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Organspende
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Würdest du dich zur Organspende bereiterklären?
Ja.
75%
 75%  [ 79 ]
Nein.
24%
 24%  [ 26 ]
keine Meinung
0%
 0%  [ 0 ]
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step
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Anmeldungsdatum: 17.07.2003
Beiträge: 20842
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Beitrag(#1525463) Verfasst am: 24.08.2010, 20:27    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
jagy hat folgendes geschrieben:
Was haltet Ihr eigentlich von der Idee, dass nur Organe bekomman kann, wer selbst auch im Todesfall Spender ist?
Ich halte nichts davon, weil ich im Ernstfall niemanden auf grausame Weise bestraft sehen will, weil er sich nicht vernünftig verhält. Ausserdem wäre das ein drastisches Beispiel für eine Strafe, die nur Vergeltung im Sinn hat.

Diese Interpretation finde ich fragwürdig. Ich würde eher sagen, hier steht im Mittelpunkt, daß man kooperative Menschen ihrerseits bevorzugt bedienen will. Der dahinterstehende Nutzen (mehr Organspender) ist auch gut benennbar.

Ich sehe aber dennoch auch Probleme, z.B. welche Sorte kooperatives Verhalten soll gelten? Nur Organe? Oder auch Ehrenämter oder Spenden? Gibt es Ausnahmen für Menschen mit nur einer Niere? Für Menschen, die ihre Niere einem Verwandten spenden möchten?
_________________
Was ist der Sinn des Lebens? - Keiner, aber Leere ist Fülle für den, der sie sieht.
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jagy
Herb Derpington III.



Anmeldungsdatum: 26.11.2006
Beiträge: 7275

Beitrag(#1525467) Verfasst am: 24.08.2010, 20:31    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
jagy hat folgendes geschrieben:
[...]Wer aber bewusst widerspricht, der muss auch mit den Konsequenzen leben.

Überleg mal.


Du andreasmöllerst mich? Billig...

edit: Ich musste das Wort für das Stilmittel erst finden: Pleonasmus.
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Zuletzt bearbeitet von jagy am 24.08.2010, 20:44, insgesamt einmal bearbeitet
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jagy
Herb Derpington III.



Anmeldungsdatum: 26.11.2006
Beiträge: 7275

Beitrag(#1525474) Verfasst am: 24.08.2010, 20:41    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:

Ich sehe aber dennoch auch Probleme, z.B. welche Sorte kooperatives Verhalten soll gelten? Nur Organe? Oder auch Ehrenämter oder Spenden? Gibt es Ausnahmen für Menschen mit nur einer Niere? Für Menschen, die ihre Niere einem Verwandten spenden möchten?


Das müsste natürlich durchdacht werden. Ich meine aber nur post-mortem-Spenden - darum gehts ja beim Organspendeausweis.

- Ausnahmen für Menschen mit nur einer Niere sind dann nicht nötig.
- Das gleiche gilt für Spenden bzgl Verwandter
- Aber Ausnahmen könnte es zB für Menschen, die auch post-mortem keine Organe spenden können (keine Ahnung warum, wegen Krankheiten zB).
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zelig
Kultürlich



Anmeldungsdatum: 31.03.2004
Beiträge: 23083

Beitrag(#1525476) Verfasst am: 24.08.2010, 20:45    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
jagy hat folgendes geschrieben:
Was haltet Ihr eigentlich von der Idee, dass nur Organe bekomman kann, wer selbst auch im Todesfall Spender ist?
Ich halte nichts davon, weil ich im Ernstfall niemanden auf grausame Weise bestraft sehen will, weil er sich nicht vernünftig verhält. Ausserdem wäre das ein drastisches Beispiel für eine Strafe, die nur Vergeltung im Sinn hat.

Diese Interpretation finde ich fragwürdig. Ich würde eher sagen, hier steht im Mittelpunkt, daß man kooperative Menschen ihrerseits bevorzugt bedienen will. Der dahinterstehende Nutzen (mehr Organspender) ist auch gut benennbar.

