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Das Problem der linken Meinungsführerschaft
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vrolijke
Bekennender Pantheist
Moderator



Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 31216
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2095758) Verfasst am: 19.05.2017, 14:01    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:


Übrigens denke ich, daß man hier eine interessante Frage anschließen könnte, nämlich woher die Gemeinsamkeit eigentlich rührt. Es könnte sein, daß sie auf der Akzeptanz universeller Werte ruht. Das Christentum propagiert die Gleichheit des Menschen vor Gott. Dieser Anspruch wird in den meisten christlichen Strömungen auf weltliche Verhältnisse übertragen. Darin ähnelt er linkem Denken, weil es keinen Unterschied macht, welche Hautfarbe man hat, wo man geboren wurde, oder welchen gesellschaftlichen Status die Blutlinie verleiht. An diesem gemeinsamen Kern könnte man vielleicht den Gegensatz zum illiberalen, rechtsnationalistischen Denken festmachen.


Daumen hoch!
Das könnte durchaus funktionieren, wenn sie nicht so oft mißbraucht würden durch Individuuen, die nichts anderes im Sinne haben, als ihre eigene Pfründe zu sichern.
Je dogmatischer die Religion/Ideologien, je größer die Wahrscheinlichkeit, dass sie dazu mißbraucht werden können.
_________________
Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
Erich Fromm

Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

Grenzen geben einem die Illusion, das Böse kommt von draußen
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unquest
Marx und Freudlos



Anmeldungsdatum: 10.10.2010
Beiträge: 2829
Wohnort: 2311 N. Los Robles Avenue in Pasadena

Beitrag(#2095760) Verfasst am: 19.05.2017, 14:42    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:


Übrigens denke ich, daß man hier eine interessante Frage anschließen könnte, nämlich woher die Gemeinsamkeit eigentlich rührt. Es könnte sein, daß sie auf der Akzeptanz universeller Werte ruht. Das Christentum propagiert die Gleichheit des Menschen vor Gott. Dieser Anspruch wird in den meisten christlichen Strömungen auf weltliche Verhältnisse übertragen. Darin ähnelt er linkem Denken, weil es keinen Unterschied macht, welche Hautfarbe man hat, wo man geboren wurde, oder welchen gesellschaftlichen Status die Blutlinie verleiht. An diesem gemeinsamen Kern könnte man vielleicht den Gegensatz zum illiberalen, rechtsnationalistischen Denken festmachen.

Vielleicht könnte man eine Brücke vom Abolitionismus zu den Menschenrechten bauen? Wobei aber die Erklärung der Menschenrechte nicht ein genuin linkes Projekt darstellen.
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Dazed and confused - trying to continue (Redhat)
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J.W.v.Kroethe
dauerhaft gesperrt



Anmeldungsdatum: 30.04.2017
Beiträge: 477

Beitrag(#2095827) Verfasst am: 20.05.2017, 02:13    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Das betrifft ganz klarerweise auch nur Linke. Hab selbstverständlich in meinem ganzen Leben noch nie Rechte getroffen, die sich aufgeregt hätten, wenn man für sie unbequeme Sachen sagt.


...

Lachen Lachen Lachen Lachen Lachen


Ich bin aktuell zwar gesperrt, aber da muß ich dir unbedingt Recht geben...>ß´)
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Despiteful
Freizeit-Schizo



Anmeldungsdatum: 26.03.2017
Beiträge: 756
Wohnort: Stoapfalz

Beitrag(#2095871) Verfasst am: 20.05.2017, 13:08    Titel: Antworten mit Zitat

Alchemist hat folgendes geschrieben:
Despiteful hat folgendes geschrieben:
Mein Problem dort, wo die Linken den Ton angeben:

[img]Bild[/img]


Was denn genau?

Weil es heutzutage nicht mehr so einfach ist offen Ausländerfeindlich, homophob und sexistisch zu sein?

Nein, ich finde eher, weil es heute viel zu leicht ist, ausländerfeindlich, homophob oder sexistisch zu sein. zwinkern

Im Übrigen hat Tarvoc Recht. Ich habe viel darüber nachgedacht. Zuerst dachte ich, die Linken sehen sich selber gern als Opfer und die Rechten sehen die anderen gern als Opfer. Das trifft aber mMn nicht mehr zu. Man sieht sich auf beiden Seiten verletzt oder unterdrückt oder was auch immer und leitet dann daraus das Recht ab, mit allen Mitteln gegen die vermeintlichen Übeltäter vorzugehen: Pauschalisierend, verurteilend und mit einer Vehemenz, die der Sache oft nicht angemessen ist. Daher ist es in der Tat kein typisch linkes Phänomen, ich nehme das zurück.
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Murphy was here Cool
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Marcellinus
Outsider



