Freigeisterhaus Foren-Übersicht
 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   NutzungsbedingungenNutzungsbedingungen   BenutzergruppenBenutzergruppen   LinksLinks   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

Der Würgegriff wird verstärkt
Gehe zu Seite Zurück  1, 2
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen   Drucker freundliche Ansicht    Freigeisterhaus Foren-Übersicht -> Politik und Geschichte
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Kid A
registrierter User



Anmeldungsdatum: 26.06.2005
Beiträge: 27

Beitrag(#518796) Verfasst am: 09.07.2006, 16:33    Titel: Antworten mit Zitat

Berglichter hat folgendes geschrieben:
Ich glaube Torsten versteht unter seiner "Revolution" etwas anderes als Fair Trade und regionsnahe Agrarproduktion. Leider macht er sich nur allzu gerne zum Sprachrohr eines von Neid zerfressenem Teil des deutschen Kleinbürgertums, wobei er völlig ausblendet wie schlecht es dem Großteil der Menschheit weltweit ergeht.

Wo bleibt die Weltrevolution, Torsten? Oder sind Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika deiner nicht würdig?

Sicher, wir haben das Glück, in einem Land zu Leben, das einen ausserordentlichen Reichtum besitzt. Das sollten wir zu schätzen wissen. Allerdings, auch wenn unsere sozialen Probleme im internationalen Vergleich Lappalien sind, ist das noch lange keine Rechtfertigung, dagegen nicht vorzugehen. Wenn es anderen Ländern schlecht geht, ist der erste Schritt, die Ausbeuteung dieser von unserer Seite zu stoppen und diese Ländern zu unterstützen ihre Infrastruktur, Wirtschaft, etc. aus eigener Kraft aufzubauen, dass sie auf ein gleiches wirtschaftliches Niveau kommen. Dann wird sich der Reichtum sicher nicht von alleine aufteilen, aber es wäre meiner Ansicht ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Bevor das aber möglich ist, müssen wir in unserem Land erst einmal die Vorraussetzungen dafür schaffen -sei es durch Revolution oder Evolution der Gesellschaft- denn so, wie es momentan hier Aussieht ist die Hilfe schwacher Länder von Scheinheiligkeit und Profitgier geprägt, während die Ausbeutung weiter von statten geht. Ich will nicht wissen, was für ein Anteil an Spendengeldern von "Verwaltungskosten" geschluckt werden und inwiefern sie an das Volk der hilfsbedürftigen Länder oder deren korrupte Regierungen gehen. Sind aber Sachgüter die bessere Art zu Spenden? Viele Textilhersteller in Afrika haben einen schweren Stand, da kostengünstige Spenderkleidung aus Europa ihnen den Markt zerstört. Auf solche Hilfe kann sicher verzichtet werden! Es ist also wichtig, dass sich in unserem Land etwas radikal ändert, bevor wir ausziehen können und den Rest der Welt retten.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
DerTorsten
dauerhaft gesperrt



Anmeldungsdatum: 28.10.2005
Beiträge: 2166

Beitrag(#518811) Verfasst am: 09.07.2006, 16:49    Titel: Antworten mit Zitat

Tapuak hat folgendes geschrieben:

Unglaublich, solche Spinner auch noch zu Helden zu stilisieren.


Sehr richtig. Im Land der Bismarck- und Hindenburgstraßen und der Straßen und Kasernen mit Namen von Nazioffizieren und -generälen gibts schon genug Mörder- und Mordauftragsgebernamen auf Straßenschildern. Dafür sind nach der Annexion der DDR im Zuge der allgemeinen Bilderstürmerei viele Namen von Antifaschisten verschwunden.

Nicht, daß die Opfer der RAF für die Menschheit besonders wertvoll gewesen wären, aber erstens wachsen die Köpfe der Hydra schneller nach, als man sie abschlagen kann, und zweitens liefern solche Radikalinskis der Kapitalistenpropaganda neue Munition für Antikommunismus.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Xamanoth
auf eigenen Wunsch deaktiviert



Anmeldungsdatum: 07.04.2006
Beiträge: 7962

Beitrag(#518813) Verfasst am: 09.07.2006, 16:51    Titel: Antworten mit Zitat

DerTorsten hat folgendes geschrieben:
zweitens liefern solche Radikalinskis der Kapitalistenpropaganda neue Munition für Antikommunismus.


Heute schon mal in den Spiegel geguckt?
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
DerTorsten
dauerhaft gesperrt



Anmeldungsdatum: 28.10.2005
Beiträge: 2166

Beitrag(#518823) Verfasst am: 09.07.2006, 17:02    Titel: Antworten mit Zitat

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
DerTorsten hat folgendes geschrieben:
zweitens liefern solche Radikalinskis der Kapitalistenpropaganda neue Munition für Antikommunismus.


Heute schon mal in den Spiegel geguckt?


