Freigeisterhaus Foren-Übersicht www.artikeldrei.de
 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   NutzungsbedingungenNutzungsbedingungen   BenutzergruppenBenutzergruppen   LinksLinks   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   KarteKarte   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

Homosexualität und ihre Pathologisierung
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3 ... 42, 43, 44
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen   Drucker freundliche Ansicht    Freigeisterhaus Foren-Übersicht -> Kultur und Gesellschaft
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
schtonk
Korinthenliegenlasser
Moderator



Anmeldungsdatum: 17.12.2013
Beiträge: 9961

Beitrag(#2010090) Verfasst am: 08.07.2015, 21:37    Titel: Antworten mit Zitat

Kerzenlicht hat folgendes geschrieben:
Homosexualität ist eine sexuelle Ausrichtung unter Männern.

Wie nennt man das bei Frauen?

Zitat:
Ich kenne einige nette Leute aus der Fraktion über Internet.
Alle haben AIDS, angesteckt durch ungeschützten Verkehr.
Da es aber ungeschützt angeblich mehr Spass machen soll, wird oft darauf verzichtet.Man spritzt sich auch ein leichtes Narkosemittel...

Wie muss man sich das vorstellen? Man lernt jemanden beim Chatten kennen, redet über sexuelle Gewohnheiten, und der sagt dann:
"Ach übrigens, ich bin schwul und habe Aids, wegen ohne Gummi und so, du weißt schon." Frage

Zitat:
Es gibt auch Leute, die doppelgleisig fahren mit Männlein und Weiblein, die haben sogar oft leibliche Kinder.
Nobel geht die Welt zugrunde, sagte meine Mutter oft.
Scheint tatsächlich so zu sein.

Sogar? Warum denn nicht? Und was ist daran nobel?
_________________
Es ist schon alles gesagt worden. Nur noch nicht von allen. - Karl Valentin
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Alchemist
Luminous beings are we, not this crude matter.



Anmeldungsdatum: 03.08.2004
Beiträge: 21280
Wohnort: Hamburg

Beitrag(#2010104) Verfasst am: 08.07.2015, 22:28    Titel: Antworten mit Zitat

Kerzenlicht hat folgendes geschrieben:
Homosexualität ist eine sexuelle Ausrichtung unter Männern.


Geschockt Geschockt
noc Pillepalle
_________________
"Does anybody remember laughter?"
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Denkfehler
homo ego error



Anmeldungsdatum: 01.08.2015
Beiträge: 72

Beitrag(#2013594) Verfasst am: 01.08.2015, 22:43    Titel: Antworten mit Zitat

Botschafter Kosh hat folgendes geschrieben:
Eltern, die ein homosexuelles Kind haben wollen, können dies durch gezielte Hormonbehandlung herbeiführen.


In welchem "Fachblatt" hast Du denn diesen Unsinn gelesen?
Die Entstehung von Homosexualität ist bislang ungeklärt, also ist auch jeder Versuch, Homo- oder Heterosexualität durch Hormonbehandlung bewusst herbeiführen zu wollen, fast auf dem gleichen Niveau wie irgendwelche Konversionstherapien zu sehen, die von der Mehrheit aller Mediziner abgelehnt wird.

Zitat:
Wichtig ist hier nur, dass die Möglichkeit besteht, mit relativ geringem Aufwand einen Effekt zu erzielen.


Frauen sind doch keine Brutkästen für gezielte Menschenproduktion. Da wird mir ja übel.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
schtonk
Korinthenliegenlasser
Moderator



Anmeldungsdatum: 17.12.2013
Beiträge: 9961

Beitrag(#2013597) Verfasst am: 01.08.2015, 22:50    Titel: Antworten mit Zitat

@august2015: Du wirst keine Antwort bekommen, der User hat sich verabschiedet.
Willkommen hier.
_________________
Es ist schon alles gesagt worden. Nur noch nicht von allen. - Karl Valentin
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Denkfehler
homo ego error



Anmeldungsdatum: 01.08.2015
Beiträge: 72

Beitrag(#2013601) Verfasst am: 01.08.2015, 23:00    Titel: Antworten mit Zitat

Critic hat folgendes geschrieben:

Diese sog. "Homo-Heiler" sind ja Personen, die im allgemeinen aus christlich-konservativen Hintergründen stammen und auf Basis dieser religiösen Weltanschauung Homosexualität als "Störung" ansehen bzw. denen, die mit ihrer Sexualität Probleme haben, mit "Therapien" kommen, die ihre sexuelle Orientierung "verändern" sollen.


