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Das Jahr 1968 für die Bundesrepublik Deutschland
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AdvocatusDiaboli
gehört zum geistigen Lumpenproletariat



Anmeldungsdatum: 12.08.2003
Beiträge: 23012
Wohnort: München

Beitrag(#2134408) Verfasst am: 13.05.2018, 10:10    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
...
Heute sehen wir, dass die BRDDR aufrüstet wie noch nie, sich wieder kriegsfähig macht gegen Russland ....

Jo. Und ganz schön weit ist sie dabei auch schon gekommen: Zwei flugfähige Kampfjets hat sie schon.


Lachen
_________________
Was dem Ockham sein Rasiermesser, ist dem Addi sein Hackebeil.
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Grey
You will find only what you bring in.



Anmeldungsdatum: 07.03.2018
Beiträge: 1208
Wohnort: Raccoon City

Beitrag(#2134769) Verfasst am: 16.05.2018, 10:10    Titel: Antworten mit Zitat

unquest hat folgendes geschrieben:
Rückgriff auf die Pariser Kommune... Herrschaft der Produzenten über ihre Produktionsbedingungen... Gröhl...


Was gibt es da zu lachen? Am Kopf kratzen
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Train yourself to let go of everything you fear to lose.
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unquest
Enteignet Augstein!



Anmeldungsdatum: 10.10.2010
Beiträge: 3202
Wohnort: 2311 N. Los Robles Avenue in Pasadena

Beitrag(#2136983) Verfasst am: 01.06.2018, 13:01    Titel: Antworten mit Zitat

Heute erschienen: Die blinden Flecken der 68er Bewegung von Wolfgang Kraushaar.
Habe bisher nur das Vorwort gelesen und bin immer wieder überrascht wie viele Protagonisten (hier gerade erwähnt Mahler, Maschke, Oberlercher) vom linken zum rechten Kampf wechselten. Schaut man sich noch Rabehl und Böckelmann an kann man sicherlich nicht von Einzelfällen sprechen.

Einen größeren blinden Fleck hat er schon 2013 in dem Buch "Wann endlich beginnt bei Euch der Kampf gegen die heilige Kuh Israel?: München 1970: über die antisemitischen Wurzeln des deutschen Terrorismus " beackert. Fand ich etwas anstrengend zu lesen, da sehr detailverliebt geschrieben.
_________________
Dazed and confused - trying to continue (Redhat)
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Zumsel
registrierter User



Anmeldungsdatum: 08.03.2005
Beiträge: 3492

Beitrag(#2137050) Verfasst am: 02.06.2018, 09:33    Titel: Antworten mit Zitat

unquest hat folgendes geschrieben:
Einen größeren blinden Fleck hat er schon 2013 in dem Buch "Wann endlich beginnt bei Euch der Kampf gegen die heilige Kuh Israel?: München 1970: über die antisemitischen Wurzeln des deutschen Terrorismus " beackert. Fand ich etwas anstrengend zu lesen, da sehr detailverliebt geschrieben.


So wirklich blind ist dieser Fleck jetzt aber nicht. Es gab ja sogar schon damals linke Intellektuelle, die einen Teil der Studentenbewegung aus genau diesem Grund ablehnten. Und das Thema "Antisemitismus bei Linken" wird in entsprechenden Kreisen schon sehr lange kontrovers diskutiert.
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Samson83
Gegenaufgeklärt



Anmeldungsdatum: 18.01.2013
Beiträge: 5529

Beitrag(#2137066) Verfasst am: 02.06.2018, 11:45    Titel: Antworten mit Zitat

Kann mir jemand erklären wieso die Sympathie der „68er“ mit östlichen Tyrannen ein mindestens ebenso blinder Fleck war?
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"Als User hier muss man in der Lage sein, sich auf Bewertung der Beiträge zu beschränken, und Beleidigungen der Person zu unterlassen!" Astarte
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Samson83
Gegenaufgeklärt



Anmeldungsdatum: 18.01.2013
Beiträge: 5529

Beitrag(#2137069) Verfasst am: 02.06.2018, 11:49    Titel: Antworten mit Zitat

Kann mir jemand erklären wieso die Sympathie der „68er“ mit östlichen Tyrannen ein mindestens ebenso blinder Fleck war?
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Skeptiker
linksunten



Anmeldungsdatum: 14.01.2005
Beiträge: 13882
Wohnort: 129 Goosebumpsville

Beitrag(#2137074) Verfasst am: 02.06.2018, 12:20    Titel: Antworten mit Zitat

Samson83 hat folgendes geschrieben:
Kann mir jemand erklären wieso die Sympathie der „68er“ mit östlichen Tyrannen ein mindestens ebenso blinder Fleck war?


Gegenaufgeklärten kann man nichts mehr erklären. Es ist vorbei mit Erklären bei solchen.
_________________
°
"Ich verwarne Ihnen!" (Schiri)
"Ich danke Sie" (Willi Lippens)

Keinem einzigen dieser Professoren, die auf Spezialgebieten der Chemie, der Geschichte, der Physik die wertvollsten Arbeiten liefern können, darf man auch nur ein einziges Wort glauben, sobald er auf Philosophie zu sprechen kommt. (Mark Twain)
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Kramer
postvisuell



Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 28771

Beitrag(#2137078) Verfasst am: 02.06.2018, 12:29    Titel: Antworten mit Zitat

Samson83 hat folgendes geschrieben:
Kann mir jemand erklären wieso die Sympathie der „68er“ mit östlichen Tyrannen ein mindestens ebenso blinder Fleck war?