Du solltest lernen, zwischen Informationen über den Kommunismus und antikommunistischen Lügen über ihn zu unterscheiden. Man muß das Richtige radikal tun, denn unsere Feinde sind auch absolut konsequent. Aber ein paar braune Blätter vom faulen Baum zu schießen, ist nicht radikal.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Xamanoth
auf eigenen Wunsch deaktiviert



Anmeldungsdatum: 07.04.2006
Beiträge: 7962

Beitrag(#518832) Verfasst am: 09.07.2006, 17:09    Titel: Antworten mit Zitat

DerTorsten hat folgendes geschrieben:


Du solltest lernen, zwischen Informationen über den Kommunismus und antikommunistischen Lügen über ihn zu unterscheiden. Man muß das Richtige radikal tun, denn unsere Feinde sind auch absolut konsequent. Aber ein paar braune Blätter vom faulen Baum zu schießen, ist nicht radikal.


Ich meinte etwas anderes. Ich habe in letzter Zeit einige Bücher - auch positive - über den Kommunismus gelesen.

Stellt dir vor, ich wäre auch ohne deine tollen Hinweise darauf gekommen, dass das Schwarzbuch des Kommunismus eine völlige Verzerrung der Wahrheit wiedergibt.

Wenn ich das richtig verstanden habe gibt es zwei Formen des Kommunismus: Einmal den von unten, der das Volk aufklären will, und eine absolute Demokratisierung von Gesellschaft und wirtschaft will, um so zu einer gerechten Gesellschaft zu kommen, andererseits den autoritären Kommunismus von oben, indem eine autoritäre Partei, evtl. sogar diktatorisch geführt, das Volk zu seinem Glück zwingen will.

Die Vertreter des ersten waren zum Beispiel Marx selbst, zudem Erich Fromm, rosa Luxenburg und Leo Trotzki. Die Vertreter des zweiten waren insbesondere dein verehrter Lenin, Stalin hat dieses Modell völlig pervertiert.

Die meisten verblödeten Kritiker, deren Unbildung du mit Recht ständig kritisierst, von wegen Scheißhausparolen und so, kennen nur den autoritären, schnell ins ungerechte, diktatorische abdrifftende Kommunismus von oben, den so genannten rohen Kommunismus.

Indem du dich hier als Stimme des Kommunismus gibst, und Stalin (über Lenin bin ich ja noch bereit zu diskutieren) als wahren Kommunismus darstellt, gibtst du diesen Kritikern, di glaubne, sie müssten nur auf Stalin, Mao udn Pol-Pot zeigen Wassser auf ihre antikommunistisch agierenden Mühlen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
DerTorsten
dauerhaft gesperrt



Anmeldungsdatum: 28.10.2005
Beiträge: 2166

Beitrag(#518868) Verfasst am: 09.07.2006, 18:00    Titel: Antworten mit Zitat

Xamanoth hat folgendes geschrieben:

Indem du dich hier als Stimme des Kommunismus gibst, und Stalin (über Lenin bin ich ja noch bereit zu diskutieren) als wahren Kommunismus darstellt, gibtst du diesen Kritikern, di glaubne, sie müssten nur auf Stalin, Mao udn Pol-Pot zeigen Wassser auf ihre antikommunistisch agierenden Mühlen.


Nun, da wir mal bei Stalin sind: woher hast Du Deine Informationen über IHN? Das "Schwarzbuch des Kommunismus" hast Du ja schon als antikommunistische Propaganda erkannt. Wem gehören die Verlage, aus denen Du Deine Informationen über Stalin hast?

Machen wir mal ein Denkexperiment: nehmen wir an, Stalin wäre DER fehlerfreie Kommunist gewesen (der er nicht war), der also am Stärksten die Herrschaft des Kapitals gefährdet. Würden die Kapitalistenmedien über ihn weniger oder mehr Dreck auskippen als über Leute, welche die Herrschaft weniger gefährden? Nehmen wir historische Tatsachen hinzu: während Stalins Zeit als Generalsekretär wurden den Kapitalisten, nachfolgend für Jahrzehnte, große Teile der Erde entrissen, Rohstoffe, Märkte und Produktionsstätten. Dadurch wurde in Folge ein Weltsystem geschaffen, welches die Kapitalisten auch in ihren eigenen Ländern (Musterbeispiel: BRD) zu sozialen Zugeständnissen zwang, welche sie um Abermilliarden oder Billionen Profite brachten. Sie konnten auch militärisch nicht mehr treiben, was sie wollten.

Nenne mir auch nur einen Grund, warum die Kapitalisten nicht ALLES versuchen sollten, Stalin in den Dreck zu ziehen. Und jetzt führe Dir im Verhältnis vor Augen, welchen Aufwand sie schon betreiben, um ihre Hartz-IV-Schweinereien als soziale Maßnahmen oder die Afghanistaninvasion als "humanitären Einsatz" umzulügen.

