäßig geringen Schicht von Reichen, die sich die bisherige Versorgung dank hohen Einkommens weiter leisten können. Die zweite Alternative führt durch gewaltige Kürzung der Realeinkommen wegen Vervielfachung der Krankenkassenbeiträge zur Massenarmut.
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Surata auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 29.03.2005 Beiträge: 17383
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(#513366) Verfasst am: 02.07.2006, 12:45 Titel: |
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Stefan hat folgendes geschrieben: | Raphael hat folgendes geschrieben: |
Was sonst bezweckst Du mit dem Schlagwort von der Zweiklassenmedizin? |
Ganz einfach: Die zwei Klassen existieren ja nun wirklich - bei den Patienten. Der Artzt darf hier aber keine Unterschiede machen, also muß die Entlohnung für den Doc auch gleich sein. Sonst könnte man ihm nicht verdenken...
Dafür ist aber eine echte Solidaritätsgemeinschaft nötig und nicht Versicherung nach Einkommenslage oder Berufsstand. |
Wer ist denn eigentlich Schuld daran, dass die Versicherung nach Einkommen zustande kommt? Das Problem an der zwei-Klassen-Medizin sind nicht die Privaten, sondern die öffentlichen Kassen (samt Organisation, Struktur, Regelung und Staat dahinter).
Zuletzt bearbeitet von Surata am 02.07.2006, 14:07, insgesamt einmal bearbeitet |
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Ralf Rudolfy Auf eigenen Wunsch deaktiviert.
Anmeldungsdatum: 11.12.2003 Beiträge: 26674
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(#513430) Verfasst am: 02.07.2006, 14:06 Titel: |
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Stefan hat folgendes geschrieben: | Raphael hat folgendes geschrieben: |
Was sonst bezweckst Du mit dem Schlagwort von der Zweiklassenmedizin? |
Ganz einfach: Die zwei Klassen existieren ja nun wirklich - bei den Patienten. Der Artzt darf hier aber keine Unterschiede machen, also muß die Entlohnung für den Doc auch gleich sein. Sonst könnte man ihm nicht verdenken...
Dafür ist aber eine echte Solidaritätsgemeinschaft nötig und nicht Versicherung nach Einkommenslage oder Berufsstand. |
Ich denke, um eine Zweiklassenmedizin wird man gar nicht drumrumkommen. Ich sehe darin auch gar nichts Verwerfliches. Die gesetzlichen Kassen werden es nicht leisten können, für jeden ein einheitlich hohes Versorgungsniveau zu gewährleisten. Was also ist dabei, wenn sich jemand für zusätzliche Leistungen auch zusätzlich versichert? Ich finde es durchaus gerecht, daß jemand, der für sich mehr Leistungen in Anspruch nimmt, auch mehr beiträgt. Sinn einer Solidargemainschft kann es m.E. nicht sein, einen jeden jeglicher Eigenverantwortung zu entheben. Ich fände die Idee nicht schlecht, daß jeder in der gesetzlichen Kasse Mitglied sein muß, diese aber nur eine bestimmte Grundsicherung übernimmt, und es jedem freisteht, zusätzliche private Versicherungen abzuschließen. Das gilt auch für Leute, die meinen, sie müßten unbedingt Motorrad fahren oder Drachenfliegen, rauchen oder sich einen Zentner Übergewicht anfressen, oder im Krankenhaus ein Einzelzimmer haben.
_________________ Dadurch, daß ein Volk nicht mehr die Kraft oder Willen hat, sich in der Sphäre des Politischen zu halten, verschwindet das Politische nicht aus der Welt. Es verschwindet nur ein schwaches Volk. (Carl Schmitt)
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Raphael auf Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 01.02.2004 Beiträge: 8362
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(#513521) Verfasst am: 02.07.2006, 15:33 Titel: |
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Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben: | Stefan hat folgendes geschrieben: | Raphael hat folgendes geschrieben: |
Was sonst bezweckst Du mit dem Schlagwort von der Zweiklassenmedizin? |
Ganz einfach: Die zwei Klassen existieren ja nun wirklich - bei den Patienten. Der Artzt darf hier aber keine Unterschiede machen, also muß die Entlohnung für den Doc auch gleich sein. Sonst könnte man ihm nicht verdenken...
