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immanuela
total südlich



Anmeldungsdatum: 20.05.2009
Beiträge: 1843

Beitrag(#1500261) Verfasst am: 13.07.2010, 15:34    Titel: Antworten mit Zitat

http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,705681,00.html
Zitat:
Studie
Outdoor-Hersteller fallen bei sozialer Verantwortung durch
...In den Zulieferbetrieben seien Ausbeutung, erzwungene Überstunden und Einschüchterung von Gewerkschaftsmitgliedern an der Tagesordnung.

Lohnkosten machen 0,4 Prozent des Preises aus

Das zeigt eine Studie, für die die Kampagne 15 international tätige Unternehmen der Branche nach ihrem Geschäftsgebaren befragt hat...


_________________
Felix, qui potuit rerum cognoscere causas...
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LingLing
registrierter User



Anmeldungsdatum: 25.04.2007
Beiträge: 2720

Beitrag(#1500290) Verfasst am: 13.07.2010, 16:28    Titel: Antworten mit Zitat

Ich war mal eine PET-Flasche
http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2007/0327/006_muell.jsp

Der Satz geht mir immer durch den Kopf, wenn ich jemanden in einer Fleece Jacke für 230 Euro oder mehr durch die Gegend renne sehe, die in einem Billiglohnland gefertigt wurde. Auf dem Planeten ist eh nix mehr zu retten.
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AXO
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Anmeldungsdatum: 05.02.2007
Beiträge: 10102
Wohnort: Thüringen

Beitrag(#1500304) Verfasst am: 13.07.2010, 16:47    Titel: Antworten mit Zitat

immanuela hat folgendes geschrieben:

Zitat:

Lohnkosten machen 0,4 Prozent des Preises aus




Wo genau ist eigentlich das wirtschaftliche Argument für solches Lohndumping?

Meine Trekkingschuhe kosten im VK 160€ das Paar. Wenn der Billiglohnzulieferer seine Löhne verzehnfachen täte
und die Mehrkosten komplett auf den Endpreis durchgereicht würden, dann käme mich das grad mal 5,76 € mehr - um die ich den Händler (der die größte Marge dran hat) dann wieder runter handeln täte.

Wobei für die Produktionsarbeiter sicher schon eine Verdopplung des Lohns eine erhebliche
Verbesserung sein dürfte und damit kämen die Schuhe grad mal 0,64 € teurer.
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sehr gut
im Hamsterrad



Anmeldungsdatum: 05.08.2007
Beiträge: 11127

Beitrag(#1500313) Verfasst am: 13.07.2010, 17:06    Titel: Antworten mit Zitat

AXO hat folgendes geschrieben:
immanuela hat folgendes geschrieben:

Zitat:

Lohnkosten machen 0,4 Prozent des Preises aus




Wo genau ist eigentlich das wirtschaftliche Argument für solches Lohndumping?

Meine Trekkingschuhe kosten im VK 160€ das Paar. Wenn der Billiglohnzulieferer seine Löhne verzehnfachen täte
und die Mehrkosten komplett auf den Endpreis durchgereicht würden, dann käme mich das grad mal 5,76 € mehr - um die ich den Händler (der die größte Marge dran hat) dann wieder runter handeln täte.

Wobei für die Produktionsarbeiter sicher schon eine Verdopplung des Lohns eine erhebliche
Verbesserung sein dürfte und damit kämen die Schuhe grad mal 0,64 € teurer.

Du siehst -0,64€, derjenige der 10000 dieser Trekkingschuhe herstellen lässt sieht -6400,00€
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AXO
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Anmeldungsdatum: 05.02.2007
Beiträge: 10102
Wohnort: Thüringen

Beitrag(#1500366) Verfasst am: 13.07.2010, 18:10    Titel: Antworten mit Zitat

sehr gut hat folgendes geschrieben:
AXO hat folgendes geschrieben:
immanuela hat folgendes geschrieben:

Zitat:

Lohnkosten machen 0,4 Prozent des Preises aus




Wo genau ist eigentlich das wirtschaftliche Argument für solches Lohndumping?

Meine Trekkingschuhe kosten im VK 160€ das Paar. Wenn der Billiglohnzulieferer seine Löhne verzehnfachen täte
und die Mehrkosten komplett auf den Endpreis durchgereicht würden, dann käme mich das grad mal 5,76 € mehr - um die ich den Händler (der die größte Marge dran hat) dann wieder runter handeln täte.

Wobei für die Produktionsarbeiter sicher schon eine Verdopplung des Lohns eine erhebliche
Verbesserung sein dürfte und damit kämen die Schuhe grad mal 0,64 € teurer.

Du siehst -0,64€, derjenige der 10000 dieser Trekkingschuhe herstellen lässt sieht -6400,00€


10 000 Paar bedeutet für den 800 000€ Umsatz und davon 216 000€ Gewinn - 6400,00€ sind
da nicht das gleiche was sie für Dich sein mögen.