Wie gesagt, anstatt Dich aus fremden Quellen über Stalin zu informieren, solltest Du seine Denkweise anhand seiner eigenen Darlegungen kennenlernen: http://www.stalinwerke.de . Vielleicht lernst Du ihn dann verstehen.

Auch das Ausspielen von Lenin gegen Stalin ist mir nicht neu, insbesondere seitens Trotzkisten. Aber ehe Du Lenin als weniger konsequent erklärst, solltest Du auch seine Denkweise kennenlernen:

Zitat:
Lenin: Wie soll man den Wettbewerb organisieren

... Tausenderlei Formen und Methoden der praktischen Rechnungsführung und Kontrolle über die Reichen, über die Gauner und Müßiggänger müssen von den Kommunen selbst, von den kleinen Zellen in Stadt und Land ausgearbeitet und in der Praxis erprobt werden. Mannigfaltigkeit ist hier eine Bürgschaft für Lebensfähigkeit, Gewähr für die Erreichung des gemeinsamen, einheitlichen Ziels: der Säuberung der russischen Erde von allem Ungeziefer, von den Flöhen - den Gaunern, von den Wanzen - den Reichen usw. usf. An einem Ort wird man zehn Reiche, ein Dutzend Gauner, ein halbes Dutzend Arbeiter, die sich vor der Arbeit drücken (ebenso flegelhaft wie viele Setzer in Petrograd, besonders in den Parteidruckereien), ins Gefängnis stecken. An einem anderen Ort wird man sie die Klosetts reinigen lassen. An einem dritten Ort wird man ihnen nach Abbüßung ihrer Freiheitsstrafe gelbe Pässe aushändigen, damit das ganze Volk sie bis zu ihrer Besserung als schädliche Elemente überwache. An einem vierten Ort wird man einen von zehn, die sich des Parasitentums schuldig machen, auf der Stelle erschießen. An einem fünften Ort wird man eine Kombination verschiedener Mittel ersinnen und zum Beispiel durch eine bedingte Freilassung eine rasche Besserung jener Elemente unter den Reichen, den bürgerlichen Intellektuellen, den Gaunern und Rowdys erzielen, die der Besserung fähig sind. Je mannigfaltiger, desto besser, desto reicher wird die allgemeine Erfahrung sein, desto sicherer und rascher wird der Erfolg des Sozialismus sein, desto leichter wird die Praxis - denn nur die Praxis ist dazu imstande - die besten Methoden und Mittel des Kampfes herausarbeiten. ...


Bezüglich des kleinbürgerlichen Revoluzzers Trotzki solltest Du Dich nur zwei Dinge fragen: welche praktischen Erfolge haben die weltweiten unzähligen trotzkistischen Gruppen und Organisationen aufzuweisen? Und: Sind die trotzkistischen Spinnereien von Weltrevolution (im Sinne einer gleichzeitigen globalen proletarischen Revolution) und des Anarchosyndikalismus als sofort möglich Form der neuen Herrschaftsausübung realistische Mittel und Wege, den Kapitalismus zu überwinden und den Kommunismus zu erreichen? Das soll jetzt keine Aufforderung sein, Trotzkis Unsinn zu lesen - da gibts Angenehmeres, seine Zeit zu verplempern, wenn man sie unbedingt verplempern will.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Kid A
registrierter User



Anmeldungsdatum: 26.06.2005
Beiträge: 27

Beitrag(#518886) Verfasst am: 09.07.2006, 18:23    Titel: Antworten mit Zitat

DerTorsten hat folgendes geschrieben:
Würden die Kapitalistenmedien über ihn weniger oder mehr Dreck auskippen als über Leute, welche die Herrschaft weniger gefährden?

Du meinst so, wie die Stalinisten die Trotzkisten verfolgt haben?
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
DerTorsten
dauerhaft gesperrt



Anmeldungsdatum: 28.10.2005
Beiträge: 2166

Beitrag(#518893) Verfasst am: 09.07.2006, 18:41    Titel: Antworten mit Zitat

Kid A hat folgendes geschrieben:

Du meinst so, wie die Stalinisten die Trotzkisten verfolgt haben?


Laß es mich Dir schonend beibringen: "Stalinismus" ist eine reine bürgerliche Kampfparole gegen den Kommunismus. Also können keine "Stalinisten" irgendwen verfolgt haben. Sehr wohl können Kommunisten Antikommunisten bekämpfen, auch wenn die sich selbst als Kommunisten bezeichnen und vielleicht sogar sehen, wie die Anhänger des Kleinbürgers Trotzki. Wäre ja auch albern von einem Trotzkisten, zuzugeben, er sei Antikommunist.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Baldur
auf eigenen Wunsch deaktiviert



Anmeldungsdatum: 05.10.2005
Beiträge: 8326

Beitrag(#518916) Verfasst am: 09.07.2006, 19:11    Titel: Antworten mit Zitat

Tapuak hat folgendes geschrieben:
venicius hat folgendes geschrieben:
Zitat von Arbeitern aus dem Betrieb meines Vaters zu den RAF-Aktivisten: "Nach denen werden noch einmal Straßen und Plätze benannt werden."