Ich sehe aber dennoch auch Probleme, z.B. welche Sorte kooperatives Verhalten soll gelten? Nur Organe? Oder auch Ehrenämter oder Spenden? Gibt es Ausnahmen für Menschen mit nur einer Niere? Für Menschen, die ihre Niere einem Verwandten spenden möchten?


Ich hätte das auch gerne so interpretiert wie Du. Aber die Frage lautete anders.

Ich glaube auch nicht, daß man mit diesem Verfahren zu einer größeren Anzahl von Spendern kommt, da der Pool der potentiell Beteiligten verringert wird, anstatt, wie mit der Widerspruchslösung, die ganze Bevölkerung miteinzubeziehen.
Und konkret eine Frage: Wie würdest Du die Entscheidungskriterien für den Empfänger umgewichten? Soll ein potentieller Empfänger, der auf ein Spenderherz dringender angewiesen ist, als ein anderer potentieller Empfänger, zurückgestuft werden? Das kann man auf den Einzefall bezogen nicht rechtfertigen, meine ich.
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zelig
Kultürlich



Anmeldungsdatum: 31.03.2004
Beiträge: 23083

Beitrag(#1525481) Verfasst am: 24.08.2010, 20:48    Titel: Antworten mit Zitat

jagy hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
jagy hat folgendes geschrieben:
[...]Wer aber bewusst widerspricht, der muss auch mit den Konsequenzen leben.

Überleg mal.


Du andreasmöllerst mich? Billig...

edit: Ich musste das Wort für das Stilmittel erst finden: Pleonasmus.


Das verstehe ich nicht. Ich meinte damit, daß derjenige, der auf die Spende angewiesen ist, im Ernstfall gar nicht mehr weiterleben darf. Deswegen kann er sowieso nicht mit oder ohne irgendwelche Konsequenzen leben. Mir kam Deine Bemerkung unbedacht vor.
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step
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Anmeldungsdatum: 17.07.2003
Beiträge: 20842
Wohnort: Germering

Beitrag(#1525488) Verfasst am: 24.08.2010, 20:56    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
Ich glaube auch nicht, daß man mit diesem Verfahren zu einer größeren Anzahl von Spendern kommt, da der Pool der potentiell Beteiligten verringert wird, anstatt, wie mit der Widerspruchslösung, die ganze Bevölkerung miteinzubeziehen.

Vielleicht sollte man das auch beim Zivildienst so machen zwinkern

zelig hat folgendes geschrieben:
Und konkret eine Frage: Wie würdest Du die Entscheidungskriterien für den Empfänger umgewichten? Soll ein potentieller Empfänger, der auf ein Spenderherz dringender angewiesen ist, als ein anderer potentieller Empfänger, zurückgestuft werden? Das kann man auf den Einzefall bezogen nicht rechtfertigen, meine ich.

Wie gesagt, ich finde es auch nicht unproblematisch. Nur den Vergleich mit der Vergeltung fand ich überzogen.
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zelig
Kultürlich



Anmeldungsdatum: 31.03.2004
Beiträge: 23083

Beitrag(#1525490) Verfasst am: 24.08.2010, 20:58    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
Ich glaube auch nicht, daß man mit diesem Verfahren zu einer größeren Anzahl von Spendern kommt, da der Pool der potentiell Beteiligten verringert wird, anstatt, wie mit der Widerspruchslösung, die ganze Bevölkerung miteinzubeziehen.

Vielleicht sollte man das auch beim Zivildienst so machen ;-)

zelig hat folgendes geschrieben:
Und konkret eine Frage: Wie würdest Du die Entscheidungskriterien für den Empfänger umgewichten? Soll ein potentieller Empfänger, der auf ein Spenderherz dringender angewiesen ist, als ein anderer potentieller Empfänger, zurückgestuft werden? Das kann man auf den Einzefall bezogen nicht rechtfertigen, meine ich.

Wie gesagt, ich finde es auch nicht unproblematisch. Nur den Vergleich mit der Vergeltung fand ich überzogen.


