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Was ist Kultur....
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luc
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Anmeldungsdatum: 15.04.2010
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Beitrag(#2179291) Verfasst am: 24.05.2019, 13:01    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
; Katzen fliegen geradezu auf mich, weil sie meinen Körpergeruch mögen (der entsteht nicht wegen fehlender Sauberkeit, weshalb es auch Frauen gibt, die ihn mögen, sondern wegen der Beschränkung der Benutzung von Seife auf nicht wasserlösliche Verschmutzungen).

.


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Marcellinus
Outsider



Anmeldungsdatum: 27.05.2009
Beiträge: 6766

Beitrag(#2179292) Verfasst am: 24.05.2019, 13:07    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Es ist in dieser Form auch sehr neu.

Ja, so an die 10.000 Jahre (bei Hunden vermutlich noch etwas mehr). Sehr glücklich
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"Mangel an historischem Sinn ist der Erbfehler aller Philosophen ... Alles aber ist geworden;
es gibt keine ewigen Tatsachen: sowie es keine absoluten Wahrheiten gibt."

Friedrich Nietzsche
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fwo
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Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 23319
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2179293) Verfasst am: 24.05.2019, 13:31    Titel: Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
Es ist in dieser Form auch sehr neu.

Ja, so an die 10.000 Jahre (bei Hunden vermutlich noch etwas mehr). Sehr glücklich

Nein, und das wird auch deutlich, wenn Du meinen Post komplett liest. Mit "dieser Form" meine ich das gefühlsmäßige Vermenschlichen unserer Haustiere. Wenn wir uns das beim Hund ansehen, schon sehr lange ein treuer Freund des Menschen, so ist der regelmäßig auch gegessen worden, und das nicht nur zu Notzeiten. Bei uns ist der "Tierschutz" jetzt so weit, dass es verboten ist, Hunde zu essen. Warum eigentlich? An den besonderen intellektuellen Fähigkeiten dieser Tiere kann es nicht liegen - Hausschweine sind im Schnitt schlauer als Hunde. Um 1900 war es auch in Deutschland noch relativ normal, Hunde zu essen, weshalb es auch normal war, dass es in München Hundeschlachtereien gab, ohne, dass sich jemand darüber aufgeregt hätte. Diese Aufregung darüber, die es sogar fertigbringt, in ein Gesetz zu münden, ist keine 10 000 Jahre alt, die ist sehr neu.
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Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

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Es gibt keinen Gott. Also: Jesus war nur ein Bankert und alle Propheten hatten einfach einen an der Waffel.
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fwo
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Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 23319
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2179294) Verfasst am: 24.05.2019, 13:32    Titel: Antworten mit Zitat

luc hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
; Katzen fliegen geradezu auf mich, weil sie meinen Körpergeruch mögen (der entsteht nicht wegen fehlender Sauberkeit, weshalb es auch Frauen gibt, die ihn mögen, sondern wegen der Beschränkung der Benutzung von Seife auf nicht wasserlösliche Verschmutzungen).

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Lachen Magst Du Dich erklären? (Wenn nicht, kann ich Dir inzwischen sogar eine Buchempfehlung zu diesem Thema aussprechen: Dr. med Yael Adler: Hautnah)
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tillich (epigonal)
Prinz Ipienreiter



Anmeldungsdatum: 12.04.2006
Beiträge: 16167

Beitrag(#2179303) Verfasst am: 24.05.2019, 17:53    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
https://www.seattletimes.com/seattle-news/washington-becomes-first-state-to-legalize-human-composting/

Ich mag die Idee. Ich liebe es...

Komisch. Ich dachte immer, Kompostierung wäre die im westlichen Kulturkreis übliche Methode.
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"YOU HAVE TO START OUT LEARNING TO BELIEVE THE LITTLE LIES." -- "So we can believe the big ones?" -- "YES."

