Rechtsextremist Mahler muss wieder ins Gefängnis
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Freigeisterhaus -> Kultur und Gesellschaft

#211:  Autor: SkeptikerWohnort: Lovetown BeitragVerfasst am: 20.04.2017, 12:03
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schtonk hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Ich habe erst letztens in eine Dokumentarsendung über die RAF gehört, dass er anfänglich eine der Hauptinitiatoren davon war.


Zeigt eigentlich nur, daß sich das politische Spektrum in den Extremen trifft.


Nein, das politische Spektrum trifft sich in der Mitte. Schulterzucken

Keine Ahnung, wer das politische Spektrum ist und wo es sich trifft. Mahler jedenfalls hatte einen überzeugten Nazi als Vater und ist im rechten Geiste erzogen worden. Als Student war er Mitglied einer schlagenden Verbindung. Im Grunde ist er nur zu seinen Wurzeln zurückgekehrt.

Das erinnert mich an Bernward Vesper, den durchgeknallten Autoren des Buchs "Die Reise" und ehemals Partner von Gudrun Ensslin. Auch er hatte einen Nazi-Vater, Will Vesper, glühender Verehrer des alten Germanentums und Herausgeber von NS-"Literatur". Ich kann mich schwach an einen Artikel von Klaus Rainer Röhl in der Konkret erinnern, wo er darüber schrieb, dass B. Vesper viele NS-Bücher in seinem Regal gehabt habe. Röhl hat sich ja übrigens auch vom Linken zum Rechten gewandelt (er fühlte sich auf der linken Seite 'austherapiert', wie er sagte).

Und das ist der Punkt: Viele Leute aus dem linken/linksextremen Bereich versuchten sich zu therapieren. Sie wollten angeblich antiautoritär sein, kamen aber aus ihrem eigenen autoritären Familienkorsett nicht heraus.
Mahler fand so seine Bestimmung als Holocaust-Leugner, Röhl promovierte bei Nolte, und Vesper brachte sich um, weil er sich auf seiner Sinnsuche mit Drogen vollgeknallt und den Verstand verloren hatte.


Solche Leute wie Mahler und Vesper hatten sich innerlich und inhaltlich nie von ihren Eltern distanzieren können. Mahler sagte kurz vor seiner offenen Rechtswendung, dass ihm der Marxismus "zu dogmatisch" sei. Eine Ausrede halt ...-

#212:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 20.04.2017, 14:17
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beachbernie hat folgendes geschrieben:
unquest hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Ich habe erst letztens in eine Dokumentarsendung über die RAF gehört, dass er anfänglich eine der Hauptinitiatoren davon war.



Nein. Das war er nicht. Der war anfangs nur Anwalt einiger RAF-Leute, dem im Laufe seines Mandats die professionelle Distanz zu seinen Mandanten voellig abhanden gekommen ist und der irgendwann ein richtiges RAF-Mitglied wurde und an der Planung von Terrorakten aktiv teilgenommen hat. Deshalb wurde ihm auch seine Zulassung als Rechtsanwalt entzogen.

Dann korrigiere bitte mal den wikipedia Eintrag.

Zitat:
Mahler wurde Mitglied im SDS und daraufhin 1960 aus der SPD ausgeschlossen, nachdem diese die Unvereinbarkeit der beiden Mitgliedschaften beschlossen hatte. Ab 1964 engagierte er sich in der außerparlamentarischen Opposition besonders als Anwalt für strafverfolgte Studenten. In dieser Zeit vertrat er offen politische Positionen, die denen der SED stark ähnelten, und pflegte Kontakte zu Vertretern der DDR und der Sowjetunion.

wikipedia


Wo steht da was davon, dass er "einer der Hauptinitiatoren der RAF gewesen waere"? Der war zwar irgendwann heillos in diese Organisation verstrickt, zu deren Gruendern zaehlte er allerdings nicht. Und klar, Linker war er auch schon vorher, vielleicht auch, wie hier behauptet, mit Kontakten und ideologischer Naehe zum damaliger Ostblock aber darum ging es hier gar nicht.


