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Bedingungsloses Grundeinkommen.....Kapitalismus war gestern....
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wolle
Anti-Theist und Welt-Verbesserer



Anmeldungsdatum: 23.03.2015
Beiträge: 2525

Beitrag(#2166475) Verfasst am: 10.02.2019, 10:43    Titel: Antworten mit Zitat

https://www.trendsderzukunft.de/warum-das-finnische-grundeinkommen-scheiterte-und-was-wir-daraus-lernen-koennen/ schrieb:
Zitat:
Beide Gruppen waren in etwa gleich „gut“ darin, einen neuen Job zu finden und anzutreten.


Der Verwaltungs-Aufwand, der sich aus der Überwachung und "Motivierung" von Arbeitslosen ergibt, könnte demnach entfallen.
Außerdem fühlen sich Bezieher von niedrigen Grundeinkommen zufriedener.
Das Experiment ist also geglückt, nicht gescheitert.
_________________
72. Generalversammlung der Vereinten Nationen, Presse-Mitteilung
http://www.un.org/en/ga/72/presskit/pdf/full_kit72_en.pdf
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step
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Anmeldungsdatum: 17.07.2003
Beiträge: 21465
Wohnort: Germering

Beitrag(#2166482) Verfasst am: 10.02.2019, 12:33    Titel: Antworten mit Zitat

Also,

- Arbeitslose finden (oder suchen) i.a. nicht vermehrt nach Arbeit, nur weil sie BGE bekommen. Wieso auch.
- Arbeitslose sind glücklicher mit BGE bzw. ohne die Hartz-IV mäßigen Schikanen. Wohl auch selbstverständlich.

In Summe: BGE ist viel besser als Hartz-IV, löst aber nicht die Fragen:

1. Wer macht die unangenehme Arbeit, die gemacht werden muß und nicht von Robotern gemacht werden kann?

2. Woher kommt die Wertschöpfung bzw. wem nimmt man das Geld weg? Leuten, die unbedingt für Geld schuften wollen? Automatischen Hedgefonds?

Solange man das Experiment also nur mit Arbeitslosen macht, ist das BGE einfach so eine Art stressärmerer Ersatz für das unmenschliche Hartz-IV System, ohne daß sich sonst viel ändert.

Interessanter wäre die Frage, wieviele Leute mit schlechtbezahlten Jobs ihren für BGE aufgeben bzw. einschränken würden. Das würde ja zu einer mehr oder weniger automatischen Anhebung des Mindestlohns um mehr als den BGE-Betrag führen und so zu einer Inflationsspirale, oder aber zu Versorgungsengpässen. Außer man findet hinreichend große Wertschöpfungsketten, die man besteuern kann.

Mal so als Laie grob geschätzt für Deutschland:
Niedriglohnsektor: ca. 10 Mio Personen
Stundenlohn: ca. 10 €, 50 Wochen a 35h, plus Delta Sozialleistungen
--> man müßte pro Jahr ca. 200 Mrd. € mehr Steuern einziehen, um allen Niedriglohnempfängern deutlich mehr zu bieten als das BGE
Das scheint mir angesichts eines Steueraufkommens von 700 Mrd. € durchaus realistisch, zumindest wenn man es EU-weit machen würde.
_________________
Was ist der Sinn des Lebens? - Keiner, aber Leere ist Fülle für den, der sie sieht.
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Zumsel
registrierter User



Anmeldungsdatum: 08.03.2005
Beiträge: 3658

Beitrag(#2166483) Verfasst am: 10.02.2019, 12:46    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
Interessanter wäre die Frage, wieviele Leute mit schlechtbezahlten Jobs ihren für BGE aufgeben bzw. einschränken würden. Das würde ja zu einer mehr oder weniger automatischen Anhebung des Mindestlohns um mehr als den BGE-Betrag führen und so zu einer Inflationsspirale, oder aber zu Versorgungsengpässen. Außer man findet hinreichend große Wertschöpfungsketten, die man besteuern kann.


Ist vermutlich etwas zu simpel gedacht, aber eigentlich könnte man das BGE doch einfach ans BIP koppeln, oder? Ist das BGE so hoch, dass zu wenige Menschen noch arbeiten wollen, bricht das BIP ein und führt automatisch zu einem geringeren BGE. Mittelfristig müsste sich die BGE-Höhe dadurch auf einem Niveau einpendeln, die ungefähr dem Verhältnis von gewünschtem Lebensstandard und als akzeptabel empfundenem Arbeitsaufwand entspricht.
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vrolijke
Bekennender Pantheist
Moderator



Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 36174
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2166490) Verfasst am: 10.02.2019, 13:20    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:

1. Wer macht die unangenehme Arbeit, die gemacht werden muß und nicht von Robotern gemacht werden kann?



Es gibt wohl kaum eine Definition was "unangenehme Arbeit" eigentlich ist.
_________________
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Louseign
selbsternannter Ernenner



Anmeldungsdatum: 02.06.2006
Beiträge: 5492

Beitrag(#2166492) Verfasst am: 10.02.2019, 13:47    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke, das lässt sich anhand der Stellen, die beim besten Willen nicht zu besetzen sind (und bei denen mangelnde Qualifikation nicht der Grund ist, warum die Stellen nicht besetzt werden können) relativ einfach ermitteln. Schlechte Bezahlung ist dabei sicher auch ein Aspekt, der eine Arbeit unangenehm macht.
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Lebensnebel
Sozial-Zombie



Anmeldungsdatum: 06.02.2016
Beiträge: 2315

Beitrag(#2166493) Verfasst am: 10.02.2019, 13:51    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:

1. Wer macht die unangenehme Arbeit, die gemacht werden muß und nicht von Robotern gemacht werden kann?



Es gibt wohl kaum eine Definition was "unangenehme Arbeit" eigentlich ist.


