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Lage in Polen
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fwo
Caterpillar D9



Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 24015
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2036921) Verfasst am: 26.12.2015, 16:24    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
Indem sie der nationalistischen Prämisse eines einheitlichen Willens zustimmt, hat die Kritik an der aktuellen Situation in Polen bereits verloren. ....
Ganz Polen mit seinen Menschen über einen Kamm zu scheren stärkt die Nationalisten und schwächt ihre Gegner.

Yupp. Die Welt ist ein Verkettung von selffulfilling prophecies, wer Schlechtes sieht und Schlechtes denkt, schafft Schlechtes und ist Schuld am Sieg des Bösen. Think pink. Think positive. Alles andere sind Gedankenverbrechen.

Es könnte allerdings auch sein, dass unser Spezialist für Christentum, New Age Woodoo und das Gute schlechthin etwas übertreibt, und die Gedanken in diesem Forum so frei sein dürfen wie die auf dem Klo. So groß ist weder unsere Leserschaft, noch die Zahl derer, die alles glauben, was sie hier lesen.
_________________
Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

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Es gibt keinen Gott. Also: Jesus war nur ein Bankert und alle Propheten hatten einfach einen an der Waffel.
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tillich (epigonal)
Prinz Ipienreiter



Anmeldungsdatum: 12.04.2006
Beiträge: 16744

Beitrag(#2036923) Verfasst am: 26.12.2015, 16:55    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Die Welt ist ein Verkettung von selffulfilling prophecies, wer Schlechtes sieht und Schlechtes denkt, schafft Schlechtes und ist Schuld am Sieg des Bösen.

Willst du bestreiten, dass es solche selffulfilling prophecies bei der Konstruktion von Gruppenidentitäten gibt? Der Rest deines Posts sind Strohmänner-
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"YOU HAVE TO START OUT LEARNING TO BELIEVE THE LITTLE LIES." -- "So we can believe the big ones?" -- "YES."

(Death / Susan, in: Pratchett, Hogfather)
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Johnny
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Anmeldungsdatum: 23.08.2015
Beiträge: 702

Beitrag(#2036927) Verfasst am: 26.12.2015, 17:46    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Es ist eben auch eine moralische Frage - wenn auch nicht nur für Polen oder Ungarn, sondern auch für Europa, das sich gelinge gesagt als Ganzes ein Armutszeugnis ausstellt, weil einige Regierungen sich sperren und andere die Vorstellung haben, sie würden politischen Selbstmord begehen, wenn sie mehr Menschen aufnehmen:


Die osteuropäischen und südosteuropäischen Regierungen sehen den Migrationsstrom nach Europa gar nicht als europäisches, sondern vorallem als deutsches Problem. Denn die deutsche Regierung hat erst die Anreize gesetzt mit ihrer "Refugees Welcome"-Propaganda, während unsere östlichen Nachbarn nach Kräften versucht haben die europäischen Aussengrenzen zu sichern? Warum sollen Länder wie Ungarn und Polen jetzt die Suppe auslöffeln, die Frau Merkel und ihre Mitte-Links-Regierung uns eingebrockt haben?

Das Meinungsbild in Deutschland wäre sicher auch etwas anders, wenn hier eine offene Debatte zu dem Thema stattfinden und die Menschen mit Fakten konfrontiert würden, wie hoch z.B. die zu erwartenden Kosten sind und wie diese bewältigt werden sollten, Steuererhöhungen, Neuverschuldung, Das böse erwachen wird bei uns wohl erst kommen, wenn die "Refugees Welcome"-Partystimmung langsam abflaut und die Realität uns eingeholt hat. Da wird dann wahrscheinlich auch die linke Propaganda auf allen Kanälen nicht mehr so viel Effekt erzielen.
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Alchemist
Luminous beings are we, not this crude matter.



Anmeldungsdatum: 03.08.2004
Beiträge: 22300
Wohnort: Hamburg

Beitrag(#2036930) Verfasst am: 26.12.2015, 18:03    Titel: Antworten mit Zitat

Johnny hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Es ist eben auch eine moralische Frage - wenn auch nicht nur für Polen oder Ungarn, sondern auch für Europa, das sich gelinge gesagt als Ganzes ein Armutszeugnis ausstellt, weil einige Regierungen sich sperren und andere die Vorstellung haben, sie würden politischen Selbstmord begehen, wenn sie mehr Menschen aufnehmen:


Die osteuropäischen und südosteuropäischen Regierungen sehen den Migrationsstrom nach Europa gar nicht als europäisches, sondern vorallem als deutsches Problem. Denn die deutsche Regierung hat erst die Anreize gesetzt mit ihrer "Refugees Welcome"-Propaganda, während unsere östlichen Nachbarn nach Kräften versucht haben die europäischen Aussengrenzen zu sichern? Warum sollen Länder wie Ungarn und Polen jetzt die Suppe auslöffeln, die Frau Merkel und ihre Mitte-Links-Regierung uns eingebrockt haben?

Das Meinungsbild in Deutschland wäre sicher auch etwas anders, wenn hier eine offene Debatte zu dem Thema stattfinden und die Menschen mit Fakten konfrontiert würden, wie hoch z.B. die zu erwartenden Kosten sind und wie diese bewältigt werden sollten, Steuererhöhungen, Neuverschuldung, Das böse erwachen wird bei uns wohl erst kommen, wenn die "Refugees Welcome"-Partystimmung langsam abflaut und die Realität uns eingeholt hat. Da wird dann wahrscheinlich auch die linke Propaganda auf allen Kanälen nicht mehr so viel Effekt erzielen.



Was hätte man anders machen sollen und wie?
Was sollte man deiner Meinung nach in Zukunft machen?
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wolle
Anti-Theist und Welt-Verbesserer



Anmeldungsdatum: 23.03.2015
Beiträge: 2593

Beitrag(#2036934) Verfasst am: 26.12.2015, 18:36    Titel: Antworten mit Zitat

Johnny hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:

Es ist asozial gegenüber Leuten, die einen guten Grund haben, woanders hinzugehen.


Asozial finde ich das nicht. Ein Volk kann selbst bestimmen, ob es Fremde bei sich aufnehmen möchte oder nicht. Und wenn es das möchte, kann es bestimmen welche Fremden und wieviele davon es aufnehmen möchte. Polen oder Ungarn oder Slowaken wollen es halt nicht. Das ist deren gutes Recht und nicht asozial.