Allerdings hab ich bei meinem Beispiel in Vorrausicht eines solchen Einwandes die Lohnverdopplung
auf Kosten des Endkunden und eben nicht des Herstellers veranschlagt und da wären es nunmal
0,64€ mehr und nix weiter. Das ist erheblich weniger als die Preisdifferenz für die gleichen Schuhe bei
verschiedenen Händlern (welche ja auch mit 80€ Umsatzanteil/Paar den größten Verhandlungspielraum haben)

Ich denke von daher nicht das sich der knappe Euro mehr am Markt nicht durchsetzen ließe/nur ein Paar weniger verkauft würde
und damit entfällt die wirtschafltiche Notwendigkeit 0,64€ statt 1,28€ Lohn/Paar zu zahlen.

Die wirtschaftliche Realität funktioniert natürlich anders als solche "Milchmädchenrechnungen"
Der Subhersteller wird als Kostenfaktor im Preis auf das ihm absolut mögliche Minimum gedrückt
und entsprechend muß er sein Lohngefüge aufbauen. Der Endpreis ergibt sich dann aus den Aufschlägen für Hersteller und Handel.

Darin 0,64€ mehr unterzubringen wäre m.E. kein Hexenwerk - wenn man sie den Produktionsarbeitern
freiwillig zukommen lassen wollte. Sofern sie deren Arbeitgeber aber fordern täte - wäre er den Auftrag
an jemand los der dies nicht tut. Abgesehn davon gäbe es keinerlei Gewähr das bei entsprechend erhöhten
Herstellungspreis die Mehrkosten als Lohn weiter gereicht würden. Der Auftraggeber zahlt lediglich
für ein Paar Schuhe - die anteiligen Produktionskosten sind kalkulatorische Sache des Subunternehmens.
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sehr gut
im Hamsterrad



Anmeldungsdatum: 05.08.2007
Beiträge: 11127

Beitrag(#1500382) Verfasst am: 13.07.2010, 18:31    Titel: Antworten mit Zitat

AXO hat folgendes geschrieben:
Darin 0,64€ mehr unterzubringen wäre m.E. kein Hexenwerk - wenn man sie den Produktionsarbeitern
freiwillig zukommen lassen wollte.

Schon klar, so funktioniert das System aber nicht. Gerade bei der Produktion wird gespart, die Werbung dagegen darf auch gerne eine Million mehr kosten.
Wenn du eine Firma hast dann bezahlst du ja auch derjenigen die die Drecksarbeit macht, der Reinigungskraft, am wenigsten. Dieser Job ist zwar wichtig, aber nicht angesehen, genauso geht es demjenigen der den ganzen Tag nichts anderes macht wie Schuhe zu kleben. Das ist wie nichts geachtet und deshalb wird da gespart.
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AXO
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Anmeldungsdatum: 05.02.2007
Beiträge: 10102
Wohnort: Thüringen

Beitrag(#1500408) Verfasst am: 13.07.2010, 18:57    Titel: Antworten mit Zitat

sehr gut hat folgendes geschrieben:
AXO hat folgendes geschrieben:
Darin 0,64€ mehr unterzubringen wäre m.E. kein Hexenwerk - wenn man sie den Produktionsarbeitern
freiwillig zukommen lassen wollte.

Schon klar, so funktioniert das System aber nicht. Gerade bei der Produktion wird gespart, die Werbung dagegen darf auch gerne eine Million mehr kosten.
Wenn du eine Firma hast dann bezahlst du ja auch derjenigen die die Drecksarbeit macht, der Reinigungskraft, am wenigsten. Dieser Job ist zwar wichtig, aber nicht angesehen, genauso geht es demjenigen der den ganzen Tag nichts anderes macht wie Schuhe zu kleben. Das ist wie nichts geachtet und deshalb wird da gespart.


Ich geh nichtmal davon aus das sich der Hersteller solche Gedanken überhaupt macht.
Das Lohngefüge im Subunternehmen kann dem Schnuppe sein - der will nen Herstellungskomplettpreis
für seine Auftragsproduktion und der soll natürlich wie alle Kosten möglichst gering sein.
Die detailierte Kalkulation ist wie gesagt Sache des Subunternehmens und wird in der Regel auch dem Auftraggeber nicht offen gelegt.
Eben das ist ja das Problem an der Sache - ein "Schuldiger" ist zunächstmal gar nicht festzumachen.
Der Hersteller/Entwickler will Geld verdienen - muß also günstig einkaufen und teuer verkaufen.
Er fragt nen Preis für das entsprechende Modell ab und kriegt den von der Produktionsfirma genannt.
Die Produktionsfiram wiederum muß Geld verdienen = billig einkaufen und teuer verkaufen - die Materialkosten
wiederum lassen sich nicht unbegrenzt drücken also haben diejenigen mit der geringsten Marktmacht den
schwarzen Peter.