Dafür ist aber eine echte Solidaritätsgemeinschaft nötig und nicht Versicherung nach Einkommenslage oder Berufsstand. |
Ich denke, um eine Zweiklassenmedizin wird man gar nicht drumrumkommen. Ich sehe darin auch gar nichts Verwerfliches. Die gesetzlichen Kassen werden es nicht leisten können, für jeden ein einheitlich hohes Versorgungsniveau zu gewährleisten. Was also ist dabei, wenn sich jemand für zusätzliche Leistungen auch zusätzlich versichert? Ich finde es durchaus gerecht, daß jemand, der für sich mehr Leistungen in Anspruch nimmt, auch mehr beiträgt. Sinn einer Solidargemainschft kann es m.E. nicht sein, einen jeden jeglicher Eigenverantwortung zu entheben. Ich fände die Idee nicht schlecht, daß jeder in der gesetzlichen Kasse Mitglied sein muß, diese aber nur eine bestimmte Grundsicherung übernimmt, und es jedem freisteht, zusätzliche private Versicherungen abzuschließen. Das gilt auch für Leute, die meinen, sie müßten unbedingt Motorrad fahren oder Drachenfliegen, rauchen oder sich einen Zentner Übergewicht anfressen, oder im Krankenhaus ein Einzelzimmer haben. |
Dem kann ich voll zustimmen. Nur werden sich viele Sozialfetischisten finden, die Dich und mich in der Luft zerreißen, weil eben nicht jeder sich eine private Zusatzvorsorge wird leisten können.
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kolja der Typ im Maschinenraum

Anmeldungsdatum: 02.12.2004 Beiträge: 16631
Wohnort: NRW
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(#513602) Verfasst am: 02.07.2006, 16:54 Titel: |
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Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Und wenn man die gesetzlcihen weitestgehend abschafft, dafür aber eine steuerfinanzierte medizinsiche Grundversorgung anbietet, und die Privatversicherungen für Bedürftige subventioniert? |
Kommt drauf an, was Du unter "Grundversorgung" verstehst. Die müsste schon so dimensioniert sein, dass niemand Subventionen für eine zusätzliche Privatversicherung benötigt.
_________________ Hard work often pays off after time, but laziness always pays off now.
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Stefan auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 03.08.2004 Beiträge: 6217
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(#513607) Verfasst am: 02.07.2006, 16:59 Titel: |
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Raphael hat folgendes geschrieben: | Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben: | Stefan hat folgendes geschrieben: | Raphael hat folgendes geschrieben: |
Was sonst bezweckst Du mit dem Schlagwort von der Zweiklassenmedizin? |
Ganz einfach: Die zwei Klassen existieren ja nun wirklich - bei den Patienten. Der Artzt darf hier aber keine Unterschiede machen, also muß die Entlohnung für den Doc auch gleich sein. Sonst könnte man ihm nicht verdenken...
Dafür ist aber eine echte Solidaritätsgemeinschaft nötig und nicht Versicherung nach Einkommenslage oder Berufsstand. |
Ich denke, um eine Zweiklassenmedizin wird man gar nicht drumrumkommen. Ich sehe darin auch gar nichts Verwerfliches. Die gesetzlichen Kassen werden es nicht leisten können, für jeden ein einheitlich hohes Versorgungsniveau zu gewährleisten. Was also ist dabei, wenn sich jemand für zusätzliche Leistungen auch zusätzlich versichert? Ich finde es durchaus gerecht, daß jemand, der für sich mehr Leistungen in Anspruch nimmt, auch mehr beiträgt. Sinn einer Solidargemainschft kann es m.E. nicht sein, einen jeden jeglicher Eigenverantwortung zu entheben. Ich fände die Idee nicht schlecht, daß jeder in der gesetzlichen Kasse Mitglied sein muß, diese aber nur eine bestimmte Grundsicherung übernimmt, und es jedem freisteht, zusätzliche private Versicherungen abzuschließen. Das gilt auch für Leute, die meinen, sie müßten unbedingt Motorrad fahren oder Drachenfliegen, rauchen oder sich einen Zentner Übergewicht anfressen, oder im Krankenhaus ein Einzelzimmer haben. |
Dem kann ich voll zustimmen. Nur werden sich viele Sozialfetischisten finden, die Dich und mich in der Luft zerreißen, weil eben nicht jeder sich eine private Zusatzvorsorge wird leisten können. |
Von mir nicht. Der Vorschlag ist diskutabel.