Für den deutschen Linken ist das natürlich nicht zu verstehen. Er will die Welt retten, ist wie immer auf der Seite des "Guten" und ist sowieso moralisch am überlegensten. Darum will er unbegrenzte und unkontrollierte Einwanderung von Menschen aus aller Welt. Wer das nicht möchte, ist ein Nazis, Rechtsextremist, Faschist oder Rechtspopulist. Wie das Ganze bewältigt und vorallem finanziert werden soll ist den Linken egal, wie immer, wenn es darum geht ihre vermeintlich sozialen Wohltaten zu finanzieren. Am besten mit versteckten Steuererhöhungen, Neuverschuldung auf Kosten der künftigen Generationen und Einsparungen für die Einheimischen.


Das ist aus mehreren Gründen nicht richtig:

- Das Schengener Abkommen verpflichtet zur Reduzierung der Grenzkontrollen
- Wenn jemand politisch verfolgt wurde, genießt er in Deutschland Asylrecht
- Die Linken fordern nicht unbegrenzte Einwanderung, sondern soziale Gerechtigkeit
- Einwanderung kostet langfristig nichts, sondern liefert Steuern und sichert Renten
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72. Generalversammlung der Vereinten Nationen, Presse-Mitteilung
http://www.un.org/en/ga/72/presskit/pdf/full_kit72_en.pdf
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Johnny
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Anmeldungsdatum: 23.08.2015
Beiträge: 702

Beitrag(#2036935) Verfasst am: 26.12.2015, 18:36    Titel: Antworten mit Zitat

Alchemist hat folgendes geschrieben:

Was hätte man anders machen sollen und wie?
Was sollte man deiner Meinung nach in Zukunft machen?


- Die europäischen Aussengrenzen gemeinsam konsequent abdichten und schützen.
- Bildung eines europäischen Grenzsschutzes aus Polizei und Militär.
- Die Türkei zum sicheren Drittland erklären und Migranten, die über die Türkei doch nach Europa rechtswidrig eingedrungen sind sofort wieder zurückschicken
- Eine grosse, europäische Aufklärungskampagne mit Flugblättern und Plakaten, die Migranten schon in ihren Herkunftsländern davor abschreckt sich überhaupt auf den Weg nach Europa zu machen (so wie Australien es gemacht hat)
- Ansonsten halt Organisationen wie das THW, Rotes Kreuz, Ärzte ohne Grenzen etc, in die Türkei schicken um in den Flüchtlingslagern Hilfe vor Ort zu leisten.
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luc
registrierter User



Anmeldungsdatum: 15.04.2010
Beiträge: 2092
Wohnort: Nice. Paris. Köln

Beitrag(#2036940) Verfasst am: 26.12.2015, 18:44    Titel: Antworten mit Zitat

Johnny hat folgendes geschrieben:
Alchemist hat folgendes geschrieben:

Was hätte man anders machen sollen und wie?
Was sollte man deiner Meinung nach in Zukunft machen?


- Die europäischen Aussengrenzen gemeinsam konsequent abdichten und schützen.
- Bildung eines europäischen Grenzsschutzes aus Polizei und Militär.
- Die Türkei zum sicheren Drittland erklären und Migranten, die über die Türkei doch nach Europa rechtswidrig eingedrungen sind sofort wieder zurückschicken
- Eine grosse, europäische Aufklärungskampagne mit Flugblättern und Plakaten, die Migranten schon in ihren Herkunftsländern davor abschreckt sich überhaupt auf den Weg nach Europa zu machen (so wie Australien es gemacht hat)
- Ansonsten halt Organisationen wie das THW, Rotes Kreuz, Ärzte ohne Grenzen etc, in die Türkei schicken um in den Flüchtlingslagern Hilfe vor Ort zu leisten.


Und warum sollten die Türken mehr als die Europäer leisten? Nur weil sie Moslems sind?
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sünnerklaas
Mietzekatzenkater - treibt den Kessel



Anmeldungsdatum: 29.09.2006
Beiträge: 10464
Wohnort: Da, wo noch Ruhe ist

Beitrag(#2036952) Verfasst am: 26.12.2015, 19:52    Titel: Antworten mit Zitat

luc hat folgendes geschrieben:
Johnny hat folgendes geschrieben:
Alchemist hat folgendes geschrieben:

Was hätte man anders machen sollen und wie?
Was sollte man deiner Meinung nach in Zukunft machen?


- Die europäischen Aussengrenzen gemeinsam konsequent abdichten und schützen.
- Bildung eines europäischen Grenzsschutzes aus Polizei und Militär.
- Die Türkei zum sicheren Drittland erklären und Migranten, die über die Türkei doch nach Europa rechtswidrig eingedrungen sind sofort wieder zurückschicken
- Eine grosse, europäische Aufklärungskampagne mit Flugblättern und Plakaten, die Migranten schon in ihren Herkunftsländern davor abschreckt sich überhaupt auf den Weg nach Europa zu machen (so wie Australien es gemacht hat)
- Ansonsten halt Organisationen wie das THW, Rotes Kreuz, Ärzte ohne Grenzen etc, in die Türkei schicken um in den Flüchtlingslagern Hilfe vor Ort zu leisten.


Und warum sollten die Türken mehr als die Europäer leisten? Nur weil sie Moslems sind?


Vor allem ist die Türkei drauf und dran, alles andere, als ein sicheres Drittland zu werden... Der Krieg in Syrien und im Nordirak hat inzwischen auch auf die Türkei übergegriffen.
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wolle
Anti-Theist und Welt-Verbesserer



Anmeldungsdatum: 23.03.2015
Beiträge: 2593

Beitrag(#2036956) Verfasst am: 26.12.2015, 20:44    Titel: Antworten mit Zitat

Alchemist hat folgendes geschrieben:

Was hätte man anders machen sollen und wie?
Was sollte man deiner Meinung nach in Zukunft machen?

Johnny hat folgendes geschrieben:

- Die europäischen Aussengrenzen gemeinsam konsequent abdichten und schützen.

Das Abdichten ist unrealistisch und zudem unnötig.

Johnny hat folgendes geschrieben:

- Bildung eines europäischen Grenzsschutzes aus Polizei und Militär.

Militär sollte die Flüchtlinge im Mittelmeer vor dem Ertrinken schützen, dann hätte das Militär auch mal einen Sinn.

Johnny hat folgendes geschrieben:

- Die Türkei zum sicheren Drittland erklären und Migranten, die über die Türkei doch nach Europa rechtswidrig eingedrungen sind sofort wieder zurückschicken

Die Verbrecher um Erdogan, die Kurden bombardieren, ein sicheres Drittland?
Ich wünschte, Assads Bande würde in der Hölle braten, an die sie glauben.
Nach Europa rechtswidrig eingedrungen sind nur faschistische Ideen.
Deine Idee, Flüchtlinge nach Syrien zurück zu schicken, ist an Menschenverachtung kaum zu überbieten.

