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Soziale Gerechtigkeit
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unquest
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Anmeldungsdatum: 10.10.2010
Beiträge: 3326

Beitrag(#1598580) Verfasst am: 12.01.2011, 13:57    Titel: Soziale Gerechtigkeit Antworten mit Zitat

Immer wieder wird soziale Gerechtigkeit gefordert aber ich weiss nicht genau was das ist.

Telliamed hat folgendes geschrieben:
Die Idee des Sozialismus als einer Bewegung und einer anzustrebenden Gesellschaftsordnung mit sozialer Gerechtigkeit ist nicht tot, sie ist im Aufwind.

Soziale Gerechtigkeit ist heute schon angesichts der von den Menschen geschaffenen Reichtümer teilweise durchsetzbar.


Ist es richtig, dass hier keine Gerechtigkeit nach einer Regel oder Norm, sondern eine "austeilende Gerechtigkeit" im Sinne einer gleichen Verteilung von Gütern gemeint ist?


Noch drei Fragen dazu:

1.
Bevor ich in Deutschland 1 € meines Verdienstes ausgeben kann, muss ich länger als ein halbes Jahr gearbeitet haben. Über die Hälfte meines erwirtschafteten Einkommens wird also "umverteilt".

Zitat:
In Jahr 2007 arbeiten die deutschen Steuerzahler bis zum 13. Juli ausschließlich für den Staat. Dies hat der Bund der Steuerzahler (BdSt) errechnet. Demnach müssen die Bürger vom Brutto-Einkommen rund 53 Prozent wieder als Steuern und Sozialabgaben abführen. Von einem Euro bleiben im Schnitt 47 Cent bei den Steuerzahlern, wie der BdSt betont.

http://money.de.msn.com/artikel.aspx?cp-documentid=149903012

Ist soziale Gerechtigkeit erst dann erreicht wenn 100% umverteilt werden?


2.
Ein Staatssystem, dass sich soziale Gerechtigkeit auf die Fahnen geschrieben hatte war die DDR. Wie erklärt man aber dann folgendes Phänomen:
Zitat:
Als für die Währungsunion 1990 die Vermögensverteilung in der DDR untersucht wurde, stellte sich heraus, dass auch im Sozialismus massive Ungleichheit herrschte. Zwanzig Prozent der Ostdeutschen besaßen achtzig Prozent des Vermögens.

(Quelle: FAZ, 21.03.2010)

3.
Für die Schaffung von Gerechtigkeit ist die Justiz zuständig. Bei welcher Institution kann ich in Zukunft "soziale Gerechtigkeit" einklagen?
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Sanne
gives peas a chance.



Anmeldungsdatum: 05.08.2003
Beiträge: 12088
Wohnort: Nordschland

Beitrag(#1598589) Verfasst am: 12.01.2011, 14:36    Titel: Re: Soziale Gerechtigkeit Antworten mit Zitat

unquest hat folgendes geschrieben:
Immer wieder wird soziale Gerechtigkeit gefordert aber ich weiss nicht genau was das ist.

Telliamed hat folgendes geschrieben:
Die Idee des Sozialismus als einer Bewegung und einer anzustrebenden Gesellschaftsordnung mit sozialer Gerechtigkeit ist nicht tot, sie ist im Aufwind.

Soziale Gerechtigkeit ist heute schon angesichts der von den Menschen geschaffenen Reichtümer teilweise durchsetzbar.


Ist es richtig, dass hier keine Gerechtigkeit nach einer Regel oder Norm, sondern eine "austeilende Gerechtigkeit" im Sinne einer gleichen Verteilung von Gütern gemeint ist?


Noch drei Fragen dazu:

1.
Bevor ich in Deutschland 1 € meines Verdienstes ausgeben kann, muss ich länger als ein halbes Jahr gearbeitet haben. Über die Hälfte meines erwirtschafteten Einkommens wird also "umverteilt".

Zitat:
In Jahr 2007 arbeiten die deutschen Steuerzahler bis zum 13. Juli ausschließlich für den Staat. Dies hat der Bund der Steuerzahler (BdSt) errechnet. Demnach müssen die Bürger vom Brutto-Einkommen rund 53 Prozent wieder als Steuern und Sozialabgaben abführen. Von einem Euro bleiben im Schnitt 47 Cent bei den Steuerzahlern, wie der BdSt betont.

http://money.de.msn.com/artikel.aspx?cp-documentid=149903012

Du profitierst selber von Krankenversicherung, arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung, Pflegeversicherung und von steuerfinanzierten Institutionen wie Straßen, Polizei, Gericht, Verwaltung.