Nein, das geht nicht. Das Sympathisieren mit dubiosen Gestalten ist Dir doch völlig wesensfremd, das kannst Du nicht nachvollziehen.
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vrolijke
Bekennender Pantheist
Moderator



Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 34784
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2137085) Verfasst am: 02.06.2018, 13:20    Titel: Antworten mit Zitat

Samson83 hat folgendes geschrieben:
Kann mir jemand erklären wieso die Sympathie der „68er“ mit östlichen Tyrannen ein mindestens ebenso blinder Fleck war?

Die vermeintliche Sympathie.
Jeden der damals protestierte, wurde von den Konservativen empfohlen: "geh doch nach drüben, wenns Dir hier nicht passt".
Ich kenne niemand aus meinem Umfeld der irgend eine Sympathie für einen "östlichen Tyrann" hatte.

Das wäre so, alsob ich zu Dir sagen würde: "geh doch in die USA, wenns Dir hier nicht passt".
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Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
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Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

Grenzen geben einem die Illusion, das Böse kommt von draußen
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zelig
Kultürlich



Anmeldungsdatum: 31.03.2004
Beiträge: 23154

Beitrag(#2159589) Verfasst am: 13.12.2018, 14:09    Titel: Re: Aufstand in Frankreich Antworten mit Zitat

Aus Aufstand in Frankreich hierher verschoben. vrolijke

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Lebensnebel hat folgendes geschrieben:
Alchemist hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Quéribus hat folgendes geschrieben:

Soso, meine "Abwertung der Protestierenden wirkt extrem abgehoben." :P
Junge, ich hab die in voller Lebensgrösse und in Aktion gesehen, das ist nicht abgehoben, das ist Wirklichkeit. :?

Da war so ein jolendes Grüppchen hupend und gelbe Westen-schwingend dabei, einen Stau zu provozieren. Einer hing halb ausm Autofenster und hat das per handy gefilmt, zweck Dokumentation (Wichtigmachen) für die social networks. Ganz allgemein sahen die weniger nach besorgten Rentnern/Arbeitnehmern aus, sondern eher nach dem, was hier so unter der Bezeichnung "cassos" (nein, nicht 'casseur', das ist wieder was anderes) firmiert... :evil:


Du meinst "Asis" (Asoziale). Aber "extrem abgehoben" bist du selbst verständlich nicht, denn:


Was gibt es da denn zu beschönigen? Sachbeschädigungen von privatem und staatlichem Eigentum...
Natürlich sind das Asoziale


Wie die 68er.

Ist mir neu, dass die "68er" Auto angezündet haben sollten.


Klassisches AFD-Sprech. Im Grunde geht es um ein revisionistisches Weltbild, das sich in Opposition zu den 68ern verankert - jene Jahrgänge also, die sich im Streit mit der verbrecherischen Nazi-Generation befanden. Und da sind wir bei Höcke, Gauland und Meuthen mit seinem unsäglichem "Linksgrünversifft". Für den Nationalstolz taugen die 68er nämlich nicht.

@fwo Daß Du Dir nicht zu schade bist, die 68er mit der RAF gleichzusetzen, wundert mich auch nicht mehr.
_________________
What game shall we play today?
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Lebensnebel
Sozial-Zombie



Anmeldungsdatum: 06.02.2016
Beiträge: 1951

Beitrag(#2159590) Verfasst am: 13.12.2018, 14:15    Titel: Re: Aufstand in Frankreich Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Lebensnebel hat folgendes geschrieben:
Alchemist hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Quéribus hat folgendes geschrieben:

Soso, meine "Abwertung der Protestierenden wirkt extrem abgehoben." Auf den Arm nehmen
Junge, ich hab die in voller Lebensgrösse und in Aktion gesehen, das ist nicht abgehoben, das ist Wirklichkeit. skeptisch

Da war so ein jolendes Grüppchen hupend und gelbe Westen-schwingend dabei, einen Stau zu provozieren. Einer hing halb ausm Autofenster und hat das per handy gefilmt, zweck Dokumentation (Wichtigmachen) für die social networks. Ganz allgemein sahen die weniger nach besorgten Rentnern/Arbeitnehmern aus, sondern eher nach dem, was hier so unter der Bezeichnung "cassos" (nein, nicht 'casseur', das ist wieder was anderes) firmiert... Böse


Du meinst "Asis" (Asoziale). Aber "extrem abgehoben" bist du selbst verständlich nicht, denn:


Was gibt es da denn zu beschönigen? Sachbeschädigungen von privatem und staatlichem Eigentum...
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Wie die 68er.

Ist mir neu, dass die "68er" Auto angezündet haben sollten.


Klassisches AFD-Sprech. Im Grunde geht es um ein revisionistisches Weltbild, das sich in Opposition zu den 68ern verankert - jene Jahrgänge also, die sich im Streit mit der verbrecherischen Nazi-Generation befanden. Und da sind wir bei Höcke, Gauland und Meuthen mit seinem unsäglichem "Linksgrünversifft". Für den Nationalstolz taugen die 68er nämlich nicht.

@fwo Daß Du Dir nicht zu schade bist, die 68er mit der RAF gleichzusetzen, wundert mich auch nicht mehr.