Ah, ok.
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jagy
Herb Derpington III.



Anmeldungsdatum: 26.11.2006
Beiträge: 7275

Beitrag(#1525495) Verfasst am: 24.08.2010, 21:09    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
jagy hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
jagy hat folgendes geschrieben:
[...]Wer aber bewusst widerspricht, der muss auch mit den Konsequenzen leben.

Überleg mal.


Du andreasmöllerst mich? Billig...

edit: Ich musste das Wort für das Stilmittel erst finden: Pleonasmus.


Das verstehe ich nicht. Ich meinte damit, daß derjenige, der auf die Spende angewiesen ist, im Ernstfall gar nicht mehr weiterleben darf. Deswegen kann er sowieso nicht mit oder ohne irgendwelche Konsequenzen leben. Mir kam Deine Bemerkung unbedacht vor.


Achsoo, ich dachte Du spielst abfällig darauf an, dass ein Widerspruch in der Regel immer eine bewusste Entscheidung ist (nach dem Motto: hohoho, ein Widerspruch ist doch immer bewusst).

Was ich meinte: Wer sich bei Kenntnis der Situation, dass man ohne Organspendebereitschaft selbst keine Organspende erhält, gegen eine mögliche Organspende entscheidet, der muss mit der Konsequenz leben, dass er im Fall der Fälle selbst keine Organspende erhält.

Eine Situation, in der eine Spende nötig wird, ist ja auch nicht immer eine Frage von Leben und Tod in der aktuellen Sekunde - siehe die unzähligen Menschen, die jahrelang auf Wartelisten stehen.
Zum anderen würde eine solche gesetzliche Regelung ja nicht von heute auf morgen kommen. Jeder hätte also genügend Zeit, die Sache gründlich durchzudenken und sich zu entscheiden. Kinder und Jugendliche könnte man zB von den Konsequenzen ausnehmen, Organspenden und dazugehörige Ethik könnte zB im Biologieunterricht durchgenommen werden oder meinetwegen in Reli oder Ethik oder sonstwo, wo es ansatzweise reinpasst.
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Anmeldungsdatum: 21.05.2010
Beiträge: 252

Beitrag(#1525503) Verfasst am: 24.08.2010, 21:27    Titel: Antworten mit Zitat

pera hat folgendes geschrieben:

Wäre aber dafür, dass für Leute die ihren Organspendeausweis dabeihaben, die Promillegrenze im Straßenverkehr nicht gilt. (Oft ist dann aber die Leber nicht zu gebrauchen)

Aber nur, wenn man sicherstellt, dass alle anderen Verkehrsteilnehmer auf der zu fahrenden Strecke ebenfalls ihre Organspendeausweise dabei haben (außerdem sind, je nach Schwere eines möglichen Unfalls, oft mehrere Organe nicht mehr zu gebrauchen). freakteach
Zur Frage von jagy: wenn Interesse besteht, könnte man über eine Regelung diskutieren, die Organspender als Empfänger bevorzugt. Nichtspender generell als Empfänger auszuschließen halte ich nicht für sinnvoll.
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Marcellinus
Outsider



Anmeldungsdatum: 27.05.2009
Beiträge: 6232

Beitrag(#1525517) Verfasst am: 24.08.2010, 21:44    Titel: Antworten mit Zitat

(none) hat folgendes geschrieben:

Zur Frage von jagy: wenn Interesse besteht, könnte man über eine Regelung diskutieren, die Organspender als Empfänger bevorzugt. Nichtspender generell als Empfänger auszuschließen halte ich nicht für sinnvoll.

Man könnte natürlich für ein Opt-out-Verfahren plädieren, wo bei jedem, der sich nicht ausdrücklich dagegen ausspricht, die Zustimmung zur Organspende unterstellt wird. Und wer dann seine Organe nicht spenden will, der hat dann doch offenbar grundsätzlich etwas gegen Organspende und wird einverstanden sein, selbst auch keine zu bekommen. Ich sage nicht, daß ich es so haben möchte, aber konsequent wäre es, und es würde klarmachen, daß es hier um Leben und Tod geht, und nicht um ein Spiel, bei dem sich jeder seine eigene Regeln macht.
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"Mangel an historischem Sinn ist der Erbfehler aller Philosophen ... Alles aber ist geworden;
es gibt keine ewigen Tatsachen: sowie es keine absoluten Wahrheiten gibt."

