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Erster Weltkrieg
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
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Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2157271) Verfasst am: 14.11.2018, 03:20    Titel: Antworten mit Zitat

Samson83 hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:
Samson83 hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:
DonMartin hat folgendes geschrieben:
[...]

..."Vaterlandslosen Gesellen" wie Dir oder bb mag das Gefühl dafür abgehen,
aber einer Menge Leute, vmtl sogar der Mehrheit, ist es nicht egal, zu welchem Verein sie gehören.
Schon gar nicht, wenn mit ihnen so umgesprungen wird wie mit der Bevölkerung zB des Saarlandes
als Folge des Versailler Diktates ("Vertrag" kann man das ja wohl nicht nennen).
(...)

fett von mir

Zitat:
Versailler Diktat (auch „Schanddiktat von Versailles“) war ein während der Weimarer Republik geprägter politischer Kampfbegriff, mit dem vor allem konservative, deutschnationale, völkische und rechtsextreme Politiker gegen den 1919 geschlossenen Friedensvertrag von Versailles polemisierten. Neben der Dolchstoßlegende und der angeblichen Bedrohung durch das „Weltjudentum“ war er ein zentraler Bestandteil der NS-Propaganda.
...
Der spätere Nobelpreisträger Elias Canetti analysierte in seinem Hauptwerk Masse und Macht die Durchschlagskraft dieses Kampfbegriffs und seine Bedeutung für die NS-Propaganda.
...
„Mit einer Unermüdlichkeit ohnegleichen hat Hitler das Schlagwort vom Versailler Diktat gebraucht. […] Für den Deutschen bedeutete das Wort ‘Versailles’ nicht so sehr die Niederlage, die er nie wirklich anerkannt hat, es bedeutete das Verbot der Armee[...]"

https://de.wikipedia.org/wiki/Versailler_Diktat


Zum besseren Verständnis der politischen Verortung des Users @DonMartin.
Lieber Schtonk, danke hierfür. Dennoch hat er recht.


Mein allerliebster Samsonschleimigspusi,

jeder weiß, wer hier im Forum naziaffin ist und wer sich mit wem in diesem Sinne solidarisiert.
Musst du wirklich nicht nochmals betonen.
Lieber Schtonk, ich bitte höflichst daraufhinweisen zu dürfen, dass Nickveeballhornungen hier gemäß früherer Linie der Moderation nicht gewünscht waren. Fürderhin wird eine Wertung oder Bezeichnung nicht dadurch falsch oder verwerflich, dass sie von den Nazis verwandt wurde. Wie etwa die des Schandvertrages.


Du weisst so gut wie ich, dass die bewusst emotionalisierende Vokabel "Schandvertrag" in unauflöslichem Zusammenhang mit den Vokabeln "Dolchstoss" und "Novemberverbrecher" steht und dazu diente ein aufgeheiztes politisches Klima in Deutschland zu schaffen um die junge Weimarer Demokratie zu zerstören.

Man sollte solche Vokabeln, die isoliert betrachtet, vielleicht auf durchaus richtige Sachverhalte Bezug nehmen koennen, immer im Kontext ihrer historischen Verwendung sehen und gegebenenfalls als zu stark belastet verwerfen.

Ein gutes Beispiel ist hier der Satz "Arbeit macht frei", den man isoliert betrachtet durchaus als vernuenftige Lebensweisheit interpretieren kann, den allerdings, zumindest in D, nur noch "dogwhistler" oder absolut geschichtsblinde Trottel unbefangen ueber ihre Lippen bringen koennen, weil er, seit er ueber dem Eingangstor von Auschwitz stand, unaufloeslich mit dem Holocaust verbunden ist.

Mit der Vokabel "Schandvertrag von Versailles" verhält sich das entsprechend. Die ist nun mal seit "Tausend Jahren" vor allem als Nazivokabular bekannt und wer sie benutzt, der begibt sich nolens volens in Äußerst zweifelhafte Gesellschaft. Nun ja...wer sich darin wohlfuehlt....
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Beiträge: 14824
Wohnort: Arena of Air

Beitrag(#2157286) Verfasst am: 14.11.2018, 06:11    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
DonMartin hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:

Und im Nachhinein gesehen war die Entscheidung lieber zu Nazideutschland gehören zu wollen als zu Frankreich strunzdumm. Gibt es eigentlich verlässliche Zahlen dazu wieviele der Saarländer, die 1935 fuer Nazideutschland optierten, ihre Entscheidung irgendwann bitter bereut haben, kurz bevor sie 5-10 Jahre spaeter in irgendeinem dreckigen Loch in Russland elendig verreckt sind?