und nu such den Verantwortlichen...
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Valen MacLeod
Antitheist



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Beitrag(#1500429) Verfasst am: 13.07.2010, 19:14    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn ein etwas höherer Preis dann kein Problem für Euch ist - warum kauft Ihr dann nicht im Fairen Handel ein?
_________________
V.i.S.d.P.:Laird Valen MacLeod (Pseudonym!)
"... Wenn das hier das Haus Gottes ist, Junge, warum blühen hier dann keine Blumen, warum strömt dann hier kein Wasser und warum scheint dann hier die Sonne nicht, Bürschchen?!" <i>Herman van Veen</i>
Das Schlimme an meinen Katastrophenszenarien ist... dass ich damit über kurz oder lang noch immer Recht behielt.
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sehr gut
im Hamsterrad



Anmeldungsdatum: 05.08.2007
Beiträge: 11127

Beitrag(#1500430) Verfasst am: 13.07.2010, 19:18    Titel: Antworten mit Zitat

AXO hat folgendes geschrieben:
Er fragt nen Preis für das entsprechende Modell ab und kriegt den von der Produktionsfirma genannt.
Die Produktionsfiram wiederum muß Geld verdienen = billig einkaufen und teuer verkaufen - die Materialkosten wiederum lassen sich nicht unbegrenzt drücken also haben diejenigen mit der geringsten Marktmacht den schwarzen Peter.

Ja, und das wird ausgenutzt.

Zitat:
und nu such den Verantwortlichen...

Eines der Probleme ist die Distanz, schaffe Distanz und da kommt immer Scheisse bei raus. Wenn derjenige der die Schuhe zusammenkleben muß der Nachbar ist, dann geht man damit anders um wie wenn es Mr. Unbekannt aus Unbekannt ist.

«...hätte vielleicht Thomas Friedman zugestimmt, der bemerkt, dass eine der Grundwahrheiten der Globalisierung lautet: "Niemand ist zuständig."»
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Rasmus
entartet und notorisch gottlos - Ich bin Papst



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Beitrag(#1500431) Verfasst am: 13.07.2010, 19:18    Titel: Antworten mit Zitat

Valen MacLeod hat folgendes geschrieben:
Wenn ein etwas höherer Preis dann kein Problem für Euch ist - warum kauft Ihr dann nicht im Fairen Handel ein?


Hat's da Turnschuhe?
_________________
Brother Sword of Enlightenment of the Unitarian Jihad
If you ask the wrong questions you get answers like '42' or 'God'.
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AXO
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Beitrag(#1500435) Verfasst am: 13.07.2010, 19:38    Titel: Antworten mit Zitat

Valen MacLeod hat folgendes geschrieben:
Wenn ein etwas höherer Preis dann kein Problem für Euch ist - warum kauft Ihr dann nicht im Fairen Handel ein?


Fairtradeprodukte muß man mit der Lupe suchen - da fällt der erhöhte Beschaffungsaufwand erheblich
höher ins Gewicht als ein etwas höherer Preis.
Davon abgesehn löst das keine Probleme sondern lindert lediglich die Folgen.
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AXO
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Anmeldungsdatum: 05.02.2007
Beiträge: 10102
Wohnort: Thüringen

Beitrag(#1500449) Verfasst am: 13.07.2010, 19:53    Titel: Antworten mit Zitat

sehr gut hat folgendes geschrieben:
AXO hat folgendes geschrieben:
Er fragt nen Preis für das entsprechende Modell ab und kriegt den von der Produktionsfirma genannt.
Die Produktionsfiram wiederum muß Geld verdienen = billig einkaufen und teuer verkaufen - die Materialkosten wiederum lassen sich nicht unbegrenzt drücken also haben diejenigen mit der geringsten Marktmacht den schwarzen Peter.

Ja, und das wird ausgenutzt.

natürlich - aber doch überall auf der Welt. Der Subunternehmer wird aufgrund der geringeren Marktmacht
gegenüber dem Auftraggeber auch ausgenutzt und der Handel nutzt wiederum den aus, weil
der Hersteller auf dessen Vertriebsstrukturen angewiesen ist.

Das ist Kapitalismus - was hast Du erwartet?


Zitat:
und nu such den Verantwortlichen...

Eines der Probleme ist die Distanz, schaffe Distanz und da kommt immer Scheisse bei raus. Wenn derjenige der die Schuhe zusammenkleben muß der Nachbar ist, dann geht man damit anders um wie wenn es Mr. Unbekannt aus Unbekannt ist.

«...hätte vielleicht Thomas Friedman zugestimmt, der bemerkt, dass eine der Grundwahrheiten der Globalisierung lautet: "Niemand ist zuständig."»


