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Leistungsschutzrecht

 
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zelig
Kultürlich



Anmeldungsdatum: 31.03.2004
Beiträge: 23005

Beitrag(#1820681) Verfasst am: 01.03.2013, 18:14    Titel: Leistungsschutzrecht Antworten mit Zitat

Ich bin nicht sonderlich gut über das Leistungsschutzrecht informiert.
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/leistungsschutzrecht-sieben-fakten-zum-google-gesetz-a-886063.html

Wie seht ihr das Gesetz?

In der Auseinandersetzung darum sind mir 2 Dinge aufgefallen:
- Ich kann mich nicht daran erinnern, daß ein multinationaler Konzern wie google durch Mobilisierung von öffentlichem Druck so massiv versucht hat, auf die Gesetzgebung eines Staates Einfluss zu nehmen.
- google nutzt für die Kampagne extensiv Anzeigenschaltungen in klassischen Printmedien.

Ersteres macht mich misstrauisch, wenn google vorgibt für die Interessen der Freiheit des Internets einzutreten, ohne die eigenen offenzulegen. Entweder wird hier die Botschaft verbreitet, das Internet und google seien irgendwie identische Größen, oder google ist sich seiner Dominanz so sicher, daß es nicht unterscheiden will.
Zweiteres finde ich interessant, da man über die klassischen Medien vermutlich Entscheider ansprechen will, die über das Internet, also die Domäne googles, nicht erreichbar sind.
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sponor
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Anmeldungsdatum: 16.05.2008
Beiträge: 1522
Wohnort: München

Beitrag(#1820685) Verfasst am: 01.03.2013, 18:40    Titel: Antworten mit Zitat

Pro Google könnte man einwenden, was z.B. Stefan Niggemeier in seinem Blog schreibt.
Das LSR macht(e) bei den "Netzaktivisten" viel Wind und gilt dort als sehr, sehr miserabel.

Google ist natürlich ziemlich weit vom Altruismus entfernt, aber das LSR riecht schon arg nach von Burda/Springer bestellter Ware – sind ja schließlich bald Wahlen, da macht man sich die Mutti-Hochschreiber besser gewogen...
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Unsere Welt wird noch so fein werden, daß es so lächerlich sein wird, einen Gott zu glauben als heutzutage Gespenster.
(G. Chr. Lichtenberg)
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krypter
unglaublich



Anmeldungsdatum: 29.03.2008
Beiträge: 383

Beitrag(#1820716) Verfasst am: 01.03.2013, 20:38    Titel: Re: Leistungsschutzrecht Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
Ich kann mich nicht daran erinnern, daß ein multinationaler Konzern wie google durch Mobilisierung von öffentlichem Druck so massiv versucht hat, auf die Gesetzgebung eines Staates Einfluss zu nehmen.

Ähem, sieh Dir mal an, wie dieses Gesetz zustande gekommen ist. Im März 2009 hat Springer die Forderung (AFAIK erstmals) in einem völlig unausgegorenen Zustand aufgestellt:

Zitat:
Döpfner: [...] Es kann aber ja wohl nicht sein, dass die einen - die Verlage - heute mit viel Geld und Aufwand Inhalte schaffen. Und andere - Online-Anbieter und -Suchmaschinen - bedienen sich für lau und vermarkten es. Ein gesetzlich zu schaffendes Leistungsschutzrecht muss künftig dafür sorgen, dass die Mehrfachverwertung professionell erstellter Inhalte auch bezahlt wird. Der Copypreis der Zukunft ist das Copyright.

SPIEGEL: Klingt, als wollten Sie sich das Geld nicht vom einzelnen Nutzer holen, sondern über eine Verwertungsgesellschaft, wie die Gema in der Musikbranche.

Döpfner: Es gibt noch keine konkreten Vorstellungen. Wichtig ist, dass der Gesetzgeber das Problem erkennt.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-64385843.html

Im Oktober desselben Jahres wurde die Forderung bereits - in genauso schwammiger Form - im Koalitionsvertrag festgezimmert:

Zitat:
Verlage sollen im Online-Bereich nicht schlechter gestellt sein als andere Werkvermittler. Wir streben deshalb die Schaffung eines Leistungsschutzrechts für Presseverlage zur Verbesserung des Schutzes von Presseerzeugnissen im Internet an.

http://www.cdu.de/doc/pdfc/091026-koalitionsvertrag-cducsu-fdp.pdf

Siehe auch

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Leistungsschutzrecht-Lobby-bearbeitet-Kanzleramt-seit-Fruehjahr-2009-1783461.html

Gruß

krypter
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moecks
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Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 4530

Beitrag(#1820741) Verfasst am: 01.03.2013, 21:55    Titel: Re: Leistungsschutzrecht Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:

Wie seht ihr das Gesetz?