Anmeldungsdatum: 27.05.2009
Beiträge: 5348

Beitrag(#2095887) Verfasst am: 20.05.2017, 15:54    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:

Übrigens denke ich, daß man hier eine interessante Frage anschließen könnte, nämlich woher die Gemeinsamkeit eigentlich rührt. Es könnte sein, daß sie auf der Akzeptanz universeller Werte ruht. Das Christentum propagiert die Gleichheit des Menschen vor Gott. Dieser Anspruch wird in den meisten christlichen Strömungen auf weltliche Verhältnisse übertragen. Darin ähnelt er linkem Denken, weil es keinen Unterschied macht, welche Hautfarbe man hat, wo man geboren wurde, oder welchen gesellschaftlichen Status die Blutlinie verleiht. An diesem gemeinsamen Kern könnte man vielleicht den Gegensatz zum illiberalen, rechtsnationalistischen Denken festmachen.


Ich lese das mit der "Gleichheit vor Gott" zwar immer wieder, aber solange die christlichen Kirchen über reale Macht verfügten, war von dieser Gleichheit nichts zu merken. Da war immer nur davon die Rede, jeder solle auf dem Platz bleiben, auf den ihn das Schicksal gestellt habe. Und die RKK unterstützte bis ins 20. Jh. Mit Begeisterung ständische Bewegungen, während Liberalismus wie Sozialismus abgelehnt wurden. Woher nimmst du also diese Vorstellung?
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"Mangel an historischem Sinn ist der Erbfehler aller Philosophen ... Alles aber ist geworden;
es gibt keine ewigen Tatsachen: sowie es keine absoluten Wahrheiten gibt."

Friedrich Nietzsche
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smallie
Mädchen.



Anmeldungsdatum: 02.04.2010
Beiträge: 2236

Beitrag(#2096038) Verfasst am: 21.05.2017, 22:39    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
"Kontaktschuld". Dieses Forum ist schon einzigartig. Da meint man, es sei nur die Wiederholung des ständig Gleichen, und doch kann es einen immer wieder mit neuen Erkenntnissen überraschen! Sehr glücklich


Erkenntnisse? 'Kontaktschuld' ist ein Kampfbegriff der Forenwirrköpfe, mit dem regelmässig davon abgelenkt werden soll, in welch dumpfen Umfeld sie nach Quellen fischen.

Das ist ein großartiger Beitrag. Weil er so eindeutig falsch ist und damit fwos Eingangsthese wahr macht. Zustimmung


Du kennst den Begriff nicht, trotzdem kanzelst ihn als "Kampfbegriff von Forenwirrköpfen" ab. Dabei taucht der Begriff regelmäßig in Listen logischer Fehlschlüsse auf.

Zitat:
List of fallacies

Association fallacy (guilt by association and honor by association) – arguing that because two things share (or are implied to share) some property, they are the same.

https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_fallacies



Zitat:
An association fallacy is an informal inductive fallacy of the hasty-generalization or red-herring type and which asserts, by irrelevant association and often by appeal to emotion, that qualities of one thing are inherently qualities of another. Two types of association fallacies are sometimes referred to as guilt by association and honor by association.



https://en.wikipedia.org/wiki/Association_fallacy


Nach den Zitaten sieht das für mich nicht nach Kampfbegriff aus. "Forenwirrkopf" hingegen ist schon ein Kampfbegriff. nee



Kramer hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Ja, richtig, dumpfes Umfeld! Wikipedia!


Kannst ja mal nach "Kontaktschuld" googeln und Dir anschauen, in welchem Umfeld (ausser Wikipedia) der Begriff sonst verwendet wird. Musst gar nicht lange suchen, ist alles auf Seite 1 der Suchergebnisse.

Genau dieses Argument ist mit "Kontaktschuld" gemeint. "Kontaktschuld" soll ein verbrannter Begriff sein, weil ihn Leute verwenden, deren Haltung du nicht leiden kannst? Hast du auch ein inhaltliches Argument, warum "Kontaktschuld" als Begriff nichts taugt?

Besser läßt sich "Kontaktschuld" nicht illustrieren, als wenn alleine die Nennung des Wortes "Kontaktschuld" selbst kontaktschuldig macht.
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sehr gut
im Hamsterrad



Anmeldungsdatum: 05.08.2007
Beiträge: 9925

Beitrag(#2096039) Verfasst am: 21.05.2017, 23:07    Titel: Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:
Besser läßt sich "Kontaktschuld" nicht illustrieren, als wenn alleine die Nennung des Wortes "Kontaktschuld" selbst kontaktschuldig macht.

zwinkern

In so einem Umfeld, wenn [Presse,..] allein schon durch einen kurzen formalen Kontakt 'abgeschossen' werden kann, braucht man sich nicht wundern wenn der Mainstream sich von bestimmten Themen distanziert. Nur wer eh keinen Ruf mehr zu verlieren hat traut sich da ran.
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Kramer
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Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 25986

Beitrag(#2096049) Verfasst am: 22.05.2017, 10:48    Titel: Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:
Hast du auch ein inhaltliches Argument, warum "Kontaktschuld" als Begriff nichts taugt?


