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Ghibli oder Disney?
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Welche 'Trickfilmfabrik' und deren Werke findet ihr besser und warum?
Ghibli, ganz klar!
38%
 38%  [ 29 ]
Nur Disney ist das einzig Wahre!
13%
 13%  [ 10 ]
Mir Bohne! Is Kinderkram/langweilig/nicht meine Welt.
48%
 48%  [ 37 ]
Stimmen insgesamt : 76

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Bravopunk
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Anmeldungsdatum: 08.03.2008
Beiträge: 25737
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Beitrag(#996372) Verfasst am: 07.05.2008, 22:03    Titel: Ghibli oder Disney? Antworten mit Zitat

Hallo.

Angeregt vom Thread 'Die besten Zeichentrickfilme' und weil mich das immer schon interessiert hat, seit ich Ghibli kenne, möchte ich diese Umfrage hier starten, um eure Meinung zu erfahren.

(Auch auf die Gefahr hin jetzt als Trickfilm-Freak verschrien zu sein. Mr. Green )

Wer mag kann die beiden Firmennamen auch als 'Euro-amerikanischen' (Disney) oder Japanischen (Ghibli) Trickfilmstil verstehen. Und allgemeiner beschreiben, was ihm besser gefällt. ... 'Die besten Zeichentrickfilme' schien mir für diese Streitfrage nur etwas zu allgemein. Ich wollte nicht OT werden, wenn ich es dort auf den Tisch gebracht hätte.

Ich fang gleich mal an:

Ich bin eindeutig Ghiblianer. Ich hab inzwischen fast alle in Deutschland erschienen Filme von denen, aber keinen einzigen (! ... bis auf 'Chicken Little'... was ich aber bitter bereut habe! Traurig ) von Disney. Der Grund dafür ist ganz einfach:

Mir gefällt diese hemmungslose Sequel-Wirtschaft bei Disney überhaupt nicht. Jeder 'Mist' (sogar Dornröschen!) wird da 'versequelt' bis zum Erbrechen, nur, so scheint es mir, weil es sich gut verkauft. Auf mich wirkt das aber immer derbe einfallslos und pädagogisch wertfrei.

Ghibli denkt sich seine Stories zwar auch nicht alle selber aus, aber sie machen dafür nicht permanent Fortsetzungen von alten Hits! (toi-toi-toi!) Auch der Tiefgang ist bei ghiblischen Machwerken oft weit größer und pädagogisch gesehen sind die meisten Filme auch empfehlenswert.

Außerdem finde ich den Zeichenstil von Disney immer sehr platt (fast schablonenhaft), die Hintergründe lahm, die Mimiken ausdrucksarm, oft unschön und generell undetailiert. ... Welch Augenweide dagegen die Ghibli-Produktionen. Selbst jene, bei denen mit dem Stil rumexperimentiert wurde sind schön anzusehen und haben gerade deshalb ihren Reiz und einen wesentlich höheren künsterlischen Wert. ... Bei Disney wird so gut wie nie vom Altbewährten abgewichen und künsterlischen Anspruch vermisse ich auch stets.

Was den Ausdruck angeht, so bekommt man direkt den Eindruck, dass das, was ein Disney-Charakter nichtmal mit dem ganzen Körper emotional darstellen kann, bei Ghibli und anderen Japanern mit einer einzigen Augenbraue verständlich gemacht wird.

Die Stories gleichen ja eh wie ein Ei dem anderen: Gut gegen Böse... Böse verliert am Ende... fertig! ... Bei Ghibli hat man aber regelmäßig das Gefühl, dass die Grenze zwischen gut und böse fließender ist und beides in einem Charakter Platz findet, was den wahren menschlichen Charakter wesentlich besser trifft. Zudem sind viele Stories von Ghibli recht banaler, alltäglicher Natur und damit näher an dem, was der Zuschauer selbst bereits erlebt hat oder kennt. Wenn auch andere sehr abgehoben und fantastisch sind und mit unserer Wirklichkeit widerrum überhaupt nichts am Hut haben. Aber auch das finde ich bei Ghibli besser und konsequenter umgesetzt als bei Disney.

Zudem finden sich bei Disney fast nur 'flat characters' und keine 'round characters' (also Charaktere, die sich über die Geschichte hin geistig wandeln und entwickeln). Bei Ghibli, so mein subjektiver Eindruck, ist es eher umgekehrt.

Aber was ist eure Meinung dazu?

Oder interessiert euch der Kram genausowenig wie Eisstockschießen?

Nur zu. Immer her mit den Meinungen... bitte.
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Kaguya-hime
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Komodo
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Beitrag(#996383) Verfasst am: 07.05.2008, 22:13    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde die Filme von Ghibli besser als die von Disney.
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Wraith
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Anmeldungsdatum: 24.06.2007
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Beitrag(#996438) Verfasst am: 07.05.2008, 22:46    Titel: Antworten mit Zitat

Komodo hat folgendes geschrieben:
Ich finde die Filme von Ghibli besser als die von Disney.

Ich auch.

Wobei Disney auch was hat, zumindest die älteren Sachen.
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Tarvoc
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Anmeldungsdatum: 01.03.2004
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Beitrag(#996572) Verfasst am: 08.05.2008, 01:14    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde, von Disney kann man sich nur Findet Nemo mehr als einmal ansehen. Okay, König der Löwen fand ich auch gar nicht so schlecht, wobei ich das Original von Shakespeare deutlich lieber mag. zwinkern Von Ghibli kenne ich offen gestanden nur Prinzessin Mononoke. Das ist in der Tat ein Film, den ich mir immer wieder ansehen kann...
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Wraith
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Anmeldungsdatum: 24.06.2007
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Beitrag(#996584) Verfasst am: 08.05.2008, 01:54    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Ich finde, von Disney kann man sich nur Findet Nemo mehr als einmal ansehen. Okay, König der Löwen fand ich auch gar nicht so schlecht, wobei ich das Original von Shakespeare deutlich lieber mag. zwinkern Von Ghibli kenne ich offen gestanden nur Prinzessin Mononoke. Das ist in der Tat ein Film, den ich mir immer wieder ansehen kann...


Was ist mit
Cinderella
Alice in Wonderland
Bambi
Schneewittchen und die sieben Zwerge
Susi und Strolch
Dumbo
Peter Pan
Pinocchio
Dornröschen
101 Dalmatiner
Die Hexe und der Zauberer
Aristocats
Robin Hood
Fantasia
Falsches Spiel mit Roger Rabbit
...?
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Tarvoc
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Wohnort: Bonn

Beitrag(#996586) Verfasst am: 08.05.2008, 02:07    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kommentiere mal nur die Filme, die ich selbst gesehen habe. Auf die anderen kann sich meine Aussage logischerweise ohnehin nicht beziehen.

