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Heimat...
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goedelchen
registrierter User



Anmeldungsdatum: 08.10.2018
Beiträge: 284

Beitrag(#2160941) Verfasst am: 28.12.2018, 09:52    Titel: Re: Heimat und Weihnachten ahben doch was gemeinsam ...:-) Antworten mit Zitat

Critic hat folgendes geschrieben:
goedelchen hat folgendes geschrieben:
Der Winter mag scheiden, der Frühling vergehn,
ja der Frühling vergehn,
der Sommer mag verwelken, das Jahr verwehn,
Ja, das Jahr verwehn;
Du kehrst mir zurück, gewiß, du wirst mein,
ich hab es versprochen, ich harre treulich dein.

Gott helfe dir, wenn du die Sonne noch siehst.
Gott segne dich, wenn du zu Füßen ihm kniest.
Ich will deiner harren, bis du mir nah,
und harrest du dort oben, so treffen wir uns da!


Das hört sich so an wie die Sprüche, die meine Oma so draufhatte...

Wobei aber schon die allgegenwärtige Wikipedia erwähnt, daß es sich um eine durchaus differenzierte Auseinandersetzung mit dem Nationalismus handle (und es auch differenzierte Auffassungen über die Qualität gibt):

WP:Peer Gynt hat folgendes geschrieben:
Peer Gynt entstand auf der Vorlage norwegischer Feenmärchen von Peter Christen Asbjørnsen. Sie waren zwischen 1845 und 1848 unter dem Titel Norske Huldre-Eventyr og Folkesagn erschienen. In seinem Werk setzte sich Ibsen kritisch mit dem romantischen Nationalismus im Norwegen seiner Zeit auseinander. Er schuf es während seines freiwilligen Exils in Italien, vor allem auf Ischia und in Sorrent.

(...)

Heute besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass die nationalromantische Musik Griegs denkbar schlecht zu Ibsens modernem Drama passt. Grieg hat in Briefen denn auch mehrfach geäußert, dass Ibsens Peer Gynt nie seine Sympathie gewinnen werde. Der dänische Märchendichter Hans Christian Andersen hielt das Werk gar für das Schrecklichste, das er je gelesen hatte.


Das sehen wir ja schon an der Darstellung des Inhaltes, daß die Hauptfigur in irgendeinem mythologisch verklärten Raum lebt (den ja auch die Nationalmythen des 19.Jh. aufgerissen haben), der wenig bis nichts mit der Realität zu tun hat:

WP:Peer Gynt hat folgendes geschrieben:
Die Hauptfigur ist der junge Bauernsohn Peer Gynt, der mit Lügengeschichten versucht, der Realität zu entfliehen. So verdrängt er, dass sein Vater, der einst sehr angesehene Jon Gynt, Hof und Habe durch Misswirtschaft und zahlreiche Alkoholeskapaden verloren hat. In Peers Fantasiewelt ist die heruntergekommene Behausung jedoch nach wie vor ein strahlender Palast. Auch seine eigene Nichtsnutzigkeit verklärt er zu Heldenhaftigkeit.


Peer hat erst einmal den Erfolg, nach dem er sich sehnt, nachdem er sich von diesen Vorstellungen freigeschwommen hat. Allerdings ist auch der nicht beständig, er wird übers Ohr gehauen und landet verarmt im Irrenhaus. Andererseits haben wir aber diese traurige Liebesgeschichte, die er nicht gesehen hatte, und die ihm am Ende zu bleiben scheint:

WP:Peer Gynt hat folgendes geschrieben:
In der an einem Pfingstmorgen spielenden Schluss-Szene stellt sich jedoch Solvejg, die ein Leben lang auf die Rückkehr ihres Geliebten gewartet hat, schützend vor ihn und rettet ihn.


Also insofern: Der Mensch sehnt sich vielleicht tendentiell schon nach etwas, wohin er gehören kann. Das kann ein Ort sein, eine Vorstellung, eine Person, ... .


Siehst du da hast du doch schön lesen können, dass der Bezug zur Utopie im Kontext des Gedankens von Bloch zur Heimat gegeben war. Meinst ich kloppe das ohne Hintersinn dahin ?

Ansonsten ist auch die vergangene Sprache mit ihrem Sprachgefühl, Sprachmelodie ein starker Anker in dem, was Heimat jedem vermittelt.

Übrigends dein Post war einer der wenigen vernünftigen Antworten auf meine Darlegungen, ( die auch einen Spassfaktor beinhalten, für mich Smilie )
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tillich (epigonal)
Prinz Ipienreiter



Anmeldungsdatum: 12.04.2006
Beiträge: 16163

Beitrag(#2160954) Verfasst am: 28.12.2018, 14:42    Titel: Re: Heimat und Weihnachten ahben doch was gemeinsam ...:-) Antworten mit Zitat

goedelchen hat folgendes geschrieben:
Meinst ich kloppe das ohne Hintersinn dahin ?

Ja selbstverständlich.
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"YOU HAVE TO START OUT LEARNING TO BELIEVE THE LITTLE LIES." -- "So we can believe the big ones?" -- "YES."

(Death / Susan, in: Pratchett, Hogfather)
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schtonk
Korinthenliegenlasser



Anmeldungsdatum: 17.12.2013
Beiträge: 10663

Beitrag(#2160997) Verfasst am: 28.12.2018, 21:21    Titel: Re: Heimat und Weihnachten ahben doch was gemeinsam ...:-) Antworten mit Zitat

goedelchen hat folgendes geschrieben:
[...]Gesamtbild von dem wunderbaren Begriff Heimat (...)