Der Rest geht an Leute, die grade nicht soviel verdienen wie du. Zum Beispiel Kinder, Rentner, Studenten, Kranke, Arbeitslose. Ich weiß nicht, was daran verkehrt sein soll.
_________________
Ich will das Internet doch nicht mit meinen Problemen belästigen! (Marge Simpson)
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unquest
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Anmeldungsdatum: 10.10.2010
Beiträge: 3326

Beitrag(#1598591) Verfasst am: 12.01.2011, 14:46    Titel: Re: Soziale Gerechtigkeit Antworten mit Zitat

Sanne hat folgendes geschrieben:

Du profitierst selber von Krankenversicherung, arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung, Pflegeversicherung und von steuerfinanzierten Institutionen wie Straßen, Polizei, Gericht, Verwaltung.

Der Rest geht an Leute, die grade nicht soviel verdienen wie du. Zum Beispiel Kinder, Rentner, Studenten, Kranke, Arbeitslose. Ich weiß nicht, was daran verkehrt sein soll.


Meine Frage ist nicht, ob dies richtig oder falsch ist, sondern wann glückselige soziale Gerechtigkeit herrscht. Schulterzucken
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Sanne
gives peas a chance.



Anmeldungsdatum: 05.08.2003
Beiträge: 12088
Wohnort: Nordschland

Beitrag(#1598596) Verfasst am: 12.01.2011, 15:12    Titel: Antworten mit Zitat

Man muß Gerechtigkeit ja nicht zwangsläufig als glücksseligen Zustand verstehen.
Im Alltag versteht man unter Gerechtigkeit vielmehr ein Prinzip, nach welchem man sein Handeln ausrichtet.
_________________
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esme
lebt ohne schützende Gänsefüßchen.



Anmeldungsdatum: 12.06.2005
Beiträge: 5667

Beitrag(#1598608) Verfasst am: 12.01.2011, 16:31    Titel: Re: Soziale Gerechtigkeit Antworten mit Zitat

unquest hat folgendes geschrieben:
Sanne hat folgendes geschrieben:

Du profitierst selber von Krankenversicherung, arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung, Pflegeversicherung und von steuerfinanzierten Institutionen wie Straßen, Polizei, Gericht, Verwaltung.

Der Rest geht an Leute, die grade nicht soviel verdienen wie du. Zum Beispiel Kinder, Rentner, Studenten, Kranke, Arbeitslose. Ich weiß nicht, was daran verkehrt sein soll.


Meine Frage ist nicht, ob dies richtig oder falsch ist, sondern wann glückselige soziale Gerechtigkeit herrscht. Schulterzucken


Es geht darum, dass das, was du geschrieben hast, *falsch* ist. Es wird *nicht* die Hälfte deines Einkommens umverteilt, weil du eben selbst davon profitierst. Und bei sozialer Gerechtigkeit geht es nicht nur um Geldverteilen oder Gleichheit vor dem Gesetz, sondern vor allem auch um Bildungs- und Aufstiegschancen.
_________________
Gunkl über Intelligent Design:
Da hat sich die Kirche beim Rückzugsgefecht noch einmal grandios verstolpert und jetzt wollen sie auch noch Haltungsnoten für die argumentative Brez'n, die sie da gerissen haben.
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Arno Gebauer
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Anmeldungsdatum: 30.01.2005
Beiträge: 682

Beitrag(#1598609) Verfasst am: 12.01.2011, 16:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, unquest,

Entscheidungen werden nach Recht und Gesetz und
nicht nach Gerechtigkeit getroffen.

Wenn man die Auswirkungen der Gesetze auf die
menschliche Gemeinschaft bewertet,
kommt die Worthülse Gerechtigkeit ins Spiel.

Viele Grüße
Arno
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Trennung von Staat und Kirche !
Die geistigen Brandstifter des Holocausts waren die Kirchen! Sie haben viele Jahrhunderte lang gegen die Juden gehetzt!
Nie mehr Zeit und Geld für reiche Kirchen!!!!
Keine Kinder mehr in Kirchenhände!
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unquest
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Anmeldungsdatum: 10.10.2010
Beiträge: 3326

Beitrag(#1598612) Verfasst am: 12.01.2011, 17:09    Titel: Antworten mit Zitat

Sanne hat folgendes geschrieben:
Man muß Gerechtigkeit ja nicht zwangsläufig als glücksseligen Zustand verstehen.
Im Alltag versteht man unter Gerechtigkeit vielmehr ein Prinzip, nach welchem man sein Handeln ausrichtet.