Ähm, ich kann nicht glauben was du hier schreibst.
Das LSR ist ein reines Lobby-Gesetz. Von Spinger und Burda.

Das ist heute ein neuer Tiefpunkt in der deutschen Politik.
Links hat krypter schon gepostet.
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smallie
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Anmeldungsdatum: 02.04.2010
Beiträge: 2673

Beitrag(#1820750) Verfasst am: 01.03.2013, 22:31    Titel: Antworten mit Zitat

Eins verstehe ich nicht.

Google zeigt gerade mal zwei Zeilen an. Beispiel:

Zitat:
Peer Steinbrück - Kanzlerkandidat der SPD - Süddeutsche.de
www.sueddeutsche.de › Politik - Translate this page
In der Troika aus Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück hat sich der frühere Finanzminister als Kanzlerkandidat durchgesetzt. Auf dem ...


Warum das nicht unter "fairer Gebrauch" fallen soll - wer erklärt's mir?

Wirklich albern wird die Sache, wenn man sie technisch betrachtet. HTML kennt die tags "noindex" und "nofollow". Damit sagt man webcrawlern, daß die Seite nicht katalogisiert werden soll.

Bei Google heißt es dazu:

Zitat:
Using meta tags to block access to your site

To entirely prevent a page's contents from being listed in the Google web index even if other sites link to it, use a noindex meta tag. As long as Googlebot fetches the page, it will see the noindex meta tag and prevent that page from showing up in the web index.

http://support.google.com/webmasters/bin/answer.py?hl=en&answer=93710

Es folgt eine technische Anleitung, wie das zu machen ist.


Wenn's einer Online-Zeitung nicht passt, katalogisiert zu werden, dann kann sie jederzeit technisch dafür sorgen. Ein vernünftiges Gesetz wäre gewesen, den noindex-tag als rechtsverbindlich fest zu schreiben. In der jetzigen Form ist es peinlich. Ändert sich nun eigentlich irgendwas?


PS: Schon etwas älter, wer's noch nicht kennt: Brigitte "was ist ein Browser" Zypries [youtube, ab 1:28]
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cem
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Anmeldungsdatum: 23.02.2010
Beiträge: 167

Beitrag(#1820854) Verfasst am: 02.03.2013, 14:04    Titel: Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:
Eins verstehe ich nicht.

Google zeigt gerade mal zwei Zeilen an. Beispiel:

Zitat:
Peer Steinbrück - Kanzlerkandidat der SPD - Süddeutsche.de
www.sueddeutsche.de › Politik - Translate this page
In der Troika aus Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück hat sich der frühere Finanzminister als Kanzlerkandidat durchgesetzt. Auf dem ...


Warum das nicht unter "fairer Gebrauch" fallen soll - wer erklärt's mir?

Völlig richtig, und es kommt noch dicker. Man aktiviere die Suchfunktion der Sueddeutschen mit dem such-string:
"In der Troika aus Sigmar Gabriel"
und er findet - NICHTS!!!
Derselbe Suchstring in Google dagegen liefert sofort den gewünschen Artikel.

Die journalistische Leistung der Verlage ist unbenommen, aber ohne die Suchfunktion in Google sind deren Seiten nur noch die Hälfte wert.
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smallie
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Anmeldungsdatum: 02.04.2010
Beiträge: 2673

Beitrag(#1820865) Verfasst am: 02.03.2013, 14:52    Titel: Re: Leistungsschutzrecht Antworten mit Zitat

Hab' mich etwas umgeschaut, was zum Thema so geschrieben wird. Eine Sache ist mir ins Auge gestochen, das schlägt in die selbe Kerbe wie:

zelig hat folgendes geschrieben:
Ersteres macht mich misstrauisch, wenn google vorgibt für die Interessen der Freiheit des Internets einzutreten, ohne die eigenen offenzulegen. Entweder wird hier die Botschaft verbreitet, das Internet und google seien irgendwie identische Größen, oder google ist sich seiner Dominanz so sicher, daß es nicht unterscheiden will.


Unter der Überschrift Kampagne gegen Leistungsschutzrecht: Google ist nicht das Netz findet sich eine Fotostrecke: Leere Seiten: Google ohne Verlage.