Wraith hat folgendes geschrieben:
Alice in Wonderland

Stimmt, den fand ich auch ganz gut.
Wraith hat folgendes geschrieben:
Bambi

Fand ich langweilig. Aber das liegt sicher an der Generation, zu der ich gehöre. zwinkern
Wraith hat folgendes geschrieben:
Schneewittchen und die sieben Zwerge

Naja, der ist ganz nett gemacht. Aber so toll finde ich den nicht.
Wraith hat folgendes geschrieben:
Susi und Strolch

Den hab ich nur einmal gesehen, als ich noch ganz, ganz jung war. Hab' kaum Erinnerungen daran.
Wraith hat folgendes geschrieben:
101 Dalmatiner

Was den Zeichentrickfilm angeht, bin ich mir nicht einmal sicher, ob ich ihn überhaupt je gesehen habe. Falls ja, sagt das wohl einiges aus.
Die Realverfilmung mit Glenn Close fand ich aber ganz witzig. Trotzdem ist auch das m.E. kein Must-Watch.
Wraith hat folgendes geschrieben:
Die Hexe und der Zauberer

Den fand ich enttäuschend. Ich muss allerdings sagen, dass ich diesbezüglich voreingenommen bin, weil ich ihn erst ziemlich spät gesehen habe und zu dem Zeitpunkt bereits ziemlich klare eigene Vorstellungen von der Artussage hatte. Wie ich auf ihn reagiert hätte, wenn ich ihn in jüngerem Alter gesehen hätte, weiss ich also nicht.
Wraith hat folgendes geschrieben:
Robin Hood

Der war ganz okay. Für Kinder sicherlich gut. Trotzdem nicht der Renner.
Wraith hat folgendes geschrieben:
Fantasia

Stimmt, von dem mochte ich beide Teile. Und die würde ich mir auch beide nochmal anschauen.
Wraith hat folgendes geschrieben:
Falsches Spiel mit Roger Rabbit

Mir war ganz entfallen, dass der Film auch von Disney ist. Ja, der ist natürlich cool. Mr. Green
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Tarvoc
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Beiträge: 34847
Wohnort: Bonn

Beitrag(#996587) Verfasst am: 08.05.2008, 02:16    Titel: Antworten mit Zitat

Okay, Dschungelbuch, Mulan und Alladin fand ich auch ganz okay. Aber auch das sind m.E. keine Filme, die man unbedingt gesehen haben muss. Ich vermute, dass ich mich, zumindest was das Dschungelbuch angeht, mit dieser Ansicht mal wieder ziemlich unbeliebt mache. Aber egal. Meine Haupt-Kritik an Disney wäre, dass die Filme deutlich zu oft als "Familienfilme" bezeichnet und verkauft wurden und werden, obwohl es ganz klar reine Kinderfilme sind. Interessanterweise gefallen mir diejenigen Filme von Disney, die Bezeichnung "Familienfilm" eher gerecht werden, dann auch tatsächlich deutlich besser als die anderen.
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pyrrhon
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Anmeldungsdatum: 22.05.2004
Beiträge: 8765

Beitrag(#996610) Verfasst am: 08.05.2008, 07:37    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Okay, Dschungelbuch, Mulan und Alladin fand ich auch ganz okay. Aber auch das sind m.E. keine Filme, die man unbedingt gesehen haben muss. Ich vermute, dass ich mich, zumindest was das Dschungelbuch angeht, mit dieser Ansicht mal wieder ziemlich unbeliebt mache.

Wieder einmal lese man besser das Dschungelbuch als Buch...
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Bravopunk
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Anmeldungsdatum: 08.03.2008
Beiträge: 25737
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Beitrag(#996680) Verfasst am: 08.05.2008, 10:34    Titel: Antworten mit Zitat

pyrrhon hat folgendes geschrieben:
Wieder einmal lese man besser das Dschungelbuch als Buch...


Ich gebe zu, ich habe das Dschungelbuch auch nie gelesen. Aber ich habe mal eine (die?) Realverfilmung davon gesehen, und die fand ich um Welten interessanter und spannender als den Trickfilm. ... Das liegt vermutlich hauptsächlich daran, dass man gewisse brutale Szenen von Disney einfach nicht erwarten kann.

Was mich an Disney, wie gesagt, hauptsächlich stört ist die elendige Fortsetzerei, die allerdings erst in den letzten zehn Jahren aufkam. Die alten Filme, die Klassiker sind ganz in Ordnung, teils aber auch langweilig. Und die Märchenverfilmungen mit ihren Musicalambitionen eher nervig als sonst was. Auf die Spitze getrieben wurde das Prinzip der Fortsetzungen, auf eine absolut ekeleregende Art und Weise, mit dem eigentlich gut gemeinten Film 'Shrek' von Dreamworks... also ausgerechnet nicht von Disney. Der erste Teil ist ja noch ganz erträglich... witzig und ironisch im Umgang mit eben des alten Walt's ihm seine Traumfabrig. Mr. Green Aber der zweite Teil nervt schon eher und der dritte ist völlig unerträglich! Ungustiöses im Blickfeld Das Weihnachtsspecial ist einfach nur peinlich... und einen evtl. vierten Teil, von dem ich mal gehört habe, will ich nun wirklich nicht mehr sehen! nee Was eindrucksvoll zeigt, wohin dieses Fortsetzen führen kann/muss/wird.

Auch störend an Disney ist die, auf mich schmierig wirkende Vermarktung ihrer Firma. Wenn man sich etwas auf die Fahne schreibt ist das ja okay... aber der Spruch 'Zauber in einer neuen Dimension', der einen auf den Disney-DVDs begrüßt schlägt dem Fass den Boden aus! 'Zauber', 'Zauber', überall 'Zauber'! Wer einmal in Disneyland war, der weiß, dass da rein gar nix zaubert: Aus unzähligen Lautsprechern plärren diverse Schlager aus sämtlichen je erfolgreichen Disney-Filmen... möchte man noch gutherzig als 'Atmosphäre' auslegen, auch wenn es spätestens nach einer Stunde, die man dort an einem Ort zugebracht hat, tierisch nervt (was dementsprechend auch niemand tut und einen stetigen Strom in alle Richtungen verursacht). Aber wenn man sich die zwei Sekunden Zeit nimmt in den ellenlangen Warteschlangen die Beschriftung des ersehnt erstandenen Fahrgeschäfts genauer zu lesen, so bemerkt man dort, mal größer, mal kleiner, lauter Sponsorenaufdrucke. ... Ich verstehe das einerseits, weil man schließlich Kohle mit solch 'subtiler' Werbung machen kann... aber andererseits finde ich es idiotisch. Ich dachte immer Disney ist Disney und nicht Kodak oder Sony oder werweißwasnoch. ... Hat mich wirklich arg enttäuscht, dieser 'Zauber'.

Daher hoffe ich auch, dass es niemals ein 'Ghibli'-Land geben wird. Denn ich möchte nun wirklich nicht an einem Typen im Totoro-Kostüm vorbei müssen... ich wüsste ja auch gar nicht für welche Seite ich mich entscheiden müsste. (Info: Totoro ist ein ziemlich fetter, riesiger Baumgeist.)

