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Incels - Sind Incels Terroristen?
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Tarvoc
Papst Tarvoc der Stæhlerne



Anmeldungsdatum: 01.03.2004
Beiträge: 37172
Wohnort: Bonn

Beitrag(#2192054) Verfasst am: 11.10.2019, 20:13    Titel: Antworten mit Zitat

Bravopunk hat folgendes geschrieben:
Plus: Auch dann wenn man genau in das Schema eines "Incels" passt, ist es ja möglich, dass man sich dennoch nicht als ein solcher sieht und mit denen auch nix zu tun haben will.

Das Incel-Mindset in seiner voll ausgeprägten Form ist allerdings bereits das Ergebnis eines mit Indoktrination vergleichbaren kollektiven Prozesses in einer Echokammer. Jemand kann zwar von sich aus ähnliche Ansätze entwickeln (die er etwa partiell aus John Normans "Chronicles of Gor"-Romanen haben könnte), aber um tatsächlich ein genau ins Schema passendes Mindset zu entwickeln, ist m.E. eine längere aktive Partizipation in Incel-Echokammern kaum erlässlich. Oder anders gesagt: Eine Person, die exakt auf das Incel-Klischee passt, wird man vermutlich außerhalb der Incel-Foren selbst gar nicht so einfach finden. (So ähnlich wie man niemanden finden wird, der ganz alleine aus Versehen ein Mindset entwickelt hat, das exakt so aussieht wie das von Scientology.)

Es gibt aber natürlich immer einzelne Ausnahmen. Otto Weininger hat schon Anfang des 20. Jahrhunderts recht ähnliches Zeug geschrieben... und sich danach selbst umgebracht.
_________________
"...I would prefer not to."
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Bravopunk
Unvollender



Anmeldungsdatum: 08.03.2008
Beiträge: 27009
Wohnort: Edo

Beitrag(#2192081) Verfasst am: 12.10.2019, 04:00    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Bravopunk hat folgendes geschrieben:
Plus: Auch dann wenn man genau in das Schema eines "Incels" passt, ist es ja möglich, dass man sich dennoch nicht als ein solcher sieht und mit denen auch nix zu tun haben will.

Das Incel-Mindset in seiner voll ausgeprägten Form ist allerdings bereits das Ergebnis eines mit Indoktrination vergleichbaren kollektiven Prozesses in einer Echokammer. Jemand kann zwar von sich aus ähnliche Ansätze entwickeln (die er etwa partiell aus John Normans "Chronicles of Gor"-Romanen haben könnte), aber um tatsächlich ein genau ins Schema passendes Mindset zu entwickeln, ist m.E. eine längere aktive Partizipation in Incel-Echokammern kaum erlässlich. Oder anders gesagt: Eine Person, die exakt auf das Incel-Klischee passt, wird man vermutlich außerhalb der Incel-Foren selbst gar nicht so einfach finden. (So ähnlich wie man niemanden finden wird, der ganz alleine aus Versehen ein Mindset entwickelt hat, das exakt so aussieht wie das von Scientology.)

Es gibt aber natürlich immer einzelne Ausnahmen. Otto Weininger hat schon Anfang des 20. Jahrhunderts recht ähnliches Zeug geschrieben... und sich danach selbst umgebracht.


Ist ja auch logisch. Ist ja deprimierend ohne Ende.

Mir gings da oben jetzt nicht so direkt um das Mindset sondern darum einfach keinen Sex zu haben. Denn wenn allein schon das als Kriterium gesehen wird ein Incel zu sein, dann fallen da ja etliche mehr ins Schema als jene Deppen (ja, ich bleibe dabei), die sich selbst so nennen.