Die Interessierten - "Ex-Gays" - kommen auch aus einem religiös geprägten Umfeld. Als sich die APA so in den Jahren 1970 dran machte, ihre Einstufung von Homosexualität zu verändern, wurden auch diese Therapien untersucht. Es wurde zwar festgestellt, dass es Menschen gelungen ist, hier therapiert zu werden und ihre Homosexualität weitesgehend abzulegen, da aber die "Homo-Heiler" keine Zahlen vorlegen konnten, die ihre Misserfolge dokumentierten und auch andere ethische Grundüberzeugungen der Medizin verletzten, sah man das ganze kritisch und lehnt solche Therapien im allgemeinen ab. Nachdem die Homosexualität als Störung gestrichen wurde und bevor der Änderungswunsch seiner eigenen Sexualität als therapiebedürftig eingestuft wurde, gab es noch eine Zwischenform, die denjenigen, die eine Therapie wollten, diese ermöglichen sollte. Das wurde aber bereits damals schon kritisch gesehen, weil es Homosexualität in die Nähe einer Störung rückte, was man eigentlich abgelegt hatte. Auch wenn es immer noch eine historische Streitfrage ist, ob die Streichung der Diagnose aus dem ICD wirklich medizinische Gründe hatte und nicht vielmehr politisch motiviert war, kann man zumindest vom heutigen Selbstverständnis der Medizin feststellen, dass keine Therapiebedürftigkeit vorliegt und eine solche Therapie ein Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht des Menschen wäre.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Denkfehler
homo ego error



Anmeldungsdatum: 01.08.2015
Beiträge: 72

Beitrag(#2013602) Verfasst am: 01.08.2015, 23:01    Titel: Antworten mit Zitat

schtonk hat folgendes geschrieben:
@august2015: Du wirst keine Antwort bekommen, der User hat sich verabschiedet.
Willkommen hier.


Oh, Danke für den Hinweis. Ich sehe gerade, ich habe wohl auch noch auf einen Beitrag aus dem letzten Jahr geantwortet Geschockt

Das muss die Uhrzeit sein...
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Commander Vimes
registrierter User



Anmeldungsdatum: 25.01.2013
Beiträge: 863
Wohnort: Ankh-Morpork

Beitrag(#2013607) Verfasst am: 01.08.2015, 23:43    Titel: Antworten mit Zitat

august2015 hat folgendes geschrieben:
Es wurde zwar festgestellt, dass es Menschen gelungen ist, hier therapiert zu werden und ihre Homosexualität weitesgehend abzulegen, [...]

Das bezweifel ich, dass das jemals gelungen sein soll. Es hat schon immer Homosexuelle und Bisexuelle gegeben, die sich (aus welchen Gründen auch immer) entschieden haben, heterosexuell zu leben und die homosexuelle Seite allenfalls heimlich auszuleben oder auch gar nicht. Mit einer Änderung der sexuellen Neigungen hat das aber rein gar nichts zu tun.

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es manchmal vorkommt, dass sich eine sexuelle Orientierung im Laufe des Lebens ändert. Immerhin gibt es einige Menschen, die erst im späten Erwachsenenalter anfangen homosexuell zu leben und glaubhaft beteuern, dass sie vorher hetero empfunden haben. Umgekehrt sicher auch. Nur ist nicht bekannt, was eine solche Veränderung auslöst und ich bezweifel, dass man eine solche Veränderung bewusst herbeiführen kann.

august2015 hat folgendes geschrieben:
Auch wenn es immer noch eine historische Streitfrage ist, ob die Streichung der Diagnose aus dem ICD wirklich medizinische Gründe hatte und nicht vielmehr politisch motiviert war, kann man zumindest vom heutigen Selbstverständnis der Medizin feststellen, dass keine Therapiebedürftigkeit vorliegt und eine solche Therapie ein Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht des Menschen wäre.
Ist diese AUssage nicht widersprüchlich? Wenn es keine Therapiebedürftigkeit gibt, dann ist auch die STreichung aus dem ICD medizinisch begründet. Andersrum wird doch ein Schuh draus: Es waren religiös/politische Gründe, die dazu geführt haben, dass Homosexualität überhaupt in den ICD als Krankheit aufgenommen wurde.
_________________
There is a rumour going around that I have found God. I think this is unlikely because I have enough difficulty finding my keys, and there is empirical evidence that they exist.
(Terry Pratchett)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Denkfehler
homo ego error



Anmeldungsdatum: 01.08.2015
Beiträge: 72

Beitrag(#2013610) Verfasst am: 02.08.2015, 00:24    Titel: Antworten mit Zitat

Commander Vimes hat folgendes geschrieben:
Das bezweifel ich, dass das jemals gelungen sein soll.


Hierzu empfehle ich das Buch "Sexualmoralische Verstehensbedingungen: Gleichgeschlechtliche PartnerInnenschaften im Diskurs (Forum Systematik)" von Hedwig Porsch, erschienen bei Kohlhammer.

Edit: Hier kann ohne Buchkauf reingelesen werden. Die Ausführungen, die ich hier nannte, finden sich etwas komplexer dort, bei "Situationsanalyse" angefangen.

https://books.google.de/books?id=eUltz0lB3ecC&dq=jahrestreffen+der+apa+1970&hl=de&source=gbs_navlinks_s

Zitat:
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es manchmal vorkommt, dass sich eine sexuelle Orientierung im Laufe des Lebens ändert.