Is zwar grad Mode alles auf die Globalisierung zu schieben - nur ist das Grundprinzip bei Binnenprodukten keinen Hauch anders.
Im Gegensatz zu Deiner Annahme sind einige Geschäftspartner (Kunden wie Lieferanten) von mir zugleich auch gute Freunde
aber wenns um Preisverhandlungen geht lässt sich das Prinzip "möglichst wenig zahlen - möglichst viel kassieren" trotzdem nicht aushebeln - trotzdem ist keiner von uns dafür zuständig das wir existenziell gezwungen sind Geld zu verdienen.
Das ist bei Unternehmen nicht anders als bei jedem einzelnen - nur gibts halt ne Marktmachthirachie an deren unterem Ende der einzelne Arbeitnehmer ebenso steht wie (in Personlaunion) der einzelne Konsument.
Bei ihm schließt sich der Kreis an dem alle verdienen -> er soll viel bezahlen und wenig kassieren.


Zuletzt bearbeitet von AXO am 13.07.2010, 20:00, insgesamt einmal bearbeitet
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Valen MacLeod
Antitheist



Anmeldungsdatum: 11.12.2004
Beiträge: 6172
Wohnort: Jenseits von Eden

Beitrag(#1500452) Verfasst am: 13.07.2010, 19:57    Titel: Antworten mit Zitat

Rasmus hat folgendes geschrieben:
Valen MacLeod hat folgendes geschrieben:
Wenn ein etwas höherer Preis dann kein Problem für Euch ist - warum kauft Ihr dann nicht im Fairen Handel ein?


Hat's da Turnschuhe?


Jepp!

http://www.grundstoff.net/fair-trade-sneaker-white-hicut-weiss-p-1300.html

Und das, wo ich im Google sonst NIE was finde!! Lachen

Wer Nachfrage schafft Nachfrage!

Was wollt Ihr für einen Markt? Einen, wo es gibt, was Ihr nachfragt oder einen, wo ihr nur bekommt, was Euch angeboten wird?

Keine Macht wird so sehr unterschätzt, wie die des Käufers! Und damit das so bleibt, gibt es Marketing!
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"... Wenn das hier das Haus Gottes ist, Junge, warum blühen hier dann keine Blumen, warum strömt dann hier kein Wasser und warum scheint dann hier die Sonne nicht, Bürschchen?!" <i>Herman van Veen</i>
Das Schlimme an meinen Katastrophenszenarien ist... dass ich damit über kurz oder lang noch immer Recht behielt.
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Anmeldungsdatum: 05.08.2007
Beiträge: 11127

Beitrag(#1500470) Verfasst am: 13.07.2010, 20:10    Titel: Antworten mit Zitat

AXO hat folgendes geschrieben:
Im Gegensatz zu Deiner Annahme sind einige Geschäftspartner (Kunden wie Lieferanten) von mir zugleich auch gute Freunde aber wenns um Preisverhandlungen geht lässt sich das Prinzip "möglichst wenig zahlen - möglichst viel kassieren" trotzdem nicht aushebeln.

Beispiel: die meisten der Jüngeren essen Fleisch, haben aber noch nie geschlachtet, wollen das auch gar nicht(wollen aber Fleisch essen), die Drecksarbeit überlassen sie anderen(die immer schlechter bezahlt wird).

Das sie ihre Tiere gut behandeln würden wenn sie diese selbst züchten und schlachten müssten ist damit nicht gesagt. Aber der Faktor Distanz ist weg und die daraus resultierenden Dinge, darum ging es mir...
Wenn man die Resultate seiner Entscheidungen nicht an eigener Haut spürt (z.B. weil diese in China -weit weg- Leute treffen) dann trifft man Entscheidungen die man kaum treffen würde wenn man selbst was davon abbekommen würde.
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AXO
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Anmeldungsdatum: 05.02.2007
Beiträge: 10102
Wohnort: Thüringen

Beitrag(#1500477) Verfasst am: 13.07.2010, 20:14    Titel: Antworten mit Zitat

Valen MacLeod hat folgendes geschrieben:
Rasmus hat folgendes geschrieben:
Valen MacLeod hat folgendes geschrieben:
Wenn ein etwas höherer Preis dann kein Problem für Euch ist - warum kauft Ihr dann nicht im Fairen Handel ein?


Hat's da Turnschuhe?


Jepp!

http://www.grundstoff.net/fair-trade-sneaker-white-hicut-weiss-p-1300.html

Und das, wo ich im Google sonst NIE was finde!! Lachen


ich bin 43 und arbeite nicht als Clown

Zitat:


Wer Nachfrage schafft Nachfrage!


Höchtens dann wenn man das nachgefragte individuell oder gemeinschaftlich selbst in Auftrag gibt.

Zitat:

Was wollt Ihr für einen Markt? Einen, wo es gibt, was Ihr nachfragt oder einen, wo ihr nur bekommt, was Euch angeboten wird?