Pillepalle
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Samson83
Gegenaufgeklärt



Anmeldungsdatum: 18.01.2013
Beiträge: 5529

Beitrag(#2159593) Verfasst am: 13.12.2018, 14:21    Titel: Re: Aufstand in Frankreich Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Lebensnebel hat folgendes geschrieben:
Alchemist hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Quéribus hat folgendes geschrieben:

Soso, meine "Abwertung der Protestierenden wirkt extrem abgehoben." Auf den Arm nehmen
Junge, ich hab die in voller Lebensgrösse und in Aktion gesehen, das ist nicht abgehoben, das ist Wirklichkeit. skeptisch

Da war so ein jolendes Grüppchen hupend und gelbe Westen-schwingend dabei, einen Stau zu provozieren. Einer hing halb ausm Autofenster und hat das per handy gefilmt, zweck Dokumentation (Wichtigmachen) für die social networks. Ganz allgemein sahen die weniger nach besorgten Rentnern/Arbeitnehmern aus, sondern eher nach dem, was hier so unter der Bezeichnung "cassos" (nein, nicht 'casseur', das ist wieder was anderes) firmiert... Böse


Du meinst "Asis" (Asoziale). Aber "extrem abgehoben" bist du selbst verständlich nicht, denn:


Was gibt es da denn zu beschönigen? Sachbeschädigungen von privatem und staatlichem Eigentum...
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Wie die 68er.

Ist mir neu, dass die "68er" Auto angezündet haben sollten.


Klassisches AFD-Sprech. Im Grunde geht es um ein revisionistisches Weltbild, das sich in Opposition zu den 68ern verankert - jene Jahrgänge also, die sich im Streit mit der verbrecherischen Nazi-Generation befanden. Und da sind wir bei Höcke, Gauland und Meuthen mit seinem unsäglichem "Linksgrünversifft". Für den Nationalstolz taugen die 68er nämlich nicht.

@fwo Daß Du Dir nicht zu schade bist, die 68er mit der RAF gleichzusetzen, wundert mich auch nicht mehr.
jene Jahrgänge , die östliche Despoten glorifizierten und Gepöbelt anstatt Argumenten etabliert haben. Die wesentliche Auseinandersetzung geschah durch deren Eltern, siehe zB Ausschwitzprozesse. Du kultivierst einen Mythos.
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fwo
leider wieder manchmal da



Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 21997
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2159596) Verfasst am: 13.12.2018, 15:12    Titel: Re: Aufstand in Frankreich Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
...
@fwo Daß Du Dir nicht zu schade bist, die 68er mit der RAF gleichzusetzen, wundert mich auch nicht mehr.

Frage Frage Frage
Dass es bei Dir mit dem Lesen aussetzt, wenn Du bestimmte Stichwörter siehst, hatten wir schon öfter, Du hast mir bei so einer Gelegenheit sogar schon mal das exakte Gegenteil dessen vorgeworfen, was ich geschrieben hatte.

Deshalb wundert m ich auch nichts mehr und ich wiederhole meinen Post einfach:
fwo hat folgendes geschrieben:
...
Wenn Du es so wörtlich nimmst, ist das richtig. Auf der anderen Seite ist die RAF eindeutig eine Abspaltung der "68er" ....
Da ich gerade das Privileg hatte, einen autobiografischen Roman aus dieser Zeit gegenzulesen, sind viele Erinnerungen hochgekommen. Eine ist z.B. die Schwierigkeit, die ein erheblicher Anteil der Linken längere Zeit hatte, sich von der Gewalt der RAF zu distanzieren. Zu dieser Diskussion gehörte auch das feinsinnige Wort von der Gewalt gegen Sachen. Das sollte erlaubt sein.
...


Lies es mal in Ruhe. (Das Das am Anfang des letzten Satzes sollte allerdings besser ein Die sein.)

Ganz abgesehen davon zähle ich mich selbst zwar zeitlich nur am Rande, aber noch zu den 68ern, wenn ich uns auch weniger aktiv sehe als Du es anscheinend tust, sondern uns mehr als Symptom des Kulturbruches betrachte, der durch den Nationalsozialismus und den WKII hervorgerufen wurde. Die die rebellierten, konnten rebellieren, weil ihre Eltern durch den erlebten Schrecken vor sich selbst in der Weitergabe ihrer Kultur zögerlich geworden waren.

Das berühmte 68er-Bashing halte ich für sachlich daneben, seit ich es das erste Mal gehört habe, und Du musst das hier im Forum auch schon oft genug gelesen haben, sooft wie wir uns bei diesem Thema schon begegnet sind. Da scheinst Du sehr vergesslich zu sein.

Dass ich die 68er mit der RAF gleichsetze behalte Dir also bitte für den Moment vor, in dem ich anfange, mich selbst als RAF-Angehöriger zu outen. zwinkern
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Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

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Es gibt keinen Gott. Also: Jesus war nur ein Bankert und alle Propheten hatten einfach einen an der Waffel.
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DonMartin
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Anmeldungsdatum: 13.08.2013
Beiträge: 4923

Beitrag(#2159637) Verfasst am: 13.12.2018, 21:22    Titel: Re: Aufstand in Frankreich Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:

Klassisches AFD-Sprech. Im Grunde geht es um ein revisionistisches Weltbild, das sich in Opposition zu den 68ern verankert - jene Jahrgänge also, die sich im Streit mit der verbrecherischen Nazi-Generation befanden.