Friedrich Nietzsche
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Rasmus
entartet und notorisch gottlos - Ich bin Papst



Anmeldungsdatum: 20.05.2004
Beiträge: 17559

Beitrag(#1525576) Verfasst am: 24.08.2010, 23:40    Titel: Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
(none) hat folgendes geschrieben:

Zur Frage von jagy: wenn Interesse besteht, könnte man über eine Regelung diskutieren, die Organspender als Empfänger bevorzugt. Nichtspender generell als Empfänger auszuschließen halte ich nicht für sinnvoll.

Man könnte natürlich für ein Opt-out-Verfahren plädieren, wo bei jedem, der sich nicht ausdrücklich dagegen ausspricht, die Zustimmung zur Organspende unterstellt wird. Und wer dann seine Organe nicht spenden will, der hat dann doch offenbar grundsätzlich etwas gegen Organspende


Ich halte das nicht für eine zwingende Schlussfolgerung - um es mal vorsichtig zu formulieren.

Ich würde Dir jetzt keine tausend Euro schenken, habe aber weder was grundsätzliches gegen Geldgeschenke noch würde ich mich sonderlich wehren, wenn du mir Geld geben wollen würdest.

Ich bin auch kein Zahnarzt, freue mich aber gelegentlich durchaus auch, dass es welche gibt, von denen ich mich behandeln lassen kann ...

Zitat:
und wird einverstanden sein, selbst auch keine zu bekommen.


Das folgt ebenso wenig. Bist du bei der freiwilligen Feuerwehr? Wäre es okay, wenn im Ernstfall keiner zu Dir löschen kommt?

Zitat:
Ich sage nicht, daß ich es so haben möchte, aber konsequent wäre es, und es würde klarmachen, daß es hier um Leben und Tod geht, und nicht um ein Spiel, bei dem sich jeder seine eigene Regeln macht.


Ich bin immer noch sehr für eine Opt-Out-Variante und bin nach wie vor unsicher, ob man überhaupt so weit gehen muss.

Trotzdem halte ich eine solche Auge-um-Auge-Regelung für falsch und Deine Argumentation nicht für schlüssig.
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wolle
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Anmeldungsdatum: 23.03.2015
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Beitrag(#2125087) Verfasst am: 14.02.2018, 23:11    Titel: Antworten mit Zitat

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/niederlande-volljaehrige-werden-automatisch-als-organspender-registriert-a-1193388.html schrieb:
Zitat:
Niederlande
Jeder Volljährige wird automatisch Organspender

Diese Lösung finde ich richtig, es sollte in Deutschland ebenso übernommen werden.
Man muss der Spende explizit widersprechen,wenn man nicht teilnehmen will.

Anmerkung: Ich bin Organspender.
_________________
72. Generalversammlung der Vereinten Nationen, Presse-Mitteilung
http://www.un.org/en/ga/72/presskit/pdf/full_kit72_en.pdf
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sehr gut
im Hamsterrad



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Beiträge: 10886

Beitrag(#2125092) Verfasst am: 14.02.2018, 23:36    Titel: Antworten mit Zitat

wolle hat folgendes geschrieben:
Man muss der Spende explizit widersprechen,wenn man nicht teilnehmen will.

Man muss der Leichenfledderei explizit widersprechen, wenn man nicht teilnehmen will.