Auch diese Fairtradeschuhe werden mir angeboten und ich kann mich nicht dazu durchringen sie zu kaufen.
Wenn ich Fairtradeschuhe will die ich nachfrage dann müßte ich meine Trekkingmarkenschuhe
in Asien kopieren lassen - was sicher nur ab 10 000er Größenordnungen technisch überhaupt machbar wäre.

Zitat:

Keine Macht wird so sehr unterschätzt, wie die des Käufers! Und damit das so bleibt, gibt es Marketing!


Der Unterschied zwischen meinen und diesen Schuhen ist keine Markting- sondern ne technische Entwicklungs - und Designfrage.
Und in Bezug auf Entwicklungs- und Herstellungsaufwand sind meine Schuhe im Vergleich zu
diesen Fairtradeschuhen -> für 160€ spottbillig.
Und sie würden bei Verdopplung der Lohnkosten nur 64 Cent mehr kosten.
Da muß ich mich echt fragen wer sich da bei den Fairtradeschuhen die Taschen füllt
bzw. ob Fairtrade unterm Strich auch nur Marketing ist.


Zuletzt bearbeitet von AXO am 13.07.2010, 20:18, insgesamt einmal bearbeitet
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Rasmus
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Anmeldungsdatum: 20.05.2004
Beiträge: 17559

Beitrag(#1500479) Verfasst am: 13.07.2010, 20:17    Titel: Antworten mit Zitat

Valen MacLeod hat folgendes geschrieben:
Rasmus hat folgendes geschrieben:
Valen MacLeod hat folgendes geschrieben:
Wenn ein etwas höherer Preis dann kein Problem für Euch ist - warum kauft Ihr dann nicht im Fairen Handel ein?


Hat's da Turnschuhe?


Jepp!

http://www.grundstoff.net/fair-trade-sneaker-white-hicut-weiss-p-1300.html


Ich meinte richtige Sportschuhe, bei denen ich nicht gleich nach den ersten paar hundert Metern meine Knie in die Tonne treten muss. Welche, bei denen über die Sohle weitaus mehr gesagt werden kann, als dass sie weiß wäre.

solche Treter trage ich für gewöhnlich nicht, egal ob zum Sport oder sonstwo.
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AXO
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Anmeldungsdatum: 05.02.2007
Beiträge: 10102
Wohnort: Thüringen

Beitrag(#1500531) Verfasst am: 13.07.2010, 21:13    Titel: Antworten mit Zitat

sehr gut hat folgendes geschrieben:
AXO hat folgendes geschrieben:
Im Gegensatz zu Deiner Annahme sind einige Geschäftspartner (Kunden wie Lieferanten) von mir zugleich auch gute Freunde aber wenns um Preisverhandlungen geht lässt sich das Prinzip "möglichst wenig zahlen - möglichst viel kassieren" trotzdem nicht aushebeln.

Beispiel: die meisten der Jüngeren essen Fleisch, haben aber noch nie geschlachtet, wollen das auch gar nicht(wollen aber Fleisch essen), die Drecksarbeit überlassen sie anderen(die immer schlechter bezahlt wird).


Entschuldige - wenn Du iese Art Distanz überbrückt sehen willst, mußt Du die gesamte Entwicklung
der arbeitsteiligen Produktion zurück drehen.
Wenn Du Tierhaltung und Fleischerei als "Drecksarbeit" ansiehst, dann muß ich annehmen das
für Dich jede produktive Arbeit auf Grundlagenebene -> Drecksarbeit ist (?)
Selbst wenn diese jungen Leute selbst Tiere schlachten wollten ließe sich das logistisch unmöglich realiseren.
Du kannst Dich zwar dafür aussprechen das wir die menschliche Gesellschaft mit extrem verringerter Population,
mit minimalem technischen Standart auf Kleinstbauernebene fortsetzen, wo jeder Einzelne 12h und mehr
täglich dafür schuften muß lediglich satt zu werden
aber allzuviele offene Ohren wirst Du damit nicht finden.

Das einfachste wärs dann sich mit diesen Leuten auf irgend nem verlassenem Bauerngehöft im sich
entvölkernden Brandenburg niederzulassen und einfach zufrieden und glücklich zu leben wie man gern möchte Schulterzucken

Zitat:

Das sie ihre Tiere gut behandeln würden wenn sie diese selbst züchten und schlachten müssten ist damit nicht gesagt. Aber der Faktor Distanz ist weg und die daraus resultierenden Dinge, darum ging es mir...


ich bin in ner Bauernfamilie aufgewachen und die erwähnte Distanz wird schon über das Prinzip -> Du Tier=Essen - ich Mensch=Konsument hergestellt.
Richtig ist zwar das wir Respekt vor dem Tier (welches ja den Broterwerb darstellte) gelehrt bekamen
aber die "vermenschlichung" von tieren ist eher n Phänomen vereinsamter Großstädter.