Es geht mir nicht um Gerechtigkeit sondern um soziale Gerechtigkeit
esme versteht zum Beispiel Bildungs- und Aufstiegschancen darunter. Mich interessiert nur diese Kombination, da sie immer wieder im politischen Diskurs auftritt und zwar so, als ob jeder wüsste was darunter zu verstehen ist.
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Moloch
registrierter User



Anmeldungsdatum: 16.10.2008
Beiträge: 114

Beitrag(#1598613) Verfasst am: 12.01.2011, 17:20    Titel: Antworten mit Zitat

Erstmal würde ich davor warnen in Sozialer Gerechtigkeit einen absoluten Begriff zu sehen.
Ich würde die Abhängigkeit von der jeweiligen Gesellschaftlichen Entwicklung und der moralischen Verfassung dieser betonen. In einem Land in den es zum Beispiel kein Recht auf Meinungsfreiheit gäbe, könnte man auch nicht an einem solchen partizipieren. Vor der Ausgrenzung steht die generelle Errungenschaft. Gibt es für eine spezielle Krankheit keine Behandlung kann auch niemand davon ausgegrenzt werden.

Ich würde Soziale Gerechtigkeit folgendermaßen verstehen. Soziale Gerechtigkeit umfasst die Möglichkeit aller Gesellschaftlichen Klassen der Partizipation am Mehrwert, Gemeinwohl, am existierenden Recht, an Meinungsfreiheit, Gesundheit, Kultur, Bildung, politischer Meinungsbildung und so weiter. Das sind alles soziale Konstruktionen welche berücksichtigt werden sollten. Anders könnte man sagen, Gesellschaftliche Partizipation die kein Gefühl der Ausgrenzung von den Gesellschaftlichen Feldern hervorruft. Eigentlich könnte man sich das „sozial“ sparen sind doch alle Gesellschaftlichen Konstruktionen mehr oder weniger von sozialer Relevanz sind vom Unternehmen, über die Schule bis zum Gericht.

Die Umverteilung von Kapital wäre ein Aspekt, der aber nur bis zu einem gewissen Maß von Interesse wäre und zwar insofern ein großes Ungleichgewicht existiert das auch die anderen Ebenen extrem Leiden lässt und zur folge hat das Teile der Bevölkerung kaum noch an den anderen Gesellschaftlichen Ebenen partizipieren können. Wer hungert und tagtäglich um sein überleben kämpft kann nicht politisch oder kulturell partizipieren, schluss endlich sieht man sich im sozialen Abseits. Wer aufgrund seines Kapitals zum Beispiel dazu in der Lage ist Recht zu manipulieren oder extrem viele Ressourcen für sich beansprucht der stellt ab einem gewissen Ausmaß eine Gefahr für die Partizipation der anderen dar.

Soziale Gerechtigkeit wird spätestens da wieder von Interesse der herrschenden Klassen, der Wirtschaft und der „Eliten“, wenn die Schere der Klassen so weit auseinander liegt das es zu sozialen Unruhen kommt oder aber die Kosten für Strafverfolgung, Militär, Propaganda und so weiter denn Mehrwert in einer Gesellschaft als ganzes aufzehren, weil es sich für die Bürger nicht mehr lohnt sich an geltendes Recht zu halten.
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astarte
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Anmeldungsdatum: 13.11.2006
Beiträge: 40098

Beitrag(#1598616) Verfasst am: 12.01.2011, 17:43    Titel: Antworten mit Zitat

Wikipedia hat folgendes geschrieben:
In der Bundesrepublik Deutschland wird Soziale Gerechtigkeit als ideelles Ziel des aus dem Sozialstaatsgedanken des Artikel 20, Absatz 1 des Grundgesetzes abgeleiteten Bestreben der Sozialpolitik angesehen. Dem Bürger soll eine existenzsichernde Teilhabe an den materiellen und geistigen Gütern der Gemeinschaft garantiert werden. Insbesondere wird auch angestrebt, eine angemessene Mindestsicherheit zur Führung eines selbst bestimmten Lebens in Würde und Selbstachtung zu gewährleisten.
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astarte
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Anmeldungsdatum: 13.11.2006
Beiträge: 40098

Beitrag(#1598624) Verfasst am: 12.01.2011, 18:01    Titel: Antworten mit Zitat

Soziale Gerechtigkeit -
Die Mittelschicht betrügt sich selbst


Zitat:
Die Mittelschicht ahnt bereits, dass die Kosten der Finanzkrise an ihr hängen bleiben sollen. Trotzdem wendet sie sich weiterhin gegen die Unterschicht und nicht etwa gegen die Eliten. So sagen fast 65 Prozent aller Menschen, die sich selbst von der Wirtschaftskrise betroffen fühlen: "In Deutschland müssen zu viele schwache Gruppen mitversorgt werden." Wieder gerät völlig aus dem Blick, dass vor allem die Vermögenden davon profitiert haben, dass der Staat mit Milliardensummen Banken und Wirtschaft gerettet hat.
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göttertod
Atheist und Zweifelsäer