@ wraith:

Ich gebe zu, dass Disney auch seine Höhepunkte hatte. Aber die Filme, die in jüngerer Zeit entstanden sind ihren Ahnen einfach nur unwürdig! ... Und ich schließe mich Tarvoc an, wenn er sagt, dass die Klassiker eher was für Kinder sind. Sicherlich ganz akzeptabel schön anzusehen, von der Technik in ihrer Zeit oft revolutionär, doch kaum etwas, das wirklich zum Denken anregt. Selbst eine Katharsis bleibt einem oft verwehrt. Und das fehlt mir.

So z. B. in 'Die Hexe und der Zauberer'... das der Bengel am Ende König wurde war irgendwie eh klar... die nicht zeitgemäße Kleidung von Merlin und seine zukunftsweisenden Anspielungen ist der typische Running Gag, den Disney scheinbar nötig hat. So wie der Waschbär und der Kolibri in 'Pocahontas', die Krabbe Sebastian in 'Arielle', dieser tölpelhafte Zwerg in 'Schneewittchen', die Wasserspeier in 'Der Glöckner von Notre Dame', etc.pp. Das ist alles nicht um irgendeine Erkenntnis zu verbreiten oder einen Denkanstoß zu geben, sondern nur, um die Kinder zum Lachen zu bringen... nobles Ziel... sicher. Aber doch irgendwie sehr vorhersehbar und monoton... und selbst für Kinder irgendwann nur noch langweilig.

Ein guter Film, gleich welchen Genres (bis auf Porno vielleicht Mit den Augen rollen ) muss die Menschen, und zwar alle Menschen, die alt genug sind ihn zu sehen, zum Denken anregen. Ganz speziell sogar die Kinder. Wenn dort immer wieder wiederholt wird, wie wichtig Freundschaft ist, lernt ein Kind es nicht so gut, wie wenn es sich eigene Gedanken über die Freunschaft macht. ... Und dieses 'vorkauen' von Werten und Konventionen geht mir in den neueren Disney-Werken (die nervigerweise ja schon vor der Veröffentlichung 'Meisterwerke' sind) zu sehr gegen den Strich und anders findet es sich auch in den Klassikern kaum.

Das Märchenfilme für Kinder sind und eben, nach Möglichkeit, nur das widergeben, was die Gebrüder Grimm o. a. vorgelegt haben, halte ich dagegen nicht für kritikwürdig.

(Jetze is mein Post schon so blöde lang geworden. Das ist wahrscheinlich nicht diskussionsförderlich, daher höre ich jetzt ohne weitere Ankündigung auf. Sehr glücklich )
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Tarvoc
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Beitrag(#996726) Verfasst am: 08.05.2008, 11:39    Titel: Antworten mit Zitat

Bravopunk hat folgendes geschrieben:
Das Märchenfilme für Kinder sind und eben, nach Möglichkeit, nur das widergeben, was die Gebrüder Grimm o. a. vorgelegt haben, halte ich dagegen nicht für kritikwürdig.

Ich muss vehement widersprechen. Märchenfilme können sehr wohl auch so gemacht werden, dass sie [auch] für Erwachsene geeignet sind.
Ein Beispiel dafür wäre etwa Michael Cohns m.E. sehr gute Schneewittchen-Verfilmung mit Sigourney Weaver und Sam Neill von 1997.
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Beitrag(#996814) Verfasst am: 08.05.2008, 13:02    Titel: Antworten mit Zitat

Ich mag beide.
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Wraith
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Beiträge: 3189
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Beitrag(#996830) Verfasst am: 08.05.2008, 13:16    Titel: Antworten mit Zitat

Bravopunk hat folgendes geschrieben:
pyrrhon hat folgendes geschrieben:
Wieder einmal lese man besser das Dschungelbuch als Buch...


Ich gebe zu, ich habe das Dschungelbuch auch nie gelesen. Aber ich habe mal eine (die?) Realverfilmung davon gesehen, und die fand ich um Welten interessanter und spannender als den Trickfilm. ... Das liegt vermutlich hauptsächlich daran, dass man gewisse brutale Szenen von Disney einfach nicht erwarten kann.

Was mich an Disney, wie gesagt, hauptsächlich stört ist die elendige Fortsetzerei, die allerdings erst in den letzten zehn Jahren aufkam. Die alten Filme, die Klassiker sind ganz in Ordnung, teils aber auch langweilig. Und die Märchenverfilmungen mit ihren Musicalambitionen eher nervig als sonst was. Auf die Spitze getrieben wurde das Prinzip der Fortsetzungen, auf eine absolut ekeleregende Art und Weise, mit dem eigentlich gut gemeinten Film 'Shrek' von Dreamworks... also ausgerechnet nicht von Disney. Der erste Teil ist ja noch ganz erträglich... witzig und ironisch im Umgang mit eben des alten Walt's ihm seine Traumfabrig. Mr. Green Aber der zweite Teil nervt schon eher und der dritte ist völlig unerträglich! Ungustiöses im Blickfeld Das Weihnachtsspecial ist einfach nur peinlich... und einen evtl. vierten Teil, von dem ich mal gehört habe, will ich nun wirklich nicht mehr sehen! nee Was eindrucksvoll zeigt, wohin dieses Fortsetzen führen kann/muss/wird.

Auch störend an Disney ist die, auf mich schmierig wirkende Vermarktung ihrer Firma. Wenn man sich etwas auf die Fahne schreibt ist das ja okay... aber der Spruch 'Zauber in einer neuen Dimension', der einen auf den Disney-DVDs begrüßt schlägt dem Fass den Boden aus! 'Zauber', 'Zauber', überall 'Zauber'! Wer einmal in Disneyland war, der weiß, dass da rein gar nix zaubert: Aus unzähligen Lautsprechern plärren diverse Schlager aus sämtlichen je erfolgreichen Disney-Filmen... möchte man noch gutherzig als 'Atmosphäre' auslegen, auch wenn es spätestens nach einer Stunde, die man dort an einem Ort zugebracht hat, tierisch nervt (was dementsprechend auch niemand tut und einen stetigen Strom in alle Richtungen verursacht). Aber wenn man sich die zwei Sekunden Zeit nimmt in den ellenlangen Warteschlangen die Beschriftung des ersehnt erstandenen Fahrgeschäfts genauer zu lesen, so bemerkt man dort, mal größer, mal kleiner, lauter Sponsorenaufdrucke. ... Ich verstehe das einerseits, weil man schließlich Kohle mit solch 'subtiler' Werbung machen kann... aber andererseits finde ich es idiotisch. Ich dachte immer Disney ist Disney und nicht Kodak oder Sony oder werweißwasnoch. ... Hat mich wirklich arg enttäuscht, dieser 'Zauber'.

