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Tarvoc
Oh Deer...



Anmeldungsdatum: 01.03.2004
Beiträge: 38232
Wohnort: Bonn

Beitrag(#2197617) Verfasst am: 17.12.2019, 17:02    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn wir wirklich etwas daraus gelernt hätten, würden wir uns über die paar algerischen Flaggen nicht so aufregen. zwinkern

Dass bestimmte Situationen einen dazu zu verleiten, es mit der Moral nicht so genau zu nehmen, stimmt schon. Nur muss man sich dann eben nicht wundern, wenn man dabei auch für andere Leute genau solche Situationen erzeugt.
Mehr steckt eigentlich nicht hinter meinen Aussagen.
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From what I've tasted of desire, I hold with those who favor fire.
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Skeptiker
"I can't breathe!"



Anmeldungsdatum: 14.01.2005
Beiträge: 15205
Wohnort: 129 Goosebumpsville

Beitrag(#2197634) Verfasst am: 17.12.2019, 18:01    Titel: Antworten mit Zitat

luc hat folgendes geschrieben:
Ich habe nie behauptet, dass Kolonialismus moralisch zu rechtfertigen ist. Ich habe nur behauptet, dass gewisse Situationen, dazu verleiten, es mit der Moral nicht so genau zu nehmen. Ich bedauere das. Die Geschichte Europas ist ein einziges Desaster, das seinen Höhepunkt im ersten und zweiten Weltkrieg erreicht hat. Ich hoffe und denke, dass wir einiges gelernt haben oder wie du schreibst, dass wir die Mittel und die Möglichkeiten nicht mehr haben, wie damals zu wüten. Positiv oder? Ich wäre froh, wenn die Chinesen , die Amerikaner, die Russen so weit wären.

Aber zurück zu den Algeriern: sie nerven mit ihren Flaggen auf den Champs Elysées und ihren patriotischen Gesängen. zwinkern


Ja ja, der Westen ist geläutert. Die Barbaren sind nach wie vor die Russen und die Chinesen. Deswegen brauchen die Deutschen ja auch viele Knarrenbauer.
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°
"Ich verwarne Ihnen!" (Schiri)
"Ich danke Sie" (Willi Lippens)

Keinem einzigen dieser Professoren, die auf Spezialgebieten der Chemie, der Geschichte, der Physik die wertvollsten Arbeiten liefern können, darf man auch nur ein einziges Wort glauben, sobald er auf Philosophie zu sprechen kommt. (Mark Twain)
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vrolijke
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Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 39217
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2197637) Verfasst am: 17.12.2019, 18:03    Titel: Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
luc hat folgendes geschrieben:
Ich habe nie behauptet, dass Kolonialismus moralisch zu rechtfertigen ist. Ich habe nur behauptet, dass gewisse Situationen, dazu verleiten, es mit der Moral nicht so genau zu nehmen. Ich bedauere das. Die Geschichte Europas ist ein einziges Desaster, das seinen Höhepunkt im ersten und zweiten Weltkrieg erreicht hat. Ich hoffe und denke, dass wir einiges gelernt haben oder wie du schreibst, dass wir die Mittel und die Möglichkeiten nicht mehr haben, wie damals zu wüten. Positiv oder? Ich wäre froh, wenn die Chinesen , die Amerikaner, die Russen so weit wären.

Aber zurück zu den Algeriern: sie nerven mit ihren Flaggen auf den Champs Elysées und ihren patriotischen Gesängen. zwinkern


Ja ja, der Westen ist geläutert. Die Barbaren sind nach wie vor die Russen und die Chinesen. Deswegen brauchen die Deutschen ja auch viele Knarrenbauer.

Bring doch mal wieder einen unpolemischen Beitrag. Du kannst es.
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Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
Erich Fromm

Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

Grenzen geben einem die Illusion, das Böse kommt von draußen
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luc
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Anmeldungsdatum: 15.04.2010
Beiträge: 2250
Wohnort: Nice. Paris. Köln

Beitrag(#2197640) Verfasst am: 17.12.2019, 18:06    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Wenn wir wirklich etwas daraus gelernt hätten, würden wir uns über die paar algerischen Flaggen nicht so aufregen. zwinkern

Dass bestimmte Situationen einen dazu zu verleiten, es mit der Moral nicht so genau zu nehmen, stimmt schon. Nur muss man sich dann eben nicht wundern, wenn man dabei auch für andere Leute genau solche Situationen erzeugt.
Mehr steckt eigentlich nicht hinter meinen Aussagen.


