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Des Uwebus' neue Kleider - Orthodoxe Physisophie gegen Wissenschaft
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Skeptiker
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Anmeldungsdatum: 14.01.2005
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Wohnort: 129 Goosebumpsville

Beitrag(#2176571) Verfasst am: 30.04.2019, 20:49    Titel: Antworten mit Zitat

uwebus hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
@uwebus, Du bist offensichtlich am besten bei einer Partei aufgehoben, die alle Anderen als "korruptes System" verleumdet, den menschengemachten Klimawandel leugnet und um Ottomotor Normalnazi wirbt. Da fällt mir auch nichts mehr ein.


Nein, ich wäre bei der Partei eines ehemaligen Bundeskanzlers Schmidt am besten aufgehoben, aber diese Partei gibt es nicht mehr. Genauso wenig wie es noch eine CDU à la Adenauer gibt. Die heute im Bundestag vertretenen Parteien arbeiten nur noch für sich selbst, Pöstchenerhalt ist deren Hauptantriebsmotiv, dafür werden alle Grundsätze geopfert.


Was unterscheidet denn die heutige SPD von der SPD unter Helmut Schmidt? Oder die heutige CDU von der CDU unter Adenauer?

Mir sind keine wesentlichen Unterschiede bekannt. Pöstchen wurden meiner Ansicht nach auch damals vergeben und gerne genommen. Das kann es also kaum sein. Politisch gibt es keine Änderungen dieser beiden Parteien.

uwebus hat folgendes geschrieben:
Die AfD hat z.Zt. aus meiner Sicht die Funktion, diesen zu einem Apparatschikverein verkommenen Haufen aufzumischen, sowohl in Berlin als auch in Brüssel.


Die AfD ist doch ein Gewächs der CDU und vertritt die CDU-Ziele nur noch extremer. Was ist mit Apparatschik gemeint? Vielleicht wieder "Pöstchenjägerei"?

Guckt man sich die Programme der AfD an, so stellt man fest, dass sie zwar die Interessen des deutschen Kapitals besonders betont, aber das ist prinzipiell kein Gegensatz zu CDU und SPD. Auch die ebenfalls neoliberale AfD wird vom Kapital unterstützt und tritt z.B. für Freihandel ein.

uwebus hat folgendes geschrieben:
Mir gefällt die Idee eines Europa der Vaterländer, wie dies De Gaulle und Adenauer einst formulierten und anstrebten, ...


Keine Bange, die Lobbyisten der "Vaterländer" vertreten die Ideen De Gaulles und Adenauers sehr intensiv. Kapital-Lobbyisten vertreten die Interessen der nationalen Kapitale höchst engagiert:

Konzerne haben zu viel Macht in der EU

Nun, die Macht der Konzerne reicht nun mal über nationale Grenzen hinaus, wie kürzlich schon mal dargestellt worden ist. Dagegen hat sich die AfD auch noch nie ausgesprochen, oder hast du das schon mal irgendwo gehört oder gelesen?

uwebus hat folgendes geschrieben:
Es ist doch nicht verwunderlich, daß eine jüngste Befragung ergab, daß nahezu niemand die Kandidaten kennt, die da für Brüssel kandidieren.


Was wäre denn anders, wenn die EU-Kandidaten bekannter wären?

uwebus hat folgendes geschrieben:
Da kommt ein Haufen von Funktionären dabei raus, die nicht den geringsten Kontakt zur EU-Bevölkerung haben. Deshalb wuchert dann auch die Korruption besonders stark, wie das die ehemalige EU-Abgeordnete Sahra Wagenknecht öffentlich bekannt gegeben hatte. S.W. ist z.B. eine Frau und Politikerin, der ich vertrauen könnte, nur ist die halt in der völlig falschen Partei.

EU ja für Verteidigung, Wirtschaft, Außenpolitik, den Rest überlasse man den nationalen Parlamenten, die können das besser.


Ob nationale Parlamente oder europäische Parlamente und Gremien - der Lobbyist bestimmt in beiden Fällen, was (nicht) gemacht wird.