Wenn Du jeden Tag mit Nutztieren umgehst weil sie Gegenstand Deiner täglichen Arbeit sind, relativiert sich sowas sehr schnell.


Zitat:

Wenn man die Resultate seiner Entscheidungen nicht an eigener Haut spürt (z.B. weil diese in China -weit weg- Leute treffen)


Es macht keinerlei Unterschied ob diese Entscheidungen Leute betreffen die in der nächsten Stadt oder
auch nur ne Straße weiter wohnen.
Es spielt nichtmal ne Rolle ob ich sie persönlich kenne oder nicht. Das System zwingt mich Entscheidungen
nach Zahlen und nicht nach Menschen zu treffen.

Zitat:

dann trifft man Entscheidungen die man kaum treffen würde wenn man selbst was davon abbekommen würde.


falsch - auch eine Entscheidung die meinen Nachbarn betrifft - "bekomme ich nicht ab"
Nur Entscheidungen die ich gegen Zaheln und für Menschen treffe -> treffen mich
weil sie meine Existenz gefährden.
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Shadaik
evolviert



Anmeldungsdatum: 17.07.2003
Beiträge: 26309
Wohnort: MG

Beitrag(#1500739) Verfasst am: 14.07.2010, 09:48    Titel: Antworten mit Zitat

immanuela hat folgendes geschrieben:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,705681,00.html
Zitat:
Studie
Outdoor-Hersteller fallen bei sozialer Verantwortung durch
...In den Zulieferbetrieben seien Ausbeutung, erzwungene Überstunden und Einschüchterung von Gewerkschaftsmitgliedern an der Tagesordnung.

Lohnkosten machen 0,4 Prozent des Preises aus

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Wieviel Geld sind die 0,4% ?
So sagt die Torte erstmal gar nichts aus.
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Ralf Rudolfy
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Anmeldungsdatum: 11.12.2003
Beiträge: 26674

Beitrag(#1500744) Verfasst am: 14.07.2010, 09:58    Titel: Antworten mit Zitat

Shadaik hat folgendes geschrieben:
Wieviel Geld sind die 0,4% ?
So sagt die Torte erstmal gar nichts aus.

Guck dir an, was die Treter kosten, und rechne es aus.
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Rasmus
entartet und notorisch gottlos - Ich bin Papst



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Beiträge: 17559

Beitrag(#1500745) Verfasst am: 14.07.2010, 09:59    Titel: Antworten mit Zitat

Shadaik hat folgendes geschrieben:
Wieviel Geld sind die 0,4% ?
So sagt die Torte erstmal gar nichts aus.


Selbst wenn Du weißt, wie viel es ist, sagt das nichts aus. Du weißt dann ja immer noch nicht, wie viel Arbeit in so einem Schuh steckt.

die Grafik ist zudem irreführend: Welcher Anteil der Entwicklungskosten entfällt den auf den Lohn der Entwickler? Der Posten ist nur bei der Produktion aufgetrennt. Das kann man machen, man sollte es aber nicht überbewerten.
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Ralf Rudolfy
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Beiträge: 26674

Beitrag(#1500750) Verfasst am: 14.07.2010, 10:05    Titel: Antworten mit Zitat

Rasmus hat folgendes geschrieben:
Shadaik hat folgendes geschrieben:
Wieviel Geld sind die 0,4% ?
So sagt die Torte erstmal gar nichts aus.


Selbst wenn Du weißt, wie viel es ist, sagt das nichts aus. Du weißt dann ja immer noch nicht, wie viel Arbeit in so einem Schuh steckt.

die Grafik ist zudem irreführend: Welcher Anteil der Entwicklungskosten entfällt den auf den Lohn der Entwickler? Der Posten ist nur bei der Produktion aufgetrennt. Das kann man machen, man sollte es aber nicht überbewerten.

Da in jedem anderen Prozeß ebenfalls Lohnkosten stecken (Merketing, Transport usw.) ist das aber durchaus üblich, die reine Produktion davon abzutrennen.
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Rasmus
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Anmeldungsdatum: 20.05.2004
Beiträge: 17559

Beitrag(#1500753) Verfasst am: 14.07.2010, 10:09    Titel: Antworten mit Zitat

Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Rasmus hat folgendes geschrieben:
Shadaik hat folgendes geschrieben:
Wieviel Geld sind die 0,4% ?
So sagt die Torte erstmal gar nichts aus.


Selbst wenn Du weißt, wie viel es ist, sagt das nichts aus. Du weißt dann ja immer noch nicht, wie viel Arbeit in so einem Schuh steckt.

die Grafik ist zudem irreführend: Welcher Anteil der Entwicklungskosten entfällt den auf den Lohn der Entwickler? Der Posten ist nur bei der Produktion aufgetrennt. Das kann man machen, man sollte es aber nicht überbewerten.