Sag mal, ich bin Franzose, lebe in Deutschland und ich habe keine franz. Flagge auf der Terrasse und gröle nicht die Marseillaise , auch wenn die Deutschen im ersten Weltkrieg, Nordfrankreich verwüstet haben, sich zwei mal Elsass-Lothringen unter den Nagel gerissen haben und wenn meine beiden Großväter im Krieg gefallen sind. Irgendwann muss man sich abregen und vernünftig werden.
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Skeptiker
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Anmeldungsdatum: 14.01.2005
Beiträge: 15205
Wohnort: 129 Goosebumpsville

Beitrag(#2197642) Verfasst am: 17.12.2019, 18:15    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
luc hat folgendes geschrieben:
Ich habe nie behauptet, dass Kolonialismus moralisch zu rechtfertigen ist. Ich habe nur behauptet, dass gewisse Situationen, dazu verleiten, es mit der Moral nicht so genau zu nehmen. Ich bedauere das. Die Geschichte Europas ist ein einziges Desaster, das seinen Höhepunkt im ersten und zweiten Weltkrieg erreicht hat. Ich hoffe und denke, dass wir einiges gelernt haben oder wie du schreibst, dass wir die Mittel und die Möglichkeiten nicht mehr haben, wie damals zu wüten. Positiv oder? Ich wäre froh, wenn die Chinesen , die Amerikaner, die Russen so weit wären.

Aber zurück zu den Algeriern: sie nerven mit ihren Flaggen auf den Champs Elysées und ihren patriotischen Gesängen. zwinkern


Ja ja, der Westen ist geläutert. Die Barbaren sind nach wie vor die Russen und die Chinesen. Deswegen brauchen die Deutschen ja auch viele Knarrenbauer.

Bring doch mal wieder einen unpolemischen Beitrag. Du kannst es.


Hab doch auch einmal Humor, vrolijke. Ich weiß, du kannst es.

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Grey
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Anmeldungsdatum: 07.03.2018
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Wohnort: Raccoon City

Beitrag(#2197643) Verfasst am: 17.12.2019, 18:19    Titel: Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
luc hat folgendes geschrieben:
Ich habe nie behauptet, dass Kolonialismus moralisch zu rechtfertigen ist. Ich habe nur behauptet, dass gewisse Situationen, dazu verleiten, es mit der Moral nicht so genau zu nehmen. Ich bedauere das. Die Geschichte Europas ist ein einziges Desaster, das seinen Höhepunkt im ersten und zweiten Weltkrieg erreicht hat. Ich hoffe und denke, dass wir einiges gelernt haben oder wie du schreibst, dass wir die Mittel und die Möglichkeiten nicht mehr haben, wie damals zu wüten. Positiv oder? Ich wäre froh, wenn die Chinesen , die Amerikaner, die Russen so weit wären.

Aber zurück zu den Algeriern: sie nerven mit ihren Flaggen auf den Champs Elysées und ihren patriotischen Gesängen. zwinkern


Ja ja, der Westen ist geläutert. Die Barbaren sind nach wie vor die Russen und die Chinesen. Deswegen brauchen die Deutschen ja auch viele Knarrenbauer.

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beachbernie
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Anmeldungsdatum: 16.04.2006
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Beitrag(#2197651) Verfasst am: 17.12.2019, 20:27    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
DonMartin hat folgendes geschrieben:
Falls Du immer noch unbedingt den Franzosen ihre Kolonisation vorwerfen willst, die hatte eine Vorgeschichte:

Sicher. Und? Die war zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit von Frankreich schon länger vorbei als dieser heute.

Wer einen Sklavenhalterstaat führt wie die Seeräuberstaaten vor der französischen Kolonialisierung, der provoziert dadurch natürlich Gegengewalt seitens der Sklaven ebenso wie derjenige, der einen Kolonialstaat führt, Gegengewalt seitens der Kolonialisierten provoziert. Hätte Frankreich z.B. die Versklavten in diesen Ländern bewaffnet und einen Sklavenaufstand provoziert und danach beispielsweise enge Handelsbeziehungen mit ihnen ausgehandelt, wäre an dem Vorgehen überhaupt nichts auszusetzen gewesen. Durch die eigenmächtige koloniale Besatzung, im Zweifelsfalle auch gegen den Willen der dortigen Bevölkerung, delegitimierten die Franzosen aber ihr eigenes Vorgehen gegen einen Gegner, gegen den vorzugehen an und für sich legitim war.


Waere Frankreich wirklich daran gelegen gewesen die Sklaverei zu bekämpfen, dann haette es 1830 nicht nur Algerien besetzt, sondern auch die USA angegriffen anstatt dieses Sklavenhalterland zu unterstützen. Cool

Deshalb glaube ich, dass die Besetzung Algeriens andere, weniger humanitäre Gründe gehabt haben muss. zwinkern
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Tarvoc
Oh Deer...



