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Sexismus II
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AdvocatusDiaboli
sollte mal wieder die Forumsregeln lesen



Anmeldungsdatum: 12.08.2003
Beiträge: 23314
Wohnort: München

Beitrag(#2165405) Verfasst am: 31.01.2019, 22:34    Titel: Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
Dabei fällt mir ein, dass wir ganz dringend auch ein Gesetz zur geschlechtsparitätischen Besetzung der Gefängnisse brauchen. Das Missverhältnis dort kann nur ein Zeichen übelsten Sexismus' sein.


Natürlich. Von Männern wird ja erwartet, dass sie sich wie Männer aufführen. Das muss sich ändern.

Genau. Und damit es das tut, verändern wir erstmal per Gesetz das Häftlingsverhältnis. Der Rest stellt sich dann automatisch ein - man muss nur wollen. Sehr glücklich

Der Sexismus beginnt schon vor Gericht. Wir sollten ein Gesetz haben, daß die Verurteilung zur Gefängnisstrafen für beide Geschlechter gleich häufig erfolgen.


Ein dummer Spruch über Geschlechtergerechtigkeit und du weißt zu 99%, das kommt von einem Mann - die Restwahrscheinlichkeit fällt auf Beatrix von Storch.

Diese ganze Diskussion wird von Männern geführt.


Ob du ein Mann bist, kann ich nicht beweisen. Schulterzucken In keiner Hinsicht. Aber die hohe Anzahl deiner dummen Sprüche spricht dafür. Außer du bist Beatrix.
_________________
Was dem Ockham sein Rasiermesser, ist dem Addi sein Hackebeil.
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fwo
leider wieder manchmal da



Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 22394
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2165420) Verfasst am: 01.02.2019, 00:42    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Der Brandenburger Landtag betritt rechtliches Neuland: Per Gesetz sollen im Parlament gleich viele Männer und Frauen vertreten sein. Die CDU-Opposition lehnt das ab.

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/vorbild-auch-fuer-den-bund-brandenburg-beschliesst-das-erste-parite-gesetz-16017976.html

Der Untertitel ist irreführend, weil das beschlossene Gesetz nach meinem Verständnis nicht dazu führt, daß das Parlament automatisch mit gleichviel Frauen und Männern besetzt ist. Trotzdem bin ich in diesem Fall kritisch, auch weil es den Versuch gab, ebenso Direktmandate dieser Regelung zu unterziehen. Ich finde es sollte keine gesetzliche Regelung geben, die eine demokratisch legitimierte Wahl verzerrt. Das Ziel unterstütze ich, Frauen und Männer sollen gleich stark vertreten sein. Aber hier, am Kern der Demokratie, möchte ich -trotz Zustimmung zum Ziel- keine Manipulation sehen.

zwinkern
Es gibt aber einen Workaround für jede Partei, die keine Lust dazu hat: Parteien wie die Frauenpartei, die die Förderung eines Geschlechts im Programm haben, brauchen ihre Liste nicht nach diesem Gesetz zu richten.

Ich empfehle den Parteien, die dieses Gesetz für verfassungswidrig halten, deshalb einen Passus in ihr Programm oder ihre Satzung aufzunehmen, dass sie - bis zur Parität der Geschlechter unter ihren Mitgliedern - jeweils das Geschlecht besonders fördern wollen, das in ihrer Partei die Mehrheit hat.
_________________
Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

The skills you use to produce the right answer are exactly the same skills you use to evaluate the answer.

Es gibt keinen Gott. Also: Jesus war nur ein Bankert und alle Propheten hatten einfach einen an der Waffel.
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vrolijke
Bekennender Pantheist
Moderator



Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 35239
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2165433) Verfasst am: 01.02.2019, 10:24    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Der Brandenburger Landtag betritt rechtliches Neuland: Per Gesetz sollen im Parlament gleich viele Männer und Frauen vertreten sein. Die CDU-Opposition lehnt das ab.

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/vorbild-auch-fuer-den-bund-brandenburg-beschliesst-das-erste-parite-gesetz-16017976.html

Der Untertitel ist irreführend, weil das beschlossene Gesetz nach meinem Verständnis nicht dazu führt, daß das Parlament automatisch mit gleichviel Frauen und Männern besetzt ist. Trotzdem bin ich in diesem Fall kritisch, auch weil es den Versuch gab, ebenso Direktmandate dieser Regelung zu unterziehen. Ich finde es sollte keine gesetzliche Regelung geben, die eine demokratisch legitimierte Wahl verzerrt. Das Ziel unterstütze ich, Frauen und Männer sollen gleich stark vertreten sein. Aber hier, am Kern der Demokratie, möchte ich -trotz Zustimmung zum Ziel- keine Manipulation sehen.

zwinkern
Es gibt aber einen Workaround für jede Partei, die keine Lust dazu hat: Parteien wie die Frauenpartei, die die Förderung eines Geschlechts im Programm haben, brauchen ihre Liste nicht nach diesem Gesetz zu richten.

