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Brexit
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Samson83
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Anmeldungsdatum: 18.01.2013
Beiträge: 6826

Beitrag(#2165328) Verfasst am: 30.01.2019, 22:47    Titel: Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
luc hat folgendes geschrieben:
Theresa May war für den Verbleib in der EU und jetzt ist sie strikt dagegen. Als Bürger ist es nicht ganz zu verstehen. Politiker sind nun mal anders.... IoI
Haben diese Leute keine Überzeugungen?

„Überzeugungen“ sind etwas für‘s Publikum. Für die Politprofis sind sie Mittel zum Zweck. Deren Ziel ist vor allem Macht.

Kleiner Nachtrag: das soll nicht heißen, daß Politiker grundsätzlich keine Überzeugungen hätten. Nur wenn sie welche haben, sind es sicherlich nicht die, mit denen sie nach außen werben.
Macht ist doch kein Selbstzweck , zumal die „Macht“ eines deutschen Politikers jedenfalls unterhalb der Ministerialebene ziemlich beschränkt ist. Natürlich trifft das von dir beschriebene m.E. konzentriert bestenfalls im konservativ-Liberalen Lager zu. In der dargestellten Pauschalität ist es falsch.
_________________
An alle: Lasst Euch dadurch nicht in die Irre führen. Dieser braune Burschi muss bearbeitet werden - immer hart an der Sache. Macht ihn mürbe! (Kramer)
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 40205
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2165332) Verfasst am: 30.01.2019, 23:10    Titel: Antworten mit Zitat

Wunderschöner britischer Zeitungs-Kommentar zur aktuellen Entwicklung beim Brexit:


Zitat:
Theresa May might be riding to Bruxelles on back of two unicorns stapled together, but that is in fact the most robust mode of transportation she could enjoy for quite some time.



Gröhl...
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Achtung Triggerwarnung: Bei Halbzeitpausenrevoluzzern kann dieses posting möglicherweise Schnappatmung und Pickel auslösen.
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Freddye
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Anmeldungsdatum: 02.03.2018
Beiträge: 39

Beitrag(#2166798) Verfasst am: 13.02.2019, 00:14    Titel: Antworten mit Zitat

Samson83 hat folgendes geschrieben:
Macht ist doch kein Selbstzweck , zumal die „Macht“ eines deutschen Politikers jedenfalls unterhalb der Ministerialebene ziemlich beschränkt ist. Natürlich trifft das von dir beschriebene m.E. konzentriert bestenfalls im konservativ-Liberalen Lager zu. In der dargestellten Pauschalität ist es falsch.


Nicht? Ehrgeiz und Machtgelüste liegen dich beieinander.
Selbstlos ergreift kein Mensch die Macht.

Dann werden die Engländer bald in die Türkei, Spanien kennen sie ja schon zur Genüge
Wie wär es denn mit einer Villa in der Tükei die Liraschwäche macht es möglich.
Immobilien werden günstig durch Fehltritte der Politik, in England, der Türkei, der BRD, Frankreich et überall drehen sie durch.
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wolle
Anti-Theist und Welt-Verbesserer



Anmeldungsdatum: 23.03.2015
Beiträge: 2508

Beitrag(#2167955) Verfasst am: 22.02.2019, 08:51    Titel: Antworten mit Zitat

https://www.bibel-online.net/buch/luther_1912/matthaeus/12/#26 schrieb:

Zitat:
Ein jegliches Reich, so es mit sich selbst uneins wird, das wird wüst; und eine jegliche Stadt oder Haus, so es mit sich selbst uneins wird, kann's nicht bestehen.


Ein paar Sprüche in der Bibel sind immer noch brauchbar.
_________________
72. Generalversammlung der Vereinten Nationen, Presse-Mitteilung
http://www.un.org/en/ga/72/presskit/pdf/full_kit72_en.pdf
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zelig
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Anmeldungsdatum: 31.03.2004
Beiträge: 23525

Beitrag(#2170383) Verfasst am: 13.03.2019, 21:53    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde das Britische Parlament mit den eigentümlichen Ritualen faszinierend. Ich könnte stundenlang zuschauen.
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luc
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Anmeldungsdatum: 15.04.2010
Beiträge: 1907
Wohnort: Nice. Paris. Köln

Beitrag(#2170385) Verfasst am: 13.03.2019, 22:25    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
Ich finde das Britische Parlament mit den eigentümlichen Ritualen faszinierend. Ich könnte stundenlang zuschauen.