(Death / Susan, in: Pratchett, Hogfather)
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tillich (epigonal)
Prinz Ipienreiter



Anmeldungsdatum: 12.04.2006
Beiträge: 16167

Beitrag(#2179304) Verfasst am: 24.05.2019, 17:56    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Worin ich mich diesbezüglich von den besonders tierlieben Zeitgenossen unterscheide, ist nur, dass ich meine Zuneigung zu anderen Wesen ab einer bestimmten Tiefe auf Menschen beschränke, und das kann ich, weil ich noch genügend zwischenmenschlichen Kontakt habe.

Geht mir ähnlich. Ich habe auch überhaupt nichts dagegen, Haustiere zu halten (ich hätte gerne eine Katze, geht aber nicht gut), aber ich krieg regelmäßig das Kotzen, von Leute ernsthaft von Tieren als ihren Kindern sprechen o.Ä.
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fwo
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Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 23319
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Beitrag(#2179306) Verfasst am: 24.05.2019, 18:17    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
https://www.seattletimes.com/seattle-news/washington-becomes-first-state-to-legalize-human-composting/

Ich mag die Idee. Ich liebe es...

Komisch. Ich dachte immer, Kompostierung wäre die im westlichen Kulturkreis übliche Methode.

Nicht wirklich - teilweise werden die Leichen sogar mit ausgesprochen grundwassergefährdenden "Kompostierungsverhinderern" wie Formaldehyd vollgepumpt, damit sie für eine längere Besichtigung hübsch bleiben. Sonst hätten wir nach den üblichen 30 Jahren, die wir bei uns bis zur Wiederbelegung eines Grabes warten, auch nicht teilweise noch so unschöne Reste.

Ich vermute, dass es sich bei der Kompostierung, um die es hier geht, um ein schwedisches Patent handelt, bei dem die Leichen zuerst auf sehr tiefe Temperaturen heruntergekühlt, dann auf eine sehr feine Körnung zerkleinert und anschließend getrocknet werden. Das so erhaltene Granulat kann dann einer normalen Kompostierung zugeführt werden.

Das war jetzt aus dem Gedächtnis, aber Google war gnädig mit mir:
https://de.wikipedia.org/wiki/Promession
https://www.geo.de/natur/nachhaltigkeit/2879-rtkl-promession-gruener-sterben
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Lebensnebel
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Beiträge: 2314

Beitrag(#2179308) Verfasst am: 24.05.2019, 19:06    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
https://www.seattletimes.com/seattle-news/washington-becomes-first-state-to-legalize-human-composting/

Ich mag die Idee. Ich liebe es...

Komisch. Ich dachte immer, Kompostierung wäre die im westlichen Kulturkreis übliche Methode.

Nicht wirklich - teilweise werden die Leichen sogar mit ausgesprochen grundwassergefährdenden "Kompostierungsverhinderern" wie Formaldehyd vollgepumpt, damit sie für eine längere Besichtigung hübsch bleiben. Sonst hätten wir nach den üblichen 30 Jahren, die wir bei uns bis zur Wiederbelegung eines Grabes warten, auch nicht teilweise noch so unschöne Reste.

Ich vermute, dass es sich bei der Kompostierung, um die es hier geht, um ein schwedisches Patent handelt, bei dem die Leichen zuerst auf sehr tiefe Temperaturen heruntergekühlt, dann auf eine sehr feine Körnung zerkleinert und anschließend getrocknet werden. Das so erhaltene Granulat kann dann einer normalen Kompostierung zugeführt werden.