Daher hoffe ich auch, dass es niemals ein 'Ghibli'-Land geben wird. Denn ich möchte nun wirklich nicht an einem Typen im Totoro-Kostüm vorbei müssen... ich wüsste ja auch gar nicht für welche Seite ich mich entscheiden müsste. (Info: Totoro ist ein ziemlich fetter, riesiger Baumgeist.)

@ wraith:

Ich gebe zu, dass Disney auch seine Höhepunkte hatte. Aber die Filme, die in jüngerer Zeit entstanden sind ihren Ahnen einfach nur unwürdig! ... Und ich schließe mich Tarvoc an, wenn er sagt, dass die Klassiker eher was für Kinder sind. Sicherlich ganz akzeptabel schön anzusehen, von der Technik in ihrer Zeit oft revolutionär, doch kaum etwas, das wirklich zum Denken anregt. Selbst eine Katharsis bleibt einem oft verwehrt. Und das fehlt mir.

So z. B. in 'Die Hexe und der Zauberer'... das der Bengel am Ende König wurde war irgendwie eh klar... die nicht zeitgemäße Kleidung von Merlin und seine zukunftsweisenden Anspielungen ist der typische Running Gag, den Disney scheinbar nötig hat. So wie der Waschbär und der Kolibri in 'Pocahontas', die Krabbe Sebastian in 'Arielle', dieser tölpelhafte Zwerg in 'Schneewittchen', die Wasserspeier in 'Der Glöckner von Notre Dame', etc.pp. Das ist alles nicht um irgendeine Erkenntnis zu verbreiten oder einen Denkanstoß zu geben, sondern nur, um die Kinder zum Lachen zu bringen... nobles Ziel... sicher. Aber doch irgendwie sehr vorhersehbar und monoton... und selbst für Kinder irgendwann nur noch langweilig.

Ein guter Film, gleich welchen Genres (bis auf Porno vielleicht Mit den Augen rollen ) muss die Menschen, und zwar alle Menschen, die alt genug sind ihn zu sehen, zum Denken anregen. Ganz speziell sogar die Kinder. Wenn dort immer wieder wiederholt wird, wie wichtig Freundschaft ist, lernt ein Kind es nicht so gut, wie wenn es sich eigene Gedanken über die Freunschaft macht. ... Und dieses 'vorkauen' von Werten und Konventionen geht mir in den neueren Disney-Werken (die nervigerweise ja schon vor der Veröffentlichung 'Meisterwerke' sind) zu sehr gegen den Strich und anders findet es sich auch in den Klassikern kaum.

Das Märchenfilme für Kinder sind und eben, nach Möglichkeit, nur das widergeben, was die Gebrüder Grimm o. a. vorgelegt haben, halte ich dagegen nicht für kritikwürdig.

(Jetze is mein Post schon so blöde lang geworden. Das ist wahrscheinlich nicht diskussionsförderlich, daher höre ich jetzt ohne weitere Ankündigung auf. Sehr glücklich )


Ich stimme dir voll und ganz zu! Ich stelle Ghibli auch mindestens zwei Stufen über Disney.
Ich wollte nur dem Eindruck entgegenwirken alle Disneyfilme, speziell die älteren, seien irgendwie furchtbar mies.
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Bravopunk
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Anmeldungsdatum: 08.03.2008
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Beitrag(#996858) Verfasst am: 08.05.2008, 13:34    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Märchenfilme können sehr wohl auch so gemacht werden, dass sie [auch] für Erwachsene geeignet sind.


Stimmt vollkommen... aber nicht von Disney. Die produzieren eben leider nur für Kinder... oder besser: Sie produzieren das, was sie für kindgerecht halten.

Verlegen

Ich gebe zu:

Zitat:
Das Märchenfilme für Kinder sind und eben, nach Möglichkeit, nur das widergeben, was die Gebrüder Grimm o. a. vorgelegt haben, halte ich dagegen nicht für kritikwürdig.


war irgendwie übers Ziel hinaus. Deprimiert Pardon.

Ich denke man muss da differenzieren: Wenn die bei Disney Märchenfilme seit jeher nur oder vor allem für Kinder produzieren, dann gehen sie vermutlich der falschen Annahmen nach, dass dies ihr Auftrag, ihre Bestimmung ist, der sie sich inzwischen, gegenüber ihren Fans und jenen, die es nicht mehr anders gewöhnt sind, schuldig fühlen nachzugehen. (Oder von der sie aus intellektuellen Gründen unfähig sind abzuweichen. Oder deren Stil sie sich angwöhnt haben, um eine Bedarfslücke beim Publikum zu schließen.) Was die fehlende Flexibilität und Experimentierfreude erklären würde. ... Disney sieht sich also vielleicht gar als Kindesmoralbildungsinstanz wie hierzulander der Duden für die Rechtschreibung. ... Hierzu verhilft ihnen ihre monopolartige Stellung in Amerika und Europa, die die Japaner nur langsam aufweichen konnten, um uns zu zeigen, dass es auch anders geht. Ohne Singsang, 'Running Gag'-Charakteren und seichtem Gefühlsleben. Mit Tiefgang, Selbstidentifikationsproblemen und der alles beherrschenden Frage 'Warum?'. ... In den japanischen Märchenverfilmungen geht es weniger darum, ob die Prinzessin am Ende auch wirklich den Prinzen kriegt (beide kommen dabei generell eher selten vor, es handelt sich dabei meist um das Mädchen von nebenan... ein 'Mauerblümchen' oder dergleichen und einen Zauberer/Gefährten/Draufgänger o. ä.) und sie glücklich bis ans Ende aller Tage werden, sondern vielmehr um die Selbstfindung der Hauptperson... oft noch verbunden mit der Frage ob, wen und warum er/sie liebt.

Es geht also um philosophische/moralische/psychologische/emotionale Fragen, die tiefer schürfen als Disney sich je trauen würde. ... Dinge, die, wie sie meinen, von Kindern nicht verstanden werden. Deshalb also dieses 'kindgerechte' Erscheinungsbild.

Es gibt natürlich auch immer mal wieder Märchen, die aus der Rolle fallen (z.B. 'Peter Pan') und die dann weniger kitschig als die Prinz-Prinzessin-Sache sind. Aber ansonsten ist Disney stehts bemüht das Schema einzuhalten, so sehr man so manche Verfilmung lieber anders sehen würde.