(mir geht es hier um einen positiv besetzten wertenden Begriff, der wesentlich gekürzt wurde(Organ... fehlt). Was jemand als "Spende" betrachtet das soll jeder selbst bestimmen, wer von 'Organspende' redet soll diesen Begriff auch nutzen, Zustimmung zur Organentnahme wär passender - hört sich aber nicht so gut an und würde wohl die Akzeptanz dieser Handlung schlechter hinstellen).
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vrolijke
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Beitrag(#2125093) Verfasst am: 14.02.2018, 23:44    Titel: Antworten mit Zitat

wolle hat folgendes geschrieben:
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/niederlande-volljaehrige-werden-automatisch-als-organspender-registriert-a-1193388.html schrieb:
Zitat:
Niederlande
Jeder Volljährige wird automatisch Organspender

Diese Lösung finde ich richtig, es sollte in Deutschland ebenso übernommen werden.
Man muss der Spende explizit widersprechen,wenn man nicht teilnehmen will.

Anmerkung: Ich bin Organspender.


So ist es. Wer nicht will, kann widersprechen.
Ich bin auch Organspender. Ich denke, bei mir wird nicht viel mehr zu holen sein.
Körperspender und Organspender schließt sich nicht aus.
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Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
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wolle
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Beiträge: 2378

Beitrag(#2125096) Verfasst am: 15.02.2018, 00:48    Titel: Antworten mit Zitat

sehr gut hat folgendes geschrieben:
wolle hat folgendes geschrieben:
Man muss der Spende explizit widersprechen,wenn man nicht teilnehmen will.

Man muss der Leichenfledderei explizit widersprechen, wenn man nicht teilnehmen will.


(mir geht es hier um einen positiv besetzten wertenden Begriff, der wesentlich gekürzt wurde(Organ... fehlt). Was jemand als "Spende" betrachtet das soll jeder selbst bestimmen, wer von 'Organspende' redet soll diesen Begriff auch nutzen, Zustimmung zur Organentnahme wär passender - hört sich aber nicht so gut an und würde wohl die Akzeptanz dieser Handlung schlechter hinstellen).


Mit einer "Zustimmung zur Organentnahme" habe ich genauso wenig Probleme wie mit der Organspende.
Leichenfledderei ist allgemeiner gefasst, veraltet als Diebstahl von Eigentum des Toten.
Also nicht zutreffend, wenn ich meine Organe spende, statt verfaulen oder verbrennen zu lassen.
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narr
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Anmeldungsdatum: 02.01.2009
Beiträge: 662

Beitrag(#2155829) Verfasst am: 28.10.2018, 21:53    Titel: Antworten mit Zitat

Jesus für Organspende Christen empören sich Lachen
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Zumsel
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Anmeldungsdatum: 08.03.2005
Beiträge: 3457

Beitrag(#2155844) Verfasst am: 29.10.2018, 09:18    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
Ich sehe aber dennoch auch Probleme, z.B. welche Sorte kooperatives Verhalten soll gelten? Nur Organe? Oder auch Ehrenämter oder Spenden?


Und spätestens da wird's dann gruselig. Ein Wettbewerb darum, wer die meisten Gutmenschenpunkte im Leben gesammelt hat? Ganz schlechte Idee.
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Lebensnebel
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Anmeldungsdatum: 06.02.2016
Beiträge: 1871

Beitrag(#2155856) Verfasst am: 29.10.2018, 13:36    Titel: Antworten mit Zitat

Zumsel hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
Ich sehe aber dennoch auch Probleme, z.B. welche Sorte kooperatives Verhalten soll gelten? Nur Organe? Oder auch Ehrenämter oder Spenden?


Und spätestens da wird's dann gruselig. Ein Wettbewerb darum, wer die meisten Gutmenschenpunkte im Leben gesammelt hat? Ganz schlechte Idee.


China ist schon nahe dran an dieser Variante.
https://www.heise.de/newsticker/meldung/China-schafft-digitales-Punktesystem-fuer-den-besseren-Menschen-3983746.html
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step
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Anmeldungsdatum: 17.07.2003
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Wohnort: Germering

Beitrag(#2155858) Verfasst am: 29.10.2018, 15:24    Titel: Antworten mit Zitat

Zumsel hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
Ich sehe aber dennoch auch Probleme, z.B. welche Sorte kooperatives Verhalten soll gelten? Nur Organe? Oder auch Ehrenämter oder Spenden?
Und spätestens da wird's dann gruselig. Ein Wettbewerb darum, wer die meisten Gutmenschenpunkte im Leben gesammelt hat? Ganz schlechte Idee.