Das war jetzt aus dem Gedächtnis, aber Google war gnädig mit mir:
https://de.wikipedia.org/wiki/Promession
https://www.geo.de/natur/nachhaltigkeit/2879-rtkl-promession-gruener-sterben


Das läuft anders in den USA:
https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/washington-erlaubt-als-erster-us-bundesstaat-das-kompostieren-von-leichen-a-1268765.html
Zitat:
Spades Start-up Recompose entwickelte dafür in Zusammenarbeit mit der Washington State University ein Verfahren weiter, das schon seit Jahrzehnten in der Landwirtschaft bei Tierkadavern eingesetzt wird. Dabei wird der Verwesungsprozess beschleunigt: Der Leichnam kommt gemeinsam mit Stroh, Holzspänen und Schneckenklee in einen speziell geformten Stahlbehälter. Dort werden die menschlichen Überreste dann innerhalb von 30 Tagen von Mikroben abgebaut.
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



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Beitrag(#2179314) Verfasst am: 24.05.2019, 19:36    Titel: Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Die Bedürfnisse sind wechselseitig. Wenn du den Viechern nicht so verbiestert begegnen würdest, würdest du das merken. zwinkern


Daumen hoch!
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Achtung Triggerwarnung: Bei Halbzeitpausenrevoluzzern kann dieses posting möglicherweise Schnappatmung und Pickel auslösen.
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 40413
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Beitrag(#2179316) Verfasst am: 24.05.2019, 19:48    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
Es ist in dieser Form auch sehr neu.

Ja, so an die 10.000 Jahre (bei Hunden vermutlich noch etwas mehr). Sehr glücklich

Nein, und das wird auch deutlich, wenn Du meinen Post komplett liest. Mit "dieser Form" meine ich das gefühlsmäßige Vermenschlichen unserer Haustiere. Wenn wir uns das beim Hund ansehen, schon sehr lange ein treuer Freund des Menschen, so ist der regelmäßig auch gegessen worden, und das nicht nur zu Notzeiten. Bei uns ist der "Tierschutz" jetzt so weit, dass es verboten ist, Hunde zu essen. Warum eigentlich? An den besonderen intellektuellen Fähigkeiten dieser Tiere kann es nicht liegen - Hausschweine sind im Schnitt schlauer als Hunde. Um 1900 war es auch in Deutschland noch relativ normal, Hunde zu essen, weshalb es auch normal war, dass es in München Hundeschlachtereien gab, ohne, dass sich jemand darüber aufgeregt hätte. Diese Aufregung darüber, die es sogar fertigbringt, in ein Gesetz zu münden, ist keine 10 000 Jahre alt, die ist sehr neu.



Dass Haustiere vermenschlicht werden ist nun wirklich nichts Neues. Im alten Aegypten wurden Katzen manchmal genauso wie Angehoerige des Hochadels einbalsamiert und fürstlich bestattet. Ich gehe mal davon aus, dass die auch zu Lebzeiten auf nichts verzichten mussten. Mit einem solchen Kult um Katzen kann unsere heutige Gesellschaft, bei allen Übertreibungen, bisher noch nicht ganz mithalten.

Dass man eine emotionale Beziehung zu Haustieren aufbauen kann, halte ich dabei nicht automatisch fuer unnatürlich, sondern um eine logische Folge des Kontaktes mit einem Haustier, mit dem man direkt zusammen lebt und das nicht den Charakter eines blossen Nutztiers hat. Zumindest ist dies bei Menschen so, die nicht psychopathisch veranlagt sind. Das beschränkt sich auch nicht nur auf Haustiere. Auch mit Wildtieren kann man auf emotionaler Ebene Kontakt haben (wenn auch nicht ganz so komplex und tief wie mit anderen Menschen) und dies ist schon deshalb nichts Unnatürliches, weil es sowas auch in freier Wildbahn unter Tieren, die verschiedenen Arten angehören, gibt.
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Zuletzt bearbeitet von beachbernie am 24.05.2019, 19:51, insgesamt einmal bearbeitet
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beachbernie
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Anmeldungsdatum: 16.04.2006
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Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2179317) Verfasst am: 24.05.2019, 19:51    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
https://www.seattletimes.com/seattle-news/washington-becomes-first-state-to-legalize-human-composting/

Ich mag die Idee. Ich liebe es...

Komisch. Ich dachte immer, Kompostierung wäre die im westlichen Kulturkreis übliche Methode.