Ja, der Begriff wird dazu benutzt, ein ganz normales und sinnvolles Verhalten zu diskreditieren. Wer heutzutage nicht von einem Sturm widersprüchlicher Meldungen und Meinungen an die Wand gedrückt werden möchte, ist gut beraten, wenn er Quellen selektiv filtert. Ich halte Informationen wie "Ist Autor beim Kopp-Verlag" oder "Hat eine Rede bei Ivo Zaseks Anti-Zensur-Koalition gehalten" für sinnvolle Indikatoren, um eine Quelle auszusortieren. Der Versuch, jemanden deshalb "Kontaktschuldgefühle" einzureden, ist klassisches Pity-Play und reine Manipulation.
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Naastika
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Anmeldungsdatum: 23.11.2003
Beiträge: 5903
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Beitrag(#2096051) Verfasst am: 22.05.2017, 11:54    Titel: Antworten mit Zitat

"Schuld" ist persönliche Vorwerfbarkeit.
Nur weil A den B kontaktiert, trägt A keine Mitschuld an Bs Taten.

Der Begriff "Kontaktschuld" existiert und ist psychologisch/sozial erklärbar, ich persönlich werde diesem nicht entsprechend agieren.

Begründung: siehe oben Kramer.
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Samson83
Gegenaufgeklärt



Anmeldungsdatum: 18.01.2013
Beiträge: 4436

Beitrag(#2096053) Verfasst am: 22.05.2017, 12:29    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
smallie hat folgendes geschrieben:
Hast du auch ein inhaltliches Argument, warum "Kontaktschuld" als Begriff nichts taugt?


Ja, der Begriff wird dazu benutzt, ein ganz normales und sinnvolles Verhalten zu diskreditieren. Wer heutzutage nicht von einem Sturm widersprüchlicher Meldungen und Meinungen an die Wand gedrückt werden möchte, ist gut beraten, wenn er Quellen selektiv filtert. Ich halte Informationen wie "Ist Autor beim Kopp-Verlag" oder "Hat eine Rede bei Ivo Zaseks Anti-Zensur-Koalition gehalten" für sinnvolle Indikatoren, um eine Quelle auszusortieren. Der Versuch, jemanden deshalb "Kontaktschuldgefühle" einzureden, ist klassisches Pity-Play und reine Manipulation.

Bezüglich dieser Indikatoren stimme ich dir zu. Aber gelegentlich nimmt dies doch etwas überhand; bspw. wenn dazu noch die Kriterien "Hat mal für die Junge Freiheit geschrieben"; "ist Burschenschaftler"; "steht der Hayek Gesellschaft nahe"; "trägt Einstecktücher"; "äußerte sich positiv über die alte Messe" (letztere beiden gehört über Martin Mosebach) kommen, wird es bizarr.
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Kramer
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Beitrag(#2096061) Verfasst am: 22.05.2017, 13:40    Titel: Antworten mit Zitat

Bizarr ist die Selbstverständlichkeit, mit der Du Deine reaktionäre Freakshow hier immer wieder anpreist.
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Samson83
Gegenaufgeklärt



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Beiträge: 4436

Beitrag(#2096065) Verfasst am: 22.05.2017, 13:54    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
Bizarr ist die Selbstverständlichkeit, mit der Du Deine reaktionäre Freakshow hier immer wieder anpreist.

Reaktionär zu sein ist im Grundsatz weder bizarr noch schlecht. Tja.
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Kramer
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Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 25986

Beitrag(#2096066) Verfasst am: 22.05.2017, 14:24    Titel: Antworten mit Zitat

Samson83 hat folgendes geschrieben:

Reaktionär zu sein ist im Grundsatz weder bizarr noch schlecht. Tja.


Tja, mal angenommen, Du hättest eine Weltsicht, die unbestreitbar bizarr und schlecht ist. Glaubst Du, Du wärst in der Lage, das zu erkennen?
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Naastika
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Anmeldungsdatum: 23.11.2003
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Beitrag(#2096068) Verfasst am: 22.05.2017, 14:54    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
Samson83 hat folgendes geschrieben:

Reaktionär zu sein ist im Grundsatz weder bizarr noch schlecht. Tja.