Am Geilsten ist es, wenn der Vorsitzende des Parlaments schreit: OOOOORDERRRRR! Ist er nicht putzig? Sehr glücklich Sehr glücklich Sehr glücklich


Wenn ich richtig verstanden habe, wollen die Briten den Brexit, aber sie wollen den Deal über den Brexit nicht und wollen trotzdem einen Deal.... Was für einen Deal wissen sie nicht. Kann das sein, dass die Briten nerven? Wie lange soll das Theater dauern? Was für eine Zeit- und Geldverschwendung!
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zelig
Kultürlich



Anmeldungsdatum: 31.03.2004
Beiträge: 23525

Beitrag(#2170386) Verfasst am: 13.03.2019, 22:54    Titel: Antworten mit Zitat

luc hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
Ich finde das Britische Parlament mit den eigentümlichen Ritualen faszinierend. Ich könnte stundenlang zuschauen.


Am Geilsten ist es, wenn der Vorsitzende des Parlaments schreit: OOOOORDERRRRR! Ist er nicht putzig? Sehr glücklich Sehr glücklich Sehr glücklich


Ganz genau! Sehr glücklich
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Zumsel
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Anmeldungsdatum: 08.03.2005
Beiträge: 3636

Beitrag(#2170387) Verfasst am: 13.03.2019, 23:15    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
Ich finde das Britische Parlament mit den eigentümlichen Ritualen faszinierend. Ich könnte stundenlang zuschauen.


Ja, find ich auch, kein Vergleich zu deutschen Parlamentsdebatten...

luc hat folgendes geschrieben:
Wenn ich richtig verstanden habe, wollen die Briten den Brexit, aber sie wollen den Deal über den Brexit nicht und wollen trotzdem einen Deal.... Was für einen Deal wissen sie nicht.


Na ja, so macht es vom Ergebnis her den Anschein. Tatsächlich sind die Briten aber weniger schizophren als vielmehr in drei Lager gespalten, von denen jedes ums Verrecken keine andere als seine Lösung will. Deswegen stimmen die No-Deal-Brexiters zusammen mit den Deal-Brexiters gegen ein von den Remainern angestrebtes neues Referendum, die Remainer mit den Deal-Brexiters gegen einen No Deal und die Remainer mit den No-Deal-Brexiters gegen den Deal. Wenn sich da nichts mehr bewegt, gewinnt No Deal, da das ja Ende des Monats automatisch passieren würde. Um das zu verhindern, müssten entweder einige Deal-Befürworter kalte Füße kriegen und mit den Remainern für ein neues Referendum stimmen oder einige Remainer für den Deal, um zumindest den No Deal zu vermeiden. M.E. z.Zt unmöglich zu sagen, was davon passieren wird, die Chancen liegen je bei 33%.
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 40205
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2170390) Verfasst am: 13.03.2019, 23:41    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn ich mir die aktuellen Nachrichten so anschaue....


Das britische Parlament hat heute beschlossen, dass es einen "no-deal-brexit" nicht geben wird.

Vorher wurde beschlossen, dass der von May ausgehandelte deal nicht akzeptiert wird.

Die EU-Kommission sagt "Einen anderen deal wird es nicht geben!"


Was bleibt da jetzt eigentlich noch übrig? Die EU-Mitgliedschaft weiterführen, sozusagen als "default-Option"? Sehr glücklich


So langsam wird es echt spassig. Noch gut 2 Wochen bis zum Austrittstermin. Smilie

Mal gespannt wie die internationalen aber insbesondere der britische Aktienmarkt reagieren werden. Bitte anschnallen, es ist mit Turbulenzen zu rechnen. Sehr glücklich
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zelig
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Beiträge: 23525

Beitrag(#2170392) Verfasst am: 13.03.2019, 23:49    Titel: Antworten mit Zitat

Zumsel hat folgendes geschrieben:
Tatsächlich sind die Briten aber weniger schizophren als vielmehr in drei Lager gespalten, von denen jedes ums Verrecken keine andere als seine Lösung will. Deswegen stimmen die No-Deal-Brexiters zusammen mit den Deal-Brexiters gegen ein von den Remainern angestrebtes neues Referendum, die Remainer mit den Deal-Brexiters gegen einen No Deal und die Remainer mit den No-Deal-Brexiters gegen den Deal. Wenn sich da nichts mehr bewegt, gewinnt No Deal, da das ja Ende des Monats automatisch passieren würde. Um das zu verhindern, müssten entweder einige Deal-Befürworter kalte Füße kriegen und mit den Remainern für ein neues Referendum stimmen oder einige Remainer für den Deal, um zumindest den No Deal zu vermeiden. M.E. z.Zt unmöglich zu sagen, was davon passieren wird, die Chancen liegen je bei 33%.