Anmeldungsdatum: 01.03.2004
Beiträge: 38232
Wohnort: Bonn

Beitrag(#2197717) Verfasst am: 18.12.2019, 08:03    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Waere Frankreich wirklich daran gelegen gewesen die Sklaverei zu bekämpfen, dann haette es 1830 nicht nur Algerien besetzt, sondern auch die USA angegriffen anstatt dieses Sklavenhalterland zu unterstützen. Cool

Deshalb glaube ich, dass die Besetzung Algeriens andere, weniger humanitäre Gründe gehabt haben muss. zwinkern

Das Motiv der französischen Regierung war natürlich nicht Humanismus, sondern um die Bekämpfung einer fremden Macht, die u.A. auch französische Bürger überfiel und versklavte. Nicht dass ich für Nationalismus argumentieren würde, aber ich hoffe doch sehr, dass du hier nicht dafür plädierst, dass ein einzelner Staat im Namen des Humanismus als Weltpolizei auftreten sollte. Gerade weil es in dieser Diskussion auch um Kolonialismus und Imperialismus geht.
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Alchemist
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Anmeldungsdatum: 03.08.2004
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Beitrag(#2197733) Verfasst am: 18.12.2019, 13:43    Titel: Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Ja ja, alle waren mal böse, die nachkolonialen algerischen Regierungen sind korrupt oder unfähig, etc. etc. Das ändert aber trotzdem nichts daran, dass zwischen kolonialen Besatzern und Besetzten keine moralische Äquivalenz besteht.

Doch, denn die Chose ist seit 50 Jahren vorbei.
Es gehört sich nicht, in einem fremden Land provokativ die eigene Flagge raushängen zu lassen.


Wer sich von sowas provozieren lässt, der hat sie nicht alle. Pillepalle
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vrolijke
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Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 39217
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2197734) Verfasst am: 18.12.2019, 14:25    Titel: Antworten mit Zitat

Alchemist hat folgendes geschrieben:
DonMartin hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Ja ja, alle waren mal böse, die nachkolonialen algerischen Regierungen sind korrupt oder unfähig, etc. etc. Das ändert aber trotzdem nichts daran, dass zwischen kolonialen Besatzern und Besetzten keine moralische Äquivalenz besteht.

Doch, denn die Chose ist seit 50 Jahren vorbei.
Es gehört sich nicht, in einem fremden Land provokativ die eigene Flagge raushängen zu lassen.


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Bei der Fußball-WM sind alle mögliche Flaggen an Autos gesichtet und auf Balkone gehisst worden.
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luc
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Anmeldungsdatum: 15.04.2010
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Wohnort: Nice. Paris. Köln

Beitrag(#2197736) Verfasst am: 18.12.2019, 15:43    Titel: Antworten mit Zitat

Alchemist hat folgendes geschrieben:
DonMartin hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Ja ja, alle waren mal böse, die nachkolonialen algerischen Regierungen sind korrupt oder unfähig, etc. etc. Das ändert aber trotzdem nichts daran, dass zwischen kolonialen Besatzern und Besetzten keine moralische Äquivalenz besteht.

Doch, denn die Chose ist seit 50 Jahren vorbei.
Es gehört sich nicht, in einem fremden Land provokativ die eigene Flagge raushängen zu lassen.


Wer sich von sowas provozieren lässt, der hat sie nicht alle. Pillepalle


Vor allem wer ständig provoziert, hat sie nicht mehr alle. Eher so rum.
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beachbernie
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Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 43790
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2197746) Verfasst am: 18.12.2019, 18:53    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Waere Frankreich wirklich daran gelegen gewesen die Sklaverei zu bekämpfen, dann haette es 1830 nicht nur Algerien besetzt, sondern auch die USA angegriffen anstatt dieses Sklavenhalterland zu unterstützen. Cool

Deshalb glaube ich, dass die Besetzung Algeriens andere, weniger humanitäre Gründe gehabt haben muss. zwinkern

Das Motiv der französischen Regierung war natürlich nicht Humanismus, sondern um die Bekämpfung einer fremden Macht, die u.A. auch französische Bürger überfiel und versklavte. Nicht dass ich für Nationalismus argumentieren würde, aber ich hoffe doch sehr, dass du hier nicht dafür plädierst, dass ein einzelner Staat im Namen des Humanismus als Weltpolizei auftreten sollte. Gerade weil es in dieser Diskussion auch um Kolonialismus und Imperialismus geht.


Nein. Das tue ich doch gar nicht. Ich hinterfrage lediglich die Motive, wenn ich frage "Warum in dem Fall und im anderen nicht?"