Falls das deine Meinung wiedergibt: Sag das mal den Leuten, die von den RAF-Verbrechen direkt betroffen waren (sofern sie nicht ermordet wurden).


Wenn du sie mir vorstellst, will ich das gerne tun.

Tapuak hat folgendes geschrieben:
Unglaublich, solche Spinner auch noch zu Helden zu stilisieren. Aber Andreas Baader ist ja schließlich genau wie Che Guevara "Pop", und daran ändern auch ein paar Leichen nichts. Mit den Augen rollen


Sowas, Volkshelden so zu verunglimpfen. Unmöglich finde ich das. NeinNein
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Kid A
registrierter User



Anmeldungsdatum: 26.06.2005
Beiträge: 27

Beitrag(#518922) Verfasst am: 09.07.2006, 19:16    Titel: Antworten mit Zitat

Also wenn, dann war ja Stalin der Antikommunist. Er war ein Faschist, nicht besser als Hitler. Ich kann mich nicht auf einen Fundus von Propaganda- und Nichtpropagandaschriften, wie du. Aber wie er unter den Kommunisten aufgeräumt hat, ist ja kaum zu leugnen. Auch, wenn das ja Antikommunisten waren, die viel zu Demokratisch waren, dass sie Vertrieben und Hingerichtet werden mussten, dass die Revolution erfolgreich sein kann. Klar. :roll:
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
DerTorsten
dauerhaft gesperrt



Anmeldungsdatum: 28.10.2005
Beiträge: 2166

Beitrag(#518939) Verfasst am: 09.07.2006, 19:28    Titel: Antworten mit Zitat

Kid A hat folgendes geschrieben:
Also wenn, dann war ja Stalin der Antikommunist. Er war ein Faschist, nicht besser als Hitler. Ich kann mich nicht auf einen Fundus von Propaganda- und Nichtpropagandaschriften, wie du.


Auf was dann? Aus wessen Feder und Verlagen kommen "Deine" Informationen?

Könntest Du mir vielleicht mal mitteilen, was Du unter Kommunismus und was unter Faschismus verstehst? Vielleicht wird mir (und eventuell auch Dir) dann klar, wie Jemand Stalin als Faschisten bezeichnen und mit Hitler gleichsetzen kann.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Kid A
registrierter User



Anmeldungsdatum: 26.06.2005
Beiträge: 27

Beitrag(#518950) Verfasst am: 09.07.2006, 19:37    Titel: Antworten mit Zitat

Aus dem, was ich mir bisher zusammengelesen habe. Schulunterricht, Artikel aus diversen Magazinen und vor einiger Zeit habe ich das eine oder andere Buch gelesen, z.B. die Permanente Revolution von Trotzki, wo Stalin aber garnicht gut wegkommt.

Kommunismus ist kurz eine Gesellschaft, in der der Staat, der sich in Räten organisiert, die Wirtschaft unter Kontrolle hat, dass also das Arbeitende Volk die Entscheidungsgewalt über die Produktionsmittel hat und nicht von den Grosskapitalisten, die die Kontrolle über Produktionsmittel für allein ihren Profit ausnutzen, bestimmt wird. Da wir heute in einer Dienstleistungsgesellschaft leben, halte ich diese Vorstellung für überholt, aus dem Prinzip lässt sich aber sich noch etwas machen.

Faschismus ist eine Gesellschaft, die auf Propaganda, sowie Systematischer Auslöschung politischer Gegner basiert. Stalin ist in dem Sinne ein Linksfaschist.

Sag mir, wenn ich mich irre.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
DerTorsten
dauerhaft gesperrt



Anmeldungsdatum: 28.10.2005
Beiträge: 2166

Beitrag(#518983) Verfasst am: 09.07.2006, 20:14    Titel: Antworten mit Zitat

Kid A hat folgendes geschrieben:
Aus dem, was ich mir bisher zusammengelesen habe. Schulunterricht, Artikel aus diversen Magazinen und vor einiger Zeit habe ich das eine oder andere Buch gelesen, z.B. die Permanente Revolution von Trotzki, wo Stalin aber garnicht gut wegkommt.

Kommunismus ist kurz eine Gesellschaft, in der der Staat, der sich in Räten organisiert, die Wirtschaft unter Kontrolle hat, dass also das Arbeitende Volk die Entscheidungsgewalt über die Produktionsmittel hat und nicht von den Grosskapitalisten, die die Kontrolle über Produktionsmittel für allein ihren Profit ausnutzen, bestimmt wird. Da wir heute in einer Dienstleistungsgesellschaft leben, halte ich diese Vorstellung für überholt, aus dem Prinzip lässt sich aber sich noch etwas machen.