Praktisch sind es unter anderem Toilettenputzen, Kanalreinigung und ähnliches.
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step
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Anmeldungsdatum: 17.07.2003
Beiträge: 21465
Wohnort: Germering

Beitrag(#2166496) Verfasst am: 10.02.2019, 14:04    Titel: Antworten mit Zitat

Zumsel hat folgendes geschrieben:
Ist vermutlich etwas zu simpel gedacht, aber eigentlich könnte man das BGE doch einfach ans BIP koppeln, oder? Ist das BGE so hoch, dass zu wenige Menschen noch arbeiten wollen, bricht das BIP ein und führt automatisch zu einem geringeren BGE. Mittelfristig müsste sich die BGE-Höhe dadurch auf einem Niveau einpendeln, die ungefähr dem Verhältnis von gewünschtem Lebensstandard und als akzeptabel empfundenem Arbeitsaufwand entspricht.

Also so eine Art Wirtschaftsumsatzbeteiligung für jedermann. Ich sehe allerdings das Problem, daß viele Niedriglohnberufe schon stark vom BIP entkoppelt sind. Z.B. Pflegekräfte da hilft nur, die Gehälter zu erhöhen bzw. allgemein ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Dieses Problem wird daher vermutlich nicht durch ein BGE gelöst, sondern muß im Gegenteil noch zusätzlich gestemmt werden.
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Skeptiker
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Anmeldungsdatum: 14.01.2005
Beiträge: 14262
Wohnort: 129 Goosebumpsville

Beitrag(#2166498) Verfasst am: 10.02.2019, 14:07    Titel: Antworten mit Zitat

Lebensnebel hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:

1. Wer macht die unangenehme Arbeit, die gemacht werden muß und nicht von Robotern gemacht werden kann?



Es gibt wohl kaum eine Definition was "unangenehme Arbeit" eigentlich ist.


Praktisch sind es unter anderem Toilettenputzen, Kanalreinigung und ähnliches.


Ja, aber dies sind keine Tätigkeiten, die nicht durch Roboter zu leisten wären bzw. durch neuartige Toiletten und sonstige Abfallsysteme.

step sprach ja von unangenehmen Arbeiten, welche nicht durch Roboter zu leisten wären (oder durch einen Umbau der Infrastrukturen).

Und da gibt es kaum etwas, mittlerweile.

Es ist im übrigen auch widersprüchlich, von IoT, smart cities und diesen ganzen modernen Vernetzungs- und Steuerungskonzepten zu sprechen und dies als die *neue Zeit* zu hypen und auf der anderen Seite den Mund mit Pflaster zuzukleben, wenn es um die Entwicklung smarter Drecksarbeiten geht. nichts sehen, nichts hören, nichts sagen

Der Grund ist, dass intensive Ausbeutung sich erst dann lohnt, wenn extensive Ausbeutung nicht mehr profitabel ist.
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"Ich verwarne Ihnen!" (Schiri)
"Ich danke Sie" (Willi Lippens)

Keinem einzigen dieser Professoren, die auf Spezialgebieten der Chemie, der Geschichte, der Physik die wertvollsten Arbeiten liefern können, darf man auch nur ein einziges Wort glauben, sobald er auf Philosophie zu sprechen kommt. (Mark Twain)
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Skeptiker
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Anmeldungsdatum: 14.01.2005
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Wohnort: 129 Goosebumpsville

Beitrag(#2166499) Verfasst am: 10.02.2019, 14:11    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
Zumsel hat folgendes geschrieben:
Ist vermutlich etwas zu simpel gedacht, aber eigentlich könnte man das BGE doch einfach ans BIP koppeln, oder? Ist das BGE so hoch, dass zu wenige Menschen noch arbeiten wollen, bricht das BIP ein und führt automatisch zu einem geringeren BGE. Mittelfristig müsste sich die BGE-Höhe dadurch auf einem Niveau einpendeln, die ungefähr dem Verhältnis von gewünschtem Lebensstandard und als akzeptabel empfundenem Arbeitsaufwand entspricht.

Also so eine Art Wirtschaftsumsatzbeteiligung für jedermann. Ich sehe allerdings das Problem, daß viele Niedriglohnberufe schon stark vom BIP entkoppelt sind. Z.B. Pflegekräfte da hilft nur, die Gehälter zu erhöhen bzw. allgemein ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Dieses Problem wird daher vermutlich nicht durch ein BGE gelöst, sondern muß im Gegenteil noch zusätzlich gestemmt werden.


Da wäre eine demokratische Mitsprache der Beschäftigten ganz gut.

Aber man will das sozusagen *für diese* regeln. Mitbestimmung ist eben nicht vorgesehen in einer *offenen Gesellschaft*, die an der Werkstür endet.

"Sie verlassen den demokratischen Sektor!"
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step
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Anmeldungsdatum: 17.07.2003
Beiträge: 21465
Wohnort: Germering

Beitrag(#2166504) Verfasst am: 10.02.2019, 14:29    Titel: Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Da wäre eine demokratische Mitsprache der Beschäftigten ganz gut.

Bei den Arbeitsbedingungen (die ja auch betriebsspezifisch sind) sehe ich das ähnlich. Man könnte meinen, es wäre schon mal nicht schlecht, wenn der gesetzliche Mindestlohn und die steuerliche Progressionskurve demokratisch festgelegt wird - das kann dann auch nicht so leicht betrieblich umgangen werden. Interessanterweise gib es aber keine klaren Mehrheiten für deutlich höhere Mindestlöhne, vermutlich weil eine Mehrheit höhere Steuern fürchtet und selbst nochmal deutlich drüber verdient. Noch weniger gönnt der Bürger seinen Mitbürgern in anderen Staaten einen solchen Mindestlohn. Dasselbe Problem gibt es mglw. auch beim BGE.

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Aber man will das sozusagen *für diese* regeln. Mitbestimmung ist eben nicht vorgesehen in einer *offenen Gesellschaft*, die an der Werkstür endet.

Nun, die Pflegekräfte könnten streiken bzw. tariflich verhandeln - in manchen Branchen funktioniert das ja einigermaßen gut. Vergesellschaftung der Produktionsmittel würde (wenn überhaupt) ja nur was bringen, wenn ein Betrieb Gewinn abwirft.
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Zumsel
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Anmeldungsdatum: 08.03.2005
Beiträge: 3658

Beitrag(#2166505) Verfasst am: 10.02.2019, 14:55    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
Zumsel hat folgendes geschrieben:
Ist vermutlich etwas zu simpel gedacht, aber eigentlich könnte man das BGE doch einfach ans BIP koppeln, oder? Ist das BGE so hoch, dass zu wenige Menschen noch arbeiten wollen, bricht das BIP ein und führt automatisch zu einem geringeren BGE. Mittelfristig müsste sich die BGE-Höhe dadurch auf einem Niveau einpendeln, die ungefähr dem Verhältnis von gewünschtem Lebensstandard und als akzeptabel empfundenem Arbeitsaufwand entspricht.