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Es ist schon alles gesagt worden. Nur noch nicht von allen. - Karl Valentin

Politial language is designed to make lies sound truthful and murder respectable,
and to give the appearance of solidty to pure wind. - George Orwell
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Critic
oberflächlich



Anmeldungsdatum: 22.07.2003
Beiträge: 14820
Wohnort: Arena of Air

Beitrag(#2161005) Verfasst am: 29.12.2018, 03:16    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
„Eine, die Treue hielt, – und einer, der vergaß.
Einer, der ein Leben verspielt, – und eine, die wartend saß
O, Ernst! – Und nimmer kehrt sich das um!
O, Angst! – Hier war mein Kaisertum!“


Alt und krank, sein in der Fremde erworbener Reichtum längst verloren, kehrt Peer Gynt schließlich in die Heimat zurück. So wird ja letztlich der Gedanke geäußert, daß Heimat das ist, was bleibt, wenn man ansonsten nichts mehr hat. (Und wo man noch eine gewisse Wertschätzung erhofft: insofern ist das aber auch ein fordernder Begriff: Er fordert von Anderen ab, wie sie sich dazu zu verhalten haben, damit es "heimelig" wird.)

Mich hat natürlich angesichts dessen auch folgender Gedanke beschlichen: Nicht nur der Gemüsegärtner kann sich darauf berufen, sondern auch der mit der Niedertracht. Das Thema ist derzeit insofern mit starken Verlustängsten behaftet. (Das hatten wir ja schon: "Heimat" kann sowohl ein einschließender als auch ein ausschließender Begriff sein. Und wo diese ausschließenden "Heimat"-Gefühle besonders ausgeprägt sind, etwa unter denen, die Angst vor dem sozialen Abstieg haben bzw. Angst davor, ausgespielt zu werden.)
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"Die Pentagon-Gang wird in der Liste der Terrorgruppen geführt"

Dann bin ich halt bekloppt. Mit den Augen rollen

"Wahrheit läßt sich nicht zeigen, nur erfinden." (Max Frisch)
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Tarvoc
Papst Tarvoc der Stæhlerne



Anmeldungsdatum: 01.03.2004
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Beitrag(#2161011) Verfasst am: 29.12.2018, 11:34    Titel: Re: Heimat und Weihnachten ahben doch was gemeinsam ...:-) Antworten mit Zitat

schtonk hat folgendes geschrieben:
goedelchen hat folgendes geschrieben:
[...]Gesamtbild von dem wunderbaren Begriff Heimat (...)



Also ich versuche ja mein Bestes, davon ein Gesamtbild zu bekommen, aber irgendwie zieht es meine Augen immer wieder zu einer bestimmten Stelle im Foto... Schulterzucken
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The only thing that trickles down is the rain.
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AdvocatusDiaboli
unkontrolliert



Anmeldungsdatum: 12.08.2003
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Beitrag(#2161013) Verfasst am: 29.12.2018, 11:42    Titel: Re: Heimat und Weihnachten ahben doch was gemeinsam ...:-) Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:
goedelchen hat folgendes geschrieben:
[...]Gesamtbild von dem wunderbaren Begriff Heimat (...)



Also ich versuche ja mein Bestes, davon ein Gesamtbild zu bekommen, aber irgendwie zieht es meine Augen immer wieder zu einer bestimmten Stelle im Foto... Schulterzucken


Du glotzt ihr jetzt aber nicht auf den Besen? Geschockt
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Tarvoc
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Beitrag(#2161016) Verfasst am: 29.12.2018, 12:12    Titel: Re: Heimat und Weihnachten ahben doch was gemeinsam ...:-) Antworten mit Zitat

Lachen
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Religionskritik-Wiesbaden
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Beitrag(#2161017) Verfasst am: 29.12.2018, 12:17    Titel: Re: Heimat und Weihnachten ahben doch was gemeinsam ...:-) Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:
goedelchen hat folgendes geschrieben:
[...]Gesamtbild von dem wunderbaren Begriff Heimat (...)



Also ich versuche ja mein Bestes, davon ein Gesamtbild zu bekommen, aber irgendwie zieht es meine Augen immer wieder zu einer bestimmten Stelle im Foto... Schulterzucken


Du glotzt ihr jetzt aber nicht auf den Besen? Geschockt

Das Bild erinnert irgendwie an ein Lied aus Polen,
aber auch ich weiß jetzt nicht warum?

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vrolijke
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Beitrag(#2161018) Verfasst am: 29.12.2018, 12:29    Titel: Antworten mit Zitat

Critic hat folgendes geschrieben:
Zitat:
„Eine, die Treue hielt, – und einer, der vergaß.
Einer, der ein Leben verspielt, – und eine, die wartend saß
O, Ernst! – Und nimmer kehrt sich das um!
O, Angst! – Hier war mein Kaisertum!“


Alt und krank, sein in der Fremde erworbener Reichtum längst verloren, kehrt Peer Gynt schließlich in die Heimat zurück. So wird ja letztlich der Gedanke geäußert, daß Heimat das ist, was bleibt, wenn man ansonsten nichts mehr hat. (Und wo man noch eine gewisse Wertschätzung erhofft: insofern ist das aber auch ein fordernder Begriff: Er fordert von Anderen ab, wie sie sich dazu zu verhalten haben, damit es "heimelig" wird.)

Mich hat natürlich angesichts dessen auch folgender Gedanke beschlichen: Nicht nur der Gemüsegärtner kann sich darauf berufen, sondern auch der mit der Niedertracht. Das Thema ist derzeit insofern mit starken Verlustängsten behaftet. (Das hatten wir ja schon: "Heimat" kann sowohl ein einschließender als auch ein ausschließender Begriff sein. Und wo diese ausschließenden "Heimat"-Gefühle besonders ausgeprägt sind, etwa unter denen, die Angst vor dem sozialen Abstieg haben bzw. Angst davor, ausgespielt zu werden.)


bravo
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Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
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Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

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schtonk
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Anmeldungsdatum: 17.12.2013
Beiträge: 10663

Beitrag(#2161216) Verfasst am: 31.12.2018, 01:44    Titel: Antworten mit Zitat

NRW hat ja nun auch eine Heimatministerin - Frau Scharrenbach (CDU).