Johnny hat folgendes geschrieben:

- Eine grosse, europäische Aufklärungskampagne mit Flugblättern und Plakaten, die Migranten schon in ihren Herkunftsländern davor abschreckt sich überhaupt auf den Weg nach Europa zu machen (so wie Australien es gemacht hat)

Wenn dein Haus von Verbrechern wie Assad und seinen Terroristen-Banden gesprengt wird, ist ein Plakat, auf dem steht, kommt nicht nach Europa, eine Empfehlung, nach Europa zu gehen.

Johnny hat folgendes geschrieben:

- Ansonsten halt Organisationen wie das THW, Rotes Kreuz, Ärzte ohne Grenzen etc, in die Türkei schicken um in den Flüchtlingslagern Hilfe vor Ort zu leisten.

Das THW ist schon in der Türkei und berichtet von menschen-unwürdigen Zuständen, und die Türkei hat gerade 3000 Millionen Euro für zweifelhafte Dienstleistungen von Deutschland zugesprochen bekommen.
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



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Beitrag(#2036958) Verfasst am: 26.12.2015, 21:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hier mal die Alterspyramide Polens:





http://haetten-sie-gewusst.blogspot.co.id/2011/06/bevolkerungspyramiden-im-vergleich_19.html


Obwohl die polnische Bevoelkerung im Vergleich zur deutschen noch relativ jung ist, zeichnet sich eine aehnliche demographische Entwicklung wie in Deutschland ab, nur etwas zeitversetzt, dafuer aber noch dramatischer.

Es sticht ins Auge, dass die neueste Generation in Polen nur etwa halb so gross ist wie die ihrer Eltern. Dies bedeutet, dass die polnische Bevoelkerung noch schneller schrumpfen und vergreisen wird wie die deutsche, wo der Schrumpfprozess nicht ganz so schnell vonstatten geht (jede Generation etwa 2/3 der Elterngeneration).

Rechnet man noch die massive Abewanderung junger Polen ins Ausland dazu und die zur Zeit propagierte Abschottung gegen Einwanderer, dann zeichnet sich ein demographischer Super-GAU in Polen deutlich am Horizont ab. Vielleicht wird man irgendwann noch den Begriff "Altersfluechtlinge" fuer die Polen praegen, die zuletzt das Land verlassen werden, dann naemlich, wenn das polnische Sozialsystem vollends kollabiert und niemand mehr da ist um die voellig ueberalterte Bevoelkerung zu versorgen.

Vielleicht sollte man vorsorglich jetzt schon Schilder mit der Aufschrift "Das Boot ist voll" in polnischer Sprache produzieren, die man, wenn's mal soweit ist, an der deutschen Ostgrenze aufstellen kann. Sehr glücklich
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beachbernie
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Beitrag(#2036960) Verfasst am: 26.12.2015, 21:42    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
Indem sie der nationalistischen Prämisse eines einheitlichen Willens zustimmt, hat die Kritik an der aktuellen Situation in Polen bereits verloren. Über nichts dürfte sich jemand wie "Johnny" mehr freuen.
In Polen gibt es natürlich Kräfte, die sich gegen die Entwicklung stemmen. Sie sind den Nationalisten derzeit unterlegen, und haben zudem -wie überall- den Nachteil, daß sie vor der skrupellosen Machtbesessenheit der völkischen Kräfte, die die demokratische Verfassung überwinden wollen, zurückschrecken. Ganz Polen mit seinen Menschen über einen Kamm zu scheren stärkt die Nationalisten und schwächt ihre Gegner.



Ich denke mal, dass wir hier eine Entwicklung beobachten koennen wie sie auch in den zurueckgebliebenen Gegenden Ostdeutschlands stattfand, dass naemlich die Vernuenftigen abwandern und sich die Spinner innerhalb der Restbevoelkerung anreichern koennen. Ausgehend von den Ossis, die ich in Westdeutschland kennenlernen konnte, laesst sich kaum nachvollziehen, weshalb rechtsextreme Parteien gerade im Ossiland so grossen Zuspruch finden. Die Polen, die ich kenne, sind eigentlich auch recht nette und vernuenftige Leute, die sicher nichts mit den polnischen Rechtspopulisten zu tun haben wollen, aber die sind halt alles andere als repraesentativ, weil ich noch nie in Polen war und nur die Polen kennenlernen konnte, die sich vom Acker gemacht haben.
Letztendlich erkennen wir hier einen Teufelskreis, in dem sich rechtes Dumpfbackentum und wirtschaftlicher Niedergang, angetrieben von starker Abwanderung, fehlender Zuwanderung und zunehmender Vergreisung, gegenseitig hochschaukeln.

Nein. Es sind natuerlich nicht die Polen, ueber die wir hier reden, aber ein leider immer groesserer Anteil derjenigen, die in Polen bleiben.

Es waere interessant darueber zu reden wie sich dieser Teufelskreis durchbrechen laesst oder ob es nicht besser waere zu warten bis sich das polnischnationale Wolkenkuckucksheim infolge terminaler Vergreisung schliesslich von selbst erledigt.
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Casual3rdparty
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Beiträge: 6255

Beitrag(#2036962) Verfasst am: 26.12.2015, 22:08    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
Indem sie der nationalistischen Prämisse eines einheitlichen Willens zustimmt, hat die Kritik an der aktuellen Situation in Polen bereits verloren. Über nichts dürfte sich jemand wie "Johnny" mehr freuen.
In Polen gibt es natürlich Kräfte, die sich gegen die Entwicklung stemmen. Sie sind den Nationalisten derzeit unterlegen, und haben zudem -wie überall- den Nachteil, daß sie vor der skrupellosen Machtbesessenheit der völkischen Kräfte, die die demokratische Verfassung überwinden wollen, zurückschrecken. Ganz Polen mit seinen Menschen über einen Kamm zu scheren stärkt die Nationalisten und schwächt ihre Gegner.



Ich denke mal, dass wir hier eine Entwicklung beobachten koennen wie sie auch in den zurueckgebliebenen Gegenden Ostdeutschlands stattfand, dass naemlich die Vernuenftigen abwandern und sich die Spinner innerhalb der Restbevoelkerung anreichern koennen. Ausgehend von den Ossis, die ich in Westdeutschland kennenlernen konnte, laesst sich kaum nachvollziehen, weshalb rechtsextreme Parteien gerade im Ossiland so grossen Zuspruch finden. Die Polen, die ich kenne, sind eigentlich auch recht nette und vernuenftige Leute, die sicher nichts mit den polnischen Rechtspopulisten zu tun haben wollen, aber die sind halt alles andere als repraesentativ, weil ich noch nie in Polen war und nur die Polen kennenlernen konnte, die sich vom Acker gemacht haben.
Letztendlich erkennen wir hier einen Teufelskreis, in dem sich rechtes Dumpfbackentum und wirtschaftlicher Niedergang, angetrieben von starker Abwanderung, fehlender Zuwanderung und zunehmender Vergreisung, gegenseitig hochschaukeln.