Hier stellt der Autor des oben zitierten Artikel treffend fest:

Zitat:
Dabei zeigen die Konzernkritiker an verschiedenen Stellen, dass die Gegenüberstellung EU versus Nationalstaaten falsch ist. Im Gegenteil:

Eine zentrale Rolle für einseitige Lobbyeinflüsse spielen die EU-Mitgliedstaaten. Über den intransparenten Rat der EU boxen nationale Regierungen immer wieder die Interessen ihrer heimischen Industrien durch. Die Bundesregierung verwässerte oder verzögerte zum Beispiel wirksame Abgastests oder bessere Regeln beim Kampf gegen Steuervermeidung und -hinterziehung. Es ist also falsch, das Lobbyproblem allein auf EU-Ebene auszumachen. Die Mitgliedstaaten sind nicht besser.

EU-Lobbyreport 2019

Wenn man die Plakate zur Europawahl sieht, die seit einigen Wochen in deutschen Städten zu finden sind, liest man Parolen wie "Starkes Europa fit für Berlin" oder "Für Deutschlands Zukunft" (CDU), "Für Europa - unser Europa steht für Wachstum, soziale Sicherheit" (SPD). In dieser Wahlwerbung drückt sich exakt aus, dass diese Parteien die EU für die Durchsetzung der Interessen des Standorts Deutschlands nutzen ...


Das heißt also: Kapital-EU und "Europa der Vaterländer" ist kein Widerspruch und war es auch nie.
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"Ich verwarne Ihnen!" (Schiri)
"Ich danke Sie" (Willi Lippens)

Keinem einzigen dieser Professoren, die auf Spezialgebieten der Chemie, der Geschichte, der Physik die wertvollsten Arbeiten liefern können, darf man auch nur ein einziges Wort glauben, sobald er auf Philosophie zu sprechen kommt. (Mark Twain)
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uwebus
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Anmeldungsdatum: 23.06.2011
Beiträge: 3258
Wohnort: Saarbrücken

Beitrag(#2176650) Verfasst am: 01.05.2019, 21:25    Titel: Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:

Politisch gibt es keine Änderungen dieser beiden Parteien.


Die SPD war eine Partei, die die Interessen der deutschen Arbeitnehmerschaft vertrat, die heutige SPD vertritt die Interessen der europäischen Arbeiterschaft zu Lasten der deutschen Arbeiterschaft sowie die Interessen von Einkommensmillionären.

u.a. europäische Arbeitslosenversicherung, Bankenrettung zu Lasten deutscher Steuerzahler, europäischen Mindestlohn. Dazu Öffnung der Grenzen und damit der Sozialsysteme für Wirtschaftsmigranten aus aller Herren Länder. Steuersenkung für die Reichen, Steuererhöhung für Otto Normal.
Gab's unter Schmidt nicht.

Die CDU ist da noch schlimmer. Unter Adenauer waren die Konzerne noch überwiegend national und zahlten ihre Steuern in Deutschland. Die Steuern waren für hohe Einkommen wesentlich höher als heute. Heute zahlen internationale Konzerne in Deutschland überhaupt keine Steuern, Einkommensmillionäre werden verschont.

Nur ein Beispiel aus meinem persönlichen Leben:

Ich war Beamter der Deutschen Bundespost, der letzte Minister Schwarz-Schilling hatte ein Einkommen unterhalb des Einkommens des Bundeskanzlers.

Heute, nach der Privatisierung, haben all die, die heute die Arbeit machen, wesentlich schlechtere Arbeitsbedingungen, die Vorstände von Post und Telekom aber stecken sich jährlich 2-stellige Millionenbeträge ein.

Die Adenauer-CDU war wesentlich sozialer als die Regierung Merkel.
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Man soll nicht alles glauben, was in Physikbüchern steht.
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TheStone
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Beiträge: 169

Beitrag(#2176663) Verfasst am: 02.05.2019, 02:57    Titel: Antworten mit Zitat

uwebus hat folgendes geschrieben:
die heutige SPD vertritt die Interessen der europäischen Arbeiterschaft zu Lasten der deutschen Arbeiterschaft



Ganz abgesehen davon, dass das nicht stimmt, leuchtet mir nicht ein, wieso mich niederländische/belgische/tschechische/etc. Arbeiter weniger interessieren sollten als deutsche.
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step
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Beiträge: 21863
Wohnort: Germering

Beitrag(#2176681) Verfasst am: 02.05.2019, 08:35    Titel: Antworten mit Zitat

TheStone hat folgendes geschrieben:
uwebus hat folgendes geschrieben:
die heutige SPD vertritt die Interessen der europäischen Arbeiterschaft zu Lasten der deutschen Arbeiterschaft
Ganz abgesehen davon, dass das nicht stimmt, leuchtet mir nicht ein, wieso mich niederländische/belgische/tschechische/etc. Arbeiter weniger interessieren sollten als deutsche.