Anlässlich des NRW-Heimatkongresses im März d.J. wurde ihr vom Schlagerbarden Heino eine Platte (!) überreicht: Die schönsten deutschen Heimat- und Vaterlandslieder.

Ist das nicht schön? Cool
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goedelchen
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Anmeldungsdatum: 08.10.2018
Beiträge: 284

Beitrag(#2161471) Verfasst am: 02.01.2019, 20:39    Titel: .-) Antworten mit Zitat

Auch 2019 ist Heimat ein Thema. Vielleicht wir das ja im Laufe des Jahres ein noch größeres.

Hier mal was zum weiter Verständnis der bisher unverstandenen Utopie im Begriff Heimat:

https://www.welt.de/print-welt/article288465/Heimat-als-Ziel-und-Utopie.html

Daraus:

Zitat:
Die gleiche Erfahrung machen Menschen, die im Exil leben; selbst wenn dieses als Freiheit erfahren wird. Heimaterfahrung wird also vor allem gemacht, "wenn das, was Heimat jeweils ist, fehlt". Daraus entstehen "Hoffnung, Sehnsucht und Traum" - häufig die Grundlage der Dichtung. "Traum" und "Wirklichkeit" sind also nur die beiden Seiten der gleichen Medaille. Aber so sehr Heimat auf konkrete Orte bezogen ist, "an denen man lebt, wohnt, arbeitet, Familie und Freunde hat", letztlich "hat sie weder einen Ort noch ist sie einer". Heimat ist Nichtort: "Heimat ist Utopie", die umso intensiver erfahren wird, je weiter man von ihr entfernt ist. "Das eigentliche Heimatgefühl ist Heimweh." Dieses Verständnis von Heimat nimmt der Heimat nichts, es erlaubt alle emotionalen und konkreten Erfahrungen von Nähe und Ferne, Erinnerung und Sehnsucht. Eine Utopie ist die Heimat selbst für den, der sein ganzes Leben lang an einem Ort gelebt hat. Sie ist der Ort, an dem er sich aller "vergangenen Träume, Hoffnungen und Sehnsüchte" erinnernd der "Utopien seines ganzen Lebens" gewahr wird.


Zur Vertiefung:

Abschiedslied der Zugvögel

Wie war so schön doch Wald und Feld!
Wie traurig ist anjetzt die Welt!
Hin ist die schöne Sommerzeit
Und nach der Freude kam das Leid.

Wir wussten nichts von Ungemach,
Wir saßen unterm Laubesdach
Vergnügt und froh im Sonnenschein
Und sangen in die Welt hinein.

Wir armen Vögel trauern sehr:
Wir haben keine Heimat mehr,
Wir müssen jetzt von hinnen flieh'n
Und in die weite Fremde zieh'n.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

https://www.youtube.com/watch?v=fVhuPaoAsCY
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Wilson
zwischen gaga und dada



Anmeldungsdatum: 04.02.2008
Beiträge: 11019
Wohnort: Swift Tuttle

Beitrag(#2161474) Verfasst am: 02.01.2019, 20:49    Titel: Re: .-) Antworten mit Zitat

goedelchen hat folgendes geschrieben:
Auch 2019 ist Heimat ein Thema. Vielleicht wir das ja im Laufe des Jahres ein noch größeres.

Hier mal was zum weiter Verständnis der bisher unverstandenen Utopie im Begriff Heimat:

https://www.welt.de/print-welt/article288465/Heimat-als-Ziel-und-Utopie.html

Daraus:

Zitat:
Die gleiche Erfahrung machen Menschen, die im Exil leben; selbst wenn dieses als Freiheit erfahren wird. Heimaterfahrung wird also vor allem gemacht, "wenn das, was Heimat jeweils ist, fehlt". Daraus entstehen "Hoffnung, Sehnsucht und Traum" - häufig die Grundlage der Dichtung. "Traum" und "Wirklichkeit" sind also nur die beiden Seiten der gleichen Medaille. Aber so sehr Heimat auf konkrete Orte bezogen ist, "an denen man lebt, wohnt, arbeitet, Familie und Freunde hat", letztlich "hat sie weder einen Ort noch ist sie einer". Heimat ist Nichtort: "Heimat ist Utopie", die umso intensiver erfahren wird, je weiter man von ihr entfernt ist. "Das eigentliche Heimatgefühl ist Heimweh." Dieses Verständnis von Heimat nimmt der Heimat nichts, es erlaubt alle emotionalen und konkreten Erfahrungen von Nähe und Ferne, Erinnerung und Sehnsucht. Eine Utopie ist die Heimat selbst für den, der sein ganzes Leben lang an einem Ort gelebt hat. Sie ist der Ort, an dem er sich aller "vergangenen Träume, Hoffnungen und Sehnsüchte" erinnernd der "Utopien seines ganzen Lebens" gewahr wird.


Zur Vertiefung:

Abschiedslied der Zugvögel

Wie war so schön doch Wald und Feld!
Wie traurig ist anjetzt die Welt!
Hin ist die schöne Sommerzeit
Und nach der Freude kam das Leid.

Wir wussten nichts von Ungemach,
Wir saßen unterm Laubesdach
Vergnügt und froh im Sonnenschein
Und sangen in die Welt hinein.

Wir armen Vögel trauern sehr:
Wir haben keine Heimat mehr,
Wir müssen jetzt von hinnen flieh'n
Und in die weite Fremde zieh'n.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

https://www.youtube.com/watch?v=fVhuPaoAsCY





apropos hoffmann, heinrich hoffmann, psychiater:


Fünf Hasen, die saßen beisammen dicht,

Es macht ein jeder ein traurig Gesicht.