1968 waren Nazis und WKII schon abgehakt (der letzte Auschwitzprozess gegen ein paar minderwichtige Delinquenten ging grade 1968 zu Ende).
Die 68er standen in Opposition zur damaligen Springerpresse (gegen die die heutige Blödzeitung gradezu "linksversifft" ist) und natürlich zum Vietnamkrieg.
Irgendwie erstaunlich, dass insbesondere letzteres immer wieder vergessen wird.
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DonMartin
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Anmeldungsdatum: 13.08.2013
Beiträge: 4923

Beitrag(#2159638) Verfasst am: 13.12.2018, 21:27    Titel: Re: Aufstand in Frankreich Antworten mit Zitat

Samson83 hat folgendes geschrieben:
jene Jahrgänge , die östliche Despoten glorifizierten und Gepöbelt anstatt Argumenten etabliert haben.

Wenn man damals das Establishment ärgern wollte, dann liess man eben Mao oder Ho-Tschi-Minh hochleben.
Wenn man heute das Establishment ärgern will, dann klatscht man Trump Beifall.
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fwo
leider wieder manchmal da



Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 21997
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2159641) Verfasst am: 13.12.2018, 21:46    Titel: Re: Aufstand in Frankreich Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
Samson83 hat folgendes geschrieben:
jene Jahrgänge , die östliche Despoten glorifizierten und Gepöbelt anstatt Argumenten etabliert haben.

Wenn man damals das Establishment ärgern wollte, dann liess man eben Mao oder Ho-Tschi-Minh hochleben.
Wenn man heute das Establishment ärgern will, dann klatscht man Trump Beifall.

Mir scheint, das solltet ihr euch mal beide näher mit beschäftigen.

Bei den 68er ging es um den Beginn einer Neuerfindung unserer demokratischen Kultur, mit der wir lange noch nicht fertig sind, bei Trump geht es um die Nutzung der Macht zum Vorteil einiger weniger unter der Zurhilfenahme sogenannter alternativer Wahrheiten.

Wer Trump applaudiert, gehört zu den wenigen, die von ihm profitieren oder macht sich Hoffnung darauf, oder er ist zu doof, den Sinn dieser alternativen Wahrheiten zu erkennen, oder er hat einen Hang zu einer sehr schwarzen Realsatire.
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Samson83
Gegenaufgeklärt



Anmeldungsdatum: 18.01.2013
Beiträge: 5529

Beitrag(#2159647) Verfasst am: 13.12.2018, 22:20    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin der Ansicht, dass diese „Neuerfindung“ vor allem nachteilig war. Isso.
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Alchemist
Luminous beings are we, not this crude matter.



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Wohnort: Hamburg

Beitrag(#2159679) Verfasst am: 14.12.2018, 01:32    Titel: Re: Aufstand in Frankreich Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:

Klassisches AFD-Sprech. Im Grunde geht es um ein revisionistisches Weltbild, das sich in Opposition zu den 68ern verankert - jene Jahrgänge also, die sich im Streit mit der verbrecherischen Nazi-Generation befanden.

1968 waren Nazis und WKII schon abgehakt (der letzte Auschwitzprozess gegen ein paar minderwichtige Delinquenten ging grade 1968 zu Ende).


Ach ja, die Nazis Zäsur 1968 kann man ja überall nachlesen. Einige hier erinnern sich bestimmt noch:
1968 war die Nazizeit kmplett aufgearbeitet. Altnazis gab es nicht mehr in Politik und Wirtschaft, Nazisverbrechen waren aufgeklärt und die Täter allesamt verurteilt.
Neonazis sind auch schließlich eine Erfindung der 90er...noc

In welcher Parallelwelt lebst du eigentlich? Pillepalle
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Alchemist
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Anmeldungsdatum: 03.08.2004
Beiträge: 21383
Wohnort: Hamburg

Beitrag(#2159680) Verfasst am: 14.12.2018, 01:33    Titel: Antworten mit Zitat

Samson83 hat folgendes geschrieben:
Ich bin der Ansicht, dass diese „Neuerfindung“ vor allem nachteilig war. Isso.


Das heißt leider nichts mehr. Früher vielleicht vor vielen Jahren, aber nicht mehr heute
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 38856
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2159682) Verfasst am: 14.12.2018, 01:45    Titel: Antworten mit Zitat

Samson83 hat folgendes geschrieben:
Ich bin der Ansicht, dass diese „Neuerfindung“ vor allem nachteilig war. Isso.



Vielleicht nicht ideal, aber im Vergleich zum vorherigen Status Quo eine deutliche Verbesserung.
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fwo
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Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 21997
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2159685) Verfasst am: 14.12.2018, 02:21    Titel: Antworten mit Zitat

Samson83 hat folgendes geschrieben:
Ich bin der Ansicht, dass diese „Neuerfindung“ vor allem nachteilig war. Isso.

Jo. Isso, dass Du dieser Meinung bist. Glaubich sofort.

Das dumme an diesem Glauben ist nur, dass diese Neuerfindung nötig war, weil unsere Kultur sich als Scheiße rausgestellt hatte. Und zwar an ihren eigenen Maßstäben gemessen: Sieh Dir die christlichen Ideale an, die angeblich die Basis abendländischen Habndelns sind und sieh Dir an, was man im NS daraus gemacht hatte, zwar nicht alle gemeinsam, aber eben auch nicht nur eine kleine Minderheit, sondern sehr viele und viele haben einfach weggeguckt. Diesen Gott und den Glauben an ihn kannst Du in der Pfeife rauchen, mit all den Begleiterscheinungen, die sonst so dazugehörten von "Seid Untertan der Obrigkeit" usw. bis zur Beichte. Er hatte nicht helfen können, das alles zu verhindern. Man kann das auch alles als Spätwilhelminismus zusammenfassen, das zentrale Wort war der Gehorsam, in der Familie wie im Staat.