Also so eine Art Wirtschaftsumsatzbeteiligung für jedermann. Ich sehe allerdings das Problem, daß viele Niedriglohnberufe schon stark vom BIP entkoppelt sind. Z.B. Pflegekräfte da hilft nur, die Gehälter zu erhöhen bzw. allgemein ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Dieses Problem wird daher vermutlich nicht durch ein BGE gelöst, sondern muß im Gegenteil noch zusätzlich gestemmt werden.


Aber ist eines der Hauptargumente für ein BGE nicht gerade, auch denjenigen, die Tätigkeiten nachgehen, die zwar gesellschaftlich wertvoll sind, aber deren Ertrag nicht direkt in materieller Wertschöpfung messbar ist, trotzdem eine angemessene Partizipation an den Erträgen der marteriellen Wertschöpfung zu garantieren?
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Skeptiker
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Anmeldungsdatum: 14.01.2005
Beiträge: 14262
Wohnort: 129 Goosebumpsville

Beitrag(#2166509) Verfasst am: 10.02.2019, 16:08    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Da wäre eine demokratische Mitsprache der Beschäftigten ganz gut.

Bei den Arbeitsbedingungen (die ja auch betriebsspezifisch sind) sehe ich das ähnlich. Man könnte meinen, es wäre schon mal nicht schlecht, wenn der gesetzliche Mindestlohn und die steuerliche Progressionskurve demokratisch festgelegt wird - das kann dann auch nicht so leicht betrieblich umgangen werden. Interessanterweise gib es aber keine klaren Mehrheiten für deutlich höhere Mindestlöhne, vermutlich weil eine Mehrheit höhere Steuern fürchtet und selbst nochmal deutlich drüber verdient. Noch weniger gönnt der Bürger seinen Mitbürgern in anderen Staaten einen solchen Mindestlohn. Dasselbe Problem gibt es mglw. auch beim BGE.

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Aber man will das sozusagen *für diese* regeln. Mitbestimmung ist eben nicht vorgesehen in einer *offenen Gesellschaft*, die an der Werkstür endet.

Nun, die Pflegekräfte könnten streiken bzw. tariflich verhandeln - in manchen Branchen funktioniert das ja einigermaßen gut. Vergesellschaftung der Produktionsmittel würde (wenn überhaupt) ja nur was bringen, wenn ein Betrieb Gewinn abwirft.


Wenn man das mit der Demokratie ernst nimmt, dann kann man nicht dafür sein, dass Gruppen von Menschen über die Arbeitsbedingungen anderer Menschengruppen entscheiden, von denen erstere selbst gar nicht betroffen sind.

Die Betroffenen selber müssen darüber mit bestimmen können, wie sie leben & arbeiten.

Du bist doch sonst so für Selbstbestimmung, etwa im Bereich Identitätspolitik usw.

Wer A sagt, muss auch B sagen. Demokratie muss konsequent sein, sonst ist es keine.

Und der Schritt der Vergesellschaftung wäre natürlich noch konsequenter. Aber bescheiden wir unsereiner nun mal ist, wäre eine echte Mitbestimmung in den Angelegenheiten, die die Menschen selber betreffen, schon ein großer Schritt vorwärts, während doch alles andere nur leere Phrasen von Demokratie sind.
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Samson83
registrierter User



Anmeldungsdatum: 18.01.2013
Beiträge: 6833

Beitrag(#2166511) Verfasst am: 10.02.2019, 16:11    Titel: Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:


Die Betroffenen selber müssen darüber mit bestimmen können, wie sie leben & arbeiten.
Können sie doch.

Wenn es einem irgendwo nicht passt, kündigt man eben und macht was anderes.
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An alle: Lasst Euch dadurch nicht in die Irre führen. Dieser braune Burschi muss bearbeitet werden - immer hart an der Sache. Macht ihn mürbe! (Kramer)
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Ahriman
boshafter Spötter



Anmeldungsdatum: 31.03.2006
Beiträge: 16475
Wohnort: 89250 Senden

Beitrag(#2166521) Verfasst am: 10.02.2019, 18:56    Titel: Antworten mit Zitat

Samson83 hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:


Die Betroffenen selber müssen darüber mit bestimmen können, wie sie leben & arbeiten.
Können sie doch.

Wenn es einem irgendwo nicht passt, kündigt man eben und macht was anderes.

Das ging um 1950 prima, als man händeringend überall Leute suchte und Italiener importierte. Ich weiß das, ich hab als junger Kerl davon profitiert. Damals hätten wir vielleicht die Flüchtlinge gut gebrauchen können, mit denen wir heute nicht wissen wohin damit. Heute kündigt man nicht so leicht.
Leute für unangenehme Arbeiten ließen sich eher finden, wenn man denen, die so einen Job annehmen, nicht gleich das ALG oder Hartz4 oder sonstwas kürzen würde. Wenn man die Leute nicht quasi noch dafür bestraft, daß sie einen Drecksjob annehmen.
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Tarvoc
Papst Tarvoc der Stæhlerne



Anmeldungsdatum: 01.03.2004
Beiträge: 36428
Wohnort: Bonn

Beitrag(#2166525) Verfasst am: 10.02.2019, 19:13    Titel: Antworten mit Zitat

Ahriman hat folgendes geschrieben:
Samson83 hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Die Betroffenen selber müssen darüber mit bestimmen können, wie sie leben & arbeiten.
Können sie doch.

Wenn es einem irgendwo nicht passt, kündigt man eben und macht was anderes.

Das ging um 1950 prima, als man händeringend überall Leute suchte und Italiener importierte.

Wie "prima" das damals ging, kann ich nicht beurteilen. Aber wenn, dann war das ein kurzes Zeitfenster von maximal zwei Jahrzehnten. In der Geschichte des Kapitalismus war das jedenfalls eine absolute Ausnahme.
_________________
...Ich bin halt einfach mit der Gesamtsituation unzufrieden.
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Samson83
registrierter User



Anmeldungsdatum: 18.01.2013
Beiträge: 6833

Beitrag(#2166526) Verfasst am: 10.02.2019, 19:24    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Samson83 hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Die Betroffenen selber müssen darüber mit bestimmen können, wie sie leben & arbeiten.
Können sie doch.