Gezeigt wird, wie eine Ergebnisseite zum Suchbegriff "bombenanschlag syrien" aussieht, wenn man alle Links zu Verlagen per Bildbearbeitung löscht. Die Seite ist dann leer. Die Botschaft: nicht Google ist das Netz, sondern wir, die Verlage, sind es.

Das Botschaft ist aber reichlich unfair, wenn nicht manipulativ. Natürlich findet man zu einem tagesaktuellen Ereignis nur Ergebnisse in tagesaktuellen Seiten. Anders ist es bei weniger aktuellen Suchbegriffen wie Ermordung JF Kennedy, Tonkin Zwischenfall, holdomor. Je nach Formulierung ist mal ein Zeitungsartikel mehr oder weniger dabei - die Mehrheit machen sie nicht aus.

Verläßt man die Themen, die in Tageszeitungen behandelt werden, dann bleiben auch die Links zu FAZ, Zeit, Welt, Spiegel, Sueddeutscher etc. aus. Eine Bauanleitung für ein Theremin, klar, gibt's zuhauf, aber nicht aus Quellen, die ein Leistungsschutzrecht fordern. Das Papyrus Rhind, ja, ham'wa als Faksimile. Den Newsletter des Kanninchenzuchtvereins Bürzel? Alles da.

Google ist nicht das Internet. Aber die Online-Redaktionen der großen Zeitungen und Zeitschriften sind es auch nicht - obwohl die obige Fotostrecke genau diesen Eindruck vermitteln möchte: "Ohne uns wäre das Web wüst und leer." Lachen


zelig hat folgendes geschrieben:
Zweiteres finde ich interessant, da man über die klassischen Medien vermutlich Entscheider ansprechen will, die über das Internet, also die Domäne googles, nicht erreichbar sind.

Entscheider? Du meinst die Mitglieder des Bundestages und des Bundesrates? Oder die Lobbyisten, die die MdBs bearbeiten? Die Gerichte, die die Entscheidung des Gesetzgebers gerade rücken müssen? Oder am Ende gar den Bürger, der aufgerufen wird, seine Mißbilligung dem örtlichen MdB kundzutun.?
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zelig
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Anmeldungsdatum: 31.03.2004
Beiträge: 23005

Beitrag(#1820873) Verfasst am: 02.03.2013, 15:54    Titel: Re: Leistungsschutzrecht Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:

zelig hat folgendes geschrieben:
Zweiteres finde ich interessant, da man über die klassischen Medien vermutlich Entscheider ansprechen will, die über das Internet, also die Domäne googles, nicht erreichbar sind.

Entscheider? Du meinst die Mitglieder des Bundestages und des Bundesrates? Oder die Lobbyisten, die die MdBs bearbeiten? Die Gerichte, die die Entscheidung des Gesetzgebers gerade rücken müssen? Oder am Ende gar den Bürger, der aufgerufen wird, seine Mißbilligung dem örtlichen MdB kundzutun.?


Menschen die Einfluss haben, allgemein gesprochen. Ich finde es nur interessant, weil das Internet als Informationsquelle den Printmedien schon lange den Rang abgelaufen hat. Aber man erreicht anscheinend längst nicht alle, oder eben längst nicht alle Entscheider.
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smallie
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Anmeldungsdatum: 02.04.2010
Beiträge: 2673

Beitrag(#1820894) Verfasst am: 02.03.2013, 17:42    Titel: Re: Leistungsschutzrecht Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
smallie hat folgendes geschrieben:

zelig hat folgendes geschrieben:
Zweiteres finde ich interessant, da man über die klassischen Medien vermutlich Entscheider ansprechen will, die über das Internet, also die Domäne googles, nicht erreichbar sind.

Entscheider? Du meinst die Mitglieder des Bundestages und des Bundesrates? Oder die Lobbyisten, die die MdBs bearbeiten? Die Gerichte, die die Entscheidung des Gesetzgebers gerade rücken müssen? Oder am Ende gar den Bürger, der aufgerufen wird, seine Mißbilligung dem örtlichen MdB kundzutun.?


Menschen die Einfluss haben, allgemein gesprochen. Ich finde es nur interessant, weil das Internet als Informationsquelle den Printmedien schon lange den Rang abgelaufen hat. Aber man erreicht anscheinend längst nicht alle, oder eben längst nicht alle Entscheider.

Google bietet selbst keine Inhalte an, von dem einen oder anderen Forschungsprojekt abgesehen, ebenfalls abgesehen von Android, Go, Google-Maps und was es sonst noch geben mag.