Dass das nicht funktioniert hatte, war eine körperliche Erfahrung der Überlebenden, die, auch, wenn sie nicht im Intellekt angekommen war, zumindest bei vielen für einen Bruch in der Weitergabe gesorgt hat. Das Ergebnis waren wir 68er und was da an Kultur noch da war, waren außer Trümmern und Ruinen noch die Scham der Alten, wenn sie ihre Vergangenheit auch intellektuell begriffen hatten, oder die diffuse Angst, die alte Scheiße vor sich selbst eingestehen zu müssen. Die Erinnerungskonstrukte, mit denen man sich behalf, um dem Anblick der Sinnlosigkeit zu entgehen, waren zum Teil abenteuerlich. Die Freiheit, die wir hier in den 60ern hatten, war politisch eine amerikanische Vorgabe und in den Köpfen bei vielen erst auf der Gehorsamsbasis angekommen.

Was gut war, war, dass der Wiederaufbau es mit sich brachte, dass alle Arbeit hatten, und dass der Markt (und dementsprechend die Lobbys der Parlamente) noch nicht von wenigen beherrscht wurden: Die Politiker hatten noch Spielräume. (Die wurden allerdings verspielt, vielleicht heißen sie ja deshalb so.)

Gerade Du als extremer Individualist wärst in der alten Kultur zermahlen worden, in dieser Übergangsphase hätte es klappen können, aber es ist eine Illusion, zu meinen, dass die in dieser Form hätte stabil sein können und dass sie von den 68ern zerstört worden wäre. Das Fundament war im Nationalsozialismus ad absurdum geführt worden, mit den 68ern wurde das nur deutlich.
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Bravopunk
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Beitrag(#2159687) Verfasst am: 14.12.2018, 02:58    Titel: Re: Aufstand in Frankreich Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:

Wer Trump applaudiert, gehört zu den wenigen, die von ihm profitieren oder macht sich Hoffnung darauf, oder er ist zu doof, den Sinn dieser alternativen Wahrheiten zu erkennen, oder er hat einen Hang zu einer sehr schwarzen Realsatire.


Oder um "die Libtards zu triggern". Hör ich auch oft von Trump-Wählern. Ebenso wie "Ich bin Liberaler/Demokrat und wollte das meine Partei endlich mal aufwacht und aufhört die derzeitigen u. U. korrupten oder wirtschaftsliberalen Politiken zu betreiben. Dazu brauchte es so einen 'Schuss vor den Bug' und Trump war da perfekt als neuer Präsident usw. usf." Das sind so Argumente und Ideen, die dahinterstecken, wo einem einfach nur speiübel wird. Ungustiöses im Blickfeld Eine Demokratie, einen Staat, eine ganze Gesellschaft wie einen Router zu behandeln, wenn die Verbindung schlecht ist und man ihn aus- und wieder einschaltet, weil man das Problem nicht anders behoben bekommt, zeugt von unglaublicher Einfalt.
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"Hier spricht Ramke. Wer jetzt allein ist, kriegt nur noch den Abschaum!"

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Kaguya-hime
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DonMartin
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Beiträge: 4923

Beitrag(#2159691) Verfasst am: 14.12.2018, 08:07    Titel: Re: Aufstand in Frankreich Antworten mit Zitat

Bravopunk hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:

Wer Trump applaudiert, gehört zu den wenigen, die von ihm profitieren oder macht sich Hoffnung darauf, oder er ist zu doof, den Sinn dieser alternativen Wahrheiten zu erkennen, oder er hat einen Hang zu einer sehr schwarzen Realsatire.


Oder um "die Libtards zu triggern". Hör ich auch oft von Trump-Wählern. Ebenso wie "Ich bin Liberaler/Demokrat und wollte das meine Partei endlich mal aufwacht und aufhört die derzeitigen u. U. korrupten oder wirtschaftsliberalen Politiken zu betreiben. Dazu brauchte es so einen 'Schuss vor den Bug' und Trump war da perfekt als neuer Präsident usw. usf." Das sind so Argumente und Ideen, die dahinterstecken, wo einem einfach nur speiübel wird. Ungustiöses im Blickfeld Eine Demokratie, einen Staat, eine ganze Gesellschaft wie einen Router zu behandeln, wenn die Verbindung schlecht ist und man ihn aus- und wieder einschaltet, weil man das Problem nicht anders behoben bekommt, zeugt von unglaublicher Einfalt.

Vielleicht sollte sich die geistig-moralische Elite, die sich den Trump-Wählern immer so unendlich überlegen fühlt, auch mal an die eigene Nase fassen und überlegen, wieviel Anteil sie selber daran hat.
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DonMartin
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Beiträge: 4923

Beitrag(#2159692) Verfasst am: 14.12.2018, 08:15    Titel: Re: Aufstand in Frankreich Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
DonMartin hat folgendes geschrieben:
Samson83 hat folgendes geschrieben:
jene Jahrgänge , die östliche Despoten glorifizierten und Gepöbelt anstatt Argumenten etabliert haben.