Anmeldungsdatum: 20.08.2004
Beiträge: 1548
Wohnort: Freiburg

Beitrag(#1598633) Verfasst am: 12.01.2011, 18:38    Titel: Antworten mit Zitat

Ich mache für mich die Soziale Gerechtigkeit bisher an drei Punkten fest:

1. objektive Wahrheit (der vertretenen Systemkomponenten/-manifestationen/-äußerungen; Transparenz)

2. Handlungsfreiheit (aller Individuen; dazu zählen vorrangig die Freiheitsrechte)

3. soziale Nützlichkeit/Hedonismus (als Schwerpunkt der vorallem politischen Entscheidungen; siehe z.B. EDIT: Deutscher Amtseid)

(4. Diversität (entsteht aber automatisch, wenn die ersten drei Punkte eingehalten werden))



(zur Vertiefung von mir empfohlen John Stuart Mill / Freiheit / Wahrheit / (soziale) Nützlichkeit / Sozialstaat?

EDIT: "Präambel des Grundgesetzes" ausgetauscht mit "Deutscher Amtseid"... war grad äbisl neben der Spur
_________________
auf dass die Bücher von "Iain Banks" Wirklichkeit werden
mmnews, DWN, The Young Turks
jede Tradition ist es wert sich an sie zu erinnern, aber nicht jede Tradition ist es wert gelebt zu werden


Zuletzt bearbeitet von göttertod am 12.01.2011, 19:41, insgesamt einmal bearbeitet
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unquest
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Anmeldungsdatum: 10.10.2010
Beiträge: 3326

Beitrag(#1598638) Verfasst am: 12.01.2011, 19:08    Titel: Antworten mit Zitat

astarte hat folgendes geschrieben:
Soziale Gerechtigkeit -
Die Mittelschicht betrügt sich selbst


Zitat:
Die Mittelschicht ahnt bereits, dass die Kosten der Finanzkrise an ihr hängen bleiben sollen. Trotzdem wendet sie sich weiterhin gegen die Unterschicht und nicht etwa gegen die Eliten. So sagen fast 65 Prozent aller Menschen, die sich selbst von der Wirtschaftskrise betroffen fühlen: "In Deutschland müssen zu viele schwache Gruppen mitversorgt werden." Wieder gerät völlig aus dem Blick, dass vor allem die Vermögenden davon profitiert haben, dass der Staat mit Milliardensummen Banken und Wirtschaft gerettet hat.

Nur am Rande:
Soweit mir bekannt, sind doch gerade die halbstaatlichen Landesbanken unter den "Rettungsschirm" geflüchtet, d.h. es waren doch gerade nicht die vielgescholtenen bösen Banker und Manager der Privatwirtschaft die in der Krise gerettet werden mussten.
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Wilson
zwischen gaga und dada



Anmeldungsdatum: 04.02.2008
Beiträge: 11503
Wohnort: Swift Tuttle

Beitrag(#1598755) Verfasst am: 12.01.2011, 23:25    Titel: Antworten mit Zitat

Lachen

natürlich nicht.




http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=5643
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"als ob"
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Defätist
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Beiträge: 8557

Beitrag(#1598837) Verfasst am: 13.01.2011, 07:27    Titel: Antworten mit Zitat

unquest hat folgendes geschrieben:
astarte hat folgendes geschrieben:
Soziale Gerechtigkeit -
Die Mittelschicht betrügt sich selbst


Zitat:
Die Mittelschicht ahnt bereits, dass die Kosten der Finanzkrise an ihr hängen bleiben sollen. Trotzdem wendet sie sich weiterhin gegen die Unterschicht und nicht etwa gegen die Eliten. So sagen fast 65 Prozent aller Menschen, die sich selbst von der Wirtschaftskrise betroffen fühlen: "In Deutschland müssen zu viele schwache Gruppen mitversorgt werden." Wieder gerät völlig aus dem Blick, dass vor allem die Vermögenden davon profitiert haben, dass der Staat mit Milliardensummen Banken und Wirtschaft gerettet hat.

Nur am Rande:
Soweit mir bekannt, sind doch gerade die halbstaatlichen Landesbanken unter den "Rettungsschirm" geflüchtet, d.h. es waren doch gerade nicht die vielgescholtenen bösen Banker und Manager der Privatwirtschaft die in der Krise gerettet werden mussten.