So natürlich nicht - schon gar nicht mit dem heuchlerisch konnotierten Begriff "Gutmensch".

Aber fairerweise sollte man anmerken, daß auch sonst Einiges in unserer Kultur auf der Vergeltung oder Gegenseitigkeit von gemeinnützlichem/-schädlichem Verhalten basiert, da Altruismus sonst zu häufig ausgenutzt würde. Das geht so weit, daß einige Religionen es sogar mit virtuellem Paradies und Höllenqualen vergelten. Gut, jetzt kann man einwenden, daß p.d. genügend Höllenqualen für alle da sind, aber nicht genügend Organe. Und ganz säkular: bei schädigenden Verhaltensweisen, etwa Verbrechen oder Verstößen, wird bestraft, obwohl sich ja auch da die Ansicht des Menschen später ändern könnte.

Zudem wird auch beim Kriterium "paßt am besten" schon heute keine rein bedürfnisorientierte Wertentscheidung getroffen, sondern z.B. daß es bei einem bestimmten Gesundheitszustand nicht mehr lohnt oder eben daß es am besten paßt, also eine nutzenorientierte. Ähnlich wie in anderen Triage-Situationen auch.
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Zumsel
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Beiträge: 3457

Beitrag(#2156320) Verfasst am: 03.11.2018, 16:59    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
Zumsel hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
Ich sehe aber dennoch auch Probleme, z.B. welche Sorte kooperatives Verhalten soll gelten? Nur Organe? Oder auch Ehrenämter oder Spenden?
Und spätestens da wird's dann gruselig. Ein Wettbewerb darum, wer die meisten Gutmenschenpunkte im Leben gesammelt hat? Ganz schlechte Idee.

So natürlich nicht - schon gar nicht mit dem heuchlerisch konnotierten Begriff "Gutmensch".


In dem Fall wäre der Begriff aber wirklich mal passend, weil der "Gute" hier für seine Gutheit etwas einfordert; er als guter und moralisch höherstehender Mensch habe es doch gottverdammtnochmal verdient auch als der wertvollere Mensch betrachtet zu werden. Das entspricht ja tatsächlich genau dem Selbstgerechtigkeitsvorwurf, der mit dem Begriff "Gutmensch" i.d.R. verbunden ist.

step hat folgendes geschrieben:
Aber fairerweise sollte man anmerken, daß auch sonst Einiges in unserer Kultur auf der Vergeltung oder Gegenseitigkeit von gemeinnützlichem/-schädlichem Verhalten basiert, da Altruismus sonst zu häufig ausgenutzt würde. Das geht so weit, daß einige Religionen es sogar mit virtuellem Paradies und Höllenqualen vergelten. Gut, jetzt kann man einwenden, daß p.d. genügend Höllenqualen für alle da sind, aber nicht genügend Organe. Und ganz säkular: bei schädigenden Verhaltensweisen, etwa Verbrechen oder Verstößen, wird bestraft, obwohl sich ja auch da die Ansicht des Menschen später ändern könnte.

Zudem wird auch beim Kriterium "paßt am besten" schon heute keine rein bedürfnisorientierte Wertentscheidung getroffen, sondern z.B. daß es bei einem bestimmten Gesundheitszustand nicht mehr lohnt oder eben daß es am besten paßt, also eine nutzenorientierte. Ähnlich wie in anderen Triage-Situationen auch.