Tja, mal angenommen, Du hättest eine Weltsicht, die unbestreitbar bizarr und schlecht ist. Glaubst Du, Du wärst in der Lage, das zu erkennen?


*hüstel* Diese Frage konnte man in einer Diskussion jedem stellen. Sry, aber das ist kein Argment.
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Kramer
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Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 25986

Beitrag(#2096069) Verfasst am: 22.05.2017, 15:04    Titel: Antworten mit Zitat

Naastika hat folgendes geschrieben:
Sry, aber das ist kein Argment.


Ich weiss. Sollte auch gar keines sein.
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smallie
Mädchen.



Anmeldungsdatum: 02.04.2010
Beiträge: 2236

Beitrag(#2096085) Verfasst am: 22.05.2017, 20:50    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
smallie hat folgendes geschrieben:
Hast du auch ein inhaltliches Argument, warum "Kontaktschuld" als Begriff nichts taugt?


Ja, der Begriff wird dazu benutzt, ein ganz normales und sinnvolles Verhalten zu diskreditieren. Wer heutzutage nicht von einem Sturm widersprüchlicher Meldungen und Meinungen an die Wand gedrückt werden möchte, ist gut beraten, wenn er Quellen selektiv filtert. Ich halte Informationen wie "Ist Autor beim Kopp-Verlag" oder "Hat eine Rede bei Ivo Zaseks Anti-Zensur-Koalition gehalten" für sinnvolle Indikatoren, um eine Quelle auszusortieren.

Das stimmt. Natürlich treffe ich meine erste Einschätzung auch nach solchen Mustern.

Es ist aber nur die halbe Miete. Denn die Sache läßt sich auch umdrehen. Wie war das mit der Kommunistenhatz im Nach-WWII-Amerika, die einige Filmschaffenden um ihre Karriere brachte?

Oder ganz plump:

- Hitler war Vegetarier.
- Die Vegetarier haben alle einen an der Waffel.


Kramer hat folgendes geschrieben:
Der Versuch, jemanden deshalb "Kontaktschuldgefühle" einzureden, ist klassisches Pity-Play und reine Manipulation.

Das Messer hat zwei Seiten. Es schneidet im Guten wie im Schlechten.

Auf Werke aus dem Kopp-Verlag werde ich meine Lebenszeit nicht verschwenden. Milton Friedmans Thesen wären mir aber einen näheren Blick wert, trotz der Chile-Connection.


Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Ich will versuchen, euch beiden mal die nächsten Tage zu antworten und zu begründen, warum die alten und neuen Chicago Boys z.B. mit Pinochet oder Trump ganz dicke Kumpels sind (sünnerklaas darf auch mitlesen).

Das ist komplett irrelevant bei der Frage, ob die makroökonomischen Thesen Friedmans etwas taugen oder nicht. Oder übersehe ich etwas?

Was kommt als Nächstes? Daß die Relativitätstheorie Quatsch ist, weil Einstein ein Frauenheld war und einen ziemlich derben Ehevertrag mit Mileva Maric aufgesetzt hat?
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Kramer
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Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 25986

Beitrag(#2096090) Verfasst am: 22.05.2017, 21:45    Titel: Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:

Das Messer hat zwei Seiten.


Nein, denn es ist kein Messer. Es geht nicht darum, andere in ihrem Recht Meinungsfreiheit zu beschneiden (wie in Deinem McCarthy-Beispiel), sondern um die ganz persönliche Entscheidung, mit welchen Aussagen man seine Lebenszeit verschwenden möchte und mit welchen nicht.
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unquest
Marx und Freudlos



Anmeldungsdatum: 10.10.2010
Beiträge: 2829
Wohnort: 2311 N. Los Robles Avenue in Pasadena

Beitrag(#2096094) Verfasst am: 22.05.2017, 22:36    Titel: Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:

Auf Werke aus dem Kopp-Verlag werde ich meine Lebenszeit nicht verschwenden...


Hihi...

Unser Urteil zur inhaltlichen Ausrichtung dieses Verlages ist mit Sicherheit konsens.

In der Mitgliedszeitschrift von A&K 1/2016 las ich folgende Rezension über Thierry Baudet, Angriff auf den Nationalstaat Kopp Verlag, wovon ich den Anfang mal anhänge:



Neugierig geworden fand ich in der Süddeutschen diesen Artikel über ein anderes Buch des Autors und jetzt muss ich gestehen Besitzer eines Buches aus dem KOPP Verlag zu sein. Zudem gab es noch ein lustiges Gespräch mit meinem Buchhändler, dem ich versicherte, dies sei das einzige Buch das ich aus diesem Verlag zu bestellen gedenke. Lachen
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Kramer
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Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 25986

Beitrag(#2096096) Verfasst am: 22.05.2017, 22:55    Titel: Antworten mit Zitat

Wer sich selbst zum wichtigsten Intellektuellen seiner Generation erklärt, braucht keinen Kopp-Verlag um sich zu diskreditieren.
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smallie
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Anmeldungsdatum: 02.04.2010
Beiträge: 2236

Beitrag(#2096107) Verfasst am: 23.05.2017, 00:06    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
smallie hat folgendes geschrieben:

Das Messer hat zwei Seiten.