Wie sollte Google seine Interessen kundtun? Als Einblendung auf ihren deutschen Suchseiten? Lieber nicht. Da bleibt nur der Weg durch die Medien. Sogar die diversen Bundesregierungen schalten seit etwa einem Jahrzehnt Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften, in denen sie ihre Großtaten anpreisen, statt das kostengünstig auf ihrer Homepage zu tun.

Witzig wär's gewesen, wenn Google auch Werbeflächen auf den Seiten von Sueddeutsche.de, Spiegel.de, und wie sie alle heißen, angemietet hätte. Pfeifen


PS: das Wort "Entscheider" verursacht mir Bauchgrimmen. Ich kann's leider gerade nicht rational erklären, warum.
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Kival
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Anmeldungsdatum: 14.11.2006
Beiträge: 24070

Beitrag(#1821032) Verfasst am: 03.03.2013, 00:55    Titel: Re: Leistungsschutzrecht Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:
Hab' mich etwas umgeschaut, was zum Thema so geschrieben wird. Eine Sache ist mir ins Auge gestochen, das schlägt in die selbe Kerbe wie:

zelig hat folgendes geschrieben:
Ersteres macht mich misstrauisch, wenn google vorgibt für die Interessen der Freiheit des Internets einzutreten, ohne die eigenen offenzulegen. Entweder wird hier die Botschaft verbreitet, das Internet und google seien irgendwie identische Größen, oder google ist sich seiner Dominanz so sicher, daß es nicht unterscheiden will.


Unter der Überschrift Kampagne gegen Leistungsschutzrecht: Google ist nicht das Netz findet sich eine Fotostrecke: Leere Seiten: Google ohne Verlage.

Gezeigt wird, wie eine Ergebnisseite zum Suchbegriff "bombenanschlag syrien" aussieht, wenn man alle Links zu Verlagen per Bildbearbeitung löscht. Die Seite ist dann leer. Die Botschaft: nicht Google ist das Netz, sondern wir, die Verlage, sind es.


Möchten die Verlage nicht mehr gefunden werden? In diesem speziellen Fall bin ich vermutlich doch auf Seiten Googles...
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AdvocatusDiaboli
Formulierschwein



Anmeldungsdatum: 12.08.2003
Beiträge: 22655
Wohnort: München

Beitrag(#1821034) Verfasst am: 03.03.2013, 01:19    Titel: Antworten mit Zitat

Argh Wenn ich bei Google News suche, finde ich zuerst Artikel von Zeitungen und klicke darauf. Wenn ich diese nicht mehr finde, werde ich vermutlich direkt zu den Zeitungen gehen, dabei aber auf die mir bekannten Zeitungen zurückgreifen: Vorteil für Spiegel, Sueddeutsche oder Zeit. Pech für die anderen, die bei Google derzeit auch auftauchen... Schulterzucken
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Was dem Ockham sein Rasiermesser, ist dem Addi sein Hackebeil.

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Shadaik
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Anmeldungsdatum: 17.07.2003
Beiträge: 26309
Wohnort: MG

Beitrag(#1821888) Verfasst am: 06.03.2013, 13:55    Titel: Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:
Eins verstehe ich nicht.

Google zeigt gerade mal zwei Zeilen an. Beispiel:

Zitat:
Peer Steinbrück - Kanzlerkandidat der SPD - Süddeutsche.de
www.sueddeutsche.de › Politik - Translate this page
In der Troika aus Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück hat sich der frühere Finanzminister als Kanzlerkandidat durchgesetzt. Auf dem ...


Warum das nicht unter "fairer Gebrauch" fallen soll - wer erklärt's mir?
Weil das deutsche Urheberrecht den begriff "fair use" oder ein Äquivalent überhaupt nicht kennt. Das ist amerikanisches Recht.

Es gab nun zwei Möglichkeiten: "Fair use" einführen (was zum Beispiel Grüne udn Piraten fordern) oder LSR. Wie von unserer derzeitigen Regierung nicht anders zu erwarten wurde die dümmstmögliche Option gewählt.

Die Auswirkungen gehen zudem deutlich über Google hinaus: Nehmen wir mal Twitter/Facebook - ich darf Links setzen, kein Problem. Nun stellen beide Netzwerke aber bei Links eine Vorschau auf den verlinkten Inhalt dar. Ob diese noch legal ist, weiss derzeit niemand.
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moecks
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Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 4530

Beitrag(#1848220) Verfasst am: 24.06.2013, 21:35    Titel: Antworten mit Zitat

Neben diesem ganzen unerfreulichem Mist den es so gibt, gibt es doch ab und zu mal einen erfreulichen Moment.