Nee; es ging darum dass er nicht nur ihr Anwalt war, sondern Mitbegründer:

Zitat:
Der frühere Angehörige des Sozialistischen Deutschen Studentenbunds (SDS) und Mitgründer der Rote Armee Fraktion (RAF)


Zitat:
1970 war er an der Gründung der RAF beteiligt und plante die Baader-Befreiung und drei Banküberfälle im September 1970 mit. Nach Baaders Befreiung flüchtete er mit über 20 weiteren RAF-Mitgliedern nach Jordanien, um sich dort für den „bewaffneten Kampf“ ausbilden zu lassen.


Ich scrolle mich jetzt nicht durch die Doku, um die richtige Passage zu finden. Glaubs mir einfach.

#213:  Autor: diskordianerpapst BeitragVerfasst am: 20.04.2017, 15:04
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DonMartin hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Mahler wolle
Zitat:
"in einem aufnahmebereiten souveränen Staat politisches Asyl erbitten"
Welches soll das bitte sein? Wer nimmt nen alten Nazi-Opa auf?

Neuschwabenland?


Dank der Inflation an Reichsbürgern und deren neuer Alt-Reiche braucht er vielleicht gar nicht so weit reisen.

#214:  Autor: zelig BeitragVerfasst am: 20.04.2017, 15:31
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AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Ich habe erst letztens in eine Dokumentarsendung über die RAF gehört, dass er anfänglich eine der Hauptinitiatoren davon war.


Zeigt eigentlich nur, daß sich das politische Spektrum in den Extremen trifft.


Nein, das politische Spektrum trifft sich in der Mitte. :schulter:


Man könnte sagen, daß Extrema strukturgleiche Merkmale aufweisen, was zu einer irritierenden Wandlung wie der Mahlers führen kann. Ein Merkmal könnte beispielsweise starke Prinzipientreue sein, so wie sie bei bürgerlichen Vertretern eher selten zu beobachten ist. Und für die Extremisten eher bereit sind Menschenleben zu opfern. Ein weiteres strukturgleiches Merkmal wird das grundlegende Misstrauen gegen das Bürgertum sein. Diese Ähnlichkeit aufzuzeigen gefällt ihnen natürlich nicht. Bzw. möge uns die Einsicht darein und die Akzeptanz besser erspart bleiben.

#215:  Autor: unquestWohnort: 2311 N. Los Robles Avenue in Pasadena BeitragVerfasst am: 20.04.2017, 16:13
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zelig hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Ich habe erst letztens in eine Dokumentarsendung über die RAF gehört, dass er anfänglich eine der Hauptinitiatoren davon war.


Zeigt eigentlich nur, daß sich das politische Spektrum in den Extremen trifft.


Nein, das politische Spektrum trifft sich in der Mitte. Schulterzucken


Man könnte sagen, daß Extrema strukturgleiche Merkmale aufweisen, was zu einer irritierenden Wandlung wie der Mahlers führen kann. Ein Merkmal könnte beispielsweise starke Prinzipientreue sein, so wie sie bei bürgerlichen Vertretern eher selten zu beobachten ist. Und für die Extremisten eher bereit sind Menschenleben zu opfern. Ein weiteres strukturgleiches Merkmal wird das grundlegende Misstrauen gegen das Bürgertum sein. Diese Ähnlichkeit aufzuzeigen gefällt ihnen natürlich nicht. Bzw. möge uns die Einsicht darein und die Akzeptanz besser erspart bleiben.

Sie haben im Bürgertum auch einen gemeinsamen Feind gefunden. Wenn es eine politische Richtung gibt, die Nationalsozialisten wie Kommunisten gleichermaßen verabscheuen, dann sind es Liberale. Bei den Nazis war es die "englische Krämerseele" bei den Kommunisten alles wo das Wort liberal drin vorkommt.

#216:  Autor: SkeptikerWohnort: Lovetown BeitragVerfasst am: 20.04.2017, 20:40
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unquest hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Ich habe erst letztens in eine Dokumentarsendung über die RAF gehört, dass er anfänglich eine der Hauptinitiatoren davon war.