So kann und muss man im falle des heutigen selbsternannten "Weltpolizisten" auch fragen, was ich ja genauso tue, um die behaupteten Motive ad absurdum zu führen.
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beachbernie
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Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 43790
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2197747) Verfasst am: 18.12.2019, 18:58    Titel: Antworten mit Zitat

Alchemist hat folgendes geschrieben:
DonMartin hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Ja ja, alle waren mal böse, die nachkolonialen algerischen Regierungen sind korrupt oder unfähig, etc. etc. Das ändert aber trotzdem nichts daran, dass zwischen kolonialen Besatzern und Besetzten keine moralische Äquivalenz besteht.

Doch, denn die Chose ist seit 50 Jahren vorbei.
Es gehört sich nicht, in einem fremden Land provokativ die eigene Flagge raushängen zu lassen.


Wer sich von sowas provozieren lässt, der hat sie nicht alle. Pillepalle



Von mir aus kann er jede Fahne raushängen lassen, die er will (wenn da nicht gerade ein Hakenkreuz oder sowas drauf ist). Mehr als maximal ein mitleidiges Kopfschütteln wird er nicht von mir ernten. Ich finde Textilfetischismus merkwürdig bis lustig aber ein Grund zur Aufregung ist das bei mir nicht.
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Ahriman
boshafter Spötter



Anmeldungsdatum: 31.03.2006
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Beitrag(#2197753) Verfasst am: 18.12.2019, 19:32    Titel: Antworten mit Zitat

Ich entsinne mich meiner Kinderzeit, da haben wir zu des Führers Geburtstag eine Fahne rausgehängt. Mit Hakenkreuz natürlich. Und am 8. Mai 45 war die Fahne weiß. Seitdem hab ich genug von Fahnen.
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beachbernie
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Anmeldungsdatum: 16.04.2006
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Beitrag(#2197755) Verfasst am: 18.12.2019, 19:49    Titel: Antworten mit Zitat

Ahriman hat folgendes geschrieben:
Ich entsinne mich meiner Kinderzeit, da haben wir zu des Führers Geburtstag eine Fahne rausgehängt. Mit Hakenkreuz natürlich. Und am 8. Mai 45 war die Fahne weiß. Seitdem hab ich genug von Fahnen.



Wie man seine Fahne richtig hisst:

https://www.youtube.com/watch?v=8NXlv0uZxwk


Sehr glücklich
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luc
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Beitrag(#2197758) Verfasst am: 18.12.2019, 20:17    Titel: Antworten mit Zitat

Ahriman hat folgendes geschrieben:
Ich entsinne mich meiner Kinderzeit, da haben wir zu des Führers Geburtstag eine Fahne rausgehängt. Mit Hakenkreuz natürlich. Und am 8. Mai 45 war die Fahne weiß. Seitdem hab ich genug von Fahnen.


Das verstehe ich gut!
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Skeptiker
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Beitrag(#2197777) Verfasst am: 19.12.2019, 14:40    Titel: Antworten mit Zitat

Grey hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
luc hat folgendes geschrieben:
Ich habe nie behauptet, dass Kolonialismus moralisch zu rechtfertigen ist. Ich habe nur behauptet, dass gewisse Situationen, dazu verleiten, es mit der Moral nicht so genau zu nehmen. Ich bedauere das. Die Geschichte Europas ist ein einziges Desaster, das seinen Höhepunkt im ersten und zweiten Weltkrieg erreicht hat. Ich hoffe und denke, dass wir einiges gelernt haben oder wie du schreibst, dass wir die Mittel und die Möglichkeiten nicht mehr haben, wie damals zu wüten. Positiv oder? Ich wäre froh, wenn die Chinesen , die Amerikaner, die Russen so weit wären.

Aber zurück zu den Algeriern: sie nerven mit ihren Flaggen auf den Champs Elysées und ihren patriotischen Gesängen. zwinkern


Ja ja, der Westen ist geläutert. Die Barbaren sind nach wie vor die Russen und die Chinesen. Deswegen brauchen die Deutschen ja auch viele Knarrenbauer.

Bring doch mal wieder einen unpolemischen Beitrag. Du kannst es.


Hab doch auch einmal Humor, vrolijke. Ich weiß, du kannst es.

Nomen est Omen. zwinkern


Wer Der Sinn des Lebens für den besten Film aller Zeiten hält, hat definitiv Humor.


Humor, der aber schnell endet, sobald dieser Adenauer-Staat und dessen Mega-Aufrüstung im Visier der Kritik steht.