Nein, denn es ist kein Messer.

Ockhams Rasiermesser taugt auch nicht zum Bartschneiden. nee Zustimmung


Kramer hat folgendes geschrieben:
Es geht nicht darum, andere in ihrem Recht Meinungsfreiheit zu beschneiden (wie in Deinem McCarthy-Beispiel), sondern um die ganz persönliche Entscheidung, mit welchen Aussagen man seine Lebenszeit verschwenden möchte und mit welchen nicht.

Hmm. Können wir uns auf diese wohlgefällige Nicht-Aussage einigen:

Sei geistig für alles offen, aber nicht so offen, daß einem das Hirn herausfällt?
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smallie
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Anmeldungsdatum: 02.04.2010
Beiträge: 2236

Beitrag(#2096108) Verfasst am: 23.05.2017, 00:08    Titel: Antworten mit Zitat

unquest hat folgendes geschrieben:
smallie hat folgendes geschrieben:

Auf Werke aus dem Kopp-Verlag werde ich meine Lebenszeit nicht verschwenden...


Hihi...

Treffer.



unquest hat folgendes geschrieben:
Neugierig geworden fand ich in der Süddeutschen diesen Artikel über ein anderes Buch des Autors und jetzt muss ich gestehen Besitzer eines Buches aus dem KOPP Verlag zu sein. Zudem gab es noch ein lustiges Gespräch mit meinem Buchhändler, dem ich versicherte, dies sei das einzige Buch das ich aus diesem Verlag zu bestellen gedenke. Lachen

Einige Zitate aus der SZ passen mir recht gut in den Kram.



SZ hat folgendes geschrieben:
Wenn wir nicht hören und akzeptieren, was die Menschen wirklich umtreibt, verlieren wir sie ganz.

Das möchte ich gerne zelig noch unter die Nase reiben. Im nächsten Beitrag.



SZ hat folgendes geschrieben:
Wie passt der nach der Schweizer Abstimmung geäußerte Satz von Innenminister de Maizière, die meisten Deutschen hätten mit der Zuwanderung "überhaupt kein Problem", zum Ergebnis einer neuen Umfrage, wonach auch hierzulande eine Mehrheit die Zuwanderung begrenzen möchte? Es sind anscheinend nicht nur die Schweizer, die spinnen. Schönreden hilft da nicht.

Siehe auch: Åsa Romson, Grüne und stellvertretende Regierungschefin in Schweden:

Zitat:
Stolz war Schweden auf die Flüchtlingspolitik, galt in Europa als das Vorbild. Nun musste Vize-Regierungschefin Romson die Asylrechtsverschärfung verkünden und wurde von ihren Gefühlen überwältigt. [...]

Sie sagt nun: „Der beste Weg, den Gemeinderäten meiner Partei zu helfen, ist, etwas zu tun.“ Die letzten Worten sind kaum mehr zu verstehen, sie beginnt zu weinen. Ministerpräsident Stefan Löfven muss einspringen, während Romson versucht, die Tränen zurückzuhalten.

Auch Regierungschef Löfven fällt der Schritt sichtbar schwer: „Es schmerzt mich, dass Schweden nicht in der Lage ist, auf diesem Niveau weitere Asylsuchende aufzunehmen“, sagt er.

Welt

Die politische Kultur in Deutschland ist derart, daß Frau Romson schnell mal in die AfD-Ecke gestellt würde.
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smallie
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Anmeldungsdatum: 02.04.2010
Beiträge: 2236

Beitrag(#2096109) Verfasst am: 23.05.2017, 00:37    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
Die Grundthese des Threads zweifle ich sowieso an. Ein paar Zitate von Hanseln wie mir machen noch keine "linke Meinnungsführerschaft" aus. Sowas wie eine "linke Meinungsführerschaft" existiert nicht, zumindest wurde bisher nicht nachvollziehbar gezeigt, worin die bestehen soll.

Na gut, dann ein Beispiel:

zelig hat folgendes geschrieben:
Johnny hat folgendes geschrieben:
Menschen die phänotypisch gänzlich anders sind als man selbst, werden als fremd empfunden. Und wenn die Anzahl dieser gänzlich andersartigen Menschen in der eigenen Heimat zunimmt, hat man die Angst/Sorge "überfremdet" zu werden, also sich dauerhaft immer fremder in der eigenen Heimat zu fühlen und dass ein wichtiges Stück Heimat irgendwie verloren geht.