Best Zusammenfassung ever. Ausserdem geht der Konflikt noch quer durch die Fraktionen.
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step
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Beitrag(#2170408) Verfasst am: 14.03.2019, 10:59    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
Zumsel hat folgendes geschrieben:
Tatsächlich sind die Briten aber weniger schizophren als vielmehr in drei Lager gespalten, von denen jedes ums Verrecken keine andere als seine Lösung will. Deswegen stimmen die No-Deal-Brexiters zusammen mit den Deal-Brexiters gegen ein von den Remainern angestrebtes neues Referendum, die Remainer mit den Deal-Brexiters gegen einen No Deal und die Remainer mit den No-Deal-Brexiters gegen den Deal. Wenn sich da nichts mehr bewegt, gewinnt No Deal, da das ja Ende des Monats automatisch passieren würde. Um das zu verhindern, müssten entweder einige Deal-Befürworter kalte Füße kriegen und mit den Remainern für ein neues Referendum stimmen oder einige Remainer für den Deal, um zumindest den No Deal zu vermeiden. M.E. z.Zt unmöglich zu sagen, was davon passieren wird, die Chancen liegen je bei 33%.

Best Zusammenfassung ever. Ausserdem geht der Konflikt noch quer durch die Fraktionen.

Ja, sehr gut zusammengefaßt, nur dem letzten Satz stimme ich nicht zu. Die Chancen auf einen (jedenfalls effektiven) Verbleib im europäischen Wirtschaftsraum sind mE deutlich >50%. Ich halte nach wie vor eine Absage des Brexit für wahrscheinlich - z.B. durch ein geschickt gemachtes neues Referendum.
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fwo
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Beitrag(#2170414) Verfasst am: 14.03.2019, 11:36    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
Zumsel hat folgendes geschrieben:
Tatsächlich sind die Briten aber weniger schizophren als vielmehr in drei Lager gespalten, von denen jedes ums Verrecken keine andere als seine Lösung will. Deswegen stimmen die No-Deal-Brexiters zusammen mit den Deal-Brexiters gegen ein von den Remainern angestrebtes neues Referendum, die Remainer mit den Deal-Brexiters gegen einen No Deal und die Remainer mit den No-Deal-Brexiters gegen den Deal. Wenn sich da nichts mehr bewegt, gewinnt No Deal, da das ja Ende des Monats automatisch passieren würde. Um das zu verhindern, müssten entweder einige Deal-Befürworter kalte Füße kriegen und mit den Remainern für ein neues Referendum stimmen oder einige Remainer für den Deal, um zumindest den No Deal zu vermeiden. M.E. z.Zt unmöglich zu sagen, was davon passieren wird, die Chancen liegen je bei 33%.

Best Zusammenfassung ever. Ausserdem geht der Konflikt noch quer durch die Fraktionen.

Ja, sehr gut zusammengefaßt, nur dem letzten Satz stimme ich nicht zu. Die Chancen auf einen (jedenfalls effektiven) Verbleib im europäischen Wirtschaftsraum sind mE deutlich >50%. Ich halte nach wie vor eine Absage des Brexit für wahrscheinlich - z.B. durch ein geschickt gemachtes neues Referendum.

Das Problem dabei ist, dass die Wirtschaft sich bereits auf den Brexit eingestellt hat und deshalb ein Großteil der prognostizierten negativen Folgen bereits da ist. Man kann also nicht mehr mit sehr viel drohen. Zugunsten des Verbleibs ist allerdings inzwischen sehr viel mehr Briten klar, wie sehr sie von Farage und Co belogen wurden. Interessant wäre, nachdem Cambridge Analytica offiziell nicht mehr existiert, ob bzw. wie Robert Mercer*** wieder aktiv würde.

***Laut einer für mich ziemlich überzeugenden Doku von Thomas Huchon (ARTE) war der nicht nur bei Trumps Wahl aktiv. (ca 1 h) eine kurze Zusammenfassung Nach dieser Doku könnte der Brexit eine Art Testlauf für die Trump-Kampagne von Cambridge-Analytica gewesen sein.
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zelig
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Beitrag(#2170426) Verfasst am: 14.03.2019, 13:26    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
Ich halte nach wie vor eine Absage des Brexit für wahrscheinlich - z.B. durch ein geschickt gemachtes neues Referendum.