Sie verfilmen also, nach eigener Bestimmung, eigener Ansicht eine Geschichte so, dass sie nur noch für Kinder geeignet ist. ... Ich bin mit dem ursprünglichen Sinn von Märchen nicht sehr vertraut. Aber ich glaube dass sie eben nicht nur für die Kindeserziehung gedacht waren, sondern auch für die der erwachsenen Bevölkerung... und zur Unterhaltung. ... Aus manchem Meerchen kann ein Kind auch gar nichts lernen: 'Der Wolf und die sieben Geißlein' Auf den ersten Blick will uns diese Geschichte sagen, vertraut keinem Fremden und lasst niemanden rein, wenn ihr allein zu Hause seid, stimmts!? ... Stimmt nicht! Der Wolf wendet Tricks an, die die Geißlein, aus ihrer Position heraus niemals hätten als Tricks erkennen können. Sie hätten vielleicht vorsichtig sein können, nachdem sie ihn bereits zuvor entlarvt hatten. Aber aus ihrer Sicht sah es zum Schluss so aus, als wäre wirklich ihre Mutter zurückgekommen. Es bestand kein wirklicher Grund für die Annahme, es würde sich erneut um den Wolf handeln. Die Beweiskette, die Indizien ließen einen solchen Schluss nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit zu. ... Soll man daraus also eher lernen skeptisch zu sein? Soll man daraus lernen seiner eigenen Mutter nicht zu vertrauen? ... Mir bleibt der Sinn dahinter ehrlich gesagt verschlossen. Daher sind manche Märchen also wohl gar nicht zum belehren von Kindern geeignet, schlussfolgere ich nun. Sie wären höchstens als Unterhaltung wirksam, aber, wie ich bereits vorhin schrieb, ist das eine plumpe und oberflächliche, kurzweilige Betrachtungsweise, die nicht zum Denken anregt.

Das Disney die Märchen also nur so verfilmt wie sie es tun ist lediglich eine Fehlinterpretation ihrerseits. ... Sie könnten genausogut versuchen 'SAW' kindgerecht zu verfilmen. zynisches Grinsen

Diese Tatsache hingegen, muss ich dir zustimmen, ist also durchaus kritikwürdig. ... Sorry für mein überstürztes Urteil. Verlegen
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Beitrag(#996874) Verfasst am: 08.05.2008, 13:50    Titel: Antworten mit Zitat

Wraith hat folgendes geschrieben:
Ich wollte nur dem Eindruck entgegenwirken alle Disneyfilme, speziell die älteren, seien irgendwie furchtbar mies.


Mit Recht. Das sind sie nicht. Sie haben einen gewissen Qualitäts- und Kultanspruch, den ich ihnen nicht versagen will. Wenn auch ihr Stil nicht der meinige ist. Gerade die älteren Filme, die lange bevor es Ghibli überhaupt gab, entstanden, mit den modernen und herrlich gezeichneten Ghibliwerken zu vergleichen, wäre wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Daher sollte man sie nicht mit Missachtung strafen.

Die neueren sind dafür umso mieser. Ich denke da natürlich recht pauschal nur an 'Chicken Little', der mich wirklich maßlos enttäuscht hat. ... Selbst wenn das Hühnchen einem am Anfang nicht gleich sagen würde, dass dieser Tag, als er die Glocke läutete, ein schlechter Tag war, konnte man allein an der Art wie er es tat und auch an seinem persönlichen Erscheinungsbild ablesen, dass es ein Fehler ist, was er da tut und das die ganze Stadt über ihn herziehen und ihm künftig nichts mehr glauben würde. ... Es war also so extrem vorhersehbar, was passieren würde, dass man den ganzen Film dazu nicht gebraucht hätte. Die Botschaft ist auch matt und öde und dass es sich bei dem Mysterium um Außerirdische mit rheinländischem Akzent handelt... ist so banal, dass man genausogut hätte erzählen können, er hätte wirklich nur geträumt, dass ihm der Himmel auf den Kopf fiel! ... Nachdem ich den Trailer gesehen hatte, dachte ich eigentlich es würde sich um irgendein größeres Mysterium... vielleicht sogar um eine riesige Verschwörung... die Wahrheit, dass die ganze Welt in Wirklichkeit gar nicht existiert und nur ein Trick ist, handeln. ... Aber derart viel Tiefe zu erwarten war, wie ich erfahren musste einfach nur zuviel verlangt. ... Kurzum: Ein absoluter Reinfall, für den man wirklich, wie im Trailer gesagt, keinen Film hätte produzieren müssen. Nicht erst seitdem... doch seither noch viel mehr, halte ich Disney für... ich sag mal HÖCHSTENS Mittelmaß, was Story und Trick angeht.

Sie haben im Laufe der Zeit also einen riesen Haufen an Stil und Klasse verloren. Wie ich vermute nur deshalb, weil sie sich nicht weiterentwickelt haben.

Gruß

Bravopunk
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Beitrag(#996881) Verfasst am: 08.05.2008, 13:54    Titel: Antworten mit Zitat

Surata hat folgendes geschrieben:
Ich mag beide.


Verlegen Asche auf mein Haupt. Die Antwortmöglichkeit hatte ich leider vergessen.

Ich ging davon aus, dass die beiden Trickfabriken derart polarisieren würden, dass dies nicht nötig wäre... daher hatte ich auch nicht dran gedacht.

Tschuldige. Deprimiert
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Beitrag(#997026) Verfasst am: 08.05.2008, 16:24    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Ich finde, von Disney kann man sich nur Findet Nemo mehr als einmal ansehen.
Die Filme von Pixar würde ich nicht in eine Reihe mit den von Disney Produzierten Filmen stellen, da Disney hier vor allem nur Publisher ist.
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Tarvoc
Combie



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Beitrag(#997385) Verfasst am: 09.05.2008, 00:25    Titel: Antworten mit Zitat

Komodo hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Ich finde, von Disney kann man sich nur Findet Nemo mehr als einmal ansehen.
Die Filme von Pixar würde ich nicht in eine Reihe mit den von Disney Produzierten Filmen stellen, da Disney hier vor allem nur Publisher ist.

Stimmt. Zumal ich, was die Pixar-Filme angeht, Ratatouille vergessen hatte. Den finde ich auch nett. Sehr glücklich
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Ahriman
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Beitrag(#998014) Verfasst am: 10.05.2008, 00:29    Titel: Antworten mit Zitat

Heute Ghibli. Die alten Disney-Filme sind nicht zu übertreffen, einsame Spitze ist "Fantasia". Oder die "Parade der rosa Elefanten" in "Dumbo". Aber was die dann später machten war Murks und Pfusch.
Mein liebster Disneyfilm ist Peter Pan. Der traf auf mich gerade zu einer Zeit, da ich unwiderruflich erwachsen werden mußte und hat darum enorm gewirkt. Damals war der "Peter Pan" im deutschen Sprachraum vollkommen unbekannt.
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DieNeueMitte
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Beitrag(#998953) Verfasst am: 12.05.2008, 14:12    Titel: Antworten mit Zitat

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rk72
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Beitrag(#998987) Verfasst am: 12.05.2008, 15:43    Titel: Antworten mit Zitat