Das ist falsch.

Falsch? Du meinst moralisch falsch. Ich denke aber nicht, daß Johnny gelogen hat, wenn er von seinen Empfindungen schreibt. Er ist sicher nicht der einzige, der so empfindet.

Nach meinem Verständnis von Gesellschaft ist das ein Modus, der gar nicht so selten ist.



zelig hat folgendes geschrieben:
Johnny hat folgendes geschrieben:
<schnipp>

Und es ist ein großes Problem, daß ihr nicht in der Lage seid, die Lächerlichkeit dieser Behauptung zu erkennen. Schon alleine aufgrund der Tatsache, daß eure Ressentiments vor allem in Regionen gepflegt werden, die nicht, oder kaum mit Menschen in Berührung kommen, "die phänotypisch gänzlich anders" sind. An der mangelnden Einsichtsfähigkeit in diesem Punkt könnte man verzweifeln.

Du hast Johnny komplett abgebürstet, obwohl du selbst ein Argument nennst - kaum mit Menschen in Berührung gekommen, "die phänotypisch gänzlich anders" sind - das ihn "entschuldigt" hätte. Anführungszeichen deshalb, weil unsere Sprache keine treffenderen Worte bereitstellt, um Ursache und Wirkung besser zu benennen.

Johnny hat einen bedeutenden Punkt angesprochen. Der gleiche Punkt wird auch im bereits erwähnten Trump-Artikel angesprochen, wenn auch unter umgekehrtem Vorzeichen.

Wie geht man damit um?

Geht man auf Konfrontation, im Sinne von "Leute wie du kapieren das eh nicht"? Oder geht man auf Dialog, im Sinne von "Das kann ich verstehen, aber schau, da gibt es auch noch diesen und diesen und jenen Fall zu bedenken."
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schtonk
Korinthenliegenlasser
Moderator



Anmeldungsdatum: 17.12.2013
Beiträge: 7703

Beitrag(#2096110) Verfasst am: 23.05.2017, 00:49    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
"Kontaktschuld". Dieses Forum ist schon einzigartig. Da meint man, es sei nur die Wiederholung des ständig Gleichen, und doch kann es einen immer wieder mit neuen Erkenntnissen überraschen! Sehr glücklich

Ich habe gerade mal reingesehen: Der Text, der sich in diesem Wikipediaartikel hinter dem Literaturlink verbirgt, ist leider noch länger als meine Einleitung, aber sehr interessant und scheint mir gut zu meinem Thema zu passen.


In der Tat. Aschke und Breitbach rekurrierten auf das Häberlein-Urteil in Folge des Radikalen-Erlasses. Die "Kontaktschuld" des Landesvorsitzenden der DFG/VK bestand darin, dass er als Kriegsdienstgegner einer Organisation auf Landesebene vorstand, die gerne und allzuschnell in DKP-Nähe gerückt wurde, und in einer Anhörung nach Meinung des Verwaltungsgerichtes Ansbach nicht genügend Distanz zur DDR erkennen ließ.

Ebenfalls Erwähnung in dem Wiki-"Artikel" findet Heinrich Hannover.:

Zitat:
Heinrich Hannover gehört zu den großen Verteidigern in Politischen Strafsachen der Nachkriegszeit. Als Verteidiger hat er darauf bestanden, seine Unabhängigkeit als Anwalt zu wahren; was bei Ulrike Meinhof dazu führte daß die Inhaftierte ihm das Mandat entzog. In Kommunistenprozessen und Verfahren von Kriegsdienstverweigerern hatte er gelernt, daß es gerade dann, wenn es um Gesinnung geht, auf die Kunst des Juristen ankommt,
...
Die Begriffe, die Hannover damals prägte (und Gustav Heinemann durch ein Vorwort abzusichern suchte), verraten viel über diese (heute meist verdrängte) Zeit: Wer die Berührung mit Kommunisten nicht scheute, den traf der Vorwurf der Kontaktschuld; wurde ein Argument gebraucht, das bei Kommunisten auch auftauchte, fiel dies unter das Verdikt der Konsensschuld; wenn Opposition damit nicht mundtot zu machen war, hieß es einfach: Ihr nützt den Kommunisten.

http://www.humanistische-union.de/nc/publikationen/vorgaenge/online_artikel/online_artikel_detail/browse/3/back/nach-titeln/article/anwalt-mit-aufrechtem-gang/


fett von mir

So sah die Kontaktschuld in den Siebzigern/Achzigern aus. Und wer sich mit den Betroffenen solidarisierte, weil er die demokratischen Grundsätze der Verfassung in Gefahr sah, war natürlich gleich auch so ein roter Staatsfeind. Die rechten Revisionisten von heute versuchen nun, unter den absurdesten Konstruktionen den Spieß umzudrehen, um sich (wie immer) als Opfer, Verfolgte oder gar Helden darzustellen.