Wenn es einem irgendwo nicht passt, kündigt man eben und macht was anderes.

Das ging um 1950 prima, als man händeringend überall Leute suchte und Italiener importierte.

Wie "prima" das damals ging, kann ich nicht beurteilen. Aber wenn, dann war das ein kurzes Zeitfenster von maximal zwei Jahrzehnten. In der Geschichte des Kapitalismus war das jedenfalls eine absolute Ausnahme.
Mein Vater war in dieser Zeit gerade mit seiner Lehre fertig, also Anfang der 60er. Schlosser mit Volksschule, also nichts mir wirklich außergewöhnlicher Qualifikation.

Streit mit Chef, Papiere abgeholt, in Nachbarfirma (oder auch auf irgendeiner Baustelle) mündlich gefragt, ob jemand gebraucht wurde, ab nächster Woche woanders gearbeitet.

Bei mir selbst war es nicht ganz so formlos; aber: Es mag manchen überraschen, aber ich hake manchmal etwas an. Aber ein Jobwechsel war für mich nie ein Problem, und ich hatte - wie hier schon beschrieben - überhaupt keine Furcht, meinen letzten Job ohne Anschlussstelle aufzugeben, und die Resonanzen auf meine Bewerbungen sind bisher vielversprechend. Und in den letzten Jahren haben mich ständig irgendwelche Headhunter angeschrieben; meine Qualifikation ist zwar solide, aber nicht totale Elite, also absolut außergewöhnlich. Auch Handwerker suchen händeringend, ein Freund von mir hat einen kleinen Tischlereibetrieb und findet seit Monaten NIEMANDEN, obwohl er vielleicht nicht ideale, aber durchaus angenehme Bedingungen bietet.

Wie es aussieht, haben wir also momentan wieder solch ein Zeitfenster.

Nichtsdestotrotz bin ich inzwischen auch zum überzeugen Grundeinkommensbefürworter geworden (wirklich!); dies könnte dieses Zeitfenster zum Dauerzustand machen.

Kann es sein, dass die "Arbeiter" auch ohne Kollektivorganiationen und ohne Revolution oder Arbeitskampfmaßnahmen realen Einfluss auf die Produktionsverhältnisse haben etwas ist, was in den sozialistischen Theorien nicht vorkommt?
_________________
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Zumsel
registrierter User



Anmeldungsdatum: 08.03.2005
Beiträge: 3658

Beitrag(#2166682) Verfasst am: 11.02.2019, 21:09    Titel: Antworten mit Zitat

Zumsel hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
Zumsel hat folgendes geschrieben:
Ist vermutlich etwas zu simpel gedacht, aber eigentlich könnte man das BGE doch einfach ans BIP koppeln, oder? Ist das BGE so hoch, dass zu wenige Menschen noch arbeiten wollen, bricht das BIP ein und führt automatisch zu einem geringeren BGE. Mittelfristig müsste sich die BGE-Höhe dadurch auf einem Niveau einpendeln, die ungefähr dem Verhältnis von gewünschtem Lebensstandard und als akzeptabel empfundenem Arbeitsaufwand entspricht.

Also so eine Art Wirtschaftsumsatzbeteiligung für jedermann. Ich sehe allerdings das Problem, daß viele Niedriglohnberufe schon stark vom BIP entkoppelt sind. Z.B. Pflegekräfte da hilft nur, die Gehälter zu erhöhen bzw. allgemein ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Dieses Problem wird daher vermutlich nicht durch ein BGE gelöst, sondern muß im Gegenteil noch zusätzlich gestemmt werden.


Aber ist eines der Hauptargumente für ein BGE nicht gerade, auch denjenigen, die Tätigkeiten nachgehen, die zwar gesellschaftlich wertvoll sind, aber deren Ertrag nicht direkt in materieller Wertschöpfung messbar ist, trotzdem eine angemessene Partizipation an den Erträgen der marteriellen Wertschöpfung zu garantieren?


Dazu passend:
https://www.zeit.de/arbeit/2019-01/care-arbeit-pflege-kinder-eltern-ina-praetorius

Daraus:
Zitat:
Ich bin eine Verfechterin des Grundeinkommens, weil ich es wichtig finde, dass alle Menschen eine bedingungslose finanzielle Absicherung haben. Aber das würde nicht das Problem lösen, wie wir wichtige Arbeit anerkennen. Das bedingungslose Grundeinkommen würde ja, wie der Name schon sagt, allen zustehen; ob sich jemand um andere kümmert oder nur um sich, spielt keine Rolle. Wir müssten dann trotzdem als Gesellschaft darüber diskutieren: Was sehen wir als wertvolle Arbeit und was nicht? Wie honorieren wir das? Und wer hat eigentlich verdient, gut zu leben?


Da wird die Grundidee des BGE m.E. verwässert, wenn nicht gar untergraben. Die Freiheit, die durch das BGE gewährleistet werden soll, begründet sich doch gerade darin, dass sich eben niemand bei der Auszahlung nicht-marktwirtschaftlich begründeten Einkommens anzumaßen hat, den "Wert" der jeweiligen Tätigkeit zu bestimmen. Beim BGE geht es um Unabhängigkeit, nicht um politische Honorierung ausgewählter Tätigkeiten, das ist m.E. schlicht ein anderes Grundkonzept.
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step
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Anmeldungsdatum: 17.07.2003
Beiträge: 21465
Wohnort: Germering

Beitrag(#2166690) Verfasst am: 11.02.2019, 22:02    Titel: Antworten mit Zitat

Zumsel hat folgendes geschrieben:
... Die Freiheit, die durch das BGE gewährleistet werden soll, begründet sich doch gerade darin, dass sich eben niemand bei der Auszahlung nicht-marktwirtschaftlich begründeten Einkommens anzumaßen hat, den "Wert" der jeweiligen Tätigkeit zu bestimmen. Beim BGE geht es um Unabhängigkeit, nicht um politische Honorierung ausgewählter Tätigkeiten, das ist m.E. schlicht ein anderes Grundkonzept.