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step registriert
Anmeldungsdatum: 17.07.2003 Beiträge: 22782
Wohnort: Germering
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(#513611) Verfasst am: 02.07.2006, 17:03 Titel: |
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kolja hat folgendes geschrieben: | Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Und wenn man die gesetzlcihen weitestgehend abschafft, dafür aber eine steuerfinanzierte medizinsiche Grundversorgung anbietet, und die Privatversicherungen für Bedürftige subventioniert? |
Kommt drauf an, was Du unter "Grundversorgung" verstehst. Die müsste schon so dimensioniert sein, dass niemand Subventionen für eine zusätzliche Privatversicherung benötigt. |
Wieso? "Benötigen" ist immer auch Präferenz. Soll der Staat für den Einzelnen entscheiden und mehr Geld von ihm für Zusatzversorgung einbehalten, das der Einzelne sonst für Heckspoiler oder ipod ausgibt?
Zusatzversorgung ist zusätzliche Lebensqualität, und da setzt jeder andere Prioritäten.
_________________ Was ist der Sinn des Lebens? - Keiner, aber Leere ist Fülle für den, der sie sieht.
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Raphael auf Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 01.02.2004 Beiträge: 8362
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(#513633) Verfasst am: 02.07.2006, 17:44 Titel: |
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step hat folgendes geschrieben: | Zusatzversorgung ist zusätzliche Lebensqualität, und da setzt jeder andere Prioritäten. |
Zwei einfache Beispiele:
Meine instabile Wirbelsäule braucht alle zwei Wochen eine Stunde Physiotherapie. Die gesetzliche Versicherung bezahlt das nicht. Meine private und die Beihilfe zahlen. Wäre ich gesetzlich versichert, bekäme ich eine Flut von Spritzen und Bestrahlungen, dazu starke Schmerzmittel, alles ebenso wirkungslos wie auf Kosten der Solidargemeinschaft. In wenigen Jahren wäre ich dann berufsunfähig, vielleicht sogar erwerbsunfähig. Ich wäre also gezwungen, die 40 € je Behandlung aus eigener Tasche zu berappen.
Zur Absenkung meines Blutdrucks und meiner Pulsfrequenz nehme ich relativ billige Tabletten. Die gesetzliche Kasse zahlt die nicht. Die zahlt zwei teurere Alternativmedikamente. Von dem einen bekomme ich Erstickungsanfälle, von dem anderen schwere Depressionen. Als gesetzlich Versicherter müsste ich also meine Tabletten trotz Versicherungspflicht aus eigener Tasche zahlen. Meine Privatversicherung und die Beihilfe übernehmen mein Medikament.
Das eigentliche Problem der gesetzlichen Versicherung scheint mir bzgl. der Medikamente und der nicht ärztlichen Therapie ganz einfach zu sein, dass teures, wirkungsloses, teils sogar lebensgefährliches Zeug im Leistungskatalog steht, weil es der Pharmamafia Profite bringt, während einfache und billige, dafür aber erfolgreiche Methoden und Arzneien nicht bezahlt werden. Der Behandlungserfolg und die Gesundheit der Versicherten scheint keine Rolle zu spielen. Mich lässt das daran denken, ob es nicht besser wäre, die Versicherung überhaupt zu privatisieren, weil eine Privatversicherung natürlich daran interessiert ist, mit minimalem Einsatz den maximalen Erfolg zu erzielen. Bei den gesetzlichen Kassen ist es offensichtlich umgekehrt.
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step registriert
Anmeldungsdatum: 17.07.2003 Beiträge: 22782
Wohnort: Germering
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(#513721) Verfasst am: 02.07.2006, 19:00 Titel: |
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Raphael hat folgendes geschrieben: | ... |
Sehe ich im wesentlichen ähnlich. Eine weitere Ursache ist aber auch der Rückgang der zahlenden Mitglieder generell (Rentner, Arbeitslose werden relativ mehr).