Eigentlich meine ich nicht Humor, sondern Satire. Und Satire ist natürlich schon ein bisschen mehr als nur Witz. zwinkern
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Ahriman
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Anmeldungsdatum: 31.03.2006
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Beitrag(#2197787) Verfasst am: 19.12.2019, 19:12    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr viele Menschen in unserem Staat, vielleicht sogar ganz Europa sind eigentlich heimatlos. Meine erste Heimat verlor ich mit vierzehn Jahren, als wir die SBZ verließen und von Sachsen in den Ruhrpott wechselten. Als ich dann heiratete verlor ich zum zweitenmal die Heimat: Ich wechselte in einen Nachbarort, nur etwa 3 km weiter, aber das war eine ganz andere Umgebung. Kaum zu glauben. Zwischen beiden Orten zieht sich eine Erhebung hin mit der Bundesstraße 1 oben drauf, und es gab keinerlei direkten ÖPNV. Das trennte beide Gebiete vollkommen. (heute geht da auch noch eine Autobahn durch) Und etwa zehn Jahre später verschlug es mich nach Westbayern. Wie soll man da heimatliche Gefühle haben? Und man kann doch annehmen, daß es sehr vielen Menschen in unserer mobilen Welt so ähnlich ergeht. Genau betrachtet fing das noch früher an: Mein Vater kam aus der Flensburger Gegend, ich wurde in Thüringen geboren... Mit den Augen rollen
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uwebus
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Beitrag(#2197788) Verfasst am: 19.12.2019, 20:31    Titel: Antworten mit Zitat

Ahriman hat folgendes geschrieben:
Meine erste Heimat verlor ich mit vierzehn Jahren, als wir die SBZ verließen und von Sachsen in den Ruhrpott wechselten.


Aber du bist doch im selben Sprach- und Kulturbereich geblieben, auch im etwa gleichen Klimabereich, damit war der Wechsel doch nicht gravierend. Heimatferne erlebt man erst, wenn man in ein Land zieht, in dem eine andere Sprache gesprochen wird, die Jahreszeiten anders sind (statt Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter nur 2 Jahreszeiten, kein Schnee, kein Frost, dafür 9-10 Monate Sonnenschein + Hitze) und auch die Vegetation und damit auch die Nahrungsmittel sich von den mitteleuropäischen stark unterscheiden. Versuch mal in Thailand ein anständiges Vollkornbrot zu bekommen oder Bratkartoffeln statt ständig mit Reis und Hühnchenfleisch gefüttert zu werden.
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Man soll nicht alles glauben, was in Physikbüchern steht.
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Ahriman
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Anmeldungsdatum: 31.03.2006
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Beitrag(#2197818) Verfasst am: 20.12.2019, 11:55    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Aber du bist doch im selben Sprach- und Kulturbereich geblieben, auch im etwa gleichen Klimabereich

Mag sein. Aber man verliert Freunde und Bekannte und steht schlagartig allein da.
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Tarvoc
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Beitrag(#2197829) Verfasst am: 20.12.2019, 14:27    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Das Motiv der französischen Regierung war natürlich nicht Humanismus, sondern um die Bekämpfung einer fremden Macht, die u.A. auch französische Bürger überfiel und versklavte. Nicht dass ich für Nationalismus argumentieren würde, aber ich hoffe doch sehr, dass du hier nicht dafür plädierst, dass ein einzelner Staat im Namen des Humanismus als Weltpolizei auftreten sollte. Gerade weil es in dieser Diskussion auch um Kolonialismus und Imperialismus geht.

Nein. Das tue ich doch gar nicht. Ich hinterfrage lediglich die Motive, wenn ich frage "Warum in dem Fall und im anderen nicht?"

Okay, gut zu hören, dass ich dich falsch verstanden hatte. Sehr glücklich Die politischen Gründe dafür sind vielfältig. Einmal die Tatsache, dass die einen französische Bürger bedrohten und die anderen nicht. Andererseits spielte aber sicher auch die Tatsache eine Rolle, dass Frankreich und die USA mehr oder weniger Verbündete im Kampf gegen die Vormachtstellung Englands waren. Nicht zu vergessen die Tatsache, dass im Falle der USA Frankreichs Handlungsoptionen enorm begrenzt gewesen wären, selbst wenn der politische Wille da gewesen wäre. Und nicht zuletzt: Im Vergleich zu den USA lagen die Seeräuberstaaten praktisch "vor Frankreichs Haustür".
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beachbernie
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Beiträge: 43790
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2197853) Verfasst am: 20.12.2019, 19:30    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Das Motiv der französischen Regierung war natürlich nicht Humanismus, sondern um die Bekämpfung einer fremden Macht, die u.A. auch französische Bürger überfiel und versklavte. Nicht dass ich für Nationalismus argumentieren würde, aber ich hoffe doch sehr, dass du hier nicht dafür plädierst, dass ein einzelner Staat im Namen des Humanismus als Weltpolizei auftreten sollte. Gerade weil es in dieser Diskussion auch um Kolonialismus und Imperialismus geht.