Da stimme ich zu. Mein Einwand richtete sich gegen Deine These, das BGE pendele sich automatisch an der gewünschten Stelle ein, wenn es nur ans BIP gekoppelt wäre.

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Wenn man das mit der Demokratie ernst nimmt, dann kann man nicht dafür sein, dass Gruppen von Menschen über die Arbeitsbedingungen anderer Menschengruppen entscheiden, von denen erstere selbst gar nicht betroffen sind.

Sie sind nicht von den Arbeitsbedingungen betroffen, richtig. Wohl aber von den Bedingungen, z.B. Gehältern oder Sozialversicherung, zumindest wenn sie die mit ihren Steuern bezahlen müssen.

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Die Betroffenen selber müssen darüber mit bestimmen können, wie sie leben & arbeiten. Du bist doch sonst so für Selbstbestimmung ...

Ja, und hier auch. Es ist nur komplizierter, als es Dir scheint.
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 40420
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2166693) Verfasst am: 11.02.2019, 22:22    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
Zumsel hat folgendes geschrieben:
... Die Freiheit, die durch das BGE gewährleistet werden soll, begründet sich doch gerade darin, dass sich eben niemand bei der Auszahlung nicht-marktwirtschaftlich begründeten Einkommens anzumaßen hat, den "Wert" der jeweiligen Tätigkeit zu bestimmen. Beim BGE geht es um Unabhängigkeit, nicht um politische Honorierung ausgewählter Tätigkeiten, das ist m.E. schlicht ein anderes Grundkonzept.

Da stimme ich zu. Mein Einwand richtete sich gegen Deine These, das BGE pendele sich automatisch an der gewünschten Stelle ein, wenn es nur ans BIP gekoppelt wäre.



Viel effektiver waere eine Kopplung an die Arbeitslosenquote.

Bei hoher Arbeitslosigkeit darf es dann eher ein bisschen mehr BGE sein, das entlastet den Arbeitsmarkt, weil insbesondere schwer Vermittelbare dann lieber gleich zuhause bleiben.

Bei niedriger Arbeitslosigkeit gibt es weniger BGE und so steigt die Motivation einen Arbeitsplatz zu suchen und Arbeitgeber haben es leichter Leute zu finden um ihr Unternehmenspotential im Boom voll ausschöpfen zu koennen.

Zur Zeit laeuft es gerade umgekehrt. Bei schlecht laufender Konjunktur steigt die Arbeitslosigkeit, während gleichzeitig die öffentlichen Kassen leerer sind. Deshalb versucht die Politik dannn oft die Zuwendungen an Arbeitslose zu kürzen, angeblich um sie zu motivieren zu arbeiten. Was allerdings gerade dann nur schwer moeglich ist, weil die meisten Unternehmen gar nicht einstellen, sondern eher ihr Personal abbauen. Dies motiviert keinen Arbeitslosen, sondern erzeugt eher ein Leck-mich-am-Arsch-Gefuehl, weil es den Leuten so vor kommt als ob ihnen der Staat noch mal extra eine reinwürgt, nachdem sie vielleicht gerade von ihrem Arbeitgeber entlassen worden sind.
_________________
Achtung Triggerwarnung: Bei Halbzeitpausenrevoluzzern kann dieses posting möglicherweise Schnappatmung und Pickel auslösen.
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smallie
Mädchen.



Anmeldungsdatum: 02.04.2010
Beiträge: 2882

Beitrag(#2166701) Verfasst am: 11.02.2019, 23:44    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
2. Woher kommt die Wertschöpfung bzw. wem nimmt man das Geld weg? Leuten, die unbedingt für Geld schuften wollen? Automatischen Hedgefonds?

Gute Fragen.

step hat folgendes geschrieben:
... Außer man findet hinreichend große Wertschöpfungsketten, die man besteuern kann.

Mal so als Laie grob geschätzt für Deutschland:
Niedriglohnsektor: ca. 10 Mio Personen
Stundenlohn: ca. 10 €, 50 Wochen a 35h, plus Delta Sozialleistungen
--> man müßte pro Jahr ca. 200 Mrd. € mehr Steuern einziehen, um allen Niedriglohnempfängern deutlich mehr zu bieten als das BGE
Das scheint mir angesichts eines Steueraufkommens von 700 Mrd. € durchaus realistisch, zumindest wenn man es EU-weit machen würde.

Ich liebe solche Dreikäsehochrechnungen. Sehr glücklich Da spiel ich mit.


1) Man nimmt von den Lohn- und Einkommensteuerpflichtigen.

    Niedriglohnsektor: ca. 10 Mio Personen
    Insgesamt etwa 45 Mio Erwerbstätige.
    Also müssen die 200 Mrd. von 35 Mio. Erwerbstätigigen getragen werden.
    Macht 5 700 EUR zusätzlich für jeden Steuerpflichtigen.



2) Von den äußerst Einkommensstarken.

    Es gibt ungefähr 19 000 Einkommensmillionäre in Deutschland. Mit 100% besteuert macht das gerade mal 19 Mrd. Es fehlen noch 181 Mrd. um auf die 200 Mrd. zu kommen. Mir ist klar, daß sich ohne Einkommenstabelle hier nichts genaues sagen läßt.


3) Von den äußerst Vermögenden.

    Es gibt 1 300 000 Millionäre in Deutschland. Das es so viele sind, war mir nicht klar. Der Einfachheit halber besteuern ich die mit 1%. Dann wären das 13 Mrd., die in den Topf kommen.



4) Abgeltungsteuer

    Liegt etwa bei 8 Mrd. im Jahr. Wobei bis zur letztjährigen Reform vor 2008 erworbene Wertpapiere steuerfrei blieben.




Zusammengefasst: es ist nicht so leicht, 200 Mrd. aus dem Hut zu zaubern.
_________________
"There are two hard things in computer science: cache invalidation, naming things, and off-by-one errors."
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Critic
oberflächlich



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Beitrag(#2166703) Verfasst am: 12.02.2019, 01:10    Titel: Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
2. Woher kommt die Wertschöpfung bzw. wem nimmt man das Geld weg? Leuten, die unbedingt für Geld schuften wollen? Automatischen Hedgefonds?