Auch wenn schon Wilson in die richtige Richtung zielt, so denke ich doch, ist folgender Artikel zielführender:
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/finanzen/die-geretteten/1598962.html

Und nun wieder vom Rand zurück ins Zentrum:
Hmm, steht ja eigentlich im Wesentlichen schon alles da. Am Kopf kratzen Schulterzucken
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unquest
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Anmeldungsdatum: 10.10.2010
Beiträge: 3326

Beitrag(#1599428) Verfasst am: 15.01.2011, 12:22    Titel: Antworten mit Zitat

Defätist hat folgendes geschrieben:

Auch wenn schon Wilson in die richtige Richtung zielt, so denke ich doch, ist folgender Artikel zielführender:
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/finanzen/die-geretteten/1598962.html

Und nun wieder vom Rand zurück ins Zentrum:
Hmm, steht ja eigentlich im Wesentlichen schon alles da. Am Kopf kratzen Schulterzucken


Der Sturz der HRE hätte sicherlich viele wirtschaftlich und politisch unkalkulierbare Nebeneffekte gehabt. Wäre aus deiner Sicht eine Nichtverstaatlichung der Bank eine Politik der sozialen Gerechtigkeit gewesen?
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AdvocatusDiaboli
Grouchomarxist



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Beiträge: 23956
Wohnort: München

Beitrag(#1599445) Verfasst am: 15.01.2011, 13:57    Titel: Antworten mit Zitat

astarte hat folgendes geschrieben:
Soziale Gerechtigkeit -
Die Mittelschicht betrügt sich selbst


Zitat:
Die Mittelschicht ahnt bereits, dass die Kosten der Finanzkrise an ihr hängen bleiben sollen. Trotzdem wendet sie sich weiterhin gegen die Unterschicht und nicht etwa gegen die Eliten. So sagen fast 65 Prozent aller Menschen, die sich selbst von der Wirtschaftskrise betroffen fühlen: "In Deutschland müssen zu viele schwache Gruppen mitversorgt werden." Wieder gerät völlig aus dem Blick, dass vor allem die Vermögenden davon profitiert haben, dass der Staat mit Milliardensummen Banken und Wirtschaft gerettet hat.


Ein zumindest in Deutschland seit vielen Jahrzehnten bekanntes soziales Phänomen. Traurig mir fehlt in der Debatte um die Finanzkrise seit langem eine Diskussion dieser irrationalen Haltung. Hartz IV ist übrigens die politische Reaktion auf die Angst der Mittelschicht vor sozialem Abstieg. Dümmer geht's nimmer.
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Sticky
vae victis



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Beitrag(#1599477) Verfasst am: 15.01.2011, 15:42    Titel: Antworten mit Zitat

unquest hat folgendes geschrieben:
Der Sturz der HRE hätte sicherlich viele wirtschaftlich und politisch unkalkulierbare Nebeneffekte gehabt.


Wie zum Beispiel...?


unquest hat folgendes geschrieben:
Wäre aus deiner Sicht eine Nichtverstaatlichung der Bank eine Politik der sozialen Gerechtigkeit gewesen?


Im Gegensatz zur stattgefundenen Sozialisierung der Milliarden an Verlusten durch die kriminelle Zockerei der Banker? Aber immer!
_________________
Gruss: Sticky

Die staatliche Ordnung basiert auf Recht und Gesetz.
Ich bin rechtlos, folglich bin ich auch gesetzlos.

Schwarzer Block

„Wenn Du ein Problem erkannt hast und nichts zur Lösung beiträgst, wirst Du selbst ein Teil des Problems!“ (Alte Indianerweisheit)

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Defätist
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Anmeldungsdatum: 09.06.2010
Beiträge: 8557

Beitrag(#1599878) Verfasst am: 16.01.2011, 22:05    Titel: Antworten mit Zitat

unquest hat folgendes geschrieben:
Defätist hat folgendes geschrieben:

Auch wenn schon Wilson in die richtige Richtung zielt, so denke ich doch, ist folgender Artikel zielführender:
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/finanzen/die-geretteten/1598962.html

Und nun wieder vom Rand zurück ins Zentrum:
Hmm, steht ja eigentlich im Wesentlichen schon alles da. Am Kopf kratzen Schulterzucken


Der Sturz der HRE hätte sicherlich viele wirtschaftlich und politisch unkalkulierbare Nebeneffekte gehabt. Wäre aus deiner Sicht eine Nichtverstaatlichung der Bank eine Politik der sozialen Gerechtigkeit gewesen?


Die HRE in Pleite gehen zu lassen, wäre
1.) konsequent im Sinne der wirtschaftspolitischen Ausrichtung,
2.) ein deutliches politisches Signal an die Pleitebanker im Sinne von "So nicht!",
3.) bedeutend sozial gerechter als die letztendlich gewählte Praxis
und
4.) mit dem erforderlichen strafprozessualen Druck auf die Verantwortlichen auch ein deutliches politisches Signal an die Steuerzahler und Bürger
gewesen.