Nein. Das tue ich doch gar nicht. Ich hinterfrage lediglich die Motive, wenn ich frage "Warum in dem Fall und im anderen nicht?"

Okay, gut zu hören, dass ich dich falsch verstanden hatte. Sehr glücklich Die politischen Gründe dafür sind vielfältig. Einmal die Tatsache, dass die einen französische Bürger bedrohten und die anderen nicht. Andererseits spielte aber sicher auch die Tatsache eine Rolle, dass Frankreich und die USA mehr oder weniger Verbündete im Kampf gegen die Vormachtstellung Englands waren. Nicht zu vergessen die Tatsache, dass im Falle der USA Frankreichs Handlungsoptionen enorm begrenzt gewesen wären, selbst wenn der politische Wille da gewesen wäre. Und nicht zuletzt: Im Vergleich zu den USA lagen die Seeräuberstaaten praktisch "vor Frankreichs Haustür".


Klar haette Frankreich im Falle der USA nicht so einfach militärisch intervenieren koennen wie in Algerien. Niemand haette Frankreich allerdings davon abhalten koennen wenigstens die Unterstützung fuer diesen Sklavenhalterstaat einzustellen. Deshalb wirkt es unglaubwürdig, wenn als Motiv fuer die Invasion Algeriens die Befreiung der dortigen Sklaven vorgeschoben wird. Da gab es ganz andere handfeste Gründe und zwar solche die weit weniger edel sind.
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goedelchen
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Anmeldungsdatum: 08.10.2018
Beiträge: 574

Beitrag(#2198050) Verfasst am: 22.12.2019, 19:10    Titel: .-) Antworten mit Zitat

Na ja, Gedanken über les pieds noirs und Fahnen schwenken mögen auch heimatlichen Bezug haben. Der ist aber nur flach und schnell umgeschwenkt.

Heimat ist aber dem Grunde nach auch ein soft-skill im Ökonomischen, weil es die Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme für das, wo und wie man irgendwo steht, befeuert.

Andere taumeln halt von Ort zu Ort oder so.

Zitat:
Mit „HEIMAT trifft GEFÜHL“ wird die eigene Verbundenheit mit dem Land zum Leben, egal ob in Mecklenburg-Vorpommern, in Deutschland oder der ganzen Welt thematisiert. Heimatverbundenheit steht in Mecklenburg-Vorpommern nicht nur für idyllische Landschaften, Kulturbegeisterung oder die Verbundenheit zwischen Mecklenburg und Vorpommern, sondern auch für das Engagement der Menschen, jede Menge Freiraum und viele spannende berufliche Perspektiven zu schaffen.


https://www.mecklenburg-vorpommern.de/kampagne/motive/heimat_trifft_gefuehl/

Zur Vertiefung :

von einem, der richtig genau dazu, dort wo es um diese Pointe der Heimat geht, was sagen kann.

https://www.youtube.com/watch?v=0XNAzqKhWY0
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schtonk
Korinthenliegenlasser



Anmeldungsdatum: 17.12.2013
Beiträge: 11604

Beitrag(#2198081) Verfasst am: 23.12.2019, 10:27    Titel: Re: .-) Antworten mit Zitat

goedelchen hat folgendes geschrieben:
(...)
Heimat ist aber dem Grunde nach auch ein soft-skill im Ökonomischen, weil es die Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme für das, wo und wie man irgendwo steht, befeuert.

Andere taumeln halt von Ort zu Ort oder so.

[...]


Zur Vertiefung: Pillepalle
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Es ist schon alles gesagt worden. Nur noch nicht von allen. - Karl Valentin

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Wilson
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Anmeldungsdatum: 04.02.2008
Beiträge: 13470
Wohnort: Swift Tuttle

Beitrag(#2198086) Verfasst am: 23.12.2019, 14:52    Titel: Antworten mit Zitat

im supermarkt flanierte so ein walhalla-typ nebst ziege heidrun umher.
juckt keinen, alle fleißig am konsumieren- kein auge für den teutschen helden

zur vertiefung:

https://www.youtube.com/watch?v=I6RqTd40q94
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goedelchen
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Beitrag(#2198272) Verfasst am: 26.12.2019, 22:18    Titel: :-) Antworten mit Zitat

Zur Vertiefung der causa Heimat :

https://www.youtube.com/watch?v=717S4Uuzbq0


Zitat:
Viele lange Gespräche später stand der Entschluss fest: Wir fliegen zurück nach Deutschland. Nach all den Jahren, in denen uns unser Studium, vorherige Auslandsaufenthalte und die ersten Berufsjahre an die verschiedensten Orte der Welt geführt hatten, wollten wir vor allem eines: endlich irgendwo richtig zu Hause sein. Wo das sein würde, war anfangs tatsächlich eher nebensächlich. Irgendwann aber erkannten wir, dass die Möglichkeit, an jedem Ort der Welt zu leben, uns eben auch die Freiheit bot, zurück in die Heimat zu ziehen.