Ich weiß nicht, ob jetzt klar wird, was ich damit meine. skeptisch Es geht um Folgendes: Wenn man eine Gruppe gründet, deren Namen eine Bedeutung hat, die eben eigentlich nur sagt, dass man keinen Sex hat, dann passieren zwei Dinge: 1. Jeder, der nicht zu der Gruppe gehört, und diesen Namen hört, denkt dass keinen Sex zu haben schon ausreicht um mit mindestens einem Fuß in dieser Gruppe zu stehen und 2. jeder in der Gruppe glaubt anhand dieses Namens eine sie mit allen vereinigende Eigenschaft zu haben, die die außerhalb der Gruppe, die diese Eigenschaft auch haben, mindestens zu Brüdern im Geiste macht ergo zu schlafenden Verbündeten, die man nur wecken müsste (so "wake up sheeple"-mäßig), um eine viel größere Macht innerhalb der Gesellschaft zu haben. Und das ist, denke ich, dann auch die Ursache für Incels, die Amok laufen. Die denken halt, dass in Wahrheit die schweigende Mehrheit der Sexlosen auf ihrer Seite sind und sie ihren Willen erfüllen.

Und da sitz ich dann als Sexloser und denke mir nur: Nein. Nein Nix von dem ist der Fall und ich bin absolut gegen alles, was die wollen oder wie die sich und die Welt sehen. Daraus ersieht man dann wohl auch, weshalb mich das Thema so frustriert.

Hinzu kommt dann noch die Assoziation, dass das Wort einen Klang hat, als wollte man damit Inhaftierte beschreiben. Oder welche die in ihrer gesellschaftlichen Blase, in ihrer Zelle quasie, irgendwelche Konspirationen gegen den Rest der Welt hegen, wie eben Terroristen. skeptisch Damit will man dann ja gleich zweimal nicht in einen Korb geworfen werden. Traurig
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"Hier spricht Ramke. Wer jetzt allein ist, kriegt nur noch den Abschaum!"

Meine Freiheit, deine Freiheit

Kaguya-hime
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Critic
oberflächlich



Anmeldungsdatum: 22.07.2003
Beiträge: 14928
Wohnort: Arena of Air

Beitrag(#2192126) Verfasst am: 12.10.2019, 23:34    Titel: Antworten mit Zitat

Auch im Hinblick auf die Incels hat mir eine Meldung von heute nicht geschmeckt, daß ein SPD-Verband beschlossen habe, ein Verbot der Prostitution zu fordern - denn nichts Anderes ist ja die Forderung, den Kauf dieser Leistung zu kriminalisieren.

Derartige Forderungen hatte ich in der Vergangenheit bereits andernthreads kritisiert, weil hier im Rahmen "linker Vorstellungen" etwas wieder eingeführt und signalisiert werden soll, das man eigentlich mit dem Absterben der klerikalen Macht überwunden zu haben glaubte, nämlich die Vorstellung, daß der Mensch nicht sich selbst gehöre, sondern dem Staat oder einem Gott, und sich nunmehr wieder züchtig zu verhüllen habe. Denn es soll ja hier versucht werden, von staatlicher Seite aus wieder eine Moralgesetzgebung zu verordnen, die nämlich betrifft, was erwachsene Menschen freiwillig miteinander anstellen.

Natürlich enthält der Satz das Wörtchen "freiwillig", und das impliziert natürlich, daß Zwangsprostitution und Menschenhandel bekämpft werden müssen. Ein solches Gesetz würde aber mitnichten die Situation der Frauen verbessern: Diejenigen, die freiwillig - so freiwillig, wie man eben irgendwas arbeitet, wenn man Geld zum Leben braucht - arbeiten, fänden keine Kunden mehr. Diejenigen aber, denen das Schicksal der Frauen egal ist, würden auch weiterhin ihre Adressen kennen. Und die mutmaßlichen Zwangsprostituierten (wenn man einmal unterstellt, daß bis dato nicht alle irgendwo in dunklen Kellern angekettet sind, sondern sie z.B. jemand mit drückenden Schulden oder dem Risiko der Abschiebung erpreßt o.ä.), die z.B. dort sitzen, würden womöglich noch mehr unter Druck geraten, damit sie z.B. keine Möglichkeit haben, Kunden zu verraten.