Alles richtig, m.E. aber kein Grund, aus dem Leben gleich einen Moralismuswettbewerb mit daraus resultierenden Privilegien zu machen.
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step
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Beitrag(#2156372) Verfasst am: 04.11.2018, 11:03    Titel: Antworten mit Zitat

Zumsel hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
So natürlich nicht - schon gar nicht mit dem heuchlerisch konnotierten Begriff "Gutmensch".
In dem Fall wäre der Begriff aber wirklich mal passend, weil der "Gute" hier für seine Gutheit etwas einfordert; er als guter und moralisch höherstehender Mensch habe es doch gottverdammtnochmal verdient auch als der wertvollere Mensch betrachtet zu werden. Das entspricht ja tatsächlich genau dem Selbstgerechtigkeitsvorwurf, der mit dem Begriff "Gutmensch" i.d.R. verbunden ist. ... kein Grund, aus dem Leben gleich einen Moralismuswettbewerb mit daraus resultierenden Privilegien zu machen.

In diesem Fall würde der "Gutmensch" aber eben nicht nur eine moralische Haltung vor sich hertragen, sondern eine konkrete Leistung für die Gemeinschaft, nämlich seine Organe. Man könnte es sogar so sehen, daß der Befürworter einer solchen Lösung überhaupt keine moralische Höherstellung anstrebt, sondern nur einen fairen Handel. Dann kann er sich immerhin aussuchen, ob er als heuchlerischer Gutmensch oder als seelenloser Ökonomist verunglimpft wird.

Eine damit zusammenhängende Frage ist auch, inwieweit ich Verfügungsrecht über meine Organe haben sollte. So könnte ich entscheiden, einem geliebten Menschen zu Lebzeiten eine Niere oder Knochenmark zu spenden, nicht aber generell lebend eine Niere abzugeben für einen anonymen Empfänger. Das hätte für mich nichts primär Moralisches, sondern eher den Charakter einer Lösung mit Gewinn auch für mich - ohne daß das notwendig für Andere ebenso wäre.
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Zumsel
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Beitrag(#2156381) Verfasst am: 04.11.2018, 14:24    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
Zumsel hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
So natürlich nicht - schon gar nicht mit dem heuchlerisch konnotierten Begriff "Gutmensch".
In dem Fall wäre der Begriff aber wirklich mal passend, weil der "Gute" hier für seine Gutheit etwas einfordert; er als guter und moralisch höherstehender Mensch habe es doch gottverdammtnochmal verdient auch als der wertvollere Mensch betrachtet zu werden. Das entspricht ja tatsächlich genau dem Selbstgerechtigkeitsvorwurf, der mit dem Begriff "Gutmensch" i.d.R. verbunden ist. ... kein Grund, aus dem Leben gleich einen Moralismuswettbewerb mit daraus resultierenden Privilegien zu machen.

In diesem Fall würde der "Gutmensch" aber eben nicht nur eine moralische Haltung vor sich hertragen, sondern eine konkrete Leistung für die Gemeinschaft, nämlich seine Organe. Man könnte es sogar so sehen, daß der Befürworter einer solchen Lösung überhaupt keine moralische Höherstellung anstrebt, sondern nur einen fairen Handel. Dann kann er sich immerhin aussuchen, ob er als heuchlerischer Gutmensch oder als seelenloser Ökonomist verunglimpft wird.


Ja, also wenn du das wieder auf eine Art Organdeal beschränkst ("biete meine an, bekomme dafür als erster welche, wenn's ansteht") kann man das so sehen, Aber ich dachte, in die Berechnung sollte ganz allgemein "kooperatives Verhalten" eingehen, das dann an sowas wie ehrenamtlichem Engagement und Spendebereitschaft festgemacht wird. Das war doch gerade der Punkt.
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Beitrag(#2156405) Verfasst am: 04.11.2018, 19:19    Titel: Antworten mit Zitat

Zumsel hat folgendes geschrieben:
Ja, also wenn du das wieder auf eine Art Organdeal beschränkst ("biete meine an, bekomme dafür als erster welche, wenn's ansteht") kann man das so sehen, Aber ich dachte, in die Berechnung sollte ganz allgemein "kooperatives Verhalten" eingehen, das dann an sowas wie ehrenamtlichem Engagement und Spendebereitschaft festgemacht wird. Das war doch gerade der Punkt.

OK. Ja, da hatte ich ja selbst schon Bedenken geäußert - wenn es so rein symbolisch wird ...
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