Gute Fragen.

step hat folgendes geschrieben:
... Außer man findet hinreichend große Wertschöpfungsketten, die man besteuern kann.

Mal so als Laie grob geschätzt für Deutschland:
Niedriglohnsektor: ca. 10 Mio Personen
Stundenlohn: ca. 10 €, 50 Wochen a 35h, plus Delta Sozialleistungen
--> man müßte pro Jahr ca. 200 Mrd. € mehr Steuern einziehen, um allen Niedriglohnempfängern deutlich mehr zu bieten als das BGE
Das scheint mir angesichts eines Steueraufkommens von 700 Mrd. € durchaus realistisch, zumindest wenn man es EU-weit machen würde.

Ich liebe solche Dreikäsehochrechnungen. Sehr glücklich Da spiel ich mit.


1) Man nimmt von den Lohn- und Einkommensteuerpflichtigen.

    Niedriglohnsektor: ca. 10 Mio Personen
    Insgesamt etwa 45 Mio Erwerbstätige.
    Also müssen die 200 Mrd. von 35 Mio. Erwerbstätigigen getragen werden.
    Macht 5 700 EUR zusätzlich für jeden Steuerpflichtigen.


Soweit ich das verstanden habe, soll ja das BGE die bisherigen Sozialleistungen ersetzen, und wurde auch damit gerechtfertigt, daß sowieso statistisch gesehen in etwa ein bestimmter Betrag an jeden Bürger ausgezahlt werde. Wenn man das nunmehr jedem Bürger (*) in etwa diesen Durchschnittsbetrag zahlte, wäre das doch eigentlich kostenneutral? Noch dazu, da ja auch wer einzahlte wieder Geld zurück erhielte (bzw. sich das halt verrechnet). Würde sich dann nicht die potentielle zusätzliche Belastung deutlich reduzieren?



(*): Gewisse Anpassungen wären vielleicht auch möglich: Ich verstehe ja z.B. nicht, in wiefern es eine "gerechte Behandlung" darstellt, wenn man Millionären Kindergeld zahlt, das diese ja nicht brauchen, aber Hartz-IV-Empfängern das Kindergeld auf das Alg-II anrechnet, sie also im Prinzip wenig bis nichts davon haben. Der Grenznutzen eines zusätzlichen Europas ist für einen Hartz-IV-Empfänger wesentlich größer, er braucht das zusätzliche Geld wesentlich nötiger. Insofern würde ich da eher sagen wollen, ob es nicht einen Grenzbetrag geben sollte, ab dem sich das (dann allerdings einkommensabhängige) GE reduzierte: Also wäre eine gewisse "Bürokratie" immer noch notwendig.

Die Anpassung entsprechend wirtschaftlicher Rahmendaten wäre vielleicht auch interessant, sofern davon eine Steuerungswirkung ausgeht: Wenn X z.B. weiß, daß es auch von seiner Arbeitsleistung abhängt, wieviel (zusätzliches Grund-)Einkommen sie oder er hat, wäre X dann ja immer noch motiviert zu arbeiten, weil es direkt und auch der Gesellschaft nützt. Und auch geringer entlohnte Tätigkeiten (halbtags, im sozialen Bereich etc.) würden ggf. interessant, das GE ermöglicht trotzdem ein vielleicht nicht opulentes, aber streßärmeres Einkommen, (nebenbei wird auch die work-life-balance wird verbessert etc.) Am Kopf kratzen.

Wohlgemerkt ist das Ziel der Wirtschaftspolitik nicht das maximal erreichbare, sondern vielmehr ein angemessenes Wirtschaftswachstum: Zumindest naheliegend ist ja, daß ein zu starkes Wachstum zu Inflation als auch zur Entstehung von "Blasen", also zum erhöhten Risiko für Krisen führen kann. Man könnte ein Grundeinkommen dabei vielleicht auch als Steuerunginstrument sehen: Wenn es andererseits der Wirtschaft gutgeht und damit das GE steigt, mag es mehr Leute geben, denen das GE reicht, sie nehmen eine Auszeit oder setzen sich zur Ruhe. Dadurch wird das Wirtschaftswachstum gebremst, weil ja die z.V. stehende Arbeitskraft sich reduziert. Und dadurch werden umgekehrt wieder die Leute motiviert, zuzuarbeiten. Das Wirtschaftswachstum würde sich um einen Gleichgewichtswert einpendeln, abhängig von den Modalitäten des GE.
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Dann bin ich halt bekloppt. Mit den Augen rollen

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step
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Beitrag(#2166723) Verfasst am: 12.02.2019, 10:35    Titel: Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
... --> man müßte pro Jahr ca. 200 Mrd. € mehr Steuern einziehen, um allen Niedriglohnempfängern deutlich mehr zu bieten als das BGE ...
... 1) Man nimmt von den Lohn- und Einkommensteuerpflichtigen. ... Macht 5 700 EUR zusätzlich für jeden Steuerpflichtigen. ... Zusammengefasst: es ist nicht so leicht, 200 Mrd. aus dem Hut zu zaubern.

Es sieht weniger schlimm aus, wenn man schätzt, wieviel jeder mehr zahlen muß. Selbst ohne (zusätzliche) Progression wären das +28% der jetzigen Steuerbelastung.
- Geringverdiener: zahlt eh keine Steuern
- Durchschnittsverdiener zahlt zwischen 10% und 20% Steuern (je nach Splitting usw.) --> er müßte dann 13%-26% zahlen.
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step
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Beitrag(#2166724) Verfasst am: 12.02.2019, 10:42    Titel: Antworten mit Zitat

Critic hat folgendes geschrieben:
Soweit ich das verstanden habe, soll ja das BGE die bisherigen Sozialleistungen ersetzen, und wurde auch damit gerechtfertigt, daß sowieso statistisch gesehen in etwa ein bestimmter Betrag an jeden Bürger ausgezahlt werde. Wenn man das nunmehr jedem Bürger (*) in etwa diesen Durchschnittsbetrag zahlte, wäre das doch eigentlich kostenneutral? Noch dazu, da ja auch wer einzahlte wieder Geld zurück erhielte (bzw. sich das halt verrechnet). Würde sich dann nicht die potentielle zusätzliche Belastung deutlich reduzieren?