Nicht so ganz. Dass man als Erinnerung an seine verblichene Verwandtschaft einen Sack Pflanzendünger in die Hand gedrückt bekommt, den man in seinem Garten verwenden kann, ist relativ neu. Sehr glücklich
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fwo
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Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 23319
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Beitrag(#2179319) Verfasst am: 24.05.2019, 20:07    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
Es ist in dieser Form auch sehr neu.

Ja, so an die 10.000 Jahre (bei Hunden vermutlich noch etwas mehr). Sehr glücklich

Nein, und das wird auch deutlich, wenn Du meinen Post komplett liest. Mit "dieser Form" meine ich das gefühlsmäßige Vermenschlichen unserer Haustiere. Wenn wir uns das beim Hund ansehen, schon sehr lange ein treuer Freund des Menschen, so ist der regelmäßig auch gegessen worden, und das nicht nur zu Notzeiten. Bei uns ist der "Tierschutz" jetzt so weit, dass es verboten ist, Hunde zu essen. Warum eigentlich? An den besonderen intellektuellen Fähigkeiten dieser Tiere kann es nicht liegen - Hausschweine sind im Schnitt schlauer als Hunde. Um 1900 war es auch in Deutschland noch relativ normal, Hunde zu essen, weshalb es auch normal war, dass es in München Hundeschlachtereien gab, ohne, dass sich jemand darüber aufgeregt hätte. Diese Aufregung darüber, die es sogar fertigbringt, in ein Gesetz zu münden, ist keine 10 000 Jahre alt, die ist sehr neu.



Dass Haustiere vermenschlicht werden ist nun wirklich nichts Neues. Im alten Aegypten wurden Katzen manchmal genauso wie Angehoerige des Hochadels einbalsamiert und fürstlich bestattet. Ich gehe mal davon aus, dass die auch zu Lebzeiten auf nichts verzichten mussten. Mit einem solchen Kult um Katzen kann unsere heutige Gesellschaft, bei allen Übertreibungen, bisher noch nicht ganz mithalten.

Dass man eine emotionale Beziehung zu Haustieren aufbauen kann, halte ich dabei nicht automatisch fuer unnatürlich, sondern um eine logische Folge des Kontaktes mit einem Haustier, mit dem man direkt zusammen lebt und das nicht den Charakter eines blossen Nutztiers hat. Zumindest ist dies bei Menschen so, die nicht psychopathisch veranlagt sind. Das beschränkt sich auch nicht nur auf Haustiere. Auch mit Wildtieren kann man auf emotionaler Ebene Kontakt haben (wenn auch nicht ganz so komplex und tief wie mit anderen Menschen) und dies ist schon deshalb nichts Unnatürliches, weil es sowas auch in freier Wildbahn unter Tieren, die verschiedenen Arten angehören, gibt.

Religiöse Verehrung von Tieren, das ist das was bei den Ägyptern war, bei den Indern sind es Rinder, ist noch einmal ein anderes Thema. Ansonsten halte ich auch eine emotionale Beziehung zu Tieren für etwas normales - wir hatten zeitweise in meiner Jugend auch einen Hund. Darum geht es hier gar nicht. Auch jeder Bauer, der früher für jedes Rind einen Namen hatte, hatte eine emotionale Beziehung zu diesen Tieren. Er konnte sie trotzdem schlachten, bzw. schlachten lassen. Acuh Jäger haben üblicherweise eine emotionale Beziehung zum Wild, die nicht unbedingt vom Tötungswillen geprägt ist. Davon, dass das etwas unnatürliches sei, hat hier kein Mensch geschrieben - es ging hier überhaupt nicht um Natürliches oder Unnatürliches.
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astarte
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Anmeldungsdatum: 13.11.2006
Beiträge: 39905

Beitrag(#2179322) Verfasst am: 24.05.2019, 21:21    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
luc hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
; Katzen fliegen geradezu auf mich, weil sie meinen Körpergeruch mögen (der entsteht nicht wegen fehlender Sauberkeit, weshalb es auch Frauen gibt, die ihn mögen, sondern wegen der Beschränkung der Benutzung von Seife auf nicht wasserlösliche Verschmutzungen).