Dazu hätten sie hellsehen können müssen.
.....



Man musste nicht hellseherisch begabt sein um bereits 1935 zu erkennen wohin in Nazideutschland die Reise geht. Es reichte ein nüchterner, umvernebelter Blick. Andere erkannten das schliesslich auch und waren bereits aus Deutschland emigriert.


Es gab zumindest bis 1933 anscheinend keine nennenswerte politische Kraft im Saarland, die nicht einen Wiederanschluß an Deutschland gefordert hätte. (Nach der Machtübernahme der Nazis haben sich die SPD und KPD dann dagegen ausgesprochen.)

Es gab wohl auch verschiedene Momente, die von den Saarländern als demütigend empfunden wurden: Etwa, daß die Franzosen Soldaten aus den Kolonien im Saarland stationierten, was als "schwarze Schmach" selbst von deutschen Sozialdemokraten beklagt wurde ("Schwarze Schmach"): Man hat den Afrikanern allerlei Schandtaten zugetraut und ihnen jegliche Zivilisation abgesprochen.

Noch dazu haben sich ja einige Historiker gefragt, warum das Dritte Reich denn auf einmal so attraktiv war: Wahrscheinlich ist die Psychologie nicht zu unterschätzen. Es gab natürlich auch Regimegegner, und Manche mögen deren Berichte auch abgehalten haben, aber das scheint für die Mehrheit nicht so ein Schrecknis gewesen zu sein wie es hätte sein sollen Am Kopf kratzen.

Das NS-Regime hat ja auch nicht gegen jeden und jederzeit lebensbeschränkende Repression ausgeübt. Die meisten gingen womöglich davon aus, daß sie selbst nicht betroffen wären, und in den ersten Jahren hat das Regime über die "Volksgenossen" durchaus "Wohltaten" ausgeschüttet: der "Trick" war z.B., daß die Menschen wieder Arbeit hatten, man hat ihnen den vielleicht ersten Urlaub ihres Lebens ermöglicht, man hat ihnen ein eigenes Auto versprochen etc. - wobei die meisten ja keinen Einblick hatten, womit das erkauft und mit welchen Zielen das verbunden war -, zumindest gefühlt ging es vielen erst einmal besser, und es hat ja auch das Selbstbewußtsein angesprochen, daß man "wieder wer war", nicht mehr länger einer "gedemütigten Nation" angehörte.
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"Die Pentagon-Gang wird in der Liste der Terrorgruppen geführt"

Dann bin ich halt bekloppt. Mit den Augen rollen

"Wahrheit läßt sich nicht zeigen, nur erfinden." (Max Frisch)
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DonMartin
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Beiträge: 5132

Beitrag(#2157339) Verfasst am: 15.11.2018, 02:54    Titel: Antworten mit Zitat

Alchemist hat folgendes geschrieben:

Weltfremd ist eher sein Leben für so etwas wie eine Nation zu opfern oder das Leben anderer deswegen zu nehmen. Pillepalle

Das stand 1935 aber gar nicht zur Abstimmung.
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DonMartin
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Beiträge: 5132

Beitrag(#2157340) Verfasst am: 15.11.2018, 03:07    Titel: Antworten mit Zitat

Critic hat folgendes geschrieben:

Das NS-Regime hat ja auch nicht gegen jeden und jederzeit lebensbeschränkende Repression ausgeübt. Die meisten gingen womöglich davon aus, daß sie selbst nicht betroffen wären, und in den ersten Jahren hat das Regime über die "Volksgenossen" durchaus "Wohltaten" ausgeschüttet: der "Trick" war z.B., daß die Menschen wieder Arbeit hatten, man hat ihnen den vielleicht ersten Urlaub ihres Lebens ermöglicht, man hat ihnen ein eigenes Auto versprochen etc. - wobei die meisten ja keinen Einblick hatten, womit das erkauft und mit welchen Zielen das verbunden war -, zumindest gefühlt ging es vielen erst einmal besser, und es hat ja auch das Selbstbewußtsein angesprochen, daß man "wieder wer war", nicht mehr länger einer "gedemütigten Nation" angehörte.