Nehmen wir an, für Hartz-IV Empfänger (dann BGE-Bezieher) sei alles finanziell neutral. Hier ging es aber darum, was man zusätzlich aufbringen müßte, um Niedriglohnempfänger so zu stellen, daß sie deutlich mehr als das BGE erhalten - bzw. das BGE einfach zusätzlich bekommen. Das geht nicht aufkommensneutral.

Ein mögliches Problem sehe ich auch noch in einer Inflationsspirale. Die Wirtschaft (inklusive handelnder Privatpersonen) springt natürlich gleich drauf und erhöht die Gewinnmargen bei den Mieten, im Supermarkt usw.
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beachbernie
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Beitrag(#2166725) Verfasst am: 12.02.2019, 10:58    Titel: Antworten mit Zitat

Critic hat folgendes geschrieben:


.......Wohlgemerkt ist das Ziel der Wirtschaftspolitik nicht das maximal erreichbare, sondern vielmehr ein angemessenes Wirtschaftswachstum: Zumindest naheliegend ist ja, daß ein zu starkes Wachstum zu Inflation als auch zur Entstehung von "Blasen", also zum erhöhten Risiko für Krisen führen kann. Man könnte ein Grundeinkommen dabei vielleicht auch als Steuerunginstrument sehen: Wenn es andererseits der Wirtschaft gutgeht und damit das GE steigt, mag es mehr Leute geben, denen das GE reicht, sie nehmen eine Auszeit oder setzen sich zur Ruhe. Dadurch wird das Wirtschaftswachstum gebremst, weil ja die z.V. stehende Arbeitskraft sich reduziert. Und dadurch werden umgekehrt wieder die Leute motiviert, zuzuarbeiten. Das Wirtschaftswachstum würde sich um einen Gleichgewichtswert einpendeln, abhängig von den Modalitäten des GE.



Dein Vorschlag haette allerdings das Gegenteil von dem zur Folge, was Du eigentlich erreichen willst. Wenn Du das GE gerade dann erhöhst, wenn die Wirtschaft ohnehin brummt, dann schaffst Du zusaetzliche Nachfrage und wenn Du das GE dann wieder zurueckfaehrst, wenn die Konjunktur in den Keller geht, dann drosselst Du zusätzlich die Nachfrage und verschärfst so die Konjunkturkrise. Im Ergebnis "glättest" Du die Wirtschaftszyklen nicht, sondern Du verstärkst die Ausschläge sowohl nach oben als auch nach unten!

Wer die Wirtschaftszyklen tatsaechlich "glätten", d.h. die Extreme abflachen will, der muss eine "antizyklische" Wirtschaftspolitik betreiben, d.h. in Abschwungsphasen die Konjunktur ankurbeln, z.B. durch Erhöhung eines GE und in Aufschwungsphasen entsprechend Konjunktur dämpfen, z.B. durch Verminderung des GE. Eine solche antizyklische Wirtschaftspolitik ist allerdings deshalb so schwer durchzustehen, weil in konjunkturell schwächeren Phasen auch das Steueraufkommen zurückgeht und der Staat eher geneigt Sparmassnahmen durchzuziehen und entsprechend in Zeiten des Aufschwungs die vollen Steuerkoffer dazu verführen teure aber wenig nützliche "Prestigeprojekte" zu starten und den plötzlichen Reichtum zu verschwenden. Idealerweise sollte der Staat in Zeiten schwacher Konjunktur Schulden machen und diese Gelder so einsetzen, dass sie mehr oder weniger direkt in den Konsum gehen und sich dafuer in Zeiten starker Konjunktur eher sparsam zeigen und die aufgenommen Schulden abzahlen. Klingt einfach, scheint aber sehr schwierig zu sein, weil kaum eine Regierung das so konsequent hinkriegt.
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astarte
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Beitrag(#2166728) Verfasst am: 12.02.2019, 11:40    Titel: Antworten mit Zitat

Bei einem Grundeinkommen kämen eventuell weitere Vorteile zum Tragen:

Arbeitnehmer hätten weniger Angst vor Entlassung, könnten weniger ausgebeutet werden, würden weniger Überstunden arbeiten, bzw weniger Stunden, was in manchen Branchen nachweislich sogar effektiveres Arbeiten und gleiche Leistungen, bei größerer Zufriedenheit und weniger Krankheitstagen und weniger Verschleißerkrankungen (physisch und psychisch) bedeutet.

In der mehr zur Verfügung stehenden Freizeit würden die Freizeitindustrie profitieren, das Ehrenamt, die Familien. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf würde erleichtert, Kindererziehung und Pflege von Angehörigen wäre besser möglich.

Der Schritt in die Selbstständigkeit wäre nicht ein so hohes Risiko.

sog. "Arbeitsscheue" würden das Minimum bekommen, die Leistung der Berufstätigen lohnt sich entsprechend mehr, und zwar auch die "Drecksarbeiten". Psychisch labile Menschen (mMn viele der sog. "Arbeitsscheuen") könnten Teilzeitmodelle nutzen, kämen nicht mehr so leicht in Überforderung und den Kreislauf des Versagens, der Frustration und Arbeitslosigkeit.

Unterbezahlte Berufe, das Handwerk und soziale Berufe würden profitieren, auch weil die zu geringe Bezahlung weniger Azubis abschrecken würde, die in diesen Bereich begabt und interessiert wären, sich aber von Zukunftsangst abhalten lassen. Bzw die Abwanderung aus diesen Berufen würde sinken.

Die Chancengleichheit würde gestärkt, weil bisher nur Menschen mit Rücklagen, Vermögen usw sich freier entscheiden konnten, was sie arbeiten, wie viel und zu welchen Bedingungen. Wichtige, aber schlecht bezahlte, weil wenig angesehene Berufe müssten besser bezahlt werden, weil die Betriebe um die Mitarbeiter werben müssten, und erhielten damit bessere Anerkennung.
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Zumsel
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Beitrag(#2166730) Verfasst am: 12.02.2019, 11:48    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
...Viel effektiver waere eine Kopplung an die Arbeitslosenquote....