Helden sehen so aus:
sehr gut hat folgendes geschrieben:
....In so einem Umfeld, wenn [Presse,..] allein schon durch einen kurzen formalen Kontakt 'abgeschossen' werden kann, braucht man sich nicht wundern wenn der Mainstream sich von bestimmten Themen distanziert. Nur wer eh keinen Ruf mehr zu verlieren hat traut sich da ran.

Ja nee, schon klar, wenn man sich da rantraut. Woran eigentlich? Kommt hier nicht klar zum Ausdruck, aber Hauptsache, es kommen das Wort Mainstream und der Terminus bestimmte Themen vor, dann weiß doch jeder irgendwie so ungefähr ein wenig Bescheid, nicht wahr?

Die Opfer und Verfolgten sehen so aus:
Zitat:
Als Historiker zieht Daniele Ganser beim Konzept der Kontaktschuld Parallelen zum Dritten Reich:

„Im Dritten Reich hat es geheißen: Bei diesem Juden darfst du nicht einkaufen. Das ist Kontaktschuld, historisch gesehen. Und heute heißt es: Mit dem Russen darfst du nicht sprechen, mit Muslimen darfst du nicht sprechen.“

Code:
https://de.sputniknews.com/gesellschaft/20170130314329210-kontaktschuld-III-reich/


Ganser behauptet, es gäbe ein Verbot, mit Muslimen oder Russen zu reden. Aus dieser Falschbehauptung (vllt meint er ja Leute wie uns vom Team, die Sputniknews in Code-Tags setzen) leitet er ab, dass diejenigen (ja welche eigentlich?) sich so verhalten wie die Nazis. Und das ist die Form von angeblicher Kontaktschuld, die hier von @sehr gut und @smallie postuliert wird. Dabei wissen sie noch nicht mal, wie der Begriff wirklich historisch einzuordnen ist, sondern folgen einem Konstrukt übelster Fälschung der Geschichte.
_________________
Es ist schon alles gesagt worden. Nur noch nicht von allen. - Karl Valentin
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, Postfeminist



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Beitrag(#2096113) Verfasst am: 23.05.2017, 04:35    Titel: Antworten mit Zitat

unquest hat folgendes geschrieben:
smallie hat folgendes geschrieben:

Auf Werke aus dem Kopp-Verlag werde ich meine Lebenszeit nicht verschwenden...


Hihi...

Unser Urteil zur inhaltlichen Ausrichtung dieses Verlages ist mit Sicherheit konsens.

In der Mitgliedszeitschrift von A&K 1/2016 las ich folgende Rezension über Thierry Baudet, Angriff auf den Nationalstaat Kopp Verlag, wovon ich den Anfang mal anhänge:



Neugierig geworden fand ich in der Süddeutschen diesen Artikel über ein anderes Buch des Autors und jetzt muss ich gestehen Besitzer eines Buches aus dem KOPP Verlag zu sein. Zudem gab es noch ein lustiges Gespräch mit meinem Buchhändler, dem ich versicherte, dies sei das einzige Buch das ich aus diesem Verlag zu bestellen gedenke. Lachen



Suess. Leider lebt der Mann im falschen Jahrhundert. In der ersten Haelfte des 20.Jahrhunderts hat sich leider herausgestellt, dass das Konzept des europaeischen Nationalstaats sehr desastroese Resultate gebiert und deshalb fuer das 20. Jahrhundert ungeeignet ist, vom 21. Jahrhundert ganz zu schweigen.

Im Postkutschenzeitalter mag das mit der Voelkersortiererei ja noch leidlich funktioniert haben. Im Jetzeitalter, wo im Prinzip jeder innerhalb von 24 Stunden an fast jeden beliebigen Punkt des Planeten reisen kann, ist Mord und Totschlag vorprogrammiert, wenn man versucht das anachronistische Nationalstaatsprinzip zu realisieren. Die Menschen scheren sich naemlich einen Scheissdreck um nationalromantische Staatvolksvorstellungen und wollen dort leben, wo es ihnen am Besten gefaellt.

Doppelpost gelöscht. astarte
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Zuletzt bearbeitet von beachbernie am 23.05.2017, 04:37, insgesamt einmal bearbeitet
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zelig
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Beitrag(#2096119) Verfasst am: 23.05.2017, 07:14    Titel: Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:
Du meinst moralisch falsch.