Also mich interessieren Disney Filme nicht unbedingt, wahrscheinlich bin ich schon zu alt, aber japanische Trickfilme haben mich nicht mal interessiert als mich Trickfilme noch interessiert. Ich weiß, auch Disney hat gespart und die drei Finger (plus Daumen) bei Zeichentrickfiguren gehen auf Disney zurück, aber der Rest stimmte zumindest. Bei japanischen Trickfilmen wird dagegen gespart bis geht nicht mehr die Figuren bleiben regungslos und nur der Mund bewegt sich, gelegentlich zwinken vielleicht noch die Augen. Man schaft es doch tatsächlich mit einer gezeichneten Figur drei bis fünf Sekunden Film zu füllen, wenn die Figur nur spricht. Weiterhin wird mit der Bewegung gepfuscht in dem man nur eine Zeichnung zeichnet und die Kamera über die Zeichnung bewegt. Wieder kann man 1 bis 3 Sekunden mit nur einer Zeichnung überwinden. Wenn man sich so ein Film betrachtet, dann merkt man, daß von einem 30 Minuten Film nur 10 Minuten tatsächlich Trickfilm sind, die restlichen 20 Minuten sind Kamerafahrten über eine Zeichnung die Bewegung vortäuschen oder Sprachszenen bei dem sich nur der Mund bewegt und die Figuren unbewegt sind. Und die 10 Minuten sind wahrscheinlich noch hoch geschätzt. Wahrscheinlich werden noch weniger Minuten gezeichnet.

Disney dagegen zeichnet seine Figuren komplett. Selbst beim sprechen bewegen die sich. Deshalb kosten die Filme von Disney auch mehr.

Nun zu den Geschichten. Klar, Disney zielt eigentlich auf die Kleinsten ab, Ghibli zwar hier und da auch, sonst aber viel auf Jugentliche. Somit ist es Unsinn Disney und Ghibli zu vergleichen, denn man vergleicht eher Kinder mit Filmen für Jugendliche.
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Wraith
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Beitrag(#998992) Verfasst am: 12.05.2008, 15:57    Titel: Antworten mit Zitat

rk72 hat folgendes geschrieben:
Also mich interessieren Disney Filme nicht unbedingt, wahrscheinlich bin ich schon zu alt, aber japanische Trickfilme haben mich nicht mal interessiert als mich Trickfilme noch interessiert. Ich weiß, auch Disney hat gespart und die drei Finger (plus Daumen) bei Zeichentrickfiguren gehen auf Disney zurück, aber der Rest stimmte zumindest. Bei japanischen Trickfilmen wird dagegen gespart bis geht nicht mehr die Figuren bleiben regungslos und nur der Mund bewegt sich, gelegentlich zwinken vielleicht noch die Augen. Man schaft es doch tatsächlich mit einer gezeichneten Figur drei bis fünf Sekunden Film zu füllen, wenn die Figur nur spricht. Weiterhin wird mit der Bewegung gepfuscht in dem man nur eine Zeichnung zeichnet und die Kamera über die Zeichnung bewegt. Wieder kann man 1 bis 3 Sekunden mit nur einer Zeichnung überwinden. Wenn man sich so ein Film betrachtet, dann merkt man, daß von einem 30 Minuten Film nur 10 Minuten tatsächlich Trickfilm sind, die restlichen 20 Minuten sind Kamerafahrten über eine Zeichnung die Bewegung vortäuschen oder Sprachszenen bei dem sich nur der Mund bewegt und die Figuren unbewegt sind. Und die 10 Minuten sind wahrscheinlich noch hoch geschätzt. Wahrscheinlich werden noch weniger Minuten gezeichnet.

Disney dagegen zeichnet seine Figuren komplett. Selbst beim sprechen bewegen die sich. Deshalb kosten die Filme von Disney auch mehr.

Nun zu den Geschichten. Klar, Disney zielt eigentlich auf die Kleinsten ab, Ghibli zwar hier und da auch, sonst aber viel auf Jugentliche. Somit ist es Unsinn Disney und Ghibli zu vergleichen, denn man vergleicht eher Kinder mit Filmen für Jugendliche.

Du hast sehr offensichtlich noch nie einen Film von Ghibli gesehen, oder irgendetwas, das auch nur in die Nähe kommt.
Dein Kommentar ist ungefähr auf dem Niveau "Deutsche Schauspieler sind alle so furchtbar schlecht, ich hab da mal diese Sendung GZSZ gesehen.".
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rk72
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Beitrag(#999007) Verfasst am: 12.05.2008, 16:42    Titel: Antworten mit Zitat

Wraith hat folgendes geschrieben:
Du hast sehr offensichtlich noch nie einen Film von Ghibli gesehen, oder irgendetwas, das auch nur in die Nähe kommt.
Dein Kommentar ist ungefähr auf dem Niveau "Deutsche Schauspieler sind alle so furchtbar schlecht, ich hab da mal diese Sendung GZSZ gesehen.".


Ich gebe zu, daß ich zuerst mit dem Namen Ghibli nichts anzufangen wußte. Ich habe mich informiert und hab zuerst festgestellt, daß es ein japanisches Zeichentrickfilmstudio ist. Nun, was ich von japanischen Zeichentrickfilmen halte habe ich ja geschrieben. Aber man sollte nicht alles über einen Kamm scheren, also informierte ich mich über die Filme von Ghibli und stellte fest, daß es genau die Filme sind die ich meinte. Du hast Recht, ich hab keinen Film von denen gesehen, dann ich hab keinen Film komplett gesehen, aber ich kenne zumindest Teile der Filme und kann sie somit beurteilen. Ich sage nicht, daß die Geschichten schlecht sind, aber die Art der Zeichentrickfilme gefällt mir nicht. Sie ist mir zu einfach. Wer sich damit begnügt ein einziges Bild zu sehen über das sich die Kamera 5 Sekunden lang hin und her bewegt, der soll damit glücklich sein. Wenn sie euch gefallen, dann bitte sehr. Hamburger sind auch einfach und werden von vielen gemocht.
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Surata
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Beitrag(#999011) Verfasst am: 12.05.2008, 16:50    Titel: Antworten mit Zitat

rk72 hat folgendes geschrieben:
Wer sich damit begnügt ein einziges Bild zu sehen über das sich die Kamera 5 Sekunden lang hin und her bewegt, der soll damit glücklich sein. Wenn sie euch gefallen, dann bitte sehr. Hamburger sind auch einfach und werden von vielen gemocht.


Das ist ein gewisser japanischer Minimalismus, der sich generell in vielen Filmen und Kunst allgemein finden lässt und praktischerweise auch billig ist (gibt natürlich aber auch anderes).

Allerdings findest du gerade auch bei japanischen Zeichentricksachen Bewegungsabläufe und Details, die du bei vielen Disneyfilmen so nicht finden würdest.

Ghibli selbst macht zumindest bei Charakteren m.W.n. auch heute noch keinen Gebrauch von Computern.

Ghibli hat beim Charadesign immer schon einen eher einfachen Stil gehabt und verteidigt den auch heute noch. Dafür hat Disney die parallelen Augen. Mei.