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Ich verstehe luc da jetzt auch nicht. Vielleicht hat er das "nicht" überlesen in
fwo hat folgendes geschrieben:
...der entsteht nicht wegen fehlender Sauberkeit, ....

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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



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Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2179328) Verfasst am: 24.05.2019, 23:42    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
....Acuh Jäger haben üblicherweise eine emotionale Beziehung zum Wild, die nicht unbedingt vom Tötungswillen geprägt ist....


Das halte ich fuer ausgemachten Unsinn, es sei denn man zählt eher pathologische Gemuetszustaende zu den Emotionen.

Man hat entweder einen pragmatischen Bezug zum Wild oder man interpretiert Dinge in die Tiere, die da einfach nicht reingehoeren. Das ist grundsaetzlich auch nichts anderes als wenn am anderen Ende der Vermenschlichungsskala die vereinsamte Oma ihrem Mops ein Häubchen aufzieht und im Kinderwagen durch die Nachbarschaft schiebt.
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Critic
oberflächlich



Anmeldungsdatum: 22.07.2003
Beiträge: 14830
Wohnort: Arena of Air

Beitrag(#2179334) Verfasst am: 25.05.2019, 01:40    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
....Acuh Jäger haben üblicherweise eine emotionale Beziehung zum Wild, die nicht unbedingt vom Tötungswillen geprägt ist....


Das halte ich fuer ausgemachten Unsinn, es sei denn man zählt eher pathologische Gemuetszustaende zu den Emotionen.


(Späterer Edit, mir war da noch ein Satz abhanden gekommen:) Ja, ich sehe da so einige Verhältnisse in Bezug auf Tiere oder gemeinhin die Natur, die ich auch ethisch problematisch bis pathologisch finde:

Jäger können das durchaus sehr romantisieren und/oder ihre Einlassungen auch an Ernst Jüngers Schriften über das Soldatentum erinnern. So zu lesen etwa in zwei vor kurzem veröffentlichten Jagdbüchern, die von Frauen geschrieben wurden (vielleicht wurden die deshalb so herausgestellt und so zitiert, weil die Jagd als "Männerdomäne" gilt). Und Jäger dürften dabei durchaus auch Spaß empfinden.

Und es werden des öfteren ja auch Tiere getötet, einfach weil das für den Jäger einfacher zu bewerkstelligen ist.

Damit dürften dann Viele ein ethisch-moralisches Problem haben.


Zitat:
Man hat entweder einen pragmatischen Bezug zum Wild oder man interpretiert Dinge in die Tiere, die da einfach nicht reingehoeren. Das ist grundsaetzlich auch nichts anderes als wenn am anderen Ende der Vermenschlichungsskala die vereinsamte Oma ihrem Mops ein Häubchen aufzieht und im Kinderwagen durch die Nachbarschaft schiebt.


Wenn man bedenkt: Bevor z.B. die Meere überfischt waren, konnte sich auch der Kormoran dort ernähren. Und heute, wo die Meere ausgelaugt sind und die Fischer um ihre Existenz kämpfen, stört dessen natürliches Verhalten, und die Fischer demonstrieren und skandieren "Tod dem Kormoran".

Und dasselbe finden wir letztlich auch da: Der Mensch hat die Landschaft umgestaltet, die Tiere verdrängt, und heute ist es kaum mehr möglich, daß es nicht zu Konflikten zwischen Mensch (bzw. seiner Nutzung der Landschaft mittels Tierzucht etc.) und Wildtieren kommt. Wohlgemerkt, es dürfte bei Fisch auch nicht anders sein als bei anderen Lebensmitteln - Vieles wird dann einfach weggeworfen. Man könnte ja auch mit den Ressourcen schonender umgehen (hatte ich ja im Essensthread schon geschrieben: Der Idealzustand ist, nur soviel zu nehmen, wie man braucht), auch die Fischer besser bezahlen, dann wären auch die Freiräume für die Tiere eher mal da, daß sie nicht mehr als Bedrohung für die ökonomischen Interessen empfunden werden.