Nein. Ich meine sachlich falsch. Der direkte Kontakt -damit meine ich echte soziale Interaktion- verringert die Fremdheit, bildet Verständnis. Die größten Vorbehalte, die lautesten Stimmen gegen Flüchtlinge waren aus dem Osten der BRD zu hören, den Ländern mit der geringesten Fremdendichte, grob gesprochen. Johnny hat keinen "bedeutenden Punkt" angesprochen, weil das einfach nicht so stimmt. Gerüchte, Hass, Furcht, Ablehnung blühen besonders gegenüber dem Unbekannten. Das entspricht überigens auch meiner Lebenserfahrung, da ich selber als Kind in umgekehrten Verhältnissen gelebt habe. Worauf Johnny abzielte, war implizit die Abwertung des Unbekannten. Das magst Du als "Abbürsten" bezeichnen. Die zitierte Passage war jedoch nur ein Text von vielen, die ein eindeutiges Kontra gerechtfertigt haben.
Zwei Punkte noch. Ich sehe darin noch immer keinen Hinweis für "Meinungsführerschaft". Und Anführungszeichen sind bei mir in der Regel nur einfach Zitate.
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Marcellinus
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Beitrag(#2096123) Verfasst am: 23.05.2017, 09:02    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
smallie hat folgendes geschrieben:
Du meinst moralisch falsch.

Nein. Ich meine sachlich falsch. Der direkte Kontakt -damit meine ich echte soziale Interaktion- verringert die Fremdheit, bildet Verständnis.


Das halte ich für eine Illusion. Ob größere Nähe und Wissen um andere zu mehr Verständnis oder zu mehr Ablehnung führt, hängt erheblich davon ab, wen man da genauer kennenlernt ( und wer man selbst ist). zwinkern
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VanHanegem
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Beitrag(#2096124) Verfasst am: 23.05.2017, 09:02    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:


Suess. Leider lebt der Mann im falschen Jahrhundert. In der ersten Haelfte des 20.Jahrhunderts hat sich leider herausgestellt, dass das Konzept des europaeischen Nationalstaats sehr desastroese Resultate gebiert und deshalb fuer das 20. Jahrhundert ungeeignet ist, vom 21. Jahrhundert ganz zu schweigen.

Im Postkutschenzeitalter mag das mit der Voelkersortiererei ja noch leidlich funktioniert haben. Im Jetzeitalter, wo im Prinzip jeder innerhalb von 24 Stunden an fast jeden beliebigen Punkt des Planeten reisen kann, ist Mord und Totschlag vorprogrammiert, wenn man versucht das anachronistische Nationalstaatsprinzip zu realisieren. Die Menschen scheren sich naemlich einen Scheissdreck um nationalromantische Staatvolksvorstellungen und wollen dort leben, wo es ihnen am Besten gefaellt.

Da bringst Du aber Sachen durcheinander die nichts miteinander zu tun haben.

Zum einen ist der multiethnische Staat seit spätestens 500 v.Chr. Standard und funktioniert auch. Zum anderen führt fehlerhafte Völkersortiererei bei der Grenzziehung zu Mord und Totschlag (Kurdistan, Bosnien etc.). Drittens: das Wort "National" hilft hier nicht weiter, denn auch multiethnische Staaten wie USA oder Russland sehen sich als Nation.
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DonMartin
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Beitrag(#2096125) Verfasst am: 23.05.2017, 09:07    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Die Menschen scheren sich naemlich einen Scheissdreck um nationalromantische Staatvolksvorstellungen ...

So, tun sie das? Denke mal, die LePen-Wähler, Brexitler und andere würden hier widersprechen.
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unquest
Marx und Freudlos



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Beitrag(#2096136) Verfasst am: 23.05.2017, 11:17    Titel: Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Die Menschen scheren sich naemlich einen Scheissdreck um nationalromantische Staatvolksvorstellungen ...

So, tun sie das? Denke mal, die LePen-Wähler, Brexitler und andere würden hier widersprechen.

Auch Frau Merkel übrigens, die schon mal "eine nationale Aufgabe, die jeden angeht“ kennt oder in der Flüchtlingskrise „eine große, nationale Herausforderung“ sieht.
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Naastika
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Beitrag(#2096140) Verfasst am: 23.05.2017, 11:33    Titel: Antworten mit Zitat

Der Begriff der Nation kann auch unterschiedlich verstanden werden.
So z.B. kann man sich als Teil der deutschen Gesellschaft fühlen, deren staatlichen Belange durch das GG geregelt werden, und zugleich dem Begriff der deutschen Nation gegenüber skeptisch bleiben.

Also um den Merkel-Spruch zu übersetzen: Eine grosse gesellschafltliche Aufgabe, die die ganze Gesellschaft angeht. Besser so? Cool
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