Nur für die mit der schmallippigen Gegenrede des anywheres als kleiner Aufhänger:

https://www.zeit.de/arbeit/2019-12/digitale-nomaden-reisen-paradies-heimat-zuhause

Schöne Weihnachten, die die Gegenredner irgendwie nich komplett gebacken bekommen.

Smilie
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goedelchen
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Beitrag(#2198870) Verfasst am: 04.01.2020, 20:36    Titel: :-) Antworten mit Zitat

2020 soll Heimat ein Thema sein. Erzählen wir also von Heimat.

Zitat:
Erzählen ist nichts anderes als eine semantische Arbeit der Heimat-Erschaffung. Daher ist es vollkommen verständlich, dass Erzählen immer komplizierter und reflexiver werden muss, denn auch Erzählen muss im Spannungsfeld von Fortschritt und Heimat gesehen werden. Und es geht um das Wissen, dass auch diese Transformation – wie in den Heimatverlusten zuvor ­– Heimat nicht bewahren kann, sondern stets den Verlust in die Utopie verwandeln müsste, soll Erzählen prinzipiell mit Wahrheit und Wahrhaftigkeit verbunden bleiben.


aus einem ganz hervorragenden Feature über Heimat des Deutschlandfunks.

Klasse !

https://www.deutschlandfunk.de/heimat-als-utopie-heimat-der-offene-begriff.1184.de.html?dram:article_id=457932

Zur Vertiefung:

https://www.youtube.com/watch?v=AIois3Gaegk

oder auch

„Froh kehrt der Schiffer heim an den stillen Strom
Von fernen Inseln, wo er geerntet hat;
Wohl möcht auch ich zur Heimat wieder;
Aber was hab ich, wie Leid, geerntet? –
Ihr holden Ufer, die ihr mich auferzogt,
Stillt ihr der Liebe Leiden? ach! gebt ihr mir,
Ihr Wälder meiner Kindheit, wann ich
Komme, die Ruhe noch einmal wieder?“

( Hölderlin )
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beachbernie
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Beitrag(#2198879) Verfasst am: 04.01.2020, 20:58    Titel: Re: :-) Antworten mit Zitat

goedelchen hat folgendes geschrieben:
2020 soll Heimat ein Thema sein. Erzählen wir also von Heimat.

Zitat:
Erzählen ist nichts anderes als eine semantische Arbeit der Heimat-Erschaffung. Daher ist es vollkommen verständlich, dass Erzählen immer komplizierter und reflexiver werden muss, denn auch Erzählen muss im Spannungsfeld von Fortschritt und Heimat gesehen werden. Und es geht um das Wissen, dass auch diese Transformation – wie in den Heimatverlusten zuvor ­– Heimat nicht bewahren kann, sondern stets den Verlust in die Utopie verwandeln müsste, soll Erzählen prinzipiell mit Wahrheit und Wahrhaftigkeit verbunden bleiben.


aus einem ganz hervorragenden Feature über Heimat des Deutschlandfunks.

Klasse !

https://www.deutschlandfunk.de/heimat-als-utopie-heimat-der-offene-begriff.1184.de.html?dram:article_id=457932

Zur Vertiefung:

https://www.youtube.com/watch?v=AIois3Gaegk

oder auch

„Froh kehrt der Schiffer heim an den stillen Strom
Von fernen Inseln, wo er geerntet hat;
Wohl möcht auch ich zur Heimat wieder;
Aber was hab ich, wie Leid, geerntet? –
Ihr holden Ufer, die ihr mich auferzogt,
Stillt ihr der Liebe Leiden? ach! gebt ihr mir,
Ihr Wälder meiner Kindheit, wann ich
Komme, die Ruhe noch einmal wieder?“

( Hölderlin )



Frueher schrieben solche Leute Gedichte und die wurden sogar veroeffentlicht. Wenn Du heute sowas oeffentlich absonderst, steckt man Dich in die Geschlossene.