So isses.
Man bewege mal seinen Brsch aus dem moralisch bequemen TV-Sessel des Jahres 2018
und begebe sich nach 1935 - ohne Kenntnis der Zukunft.
Hitler hat den Leuten ja nicht versprochen, dass er einen weiteren Weltkrieg anzuzetteln gedenkt und diesen am Ende auch noch verlieren würde.

Ein durchschnittlicher Deutschen oder Saarländer hatte vom NS-Regime erstmal wenig zu befürchten,
ausser er war Jude, Kommunist und sonstwie aufmüpfig.
Im Gegenteil, die Arbeitslosigkeit sank, das Parteiengezänk war weg, und Hitler räumte scheinbar souverän das Versailler Dingsda Stück für Stück weg
(was übrigens auch das Ziel demokratischer Politiker der Weimarer Republik war, zB Stresemanns).
Für die Saarländer war die schwarze Schmach eben schlimmer als die braune.
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
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Beitrag(#2157341) Verfasst am: 15.11.2018, 03:49    Titel: Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
Critic hat folgendes geschrieben:

Das NS-Regime hat ja auch nicht gegen jeden und jederzeit lebensbeschränkende Repression ausgeübt. Die meisten gingen womöglich davon aus, daß sie selbst nicht betroffen wären, und in den ersten Jahren hat das Regime über die "Volksgenossen" durchaus "Wohltaten" ausgeschüttet: der "Trick" war z.B., daß die Menschen wieder Arbeit hatten, man hat ihnen den vielleicht ersten Urlaub ihres Lebens ermöglicht, man hat ihnen ein eigenes Auto versprochen etc. - wobei die meisten ja keinen Einblick hatten, womit das erkauft und mit welchen Zielen das verbunden war -, zumindest gefühlt ging es vielen erst einmal besser, und es hat ja auch das Selbstbewußtsein angesprochen, daß man "wieder wer war", nicht mehr länger einer "gedemütigten Nation" angehörte.

So isses.
Man bewege mal seinen Brsch aus dem moralisch bequemen TV-Sessel des Jahres 2018
und begebe sich nach 1935 - ohne Kenntnis der Zukunft.
Hitler hat den Leuten ja nicht versprochen, dass er einen weiteren Weltkrieg anzuzetteln gedenkt und diesen am Ende auch noch verlieren würde.

Ein durchschnittlicher Deutschen oder Saarländer hatte vom NS-Regime erstmal wenig zu befürchten,
ausser er war Jude, Kommunist und sonstwie aufmüpfig.
Im Gegenteil, die Arbeitslosigkeit sank, das Parteiengezänk war weg, und Hitler räumte scheinbar souverän das Versailler Dingsda Stück für Stück weg
(was übrigens auch das Ziel demokratischer Politiker der Weimarer Republik war, zB Stresemanns).
Für die Saarländer war die schwarze Schmach eben schlimmer als die braune.



soso....."Jude, Kommunist und sonstwie aufmüpfig". Sehr bezeichnende Formulierung. Mit den Augen rollen

Natuerlich hat Hitler den Leuten nicht gesagt, dass er den Krieg verlieren wird. Das wusste er naemlich selbst noch nicht. Dass seine Politik frueher oder spaeter auf Krieg hinauslaufen muss, sollte bereits 1935 klar gewesen sein. Hitler selbst lies ja recht wenig Zweifel daran, dass er einen Krieg ueber kurz oder lang fuer "unvermeidlich" hielt, z.B. in seinem Buch "Mein Kampf".

Klar ist auch, dass zunaechst mal die Wirtschaft nicht zuletzt wegen der massiven Aufruestung brummte. Und da mag es tatsaechlich so manchem egal gewesen sein, dass der Jude von nebenan irgendwann verschwand, nachdem er aus seinem Job herausgemobbt und beim Bäcker nicht mehr bedient wurde. Dies spricht allerdings nicht unbedingt fuer die Menschen, die damals weggeguckt haben, solange die eigene Kasse stimmte und sie selbst (noch) nicht betroffen waren. Und weisst Du was, diesen Wegguckern war es sogar zu goennen, wenn ihnen ihre Bude spaeter unter ihrem Arsch weggebombt wurde. Weil es haette ihnen eigentlich klar sein muessen, dass Unrecht langfristig nicht gutgehen kann. Irgendwann kriegt jeder mal die Rechnung praesentiert, wenn er es sich auf Kosten anderer gutgehen laesst.
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



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Beitrag(#2157342) Verfasst am: 15.11.2018, 03:54    Titel: Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
Alchemist hat folgendes geschrieben:

Weltfremd ist eher sein Leben für so etwas wie eine Nation zu opfern oder das Leben anderer deswegen zu nehmen. Pillepalle

Das stand 1935 aber gar nicht zur Abstimmung.