Nein. Es sind natuerlich nicht die Polen, ueber die wir hier reden, aber ein leider immer groesserer Anteil derjenigen, die in Polen bleiben.

Es waere interessant darueber zu reden wie sich dieser Teufelskreis durchbrechen laesst oder ob es nicht besser waere zu warten bis sich das polnischnationale Wolkenkuckucksheim infolge terminaler Vergreisung schliesslich von selbst erledigt.


Zitat:
Polen war das einzige Europäische Land, welches in Folge der globalen Krise (2008) nicht eine Rezession erfahren musste. In den Jahren 2013 und 2014 hat sich die Wirtschaft erholt, getragen von inländischer Nachfrage (Investitionen und Konsum). Während die Inflation in 2010 2,581 % betrug[53] herrscht seit Mitte 2014 Deflation in Polen.


https://de.wikipedia.org/wiki/Polen#Wirtschaft

polen gehts wirtschaftlich blendend. die hohe abwanderung dürfte eher daran liegen, dass polnische arbeitnehmer im ausland sehr gefragt sind.
die abwanderung dürfte auch nicht dauerhaft sein, die meisten polnischen arbeitsmigranten dürften ihr gespartes in polen investieren.

der starke Geburtenrückgang hätte dir ein hinweis darauf sein können, der geht nämlich oft mit wohlstandszuwachs einher.
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fwo
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Anmeldungsdatum: 05.02.2008
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Beitrag(#2036963) Verfasst am: 26.12.2015, 22:36    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
Die Welt ist ein Verkettung von selffulfilling prophecies, wer Schlechtes sieht und Schlechtes denkt, schafft Schlechtes und ist Schuld am Sieg des Bösen.

Willst du bestreiten, dass es solche selffulfilling prophecies bei der Konstruktion von Gruppenidentitäten gibt? Der Rest deines Posts sind Strohmänner-

Schrubst Du gerade was von Strohmann?
Das hier war der gesnippte Grund für meinen Post:
zelig hat folgendes geschrieben:
Indem sie der nationalistischen Prämisse eines einheitlichen Willens zustimmt, hat die Kritik an der aktuellen Situation in Polen bereits verloren. ....
Ganz Polen mit seinen Menschen über einen Kamm zu scheren stärkt die Nationalisten und schwächt ihre Gegner.

Und wer hier in diesem Forum ganz Polen über einen Kamm schert, stärkt weder die Nationalisten noch schwächt er ihre Gegner. Hier derartige Forderungen zur Selbstzensur an die Diskutierenden zu stellen, das macht zelig hier implizit, ist einfach nur dummes Zeug.
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Es gibt keinen Gott. Also: Jesus war nur ein Bankert und alle Propheten hatten einfach einen an der Waffel.
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Anmeldungsdatum: 23.08.2015
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Beitrag(#2036964) Verfasst am: 26.12.2015, 22:51    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:

Es sticht ins Auge, dass die neueste Generation in Polen nur etwa halb so gross ist wie die ihrer Eltern. Dies bedeutet, dass die polnische Bevoelkerung noch schneller schrumpfen und vergreisen wird wie die deutsche, wo der Schrumpfprozess nicht ganz so schnell vonstatten geht (jede Generation etwa 2/3 der Elterngeneration).


Die demographische Entwicklung ist kein Naturereignis, das von heute auf morgen über eine Gesellschaft hereinbricht. Man hätte schon in den 70er und 80er Jahren massiv gegensteuern müssen, um diese Entwicklung zu verhindern. Nun ist es zu spät.

Aber selbst wenn die Zahl der Polen sich in den nächsten 2 Generationen halbieren wird, soll dann die Alternative darin liegen die fehlenden Polen durch muslimische Araber und Schwarzafrikaner zu ersetzen? Geschockt
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Anmeldungsdatum: 29.09.2006
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Beitrag(#2036965) Verfasst am: 26.12.2015, 23:01    Titel: Antworten mit Zitat

Casual3rdparty hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
Indem sie der nationalistischen Prämisse eines einheitlichen Willens zustimmt, hat die Kritik an der aktuellen Situation in Polen bereits verloren. Über nichts dürfte sich jemand wie "Johnny" mehr freuen.
In Polen gibt es natürlich Kräfte, die sich gegen die Entwicklung stemmen. Sie sind den Nationalisten derzeit unterlegen, und haben zudem -wie überall- den Nachteil, daß sie vor der skrupellosen Machtbesessenheit der völkischen Kräfte, die die demokratische Verfassung überwinden wollen, zurückschrecken. Ganz Polen mit seinen Menschen über einen Kamm zu scheren stärkt die Nationalisten und schwächt ihre Gegner.



Ich denke mal, dass wir hier eine Entwicklung beobachten koennen wie sie auch in den zurueckgebliebenen Gegenden Ostdeutschlands stattfand, dass naemlich die Vernuenftigen abwandern und sich die Spinner innerhalb der Restbevoelkerung anreichern koennen. Ausgehend von den Ossis, die ich in Westdeutschland kennenlernen konnte, laesst sich kaum nachvollziehen, weshalb rechtsextreme Parteien gerade im Ossiland so grossen Zuspruch finden. Die Polen, die ich kenne, sind eigentlich auch recht nette und vernuenftige Leute, die sicher nichts mit den polnischen Rechtspopulisten zu tun haben wollen, aber die sind halt alles andere als repraesentativ, weil ich noch nie in Polen war und nur die Polen kennenlernen konnte, die sich vom Acker gemacht haben.
Letztendlich erkennen wir hier einen Teufelskreis, in dem sich rechtes Dumpfbackentum und wirtschaftlicher Niedergang, angetrieben von starker Abwanderung, fehlender Zuwanderung und zunehmender Vergreisung, gegenseitig hochschaukeln.

Nein. Es sind natuerlich nicht die Polen, ueber die wir hier reden, aber ein leider immer groesserer Anteil derjenigen, die in Polen bleiben.

Es waere interessant darueber zu reden wie sich dieser Teufelskreis durchbrechen laesst oder ob es nicht besser waere zu warten bis sich das polnischnationale Wolkenkuckucksheim infolge terminaler Vergreisung schliesslich von selbst erledigt.