Google hat nun gekontert. Aber lest selbst. Sehr glücklich

http://schmalenstroer.net/blog/2013/06/leistungsschutzrecht-tritt-in-kraft-ist-bereits-tot/

Interessant auch der Artikel von Spon.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/leistungsschutzrecht-verlage-sollen-okay-fuer-google-news-geben-a-907161.html

Unter einem Artikel des Springerverlages, also denjenigen die sich dieses Gesetz erkauft haben, solch eine Stellungnahme zu lesen, geht runter wie Öl.

Zitat:

Die SPIEGEL-ONLINE-Chefredaktion erklärt dazu: Google und Google News sind für viele Leser hilfreiche Instrumente, um zu Artikeln, Fotos und Videos auf SPIEGEL ONLINE zu gelangen. Deshalb wollen wir auch in Zukunft dort gelistet werden. Wir prüfen die Opt-in-Regel sorgfältig und werden in den kommenden Tagen aktiv.


Wie geil ist das denn. Gröhl...
Da wurde man von google mal so richtig schön von hinten...

Nicht das ich fan von google bin, aber das was Springer und Burda und einige andere da abgezogen haben war einfach eines der widerlichsten Manipulationsversuche die ich je erlebt habe.

Lest auch die Kommentare unter dem Spon-Artikel. Sehr sehr einseitig. zwinkern
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Ahriman
boshafter Spötter



Anmeldungsdatum: 31.03.2006
Beiträge: 15820
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Beitrag(#1849274) Verfasst am: 29.06.2013, 21:48    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
finde es nur interessant, weil das Internet als Informationsquelle den Printmedien schon lange den Rang abgelaufen hat.

Na, ist doch kein Wunder. Eine Tageszeitung kostet heute fast 30 Euro pro Monat und besteht zu mindestens 50% aus Werbung. Das Privatfernsehen macht es mit erheblich weniger Werbung kostenlos. Das Internet kostet mich 30 Euro. Aber da hängt noch das Telefon dran, und außerdem, na ihr wißt es ja selber.
Selbst wenn ich den Spiegel online abonnieren würde: Er wäre um keinen Cent billiger, obwohl diese geldgeilen Schufte dabei Druck und Vertrieb sparen.
Vor vierzig Jahren kostete die Tageszeitung 7 Mark im Monat. Es sind nicht viele Dinge, die eine Preissteigerung dieser Größe gemacht haben.
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Waschmaschine777
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Anmeldungsdatum: 07.07.2008
Beiträge: 4007

Beitrag(#1959597) Verfasst am: 23.10.2014, 13:28    Titel: Antworten mit Zitat

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Leistungsschutzrecht-Presseverlage-erteilen-Google-ueberraschend-Recht-zur-Gratisnutzung-2430592.html
Zitat:
Google will seit heute Vorschau-Inhalte von Verlagen, die Geld dafür verlangen, nur noch verkürzt darstellen. Die meisten von ihnen haben nun ihre Verwertungsgesellschaft angewiesen, Google eine "Gratiseinwilligung" zu erklären.
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sünnerklaas
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Anmeldungsdatum: 30.09.2006
Beiträge: 10360
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Beitrag(#1959599) Verfasst am: 23.10.2014, 14:45    Titel: Antworten mit Zitat

Waschmaschine777 hat folgendes geschrieben:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Leistungsschutzrecht-Presseverlage-erteilen-Google-ueberraschend-Recht-zur-Gratisnutzung-2430592.html
Zitat:
Google will seit heute Vorschau-Inhalte von Verlagen, die Geld dafür verlangen, nur noch verkürzt darstellen. Die meisten von ihnen haben nun ihre Verwertungsgesellschaft angewiesen, Google eine "Gratiseinwilligung" zu erklären.


Denen drohten die Felle weg zu schwimmen: nicht mehr in den Suchmaschinen gelistet zu werden bedeutet, komplett aus dem Netz zu verschwinden. Statt dessen tauchen da dann alternative Geschäftsmodelle und vor allem Arbeitsmodelle auf.

Viele lokale und auch regionale Zeitungen haben sich durch die Einführung harter Bezahlschranken fast komplett aus dem Netz verabschiedet. Ich persönlich sehe da eine sehr grosse Gefahr, denn wenn sich der qualifizierte Journalismus praktisch aus dem Netz zurück zieht, werden zum Teil krude Verschwörungstheorien eine immer weiter zunehmende Rolle spielen.

