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BN-800 die Lösung aller Atommüllprobleme ?

 
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Harrass
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Anmeldungsdatum: 04.10.2008
Beiträge: 164
Wohnort: Duisburg

Beitrag(#2107374) Verfasst am: 18.09.2017, 21:03    Titel: BN-800 die Lösung aller Atommüllprobleme ? Antworten mit Zitat

Von der deutschen Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt läuft seit 2 Jahren der BN-800 in Russland und liefert seit einem Jahr Strom ins Netz.

B wie Brüter Reaktor, in diesem Atomreaktor wird mit schnellen Neutronen Plutonium aus Uran 238 erbrütet und gespalten.

Im Augenblick ist die Ladung dazu ausgelegt, Plutonium aus Atomwaffen zu verheizen. Einer der wenigen Reaktoren der Welt, der das tatsächlich kann.

Das Verfahren ist etwas teurer als bei gewöhnlichen Reaktoren, weil man die Brennstäbe genau positionieren muss und Probleme mit der Neutroneneffizienz hat, aber man macht es trotzdem.
Wegen dem Müll. Der liegt ja überall rum.

Die Bundesregierung will grade 2 Milliarden für die SUCHE nach einem Restmüllager ausgeben.
Danach ist noch kein Krümel eingelagert.

Der BN-800 ist deshalb interressant, weil er den Müllberg drastisch reduzieren kann.
Wenn man mal die abgebrannten Stäbe aus AKW aufmacht, dann sehen die so aus:
(sehr gut, aber englisch): http://www.edleaver.com/Archives/2013/06/pdf/PartitionTransmutation_m_salvatores_advanced_nfc.pdf

oder so (ok, kurz, aber deutsch): https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Nuclear_fuel_composition.svg&lang=de

Von dem Brennstab sind nach 3 Jahren grade mal 5% verbraucht.
Der komplette Brennstab wird in Deutschland eingelagert, weil wir den nicht aufbereiten können/wollen. Aber das meiste ist gar kein Müll, sondern U 238. Genau das gleiche, was schon am Anfang drin war.
Der BN-800 kann im Betrieb daraus Plutonium machen. Der startet normalerweise mit einem MOX Brennstab aus ca. 25% Plutonium und nach seiner Laufzeit ist da noch etwa 22% Plutonium drin.
Verbraucht wurde im Grunde nur das U 238, das kontinuierlich zu PU gebrütet wurde und dann wieder gespalten.

Ich dachte immer: Genial, wenn da die ganze Zeit Spaltmaterial drin ist, dann kann man den ja auf 50% runterbrennen und sich die Wiederaufbereitung sparen.
Geht leider nicht, denn die Spaltstoffe sind flüssig und gasförmig. Wenn der Abbrand zu hoch ist, dann verformen sich die Brennstäbe und reissen. Gibt hässliche Flecken auf dem Reaktorboden.

Deshalb werden die Stäbe nur zu 7% verbraucht (immer noch besser als 5%) aber eben auch nicht perfekt.
Man kommt um eine Aufbereitung leider nicht herum. Aber man kann den Inhalt des Stabes fast komplett wieder in einen neuen Brennstab füllen, wenn man den tatsächlichen Müll entfernt hat.

Und das ist das Versprechen des BN-800: Man kann die Uranvorräte auf Jahrhunderte strecken und produziert dabei weniger Atommüll als in den handelsüblichen moderierten AKW.
_________________
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