Sie jammern und weinen:

Die Sonn? will nicht scheinen!

Bei so vielem Regen

Wie kann man da legen

Den Kindern das Ei?

O weih, o weih!

Da sagte der König:

So schweigt doch ein wenig!

Lasst weinen und Sorgen

Wir legen sie morgen!
Auf den Arm nehmen
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Wilson
zwischen gaga und dada



Anmeldungsdatum: 04.02.2008
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Beitrag(#2161475) Verfasst am: 02.01.2019, 20:49    Titel: Re: .-) Antworten mit Zitat

goedelchen hat folgendes geschrieben:
Auch 2019 ist Heimat ein Thema. Vielleicht wir das ja im Laufe des Jahres ein noch größeres.

Hier mal was zum weiter Verständnis der bisher unverstandenen Utopie im Begriff Heimat:

https://www.welt.de/print-welt/article288465/Heimat-als-Ziel-und-Utopie.html

Daraus:

Zitat:
Die gleiche Erfahrung machen Menschen, die im Exil leben; selbst wenn dieses als Freiheit erfahren wird. Heimaterfahrung wird also vor allem gemacht, "wenn das, was Heimat jeweils ist, fehlt". Daraus entstehen "Hoffnung, Sehnsucht und Traum" - häufig die Grundlage der Dichtung. "Traum" und "Wirklichkeit" sind also nur die beiden Seiten der gleichen Medaille. Aber so sehr Heimat auf konkrete Orte bezogen ist, "an denen man lebt, wohnt, arbeitet, Familie und Freunde hat", letztlich "hat sie weder einen Ort noch ist sie einer". Heimat ist Nichtort: "Heimat ist Utopie", die umso intensiver erfahren wird, je weiter man von ihr entfernt ist. "Das eigentliche Heimatgefühl ist Heimweh." Dieses Verständnis von Heimat nimmt der Heimat nichts, es erlaubt alle emotionalen und konkreten Erfahrungen von Nähe und Ferne, Erinnerung und Sehnsucht. Eine Utopie ist die Heimat selbst für den, der sein ganzes Leben lang an einem Ort gelebt hat. Sie ist der Ort, an dem er sich aller "vergangenen Träume, Hoffnungen und Sehnsüchte" erinnernd der "Utopien seines ganzen Lebens" gewahr wird.


Zur Vertiefung:

Abschiedslied der Zugvögel

Wie war so schön doch Wald und Feld!
Wie traurig ist anjetzt die Welt!
Hin ist die schöne Sommerzeit
Und nach der Freude kam das Leid.

Wir wussten nichts von Ungemach,
Wir saßen unterm Laubesdach
Vergnügt und froh im Sonnenschein
Und sangen in die Welt hinein.

Wir armen Vögel trauern sehr:
Wir haben keine Heimat mehr,
Wir müssen jetzt von hinnen flieh'n
Und in die weite Fremde zieh'n.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

https://www.youtube.com/watch?v=fVhuPaoAsCY





apropos hoffmann, heinrich hoffmann, psychiater:


Fünf Hasen, die saßen beisammen dicht,

Es macht ein jeder ein traurig Gesicht.

Sie jammern und weinen:

Die Sonn? will nicht scheinen!

Bei so vielem Regen

Wie kann man da legen

Den Kindern das Ei?

O weih, o weih!

Da sagte der König:

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step
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Anmeldungsdatum: 17.07.2003
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Wohnort: Germering

Beitrag(#2161476) Verfasst am: 02.01.2019, 20:53    Titel: Re: .-) Antworten mit Zitat

goedelchen hat folgendes geschrieben:
welt hat folgendes geschrieben:
Die gleiche Erfahrung machen Menschen, die im Exil leben; selbst wenn dieses als Freiheit erfahren wird. ... "Das eigentliche Heimatgefühl ist Heimweh."
...

Ich nehme das jetzt mal als verständnisvolles Plädoyer dafür, daß Flüchtlinge sich im Exil ein bißchen Heimat schaffen möchten und dürfen. Etwa indem sie ihre Bräuche, Speisen, Kleidung, Sprache usw. nutzen, damit das Heimweh nicht unerträglich wird.
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Was ist der Sinn des Lebens? - Keiner, aber Leere ist Fülle für den, der sie sieht.
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goedelchen
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Anmeldungsdatum: 08.10.2018
Beiträge: 284

Beitrag(#2161481) Verfasst am: 02.01.2019, 21:06    Titel: Re: .-) Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
goedelchen hat folgendes geschrieben:
welt hat folgendes geschrieben:
Die gleiche Erfahrung machen Menschen, die im Exil leben; selbst wenn dieses als Freiheit erfahren wird. ... "Das eigentliche Heimatgefühl ist Heimweh."
...

Ich nehme das jetzt mal als verständnisvolles Plädoyer dafür, daß Flüchtlinge sich im Exil ein bißchen Heimat schaffen möchten und dürfen. Etwa indem sie ihre Bräuche, Speisen, Kleidung, Sprache usw. nutzen, damit das Heimweh nicht unerträglich wird.


Hi Step,

ja ! das ist Normalität. Die Höflichkeit sagt aber jedem, der sich Heimat schafft, das er damit anderen nicht auf den Keks gehen sollte.

Aber das weißt du doch. Kannst du doch eintarieren, dass es dem nützt, der Heimweh hat. Oder wolltest du jetzt was anderes "herausarbeiten" ? Smilie
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goedelchen
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Anmeldungsdatum: 08.10.2018
Beiträge: 284

Beitrag(#2161482) Verfasst am: 02.01.2019, 21:07    Titel: Re: .-) Antworten mit Zitat

Wilson hat folgendes geschrieben:
goedelchen hat folgendes geschrieben:
Auch 2019 ist Heimat ein Thema. Vielleicht wir das ja im Laufe des Jahres ein noch größeres.