Vielleicht sollte man auch bei Volksabstimmungen vorm abstimmen erst das Kleingedruckte lesen. zwinkern


Entscheidend ist, dass zum Zeitpunkt der Abstimmung Hitler bereits an der Macht und die Demokratie defacto in Deutschland abgeschafft war. Mehr musste man nicht wissen um eine informierte Entscheidung treffen zu koennen. Hier galt tatsaechlich die alte Volksweisheit "Nur die allerduemmsten Kälber waehlen ihren Metzger selber!"
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beachbernie
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Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 40387
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Beitrag(#2157599) Verfasst am: 19.11.2018, 20:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hier mal eine ganz andere Stimme zum Thema 1.Weltkrieg, an der sich exemplarisch zeigen laesst, dass es sich beim sogenannten "Patriotismus" um ein klinisches Krankheitsbild, eine Wahrnehmungsstörung handelt, die die davon Betroffenen die Realität nur grotesk verzerrt wahrnehmen laesst:

https://www.youtube.com/watch?v=sG-dL-qYu1I

Nigel Farage, fraglos ein britischer Patriot, eignet sich auch deshalb so gut als Beispiel, weil er nach meiner Erfahrung unter Deutschen, die sich selbst als deutsche Patrioten identifizieren, ein eher gutes Ansehen geniesst. Da verwundert es doch sehr, dass sich sein Bild vom 1.Weltkrieg und den Rollen, die Deutsche und Briten dabei spielten, sehr stark von dem seiner deutschen Leidensgenossen unterscheidet.

Hier nur kurz zwei wesentliche Punkte, in denen sich die Wahrnehmungsstörung "Patriotismus" bei Nigel Farage erkennen laesst:

1. Laut Farage war es hauptsächlich den Briten zu verdanken, dass der deutsche Kaiser und die Deutschen bei ihrem Vorhaben ganz Europa zu versklaven scheiterten.

2. Farage nimmt natuerlich nicht wahr, dass zum damaligen Zeitpunkt eher Anlass bestand zu konstatieren, dass Grossbritanien die halbe Welt "versklavt" hatte, sondern er lügt die Rolle des britischen Imperialismus auf geradezu rührend naive Weise schoen.


Was 1914 und schon davor so entsetzlich schiefgelaufen ist, war dass es in allen an diesem Wahnsinn beteiligten Laendern viel zuviele Farages, zuviele "Patri(di)oten" gab, die ihre Umgebung ausschliesslich ueber eine in den jeweiligen Landesfarben gefärbte Brille wahrnahmen und zuwenig vernuenftige Menschen, die in der Lage waren mit klarem Blick rational internationale Politik zu machen.

Dies auch als Warnung fuer die Zukunft. Sollten die Patrioten tatsaechlich in die europäische Politik zurückkehren, dann werden die auch ihre alten Gespenster mitbringen und dann geht's wieder los....
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vrolijke
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Beitrag(#2157611) Verfasst am: 19.11.2018, 20:45    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Die ersten beiden populistisch (mit)regierten Laender scheinen sich bereits in die Wolle zu kriegen:

Zitat:
...Das italienische Außenministerium hat die Pläne Österreichs zur Einführung der Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler als "unangebrachte Initiative" bezeichnet. Diesbezüglich habe Italien "diplomatische Schritte" in Wien unternommen, hieß es in einer am Freitagabend veröffentlichten Presseaussendung. - derstandard.at/2000086950949/Paesse-fuer-Suedtiroler-Italien-sauer-auf-Oesterreich...


https://derstandard.at/2000086950949/Paesse-fuer-Suedtiroler-Italien-sauer-auf-Oesterreich


Die Reaktion Italiens auf das Vorhaben der österreichischen Regierung kann eigentlich nicht verwundern, kann man doch das Angebot an "deutschstaemmige" Südtiroler die österreichische Staatsbürgerschaft als Zweitstaatsbuergerschaft zu bekommen durchaus als Vorstufe zu Gebietsansprüchen gegenueber Italien interpretieren. Sollte die europäische Gemeinschaft tatsaechlich, wie offen von populistischen Kreisen betrieben, in eine lose Ansammlung souveräner Vaterlaendlein zerfallen, dann waere hier schon ein erster Konflikt vorgezeichnet, dem sicher bald weitere folgen wuerden.