Faschismus ist eine Gesellschaft, die auf Propaganda, sowie Systematischer Auslöschung politischer Gegner basiert. Stalin ist in dem Sinne ein Linksfaschist.


Dachte ichs doch. Deine Informationen stammen allesamt aus Kapitalistenverlagen.

Nun, beim Kommunismus liegst Du noch einigermaßen gut im Rennen. Was aber fehlt, ist, daß für den Sozialismus nicht die Entscheidungsgewalt über die Produktionsmittel maßgeblich ist, sondern das gesellschaftliche Eigentum an ihnen, woraus sich, wie im Kapitalismus aus dem privaten Eigentum, die Entscheidungsgewalt ergibt. Daraus ergibt sich Dein Folgeirrtum, das sei in der "Dienstleistungsgesellschaft" überholt. Erstens ist die heutige Produktion wie nie zuvor durch eine konzentrierte industrielle Großproduktion gekennzeichnet. Zweitens haben auch die Produktionsmittel in "Dienstleistungsunternehmen" Eigentümer - und das sind nicht die Arbeiter. Kommunismus hat zudem noch weitere Aspekte: http://bolschewiki.net/index.php?title=Kommunismus .

Beim Faschismus liegst Du völlig daneben. Man sollte sich hier schon an Jene halten, welche den Faschismus zuerst untersuchten, z.B. Georgi Dimitroff.

Zitat:
Faschismus, m., eine sich im im­perialist. Stadium d. Kapitalismus entwickelnde Form d. Herrschaft d. Finanzkapitals, „die offene terro­ristische Diktatur der reaktionär­sten, am meisten chauvinistischen, am meisten imperialistischen Ele­mente des Finanzkapitals" (Dimi­troff); insbes. in Italien 1922—1943 d. deutsche F. von 1933—1945, d. F. in Japan, in deren Fußtapfen die amerikan. Imperialisten treten (Wilhelm Liebknechts Volks- Fremdwörterbuch 1953)


Die nationalsozialistische Ideologie ist dagegen nur die Grundlage der Verdummung der Massen, weil natürlich eine Handvoll Großkapitalisten selbst keine Terrorherrschaft errichten und ausüben kann, sondern verblödete und verhetzte Kleinbürger und Proletarier dafür braucht.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Kid A
registrierter User



Anmeldungsdatum: 26.06.2005
Beiträge: 27

Beitrag(#518998) Verfasst am: 09.07.2006, 20:31    Titel: Antworten mit Zitat

In Ordnung.
bolschewiki.net hat folgendes geschrieben:

1)die höchste Stufe der einheitlichen kommunistischen Gesellschaftsformation, gekennzeichnet durch gesellschaftliches Eigentum an gesellschaftlichen Produktionsmitteln, Aufhebung der Klassengegensätze und beendetes Absterben des Staates,

Das haben die Revolutionen unter Lenin erreicht.
bolschewiki.net hat folgendes geschrieben:

2)die revolutionäre Arbeiterbewegung,

War es anfangs, dann haben die Bolschewisten angefangen, das Land diktatorisch zu führen. Stalin wurde zum götzengleich angebetet (war das nicht auch eine Sache, die der Kommunismus abschaffen wollte). Und das Volk litt Hunger, während es sich die kommunistische Führung gut gehen liess.
bolschewiki.net hat folgendes geschrieben:

3)die wissenschaftliche Beschreibung der Verwirklichung der historischen Mission des Proletariats. (Engels: “Der Kommunismus ist die Lehre von den Bedingungen der Befreiung des Proletariats.“) oder kurz die wissenschaftliche Theorie, bestehend aus a) dem dialektischen und historischen Materialismus, b) der politischen Ökonomie des Kapitalismus und Sozialismus und c) dem wissenschaftlichen Kommunismus (eine recht unglückliche Bezeichnung) sowie

Die Proletarier haben den Zaren gegen einen Diktator getauscht.
bolschewiki.net hat folgendes geschrieben:

4)bewußt gemeinnütziges Verhalten.

Zählt dazu die Liquidierung politischer Gegner zur Stärkung der eigenen Macht?
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
DerTorsten
dauerhaft gesperrt



Anmeldungsdatum: 28.10.2005
Beiträge: 2166

Beitrag(#519013) Verfasst am: 09.07.2006, 20:43    Titel: Antworten mit Zitat

Kid A hat folgendes geschrieben:

bolschewiki.net hat folgendes geschrieben:

1)die höchste Stufe der einheitlichen kommunistischen Gesellschaftsformation, gekennzeichnet durch gesellschaftliches Eigentum an gesellschaftlichen Produktionsmitteln, Aufhebung der Klassengegensätze und beendetes Absterben des Staates,

Das haben die Revolutionen unter Lenin erreicht.