Da stimme ich Dir zwar zu, es ist aber eher eine Haltung linker Intellektueller. Der Proletarier will sich tendenziell eher nicht länderübergreifend vereinigen, dafür aber gern selbst ein Burgeois werden (ich meine, auch Marx hätte das schon so ähnlich geschrieben). Die Arbeiterschaft bietet leider erhebliches national-rechtes Wählerpotenzial, und das wissen SPD und Linke der einzelnen Länder natürlich ganz genau.
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Tarvoc
Papst Tarvoc der Stæhlerne



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Beiträge: 37055
Wohnort: Bonn

Beitrag(#2176692) Verfasst am: 02.05.2019, 09:17    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
Die Arbeiterschaft bietet leider erhebliches national-rechtes Wählerpotenzial

Will das nicht unbedingt in Zweifel ziehen, aber haste da mal 'ne Statistik dazu? Irgendwie ist es sehr viel einfacher, online Wählerstatistiken für alle möglichen Gruppen (Alte, Junge, Frauen, Reiche, Katholiken, Juden...) zu finden als für Arbeiter.
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Marcellinus
Outsider



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Beiträge: 7036

Beitrag(#2176712) Verfasst am: 02.05.2019, 11:26    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
TheStone hat folgendes geschrieben:
uwebus hat folgendes geschrieben:
die heutige SPD vertritt die Interessen der europäischen Arbeiterschaft zu Lasten der deutschen Arbeiterschaft
Ganz abgesehen davon, dass das nicht stimmt, leuchtet mir nicht ein, wieso mich niederländische/belgische/tschechische/etc. Arbeiter weniger interessieren sollten als deutsche.

Da stimme ich Dir zwar zu, es ist aber eher eine Haltung linker Intellektueller. Der Proletarier will sich tendenziell eher nicht länderübergreifend vereinigen, dafür aber gern selbst ein Burgeois werden (ich meine, auch Marx hätte das schon so ähnlich geschrieben). Die Arbeiterschaft bietet leider erhebliches national-rechtes Wählerpotenzial, und das wissen SPD und Linke der einzelnen Länder natürlich ganz genau.

Von irgendeiner sozialistischen Ikone habe ich mal den Ausspruch gelesen, das Maximum, zu dem der Arbeiter von sich aus fähig sei, sei ein Syndikalismus. Daher sind die verschiedenen linken Theorien auch allesamt Erfindungen von Bürgerlichen, die den Arbeitern nur übergestülpt wurden.

Daß in Zeiten der Globalisierung, deren negative Folgen vor allem die Arbeiterschaft zu spüren und auszubaden bekommen hat, die Arbeiter, die es noch gibt, sich eher protektionistisch orientieren, dürfte da nicht verwundern. Mit national und rechts hat das erst einmal nichts zu tun.

Das ergibt sich erst, weil die politische Linke sich längst von ihrer eigenen Klassenbasis verabschiedet hat, wenn sie sich überhaupt je als deren Interessenvertretung verstanden hat, und nicht eher als die Vertretung von Interessen, die die Arbeiterklasse ihrer Ansicht nach hätte haben sollen.
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"Mangel an historischem Sinn ist der Erbfehler aller Philosophen ... Alles aber ist geworden;
es gibt keine ewigen Tatsachen: sowie es keine absoluten Wahrheiten gibt."

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Tarvoc
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Beitrag(#2176714) Verfasst am: 02.05.2019, 11:32    Titel: Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Von irgendeiner sozialistischen Ikone habe ich mal den Ausspruch gelesen, das Maximum, zu dem der Arbeiter von sich aus fähig sei, sei ein Syndikalismus. Daher sind die verschiedenen linken Theorien auch allesamt Erfindungen von Bürgerlichen, die den Arbeitern nur übergestülpt wurden.