Da in jedem anderen Prozeß ebenfalls Lohnkosten stecken (Merketing, Transport usw.) ist das aber durchaus üblich, die reine Produktion davon abzutrennen.


Ja, sag ich ja auch nichts gegen. Die Frage ist halt nur, wie die Lohnkosten in den anderen Komponenten aussehen.

Aber wir sind uns völlig einige, dass ein knapper Euro für jedes Paar Schuhe verdammt wenig sind.
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Ralf Rudolfy
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Beiträge: 26674

Beitrag(#1500757) Verfasst am: 14.07.2010, 10:13    Titel: Antworten mit Zitat

Rasmus hat folgendes geschrieben:
Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Rasmus hat folgendes geschrieben:
Shadaik hat folgendes geschrieben:
Wieviel Geld sind die 0,4% ?
So sagt die Torte erstmal gar nichts aus.


Selbst wenn Du weißt, wie viel es ist, sagt das nichts aus. Du weißt dann ja immer noch nicht, wie viel Arbeit in so einem Schuh steckt.

die Grafik ist zudem irreführend: Welcher Anteil der Entwicklungskosten entfällt den auf den Lohn der Entwickler? Der Posten ist nur bei der Produktion aufgetrennt. Das kann man machen, man sollte es aber nicht überbewerten.

Da in jedem anderen Prozeß ebenfalls Lohnkosten stecken (Merketing, Transport usw.) ist das aber durchaus üblich, die reine Produktion davon abzutrennen.


Ja, sag ich ja auch nichts gegen. Die Frage ist halt nur, wie die Lohnkosten in den anderen Komponenten aussehen.

Aber wir sind uns völlig einige, dass ein knapper Euro für jedes Paar Schuhe verdammt wenig sind.

Das auf jeden Fall.
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AXO
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Anmeldungsdatum: 05.02.2007
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Beitrag(#1500781) Verfasst am: 14.07.2010, 10:51    Titel: Antworten mit Zitat

Rasmus hat folgendes geschrieben:

Ja, sag ich ja auch nichts gegen. Die Frage ist halt nur, wie die Lohnkosten in den anderen Komponenten aussehen.


Da die Entwicklung ebenso wie der Vertrieb eher im europäischen Raum angesiedelt sein dürfte,
sind die Lohnkosten dafür sicherlich auf entsprechend europäischem Niveau.
aber ich verstehe nicht wieso das im Zusammenhang mit der Bewertung der Produktionsvergütung eine Frage ist.
Der Gewinn des Markenherstelles ist mit 13,5% (21,60€ bei einem 160€ Schuhpaar) ja gesondert aufgeführt.
Der Rest sind dementsprechend notwendige Ausgaben (Verwaltung, Investition, Material, Energie, Lohn usw.)
Die 50% Handelsspanne teilen sich üblicherweise Groß- und Einzelhandel und auch da entstehen natürlich
Kosten für Ladenmiete, Lagerhallen, Löhne, Transport, Energie, Riskien bezüglich unverkaufter/preisgesenkter Ware usw. Schulterzucken
Die Preise fallen ja nicht vom Himmel und die extreme Differenz zwischen Herstellungs- und Verkaufspreis
ist vor allem der europäischen Kostenstruktur geschuldet.


Zitat:

Aber wir sind uns völlig einige, dass ein knapper Euro für jedes Paar Schuhe verdammt wenig sind.


Um das zu bewerten müßte man wissen wieviel Arbeitszeit/Schuhpaar letztlich erforderlich ist/vom
Subunternehmer veranschlagt wird.
Wenn es bei entsprechender Mechanisierung/Automatisierung z.B. möglich wäre je Produktionsarbeiter
10 Paar/h zu fertigen, sind 10x ein knapper Euro auch ein knapper 10er/h.
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Woici
ist vollkommen humorlos



Anmeldungsdatum: 16.07.2003
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Beitrag(#1500786) Verfasst am: 14.07.2010, 11:01    Titel: Antworten mit Zitat

AXO hat folgendes geschrieben:
Der Gewinn des Markenherstelles ist mit 13,5% (21,60€ bei einem 160€ Schuhpaar) ja gesondert aufgeführt.


und darin beinhaltet ist auch das unternehmerische risiko 10.000 paar zu produzieren und nur 2.000 paar abzusetzen.. also 13,5% vor steuer ist nicht wirklich prickelnd...
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eigentlich bin ich ein ganz netter... und wenn ich freunde hätte, könnten die das auch bestätigen.
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Shadaik
evolviert



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Beitrag(#1501404) Verfasst am: 15.07.2010, 07:22    Titel: Antworten mit Zitat

Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Shadaik hat folgendes geschrieben:
Wieviel Geld sind die 0,4% ?
So sagt die Torte erstmal gar nichts aus.