Und der Aspekt paßt auch in diesen Thread:

Was ist mit denjenigen, die keine Möglichkeit haben, an Sex zu kommen, es sei denn daß sie sich welchen kaufen? Soll hier gewissermaßen also von "linker Seite" auch den Kunden verboten werden, Sex zu haben? Es mag ja sein, daß viele davon Betroffene - nämlich zumindest diejenigen, denen relativ egal ist, wer "diejenige welche" ist - ihre Situation noch halbwegs ertragen können, weil sie eben ab und zu zu einer Prostituierten gehen, die ihnen vielleicht die Illusion vermittelt, "gewollt" zu sein. Wer weiß, wie Einige von denen sich verhalten würden, wenn sie nicht einmal diese Möglichkeit mehr hätten? Würden die dann losgehen und Frauen zum Sex zwingen? Das erscheint mir dann eher als ein zusätzliches Risiko.



Andererseits hatte ich ja auch schon sinniert: Es sind schon 22jährige in Selfievideos aufgetreten, die sagten, sie hätten immer noch keine Freundin, und dafür würden sie jetzt losgehen und ein paar von den blöden Kühen abknallen. (Ja klar, das ist auch eine kleine Minderheit, die dann wirklich so handeln würde. Aber es besteht ja immer, wenn Einer etwas tut, daß dann wieder alle, die es vermeintlich betrifft, als Risiko begriffen werden. Und schon tauchen dann ja die entsprechenden Begriffe auf, in denen wieder die "Lieblingsfeinde" zitiert werden, um z.B. mal wieder Parallelen zwischen Neonazis oder Leuten, die Dashcams tragen, und Egoshooter-Spielern zu konstruieren.)

Andererseits fragt man sich natürlich auch, sind die Leute einsam, weil sie psychische Probleme haben, oder haben sie psychische Probleme, weil sie einsam sind? So oder so: Es gibt auch eine Künstlergruppe, die behauptet hat, "gute Liebhaber werden keine Attentäter". Hätte so etwas also möglicherweise verhindert werden können, wenn es Angebote für einsame Menschen gegeben hätte, die auch diejenigen erreicht hätten, ihnen irgendwie einen Sinn hätten geben und ihnen das Gefühl hätten vermitteln können, angenommen und gewollt zu sein?
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"Die Pentagon-Gang wird in der Liste der Terrorgruppen geführt"

Dann bin ich halt bekloppt. Mit den Augen rollen

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DonMartin
registrierter User



Anmeldungsdatum: 13.08.2013
Beiträge: 5377

Beitrag(#2192130) Verfasst am: 13.10.2019, 11:00    Titel: Antworten mit Zitat

Critic hat folgendes geschrieben:
Auch im Hinblick auf die Incels hat mir eine Meldung von heute nicht geschmeckt, daß ein SPD-Verband beschlossen habe, ein Verbot der Prostitution zu fordern - denn nichts Anderes ist ja die Forderung, den Kauf dieser Leistung zu kriminalisieren.

Derartige Forderungen hatte ich in der Vergangenheit bereits andernthreads kritisiert, weil hier im Rahmen "linker Vorstellungen" etwas wieder eingeführt und signalisiert werden soll, das man eigentlich mit dem Absterben der klerikalen Macht überwunden zu haben glaubte, nämlich die Vorstellung, daß der Mensch nicht sich selbst gehöre, sondern dem Staat oder einem Gott, und sich nunmehr wieder züchtig zu verhüllen habe. Denn es soll ja hier versucht werden, von staatlicher Seite aus wieder eine Moralgesetzgebung zu verordnen, die nämlich betrifft, was erwachsene Menschen freiwillig miteinander anstellen.