Hier mal was zum weiter Verständnis der bisher unverstandenen Utopie im Begriff Heimat:

https://www.welt.de/print-welt/article288465/Heimat-als-Ziel-und-Utopie.html

Daraus:

Zitat:
Die gleiche Erfahrung machen Menschen, die im Exil leben; selbst wenn dieses als Freiheit erfahren wird. Heimaterfahrung wird also vor allem gemacht, "wenn das, was Heimat jeweils ist, fehlt". Daraus entstehen "Hoffnung, Sehnsucht und Traum" - häufig die Grundlage der Dichtung. "Traum" und "Wirklichkeit" sind also nur die beiden Seiten der gleichen Medaille. Aber so sehr Heimat auf konkrete Orte bezogen ist, "an denen man lebt, wohnt, arbeitet, Familie und Freunde hat", letztlich "hat sie weder einen Ort noch ist sie einer". Heimat ist Nichtort: "Heimat ist Utopie", die umso intensiver erfahren wird, je weiter man von ihr entfernt ist. "Das eigentliche Heimatgefühl ist Heimweh." Dieses Verständnis von Heimat nimmt der Heimat nichts, es erlaubt alle emotionalen und konkreten Erfahrungen von Nähe und Ferne, Erinnerung und Sehnsucht. Eine Utopie ist die Heimat selbst für den, der sein ganzes Leben lang an einem Ort gelebt hat. Sie ist der Ort, an dem er sich aller "vergangenen Träume, Hoffnungen und Sehnsüchte" erinnernd der "Utopien seines ganzen Lebens" gewahr wird.


Zur Vertiefung:

Abschiedslied der Zugvögel

Wie war so schön doch Wald und Feld!
Wie traurig ist anjetzt die Welt!
Hin ist die schöne Sommerzeit
Und nach der Freude kam das Leid.

Wir wussten nichts von Ungemach,
Wir saßen unterm Laubesdach
Vergnügt und froh im Sonnenschein
Und sangen in die Welt hinein.

Wir armen Vögel trauern sehr:
Wir haben keine Heimat mehr,
Wir müssen jetzt von hinnen flieh'n
Und in die weite Fremde zieh'n.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

https://www.youtube.com/watch?v=fVhuPaoAsCY





apropos hoffmann, heinrich hoffmann, psychiater:


Fünf Hasen, die saßen beisammen dicht,

Es macht ein jeder ein traurig Gesicht.

Sie jammern und weinen:

Die Sonn? will nicht scheinen!

Bei so vielem Regen

Wie kann man da legen

Den Kindern das Ei?

O weih, o weih!

Da sagte der König:

So schweigt doch ein wenig!

Lasst weinen und Sorgen

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Auf den Arm nehmen


Bei dir würde mir jetzt dazu nur Hofmann und LSD einfallen.
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Wilson
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Beitrag(#2161484) Verfasst am: 02.01.2019, 21:11    Titel: Re: .-) Antworten mit Zitat

goedelchen hat folgendes geschrieben:
Wilson hat folgendes geschrieben:
goedelchen hat folgendes geschrieben:
Auch 2019 ist Heimat ein Thema. Vielleicht wir das ja im Laufe des Jahres ein noch größeres.

Hier mal was zum weiter Verständnis der bisher unverstandenen Utopie im Begriff Heimat:

https://www.welt.de/print-welt/article288465/Heimat-als-Ziel-und-Utopie.html

Daraus:

Zitat:
Die gleiche Erfahrung machen Menschen, die im Exil leben; selbst wenn dieses als Freiheit erfahren wird. Heimaterfahrung wird also vor allem gemacht, "wenn das, was Heimat jeweils ist, fehlt". Daraus entstehen "Hoffnung, Sehnsucht und Traum" - häufig die Grundlage der Dichtung. "Traum" und "Wirklichkeit" sind also nur die beiden Seiten der gleichen Medaille. Aber so sehr Heimat auf konkrete Orte bezogen ist, "an denen man lebt, wohnt, arbeitet, Familie und Freunde hat", letztlich "hat sie weder einen Ort noch ist sie einer". Heimat ist Nichtort: "Heimat ist Utopie", die umso intensiver erfahren wird, je weiter man von ihr entfernt ist. "Das eigentliche Heimatgefühl ist Heimweh." Dieses Verständnis von Heimat nimmt der Heimat nichts, es erlaubt alle emotionalen und konkreten Erfahrungen von Nähe und Ferne, Erinnerung und Sehnsucht. Eine Utopie ist die Heimat selbst für den, der sein ganzes Leben lang an einem Ort gelebt hat. Sie ist der Ort, an dem er sich aller "vergangenen Träume, Hoffnungen und Sehnsüchte" erinnernd der "Utopien seines ganzen Lebens" gewahr wird.


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Abschiedslied der Zugvögel

Wie war so schön doch Wald und Feld!
Wie traurig ist anjetzt die Welt!
Hin ist die schöne Sommerzeit
Und nach der Freude kam das Leid.

Wir wussten nichts von Ungemach,
Wir saßen unterm Laubesdach
Vergnügt und froh im Sonnenschein
Und sangen in die Welt hinein.

Wir armen Vögel trauern sehr:
Wir haben keine Heimat mehr,
Wir müssen jetzt von hinnen flieh'n
Und in die weite Fremde zieh'n.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

https://www.youtube.com/watch?v=fVhuPaoAsCY





apropos hoffmann, heinrich hoffmann, psychiater:


Fünf Hasen, die saßen beisammen dicht,

Es macht ein jeder ein traurig Gesicht.