Wenn man damals das Establishment ärgern wollte, dann liess man eben Mao oder Ho-Tschi-Minh hochleben.
Wenn man heute das Establishment ärgern will, dann klatscht man Trump Beifall.

Mir scheint, das solltet ihr euch mal beide näher mit beschäftigen.

Bei den 68er ging es um den Beginn einer Neuerfindung unserer demokratischen Kultur, ...

Wofür Mao und Ho natürlich perfekte Vorbilder waren </ironie>.
fwo hat folgendes geschrieben:

Wer Trump applaudiert, gehört zu den wenigen, die von ihm profitieren oder macht sich Hoffnung darauf, oder er ist zu doof, den Sinn dieser alternativen Wahrheiten zu erkennen, oder er hat einen Hang zu einer sehr schwarzen Realsatire.

Mindestens mal die deutschen Trump-Beklatscher haben davon wenig Profit, ausser dass sie damit das linksliberale Establishment ärgern können.
Das ist ungefähr so pubertär wie 1968, als Mao und Ho als Bürgerschreck herhalten mussten.
Allerdings hatten die 68er natürlich noch anderes am Sinn als nur Mao zu beklatschen.
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Bravopunk
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Beitrag(#2159694) Verfasst am: 14.12.2018, 08:56    Titel: Re: Aufstand in Frankreich Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
Bravopunk hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:

Wer Trump applaudiert, gehört zu den wenigen, die von ihm profitieren oder macht sich Hoffnung darauf, oder er ist zu doof, den Sinn dieser alternativen Wahrheiten zu erkennen, oder er hat einen Hang zu einer sehr schwarzen Realsatire.


Oder um "die Libtards zu triggern". Hör ich auch oft von Trump-Wählern. Ebenso wie "Ich bin Liberaler/Demokrat und wollte das meine Partei endlich mal aufwacht und aufhört die derzeitigen u. U. korrupten oder wirtschaftsliberalen Politiken zu betreiben. Dazu brauchte es so einen 'Schuss vor den Bug' und Trump war da perfekt als neuer Präsident usw. usf." Das sind so Argumente und Ideen, die dahinterstecken, wo einem einfach nur speiübel wird. Ungustiöses im Blickfeld Eine Demokratie, einen Staat, eine ganze Gesellschaft wie einen Router zu behandeln, wenn die Verbindung schlecht ist und man ihn aus- und wieder einschaltet, weil man das Problem nicht anders behoben bekommt, zeugt von unglaublicher Einfalt.

Vielleicht sollte sich die geistig-moralische Elite, die sich den Trump-Wählern immer so unendlich überlegen fühlt, auch mal an die eigene Nase fassen und überlegen, wieviel Anteil sie selber daran hat.


Ich hätte den Kerl nie gewählt. Mein Anteil ist also gleich Null. ... Aber nebenbei bemerkt: Ich zähle mich nicht zur geistig-moralischen oder sonsteiner Elite.
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Beitrag(#2159698) Verfasst am: 14.12.2018, 09:46    Titel: Re: Aufstand in Frankreich Antworten mit Zitat

Bravopunk hat folgendes geschrieben:
DonMartin hat folgendes geschrieben:
Bravopunk hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:

Wer Trump applaudiert, gehört zu den wenigen, die von ihm profitieren oder macht sich Hoffnung darauf, oder er ist zu doof, den Sinn dieser alternativen Wahrheiten zu erkennen, oder er hat einen Hang zu einer sehr schwarzen Realsatire.


Oder um "die Libtards zu triggern". Hör ich auch oft von Trump-Wählern. Ebenso wie "Ich bin Liberaler/Demokrat und wollte das meine Partei endlich mal aufwacht und aufhört die derzeitigen u. U. korrupten oder wirtschaftsliberalen Politiken zu betreiben. Dazu brauchte es so einen 'Schuss vor den Bug' und Trump war da perfekt als neuer Präsident usw. usf." Das sind so Argumente und Ideen, die dahinterstecken, wo einem einfach nur speiübel wird. Ungustiöses im Blickfeld Eine Demokratie, einen Staat, eine ganze Gesellschaft wie einen Router zu behandeln, wenn die Verbindung schlecht ist und man ihn aus- und wieder einschaltet, weil man das Problem nicht anders behoben bekommt, zeugt von unglaublicher Einfalt.

Vielleicht sollte sich die geistig-moralische Elite, die sich den Trump-Wählern immer so unendlich überlegen fühlt, auch mal an die eigene Nase fassen und überlegen, wieviel Anteil sie selber daran hat.


Ich hätte den Kerl nie gewählt. Mein Anteil ist also gleich Null. ... Aber nebenbei bemerkt: Ich zähle mich nicht zur geistig-moralischen oder sonsteiner Elite.


Wenn du fehlerfrei Annegret Kramp-Karrenbauer rufen kannst, gehörst du für Leute wie Don Martin schon zur geistigen Elite.
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Beitrag(#2159699) Verfasst am: 14.12.2018, 09:51    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Samson83 hat folgendes geschrieben:
Ich bin der Ansicht, dass diese „Neuerfindung“ vor allem nachteilig war. Isso.

Jo. Isso, dass Du dieser Meinung bist. Glaubich sofort.