Ist halt alles nicht jedermanns Sache.
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Wraith
diskordianischer Papst



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Wohnort: Regensburg

Beitrag(#999015) Verfasst am: 12.05.2008, 16:54    Titel: Antworten mit Zitat

rk72 hat folgendes geschrieben:
Wraith hat folgendes geschrieben:
Du hast sehr offensichtlich noch nie einen Film von Ghibli gesehen, oder irgendetwas, das auch nur in die Nähe kommt.
Dein Kommentar ist ungefähr auf dem Niveau "Deutsche Schauspieler sind alle so furchtbar schlecht, ich hab da mal diese Sendung GZSZ gesehen.".


Ich gebe zu, daß ich zuerst mit dem Namen Ghibli nichts anzufangen wußte. Ich habe mich informiert und hab zuerst festgestellt, daß es ein japanisches Zeichentrickfilmstudio ist. Nun, was ich von japanischen Zeichentrickfilmen halte habe ich ja geschrieben. Aber man sollte nicht alles über einen Kamm scheren, also informierte ich mich über die Filme von Ghibli und stellte fest, daß es genau die Filme sind die ich meinte. Du hast Recht, ich hab keinen Film von denen gesehen, dann ich hab keinen Film komplett gesehen, aber ich kenne zumindest Teile der Filme und kann sie somit beurteilen. Ich sage nicht, daß die Geschichten schlecht sind, aber die Art der Zeichentrickfilme gefällt mir nicht. Sie ist mir zu einfach. Wer sich damit begnügt ein einziges Bild zu sehen über das sich die Kamera 5 Sekunden lang hin und her bewegt, der soll damit glücklich sein. Wenn sie euch gefallen, dann bitte sehr. Hamburger sind auch einfach und werden von vielen gemocht.

Das klingt ja ganz anders. Das eine Mal hast du dem Studio Inkompetenz vorgeworfen, jetzt gefällt es dir einfach nicht. Das kann ich verstehen, mir gefallen auch viele Dinge nicht, die anderen gefallen, aber deshalb bezeichne ich sie noch lange nicht als schlecht gemacht.
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rk72
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Beitrag(#999022) Verfasst am: 12.05.2008, 17:25    Titel: Antworten mit Zitat

Wraith hat folgendes geschrieben:
Das klingt ja ganz anders. Das eine Mal hast du dem Studio Inkompetenz vorgeworfen, jetzt gefällt es dir einfach nicht. Das kann ich verstehen, mir gefallen auch viele Dinge nicht, die anderen gefallen, aber deshalb bezeichne ich sie noch lange nicht als schlecht gemacht.


Das erste und das zweite Mal habe ich das gleiche geschrieben. Ich weiß nicht wo du da Widersprüche siehst? Außerdem habe ich nirgendwo irgendwem Inkompetenz vorgeworfen, nur den Stil kritisiert, den Surata so nett als den japanischer Minimalismus bezeichnet.
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Komodo
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Beitrag(#999056) Verfasst am: 12.05.2008, 18:28    Titel: Antworten mit Zitat

Eigentlich hast du nicht den Stil kritisiert, sondern die Animationsqualität. Dir war nur nicht klar, dass die von dir kritisierten Einsparungen auch Stilmittel sind, und daher kein grundsätzliches Kriterium für die Animationsqualität darstellen, womit deine Kritik haltlos ist.
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rk72
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Beitrag(#999060) Verfasst am: 12.05.2008, 18:37    Titel: Antworten mit Zitat

Komodo hat folgendes geschrieben:
Dir war nur nicht klar, dass die von dir kritisierten Einsparungen auch Stilmittel sind,


Doch, das war mir schon klar. So unwissend bin ich nun auch wieder nicht. Natürlich kann man diese Art der Kosteneinsparung auch als Stilmittel bezeichnen, ist aber nicht so. Der eigentliche Sinn dahinter war und ist es billig zu machen. Wenn diese billige Art ihre Fans findet, so habe ich nichts dagegen. Wie ich schon gesagt habe, Hamburger ist eine billige und einfache Nahrung und hat doch ihre Liebhaber.
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Komodo
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Beitrag(#999074) Verfasst am: 12.05.2008, 19:08    Titel: Antworten mit Zitat

rk72 hat folgendes geschrieben:
Doch, das war mir schon klar. So unwissend bin ich nun auch wieder nicht. Natürlich kann man diese Art der Kosteneinsparung auch als Stilmittel bezeichnen, ist aber nicht so. Der eigentliche Sinn dahinter war und ist es billig zu machen.
So? Beweis es. Mit den Augen rollen
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Bravopunk
Unvollender



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Beitrag(#999545) Verfasst am: 13.05.2008, 17:26    Titel: Antworten mit Zitat

Syku hat folgendes geschrieben:
Ich bevorzuge Disney (aber nur wegen der Musik Verlegen )


Ja. Kann ich gut verstehen:

http://de.youtube.com/watch?v=MDj_Rdx1P8Q

http://de.youtube.com/watch?v=cn-0tlmdyjY&feature=related

Sehr romantisch... aber es geht auch anders:

http://de.youtube.com/watch?v=I5TpOgasu4Q

Es handelt sich dabei oft auch um sehr emotionale, man möchte sagen bombastische Stücke, die genau auf die Aussage des Films abgepasst sind. Sie untermalen jedoch nicht nur, sondern sind eigene Teile des Films. Und ich finde genau da ist der Haken. Das ist zwar schön für Disney und deren Fans, weil es halt deren Stil ist, aber für jeden anderen, der einen Film eben nicht nur schaut, weil er von Disney ist, sondern weil er es um der Geschichte Willen oder aus Freude an schönen Filmen allgemein tut, ist das nichts weiter als eine Art künstlich Emotionen aufzubauen, die sie ohne die Singerei nicht fähig wären auszudrücken.

Mir fallen nur zwei vergleichbare Ghibliszenen ein, in denen mitten im Film gesungen wird. Eine ist die Barszene aus 'Porco Rosso' (dazu konnte ich kein Video finden) und die andere ist folgende aus 'Stimme des Herzens':
http://de.youtube.com/watch?v=uqE7WBG_p8Q&feature=related

Der Unterschied zu Disney liegt hier aber darin, dass der Song und dessen Textinhalt keinen Beitrag zum Filminhalt bildet, sondern ihn nur emotional untermalt. ... Ohne diese beiden Gesangsszenen von Ghibli würden die Filme einen wichtigen Part verlieren, der sogar zum Verständnis beträgt.

Bei Disney ist es andersrum. Dort sind die Lieder Kommentare zu dem, was sowieso passiert und für jeden erdenklich ist. Sie sind nicht nötig, aber traditionsgemäß stilistischer Bestandteil der Filme. Zum Verständnis tragen sie nicht bei, sondern sind lediglich Effekte um den Film aufzupeppen, comic reliefs sozusagen, wie sehr viele Szenen bei Disney. Ghibli hält sich mit solchen komödiantischen Zwischensequenzen stark zurück.