Sie jammern und weinen:

Die Sonn? will nicht scheinen!

Bei so vielem Regen

Wie kann man da legen

Den Kindern das Ei?

O weih, o weih!

Da sagte der König:

So schweigt doch ein wenig!

Lasst weinen und Sorgen

Wir legen sie morgen!
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Bei dir würde mir jetzt dazu nur Hofmann und LSD einfallen.

ein kompliment hätte ich an dieser stelle nicht erwartet. merci.
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step
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Beitrag(#2161493) Verfasst am: 02.01.2019, 22:05    Titel: Antworten mit Zitat

goedelchen hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
... Etwa indem sie ihre Bräuche, Speisen, Kleidung, Sprache usw. nutzen, damit das Heimweh nicht unerträglich wird.
... Die Höflichkeit sagt aber jedem, der sich Heimat schafft, das er damit anderen nicht auf den Keks gehen sollte. ...

"Auf den Keks gehen" ist aber sehr willkürlich - quasi ein Blankoscheck der Intoleranz. Vielleicht geht Dir schon ein Kopftuch auf den Keks.
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Was ist der Sinn des Lebens? - Keiner, aber Leere ist Fülle für den, der sie sieht.
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Beitrag(#2161495) Verfasst am: 02.01.2019, 22:07    Titel: Heimatidyll und die wirkliche Gesellschaft Antworten mit Zitat

Zitat:
Heimat boomt, und es scheint kein Entrinnen zu geben. Ob in der Werbung, in den Medien oder in der Politik. Jeder und jede muss sie haben, lieben, verteidigen. Dabei tun alle Beteiligten so, als ob ihnen die Heimat schon immer eine Herzensangelegenheit gewesen sei. Was eine glatte Lüge ist, denn bis vor wenigen Jahren spielte sie in der Politik kaum eine Rolle. Wann das begann, lässt sich recht einfach bestimmen: Nämlich als in Österreich »die soziale Heimatpartei« FPÖ sich anschickte, ihren Platz auf der Regierungsbank wieder einzunehmen, und sich in Deutschland abzeichnete, dass die AfD, die »einzig wahre Heimatpartei« (Gauland), ernstzunehmende Chancen auf politische Einflussnahme im Bund hat. »Heimat« entspringt dem Diskurs der Rechten. Und noch vor wenigen Jahren wähnte diese sich damit in Opposition zum Mainstream: »Heimatliebe ist kein Verbrechen«, fühlte sich damals die neofaschistische Identitäre Bewegung genötigt zu betonen. Heute müssen sich die Neofaschisten mit den Grünen streiten, wessen Liebe zu Deutschland größer ist. »Wir lieben dieses Land. Es ist unsere Heimat. Für diese Heimat werden wir kämpfen.« Dieser Schlachtruf stammt nicht etwa von den Identitären, sondern von der grünen Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. (...)

Die gesellschaftlichen Ursachen hierfür herauszuarbeiten, das wäre die Aufgabe der Linken. Denn die Erfahrung der Entfremdung, des Kontrollverlustes und der sozialen Desintegration, aus dem sich dieses Bedürfnis speist, ist real. »Heimat« aber ist die falsche Antwort auf die falschen Verhältnisse. Wer sich in die Heimat flüchtet, will die Welt nicht ändern, sondern die Menschen mit den Verhältnissen versöhnen. Die Heimatdebatte überdeckt die materiellen Ursachen der Entfremdung und geht einher mit einer Entpolitisierung gesellschaftlicher Probleme. (...)

»Heimat« ist die Modernisierung ethnisch-kultureller Gemeinschaftsvorstellung, eine Neuauflage der bekannten Debatten um »Volk«, Nation und »Identität«. (...)

Das Idyll der Heimat vernichtet die Erinnerung an ihre Opfer. Diese Idylle ist nicht nur eine falsche, sie ist auch gefährlich. Denn die »Liebe zur Heimat« trägt den Hass auf alles, was die vermeintliche Idylle stört - das »Fremde«, Störenfriede und jegliche Form von Emanzipation - bereits in sich.

Die Idee der »Heimat« kann man also den Rechten überlassen, denn da gehört sie hin. Die Linke hingegen sollte nicht dafür eintreten, dass alle eine Heimat haben, sondern dafür, dass niemand mehr eine braucht.


https://www.neues-deutschland.de/artikel/1108905.debatte-um-heimatbegriff-ein-brutales-gefuehl.html


Vermeintlich harmlose *Heimatträumereien* sind der Versuch, die inneren Widersprüche der gesellschaftlichen Verhältnisse zugunsten eines äußeren, oberflächlichen und pseudoharmonischen *Idylls* zu glätten, was letzten Endes nur auf gewalttätige & barbarische Weise erreicht werden kann.

In dem Text ist richtiger Weise die begriffliche Verschiebung von »Volk«, Nation und »Identität« zum Begriff der *Heimat* angesprochen worden. Man könnte dies als *Modernisierung* rechten Gedankenguts ansehen, wenn denn die Rechte irgend etwas Modernes an sich hätte, was jedoch nicht der Fall ist. Das *Moderne* sind nur andere Worthülsen. Die *neue Rechte* ist die Alte.
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°
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Keinem einzigen dieser Professoren, die auf Spezialgebieten der Chemie, der Geschichte, der Physik die wertvollsten Arbeiten liefern können, darf man auch nur ein einziges Wort glauben, sobald er auf Philosophie zu sprechen kommt. (Mark Twain)
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schtonk
Korinthenliegenlasser



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Beitrag(#2161501) Verfasst am: 02.01.2019, 22:43    Titel: Re: .-) Antworten mit Zitat

goedelchen hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
goedelchen hat folgendes geschrieben:
welt hat folgendes geschrieben:
Die gleiche Erfahrung machen Menschen, die im Exil leben; selbst wenn dieses als Freiheit erfahren wird. ... "Das eigentliche Heimatgefühl ist Heimweh."
...