Naja, wie wir wissen, ist es ja anders gelaufen ....

Die Gewinne werden weiter privatisiert, nachdem die Verluste sozialisiert wurden.
Soziale Gerechtigkeit also nur für eine Seite und auch nur, wenn es den wirtschaftlichen Interessen der Großbanken nutzt? Wie kalkulierbar sind denn die volkswirtschaftlichen Risiken, die aus der staatlichen Bankrotterklärung erwachsen, die in absehbarer Zeit aus solchen Aktionen erfolgen wird?
Frage
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Sticky
vae victis



Anmeldungsdatum: 12.10.2005
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Beitrag(#1600377) Verfasst am: 17.01.2011, 21:21    Titel: Antworten mit Zitat

Ich möchte auch mal global die "soziale Gerechtigkeit" betrachten:

http://www.educara.de/edu/docus/armut.pdf

Zitat:
- Die 3 reichsten Menschen dieser Welt haben ein Vermögen, das größer ist als das Bruttosozialprodukt der 48 am wenigsten entwickelten Länder.

- Die 15 reichsten Menschen dieser Welt haben ein Vermögen, das das Bruttosozialprodukt Afrikas südlich der Sahara übersteigt.

- Die 84 reichsten Menschen dieser Welt haben ein Vermögen, das das Bruttosozialprodukt von China übersteigt.

- Die 225 reichsten Menschen dieser Welt haben ein Vermögen, das das Einkommen der ärmsten 47% der Weltbevölkerung, also von 2.5 Milliarden Menschen, übertrifft.

_________________
Gruss: Sticky

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Ich bin rechtlos, folglich bin ich auch gesetzlos.

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Beiträge: 3326

Beitrag(#1600761) Verfasst am: 18.01.2011, 21:16    Titel: Antworten mit Zitat

Defätist hat folgendes geschrieben:

Die HRE in Pleite gehen zu lassen, wäre
1.) konsequent im Sinne der wirtschaftspolitischen Ausrichtung,
2.) ein deutliches politisches Signal an die Pleitebanker im Sinne von "So nicht!",
3.) bedeutend sozial gerechter als die letztendlich gewählte Praxis
und
4.) mit dem erforderlichen strafprozessualen Druck auf die Verantwortlichen auch ein deutliches politisches Signal an die Steuerzahler und Bürger
gewesen.

Deine Handlungsanweisungen an die Politik dürften deckungsgleich mit den klassischen liberalen Wirtschaftspositionen sein. Gehörst du zum radikal liberalen Flügel?
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unquest
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Anmeldungsdatum: 10.10.2010
Beiträge: 3326

Beitrag(#1600766) Verfasst am: 18.01.2011, 21:20    Titel: Antworten mit Zitat

Sticky hat folgendes geschrieben:
Ich möchte auch mal global die "soziale Gerechtigkeit" betrachten:

Und welche Institution, bzw. welche gesetzlichen Regelungen schlägst du vor um eine gleichmässige Verteilung der Güter sicherzustellen?
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Evilbert
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Anmeldungsdatum: 16.09.2003
Beiträge: 42408

Beitrag(#1600774) Verfasst am: 18.01.2011, 21:26    Titel: Antworten mit Zitat

unquest hat folgendes geschrieben:
Sticky hat folgendes geschrieben:
Ich möchte auch mal global die "soziale Gerechtigkeit" betrachten:

Und welche Institution, bzw. welche gesetzlichen Regelungen schlägst du vor um eine gleichmässige Verteilung der Güter sicherzustellen?


Die Güter sollen nicht gleichmäßig, sondern lediglich sozial adäquat verteilt werden. Und das ist eigentlich bereits grundgesetzlich auch so von Beginn an vorgesehen, wird nur zusehends ignoriert.
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unquest
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Anmeldungsdatum: 10.10.2010
Beiträge: 3326

Beitrag(#1600817) Verfasst am: 18.01.2011, 22:46    Titel: Antworten mit Zitat

Noseman hat folgendes geschrieben:
unquest hat folgendes geschrieben:
Sticky hat folgendes geschrieben:
Ich möchte auch mal global die "soziale Gerechtigkeit" betrachten:

Und welche Institution, bzw. welche gesetzlichen Regelungen schlägst du vor um eine gleichmässige Verteilung der Güter sicherzustellen?


Die Güter sollen nicht gleichmäßig, sondern lediglich sozial adäquat verteilt werden. Und das ist eigentlich bereits grundgesetzlich auch so von Beginn an vorgesehen, wird nur zusehends ignoriert.