Ich empfehle den Parteien, die dieses Gesetz für verfassungswidrig halten, deshalb einen Passus in ihr Programm oder ihre Satzung aufzunehmen, dass sie - bis zur Parität der Geschlechter unter ihren Mitgliedern - jeweils das Geschlecht besonders fördern wollen, das in ihrer Partei die Mehrheit hat.

Bei der Betriebsratswahl gab es (ich nehme an, das gibt es immer noch) eine Regel, dass weder Frauen noch Männer überproportional vertreten sein durften. Galt aber nur als Minderheitenschutz.
Wenn im Betrieb mehr Männer waren, durften prozentual mehr Frauen in den Betriebsrat, und umgekehrt.
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Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
Erich Fromm

Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

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Ahriman
boshafter Spötter



Anmeldungsdatum: 31.03.2006
Beiträge: 16239
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Beitrag(#2165446) Verfasst am: 01.02.2019, 12:11    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ergo: Absolut egal. Schulterzucken Mal wieder reine Symbolpolitik, die gar nichts bringt, gar nichts kostet, im Zweifel die Demokratie schmälert, aber sonst für nichts gut ist als dafür zu zeigen, wie ganz dolle modern man doch ist und wie anschmiegsam an den Zeitgeist man sich ranwanzen kann.

Bezieht sich auf die Vorschrift, ein Parlament gezielt m/w zu besetzen:
Das kostete sehr wohl wieder Steuergelder. Die betreffenden Trottel/innen, die das rausbrachten, werden hoch bezahlt und hätten stattdessen was sinnvolles tun können. Ich wundere mich sowieso schon lange, warum so ein Parlament oft Monate, ja Jahre braucht, um ein Gesetz zu machen.
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Grey
You will find only what you bring in.



Anmeldungsdatum: 07.03.2018
Beiträge: 1465
Wohnort: Raccoon City

Beitrag(#2165447) Verfasst am: 01.02.2019, 12:21    Titel: Antworten mit Zitat

Ahriman hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Ergo: Absolut egal. Schulterzucken Mal wieder reine Symbolpolitik, die gar nichts bringt, gar nichts kostet, im Zweifel die Demokratie schmälert, aber sonst für nichts gut ist als dafür zu zeigen, wie ganz dolle modern man doch ist und wie anschmiegsam an den Zeitgeist man sich ranwanzen kann.

Bezieht sich auf die Vorschrift, ein Parlament gezielt m/w zu besetzen:
Das kostete sehr wohl wieder Steuergelder. Die betreffenden Trottel/innen, die das rausbrachten, werden hoch bezahlt und hätten stattdessen was sinnvolles tun können. ...

Zum Beispiel ein Gesetz zur Errichtung von Pyramiden! Das fördert die Wirtschaft!
_________________
Train yourself to let go of everything you fear to lose.
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tillich (epigonal)
Prinz Ipienreiter



Anmeldungsdatum: 12.04.2006
Beiträge: 15886

Beitrag(#2165514) Verfasst am: 01.02.2019, 19:04    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt schon längst Quoten bei Wahlen.

Zum Beispiel gibt es einen Mechanismus im Wahlrecht, der dafür sorgt, dass aus jedem Gebiet mit einer bestimmten Einwohnerzahl mindestens ein Abgeordneter kommt. Und dieser Mechanismus sorgt dafür, dass ich nicht den Kandidaten wählen kann, den ich will, sondern nur ganz bestimmte, die in meiner Stadt zur Wahl stehen. Ein Kandidat aus meiner Nachbarstadt kann mir noch so gut gefallen, ich kann ihn nicht wählen.

Dito für die Bundesländer. Das Wahlrecht ist so gestaltet, dass aus jedem Bundesland eine Quote an Abgeordneten, entsprechend der Bevölkerungszahl, kommt. Auch dieser Mechanismus schränkt die freie Auswahl ein. Die CSU könnte ich nicht wählen, wenn ich wollte. Oder vielleicht halte ich ja auch die Liste einer Partei in meinem Bundesland für eine Ansammlung übler Spinner, während ich die Kandidaten woanders OK finde. Ich kann trotzdem nur die Liste in meinem Bundesland wählen - oder eben eine andere Partei.

Beides sind letztlich quotierende Mechanismen im Sinne einer repräsentativen Demokratie. Das fällt uns nur nicht auf, weil es so selbstverständlich scheint.

Eine Quotierung nach Geschlechtern wäre nur eine weitere Quotierung, die sich mMn genauso gut oder schlecht rechtfertigen lässt wie die genannten beiden.
_________________
"YOU HAVE TO START OUT LEARNING TO BELIEVE THE LITTLE LIES." -- "So we can believe the big ones?" -- "YES."

(Death / Susan, in: Pratchett, Hogfather)
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Zumsel
registrierter User



Anmeldungsdatum: 08.03.2005
Beiträge: 3563

Beitrag(#2165520) Verfasst am: 01.02.2019, 19:52    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Es gibt schon längst Quoten bei Wahlen.