Falsch. Lies mal Lenins "Staat und Revolution". Das Absterben des Staates ist eben der wesentliche Inhalt der Sozialismus, der ersten Phase der kommunistischen Gesellschaftsformation. Zunächst ist zur Unterdrückung der Konterrevolution durchaus ein Staat notwendig, allerdings ein Staat der werktätigen Mehrheit und kein Staat der schmarotzerischen Minderheit wie der bürgerliche Staat.

Daß dieser Staat zunehmend revisionistisch verkam, ist unbestritten, sonst hätte die Konterrevolution 1989ff. nicht so breit siegen können. Diese Verzerrung kam aber nicht DURCH Stalin, sondern NACH ihm. Immerhin dauerte die Zerstörung des Sozialismus nach Stalins Tod noch 37 Jahre.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Kid A
registrierter User



Anmeldungsdatum: 26.06.2005
Beiträge: 27

Beitrag(#519018) Verfasst am: 09.07.2006, 20:50    Titel: Antworten mit Zitat

DerTorsten hat folgendes geschrieben:
Zunächst ist zur Unterdrückung der Konterrevolution durchaus ein Staat notwendig, allerdings ein Staat der werktätigen Mehrheit und kein Staat der schmarotzerischen Minderheit wie der bürgerliche Staat.

Unterdrückung der Konterrevolution heisst in dem Fall Verfolgung von Andersdenkenden. Was macht den Kommunistischen Staat da besser als den Kapitalistischen, ausser dass sich das Feld der Unterdrückten ein wenig verschiebt?
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
DerTorsten
dauerhaft gesperrt



Anmeldungsdatum: 28.10.2005
Beiträge: 2166

Beitrag(#519035) Verfasst am: 09.07.2006, 21:05    Titel: Antworten mit Zitat

Kid A hat folgendes geschrieben:

Unterdrückung der Konterrevolution heisst in dem Fall Verfolgung von Andersdenkenden. Was macht den Kommunistischen Staat da besser als den Kapitalistischen, ausser dass sich das Feld der Unterdrückten ein wenig verschiebt?


Der SOZIALISTISCHE Staat vertritt die Interessen der werktätigen Mehrheit, der kapitalistische die einer schmarotzerischen Minderheit. Die Unterdrückung richtet sich nicht gegen Andersdenkende, sondern gegen Konterrevolutionäre und andere Verbrecher.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Kid A
registrierter User



Anmeldungsdatum: 26.06.2005
Beiträge: 27

Beitrag(#519059) Verfasst am: 09.07.2006, 21:49    Titel: Antworten mit Zitat

Wer ist in dem Fall die "werkstätige Mehrheit" und wer die "schmarozende Minderheit"? Meinst du die Arbeitnehmer, die für ihre Arbeitskraft unzureichend entlohnt werden und die Arbeitgeber, die den Mehrwert der Arbeit zur persönlichen Bereicherung nutzen?
Wen siehst du als konterrevolutionär? Diejenigen, die von der Linie der Revolution (aus Sicht der Hauptrevolutionäre) abweichen oder solche, die der Revolution entgegenwirken wollen?
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Doc Extropy
dauerhaft gesperrt



Anmeldungsdatum: 07.03.2006
Beiträge: 6149

Beitrag(#519061) Verfasst am: 09.07.2006, 21:56    Titel: Antworten mit Zitat

DerTorsten hat folgendes geschrieben:
Kid A hat folgendes geschrieben:

Unterdrückung der Konterrevolution heisst in dem Fall Verfolgung von Andersdenkenden. Was macht den Kommunistischen Staat da besser als den Kapitalistischen, ausser dass sich das Feld der Unterdrückten ein wenig verschiebt?


Der SOZIALISTISCHE Staat vertritt die Interessen der werktätigen Mehrheit, der kapitalistische die einer schmarotzerischen Minderheit. Die Unterdrückung richtet sich nicht gegen Andersdenkende, sondern gegen Konterrevolutionäre und andere Verbrecher.