Das war Lenin, und er bezog sich nicht "den Arbeiter" (womöglich noch als Kantisches jenseits aller historischer Erfahrung gegebenes Wesen eines Dings an sich! Lachen), sondern sehr spezifisch auf die russische Arbeiterklasse im ersten und zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts ohne ihre politische Führung. Und der zweite Satz war ganz sicher nicht die Schlussfolgerung, die er daraus zog. Pfeifen

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
wenn sie sich überhaupt je als deren Interessenvertretung verstanden hat, und nicht eher als die Vertretung von Interessen, die die Arbeiterklasse ihrer Ansicht nach hätte haben sollen.

Als Zizekianer würde ich jetzt mal ganz kackdreist behaupten: Interessenvertretung funktioniert immer so. zwinkern
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Skeptiker
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Beitrag(#2176760) Verfasst am: 02.05.2019, 19:11    Titel: Antworten mit Zitat

TheStone hat folgendes geschrieben:
uwebus hat folgendes geschrieben:
die heutige SPD vertritt die Interessen der europäischen Arbeiterschaft zu Lasten der deutschen Arbeiterschaft


Ganz abgesehen davon, dass das nicht stimmt, ...


Korrekt. Denn die SPD vertritt überhaupt gar keine Arbeiterinteressen, weder die deutscher noch europäischer Arbeiter.

TheStone hat folgendes geschrieben:
... leuchtet mir nicht ein, wieso mich niederländische/belgische/tschechische/etc. Arbeiter weniger interessieren sollten als deutsche.


Mir auch nicht! Daumen hoch!

Denn, nur dann, wenn die sozialen Interessen der Lohnabhängigen - also der Arbeiter und Angestellten - europaweit und weltweit vertreten werden - vor allem von den Gewerkschaften - desto leichter wird es möglich sein, internationalen Widerstand gegen Kapitalinteressen zu organisieren und die nationale Borniertheit zu durchbrechen.
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Beitrag(#2176761) Verfasst am: 02.05.2019, 19:17    Titel: Antworten mit Zitat

uwebus hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:

Politisch gibt es keine Änderungen dieser beiden Parteien.


Die SPD war eine Partei, die die Interessen der deutschen Arbeitnehmerschaft vertrat, die heutige SPD vertritt die Interessen der europäischen Arbeiterschaft zu Lasten der deutschen Arbeiterschaft sowie die Interessen von Einkommensmillionären.

u.a. europäische Arbeitslosenversicherung, Bankenrettung zu Lasten deutscher Steuerzahler, europäischen Mindestlohn. Dazu Öffnung der Grenzen und damit der Sozialsysteme für Wirtschaftsmigranten aus aller Herren Länder. Steuersenkung für die Reichen, Steuererhöhung für Otto Normal.
Gab's unter Schmidt nicht.

Die CDU ist da noch schlimmer. Unter Adenauer waren die Konzerne noch überwiegend national und zahlten ihre Steuern in Deutschland. Die Steuern waren für hohe Einkommen wesentlich höher als heute. Heute zahlen internationale Konzerne in Deutschland überhaupt keine Steuern, Einkommensmillionäre werden verschont.

Nur ein Beispiel aus meinem persönlichen Leben:

Ich war Beamter der Deutschen Bundespost, der letzte Minister Schwarz-Schilling hatte ein Einkommen unterhalb des Einkommens des Bundeskanzlers.

Heute, nach der Privatisierung, haben all die, die heute die Arbeit machen, wesentlich schlechtere Arbeitsbedingungen, die Vorstände von Post und Telekom aber stecken sich jährlich 2-stellige Millionenbeträge ein.

Die Adenauer-CDU war wesentlich sozialer als die Regierung Merkel.


Wenn Eltern sich um die Interessen ihrer Kinder kümmern, so wird sich dieses Kümmern mit zunehmendem Alter der Kinder ändern.

Sowohl die SPD als auch die CDU kümmern sich um Kapitalinteressen so wie Eltern um ihre Brut.

Aber weil die Kapitalinteressen sich stets verändern, aufgrund der technologischen, geostrategischen, militärischen und wirtschaftlichen Konkurrenzsituation allgemein, ändern sich auch die politischen Unterstützungsleistungen der bürgerlichen Parteien.