Einerseits wäre es zu befürworten, andererseits birgt das aber auch ein Risiko, das ich nicht für gering halte, nämlich eine Legitimitätsdiskussion, die die britische Gesellschaft auseinanderreißen könnte. Die Diskussion könnte nie befriedet werden, da die Brexit-Anhänger den nicht unplausiblen Vorwurf erheben werden, daß man das "Volk" so lange wählen lässt, bis das richtige Ergebnis für die "Herrschenden" herauskommt. Anklänge davon hört man ja in Deutschland aus Richtung der Völkischen sowieso schon.
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luc
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Beitrag(#2170429) Verfasst am: 14.03.2019, 13:46    Titel: Antworten mit Zitat

Die Hardliner des Brexit dachten, um einen Deal zustande zu bringen, bräuchte man allein etwas zu entscheiden. Für sie waren die EU und die Remainers, quantité négligeable. Jetzt haben sie das Chaos. Und die EU hat weniger zu verlieren als GB
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step
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Beitrag(#2170434) Verfasst am: 14.03.2019, 14:23    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
Ich halte nach wie vor eine Absage des Brexit für wahrscheinlich - z.B. durch ein geschickt gemachtes neues Referendum.
Einerseits wäre es zu befürworten, andererseits birgt das aber auch ein Risiko, das ich nicht für gering halte, nämlich eine Legitimitätsdiskussion, die die britische Gesellschaft auseinanderreißen könnte. ...

Ja natürlich, deswegen "geschickt". Ich bin auch gespannt, wie sie es machen - aber ich bin mir sicher, die Isolation wird entweder nicht zustandekommen oder sehr schnell, und sei es nur durch die Wirtschaft, überwunden.
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fwo
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Beitrag(#2170443) Verfasst am: 14.03.2019, 15:03    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
Ich halte nach wie vor eine Absage des Brexit für wahrscheinlich - z.B. durch ein geschickt gemachtes neues Referendum.


Einerseits wäre es zu befürworten, andererseits birgt das aber auch ein Risiko, das ich nicht für gering halte, nämlich eine Legitimitätsdiskussion, die die britische Gesellschaft auseinanderreißen könnte. Die Diskussion könnte nie befriedet werden, da die Brexit-Anhänger den nicht unplausiblen Vorwurf erheben werden, daß man das "Volk" so lange wählen lässt, bis das richtige Ergebnis für die "Herrschenden" herauskommt. Anklänge davon hört man ja in Deutschland aus Richtung der Völkischen sowieso schon.

Darauf könnte man antworten, dass die Neuwahl deshalb nötig sei, weil die erste Wahl durch gezielte Desinformation, die inzwischen offensichtlich ist, verfälscht worden war.

Das ist für mich auch ein Thema, das viel stärker aufbereitet werden müsste. Hierzu gehört insbesondere auch die Technik des dark posting. mit der es möglich ist, derartige Desinfomation unter den Radar der Öffentlichkeit zu verbreiten.
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step
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Beitrag(#2170445) Verfasst am: 14.03.2019, 15:37    Titel: Antworten mit Zitat

In der Tat, eine Möglichkeit wäre, dem Volk einen Schuldigen zu präsentieren.
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Zumsel
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Beiträge: 3636

Beitrag(#2170447) Verfasst am: 14.03.2019, 15:48    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
Ich halte nach wie vor eine Absage des Brexit für wahrscheinlich - z.B. durch ein geschickt gemachtes neues Referendum.


Einerseits wäre es zu befürworten, andererseits birgt das aber auch ein Risiko, das ich nicht für gering halte, nämlich eine Legitimitätsdiskussion, die die britische Gesellschaft auseinanderreißen könnte. Die Diskussion könnte nie befriedet werden, da die Brexit-Anhänger den nicht unplausiblen Vorwurf erheben werden, daß man das "Volk" so lange wählen lässt, bis das richtige Ergebnis für die "Herrschenden" herauskommt. Anklänge davon hört man ja in Deutschland aus Richtung der Völkischen sowieso schon.

Darauf könnte man antworten, dass die Neuwahl deshalb nötig sei, weil die erste Wahl durch gezielte Desinformation, die inzwischen offensichtlich ist, verfälscht worden war.