Soziale Gerechtigkeit ist die sozial adäquate Verteilung aller Güter weltweit?
Wer setzt die Regeln und wer setzt diese dann durch?
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Evilbert
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Anmeldungsdatum: 16.09.2003
Beiträge: 42408

Beitrag(#1600822) Verfasst am: 18.01.2011, 22:55    Titel: Antworten mit Zitat

unquest hat folgendes geschrieben:
Noseman hat folgendes geschrieben:
unquest hat folgendes geschrieben:
Sticky hat folgendes geschrieben:
Ich möchte auch mal global die "soziale Gerechtigkeit" betrachten:

Und welche Institution, bzw. welche gesetzlichen Regelungen schlägst du vor um eine gleichmässige Verteilung der Güter sicherzustellen?


Die Güter sollen nicht gleichmäßig, sondern lediglich sozial adäquat verteilt werden. Und das ist eigentlich bereits grundgesetzlich auch so von Beginn an vorgesehen, wird nur zusehends ignoriert.

Soziale Gerechtigkeit ist die sozial adäquate Verteilung aller Güter weltweit?
Wer setzt die Regeln und wer setzt diese dann durch?


Mit "sozial adäquat" meine ich, dass auf unterer ebene Mindeststandards eingehalten werden. Da sind die lokalen staatlichen Autoritäten gefragt. Zumindest hier in Deutschland ist das so vorgeschrieben. Dass das weltweit ökonomisch gesehen nicht so einfach geht, ist mir auch klar - aber wenn schon in unserem nicht ganz armen Land erkennbar der politische Wille fehlt, obwohls hier möglich wäre, sollte man sich um die Ökonomie weniger Sorgen machen.
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unquest
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Anmeldungsdatum: 10.10.2010
Beiträge: 3326

Beitrag(#1600828) Verfasst am: 18.01.2011, 23:20    Titel: Antworten mit Zitat

Noseman hat folgendes geschrieben:
unquest hat folgendes geschrieben:
Noseman hat folgendes geschrieben:
unquest hat folgendes geschrieben:
Sticky hat folgendes geschrieben:
Ich möchte auch mal global die "soziale Gerechtigkeit" betrachten:

Und welche Institution, bzw. welche gesetzlichen Regelungen schlägst du vor um eine gleichmässige Verteilung der Güter sicherzustellen?


Die Güter sollen nicht gleichmäßig, sondern lediglich sozial adäquat verteilt werden. Und das ist eigentlich bereits grundgesetzlich auch so von Beginn an vorgesehen, wird nur zusehends ignoriert.

Soziale Gerechtigkeit ist die sozial adäquate Verteilung aller Güter weltweit?
Wer setzt die Regeln und wer setzt diese dann durch?


Mit "sozial adäquat" meine ich, dass auf unterer ebene Mindeststandards eingehalten werden. Da sind die lokalen staatlichen Autoritäten gefragt. Zumindest hier in Deutschland ist das so vorgeschrieben. Dass das weltweit ökonomisch gesehen nicht so einfach geht, ist mir auch klar - aber wenn schon in unserem nicht ganz armen Land erkennbar der politische Wille fehlt, obwohls hier möglich wäre, sollte man sich um die Ökonomie weniger Sorgen machen.

Die Allokation von Gütern ist aber das Problem der Ökonomie und nicht des Rechts.
So müsstest du etwa, wenn aller Reichtum verteilt ist und alle gleiches besitzen, z.B. mich daran hindern mehr zu besitzen. Soziale Gerechtigkeit wäre somit ein Gewaltverhältnis.
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Evilbert
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Anmeldungsdatum: 16.09.2003
Beiträge: 42408

Beitrag(#1600831) Verfasst am: 18.01.2011, 23:24    Titel: Antworten mit Zitat

unquest hat folgendes geschrieben:
und alle gleiches besitzen


Wer fordert das denn? Ich jedenfalls nicht.
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unquest
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Anmeldungsdatum: 10.10.2010
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Beitrag(#1600835) Verfasst am: 18.01.2011, 23:30    Titel: Antworten mit Zitat

Noseman hat folgendes geschrieben:
unquest hat folgendes geschrieben:
und alle gleiches besitzen


Wer fordert das denn? Ich jedenfalls nicht.