Zitat:
Polen war das einzige Europäische Land, welches in Folge der globalen Krise (2008) nicht eine Rezession erfahren musste. In den Jahren 2013 und 2014 hat sich die Wirtschaft erholt, getragen von inländischer Nachfrage (Investitionen und Konsum). Während die Inflation in 2010 2,581 % betrug[53] herrscht seit Mitte 2014 Deflation in Polen.


https://de.wikipedia.org/wiki/Polen#Wirtschaft

polen gehts wirtschaftlich blendend. die hohe abwanderung dürfte eher daran liegen, dass polnische arbeitnehmer im ausland sehr gefragt sind.
die abwanderung dürfte auch nicht dauerhaft sein, die meisten polnischen arbeitsmigranten dürften ihr gespartes in polen investieren.

der starke Geburtenrückgang hätte dir ein hinweis darauf sein können, der geht nämlich oft mit wohlstandszuwachs einher.


Schau Dir mal die Wahlkreise an, in denen die PiS die höchsten Stimmenanteile bekommen hat. Und dann schaue mal nach, wie es dort mit der Wirtschaftskraft aussieht. Der Zusammenhang zwischen einem hohen Wahlanteil der PiS und dem Grad der Vergreisung und Vertrottelung der Region ist unübersehbar.
Und was genau hat die PiS dort versprochen? Richtig: die Erhöhung der Transferleistungszahlungen - in Form von Renten und Krankenkassenleistungen.
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Beitrag(#2036966) Verfasst am: 26.12.2015, 23:14    Titel: Antworten mit Zitat

Johnny hat folgendes geschrieben:
Alchemist hat folgendes geschrieben:

Was hätte man anders machen sollen und wie?
Was sollte man deiner Meinung nach in Zukunft machen?


- Die europäischen Aussengrenzen gemeinsam konsequent abdichten und schützen.
- Bildung eines europäischen Grenzsschutzes aus Polizei und Militär.
- Die Türkei zum sicheren Drittland erklären und Migranten, die über die Türkei doch nach Europa rechtswidrig eingedrungen sind sofort wieder zurückschicken


Das sind doch die typischen pegida/afd/rechtspopulistenforderungen, aber kannst du auch mal erklären, wie das praktischerweise funktionieren soll?

Wie soll man denn tausende Kilometer Grenze dichtmachen?
Was soll man mit Menschen machen, die an der Grenze steheh? Würdest du die verrecken lassen?
Wie soll man Hunderttausende von Menschen zurückschicken? Mitm Flugzeug? Was soll man amchen, wenn das Zielland die nicht haben will?
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Beitrag(#2036971) Verfasst am: 26.12.2015, 23:37    Titel: Antworten mit Zitat

Alchemist hat folgendes geschrieben:
Johnny hat folgendes geschrieben:
Alchemist hat folgendes geschrieben:

Was hätte man anders machen sollen und wie?
Was sollte man deiner Meinung nach in Zukunft machen?


- Die europäischen Aussengrenzen gemeinsam konsequent abdichten und schützen.
- Bildung eines europäischen Grenzsschutzes aus Polizei und Militär.
- Die Türkei zum sicheren Drittland erklären und Migranten, die über die Türkei doch nach Europa rechtswidrig eingedrungen sind sofort wieder zurückschicken


Das sind doch die typischen pegida/afd/rechtspopulistenforderungen, aber kannst du auch mal erklären, wie das praktischerweise funktionieren soll?

Wie soll man denn tausende Kilometer Grenze dichtmachen?
Was soll man mit Menschen machen, die an der Grenze steheh? Würdest du die verrecken lassen?
Wie soll man Hunderttausende von Menschen zurückschicken? Mitm Flugzeug? Was soll man amchen, wenn das Zielland die nicht haben will?



Vor allem....wie soll das aussehen, wenn Tausende von Menschen irgendwann versuchen den Grenzzaun niederzureissen um ins Land rein zu kommen? Unter Umstaenden gibt's dann nur zwei Alternativen: Scharf schiessen oder die Leute gewaehren lassen.

Ich kann mir naemlich sehr schlecht vorstellen, dass Menschen, die bereits eine lange und gefaehrliche Flucht hinter sich haben, so einfach umkehren, wenn man denen irgendwo einen Zaun in den Weg baut. Fuer die ist das nur das letzte Hinderniss, dass es zu ueberwinden gilt...
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Johnny
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Beitrag(#2036972) Verfasst am: 26.12.2015, 23:54    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hatte ja mehrere Punkte genannt. Das fängt an mit Abschreckungskampagnen vor Ort mit Flugblättern und Plakaten auf Arabisch und so weiter. Den potentiellen Migranten muss schon von Anfang an klar sein, dass es sich gar nicht lohnt viel Geld für irgendwelche Schlepper zu bezahlen um nach Europa zu kommen, weil Europa die Grenzen sehr dicht macht und illegale Einwanderer sofort wieder abschiebt. "Ihr habt bei uns keine Zukunft. Bleibt wo ihr seid. Wir lassen euch nicht rein. Und selbst wenn ihr reinkommt, bringen wir euch zurück." Das muss die Botschaft sein, die man senden muss. Wenn man das schon konsequent durchzieht, kann man schon eine Menge Migration im Ansatz verhindern.

Frau Merkel hat es genau umgekehrt gemacht, sie hat das Signal gesetzt:"Kommt alle zu uns, wir nehmen euch alle auf, wir helfen euch, bei uns wird es euch gut gehen." Damit hat sie den Migrationsboom enorm befeuert. In den Flüchtlingslagern dieser Welt ist Merkel der grosse Liebling, die "Mutter Theresa" Europas.
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Beitrag(#2036973) Verfasst am: 26.12.2015, 23:57    Titel: Antworten mit Zitat

Johnny hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:

Es sticht ins Auge, dass die neueste Generation in Polen nur etwa halb so gross ist wie die ihrer Eltern. Dies bedeutet, dass die polnische Bevoelkerung noch schneller schrumpfen und vergreisen wird wie die deutsche, wo der Schrumpfprozess nicht ganz so schnell vonstatten geht (jede Generation etwa 2/3 der Elterngeneration).


Die demographische Entwicklung ist kein Naturereignis, das von heute auf morgen über eine Gesellschaft hereinbricht. Man hätte schon in den 70er und 80er Jahren massiv gegensteuern müssen, um diese Entwicklung zu verhindern. Nun ist es zu spät.