Komplett privatisieren geht nur, wenn die Grundversorgung gesichert ist, anders als bei der Bahn. Alternative ist eine steuerfinanzierte öffentliche Grundsicherung bei gleichzeitigen rechtlichen Maßnahmen zur Begrenzung der Medikamentenkosten.
Ein weiteres Problem im Zusammenhang mit den Pharmagewinnen ist mE, daß diese Unternehmen komplett global handeln, während Staat und vor allem Bürger im nationalen Dummtaumel bleiben. Viele Gesetze zur Einschränkung der Auswüchse der Shareholdermentalität haben nur eine Chance, wenn über Landesgrenzen hinaus gleiche rechtliche Bedingungen gelten.
_________________ Was ist der Sinn des Lebens? - Keiner, aber Leere ist Fülle für den, der sie sieht.
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kolja der Typ im Maschinenraum

Anmeldungsdatum: 02.12.2004 Beiträge: 16631
Wohnort: NRW
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(#513753) Verfasst am: 02.07.2006, 19:48 Titel: |
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Was stellt ihr euch denn unter der Grundversorgung vor? Ist ein intaktes Gebiss mit im Paket?
_________________ Hard work often pays off after time, but laziness always pays off now.
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Raphael auf Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 01.02.2004 Beiträge: 8362
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(#513761) Verfasst am: 02.07.2006, 19:55 Titel: |
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kolja hat folgendes geschrieben: | Was stellt ihr euch denn unter der Grundversorgung vor? Ist ein intaktes Gebiss mit im Paket? |
In meiner privaten z.B. nicht. Dafür musste ich eine Zusatzversicherung abschließen. Aber man kann ja auch Lauchremesuppe und Pudding essen.
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step registriert
Anmeldungsdatum: 17.07.2003 Beiträge: 22782
Wohnort: Germering
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(#513780) Verfasst am: 02.07.2006, 20:07 Titel: |
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kolja hat folgendes geschrieben: | Was stellt ihr euch denn unter der Grundversorgung vor? Ist ein intaktes Gebiss mit im Paket? |
Minimal-intakt ja, man muß ja beißen können.
Schwierig wird es, wenn Leute ihre Gesundheit mutwillig, oder noch schwieriger, aus Dummheit aufs Spiel setzen. Einerseits veruntreuen sie damit Gemeinvermögen, andererseits kann man sie nicht einfach hängenlassen. Bleibt also nur Aufklärung und früh genug psychischer Druck.
_________________ Was ist der Sinn des Lebens? - Keiner, aber Leere ist Fülle für den, der sie sieht.
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Xamanoth auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 07.04.2006 Beiträge: 7962
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(#513789) Verfasst am: 02.07.2006, 20:11 Titel: |
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kolja hat folgendes geschrieben: | Was stellt ihr euch denn unter der Grundversorgung vor? Ist ein intaktes Gebiss mit im Paket? |
Definitiv alles lebensnotwendige, und zum menschenwürdigen Leben erforderliche. Außerdem die Behandlung von so genannten Volkskrankheiten, also alle, die häufig auftreten. (welche das sind, mögen Mediziner beurteilen). Bei zahnbehandlungen bin ich mir nicht ganz sicher, aber zumindest auch dort sollte eine Basisversorgung inbegriffen sein. Auswüchse wie in dem Film "Der Regenmacher" (ein Leukemiekranker stirbt, weil die Versicherung sich zu zahlen weigert) müssen natürlich ausgeschlossen sein.
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kolja der Typ im Maschinenraum

Anmeldungsdatum: 02.12.2004 Beiträge: 16631
Wohnort: NRW
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(#513797) Verfasst am: 02.07.2006, 20:19 Titel: |
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step hat folgendes geschrieben: | Einerseits veruntreuen sie damit Gemeinvermögen, andererseits kann man sie nicht einfach hängenlassen. |
Sehe ich auch so. Blödes Dilemma, aber hängenlassen geht nicht.
step hat folgendes geschrieben: | Bleibt also nur Aufklärung und früh genug psychischer Druck. |
Man könnte versuchen, die Kosten auf risikobehaftete Produkte umzulegen (Alkohol, Kippen, Süßigkeiten, Skiurlaub ...).
Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Auswüchse wie in dem Film "Der Regenmacher" (ein Leukemiekranker stirbt, weil die Versicherung sich zu zahlen weigert) müssen natürlich ausgeschlossen sein. |
Zum Glück gibt es Filme, die an das Gewissen der Juristen appelieren.
_________________ Hard work often pays off after time, but laziness always pays off now.
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Xamanoth auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 07.04.2006 Beiträge: 7962
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(#513799) Verfasst am: 02.07.2006, 20:20 Titel: |
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kolja hat folgendes geschrieben: |
Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Auswüchse wie in dem Film "Der Regenmacher" (ein Leukemiekranker stirbt, weil die Versicherung sich zu zahlen weigert) müssen natürlich ausgeschlossen sein. |
Zum Glück gibt es Filme, die an das Gewissen der Juristen appelieren.  |
Naja... die Kanzlei, die die Versicherung vertritt, ist schon irgendwie cool...
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Surata auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 29.03.2005 Beiträge: 17383
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(#513800) Verfasst am: 02.07.2006, 20:21 Titel: |
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kolja hat folgendes geschrieben: |
Man könnte versuchen, die Kosten auf risikobehaftete Produkte umzulegen (Alkohol, Kippen, Süßigkeiten, Skiurlaub ...).
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Das ist meines Wissens nach in den USA geschehen. Eine neue Steuer auf Tabak wurde von den Rauchern sogar stark befürwortet, weil sie direkt in die Krebsforschung gehen soll.
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kolja der Typ im Maschinenraum

Anmeldungsdatum: 02.12.2004 Beiträge: 16631
Wohnort: NRW
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(#513801) Verfasst am: 02.07.2006, 20:21 Titel: |
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Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Naja... die Kanzlei, die die Versicherung vertritt, ist schon irgendwie cool...  |
Falsche Antwort ...
_________________ Hard work often pays off after time, but laziness always pays off now.
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step registriert
Anmeldungsdatum: 17.07.2003 Beiträge: 22782
Wohnort: Germering
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(#513810) Verfasst am: 02.07.2006, 20:26 Titel: |
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kolja hat folgendes geschrieben: | Man könnte versuchen, die Kosten auf risikobehaftete Produkte umzulegen (Alkohol, Kippen, Süßigkeiten, Skiurlaub ...). |
Finde ich gut. Wenn die Gelder dann nicht zweckentfremdet werden ...
_________________ Was ist der Sinn des Lebens? - Keiner, aber Leere ist Fülle für den, der sie sieht.
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kolja der Typ im Maschinenraum

Anmeldungsdatum: 02.12.2004 Beiträge: 16631
Wohnort: NRW
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(#513820) Verfasst am: 02.07.2006, 20:33 Titel: |
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step hat folgendes geschrieben: | Finde ich gut. Wenn die Gelder dann nicht zweckentfremdet werden ... |
Am besten wäre, wenn diese Gesundheitsrisikoproduktbesteuerung jedes Jahr computergesteuert-vollautomatisch an die aktuellen Kosten angepasst würde ... *träum*
_________________ Hard work often pays off after time, but laziness always pays off now.
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Ralf Rudolfy Auf eigenen Wunsch deaktiviert.
Anmeldungsdatum: 11.12.2003 Beiträge: 26674
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(#513906) Verfasst am: 02.07.2006, 22:36 Titel: |
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step hat folgendes geschrieben: | kolja hat folgendes geschrieben: | Was stellt ihr euch denn unter der Grundversorgung vor? Ist ein intaktes Gebiss mit im Paket? |
Minimal-intakt ja, man muß ja beißen können.