Die deutsche Romantik war schon ein sehr merkwürdiges Zeitalter. Sehr glücklich
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Quéribus
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Wohnort: Avaricum

Beitrag(#2198884) Verfasst am: 04.01.2020, 21:19    Titel: Re: :-) Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
goedelchen hat folgendes geschrieben:
2020 soll Heimat ein Thema sein. Erzählen wir also von Heimat.

Zitat:
Erzählen ist nichts anderes als eine semantische Arbeit der Heimat-Erschaffung. Daher ist es vollkommen verständlich, dass Erzählen immer komplizierter und reflexiver werden muss, denn auch Erzählen muss im Spannungsfeld von Fortschritt und Heimat gesehen werden. Und es geht um das Wissen, dass auch diese Transformation – wie in den Heimatverlusten zuvor ­– Heimat nicht bewahren kann, sondern stets den Verlust in die Utopie verwandeln müsste, soll Erzählen prinzipiell mit Wahrheit und Wahrhaftigkeit verbunden bleiben.


aus einem ganz hervorragenden Feature über Heimat des Deutschlandfunks.

Klasse !

https://www.deutschlandfunk.de/heimat-als-utopie-heimat-der-offene-begriff.1184.de.html?dram:article_id=457932

Zur Vertiefung:

https://www.youtube.com/watch?v=AIois3Gaegk

oder auch

„Froh kehrt der Schiffer heim an den stillen Strom
Von fernen Inseln, wo er geerntet hat;
Wohl möcht auch ich zur Heimat wieder;
Aber was hab ich, wie Leid, geerntet? –
Ihr holden Ufer, die ihr mich auferzogt,
Stillt ihr der Liebe Leiden? ach! gebt ihr mir,
Ihr Wälder meiner Kindheit, wann ich
Komme, die Ruhe noch einmal wieder?“

( Hölderlin )



Frueher schrieben solche Leute Gedichte und die wurden sogar veroeffentlicht. Wenn Du heute sowas oeffentlich absonderst, steckt man Dich in die Geschlossene.

Die deutsche Romantik war schon ein sehr merkwürdiges Zeitalter. Sehr glücklich


Hmm, sogar damals konnte man dort landen (oder zumindest in einem vergleichbaren Institut):
https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_H%C3%B6lderlin#Zwangsbehandlung_am_Universit%C3%A4tsklinikum_T%C3%BCbingen
dem guten Hölderlin scheinen seine poetischen Aktivitäten auf Dauer nicht so gut bekommen zu sein... Auf den Arm nehmen
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"He either fears his fate too much
or his deserts are small
That dares not put it to the touch
To gain or lose it all."
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goedelchen
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Beitrag(#2199523) Verfasst am: 12.01.2020, 19:42    Titel: .-) Antworten mit Zitat

Wichtig für den Nachwuchs, wichtig für das Verstehen untereinander, wichtig für das eigene Wohlbefinden -> Sport. Sport hat auch was mit Heimat zu tun, siehe Heimatverein z.B. in seiner ganzen vielfältigen Bedeutung.

Zitat:
Dass Heimat und Sport eng zusammenhängen, hat beim traditionellen parlamentarischen Empfang des DOSB dessen Präsident Alfons Hörmann in den Mittelpunkt seiner Rede gestellt. Er betonte nachdrücklich wie pointiert die beiden Beine, auf denen der organisierte Sport seit 200 Jahren so überaus erfolgreich wächst: Die aus der Jahnschen Turnbewegung erwachsenen lokalen Vereine mit ihren volkstümlichen Angeboten für Jeden und Alle und die nach sportlichen Höchstleistungen strebenden Sportarten mit ihrer komplexen weltweiten Wettkampforganisation. Sie haben sich 1950 in Hannover zur Einheitssportbewegung im DSB gefunden. Auch heute gehören die Initiativen zur Spitzensportreform und die Anerkennung der Vereinssportbewegung als immaterielles Weltkulturerbe auf die beiden Seiten der vom DOSB geprägten Medaille.


https://www.dosb.de/sonderseiten/news/news-detail/news/verein-als-heimat/

....leider sehen das jetzt heute esrtaunlicherweise einige Mitbewohner Deutschlands neuerdings anders. Na ja, wer Heimat in dem Sinne von außerhalb verkauft bekommt, der dem in D überholtem Denken entspricht, der ist in seinem Verein halt in seiner alten Heimat. ...und will hier sich nicht positiv einbringen um Heimat zu gestalten.

https://www.wa.de/sport/studie-erklaert-darum-gibt-viele-tuerkische-fussball-vereine-9980226.html

schwierige Kiste..............


Zur Vertiefung :

https://www.youtube.com/watch?v=pB9t9DQyEZo
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