Aber selbst wenn die Zahl der Polen sich in den nächsten 2 Generationen halbieren wird, soll dann die Alternative darin liegen die fehlenden Polen durch muslimische Araber und Schwarzafrikaner zu ersetzen? Geschockt
(1) Hat nicht hier im Forum neulich mal jemand eine UN-Bevölkerungsstudie verlinkt? Dort wird - beispielsweise für Deutschland - thematisiert, daß eine vergleichbare Versorgung von nicht mehr Arbeitsfähigen (mit statistisch gesehen 3,x bis 4,x Zahlern pro Rentner) ohne Zuwanderung nur bei einer gleichzeitigen Steigerung des Renteneintrittsalters zu erreichen wäre. Für den deutschen Fall läge dann das Renteneintrittsalter bei 77 bzw. 72 Jahre. Ich bin mal gespannt, wieviele von den Leuten, die jetzt gegen Zuwanderung auf die Straße gehen, solange weiterkloppen wollen.


(2) Bevölkerungen sind nicht "ethnisch rein", sie sind schon historisch gesehen "vermatscht". Die Hälfte der Norddeutschen dürfte slawischer Abstammung sein, und schon während der Völkerwanderungszeit verfolgten die Germanen scheinbar eine ganz einfache Bevölkerungspolitik: Wer das will, kommt einfach mit. Und im Ruhrgebiet wimmelt es von Nachkommen sogenannter "Ruhrpolen", also von Leuten aus katholisch-konservativem Milieu in Polen, die zu Zeiten von Wilhelm II. zur Arbeit hierher kamen. Und von denen man damals sagte, sie würden sich nie und nimmer in die Gesellschaft integrieren lassen, zu groß seien die Unterschiede in Kultur und Mentalität...


(3) Und die Menschen innerhalb einer Bevölkerung denken auch nicht gleich. Natürlich haben die Rechtspopulisten auch dafür ihre Rezepte parat: Mehr katholisch-konservative Moral. Abtreibung verbieten, Homosexualität ist Sünde et cetera, dann werden bestimmt auch mehr Kinder geboren. (Und wie man so hört, fremdeln auch AfD und Konsorten beispielsweise mit Homosexuellen.)

Es gibt Leute, die das nicht wollen. Sie werden aber diesen Gesetzen, man könnte sie Moralgesetze nennen, ebenso unterworfen wie diejenigen, die schon immer so gelebt und gedacht haben. Erstere werden damit ggf. gezwungen, ihre Lebensweise zu ändern. Wenn jetzt merkwürdigerweise vermeintliche Linke (die in Polen auch nur "liberal-konservativ" geheißen sind) an die Macht kommen und ggf. Ersteren wieder ein bißchen mehr Rechte einräumen, dann beklagen sich sinnigerweise Letztere, sie würden in ihrer Freiheit eingeschränkt - obwohl es ja keine Verpflichtung gibt, man ein Recht ja nicht ausüben muß, wenn man es hat Schulterzucken.

Wenn Du den vermeintlichen Linken vorwirfst, sie wollten die Menschen gegen ihren Willen zu Veränderungen ihrer Lebensweise zwingen (wie gesagt: was stört mich das, ob ein schwules Pärchen heiratet - Andere mögen aber glauben, daß ihre Rechte geschmälert werden, wenn Andere sie auch haben sollten), würdest Du das auch bei den Rechten tun, wenn diese ein gesellschaftspolitisches Projekt durchziehen wollen, um wieder sogenannte "Werte" durchzusetzen, die man eigentlich schon überlebt glaubte?
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Johnny
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Beitrag(#2036974) Verfasst am: 27.12.2015, 00:13    Titel: Antworten mit Zitat

Critic hat folgendes geschrieben:

(1) Hat nicht hier im Forum neulich mal jemand eine UN-Bevölkerungsstudie verlinkt? Dort wird - beispielsweise für Deutschland - thematisiert, daß eine vergleichbare Versorgung von nicht mehr Arbeitsfähigen (mit statistisch gesehen 3,x bis 4,x Zahlern pro Rentner) ohne Zuwanderung nur bei einer gleichzeitigen Steigerung des Renteneintrittsalters zu erreichen wäre. Für den deutschen Fall läge dann das Renteneintrittsalter bei 77 bzw. 72 Jahre. Ich bin mal gespannt, wieviele von den Leuten, die jetzt gegen Zuwanderung auf die Straße gehen, solange weiterkloppen wollen.


Diese Entwicklung besteht aber weder in Deutschland noch in Polen seit gestern. Es ist kein plötzliches Naturereignis, von dem wir betroffen werden, sondern es ist eine gesellschaftliche Fehlentwicklung, die seit Jahrzehnten besteht und gegen die seit Jahrzehnten nicht unternommen wurde.

Aber welche Lösung schlägst du für das Problem jetzt vor? Um die Bevölkerungszahl stabil zu halten, müssten wir zig Millionen Ausländer nach Deutschland holen. Da in unseren europäischen Nachbarstaaten die Bevölkerung ebenfalls schrumpft, müssten wir die Ausländer aus dem aussereuropäischen Ausland holen: Afrika, Arabien, Indien.

Hälst du das für die Lösung?
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Beitrag(#2036977) Verfasst am: 27.12.2015, 00:50    Titel: Antworten mit Zitat

Johnny hat folgendes geschrieben:
Critic hat folgendes geschrieben:

(1) Hat nicht hier im Forum neulich mal jemand eine UN-Bevölkerungsstudie verlinkt? Dort wird - beispielsweise für Deutschland - thematisiert, daß eine vergleichbare Versorgung von nicht mehr Arbeitsfähigen (mit statistisch gesehen 3,x bis 4,x Zahlern pro Rentner) ohne Zuwanderung nur bei einer gleichzeitigen Steigerung des Renteneintrittsalters zu erreichen wäre. Für den deutschen Fall läge dann das Renteneintrittsalter bei 77 bzw. 72 Jahre. Ich bin mal gespannt, wieviele von den Leuten, die jetzt gegen Zuwanderung auf die Straße gehen, solange weiterkloppen wollen.


Diese Entwicklung besteht aber weder in Deutschland noch in Polen seit gestern. Es ist kein plötzliches Naturereignis, von dem wir betroffen werden, sondern es ist eine gesellschaftliche Fehlentwicklung, die seit Jahrzehnten besteht und gegen die seit Jahrzehnten nicht unternommen wurde.

Aber welche Lösung schlägst du für das Problem jetzt vor? Um die Bevölkerungszahl stabil zu halten, müssten wir zig Millionen Ausländer nach Deutschland holen. Da in unseren europäischen Nachbarstaaten die Bevölkerung ebenfalls schrumpft, müssten wir die Ausländer aus dem aussereuropäischen Ausland holen: Afrika, Arabien, Indien.

Hälst du das für die Lösung?