Ich nehme das jetzt mal als verständnisvolles Plädoyer dafür, daß Flüchtlinge sich im Exil ein bißchen Heimat schaffen möchten und dürfen. Etwa indem sie ihre Bräuche, Speisen, Kleidung, Sprache usw. nutzen, damit das Heimweh nicht unerträglich wird.


... Die Höflichkeit sagt aber jedem, der sich Heimat schafft, das er damit anderen nicht auf den Keks gehen sollte.

...

Bräuche, Speisen, Kleidung, Sprache usw. anderer Ethnien im Gast- oder neuen Heimatland verstoßen gegen welche Höflichkeitsregeln, die wer definiert?

Aber evtl meinst du die "Höflichkeiten" von Urlaubern, die auf ihre Heimatrituale zB auf Mallorca nicht verzichten mögen?


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tillich (epigonal)
Prinz Ipienreiter



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Beitrag(#2161509) Verfasst am: 02.01.2019, 23:04    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
goedelchen hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
... Etwa indem sie ihre Bräuche, Speisen, Kleidung, Sprache usw. nutzen, damit das Heimweh nicht unerträglich wird.
... Die Höflichkeit sagt aber jedem, der sich Heimat schafft, das er damit anderen nicht auf den Keks gehen sollte. ...

"Auf den Keks gehen" ist aber sehr willkürlich - quasi ein Blankoscheck der Intoleranz. Vielleicht geht Dir schon ein Kopftuch auf den Keks.

Das ist ja der Sinn der Sache.
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



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Beitrag(#2161517) Verfasst am: 03.01.2019, 00:27    Titel: Re: .-) Antworten mit Zitat

goedelchen hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
goedelchen hat folgendes geschrieben:
welt hat folgendes geschrieben:
Die gleiche Erfahrung machen Menschen, die im Exil leben; selbst wenn dieses als Freiheit erfahren wird. ... "Das eigentliche Heimatgefühl ist Heimweh."
...

Ich nehme das jetzt mal als verständnisvolles Plädoyer dafür, daß Flüchtlinge sich im Exil ein bißchen Heimat schaffen möchten und dürfen. Etwa indem sie ihre Bräuche, Speisen, Kleidung, Sprache usw. nutzen, damit das Heimweh nicht unerträglich wird.


Hi Step,

ja ! das ist Normalität. Die Höflichkeit sagt aber jedem, der sich Heimat schafft, das er damit anderen nicht auf den Keks gehen sollte.

Aber das weißt du doch. Kannst du doch eintarieren, dass es dem nützt, der Heimweh hat. Oder wolltest du jetzt was anderes "herausarbeiten" ? Smilie



Du gehst mir auf den Keks mit Deinem komischen Heimatkitsch!
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Tarvoc
Papst Tarvoc der Stæhlerne



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Beitrag(#2161523) Verfasst am: 03.01.2019, 03:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hier mal noch ein schönes Gedicht zum Thema "Heimat":

Angélique

5. Wenn ich, beseligt von schönen Küssen,
In deinen Armen mich wohl befinde,
Dann mußt du mir nie von Deutschland reden; -
Ich kann's nicht vertragen - es hat seine Gründe.

Ich bitte dich, laß mich mit Deutschland in Frieden!
Du mußt mich nicht plagen mit ewigen Fragen
Nach Heimat, Sippschaft und Lebensverhältnis; -
Es hat seine Gründe - ich kann's nicht vertragen.

Die Eichen sind grün, und blau sind die Augen
Der deutschen Frauen, sie schmachten gelinde
Und seufzen von Liebe, Hoffnung und Glauben; -
Ich kann's nicht vertragen - es hat seine Gründe.


- Heinrich Heine
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schtonk
Korinthenliegenlasser



Anmeldungsdatum: 17.12.2013
Beiträge: 10663

Beitrag(#2161525) Verfasst am: 03.01.2019, 03:34    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:

(...)
- Heinrich Heine


Zitat:
...Was hat Deutschland Heine nie verziehen? Dass er Jude war? Dass er aufmüpfig war? Dass er Aufklärer und Romantiker zugleich war? Aufklärer ohne Erbsenzählerei, aber mit Seele? „Selten habt ihr mich verstanden/ selten auch verstand ich euch;/ nur wenn wir im Kot uns fanden,/so verstanden wir uns gleich.“
...
In seinem großen Gedicht „Nachtgedanken“ rechnet er aus dem Pariser Exil mit seinem Deutschland ab. Er zählt seine Liebe zu Deutschland und alle Fasern dieser Liebe auf und endet: „Gottlob! durch meine Fenster bricht/ französisch heitres Tageslicht;/es kommt mein Weib, schön wie der Morgen,/und lächelt fort die deutschen Sorgen.“

https://www.deutschlandfunkkultur.de/heinrich-heine-ein-kuenftiger-deutscher-dichter.1005.de.html?dram:article_id=157881


Vllt reicht goedelchens Intellekt soweit, dass er wenigstens eine Ahnung von Heines Zerissenheit bekommt.
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goedelchen
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Beitrag(#2161528) Verfasst am: 03.01.2019, 09:16    Titel: Antworten mit Zitat

schtonk hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:

(...)
- Heinrich Heine


Zitat:
...Was hat Deutschland Heine nie verziehen? Dass er Jude war? Dass er aufmüpfig war? Dass er Aufklärer und Romantiker zugleich war? Aufklärer ohne Erbsenzählerei, aber mit Seele? „Selten habt ihr mich verstanden/ selten auch verstand ich euch;/ nur wenn wir im Kot uns fanden,/so verstanden wir uns gleich.“
...
In seinem großen Gedicht „Nachtgedanken“ rechnet er aus dem Pariser Exil mit seinem Deutschland ab. Er zählt seine Liebe zu Deutschland und alle Fasern dieser Liebe auf und endet: „Gottlob! durch meine Fenster bricht/ französisch heitres Tageslicht;/es kommt mein Weib, schön wie der Morgen,/und lächelt fort die deutschen Sorgen.“

https://www.deutschlandfunkkultur.de/heinrich-heine-ein-kuenftiger-deutscher-dichter.1005.de.html?dram:article_id=157881


Vllt reicht goedelchens Intellekt soweit, dass er wenigstens eine Ahnung von Heines Zerissenheit bekommt.