Das Leistungsschutzrecht ist - wie der Name schon sagt - ein Schutzrecht. Es ist defensiv ausgerichtet. Aber wer nur noch mit dem Verteidigen beschäftigt ist, kann letztendlich nur noch reagieren, nicht mehr agieren und Dinge nach vorne bringen.
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Ahriman
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Beitrag(#1959637) Verfasst am: 23.10.2014, 18:29    Titel: Antworten mit Zitat

sünnerklaas hat folgendes geschrieben:


Denen drohten die Felle weg zu schwimmen: nicht mehr in den Suchmaschinen gelistet zu werden bedeutet, komplett aus dem Netz zu verschwinden. Statt dessen tauchen da dann alternative Geschäftsmodelle und vor allem Arbeitsmodelle auf.

Viele lokale und auch regionale Zeitungen haben sich durch die Einführung harter Bezahlschranken fast komplett aus dem Netz verabschiedet.

So gut wie alle Tageszeitungen kämpfen ums nackte Überleben, etliche sind schon gestorben. Die Abonnentenzahlen gehen drastisch zurück. Die Verleger und die Journalisten glauben, das Netz sei dran schuld. Es gibt jede Menge arbeitslose Journalisten.
Udo Ulfkotte meint in seinem Buch "Gekaufte Journalisten", die Leser hätten es satt angeschmiert und belogen zu werden.
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sünnerklaas
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Anmeldungsdatum: 30.09.2006
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Beitrag(#1959643) Verfasst am: 23.10.2014, 20:02    Titel: Antworten mit Zitat

Ahriman hat folgendes geschrieben:
sünnerklaas hat folgendes geschrieben:


Denen drohten die Felle weg zu schwimmen: nicht mehr in den Suchmaschinen gelistet zu werden bedeutet, komplett aus dem Netz zu verschwinden. Statt dessen tauchen da dann alternative Geschäftsmodelle und vor allem Arbeitsmodelle auf.

Viele lokale und auch regionale Zeitungen haben sich durch die Einführung harter Bezahlschranken fast komplett aus dem Netz verabschiedet.

So gut wie alle Tageszeitungen kämpfen ums nackte Überleben, etliche sind schon gestorben. Die Abonnentenzahlen gehen drastisch zurück. Die Verleger und die Journalisten glauben, das Netz sei dran schuld. Es gibt jede Menge arbeitslose Journalisten.
Udo Ulfkotte meint in seinem Buch "Gekaufte Journalisten", die Leser hätten es satt angeschmiert und belogen zu werden.


Einer der Gründe, warum sie um Überleben kämpfen: man hat - wie die Musikindustrie - das Netz verschlafen. Die Musikindustrie hat Ewigkeiten gebraucht, bis es vernüftige Streaming-Angebote gab. Warum ist man nicht in der Lage, ein flächendeckendes Flatrate-Modul für Tageszeitungen zu entwickeln? Ein Spotify für Journalistische Arbeit?
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Shadaik
evolviert



Anmeldungsdatum: 17.07.2003
Beiträge: 26309
Wohnort: MG

Beitrag(#1959663) Verfasst am: 23.10.2014, 21:48    Titel: Antworten mit Zitat

Waschmaschine777 hat folgendes geschrieben:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Leistungsschutzrecht-Presseverlage-erteilen-Google-ueberraschend-Recht-zur-Gratisnutzung-2430592.html
Zitat:
Google will seit heute Vorschau-Inhalte von Verlagen, die Geld dafür verlangen, nur noch verkürzt darstellen. Die meisten von ihnen haben nun ihre Verwertungsgesellschaft angewiesen, Google eine "Gratiseinwilligung" zu erklären.

Wohlgemerkt nur Google, bei anderen Suchmaschinen sind die Verlage rausgeflogen. Womit Google über ein Anti-Google-Gesetz eine Stärkung jenes Fast-Monopols bekommen hat, welches damit bekämpft wurde. Sauber, liebe Verlage und Gesetzgeber, die auf den Quatsch auch noch mit Inbrunst mitgetragen haben!
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Anmeldungsdatum: 02.01.2009
Beiträge: 627

Beitrag(#2138944) Verfasst am: 15.06.2018, 13:10    Titel: Antworten mit Zitat

Nächste Woche wird über dieses Gesetz im Europaparlament abgestimmt. Wenn das durch geht - na dann gute Nacht
Kolumne von Sascha Lobo zum Leistungsschutzrecht
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