Guck dir an, was die Treter kosten, und rechne es aus.
Das hilft nicht wirklich, weil ich dann nur habe, was ein Schuh an Produktionslohn kostet. Nun weiss ich aber nicht, wieviele Arbeiter wie viele Schuhe in welcher Zeit herstellen.
Ganz zu schweigen davon, dass ich die Lebenshaltungskosten im herstellungsland nicht kenne.

Die %e sehen in der Buchherstellung übrigens fast genauso aus, wobei für "Forschung und Produktentwicklung" das Autorenhonorar einzusetzen ist.
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Fische schwimmen nur in zwei Situationen mit dem Strom: Auf der Flucht und im Tode
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vrolijke
Bekennender Pantheist
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Beitrag(#2156353) Verfasst am: 03.11.2018, 22:29    Titel: Antworten mit Zitat

Wir sahen heute zwei Mädchen in der Stadt. Beide hatten über die Linke schulter eine LV-Tasche. In der rechter Hand eine Primark-Tüte.
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Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
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Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

Grenzen geben einem die Illusion, das Böse kommt von draußen
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Lebensnebel
Sozial-Zombie



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Beitrag(#2156358) Verfasst am: 03.11.2018, 23:10    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Wir sahen heute zwei Mädchen in der Stadt. Beide hatten über die Linke schulter eine LV-Tasche. In der rechter Hand eine Primark-Tüte.


Dann waren wahrscheinlich entweder die LV-Taschen nicht echt oder ein (Weihnachts- oder Geburtstags-)Geschenk.
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wolle
Anti-Theist und Welt-Verbesserer



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Beitrag(#2158479) Verfasst am: 29.11.2018, 21:58    Titel: Antworten mit Zitat

KIK hat einen ernsten Prozess am Hals.
https://www.welt.de/regionales/nrw/article184626124/Nach-Inferno-in-einer-Textilfabrik-Pakistanische-Opfer-verklagen-KiK-in-Dortmund.html schrieb:
Zitat:
Vor sechs Jahren starben mehr als 250 Menschen in einer Fabrik in Pakistan.

Dazu sind für mich mehr Fragen als Antworten offen.
1) Welche Verantwortung trägt KIK oder ein anderer beliebiger Billig-Klamotten-Produzent an den Produktionsbedingungen?
2) Produzieren Marken-Klamotten-Produzenten unter besseren Bedingungen?
3) Warum wird der Fall in Deutschland verhandelt?
4) Warum waren alle Fenster vergittert?
5) Warum waren fast alle Türen verschlossen?
6) Warum wird nach pakistanischem Recht verhandelt?
7) Welche Verantwortung trägt der Konsument?
8) Woran erkennt der Konsument, unter welchen Umständen seine Klamotten produziert werden?
9) Welche Konsequenzen wurden aus dem Unglück gezogen?
10) Warum findet der Prozess erst nach sechs Jahren statt?
11) Warum durfte der einzige überlebende Kläger nicht nach Deutschland einreisen?
12) Wurde oder wird der Fall auch in Pakistan verhandelt?
13) Ist pakistanisches Recht weniger Streng bei den Anforderungen an Arbeitsplätze?
14) Ist pakistanisches Recht weniger Streng bei den Strafen für den gleichen Sachverhalt?
15) Wie eignen sich die deutschen Richter die pakistanische Rechtslage an?
16) Würde Kleidung teurer, wenn Arbeitssicherheit in Pakistan oder anderen Billig-Lohn-Ländern gewährleistet wäre?
17) Wie kann man zu globalen mindest-Standards für Arbeits-Sicherheit gelangen, die auch mit Legislative, Judikative und Exekutive durchgesetzt werden?
_________________
72. Generalversammlung der Vereinten Nationen, Presse-Mitteilung
http://www.un.org/en/ga/72/presskit/pdf/full_kit72_en.pdf
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DonMartin
registrierter User



Anmeldungsdatum: 13.08.2013
Beiträge: 5125

Beitrag(#2158491) Verfasst am: 30.11.2018, 07:38    Titel: Antworten mit Zitat

wolle hat folgendes geschrieben:

3) Warum wird der Fall in Deutschland verhandelt?
6) Warum wird nach pakistanischem Recht verhandelt?

Absurd.

xx) Verhängen dann deutsche Richter ggf die Todesstrafe nach pakistanischem "Recht"?
Immerhin wird man dort schon für wesentlich geringere Verfehlungen als 250 Tote aufgehängt.

yy) Fallen die evtl fälligen Entschädigungen auf pakistanischem Level aus und werden sie in pakistanischer Währung ausgezahlt?

wolle hat folgendes geschrieben:

14) Ist pakistanisches Recht weniger Streng bei den Strafen für den gleichen Sachverhalt?

Wenn es um so furchtbare Delikte wie Gotteslästerung geht: nein.
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