Es gibt durchaus verschiedene Pole. Einmal, was sind eigentlich die Zielvorstellungen: Die Stabilität der Bevölkerungszahl, die Überalterung der Gesellschaft, Erhalt bzw. Förderung der Produkitivität, womöglich noch den Aspekt der Förderung der Nachkommenschaft bei den "Intelligenten" (denn die Anderen mochte beispielsweise ein Sarrazin ja nicht haben)? Andererseits, wie kann man das erreichen: Wirtschaftspolitik, Gesellschaftspolitik, ... .

Du kannst gerne argumentieren, Du hättest ein gesellschaftspolitisches Projekt, das ohne Migration auskommt, und was Du für Klimmzüge vorhast, um die Leute dazu zu bringen, eine niedrigere Rente zu akzeptieren, länger zu arbeiten, mehr Kinder zu kriegen (und was noch vorzugsweise kein "linkes" Konzept ist, etwa: Tobin-Steuer, Leben in Generationenhäusern oder Kommunen, Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens oder die Loslösung von der Geldwirtschaft als solcher.) Die Kalkulation aus der Studie vermittelt aber beispielhaft, daß es extrem schwierig würde, ohne Migration außer Acht zu lassen.
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beachbernie
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Beitrag(#2036979) Verfasst am: 27.12.2015, 08:07    Titel: Antworten mit Zitat

Johnny hat folgendes geschrieben:
Critic hat folgendes geschrieben:

(1) Hat nicht hier im Forum neulich mal jemand eine UN-Bevölkerungsstudie verlinkt? Dort wird - beispielsweise für Deutschland - thematisiert, daß eine vergleichbare Versorgung von nicht mehr Arbeitsfähigen (mit statistisch gesehen 3,x bis 4,x Zahlern pro Rentner) ohne Zuwanderung nur bei einer gleichzeitigen Steigerung des Renteneintrittsalters zu erreichen wäre. Für den deutschen Fall läge dann das Renteneintrittsalter bei 77 bzw. 72 Jahre. Ich bin mal gespannt, wieviele von den Leuten, die jetzt gegen Zuwanderung auf die Straße gehen, solange weiterkloppen wollen.


Diese Entwicklung besteht aber weder in Deutschland noch in Polen seit gestern. Es ist kein plötzliches Naturereignis, von dem wir betroffen werden, sondern es ist eine gesellschaftliche Fehlentwicklung, die seit Jahrzehnten besteht und gegen die seit Jahrzehnten nicht unternommen wurde.

Aber welche Lösung schlägst du für das Problem jetzt vor? Um die Bevölkerungszahl stabil zu halten, müssten wir zig Millionen Ausländer nach Deutschland holen. Da in unseren europäischen Nachbarstaaten die Bevölkerung ebenfalls schrumpft, müssten wir die Ausländer aus dem aussereuropäischen Ausland holen: Afrika, Arabien, Indien.

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sünnerklaas
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Beitrag(#2036980) Verfasst am: 27.12.2015, 09:43    Titel: Antworten mit Zitat

Critic hat folgendes geschrieben:
Johnny hat folgendes geschrieben:
Critic hat folgendes geschrieben:

(1) Hat nicht hier im Forum neulich mal jemand eine UN-Bevölkerungsstudie verlinkt? Dort wird - beispielsweise für Deutschland - thematisiert, daß eine vergleichbare Versorgung von nicht mehr Arbeitsfähigen (mit statistisch gesehen 3,x bis 4,x Zahlern pro Rentner) ohne Zuwanderung nur bei einer gleichzeitigen Steigerung des Renteneintrittsalters zu erreichen wäre. Für den deutschen Fall läge dann das Renteneintrittsalter bei 77 bzw. 72 Jahre. Ich bin mal gespannt, wieviele von den Leuten, die jetzt gegen Zuwanderung auf die Straße gehen, solange weiterkloppen wollen.


Diese Entwicklung besteht aber weder in Deutschland noch in Polen seit gestern. Es ist kein plötzliches Naturereignis, von dem wir betroffen werden, sondern es ist eine gesellschaftliche Fehlentwicklung, die seit Jahrzehnten besteht und gegen die seit Jahrzehnten nicht unternommen wurde.

Aber welche Lösung schlägst du für das Problem jetzt vor? Um die Bevölkerungszahl stabil zu halten, müssten wir zig Millionen Ausländer nach Deutschland holen. Da in unseren europäischen Nachbarstaaten die Bevölkerung ebenfalls schrumpft, müssten wir die Ausländer aus dem aussereuropäischen Ausland holen: Afrika, Arabien, Indien.

Hälst du das für die Lösung?


Es gibt durchaus verschiedene Pole. Einmal, was sind eigentlich die Zielvorstellungen: Die Stabilität der Bevölkerungszahl, die Überalterung der Gesellschaft, Erhalt bzw. Förderung der Produkitivität, womöglich noch den Aspekt der Förderung der Nachkommenschaft bei den "Intelligenten" (denn die Anderen mochte beispielsweise ein Sarrazin ja nicht haben)? Andererseits, wie kann man das erreichen: Wirtschaftspolitik, Gesellschaftspolitik, ... .

Du kannst gerne argumentieren, Du hättest ein gesellschaftspolitisches Projekt, das ohne Migration auskommt, und was Du für Klimmzüge vorhast, um die Leute dazu zu bringen, eine niedrigere Rente zu akzeptieren, länger zu arbeiten, mehr Kinder zu kriegen (und was noch vorzugsweise kein "linkes" Konzept ist, etwa: Tobin-Steuer, Leben in Generationenhäusern oder Kommunen, Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens oder die Loslösung von der Geldwirtschaft als solcher.) Die Kalkulation aus der Studie vermittelt aber beispielhaft, daß es extrem schwierig würde, ohne Migration außer Acht zu lassen.


Erst unlängst habe ich eine interessante Argumentation gehört:

In Sachen Zuwanderung müsse immer erst einmal "Das Volk" gefragt und gehört werden. In Sachen Nutzung der Kernenergie hätte niemals auf "Das Fehlgeleitete Volk" gehört werden dürfen. Auch bei der durch ein Plebiszit abgelehnten Olympia-Bewerbung Hamburgs gab es Wutanfälle aus den Reihen "Besorgter Bürger", darüber hätte man nicht abstimmen lassen dürfen.
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Klaus-Peter
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Beitrag(#2036981) Verfasst am: 27.12.2015, 10:08    Titel: Antworten mit Zitat

sünnerklaas hat folgendes geschrieben:

Erst unlängst habe ich eine interessante Argumentation gehört:

In Sachen Zuwanderung müsse immer erst einmal "Das Volk" gefragt und gehört werden. In Sachen Nutzung der Kernenergie hätte niemals auf "Das Fehlgeleitete Volk" gehört werden dürfen. Auch bei der durch ein Plebiszit abgelehnten Olympia-Bewerbung Hamburgs gab es Wutanfälle aus den Reihen "Besorgter Bürger", darüber hätte man nicht abstimmen lassen dürfen.