Smilie

Ich denke mir jetzt, mehr Heine in der Sprache seiner rheinischen Heimat und seines großstädtischen Exils gelesen zu haben, als deine Kurzatmigkeit. Um meinen Intellekt mach dir mal keine Sorgen.
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goedelchen
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Beitrag(#2161529) Verfasst am: 03.01.2019, 09:20    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
goedelchen hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
... Etwa indem sie ihre Bräuche, Speisen, Kleidung, Sprache usw. nutzen, damit das Heimweh nicht unerträglich wird.
... Die Höflichkeit sagt aber jedem, der sich Heimat schafft, das er damit anderen nicht auf den Keks gehen sollte. ...

"Auf den Keks gehen" ist aber sehr willkürlich - quasi ein Blankoscheck der Intoleranz. Vielleicht geht Dir schon ein Kopftuch auf den Keks.


Na gut, dir geht es ja dann nicht um Heimat, sondern um Ideologie. Ein Kopftuch ist in seiner Form des Gebrauchs ein ideologisches Zeichen, keine Tracht.

Alles klar ?


Zuletzt bearbeitet von goedelchen am 03.01.2019, 13:34, insgesamt einmal bearbeitet
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goedelchen
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Beitrag(#2161530) Verfasst am: 03.01.2019, 09:20    Titel: Antworten mit Zitat

Edit doppelt
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goedelchen
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Beitrag(#2161531) Verfasst am: 03.01.2019, 09:22    Titel: Re: .-) Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
goedelchen hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
goedelchen hat folgendes geschrieben:
welt hat folgendes geschrieben:
Die gleiche Erfahrung machen Menschen, die im Exil leben; selbst wenn dieses als Freiheit erfahren wird. ... "Das eigentliche Heimatgefühl ist Heimweh."
...

Ich nehme das jetzt mal als verständnisvolles Plädoyer dafür, daß Flüchtlinge sich im Exil ein bißchen Heimat schaffen möchten und dürfen. Etwa indem sie ihre Bräuche, Speisen, Kleidung, Sprache usw. nutzen, damit das Heimweh nicht unerträglich wird.


Hi Step,

ja ! das ist Normalität. Die Höflichkeit sagt aber jedem, der sich Heimat schafft, das er damit anderen nicht auf den Keks gehen sollte.

Aber das weißt du doch. Kannst du doch eintarieren, dass es dem nützt, der Heimweh hat. Oder wolltest du jetzt was anderes "herausarbeiten" ? Smilie



Du gehst mir auf den Keks mit Deinem komischen Heimatkitsch!


Du gehst mir mit deinen nichtssagenden Texten zu allem auf den Keks.
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step
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Wohnort: Germering

Beitrag(#2161553) Verfasst am: 03.01.2019, 14:29    Titel: Antworten mit Zitat

goedelchen hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
goedelchen hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
... Etwa indem sie ihre Bräuche, Speisen, Kleidung, Sprache usw. nutzen, damit das Heimweh nicht unerträglich wird.
... Die Höflichkeit sagt aber jedem, der sich Heimat schafft, das er damit anderen nicht auf den Keks gehen sollte. ...
"Auf den Keks gehen" ist aber sehr willkürlich - quasi ein Blankoscheck der Intoleranz. Vielleicht geht Dir schon ein Kopftuch auf den Keks.
Ein Kopftuch ist in seiner Form des Gebrauchs ein ideologisches Zeichen, keine Tracht.

Es kann beides sein. Ebenso auch der Ruf eines Muezzin bzw. Glockengeläut - zum einen ideologisch begründet, zum Anderen bedeutet es für viele Heimat, und Dritten wiederum geht es auf den Keks.
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goedelchen
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Beitrag(#2161563) Verfasst am: 03.01.2019, 18:30    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
goedelchen hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
goedelchen hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
... Etwa indem sie ihre Bräuche, Speisen, Kleidung, Sprache usw. nutzen, damit das Heimweh nicht unerträglich wird.
... Die Höflichkeit sagt aber jedem, der sich Heimat schafft, das er damit anderen nicht auf den Keks gehen sollte. ...
"Auf den Keks gehen" ist aber sehr willkürlich - quasi ein Blankoscheck der Intoleranz. Vielleicht geht Dir schon ein Kopftuch auf den Keks.
Ein Kopftuch ist in seiner Form des Gebrauchs ein ideologisches Zeichen, keine Tracht.

Es kann beides sein. Ebenso auch der Ruf eines Muezzin bzw. Glockengeläut - zum einen ideologisch begründet, zum Anderen bedeutet es für viele Heimat, und Dritten wiederum geht es auf den Keks.


Hi step,

Du kennst doch das mit den Äpfeln und Birnen.

Um dir die Entscheidung zwischen denen gesehenen beiden zu erleichtern, frag doch mal einen kompetenten Hüter der religiösen Hoheitsrechte. Ist das Kopftuch eine Tracht oder Bekleidungsvorschrift dieudonné ?
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