Wenn Sozialpolitik die Kapitalinteressen nicht tangiert, dann ist auch eine CDU sozial. Wenn Sozialpolitik die Profite zu sehr schmälert, ist die CDU nicht mehr sozial, usw.
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Beitrag(#2176764) Verfasst am: 02.05.2019, 19:23    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
TheStone hat folgendes geschrieben:
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die heutige SPD vertritt die Interessen der europäischen Arbeiterschaft zu Lasten der deutschen Arbeiterschaft
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Die schlecht ausgebildeten Arbeiter in kleinen Klitschen sind selbstredend nicht besonders fortschrittlich. Aber - wie man stets an den Ergebnissen der Betriebsratswahlen großer Unternehmen sieht - die überwältigende Mehrheit der Facharbeiter wählt links, wählt kapitalkritische Gewerkschaftsgruppen.

Deshalb sind moderne, international operierende Konzerne auch ein guter Nährboden für den Klassenkampf der Arbeiter und Angestellten.
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Beitrag(#2176766) Verfasst am: 02.05.2019, 19:34    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Von irgendeiner sozialistischen Ikone habe ich mal den Ausspruch gelesen, das Maximum, zu dem der Arbeiter von sich aus fähig sei, sei ein Syndikalismus. Daher sind die verschiedenen linken Theorien auch allesamt Erfindungen von Bürgerlichen, die den Arbeitern nur übergestülpt wurden.

Das war Lenin, und er bezog sich nicht "den Arbeiter" (womöglich noch als Kantisches jenseits aller historischer Erfahrung gegebenes Wesen eines Dings an sich! Lachen), sondern sehr spezifisch auf die russische Arbeiterklasse im ersten und zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts ohne ihre politische Führung. Und der zweite Satz war ganz sicher nicht die Schlussfolgerung, die er daraus zog. Pfeifen

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
wenn sie sich überhaupt je als deren Interessenvertretung verstanden hat, und nicht eher als die Vertretung von Interessen, die die Arbeiterklasse ihrer Ansicht nach hätte haben sollen.

Als Zizekianer würde ich jetzt mal ganz kackdreist behaupten: Interessenvertretung funktioniert immer so. zwinkern


Ich weiß zwar nicht, wieso man Zizekianer sein muss, aber es ging Lenin vor allem um die objektiven Interessen der Arbeiterschaft, was jedoch nicht als Bevormundung gemeint war.

Die Partei als Avantgarde der klassenbewussten Arbeiter hatte in diesem Sinne weniger die Aufgabe, Klassenbewusstsein zu schaffen, wo es keine Grundlage für Klassenbewusstsein gab, sondern es da zu fördern, wo es eine Grundlage dafür gab.

Die Partei selbst sollte ein sich stets daran orientierendes Gebilde sein, das heisst, sich ebenfalls dadurch weiterentwickeln.

Dies beides, indem eine enge Verbindung zwischen Theorie und Bewegung bestünde.

Losgelöst von der Bewegung, bliebe der Partei nur die theoretische Erstarrung und der Arbeiterschaft als Gipfelpunkt der Syndikalismus.
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Marcellinus
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Beitrag(#2176767) Verfasst am: 02.05.2019, 19:40    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:

Das war Lenin, und er bezog sich nicht "den Arbeiter" (womöglich noch als Kantisches jenseits aller historischer Erfahrung gegebenes Wesen eines Dings an sich! Lachen), ...

Es war eine sprachliche Schlamperei, die ich mir normalerweise nicht durchgehen lasse. Bemerkt habe ich sie, als ich den Post hinterher noch einmal las, war aber zu faul, ihn noch zu ändern. zwinkern
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Beitrag(#2176777) Verfasst am: 02.05.2019, 21:04    Titel: Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:

Das war Lenin, und er bezog sich nicht "den Arbeiter" (womöglich noch als Kantisches jenseits aller historischer Erfahrung gegebenes Wesen eines Dings an sich! Lachen), ...

Es war eine sprachliche Schlamperei, die ich mir normalerweise nicht durchgehen lasse. Bemerkt habe ich sie, als ich den Post hinterher noch einmal las, war aber zu faul, ihn noch zu ändern. zwinkern

Dafür habe ich in meinem Satz ein Wort vergessen. Es muss natürlich heißen: "bezog sich nicht auf 'den Arbeiter'". Verlegen
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Beitrag(#2176778) Verfasst am: 02.05.2019, 21:06    Titel: Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Ich weiß zwar nicht, wieso man Zizekianer sein muss

Ich auch nicht. Mr. Green
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