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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 38678
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2154375) Verfasst am: 13.10.2018, 22:15    Titel: Antworten mit Zitat

Sehe ich jetzt erst:




Mir scheint die Sozen haben so ziemlich fertig. 15% und nur noch viertstärkste Partei? Knapp hinter Grünen und AfD?

Naja....weshalb soll man die noch wählen. Mir fallen da schon seit geraumer Zeit keine Gründe mehr ein. Kein Spitzenpersonal, das einen vom Hocker reissen koennte, dafuer unfähig einem bräunlich angehauchten U-Boot wie Thilo Sarrazin den Stuhl vor die Tür zu stellen...

Auch sonst enthalten diese Umfrageergebnisse einige Hämmer, die darauf hindeuten, dass sich die politische Landschaft in den letzten Jahren so dramatisch veraendert hat wie noch nie seit dem Neuanfang nach dem Krieg.

Obwohl die CDU noch mit deutlichem Abstand stärkste Partei ist, sind deren 26% ein Armutszeugnis und neuerlicher Tiefpunkt. Ausserdem faellt auf, dass bei einem Wahlergebnis, wenn es denn so aussehen wuerde, kaum eine Koalitionsregierung moeglich waere. Keine Zweierkoalition kaeme auch nur in die Nähe einer politischen Mehrheit, jede rechnerisch mögliche Kombination muesste mindestens 3 Parteien enthalten damit es zur Mehrheit reicht.

Besonders bitter fuer die SPD: Die klassischen Koalitionen mit Beteiligung der SPD funktionieren alle nicht mehr.

Eine "grosse" Koalition, die schon lange nicht mehr gross ist: 41% = Weit entfernt von einer Mehrheit.

Eine "Ampel" aus SPD, Gruenen und FDP: 42% = Weit entfernt von einer Mehrheit.

"Rot-Gruen" (wohl eher "gruen-rot"): 32 % = noch nicht mal ein Drittel....

"Rot-Rot-Gruen": 42 % = weit entfernt von einer Mehrheit.

Dies bedeutet, dass die SPD derzeit ueber kaum eine Machtperspektive verfügt, was sogar fuer die Linke insgesamt gilt. So wie die Zahlen aussehen, kann man eigentlich fast nur beten, dass Angela Merkel noch 'ne Weile durchhält, fuer die Zeit nach Merkel deutet vieles auf politisches Chaos hin. Man stelle sich mal vor diese Umfragezahlen waeren das Ergebnis der naechsten Bundestagswahl. Zu einer CDU-geführten Mehrparteienregierung gäbe es keine realistische Alternative und solange Merkel im Amt ist wird es keine Annäherung an die AfD seitens der Union geben, ohne Merkel waere ich mir da nicht so sicher, schliesslich haben die deutschen Konservativen schon einmal ihr Land und die Demokratie an Rechtsextremisten verraten.

Wer wie ich der SPD nicht zutraut aus ihrer tiefen Krise herauszukommen, der kann eigentlich nur hoffen, dass Grüne und die Linke in die Bresche springen koennen und neue Mehrheiten moeglich machen, vielleicht auch mit Hilfe der Rest-SPD.

Die Gruenen müssten vor allem weiterhin fuer Multikultur und eine offene Gesellschaft stehen und duerfen nicht den Weg einiger Abweichler gehen und diese zentralen Politikpunkte in Frage stellen.

Schwieriger duerfte die Aufgabe der Linken sein. Dort muss man endlich die Konsequenzen aus dem Zusammenbruch des Ostblocks ziehen und sich von Marktfeindlichkeit und antikapitalistischer Rhetorik verabschieden. Stattdessen sollte man sich dort darauf konzentrieren als wirksames soziales Korrektiv dafuer zu sorgen, dass eine progressive, marktwirtschaftlich orientierte Regierung mit oder ohne direkter Beteiligung der Linken, nicht vergisst, dass sie nicht nur der Wirtschaft verpflichtet ist, sondern auch soziale Verantwortung traegt. Die Aufgabe, die eigentlich die der SPD war und die diese schon lange nicht mehr erfüllt, was mit ein Grund fuer das Erstarken des rechten Randes ist.


Linke Politik muss sich neu erfinden, d.h. die historischen Realitäten anerkennen und sich auf ihre Wurzeln besinnen, d.h. den Menschen verlässliche soziale Sicherheit schaffen ohne deren materielle Basis zu zerstören. Darueberhinaus muessen Linke auch wieder in Gemeinden und Stadtvierteln präsent sein und den Menschen praktische Hilfe z.B. beim Umgang mit Behörden oder Vermietern anbieten. Solche Basisarbeit hat linken Parteien frueher einmal ein beachtliches Stammwählerreservoir gesichert. Dann wird es rechten Rattenfaengern wieder schwerer fallen Anhänger zu gewinnen, ausdruecklich ohne dass man deshalb deren Ausgrenzungspolitik nachäffen muss.