Was heisst denn sozial adäquat? Dafür müsste ich wissen, wie eine Regel der sozialen Gerechtigkeit aussieht, denn Gerechtigkeit ist für mich eine Frage des Rechts und nicht der Ökonomie.
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Evilbert
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Anmeldungsdatum: 16.09.2003
Beiträge: 42408

Beitrag(#1600836) Verfasst am: 18.01.2011, 23:35    Titel: Antworten mit Zitat

unquest hat folgendes geschrieben:
Noseman hat folgendes geschrieben:
unquest hat folgendes geschrieben:
und alle gleiches besitzen


Wer fordert das denn? Ich jedenfalls nicht.

Was heisst denn sozial adäquat? Dafür müsste ich wissen, wie eine Regel der sozialen Gerechtigkeit aussieht, denn Gerechtigkeit ist für mich eine Frage des Rechts und nicht der Ökonomie.


Dach übern Kopf, gesunde Nahrung, Kleidung, Zugang zu Informationen.

mE ist das für Erwachsene mit Hartz (obwohl ich ein Feind dieser Gesetzgebung bin) einigermaßen gewährleistet.

Was Kinder und chronisch Kranke u.a. angeht sind die Regelungen aber katastrophal.
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unquest
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Anmeldungsdatum: 10.10.2010
Beiträge: 3326

Beitrag(#1612133) Verfasst am: 20.02.2011, 17:29    Titel: Antworten mit Zitat

Bei meinem letzten Zahnarztbesuch dachte ich wieder an den Begriff der "sozialen Gerechtigkeit"

Für einige meiner Zähne steht eine Instandsetzung mit Brücke an. Da mir ein Implantat zu teuer ist habe ich die Kassenvariante gewählt. Der Zahnarzt erklärte mir, dass ich aber auch hier mit 50% Zuzahlung rechnen muss, ausser ich bekäme Hartz4.

Die Situation stellt sich für mich also wie folgt dar:
Ich werde gezwungen in eine Versicherung Beiträge einzuzahlen, wobei ich im Schadensfall die Hälfte selbst zahlen muss; jemand der keine Beiträge zahlt muss im Schadensfall nichts zahlen. Da ich ein solidarisch denkender Mensch bin finde ich das so prima.

Weil einige Parteien aber "mehr soziale Gerechtigkeit" fordern würde ich auf meinen Fall bezogen gerne wissen wie diese dann aussehen würde.
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Sticky
vae victis



Anmeldungsdatum: 12.10.2005
Beiträge: 5449
Wohnort: Am Arsch der Welt anstatt am Busen der Natur!

Beitrag(#1612149) Verfasst am: 20.02.2011, 18:12    Titel: Antworten mit Zitat

unquest hat folgendes geschrieben:
Bei meinem letzten Zahnarztbesuch dachte ich wieder an den Begriff der "sozialen Gerechtigkeit"

Für einige meiner Zähne steht eine Instandsetzung mit Brücke an. Da mir ein Implantat zu teuer ist habe ich die Kassenvariante gewählt. Der Zahnarzt erklärte mir, dass ich aber auch hier mit 50% Zuzahlung rechnen muss, ausser ich bekäme Hartz4.

Die Situation stellt sich für mich also wie folgt dar:
Ich werde gezwungen in eine Versicherung Beiträge einzuzahlen, wobei ich im Schadensfall die Hälfte selbst zahlen muss; jemand der keine Beiträge zahlt muss im Schadensfall nichts zahlen. Da ich ein solidarisch denkender Mensch bin finde ich das so prima.

Weil einige Parteien aber "mehr soziale Gerechtigkeit" fordern würde ich auf meinen Fall bezogen gerne wissen wie diese dann aussehen würde.


Fangen wir erst einmal damit an, dass die Ärzte nach ihrer tatsächlich erbrachten Leistung bezahlt werden, was die finanziellen Belastungen der KK entgegenwirkt. Gerade die Zahnärzte verlangen neuerdings eine Erhöhung ihrer Honorare um ganze 69%!!! (Zahnärzte sind die nach Laborärzten die bestbezahlten Ärzte in D!) Wenn das geregelt ist, sollten auch die Anreize der KKs, sich erst mal riesige Glaspaläste hinzustellen, genommen werden. Irgendwann dürfte dann auch mal so viel Geld übrig bleiben, die notwendigen Leistungen ihrer Kunden weitgehenst zu bezahlen.

Soziale Gerechtigkeit ist von der Solidaritätsbereitschaft der Menschen abhängig. Aber derzeit gilt doch hier: Wenn jeder nur an sich denkt, ist auch an alle gedacht.
_________________
Gruss: Sticky

Die staatliche Ordnung basiert auf Recht und Gesetz.
Ich bin rechtlos, folglich bin ich auch gesetzlos.

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„Wenn Du ein Problem erkannt hast und nichts zur Lösung beiträgst, wirst Du selbst ein Teil des Problems!“ (Alte Indianerweisheit)

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