Zeigt eigentlich nur, daß sich das politische Spektrum in den Extremen trifft.


Nein, das politische Spektrum trifft sich in der Mitte. Schulterzucken


Man könnte sagen, daß Extrema strukturgleiche Merkmale aufweisen, was zu einer irritierenden Wandlung wie der Mahlers führen kann. Ein Merkmal könnte beispielsweise starke Prinzipientreue sein, so wie sie bei bürgerlichen Vertretern eher selten zu beobachten ist. Und für die Extremisten eher bereit sind Menschenleben zu opfern. Ein weiteres strukturgleiches Merkmal wird das grundlegende Misstrauen gegen das Bürgertum sein. Diese Ähnlichkeit aufzuzeigen gefällt ihnen natürlich nicht. Bzw. möge uns die Einsicht darein und die Akzeptanz besser erspart bleiben.

Sie haben im Bürgertum auch einen gemeinsamen Feind gefunden. Wenn es eine politische Richtung gibt, die Nationalsozialisten wie Kommunisten gleichermaßen verabscheuen, dann sind es Liberale. Bei den Nazis war es die "englische Krämerseele" bei den Kommunisten alles wo das Wort liberal drin vorkommt.


Der Faschismus ist eine bürgerliche Bewegung, welche als Voraussetzung den Imperialismus besitzt. Faschismus ist gegen die Arbeiter- und Angestelltenbewegung gerichtet, insbesondere aber gegen sozialistische Bestrebungen und erst recht gegen den Marxismus.

Darin unterscheidet sich der Faschismus eigentlich überhaupt nicht von der *normalen* bürgerlichen Politik und Herrschaftsideologie. Aber der Faschismus vetritt die bürgerliche Politik mit terroristischen Mitteln, das ist allgemein der Hauptunterschied zur gewöhnliche Politik der Bürgertums.

Hitler war - nach heutigen Maßstäben - z.B.ein *ganz normaler* Neoliberaler. Und zu Mussolini lesen wir auf Wikipedia:

Zitat:
Mussolini gründete 1915 für Italiens Kriegseintritt die Fasci d’azione rivoluzionaria und bildete am 23. März 1919 aus den Fasci dēi lavoratōri und Fasci siciliani die Bewegung der Fasci italiani di combattimento („Italienischer Kampfverband“), der ein Rutenbündel zu seinem Zeichen machte. Er bestand anfangs überwiegend aus Anhängern des Syndikalismus, einer Weiterentwicklung des Gewerkschafts-Sozialismus, bis Mussolini ihn 1921 scharf gegen Sozialismus und Kommunismus abgrenzte. Damit wurde seine nun Partito Nazionale Fascista (PNF) genannte Partei auch von bürgerlichen Mittelschichten wählbar und von Teilen der katholischen Kirche, des Beamtentums und der Armee Italiens unterstützt.

https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Faschismus&oldid=163227012


Da die alte christliche Religion in der westlichen Hemisphäre nicht mehr ausreicht, um Herrschaft und Ausbeutung des Menschen durch den Menschen auf Dauer zu sichern, ist an dessen Stelle der Faschismus getreten, die sozusagen zeitgemäße Variante der Inquisition und der Aufstandsbekämpfung.

Es ist aber schon verständlich, dass dies dem Bürgertum unangenehm ist, so dass seine politischen Vertreter versuchen, die objektive Nähe des Bürgertums zum Faschismus möglichst weit von sich zu weisen. Aber natürlich gibt es auch in den bürgerlichen Klassen echte Antifaschisten, wobei aber, sobald der bürgerliche Antifaschismus theoretisch wird, er gleichzeitig die Verbindungen zwischen Kapital und Faschismus vernebeln muss.

Insofern ein lobenswerter Satz von Max Horkheimer, der klar stellte:

"Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen"

Die Frankfurter Schule - und besonders Horkheimer und Adorno - sind herausragende Beispiele für den bürgerlichen, wenngleich marxistisch inspirierten Antifaschismus ...-



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