Das Problem dabei ist, wie ich denke, dass die Umfragen zu knapp sind. Könnte man bei einem Referendum mit über 60% für Remain rechnen, wäre es leicht, so zu argumentieren. Es scheint aber eher, dass die Nummer ähnlich knapp ausgehen würde wie beim letzten mal. Und da bekommt man dann ein Legitimitätsproblem, wenn Remain ebenso knapp gewinnt wie Leave beim letzten mal.
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step
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Anmeldungsdatum: 17.07.2003
Beiträge: 21392
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Beitrag(#2170452) Verfasst am: 14.03.2019, 16:32    Titel: Antworten mit Zitat

Zumsel hat folgendes geschrieben:
... da bekommt man dann ein Legitimitätsproblem, wenn Remain ebenso knapp gewinnt wie Leave beim letzten mal.

Evtl. müssen sie dem Volk ein paar Preiserhöhungen oder Entlassungen zeigen?
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fwo
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Anmeldungsdatum: 05.02.2008
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Beitrag(#2170454) Verfasst am: 14.03.2019, 16:38    Titel: Antworten mit Zitat

Zumsel hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
Ich halte nach wie vor eine Absage des Brexit für wahrscheinlich - z.B. durch ein geschickt gemachtes neues Referendum.


Einerseits wäre es zu befürworten, andererseits birgt das aber auch ein Risiko, das ich nicht für gering halte, nämlich eine Legitimitätsdiskussion, die die britische Gesellschaft auseinanderreißen könnte. Die Diskussion könnte nie befriedet werden, da die Brexit-Anhänger den nicht unplausiblen Vorwurf erheben werden, daß man das "Volk" so lange wählen lässt, bis das richtige Ergebnis für die "Herrschenden" herauskommt. Anklänge davon hört man ja in Deutschland aus Richtung der Völkischen sowieso schon.

Darauf könnte man antworten, dass die Neuwahl deshalb nötig sei, weil die erste Wahl durch gezielte Desinformation, die inzwischen offensichtlich ist, verfälscht worden war.


Das Problem dabei ist, wie ich denke, dass die Umfragen zu knapp sind. Könnte man bei einem Referendum mit über 60% für Remain rechnen, wäre es leicht, so zu argumentieren. Es scheint aber eher, dass die Nummer ähnlich knapp ausgehen würde wie beim letzten mal. Und da bekommt man dann ein Legitimitätsproblem, wenn Remain ebenso knapp gewinnt wie Leave beim letzten mal.

Man dürfte mit dieser Antwort auch nicht warten, bis die Frage gestellt ist, sondern man müsste gleich das Referendum so begründen und auch gleichzeitig bewerben.

Ein Problem eines zweiten Referendums wäre ja, dass die Leute einfach inzwischen die Nase voll haben von diesem Thema, und dass dieses Thema sie unabhängig vom Ausgang des Referendums noch eine ganze Weile beschäftigen wird. Ich schätze, dass ein Entscheidungskriterium unabhängig von der ursprünglichen Einstellung des Abstimmenden zum Brexit drin bestehen wird, von welchem Ergebnis er sich eine schnellere Beendigung des Themas also eine Rückkehr zu einem brexitfreien Alltag verspricht.
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Zumsel
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Anmeldungsdatum: 08.03.2005
Beiträge: 3636

Beitrag(#2170603) Verfasst am: 15.03.2019, 14:17    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
Zumsel hat folgendes geschrieben:
... da bekommt man dann ein Legitimitätsproblem, wenn Remain ebenso knapp gewinnt wie Leave beim letzten mal.

Evtl. müssen sie dem Volk ein paar Preiserhöhungen oder Entlassungen zeigen?


Wird ja schon gemacht, hilft aber nichts, da das dann in den Debatten der Brexiteers wahlweise entweder gar nichts mit dem Brexit zu tun hat oder die Schuld der EU ist. Letzteres ist psychologisch ohnehin höchst interessant: Anfänglich war man im Brexit-Lager ja recht optimistisch, alles zu bekommen, was man will: Zugang zum Binnenmarkt ohne Personenfreizügigkeit usw., "the easiest deal in history" eben, da nämlich UK derart wichtig sei, dass die EU auf Knien um einen Deal bitten werde, spätestens die deutsche Autoindustrie werde dafür sorgen, dass die EU in praktisch allen relevanten Fragen nachgebe. Nachdem sich das nach und nach immer mehr als pures Wunschdenken entpuppt hatt, wurde aber nicht etwa das eigene Weltbild hinterfragt, sondern die EU kurzerhand zum "Bully" gemacht. Anders gesagt: Weil sie nicht so schwach war, wie erhofft und nicht wie erwartet in praktisch Allem den Wünschen der Briten nachgab, ist sie jetzt eben das Arschloch, gut also, dass man aus diesem Arschloch-Club endlich austritt.

fwo hat folgendes geschrieben:
Man dürfte mit dieser Antwort auch nicht warten, bis die Frage gestellt ist, sondern man müsste gleich das Referendum so begründen und auch gleichzeitig bewerben.