Sehe ich auch so.
Ich stelle mir vor, Deutschland würde deutschsprachige Belgier (davon gibt es ca 75.000) die deutsche Staatsbürgerschaft anbieten, die Schweden die schwedischsprachige Finnen (ca 250.000), die Schwedische, usw usw. Pillepalle
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Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
Erich Fromm

Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

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Beitrag(#2157612) Verfasst am: 19.11.2018, 20:56    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Die ersten beiden populistisch (mit)regierten Laender scheinen sich bereits in die Wolle zu kriegen:

Zitat:
...Das italienische Außenministerium hat die Pläne Österreichs zur Einführung der Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler als "unangebrachte Initiative" bezeichnet. Diesbezüglich habe Italien "diplomatische Schritte" in Wien unternommen, hieß es in einer am Freitagabend veröffentlichten Presseaussendung. - derstandard.at/2000086950949/Paesse-fuer-Suedtiroler-Italien-sauer-auf-Oesterreich...


https://derstandard.at/2000086950949/Paesse-fuer-Suedtiroler-Italien-sauer-auf-Oesterreich


Die Reaktion Italiens auf das Vorhaben der österreichischen Regierung kann eigentlich nicht verwundern, kann man doch das Angebot an "deutschstaemmige" Südtiroler die österreichische Staatsbürgerschaft als Zweitstaatsbuergerschaft zu bekommen durchaus als Vorstufe zu Gebietsansprüchen gegenueber Italien interpretieren. Sollte die europäische Gemeinschaft tatsaechlich, wie offen von populistischen Kreisen betrieben, in eine lose Ansammlung souveräner Vaterlaendlein zerfallen, dann waere hier schon ein erster Konflikt vorgezeichnet, dem sicher bald weitere folgen wuerden.


Sehe ich auch so.
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Es geht bei dem Beispiel von beachbernie aber vor allem um das Gebiet Südtirol und nicht nur um deutschsprachige Italiener.

Das ist doch genau der Grund, weshalb Italien Gebietsansprüche seitens Österreichs auf Südtirol befürchtet.
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"Ich verwarne Ihnen!" (Schiri)
"Ich danke Sie" (Willi Lippens)

Keinem einzigen dieser Professoren, die auf Spezialgebieten der Chemie, der Geschichte, der Physik die wertvollsten Arbeiten liefern können, darf man auch nur ein einziges Wort glauben, sobald er auf Philosophie zu sprechen kommt. (Mark Twain)
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Beitrag(#2157613) Verfasst am: 19.11.2018, 20:59    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Die ersten beiden populistisch (mit)regierten Laender scheinen sich bereits in die Wolle zu kriegen:

Zitat:
...Das italienische Außenministerium hat die Pläne Österreichs zur Einführung der Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler als "unangebrachte Initiative" bezeichnet. Diesbezüglich habe Italien "diplomatische Schritte" in Wien unternommen, hieß es in einer am Freitagabend veröffentlichten Presseaussendung. - derstandard.at/2000086950949/Paesse-fuer-Suedtiroler-Italien-sauer-auf-Oesterreich...


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Die Reaktion Italiens auf das Vorhaben der österreichischen Regierung kann eigentlich nicht verwundern, kann man doch das Angebot an "deutschstaemmige" Südtiroler die österreichische Staatsbürgerschaft als Zweitstaatsbuergerschaft zu bekommen durchaus als Vorstufe zu Gebietsansprüchen gegenueber Italien interpretieren. Sollte die europäische Gemeinschaft tatsaechlich, wie offen von populistischen Kreisen betrieben, in eine lose Ansammlung souveräner Vaterlaendlein zerfallen, dann waere hier schon ein erster Konflikt vorgezeichnet, dem sicher bald weitere folgen wuerden.


Sehe ich auch so.
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Ist doch egal welche Staatsbürgerschaft die Leute haben und ob Südtirol zu Italien oder Österreich gehört.
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Beitrag(#2157614) Verfasst am: 19.11.2018, 20:59    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Hier mal eine ganz andere Stimme zum Thema 1.Weltkrieg, an der sich exemplarisch zeigen laesst, dass es sich beim sogenannten "Patriotismus" um ein klinisches Krankheitsbild, eine Wahrnehmungsstörung handelt, die die davon Betroffenen die Realität nur grotesk verzerrt wahrnehmen laesst:

https://www.youtube.com/watch?v=sG-dL-qYu1I

Nigel Farage, fraglos ein britischer Patriot, eignet sich auch deshalb so gut als Beispiel, weil er nach meiner Erfahrung unter Deutschen, die sich selbst als deutsche Patrioten identifizieren, ein eher gutes Ansehen geniesst. Da verwundert es doch sehr, dass sich sein Bild vom 1.Weltkrieg und den Rollen, die Deutsche und Briten dabei spielten, sehr stark von dem seiner deutschen Leidensgenossen unterscheidet.