Wichtig ist auch, dass in der linken Politik insgesamt wieder mehr Praktiker vorne mitmischen. Keine akademischen Glattschwätzer, die noch nie eine Fabrikhalle von innen gesehen haben und theoretisch alles wissen aber praktisch nichts koennen, sondern Menschen, die selbst mal Arbeitnehmer waren und diese deshalb verstehen sowie auch progressive Unternehmerpersönlichkeiten und Investoren, z.B. aus dem Bereich der neuen Technologien. Die duerfen dann von mir aus auch mal einen dreckigen Witz erzählen oder sich im Pronomen vergreifen, solange sie nur die Sprache der Leute sprechen und von denen verstanden werden. Hierin liegt naemlich der grosse "disconnect", der die eigentliche Ursache fuer die Misere linker Parteien ist und den linke Politik erst mal ueberwinden muss, bevor man ueber neuerliche Mehrheitsfähigkeit auch nur reden kann.
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DonMartin
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Anmeldungsdatum: 13.08.2013
Beiträge: 4829

Beitrag(#2154387) Verfasst am: 14.10.2018, 00:00    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
... dass Grüne und die Linke in die Bresche springen koennen und neue Mehrheiten moeglich machen, vielleicht auch mit Hilfe der Rest-SPD.

SPD und Grüne sind kommunizierende Gefässe. Da kommt in der Summe nicht mehr zustande.
beachbernie hat folgendes geschrieben:

Keine akademischen Glattschwätzer, die noch nie eine Fabrikhalle von innen gesehen haben und theoretisch alles wissen aber praktisch nichts koennen, sondern Menschen, die selbst mal Arbeitnehmer waren und diese deshalb verstehen ...

Die sind jetzt bei der AfD.
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 38678
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2154391) Verfasst am: 14.10.2018, 00:24    Titel: Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
... dass Grüne und die Linke in die Bresche springen koennen und neue Mehrheiten moeglich machen, vielleicht auch mit Hilfe der Rest-SPD.

SPD und Grüne sind kommunizierende Gefässe. Da kommt in der Summe nicht mehr zustande.
beachbernie hat folgendes geschrieben:

Keine akademischen Glattschwätzer, die noch nie eine Fabrikhalle von innen gesehen haben und theoretisch alles wissen aber praktisch nichts koennen, sondern Menschen, die selbst mal Arbeitnehmer waren und diese deshalb verstehen ...

Die sind jetzt bei der AfD.


Nein. Die sitzen zuhause und saufen.

In der AfD sitzen nicht die Glattschwätzer, sondern die Dummschwaetzer und ein paar vom Hochadel heruntergekommene Nichtsnutze sowie gescheiterte Unternehmer, auf deren "Expertise" die Menschheit gerne verzichten kann.. Sehr glücklich
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DonMartin
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Anmeldungsdatum: 13.08.2013
Beiträge: 4829

Beitrag(#2154396) Verfasst am: 14.10.2018, 00:45    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:

In der AfD sitzen nicht die Glattschwätzer, sondern die Dummschwaetzer und ein paar vom Hochadel heruntergekommene Nichtsnutze sowie gescheiterte Unternehmer, auf deren "Expertise" die Menschheit gerne verzichten kann.. Sehr glücklich

https://de.wikipedia.org/wiki/Guido_Reil
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Tarvoc
Papst Tarvoc der Stæhlerne



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Beitrag(#2154510) Verfasst am: 15.10.2018, 17:11    Titel: Antworten mit Zitat

Wow! Es gibt also einen Arbeiter bei der AfD. Wer hätte das gedacht?! Mit den Augen rollen
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DonMartin
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Anmeldungsdatum: 13.08.2013
Beiträge: 4829

Beitrag(#2154515) Verfasst am: 15.10.2018, 18:08    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Wow! Es gibt also einen Arbeiter bei der AfD. Wer hätte das gedacht?! Mit den Augen rollen

Die SPD offenbar nicht
Zitat:
Die AfD punktet bei Arbeitern und Angestellten

Besonders bitter für das SPD-Team um Spitzenkandidatin Natascha Kohnen: Den Kampf um die Arbeiter und Angestellten verlieren sie gegen die AfD
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Tarvoc
Papst Tarvoc der Stæhlerne



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Wohnort: Bonn

Beitrag(#2154517) Verfasst am: 15.10.2018, 18:49    Titel: Antworten mit Zitat

Das überrascht mich genauso wenig.
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



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Beitrag(#2154525) Verfasst am: 15.10.2018, 20:48    Titel: Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Wow! Es gibt also einen Arbeiter bei der AfD. Wer hätte das gedacht?! Mit den Augen rollen

Die SPD offenbar nicht
Zitat:
Die AfD punktet bei Arbeitern und Angestellten

Besonders bitter für das SPD-Team um Spitzenkandidatin Natascha Kohnen: Den Kampf um die Arbeiter und Angestellten verlieren sie gegen die AfD


Du kennst den Unterschied zwischen einem aktiven Politiker und einem Wähler?
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