Die Brexiteers bestreiten aber ja nun gerade die Behauptung der Desinformation und bezeichnen entsprechende Aussagen als Remainer Propaganda, "Project Fear" usw. Und solange Umfragen keinen deutlichen Stimmungsumschwung in der Bevölkerung konstatieren, scheinen sie damit auch Erfolg zu haben.
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fwo
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Beitrag(#2170611) Verfasst am: 15.03.2019, 15:07    Titel: Antworten mit Zitat

Zumsel hat folgendes geschrieben:
...
fwo hat folgendes geschrieben:
Man dürfte mit dieser Antwort auch nicht warten, bis die Frage gestellt ist, sondern man müsste gleich das Referendum so begründen und auch gleichzeitig bewerben.


Die Brexiteers bestreiten aber ja nun gerade die Behauptung der Desinformation und bezeichnen entsprechende Aussagen als Remainer Propaganda, "Project Fear" usw. Und solange Umfragen keinen deutlichen Stimmungsumschwung in der Bevölkerung konstatieren, scheinen sie damit auch Erfolg zu haben.

Das heißt, dass man das ganze mit einem "fact-check" vorbereiten müsste, den man ergebnisoffen bei der BBC in Auftrag gibt. Darüber ist mit Sicherheit auch oft genug berichtet und recherchiert worden, dass die das in zwei Tagen liefern können.
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Beitrag(#2170612) Verfasst am: 15.03.2019, 15:10    Titel: Antworten mit Zitat

Oder die Queen muß ran Lachen
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Beitrag(#2170614) Verfasst am: 15.03.2019, 15:13    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
Oder die Queen muß ran Lachen

Der britische Politologe, der vorgestern bei Maischberger mit in der Runde saß, hielt es nicht für ausgeschlossen, dass das passiert.
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Beitrag(#2170657) Verfasst am: 15.03.2019, 19:33    Titel: Antworten mit Zitat

Die Lisbeth geniesst mein vollstes Vertrauen. Smilie
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Beitrag(#2170666) Verfasst am: 15.03.2019, 19:58    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Zumsel hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
Ich halte nach wie vor eine Absage des Brexit für wahrscheinlich - z.B. durch ein geschickt gemachtes neues Referendum.


Einerseits wäre es zu befürworten, andererseits birgt das aber auch ein Risiko, das ich nicht für gering halte, nämlich eine Legitimitätsdiskussion, die die britische Gesellschaft auseinanderreißen könnte. Die Diskussion könnte nie befriedet werden, da die Brexit-Anhänger den nicht unplausiblen Vorwurf erheben werden, daß man das "Volk" so lange wählen lässt, bis das richtige Ergebnis für die "Herrschenden" herauskommt. Anklänge davon hört man ja in Deutschland aus Richtung der Völkischen sowieso schon.

Darauf könnte man antworten, dass die Neuwahl deshalb nötig sei, weil die erste Wahl durch gezielte Desinformation, die inzwischen offensichtlich ist, verfälscht worden war.


Das Problem dabei ist, wie ich denke, dass die Umfragen zu knapp sind. Könnte man bei einem Referendum mit über 60% für Remain rechnen, wäre es leicht, so zu argumentieren. Es scheint aber eher, dass die Nummer ähnlich knapp ausgehen würde wie beim letzten mal. Und da bekommt man dann ein Legitimitätsproblem, wenn Remain ebenso knapp gewinnt wie Leave beim letzten mal.

Man dürfte mit dieser Antwort auch nicht warten, bis die Frage gestellt ist, sondern man müsste gleich das Referendum so begründen und auch gleichzeitig bewerben.

Ein Problem eines zweiten Referendums wäre ja, dass die Leute einfach inzwischen die Nase voll haben von diesem Thema, und dass dieses Thema sie unabhängig vom Ausgang des Referendums noch eine ganze Weile beschäftigen wird. Ich schätze, dass ein Entscheidungskriterium unabhängig von der ursprünglichen Einstellung des Abstimmenden zum Brexit drin bestehen wird, von welchem Ergebnis er sich eine schnellere Beendigung des Themas also eine Rückkehr zu einem brexitfreien Alltag verspricht.