Hier nur kurz zwei wesentliche Punkte, in denen sich die Wahrnehmungsstörung "Patriotismus" bei Nigel Farage erkennen laesst:

1. Laut Farage war es hauptsächlich den Briten zu verdanken, dass der deutsche Kaiser und die Deutschen bei ihrem Vorhaben ganz Europa zu versklaven scheiterten.

2. Farage nimmt natuerlich nicht wahr, dass zum damaligen Zeitpunkt eher Anlass bestand zu konstatieren, dass Grossbritanien die halbe Welt "versklavt" hatte, sondern er lügt die Rolle des britischen Imperialismus auf geradezu rührend naive Weise schoen.


Was 1914 und schon davor so entsetzlich schiefgelaufen ist, war dass es in allen an diesem Wahnsinn beteiligten Laendern viel zuviele Farages, zuviele "Patri(di)oten" gab, die ihre Umgebung ausschliesslich ueber eine in den jeweiligen Landesfarben gefärbte Brille wahrnahmen und zuwenig vernuenftige Menschen, die in der Lage waren mit klarem Blick rational internationale Politik zu machen.

Dies auch als Warnung fuer die Zukunft. Sollten die Patrioten tatsaechlich in die europäische Politik zurückkehren, dann werden die auch ihre alten Gespenster mitbringen und dann geht's wieder los....


Farage war ja einer der treibenden Kräfte hinter dem Brexit. Seine Anmerkungen zur Britischen Rolle im 1. Weltkrieg sind tatsächlich der Versuch, den Britischen Kolonialismus und Nationalismus zu verharmlosen, der ja auch durch den Brexit noch mal zum Ausdruck kommt.

Ansonsten sollte man sich lieber auf die historische Geschichtsforschung stützen, wenn es um die Analyse und Bewertung der Rollen verschiedener nationaler Kapitale bzgl. des 1. WK geht.
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Beitrag(#2157621) Verfasst am: 19.11.2018, 21:58    Titel: Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Die ersten beiden populistisch (mit)regierten Laender scheinen sich bereits in die Wolle zu kriegen:

Zitat:
...Das italienische Außenministerium hat die Pläne Österreichs zur Einführung der Doppelstaatsbürgerschaft für Südtiroler als "unangebrachte Initiative" bezeichnet. Diesbezüglich habe Italien "diplomatische Schritte" in Wien unternommen, hieß es in einer am Freitagabend veröffentlichten Presseaussendung. - derstandard.at/2000086950949/Paesse-fuer-Suedtiroler-Italien-sauer-auf-Oesterreich...


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Die Reaktion Italiens auf das Vorhaben der österreichischen Regierung kann eigentlich nicht verwundern, kann man doch das Angebot an "deutschstaemmige" Südtiroler die österreichische Staatsbürgerschaft als Zweitstaatsbuergerschaft zu bekommen durchaus als Vorstufe zu Gebietsansprüchen gegenueber Italien interpretieren. Sollte die europäische Gemeinschaft tatsaechlich, wie offen von populistischen Kreisen betrieben, in eine lose Ansammlung souveräner Vaterlaendlein zerfallen, dann waere hier schon ein erster Konflikt vorgezeichnet, dem sicher bald weitere folgen wuerden.


Sehe ich auch so.
Ich stelle mir vor, Deutschland würde deutschsprachige Belgier (davon gibt es ca 75.000) die deutsche Staatsbürgerschaft anbieten, die Schweden die schwedischsprachige Finnen (ca 250.000), die Schwedische, usw usw. Pillepalle


Es geht bei dem Beispiel von beachbernie aber vor allem um das Gebiet Südtirol und nicht nur um deutschsprachige Italiener.

Das ist doch genau der Grund, weshalb Italien Gebietsansprüche seitens Österreichs auf Südtirol befürchtet.

In die von mir geschilderte Fälle könnte das auch so gedeutet werden.
Natürlich sind das Gebietsansprüche der Österreicher. was denn sonst?
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Erich Fromm

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