Soweit ich weiß, geht die Biologie sowieso nicht mehr von "fixen" Identitäten aus. Das bestätigt ja auch die Realität: manche Homosexuelle waren mal verheiratet usw usf.
Die Umstände sind natürlich entsprechend ungeklärt, und wenn man sich die Forschung anschaut wie sich die Begriffe Homosexualität, Heterosexualität und Bisexualität entwickelt haben, bestätigt sich hier sowieso eine Dynamik.

Zitat:
Immerhin gibt es einige Menschen, die erst im späten Erwachsenenalter anfangen
homosexuell zu leben und glaubhaft beteuern, dass sie vorher hetero empfunden haben. Umgekehrt sicher auch. Nur ist nicht bekannt, was eine solche Veränderung auslöst und ich bezweifel, dass man eine solche Veränderung bewusst herbeiführen kann.


Die APA hatte damals im Zuge dieser Untersuchungen auch darauf hingewiesen, dass es zwar diese Fälle gibt, aber keinesfalls aus ihnen eine Allgemeingültigkeit abgeleitet werden kann. Man stellte nur fest, dass es sie gab.

Zitat:
Ist diese Aussage nicht widersprüchlich? Wenn es keine Therapiebedürftigkeit gibt, dann ist auch die STreichung aus dem ICD medizinisch begründet.


Die Aussage ist nicht widersprüchlich, weil die Positionen, was überhaupt Störung ist und was nicht, sich zeitlich verändern. Fakt ist, Anlass zur Streichung der Diagnose waren politische Proteste von Vertretern der Schwulenbewegung während des Jahrestreffens der APA und kein aus sich heraus gefundener Forschungsstand. Aufgrund des Protestes fing man nun mit den Untersuchungen an und stellte fest, das Homosexuelle nicht zu mehr psychischen Auffälligkeiten neigen als Heterosexuelle und kam daher zu dem Schluss, Homosexualität als "Normvarianz" zu betrachten, also als nicht pathologische Abweichung. Gleichzeitig gab es aber auch erhebliche Einwände von Psychotherapeuten, die damals forderten, diese wissenschaftlichen Erkenntnisse den Mitgliedern der APA vorzulegen, um sie kritisch zu prüfen. Was aber nicht geschehen ist, sondern das entsprechende Gremium hat die Streichung so vorgenommen. Zur Streichung der Homosexualität führte letztlich eine Neubewertung der Situation homosexuell lebender Menschen, aber nicht irgendein bahnbrechender neuer medizinischer Fund. Dazu gehörte z.b. auch die Feststellung, dass die psychischen Auffälligkeiten Homosexueller u.a. durch die gesellschaftliche Diskriminierung verursacht werden, aber nicht durch die Homosexualität selbst.

Zitat:
Andersrum wird doch ein Schuh draus: Es waren religiös/politische Gründe, die dazu geführt haben, dass Homosexualität überhaupt in den ICD als Krankheit aufgenommen wurde.


Nein, so kann man das nicht sagen. Die Mediziner, die sich anfänglich dafür einsetzten, Homosexualität als Krankheit anzuerkennen, taten dies aus der Motivation heraus, Homosexuelle vor Strafverfolgung zu schützen, viel früher wurden Homosexuelle ja noch kriminalisiert. Magnus Hirschfeld fällt mir hier als Beispiel ein. Es stimmt aber, dass die Forscher früher oft viel mehr vom Zeitgeist abhängig waren als heutige Wissenschaftler.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Schlumpf
auf eigenen Wunsch deaktiviert



Anmeldungsdatum: 17.11.2007
Beiträge: 2572

Beitrag(#2013755) Verfasst am: 03.08.2015, 11:00    Titel: Antworten mit Zitat

Commander Vimes hat folgendes geschrieben:
Es hat schon immer Homosexuelle und Bisexuelle gegeben, die sich (aus welchen Gründen auch immer) entschieden haben, heterosexuell zu leben und die homosexuelle Seite allenfalls heimlich auszuleben oder auch gar nicht. Mit einer Änderung der sexuellen Neigungen hat das aber rein gar nichts zu tun.

Vermutlich hast du recht. Es ist ja nicht so, dass Homosexuelle immer zu 100% so und Bisexuelle immer 50:50 so veranlagt sind. Da gibt es sicher unzählige Varianten. So gesehen ist es nicht verwunderlich, dass sich deren Verhalten mit der Zeit variieren kann. Einfluss darauf haben auch die (religiöse) Erziehung und die Akzeptanz der umgebenden Gesellschaft. In der Vergangenheit mussten sich Homo- und Bisexuelle in einer Ehe, im Singledasein oder im Klerus "verstecken", um nicht verfolgt (§175) oder angefeindet zu werden.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen   Drucker freundliche Ansicht    Freigeisterhaus Foren-Übersicht -> Kultur und Gesellschaft Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3 ... 42, 43, 44
Seite 44 von 44

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.



Disclaimer / Impressum


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group