Die Stimmungslage "lieber ein Ende mit Schrecken" scheint es auch unter den Remainern zu geben.

Nicht bekannt ist mir allerdings, ob man im UK nun auch zu der Erkenntnis gekommen sein könnte, daß viele der Probleme, die man der EU angekreidet hat, in Wirklichkeit hausgemacht sind. (Man könnte natürlich eine Sündenbockiade eröffnen und sagen, daß Nigel Farage und Boris Johnson mitnichten "vom Kontinent" kamen. Aber was bringt das schon. Auch die Populisten und Opportunisten werden ja nur dann groß und wichtig, wenn es weit verbreitete Sentimente gibt.)

Und so gut wie Alle dürften sich letztlich in einer "Selbstwirksamkeitskrise" fühlen, weil sie nicht mehr fähig sind, den eigenen Willen oder wenigstens den "Willen der Wähler" mit dem in Einklang zu bringen, was die Politik tut.

Und was das langfristig mit der Gesellschaft anrichtet: Werden z.B. die Remainer den Brexiteers für die nächsten 30 Jahre schön dafür dankbar sein, daß ihnen Lebenschancen genommen worden sind, weill sie - viele von ihnen um jeden Preis - aus der EU rauswollten? Andererseits kann man ja nicht einmal sicher sein, ob diejenigen, die einmal reingefallen sind, weil sie zu bequem oder zu uninformiert waren, um mit abzustimmen, und die sich jetzt überfahren fühlen, sich in Zukunft mehr beteiligen und ggf. auch Bewegungen unterstützen werden, sich wieder anzunähern: Werden sie also z.B. der Politik böse sein, daß die es nicht geschafft hat, unter den Verhältnissen von EU-Mitgliedschaft etc. die Bedingungen zu schaffen, diese Anti-EU-Sentimente zu reduzieren?
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Dann bin ich halt bekloppt. Mit den Augen rollen

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beachbernie
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Beitrag(#2170671) Verfasst am: 15.03.2019, 20:06    Titel: Antworten mit Zitat

Critic hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
Zumsel hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
Ich halte nach wie vor eine Absage des Brexit für wahrscheinlich - z.B. durch ein geschickt gemachtes neues Referendum.


Einerseits wäre es zu befürworten, andererseits birgt das aber auch ein Risiko, das ich nicht für gering halte, nämlich eine Legitimitätsdiskussion, die die britische Gesellschaft auseinanderreißen könnte. Die Diskussion könnte nie befriedet werden, da die Brexit-Anhänger den nicht unplausiblen Vorwurf erheben werden, daß man das "Volk" so lange wählen lässt, bis das richtige Ergebnis für die "Herrschenden" herauskommt. Anklänge davon hört man ja in Deutschland aus Richtung der Völkischen sowieso schon.

Darauf könnte man antworten, dass die Neuwahl deshalb nötig sei, weil die erste Wahl durch gezielte Desinformation, die inzwischen offensichtlich ist, verfälscht worden war.


Das Problem dabei ist, wie ich denke, dass die Umfragen zu knapp sind. Könnte man bei einem Referendum mit über 60% für Remain rechnen, wäre es leicht, so zu argumentieren. Es scheint aber eher, dass die Nummer ähnlich knapp ausgehen würde wie beim letzten mal. Und da bekommt man dann ein Legitimitätsproblem, wenn Remain ebenso knapp gewinnt wie Leave beim letzten mal.

Man dürfte mit dieser Antwort auch nicht warten, bis die Frage gestellt ist, sondern man müsste gleich das Referendum so begründen und auch gleichzeitig bewerben.

Ein Problem eines zweiten Referendums wäre ja, dass die Leute einfach inzwischen die Nase voll haben von diesem Thema, und dass dieses Thema sie unabhängig vom Ausgang des Referendums noch eine ganze Weile beschäftigen wird. Ich schätze, dass ein Entscheidungskriterium unabhängig von der ursprünglichen Einstellung des Abstimmenden zum Brexit drin bestehen wird, von welchem Ergebnis er sich eine schnellere Beendigung des Themas also eine Rückkehr zu einem brexitfreien Alltag verspricht.


Die Stimmungslage "lieber ein Ende mit Schrecken" scheint es auch unter den Remainern zu geben.