Ah, die werktätige Mehrheit. Alles klar:

http://de.wikipedia.org/wiki/Siebzehnter_Juni_1953

Pillepalle
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Berglichter
Highscorer



Anmeldungsdatum: 26.06.2006
Beiträge: 454

Beitrag(#519062) Verfasst am: 09.07.2006, 21:56    Titel: Antworten mit Zitat

Für Torsten gehört jeder, der nicht von reinen Kapitalerträgen leben kann, zur werkstätigen Mehrheit.
_________________
Man soll nicht Religion sagen wo man Politik meint.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
DerTorsten
dauerhaft gesperrt



Anmeldungsdatum: 28.10.2005
Beiträge: 2166

Beitrag(#519253) Verfasst am: 10.07.2006, 09:43    Titel: Antworten mit Zitat

Kid A hat folgendes geschrieben:
Wer ist in dem Fall die "werkstätige Mehrheit" und wer die "schmarozende Minderheit"? Meinst du die Arbeitnehmer, die für ihre Arbeitskraft unzureichend entlohnt werden und die Arbeitgeber, die den Mehrwert der Arbeit zur persönlichen Bereicherung nutzen?
Wen siehst du als konterrevolutionär? Diejenigen, die von der Linie der Revolution (aus Sicht der Hauptrevolutionäre) abweichen oder solche, die der Revolution entgegenwirken wollen?


Werktätige Mehrheit = Lohnarbeiter und Selbständige
schmarotzende Minderheit = Kapitalisten

Konterrevolutionär = Person, welche die Erhaltung oder Wiederherstellung der alten Gesellschaftsordnung betreibt (bzw. sich gegen die revolutionären Kräfte stellt).
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Kid A
registrierter User



Anmeldungsdatum: 26.06.2005
Beiträge: 27

Beitrag(#519651) Verfasst am: 10.07.2006, 17:43    Titel: Antworten mit Zitat

DerTorsten hat folgendes geschrieben:
Konterrevolutionär = [..](bzw. sich gegen die revolutionären Kräfte stellt).

Es könnte so ziemlich jeder angeklagt werden, sich gegen die revolutionären Kräfte zu stellen, solange er nicht voll deren Linie unterstützt. Da sind die Kommunisten aber nicht viel besser, als die Inquisition.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Berglichter
Highscorer



Anmeldungsdatum: 26.06.2006
Beiträge: 454

Beitrag(#519697) Verfasst am: 10.07.2006, 18:28    Titel: Antworten mit Zitat

DerTorsten hat folgendes geschrieben:
Konterrevolutionär = Person, welche die Erhaltung oder Wiederherstellung der alten Gesellschaftsordnung betreibt (bzw. sich gegen die revolutionären Kräfte stellt).


Ist doch schon merkwürdig, daß die werktätige Mehrheit zur Mehrheit eben doch wieder auf Seiten der Kapitalisten steht und das dann zum eigenen Nachteil? Sie müssen wohl der Meinung sein es in diesem System insgesamt besser zu treffen als wenn die Torstens dieser Welt an der Macht wären.

Aber auch hierfür hat Torsten natürlich die passende Antwort: die Mehrheit (diesen Begriff wollte er ja gerade noch gebrauchen um seine Ansprüche auf Systemwechsel und Herrschaft zu legitimieren) ist einfach dumm und muß zu ihrem Glück gezwungen werden.
_________________
Man soll nicht Religion sagen wo man Politik meint.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
DerTorsten
dauerhaft gesperrt



Anmeldungsdatum: 28.10.2005
Beiträge: 2166

Beitrag(#519772) Verfasst am: 10.07.2006, 19:49    Titel: Antworten mit Zitat

Kid A hat folgendes geschrieben:

Es könnte so ziemlich jeder angeklagt werden, sich gegen die revolutionären Kräfte zu stellen, solange er nicht voll deren Linie unterstützt.


Stimmt - leider. Auch innerhalb der Kräfte, welche den Fortschritt (tatsächlich oder angeblich) wollen, gibt es welche, die ihn objektiv verhindern. Befinden die sich in der Mehrheit, fallen ihnen die tatsächlich revolutionären Kräfte zum Opfer (siehe deutsche Novemberrevolution).

Nun gibts aber ein ganz einfaches Kriterium, die Spreu vom Weizen zu trennen: gelingt die Zerschlagung der alten Gesellschaft und die Errichtung der neuen oder nicht? Hier können die Trotzkisten, Sozialdemokraten, Kapitalismusreformierer usw. wettern, verleumden und keifen wie sie wollen: den Bolschewiki gelang nicht nur die Errichtung des Sozialismus, sondern insbesondere als Folge des Zweiten Weltkrieges auch seine Errichtung in weiteren Ländern.

Nun haben Antikommunisten verschiedenster Coleur einen neuen Trick gefunden, das zu leugnen, indem sie behaupten, das sei kein (oder kein "richtiger") Sozialismus gewesen. Dabei "vergessen" sie, daß der Kern des Sozialismus das überwiegend gesellschaftliche Eigentum an gesellschaftlichen Produktionsmitteln ist; auch wenn es sich um Formen des Sozialismus handelt, welche aufgrund mangelnder Erkenntnisse scheitern.