Woran man sehen kann, wie verkommen und überflüssig die europäische "Linke" mittlerweile ist.
Auf der einen Seite verharmlost sie den faschistischen Islam,
auf der anderen implementiert sie die Moralvorstellungen der Kirchen
und das auch noch päpstlicher als der Papst.
Würde mich nicht wundern, wenn im Vatikan mehr Nackedeis an den Wänden zu sehen sind
als in einer von rotgrünen pc-Spiessern regierten Stadt.
Obendrein haben sie ihre eigene Klientel gleich zweimal verraten:
erst vor den Neoliberalen eingeknickt und jetzt versuchen sie ihr schlechtes Gewissen
dadurch zu erleichtern, indem sie via "offene Grenzen" die Schnorrer der ganzen Welt einlädt.
Und dann wundern sie sich, dass das einheimische Prekariat zur AfD überläuft.
Eine solche Linke braucht niemand mehr.
Critic hat folgendes geschrieben:

Natürlich enthält der Satz das Wörtchen "freiwillig", und das impliziert natürlich, daß Zwangsprostitution und Menschenhandel bekämpft werden müssen. Ein solches Gesetz würde aber mitnichten die Situation der Frauen verbessern: Diejenigen, die freiwillig - so freiwillig, wie man eben irgendwas arbeitet, wenn man Geld zum Leben braucht - arbeiten, fänden keine Kunden mehr.

Es ist immer freiwillig wenn es sich nicht grade um ausgesprochene Zwangsprostitution handelt.
Niemand muss sich hierzulande prostituieren nur um über die Runden zu kommen.
Dem ältesten Gewerbe der Welt bedient ein Grundbedürfnis und dem mit der Gesetzeskeule beikommen zu wollen ist eh Schwachsinn.
Ebenso schwachsinnig wie Drogengesetze oder damals die US-Prohibition.
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Kramer
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Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 30245

Beitrag(#2192132) Verfasst am: 13.10.2019, 11:44    Titel: Antworten mit Zitat

Ich wusste bisher nicht, dass es bezüglich der Prostitution eine einheitliche Position unter den Linken gibt. Von der Forderung eines Verbots bis hin zur Solidarisierung mit Sexarbeiterinnen gibt es da eine ganze breite Palette von Standpunkten.
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tillich (epigonal)
Prinz Ipienreiter



Anmeldungsdatum: 12.04.2006
Beiträge: 16803

Beitrag(#2192152) Verfasst am: 13.10.2019, 15:31    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
Ich wusste bisher nicht, dass es bezüglich der Prostitution eine einheitliche Position unter den Linken gibt. Von der Forderung eines Verbots bis hin zur Solidarisierung mit Sexarbeiterinnen gibt es da eine ganze breite Palette von Standpunkten.

Jetzt klau dem Jungen doch nicht sein Stroh zum Basteln!
_________________
"YOU HAVE TO START OUT LEARNING TO BELIEVE THE LITTLE LIES." -- "So we can believe the big ones?" -- "YES."

(Death / Susan, in: Pratchett, Hogfather)
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Kramer
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Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 30245

Beitrag(#2192154) Verfasst am: 13.10.2019, 15:43    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
Ich wusste bisher nicht, dass es bezüglich der Prostitution eine einheitliche Position unter den Linken gibt. Von der Forderung eines Verbots bis hin zur Solidarisierung mit Sexarbeiterinnen gibt es da eine ganze breite Palette von Standpunkten.

Jetzt klau dem Jungen doch nicht sein Stroh zum Basteln!


An sein Feuerzeug bin ich leider nicht ran gekommen.
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 41803
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2192163) Verfasst am: 13.10.2019, 17:21    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
Ich wusste bisher nicht, dass es bezüglich der Prostitution eine einheitliche Position unter den Linken gibt. Von der Forderung eines Verbots bis hin zur Solidarisierung mit Sexarbeiterinnen gibt es da eine ganze breite Palette von Standpunkten.



Jetzt hoer endlich auf dem armen Bub mit Deiner Differenzieren zu kommen. Am Ende wählt der noch AfD, weil er sich davon überfordert fühlt.
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