(Man muß auch die Vergangenheit nicht romantisieren, es gab ja auch Zeiten überzogener Ängste, in denen das Land so bewaldet und der Mensch quasi eine Randerscheinung war, in denen der Mensch kaum den Fuß außerhalb seines Weilers gesetzt hat, aus Furcht, von Tieren oder bösen Geistern gefressen zu werden. Aber auch wenn man nicht antropomorphiert oder das Tier romantisiert oder irgendeinen Waldes-Urzustand herbeiphantasiert:)

Wie soll man mit einem Tier verhandeln? Man sieht jedenfalls, daß es dem Menschen leichter fällt, sich umzustellen als dem Tier. Das ist letztlich dessen Lebensweise, und zum Arrangement gehört wohl auch, daß darüber nachgedacht werden muß, wie man dem Tier - will man nicht die nächste Art ausrotten - wieder Freiräume schafft. Man kann es auch als Problem ansehen, das Tier nur dort zu dulden, wo es sich zum Menschen "kompatibel" verhält, während der Mensch sich gleichzeitig immer weiter ausdehnt, immer mehr Landschaft zubetoniert et cetera. Wahrscheinlich muß der Mensch dann auch mal Ansprüche auf Flächen aufgeben.
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Dann bin ich halt bekloppt. Mit den Augen rollen

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Zuletzt bearbeitet von Critic am 25.05.2019, 19:25, insgesamt einmal bearbeitet
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beachbernie
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Beitrag(#2179335) Verfasst am: 25.05.2019, 01:56    Titel: Antworten mit Zitat

Critic hat folgendes geschrieben:

Jäger können das durchaus sehr romantisieren und/oder ihre Einlassungen auch an Ernst Jüngers Schriften über das Soldatentum erinnern. So zu lesen etwa in zwei vor kurzem veröffentlichten Jagdbüchern, die von Frauen geschrieben wurden (vielleicht wurden die deshalb so herausgestellt und so zitiert, weil die Jagd als "Männerdomäne" gilt). Und Jäger dürften dabei durchaus auch Spaß empfinden.

Und es werden des öfteren ja auch Tiere getötet, einfach weil das für den Jäger einfacher zu bewerkstelligen ist....




Das ist aber eine sehr einseitige "emotionale Beziehung", die man genauso gut zu einem Backstein haben kann oder zu einem Eimer Wasser. Und genau das meine ich mit "pathologischen Gemütszuständen", weil dies impliziert, dass man Sachen in Gegenstände (oder halt Tiere) hineinprojiziert, fuer die es da drin einfach keine Grundlage gibt.

Zu einer echten emotionalen Beziehung gehoeren zwei Seiten, die wechselseitig miteinander kommunizieren, einschliesslich nonverbaler Kommunikation. So wie Menschen mit Hunden oder Katzen kommunizieren koennen, aber auch mit vielen anderen Tieren.

Eine solche Kommunikation findet zwischen Jaeger und Wild nicht statt. Der Jaeger spürt das Wild auf und tötet es. Fertig. Alles andere ist dummes Zeug, mit dem sich heutzutage insbesondere sogenannte "Sportjäger" oder auch "Sportangler" ihren Blutsport schoenluegen.
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Critic
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Beitrag(#2179336) Verfasst am: 25.05.2019, 02:07    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt zumindest schönere "Beziehungen" zur Natur und zu Lebewesen als indem man darauf schießt...
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Dann bin ich halt bekloppt. Mit den Augen rollen

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Beitrag(#2179338) Verfasst am: 25.05.2019, 04:00    Titel: Antworten mit Zitat

Critic hat folgendes geschrieben:
Es gibt zumindest schönere "Beziehungen" zur Natur und zu Lebewesen als indem man darauf schießt...