Und? Hast du zu dieser "Argumentation" zustimmend genickt? Oder hast du den "Argumentierer" auf seinen Widerspruch aufmerksam gemacht. Und wenn Letzteres, was hat der dazu gemeint? Und wenn alles nein, was sollen wir mit dem Schwachsinn hier anfangen?
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zelig
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Beitrag(#2036990) Verfasst am: 27.12.2015, 13:21    Titel: Antworten mit Zitat

Wäre Deutschland gegen solche Verfahrenstricks, wie sie in Polen gerade durchgesetzt werden eigentlich geschützt? Lahmlegung des BVG? Gleichschaltung der Presse?
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Johnny
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Beitrag(#2037008) Verfasst am: 27.12.2015, 15:57    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:

Hast Du eine bessere Loesung anzubieten? Schulterzucken


Naja, wenn man die demographische Fehlentwicklung in Polen dadurch ausgleichen will, indem man die fehlenden Polen durch muslimische Araber und Schwarzafrikaner ersetzt, bedeutet das ja zwangsläufig, dass es dann in 3 oder 4 Generation gar keine Polen mehr gibt.
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Beitrag(#2037009) Verfasst am: 27.12.2015, 16:01    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
Wäre Deutschland gegen solche Verfahrenstricks, wie sie in Polen gerade durchgesetzt werden eigentlich geschützt? Lahmlegung des BVG? Gleichschaltung der Presse?


Das Verfassungsgericht in Polen ist lahmgelegt? Soweit ich das mitbekommen habe müssen Urteile des Verfassungsgerichts jetzt mit 2/3 Mehrheit der Richterstimmen getroffen werden. Das ist schon alles.

Und Gleichschaltung der Presse? Naja ich würde sagen in gewisser Weise haben wir ja schon eine ziemlich gleichförmige Presse. So viel mehr könnte man da ja bei uns kaum noch "gleichschalten".

Und beim Internet, das noch das freieste und am wenigsten "gleichförmige" Medium ist, ist ja der linksradikale Minister Maas schon am Ball.
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Klaus-Peter
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Beitrag(#2037012) Verfasst am: 27.12.2015, 16:51    Titel: Antworten mit Zitat

Johnny hat folgendes geschrieben:
Das Verfassungsgericht in Polen ist lahmgelegt? Soweit ich das mitbekommen habe müssen Urteile des Verfassungsgerichts jetzt mit 2/3 Mehrheit der Richterstimmen getroffen werden. Das ist schon alles.

Mir fallen nur zwei Motive ein, um zu solch einer Einschätzung zu kommen: Dummheit oder Verlogenheit.

Im Übrigen ist auch die Sachstandsfeststellung unwahr: Von den 15 Richtern müssen 13 anwesend sein. Das heißt, dass den Nazis eine Sperrminorität von drei Richtern genügt, um Urteile des Gerichts zu verhindern.
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sünnerklaas
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Beitrag(#2037016) Verfasst am: 27.12.2015, 17:38    Titel: Antworten mit Zitat

Klaus-Peter hat folgendes geschrieben:
Johnny hat folgendes geschrieben:
Das Verfassungsgericht in Polen ist lahmgelegt? Soweit ich das mitbekommen habe müssen Urteile des Verfassungsgerichts jetzt mit 2/3 Mehrheit der Richterstimmen getroffen werden. Das ist schon alles.

Mir fallen nur zwei Motive ein, um zu solch einer Einschätzung zu kommen: Dummheit oder Verlogenheit.


Genau auf dies Haltungen und Argumentationsmuster habe ich heute morgen hinweisen wollen. Die Argumentationen stecken schon bei oberflächlicher Beschau voll von hanebüchenden Widersprüchen. Natürlich ist man "für" Volksabstimmungen - aber bitteschön nur dann, wenn das gewünschte Ergebnis dabei heraus kommt.

Zitat:
Im Übrigen ist auch die Sachstandsfeststellung unwahr: Von den 15 Richtern müssen 13 anwesend sein. Das heißt, dass den Nazis eine Sperrminorität von drei Richtern genügt, um Urteile des Gerichts zu verhindern.


Das lässt sich leicht deichseln, dass bei möglicherweise für die Regierung kritischen einstimmigen Urteilen mindestens drei Richter fehlen und somit das Gericht nicht beschlussfähig ist. Ich glaube, genau das hat Kaczynski im Hinterkopf...
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Beitrag(#2037019) Verfasst am: 27.12.2015, 17:55    Titel: Antworten mit Zitat

sünnerklaas hat folgendes geschrieben:

Natürlich ist man "für" Volksabstimmungen - aber bitteschön nur dann, wenn das gewünschte Ergebnis dabei heraus kommt.


Ist das nicht immer so? Auch die Grünen und Linken sind nur so lange für Volksabstimmungen, wie sie davon ausgehen, dass die Mehrheit des Volkes in ihrem Sinne abstimmt.

Wenn das Volk mehrheitlich nicht links abstimmt, stellen Grüne und Linke den Sinn von Volksabstimmungen in Frage und beschwören die "Gefahren", wie z.B. nach diversen Volksabstimmungen in der Schweiz zu Minaretten, Zuwanderung und so weiter.

sünnerklaas hat folgendes geschrieben:

Das lässt sich leicht deichseln, dass bei möglicherweise für die Regierung kritischen einstimmigen Urteilen mindestens drei Richter fehlen und somit das Gericht nicht beschlussfähig ist. Ich glaube, genau das hat Kaczynski im Hinterkopf...


Das gilt doch umgekehrt genauso. Wenn das Gericht mehrheitlichen eine konservative Position vertritt, können drei linke Richter die Beschlussfähigkeit des Gerichts verhindern.

Übrigens finde ich es schon komisch, wie hier so getan wird, als sei Kaczynski eine Art Diktator. Er ist nicht mal Regierungschef oder Minister. Er wurde auch früher schonmal als Regierungschef abgewählt.

Seine Partei wurde demokratisch zur stärksten Kraft gewählt und wird sich in 4 Jahren wieder dem Volk zur Wahl stellen müssen. Vielleicht geht die nächste Wahl dann wieder anders aus, wie es in Demokratien nicht unüblich ist.

Kaum ist mal ein paar Monate eine gewählte konservative Regierung im Amt, hyperventilieren die deutschen Linken, als wäre jetzt eine nationalsozialistische Machtergreifung in Polen geschehen.

Das ist schon sehr lächerlich mittlerweile.
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