Schwierig wird es, wenn Leute ihre Gesundheit mutwillig, oder noch schwieriger, aus Dummheit aufs Spiel setzen. Einerseits veruntreuen sie damit Gemeinvermögen, andererseits kann man sie nicht einfach hängenlassen. Bleibt also nur Aufklärung und früh genug psychischer Druck. |
Sehe ich auch so. Wenn man die Kosten eingrenzen will, muß Prävention eine große Rolle spielen. Das geht aber nur, wenn Leute, die sich der Prävention verweigern, an den Folgen entsprechend beteiligt oder sonstwie sanktioniert werden, so z.B. bei unterlassener Zahnpflege. Das sollte beispielsweise auch für Eltern gelten, die es zulassen, daß ihre Kinder zu kleinen Mastferkeln werden.
_________________ Dadurch, daß ein Volk nicht mehr die Kraft oder Willen hat, sich in der Sphäre des Politischen zu halten, verschwindet das Politische nicht aus der Welt. Es verschwindet nur ein schwaches Volk. (Carl Schmitt)
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Stefan auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 03.08.2004 Beiträge: 6217
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(#513935) Verfasst am: 02.07.2006, 23:04 Titel: |
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Auf Zigaretten und Alkohol könnte einfach beim Kauf ein Risikozuschlag erhoben werden. Aber wie sieht das bei den oft genannten Risikosportarten aus. Fallen die denn wirklich ins Gewicht?
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Sokrateer souverän
Anmeldungsdatum: 05.09.2003 Beiträge: 11649
Wohnort: Wien
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(#514058) Verfasst am: 03.07.2006, 10:20 Titel: |
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In Österreich ist jeder zumindestens bei seiner gesetzlich vorgesehenen staatlichen Pflichtversicherung versichert. Und das ist auch gut so und kein ernstzunehmender Politiker fordert eine Änderung. Aber in Deutschland wird sich diese asoziale Schnappside der privaten Krankenversicherung halten, da es mittlerweile viele Nutznießer gibt, wie man ja hier im Thread sieht.
Privat kann man sich zusätzlich versichern lassen, was im Allgemeinen aber nutzlos ist. Privatpatienten bekommen keine bessere Behandlung, obwohl viele privat Versicherte das glauben.
Subventionen für bei Kassen unbeliebten Patienten? Das ist eine weitere Auflage der ruinösen Vergesellschaftung der Verluste und Privatisierung der Gewinne. Außerdem ist letztlich jeder, der Leistungen in Anspruch nimmt, ein Dorn im Auge einer jeden Versicherung. Solche Subventionen sind ein Fass ohne Boden und neigen dazu ausgeweitet zu werden.
@Xamanoth: Wenn du für die Flat-Tax postest, dann forderst du in einem Atemzug den Subventionsabbau, so als hätte das eine irgendwas mit dem anderen zu tun. Und hier schlägst du munter Subventionen vor?
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Surata auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 29.03.2005 Beiträge: 17383
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(#514067) Verfasst am: 03.07.2006, 11:46 Titel: |
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Sokrateer hat folgendes geschrieben: | In Österreich ist jeder zumindestens bei seiner gesetzlich vorgesehenen staatlichen Pflichtversicherung versichert. Und das ist auch gut so und kein ernstzunehmender Politiker fordert eine Änderung. Aber in Deutschland wird sich diese asoziale Schnappside der privaten Krankenversicherung halten, da es mittlerweile viele Nutznießer gibt, wie man ja hier im Thread sieht.
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Wieviele öffentliche Kassen gibt es denn in Österreich?
Die privaten Kassen hier halten sich meines Wissens nach deshalb, weil sie zb. 1. eine zwar teurere, aber wirklich bessere Leistung anbieten, 2. ohne sie manche Orte keine niedergelassenen Ärzte mehr hätten (wobei sich das Problem mittlerweile besonders im Osten verschärft) und 3. für den Staat zum Beispiel bei den Beamten billiger kommt. Denn Beihilfe wird nur gezahlt, wenn sie benötigt wird.