Das dumme an diesem Glauben ist nur, dass diese Neuerfindung nötig war, weil unsere Kultur sich als Scheiße rausgestellt hatte. Und zwar an ihren eigenen Maßstäben gemessen: Sieh Dir die christlichen Ideale an, die angeblich die Basis abendländischen Habndelns sind und sieh Dir an, was man im NS daraus gemacht hatte, zwar nicht alle gemeinsam, aber eben auch nicht nur eine kleine Minderheit, sondern sehr viele und viele haben einfach weggeguckt. Diesen Gott und den Glauben an ihn kannst Du in der Pfeife rauchen, mit all den Begleiterscheinungen, die sonst so dazugehörten von "Seid Untertan der Obrigkeit" usw. bis zur Beichte. Er hatte nicht helfen können, das alles zu verhindern. Man kann das auch alles als Spätwilhelminismus zusammenfassen, das zentrale Wort war der Gehorsam, in der Familie wie im Staat.

Dass das nicht funktioniert hatte, war eine körperliche Erfahrung der Überlebenden, die, auch, wenn sie nicht im Intellekt angekommen war, zumindest bei vielen für einen Bruch in der Weitergabe gesorgt hat. Das Ergebnis waren wir 68er und was da an Kultur noch da war, waren außer Trümmern und Ruinen noch die Scham der Alten, wenn sie ihre Vergangenheit auch intellektuell begriffen hatten, oder die diffuse Angst, die alte Scheiße vor sich selbst eingestehen zu müssen. Die Erinnerungskonstrukte, mit denen man sich behalf, um dem Anblick der Sinnlosigkeit zu entgehen, waren zum Teil abenteuerlich. Die Freiheit, die wir hier in den 60ern hatten, war politisch eine amerikanische Vorgabe und in den Köpfen bei vielen erst auf der Gehorsamsbasis angekommen.

Was gut war, war, dass der Wiederaufbau es mit sich brachte, dass alle Arbeit hatten, und dass der Markt (und dementsprechend die Lobbys der Parlamente) noch nicht von wenigen beherrscht wurden: Die Politiker hatten noch Spielräume. (Die wurden allerdings verspielt, vielleicht heißen sie ja deshalb so.)

Gerade Du als extremer Individualist wärst in der alten Kultur zermahlen worden, in dieser Übergangsphase hätte es klappen können, aber es ist eine Illusion, zu meinen, dass die in dieser Form hätte stabil sein können und dass sie von den 68ern zerstört worden wäre. Das Fundament war im Nationalsozialismus ad absurdum geführt worden, mit den 68ern wurde das nur deutlich.


Chapeau! Gut auf den Punkt gebracht.
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Samson83
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Beitrag(#2159702) Verfasst am: 14.12.2018, 10:12    Titel: Re: Aufstand in Frankreich Antworten mit Zitat

Alchemist hat folgendes geschrieben:
DonMartin hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:

Klassisches AFD-Sprech. Im Grunde geht es um ein revisionistisches Weltbild, das sich in Opposition zu den 68ern verankert - jene Jahrgänge also, die sich im Streit mit der verbrecherischen Nazi-Generation befanden.

1968 waren Nazis und WKII schon abgehakt (der letzte Auschwitzprozess gegen ein paar minderwichtige Delinquenten ging grade 1968 zu Ende).


Ach ja, die Nazis Zäsur 1968 kann man ja überall nachlesen. Einige hier erinnern sich bestimmt noch:
1968 war die Nazizeit kmplett aufgearbeitet. Altnazis gab es nicht mehr in Politik und Wirtschaft, Nazisverbrechen waren aufgeklärt und die Täter allesamt verurteilt.
Neonazis sind auch schließlich eine Erfindung der 90er...noc

In welcher Parallelwelt lebst du eigentlich? Pillepalle
Darf ich höflich fragen, was die 68er konkret zur Aufarbeitung beigetragen haben, außer Leute anzupöbeln?

"Der SS-Staat" vom Konservativen (!) Kogon bspw. erschien deutlich vor 68. Und die Ausschwitzprozesse wurden wie gesagt von der Generation der Eltern der 68er initiiert und durchgeführt.
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Samson83
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Beiträge: 5529

Beitrag(#2159704) Verfasst am: 14.12.2018, 10:18    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:

Das dumme an diesem Glauben ist nur, dass diese Neuerfindung nötig war, weil unsere Kultur sich als Scheiße rausgestellt hatte. Und zwar an ihren eigenen Maßstäben gemessen: Sieh Dir die christlichen Ideale an, die angeblich die Basis abendländischen Habndelns sind und sieh Dir an, was man im NS daraus gemacht hatte, zwar nicht alle gemeinsam, aber eben auch nicht nur eine kleine Minderheit, sondern sehr viele und viele haben einfach weggeguckt. Diesen Gott und den Glauben an ihn kannst Du in der Pfeife rauchen, mit all den Begleiterscheinungen, die sonst so dazugehörten von "Seid Untertan der Obrigkeit" usw. bis zur Beichte. Er hatte nicht helfen können, das alles zu verhindern. Man kann das auch alles als Spätwilhelminismus zusammenfassen, das zentrale Wort war der Gehorsam, in der Familie wie im Staat.


Ja, unbestritten. Aber diese "neue Kultur" zeigte sich doch schon im Grundgesetz. War das von den m68ern geschrieben worden? Natürlich brauchte es Zeit, bis sich eine demokratische Form in demokratischer Praxis äußerte, aber ich sehe nicht, was die 68er damit zu tun haben sollten. Und bspw. zur Frauenemanzipation haben Kühlschrank und Waschmaschine sowie die Pille ungleich mehr beigetragen als die 68er.