Nicht bekannt ist mir allerdings, ob man im UK nun auch zu der Erkenntnis gekommen sein könnte, daß viele der Probleme, die man der EU angekreidet hat, in Wirklichkeit hausgemacht sind. (Man könnte natürlich eine Sündenbockiade eröffnen und sagen, daß Nigel Farage und Boris Johnson mitnichten "vom Kontinent" kamen. Aber was bringt das schon. Auch die Populisten und Opportunisten werden ja nur dann groß und wichtig, wenn es weit verbreitete Sentimente gibt.)

Und so gut wie Alle dürften sich letztlich in einer "Selbstwirksamkeitskrise" fühlen, weil sie nicht mehr fähig sind, den eigenen Willen oder wenigstens den "Willen der Wähler" mit dem in Einklang zu bringen, was die Politik tut.

Und was das langfristig mit der Gesellschaft anrichtet: Werden z.B. die Remainer den Brexiteers für die nächsten 30 Jahre schön dafür dankbar sein, daß ihnen Lebenschancen genommen worden sind, weill sie - viele von ihnen um jeden Preis - aus der EU rauswollten? Andererseits kann man ja nicht einmal sicher sein, ob diejenigen, die einmal reingefallen sind, weil sie zu bequem oder zu uninformiert waren, um mit abzustimmen, und die sich jetzt überfahren fühlen, sich in Zukunft mehr beteiligen und ggf. auch Bewegungen unterstützen werden, sich wieder anzunähern: Werden sie also z.B. der Politik böse sein, daß die es nicht geschafft hat, unter den Verhältnissen von EU-Mitgliedschaft etc. die Bedingungen zu schaffen, diese Anti-EU-Sentimente zu reduzieren?



Ich bin mal gespannt wieviele von denen sich ihre Lebenschancen einfach nicht klauen lassen und lieber nach EU-Europa ruebermachen. Die EU waere gut beraten die mit offenen Armen zu empfangen.
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luc
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Beitrag(#2171306) Verfasst am: 19.03.2019, 12:15    Titel: Antworten mit Zitat

Nach jeder Wendung fragen sich alle : und jetzt wie geht es weiter mit dem Brexit? Und keiner kann das beantworten. Es ist wirklich kein Höhepunkt der Demokratie, was wir da erleben. T. May versucht das Parlament auszutricksen und zum Glück wird es dem Vorsitzenden des Parlaments John Bercow ein bisschen zu bunt und lässt May auflaufen. Recht hat er. Bis jetzt haben die britischen Politiker nur taktiert aber keine tragende Vision für die Zukunft vom UK gehabt. Ein Armutszeugnis für dieses Land, das langsam aber sicher in die Bedeutungslosigkeit abdriftet.
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Wilson
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Beitrag(#2171935) Verfasst am: 24.03.2019, 14:20    Titel: Antworten mit Zitat

https://web.de/magazine/politik/brexit/uri-gellers-brief-theresa-may-brexit-mittels-telepathie-verhindern-33623510
Zitat:
Der selbsternannte Magier Uri Geller hat einen offenen Brief an die britische Premierministerin Theresa May geschrieben. Dort kündigt er an, dass er den Brexit mit seinen telepathischen Kräften verhindern werde.


ist das nicht lustig... zwinkern
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beachbernie
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Beitrag(#2172008) Verfasst am: 24.03.2019, 20:41    Titel: Antworten mit Zitat

Wilson hat folgendes geschrieben:
https://web.de/magazine/politik/brexit/uri-gellers-brief-theresa-may-brexit-mittels-telepathie-verhindern-33623510
Zitat:
Der selbsternannte Magier Uri Geller hat einen offenen Brief an die britische Premierministerin Theresa May geschrieben. Dort kündigt er an, dass er den Brexit mit seinen telepathischen Kräften verhindern werde.


ist das nicht lustig... zwinkern


Au ja! Das wird dann ganz so wie frueher! Smilie

Wir könnten uns z.B. den Uri Geller beim Brexitvehindern im Fernsehen anschauen und jeder kann seine betrogene Ehefrau aus der Schublade vom Küchentisch rausholen und auf sein Fernsehgerät legen. Mal sehen wieviele Scheidungen sich auf diese Art vermeiden lassen! Mit den verbogenen Gabeln ging das damals doch auch! Und wenn ich mich recht erinnere wurde damals so manche Uhr waehrend der Show vom Wim Thoelke repariert! Sehr glücklich
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