Das Gesundheitssystem bei uns ist definitv marode und unfair. Aber das liegt nicht an der bloßen Existens von privaten Krankenkassen,
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Sokrateer souverän
Anmeldungsdatum: 05.09.2003 Beiträge: 11649
Wohnort: Wien
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(#514133) Verfasst am: 03.07.2006, 14:25 Titel: |
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Surata hat folgendes geschrieben: | Sokrateer hat folgendes geschrieben: | In Österreich ist jeder zumindestens bei seiner gesetzlich vorgesehenen staatlichen Pflichtversicherung versichert. Und das ist auch gut so und kein ernstzunehmender Politiker fordert eine Änderung. Aber in Deutschland wird sich diese asoziale Schnappside der privaten Krankenversicherung halten, da es mittlerweile viele Nutznießer gibt, wie man ja hier im Thread sieht.
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Wieviele öffentliche Kassen gibt es denn in Österreich? |
Eine ganze Menge. Pro Bundesland eine Gebietskrankenkasse für Arbeiter und Angestellte. Eine Bundesweite für Beamte, eine für Bauern und eine für Selbstständige. Dann tw. regionale für bestimmte Beamte. Die Eisenbahner haben eine Krankenkasse. Und dann gibt es noch Krankenkassen von Staatsbetrieben. Viele von den kleineren sind aber Auslaufmodelle.
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erebus wandelndes Paradoxon
Anmeldungsdatum: 14.08.2005 Beiträge: 998
Wohnort: ius talionis
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(#514685) Verfasst am: 03.07.2006, 23:37 Titel: |
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step hat folgendes geschrieben: | kolja hat folgendes geschrieben: | Man könnte versuchen, die Kosten auf risikobehaftete Produkte umzulegen (Alkohol, Kippen, Süßigkeiten, Skiurlaub ...). |
Finde ich gut. Wenn die Gelder dann nicht zweckentfremdet werden ... |
Womit wir wieder bei der Ausgangsfrage angekommen wären...
Vor allem eine heftige Besteuerung bei Alkohol würde ich sehr befürworten,
wenn sicher gestellt wäre, dass dieses Geld ausschließlich den Krankenkassen und medizinischen Einrichtungen zufließen würde.
Aber der Glaube, dass dies geschehe und die Gelder nicht zweckentfremdet würden, erscheint mir ähnlich schwachsinnig wie der Glaube an ein höheres Wesen.
Es grüßt
Erebus
PS: Nochmal zur Ausgangsfrage: Die Nahles ist doof
_________________ Es reicht bereits den physikalischen Gesetzen und den biologischen Regeln zu unterliegen.
Wir brauchen keine gesellschaftlichen Zwänge, die uns letztendlich zerbrechen.
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Ralf Rudolfy Auf eigenen Wunsch deaktiviert.
Anmeldungsdatum: 11.12.2003 Beiträge: 26674
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(#514854) Verfasst am: 04.07.2006, 07:50 Titel: |
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erebus hat folgendes geschrieben: |
Vor allem eine heftige Besteuerung bei Alkohol würde ich sehr befürworten,
wenn sicher gestellt wäre, dass dieses Geld ausschließlich den Krankenkassen und medizinischen Einrichtungen zufließen würde.
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Ich glaube nicht, daß das irgendein Problem löst, wenn nicht das ganze System gleichzeitig grundsätzlich umorganisiert wird. In das Gesundheitssystem der BRD fließt m.W. schon heute mehr Geld als in irgendeinem anderen Land. Das ganze System ist ineffizient, und es hat keinen Sinn, nur noch mehr Geld in ein ineffizientes System zu stecken.
_________________ Dadurch, daß ein Volk nicht mehr die Kraft oder Willen hat, sich in der Sphäre des Politischen zu halten, verschwindet das Politische nicht aus der Welt. Es verschwindet nur ein schwaches Volk. (Carl Schmitt)
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Sokrateer souverän
Anmeldungsdatum: 05.09.2003 Beiträge: 11649
Wohnort: Wien
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(#514864) Verfasst am: 04.07.2006, 08:45 Titel: |
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Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben: | erebus hat folgendes geschrieben: |
Vor allem eine heftige Besteuerung bei Alkohol würde ich sehr befürworten,
wenn sicher gestellt wäre, dass dieses Geld ausschließlich den Krankenkassen und medizinischen Einrichtungen zufließen würde.