Zitat:
Gerade Du als extremer Individualist wärst in der alten Kultur zermahlen worden, in dieser Übergangsphase hätte es klappen können, aber es ist eine Illusion, zu meinen, dass die in dieser Form hätte stabil sein können und dass sie von den 68ern zerstört worden wäre. Das Fundament war im Nationalsozialismus ad absurdum geführt worden, mit den 68ern wurde das nur deutlich.
Übergangsphase... ich bin der Ansicht, dass die Weimarer Zeit (und ich bin der Ansicht, dass diese Republik durchaus hätte funktionieren können) war m.E. erheblich individualistischer und pluralistischer als die Epoche von 68.

In der "alten Kultur" hätte es für mich wahrscheinlich nur drei Optionen gegeben:
- innere Emigration
- KZ (ich kann einfach die Klappe nicht halten)
- oder SS-aktivität.
Und welche Option sich realisiert hätte, wäre weitgehend zufällig gewesen.

Quote-Tag entfernt. vrolijke
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fwo
leider wieder manchmal da



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Beitrag(#2159706) Verfasst am: 14.12.2018, 10:27    Titel: Re: Aufstand in Frankreich Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
DonMartin hat folgendes geschrieben:
Samson83 hat folgendes geschrieben:
jene Jahrgänge , die östliche Despoten glorifizierten und Gepöbelt anstatt Argumenten etabliert haben.

Wenn man damals das Establishment ärgern wollte, dann liess man eben Mao oder Ho-Tschi-Minh hochleben.
Wenn man heute das Establishment ärgern will, dann klatscht man Trump Beifall.

Mir scheint, das solltet ihr euch mal beide näher mit beschäftigen.

Bei den 68er ging es um den Beginn einer Neuerfindung unserer demokratischen Kultur, ...

Wofür Mao und Ho natürlich perfekte Vorbilder waren </ironie>.

Natürlich waren das Scheiß-Beispiele. Aber Du selbst hast den Vietnamkrieg schon erwähnt. Die "Domino-Doktrin" war mit ihren politischen Folgen ähnlich sinnvoll wie der Kampf gegen den Terrorismus im Irak und machte es leicht, für die Gegenseite einzutreten. Vor allen Dingen, wenn die sich entweder als militärisch scheinbar hoffnungslos unterlegen im Krieg befand (Vietnam) oder weit genug weg war, dass man die Folgen für die Bevölkerung nicht sehen konnte oder musste (China). Und als Wolkenkuckucksheim klingt Kommunismus ja erstmal spitze.
DonMartin hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:

Wer Trump applaudiert, gehört zu den wenigen, die von ihm profitieren oder macht sich Hoffnung darauf, oder er ist zu doof, den Sinn dieser alternativen Wahrheiten zu erkennen, oder er hat einen Hang zu einer sehr schwarzen Realsatire.

Mindestens mal die deutschen Trump-Beklatscher haben davon wenig Profit, ausser dass sie damit das linksliberale Establishment ärgern können.
Das ist ungefähr so pubertär wie 1968, als Mao und Ho als Bürgerschreck herhalten mussten.
Allerdings hatten die 68er natürlich noch anderes am Sinn als nur Mao zu beklatschen.

Jupp. Es ging z.B. um die Freiheit im Allgemeinen und die Stellung der Frau im besonderen - so war Aufreiten plötzlich erlaubt (Scherz).
Im Ernst: Es war psychologisch verständlich, nach dem Erkennen dessen, was kulturelle den Nationalsozialismus mit möglich gemacht hatte, das allgemeine Konzept des Gehorsams, das die gesamte Gesellschaft vom Kindergarten über die Schule bis in die Arbeitswelt, Kirche und Schlafzimmer durchzog, durch eine grundlegende Demokratisierung ersetzen zu wollen. Dazu kam das Konzept vom reinen Menschen, der als weißes Blatt in die Gesellschaft kommt und nur durch die alte Kultur zu Untaten fähig wird. Es ging also um nicht weniger als eine neue Gesellschaft.

Du brauchst Dir nur die Altersverteilung der 68er und der Trumpwähler oder hier der Pegida-Leute anzusehen, um zu erkennen, dass das etwas völlig anderes ist - der Vergleich auf der Anti-Establishment-Ebene ist zu dünn. um die beiden in einen Topf zu werfen. Da geht es nicht mal wirklich um das Gegenteil vom Neuen, das Alte, es geht um eine künstlich erzeugte Illusion vom Alten. Es geht um berechtigte Abstiegsängste angesichts der Konzentration und damit zusammenhängend der Globalisierung und Digitalisierung der Wirtschaft, sich in der Politik als Rahmengebung entledigt und damit selbst Politik macht. Nur bieten die Kräfte, die sie dabei anrufen, und von denen sie in der Idealisierung des Alten gehalten werden, noch weniger Unterstützung in ihrer Bedrängnis als das Establishment, das allerdings auch in dieser Beziehung ziemlich versagt.

Zusammengefasst: Der Vergleich 68er und Trump-Fans oder hier französische Randalierer ist zu oberflächlich, um irgendeinen nutzbaren Inhalt herzugeben.
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Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

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Es gibt keinen Gott. Also: Jesus war nur ein Bankert und alle Propheten hatten einfach einen an der Waffel.
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