Damit beraubst du dem BGE aber einer seiner entscheidenden Waffen: Dem Zwang zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen, v.a. von Tätigkeiten im Niedriglohnsektor. Denn wenn die Niedriglöhner ihren Ausbeutern alle den Mittelfinger zeigen, steigt die Zahl offener Stellen rapide an, das BGE singt und die ehemaligen Niedriglöhner müssen zurückgekrochen kommen, ohne dass sich an den Umständen viel geändert hätte...
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beachbernie
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Beitrag(#2166733) Verfasst am: 12.02.2019, 12:01    Titel: Antworten mit Zitat

Zumsel hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
...Viel effektiver waere eine Kopplung an die Arbeitslosenquote....


Damit beraubst du dem BGE aber einer seiner entscheidenden Waffen: Dem Zwang zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen, v.a. von Tätigkeiten im Niedriglohnsektor. Denn wenn die Niedriglöhner ihren Ausbeutern alle den Mittelfinger zeigen, steigt die Zahl offener Stellen rapide an, das BGE singt und die ehemaligen Niedriglöhner müssen zurückgekrochen kommen, ohne dass sich an den Umständen viel geändert hätte...


Wieso? "Zurueckkriechen" muss niemand, weil er das BGE als Sicherheitsnetz hat und deshalb gegenueber zu knauserigen Arbeitgebern ganz anders agieren kann. Mit "Kopplung an die Arbeitslosenquote" meine ich naemlich nicht, dass man bei niedriger Arbeitslosenquoten unter das Existenzminimum gehen soll mit dem BGE, sonst wuerde dessen Grundgedanke pervertiert werden.
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step
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Beitrag(#2166743) Verfasst am: 12.02.2019, 13:52    Titel: Antworten mit Zitat

astarte hat folgendes geschrieben:
Arbeitnehmer hätten weniger Angst vor Entlassung, könnten weniger ausgebeutet werden, würden weniger Überstunden arbeiten, bzw weniger Stunden, was in manchen Branchen nachweislich sogar effektiveres Arbeiten und gleiche Leistungen, bei größerer Zufriedenheit und weniger Krankheitstagen und weniger Verschleißerkrankungen (physisch und psychisch) bedeutet. ...

Genau, deshalb sollte man BGE-Experimente gerade mit (Niedriglohn-) Arbeitnehmern machen und nicht nur mit Arbeitslosen. Ich denke auch, daß die von Dir genannten Vorteile kaum bestritten werden, meistens liest man als Gegenargument entweder Kosten oder arbeitsscheue Arbeitslose.

astarte hat folgendes geschrieben:
sog. "Arbeitsscheue" würden das Minimum bekommen, die Leistung der Berufstätigen lohnt sich entsprechend mehr, und zwar auch die "Drecksarbeiten".

Ja, und um das zu erreichen, darf das BGE eben nicht nur ein (bedingungsloser) Ersatz für jetzige Sozialleistungen sein.
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astarte
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Beitrag(#2166745) Verfasst am: 12.02.2019, 14:38    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
...
... Ich denke auch, daß die von Dir genannten Vorteile kaum bestritten werden, meistens liest man als Gegenargument entweder Kosten oder arbeitsscheue Arbeitslose.

Die wirklich nichts arbeiten wollen, und sich damit mit einem sehr bescheidenen Einkommen, dem BGE, zufrieden geben würden, dürften eher wenige sein, die mE nicht ins Gewicht fallen. edit: Arbeitslose sind ja nur noch ein Teil der Hartz-IV-Bezieher.

Denn entweder sieht es nur so aus, dass sie nicht wollen (wie gesagt: psychische o.a. Gründe) und sie fallen auch jetzt immer wieder aus dem Arbeitsmarkt, und bekommen Bezüge.
Oder sie können, dann tun sie es mE auch sobald sie durch das BGE mehr Freiheiten haben, um sich etwas mehr leisten zu können, als nur "ohne Not leben" zu können. Was sich ja dann auch eben wieder lohnt.

Kosten, so sie denn die Kosten des bisherige Sozialsytems - was ja auch enorm viel kostet - übersteigen, muss man mE mehrschichtig ausgleichen:
bsp:
- Spitzensteuersatz hoch
- Vermögenssteuer
- konsequentere Besteuerung von Großkonzernen usw

Dazu fallen die Kosten der überbordenden Bürokratie bei der Verwaltung des jetzigen Systems zum Großteil weg, und Aufstocker usw. auch.
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Beitrag(#2166755) Verfasst am: 12.02.2019, 15:04    Titel: Antworten mit Zitat

astarte hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
...
... Ich denke auch, daß die von Dir genannten Vorteile kaum bestritten werden, meistens liest man als Gegenargument entweder Kosten oder arbeitsscheue Arbeitslose.

Die wirklich nichts arbeiten wollen, und sich damit mit einem sehr bescheidenen Einkommen, dem BGE, zufrieden geben würden, dürften eher wenige sein, die mE nicht ins Gewicht fallen. edit: Arbeitslose sind ja nur noch ein Teil der Hartz-IV-Bezieher.

Denn entweder sieht es nur so aus, dass sie nicht wollen (wie gesagt: psychische o.a. Gründe) und sie fallen auch jetzt immer wieder aus dem Arbeitsmarkt, und bekommen Bezüge.
Oder sie können, dann tun sie es mE auch sobald sie durch das BGE mehr Freiheiten haben, um sich etwas mehr leisten zu können, als nur "ohne Not leben" zu können. Was sich ja dann auch eben wieder lohnt.

Kosten, so sie denn die Kosten des bisherige Sozialsytems - was ja auch enorm viel kostet - übersteigen, muss man mE mehrschichtig ausgleichen:
bsp:
- Spitzensteuersatz hoch
- Vermögenssteuer
- konsequentere Besteuerung von Großkonzernen usw

Dazu fallen die Kosten der überbordenden Bürokratie bei der Verwaltung des jetzigen Systems zum Großteil weg, und Aufstocker usw. auch.


Wobei das BGE vermutlich gerade wegen Studenten und Schülern sehr teuer werden könnte, sofern diese nicht aussen vor gelassen würden. Selbstfinanzierung durch Nebenjob, Eltern oder BAföG wäre nicht mehr notwendig. Die Kosten allein dürften sich im hohen einstelligen, bis niedrigem zweistelligen Milliardenbereich bewegen.
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