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Ich glaube nicht, daß das irgendein Problem löst, wenn nicht das ganze System gleichzeitig grundsätzlich umorganisiert wird. In das Gesundheitssystem der BRD fließt m.W. schon heute mehr Geld als in irgendeinem anderen Land. Das ganze System ist ineffizient, und es hat keinen Sinn, nur noch mehr Geld in ein ineffizientes System zu stecken. |
Das ist soweit ich weiß nicht wahr. Hast du Belege dafür? Normalerweise wird das amerikanische als das teuerste System genannt.
Und Geld versickert nicht irgendwo. Irgendwas wird damit gemacht. Wenn du das System verbilligen willst, dann musst du irgendwo Löhne oder Leistungen kürzen.
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Jolesch Freund des kleineren Übels
Anmeldungsdatum: 11.07.2004 Beiträge: 7390
Wohnort: Omicron Persei VIII
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(#514866) Verfasst am: 04.07.2006, 08:51 Titel: |
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Sokrateer hat folgendes geschrieben: | Privat kann man sich zusätzlich versichern lassen, was im Allgemeinen aber nutzlos ist. Privatpatienten bekommen keine bessere Behandlung, obwohl viele privat Versicherte das glauben. |
Ja? Da habe ich meine Zweifel. Keine 5-Bettzimmer, besserer Service, mehr Pflegepersonal pro Kopf, etc.. Die medizinische Versorgung ist möglicherweise gleichwertig, aber bei Krankenhausaufenthalten (insbesondere bei längeren) sind auch andere Dinge wichtig.
Sokrateer hat folgendes geschrieben: | Und dann gibt es noch Krankenkassen von Staatsbetrieben. Viele von den kleineren sind aber Auslaufmodelle. |
Ich glaube bei uns haben sogar die Notare eine eigene Krankenkasse
_________________ Storm by Tim Minchin
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Ralf Rudolfy Auf eigenen Wunsch deaktiviert.
Anmeldungsdatum: 11.12.2003 Beiträge: 26674
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(#514897) Verfasst am: 04.07.2006, 10:46 Titel: |
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Sokrateer hat folgendes geschrieben: | Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben: | erebus hat folgendes geschrieben: |
Vor allem eine heftige Besteuerung bei Alkohol würde ich sehr befürworten,
wenn sicher gestellt wäre, dass dieses Geld ausschließlich den Krankenkassen und medizinischen Einrichtungen zufließen würde.
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Ich glaube nicht, daß das irgendein Problem löst, wenn nicht das ganze System gleichzeitig grundsätzlich umorganisiert wird. In das Gesundheitssystem der BRD fließt m.W. schon heute mehr Geld als in irgendeinem anderen Land. Das ganze System ist ineffizient, und es hat keinen Sinn, nur noch mehr Geld in ein ineffizientes System zu stecken. |
Das ist soweit ich weiß nicht wahr. Hast du Belege dafür? Normalerweise wird das amerikanische als das teuerste System genannt.
Und Geld versickert nicht irgendwo. Irgendwas wird damit gemacht. Wenn du das System verbilligen willst, dann musst du irgendwo Löhne oder Leistungen kürzen. |
Ich entnehme die Zaheln dem Titelartikel des Spiegels dieser Woche. On das so stimmt, kann ich schwerlich nachprüfen. Dennoch bestehen ja Umstände, die die Ineffizienz des Gesungeitswesens plausibel erscheinen lassen. Zum Beispiel eine mangelnde Kostenklarheit bei der Abrechnung ärztlicher Leistungen. Wozu muß eine eine Kassenärztliche Vereinigung (mit einem Heer von gutbezahlten Funktionären) geben? Warum muß die Abrechnung so kompliziert und kaum nachvollziehbar sein? Warum können Krankenkassen nicht direkt Verträge mit Ärtzten und Pharmaherstellern abschließen? Hier ist durchaus der Verdacht angebracht, daß es einfach zuviele gibt, die von diesem System sich bequem die Taschen vollmachen und daher wenig Interesse haben, daß daran etwas geändert wird.
_________________ Dadurch, daß ein Volk nicht mehr die Kraft oder Willen hat, sich in der Sphäre des Politischen zu halten, verschwindet das Politische nicht aus der Welt. Es verschwindet nur ein schwaches Volk. (Carl Schmitt)
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