Fazit: Die Bolschewiki hießen so, weil sie die Mehrheit innehatten. Sie haben geschafft, den Sozialismus zu errichten und über Jahrzehnte zu entwickeln und auszubauen. Nach der revisionistischen Verfälschung dauerte es weitere Jahrzehnte, bis die Konterrevolution sich durchsetzen konnte - und zwar nicht, wie das anfangs vergeblich versucht wurde, durch eine Konterrevolution von außen, sondern von innen. Die konterrevolutionären Kräfte befanden sich insbesondere in den Reihen derer, die sich Kommunisten nannten und nennen. Wobei zumindest Erzverräter Gorbatschow in einer Rede sogar bekanntgab, daß sein Lebensziel die Zerstörung des Kommunismus war.

Anhand dieser Erfahrungen ist es noch besser möglich, Freund und Feind auseinanderzuhalten. Jede Konterrevolution ist verheerend, aber gleichzeitig von unschätzbarem Wert für die nächste Revolution.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
DerTorsten
dauerhaft gesperrt



Anmeldungsdatum: 28.10.2005
Beiträge: 2166

Beitrag(#519777) Verfasst am: 10.07.2006, 19:56    Titel: Antworten mit Zitat

Berglichter hat folgendes geschrieben:

Aber auch hierfür hat Torsten natürlich die passende Antwort: die Mehrheit (diesen Begriff wollte er ja gerade noch gebrauchen um seine Ansprüche auf Systemwechsel und Herrschaft zu legitimieren) ist einfach dumm und muß zu ihrem Glück gezwungen werden.


Falsch. Die Mehrheit muß gewonnen werden, und zwar so, daß sie die wichtigsten Grundlagen der Revolution selbst begreift. Nur eine Mehrheit kann die Minderheit zwingen. So wie die Kapitalisten sich derzeit noch die Mehrheit in Form verblödeter und verhetzter Proletarier schaffen, die, obwohl inzwischen immer heftiger von ihren Herren in den Arsch getreten, diese immer noch unterstützen oder zumindest dulden.

Brecht schrieb einmal: "Wer seine Lage erkannt hat, wie sollte der aufzuhalten sein?" Ich möchte hinzufügen: "Wer seine Lage nicht erkannt hat, wie sollte der zu bewegen sein?"

Deshalb ist unser Ziel, die Mehrheit zur Erkenntnis ihrer Lage zu befähigen - nicht zu irgendetwas zu zwingen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Tarvoc
Holy shit, 4 decades already.



Anmeldungsdatum: 01.03.2004
Beiträge: 44759

Beitrag(#520078) Verfasst am: 11.07.2006, 10:03    Titel: Antworten mit Zitat

DerTorsten hat folgendes geschrieben:
Dabei "vergessen" sie, daß der Kern des Sozialismus das überwiegend gesellschaftliche Eigentum an gesellschaftlichen Produktionsmitteln ist.

Stalinisten (Verzeihung: Marxisten-Leninisten) und ähnliche Deppen vergessen hingegen, dass der eigentliche Grund für die Errichtung des Sozialismus das Unerträglichwerden der menschlichen Entfremdung (also der Entfremdung von der eigenen Arbeit, von ihrem Produkt, von sich selbst als Arbeitendem, von den Mitmenschen und damit vom eigenen Gattungswesen und von der Natur als etwas, das nicht Produkt menschlicher Arbeit ist) im Kapitalismus ist. Dies ist jedoch ein Problem (beziehungsweise eine Reihe von Problemen), das bisher de Fakto in keinem realsozialistischem Land gelöst wurde. Ergo kann man die realsozialistischen Staaten tatsächlich als im Sinne des Marxismus gescheiterte Projekte betrachten, da sie zwar die sozialistische Kernforderung nach der Übernahme der Produktionsmittel durch die Arbeiterklasse erfüllten (obwohl auch das angezweifelt werden kann, max hatte dafür beispielsweise einige gute Argumente), jedoch aufgrund ihrer Organisationsstruktur nicht fähig waren, die Probleme, die eigentlich durch diese Kernforderung gelöst werden sollten, auch de Fakto zu lösen (und es ist klar, dass dies strukturelle Ursachen haben muss, also nicht oder nicht allein am "Egoismus der Machthaber" - und schon gar nicht am "Egoismus der Machthaber nach Stalin" - liegen kann). Die Entscheidung darüber, ob der Begriff 'Sozialismus' also auf die realsozialistischen Staaten anwendbar ist oder nicht, überlasse ich ergo jedem Einzelnen.

Ach ja: Dass ich den Inhalt meiner Postings nicht mit dir verhandeln werde, habe ich ja bereits hier dargelegt.
_________________
"Die Tradition der Unterdrückten belehrt uns darüber, daß der Ausnahmezustand, in dem wir leben, die Regel ist."
- Walter Benjamin, VIII. These zum Begriff der Geschichte
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen   Drucker freundliche Ansicht    Freigeisterhaus Foren-Übersicht -> Politik und Geschichte Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2
Seite 2 von 2

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.



Impressum & Datenschutz


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group