Zum Beispiel gibt es einen Mechanismus im Wahlrecht, der dafür sorgt, dass aus jedem Gebiet mit einer bestimmten Einwohnerzahl mindestens ein Abgeordneter kommt. Und dieser Mechanismus sorgt dafür, dass ich nicht den Kandidaten wählen kann, den ich will, sondern nur ganz bestimmte, die in meiner Stadt zur Wahl stehen. Ein Kandidat aus meiner Nachbarstadt kann mir noch so gut gefallen, ich kann ihn nicht wählen.

Dito für die Bundesländer. Das Wahlrecht ist so gestaltet, dass aus jedem Bundesland eine Quote an Abgeordneten, entsprechend der Bevölkerungszahl, kommt. Auch dieser Mechanismus schränkt die freie Auswahl ein. Die CSU könnte ich nicht wählen, wenn ich wollte. Oder vielleicht halte ich ja auch die Liste einer Partei in meinem Bundesland für eine Ansammlung übler Spinner, während ich die Kandidaten woanders OK finde. Ich kann trotzdem nur die Liste in meinem Bundesland wählen - oder eben eine andere Partei.

Beides sind letztlich quotierende Mechanismen im Sinne einer repräsentativen Demokratie. Das fällt uns nur nicht auf, weil es so selbstverständlich scheint.

Eine Quotierung nach Geschlechtern wäre nur eine weitere Quotierung, die sich mMn genauso gut oder schlecht rechtfertigen lässt wie die genannten beiden.


Ist m.E. nicht vergleichbar, da Abgeordnete eben explizit Vertreter ihrer jeweiligen Regionen sind und auch nur von deren Bewohnern gewählt werden können. Das Äquivalenz dazu wären also getrennte Listen von Männern und Frauen, die dann eben auch jeweils nur von Männern bzw. Frauen gewählt werden und die Gwählten dann auch explizit Vertreter von Männern und Frauen sind. Das scheint mir demokratietheoretisch doch ein erheblicher Unterschied zu quotierten Listen zu sein.
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 39361
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2165523) Verfasst am: 01.02.2019, 20:18    Titel: Antworten mit Zitat

Wozu uebertriebene Quotenkackerei fuehren kann habe ich einmal bei einem Listenparteitag der Gruenen in Baden Wuerttemberg live erleben koennen.

Zuerst hat man munter eine ganze Reihe Quoten beschlossen. Die Frauenquote gab es bereits, dann kam eine Stadt/Land-Quote hinzu, dann noch ein Beschluss, dass auf den ersten 4 Listenplaetzen alle 4 Regierungsbezirke des Landes vertreten sein muessen, entsprechend auf Platz 5-8 genauso (Regionalquote) und als dann noch Vorschlae kamen auch noch das Zahlenverhaeltnis von Arbeitern zu Staatsangestellten und Studenten zu quotieren, meldete sich eine Kandidatin zu Wort, die beantragte alle Quoten wieder zurueckzunehmen und die ansonsten ihre Kandidatur zurueckziehen wollte. Das Problem dieser Frau war, dass sie automatisch auf einem sicheren Listenplatz landen muesste, weil es ohne sie schon rein mathematisch unmoeglich waere alle beschlossenen Quoten zu erfuellen und das lehne sie ab, weil sie gerne einen aussagekraeftigen Vertrauensbeweis ihrer Partei im Ruecken haette fuer ihre Kandidatur und eventuelle spaetere Mandatsausuebung.

Danach wurde per neuem Beschluss gerade mal die notwendige 2/3 Mehrheit erreicht um die bisherigen Quotenbeschluesse wieder zu kippe, wonach sich eine heftige Debatte um die Wiedereinfuehrung zumindest der Frauenquote entwickelte, die dann wiederhergestellt wurde.

Inzwischen war aber sehr viel Zeit vergangenen, es war schon lange nach Mitternacht bevor endlich ueber die eigentliche Liste abgestimmt werden konnte. Es waren dabei nur noch so wenige Delegierte anwesend, dass die Gruenen damals nur einen einzigen Antrag auf Feststellung der Beschlussfaehigkeit davon entfernt ware, am Wahltag ohne Liste dazustehen und entsprechend den Einzug in den Landtag zu verpassen. Man hatte naemlich den Listenparteitag auf unmittelbar vor Ablauf der Frist gelegt.

Am Ende hat es gerade noch so gereicht.


Das mal so als abschreckendes Beispiel dafuer, dass man sich mit sicher gut gemeinten Quoten auch schon mal selber paralysieren kan bzw. zu Wahllisten, die sich quasi von selbst, ohne groessere Mitwirkung durch demokratische Gremien aufstellen...
_________________
“Authoritarian agendas have gone too far.” (Lindsay Shepherd)------------ Stoppt die Bajuwarisierung der Kurpfalz jetzt!
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