Gesungene Musikstücke dienen bei Ghibli ansonsten maximal für die Endcredits, die dann oft auch noch einen Epilog erzählen. Sonst tauchen nur instrumentale Stücke auf, die eben für die akustische Untermalung der Szenen notwendig und auch wichtig sind. Das ist auch okay, das gab es ja schon bei Stummfilmen... und wer hatte nicht schon mal des öfteren eine Melodie plötzlich im Ohr, die genau aussagte, was man fühlt, einen Gedanken oder ein Bild vervollständigte, verschönerte, dass dieser Moment im Leben es als Gesamheit in einen schönen Film verwandelte... es erst zu DEM Erlebnist im Leben machte? Ich liebe es... ... Musik ist eben schön und ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Sie drückt Gefühle aus oder verstärkt den mimischen und gestischen Ausdruck derselben.

Ein gutes Beispiel für den Stand und die Wirkung der Musik bei Ghibli ist die Zugszene aus 'Chihiros Reise ins Zauberland':
http://de.youtube.com/watch?v=mDiAgrywPv0

Die Musik hält sich sehr dezent zurück und bleibt nur schmückendes Beiwerk. Sie wird nicht überschwenglich, hält sich im Hintergrund, ist reine Untermalung, aber dennoch ein unverzichtbarer Teil der Szene, der genau aussagt, was die Szene beinhaltet und ohne den sie an Gewicht verlöre, nur noch halb so schön wäre und, gerade für Disney-Fans, aufgrund von wenig Action, eher zu lang und langweilig wirken würde. Sie ist aber weder das eine noch das andere, sondern hoch interessant, emotional und stark in der Wirkung. ... Die gesamte Szene ist überfüllt mit starken und eindrucksvollen Sinnbildern und Symbolen. Man bekommt nicht zuletzt dadurch die Gelegenheit sich in Chihiro reinzufühlen, sich zu fragen, was sie denkt und fühlt, wo sie mit ihren Gedanken ist, wenn sie aus dem Fenster blickt. Man bekommt die Chance einfach mal zu träumen. ... In keinem Disneyfilm, an den ich mich erinnern kann, hat man dazu ernstlich die Möglichkeit, die Action folgt zu schnell aufeinander. (Gegenbeweise sind willkommen, aber mir fallen echt keine ein.) Und der Akteur himself wird eh zweitrangig. Die Handlung ist wichtiger als ihre handelnden Personen. Wem all das passiert ist uninteressant. Die Handlung, DASS sie passiert, ist, was den Zuschauer bei Disney fesselt.

Jetzt noch zwei weitere Stücke. Einmal Ghibli, einmal Disney. Jeweils Live. Das erste ist vom Komponisten, der auch die Musik zu 'Chihiro' gemacht hat, Joe Hisaishi, aus dem Film 'Das wandelnde Schloss':
http://de.youtube.com/watch?v=D5tTiYT1cgU

Und zum Vergleich ein sehr berühmter Musiker, mit einem genauso berühmten Stück aus einem extrem berühmten Disneyfilm, in ähnlicher Situation:
http://de.youtube.com/watch?v=E_khgAzMido

Hisaishi hat einen Stil, der mir persönlich sehr gefällt. Bei all den westlichen Walzerklängen hört man doch den asiatischen Einfluss raus. Und gerade das macht ihn für mich, und somit auch die Ghiblifilme insgesamt, besonders reizvoll und interessant.

Der poppige Stil der Disneyfilmmusik ist mir zu abgeschmackt. (Wohl auch, weil ich ihn zusehr aus dem Alltag gewohnt bin. Und ich, wenn ich es im Radio höre, es auch immer wegschalte.) Nur darauf aus eine Botschaft zu vermitteln (im Fall des Beispiels die des 'circle of life') verfehlt er zwar nicht seine Wirkung, doch aber seinen Zweck innerhalb eines Films, der auch ohne die Textinhalte der Musik, erzählenswert bleiben soll. Wenn dann in den Film ein Hitsong eingebaut ist, wertet es den Film zwar auf, aber es lenkt nur davon ab, dass man ohne den Song wenig erinnernswertes in ihm findet. So dass man also, wenn man an den 'lion king' denkt, immer nur 'circle of life' im Ohr hat, nicht aber an die Dialoge. Die Aussagen, die man noch aus der Story ziehen könnte, werden alle vom Kreislauf des Lebens verdrängt. Die Individuen und ihre Gefühle, ihr Leben wirkt dagegen zu lasch. Es kann gegen die Musikgewalt nicht anstinken.

Ich seh das zumindest immer so, wenn ich an Disneyfilme denke. Deshalb mag ich Ghibli ja auch lieber. (Noch'n Grund.) Die Musik ist nicht so bekannt und steht nicht im Vordergrund... sind ja auch alles keine Musicals.

(@ Syku: Tschuldige, dass ich auf deinen kurzen Post so ausschweifend geantwortet habe. Das wirkt immer so, als wolle man sein Gegenüber damit erschlagen. Is aber nich meine Absicht. Ich hab nur seit jeher ein Problem damit mich kurz zu fassen. Cool )

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Okay, König der Löwen fand ich auch gar nicht so schlecht, wobei ich das Original von Shakespeare deutlich lieber mag. zwinkern


Ich kam erst sehr spät dahinter, was du damit anspielen wolltest. Brett vom Kopf nehmen Du meintest damit 'Hamlet', oder!? ... Stimmt auch. Da gibt es einige Paralelen. ... Was mich aber mal wieder enttäuscht, da ich zum wiederholten Male wieder bemerken muss, dass Disney auch das, was ich für das kreativste unter ihren Werken hielt, nur geklaut (wenigstens in groben Umrissen) und somit mal wieder nur eine alte Geschichte 'neu' erzählt hat. ... Ihr diesen Stempel aufgedrückt hat. ... Sie quasi 'verdisneyt' hat, auf dass alle später denken Shakespeare hätte von Disney geklaut, weil 'Der König der Löwen' ja bald viel berühmter sein wird als 'Hamlet'. Mr. Green
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Tarvoc
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Beitrag(#999555) Verfasst am: 13.05.2008, 17:38    Titel: Antworten mit Zitat

Bravopunk hat folgendes geschrieben:
Du meintest damit 'Hamlet', oder!?

Ganz genau. Obwohl die Disney-Leute selbst davon sprachen, dass sie sich beim Storyboard von "König der Löwen" in erster Linie von ihrem eigenen, älteren Film "Bambi" inspirieren ließen, sind die Paralellen zu und Inspirationen durch Hamlet aus meiner Sicht viel offensichtlicher. Zumal der (nebenbei bemerkt m.E. völlig misslungene) DVD-Nachfolger "König der Löwen 2" sogar ganz offensichtlich ein weiteres Shakespeare-Stück verwurstet. Wer den Film kennt, wird wissen, welches ich meine.
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