Es kommt immer darauf an zu welchem Zweck man auf diese Lebewesen schiesst. Jemand, der jagt um billiges und gesundes Fleisch fuer sich zu seine Familie zu erlangen, der handelt sehr vernuenftig. Das kann durchaus Teil einer gesunden Beziehung zu Natur und Umwelt sein. Jemand der auf Lebewesen schiesst, weil er Spass daran hat Tiere tot zu machen, der ist ein Psychopath, dem man auch als Mensch besser aus dem Weg geht.
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Beitrag(#2179348) Verfasst am: 25.05.2019, 11:29    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
....Acuh Jäger haben üblicherweise eine emotionale Beziehung zum Wild, die nicht unbedingt vom Tötungswillen geprägt ist....


Das halte ich fuer ausgemachten Unsinn, es sei denn man zählt eher pathologische Gemuetszustaende zu den Emotionen.

Man hat entweder einen pragmatischen Bezug zum Wild oder man interpretiert Dinge in die Tiere, die da einfach nicht reingehoeren. Das ist grundsaetzlich auch nichts anderes als wenn am anderen Ende der Vermenschlichungsskala die vereinsamte Oma ihrem Mops ein Häubchen aufzieht und im Kinderwagen durch die Nachbarschaft schiebt.

Du bringst da einiges durcheinander, auch wenn ich von Deinen dauernden Pathologiesierungsversuchen absehe:
Der "pragmatische Bezug" ist die Handlungsgrundlage, die erstmal wenig mit dem emotionalen Bezug zu tun haben muss. Ich habe auch schon Jäger getroffen, die geschossen haben, weil sie gesehen haben, dass der Rotwildbestand zu hoch für den Wald war, die aber vom emotionalen Bezug zuerst als Naturschützer fühlten. Es könnte sein, dass Dein Missverständnis auch daher rührt, dass Jagd hier zumindest theoretisch eine Institution ist mit Hegeverpflichtung ist, während man in Kanada Jäger ist, wenn man in den Wald geht, um sich was zum Essen zu schießen.

Ein emotionaler Bezug hat auch höchstens insofern etwas mit "reininterpretieren" zu tun, als letzteres die Folge des ersteren sein kann, nicht muss.
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Beitrag(#2179356) Verfasst am: 25.05.2019, 12:47    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Critic hat folgendes geschrieben:
Es gibt zumindest schönere "Beziehungen" zur Natur und zu Lebewesen als indem man darauf schießt...


Es kommt immer darauf an zu welchem Zweck man auf diese Lebewesen schiesst. Jemand, der jagt um billiges und gesundes Fleisch fuer sich zu seine Familie zu erlangen, der handelt sehr vernuenftig. Das kann durchaus Teil einer gesunden Beziehung zu Natur und Umwelt sein. Jemand der auf Lebewesen schiesst, weil er Spass daran hat Tiere tot zu machen, der ist ein Psychopath, dem man auch als Mensch besser aus dem Weg geht.


Zustimmung!
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Beitrag(#2179394) Verfasst am: 25.05.2019, 22:58    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
....Acuh Jäger haben üblicherweise eine emotionale Beziehung zum Wild, die nicht unbedingt vom Tötungswillen geprägt ist....


Das halte ich fuer ausgemachten Unsinn, es sei denn man zählt eher pathologische Gemuetszustaende zu den Emotionen.

Man hat entweder einen pragmatischen Bezug zum Wild oder man interpretiert Dinge in die Tiere, die da einfach nicht reingehoeren. Das ist grundsaetzlich auch nichts anderes als wenn am anderen Ende der Vermenschlichungsskala die vereinsamte Oma ihrem Mops ein Häubchen aufzieht und im Kinderwagen durch die Nachbarschaft schiebt.

Du bringst da einiges durcheinander, auch wenn ich von Deinen dauernden Pathologiesierungsversuchen absehe:
Der "pragmatische Bezug" ist die Handlungsgrundlage, die erstmal wenig mit dem emotionalen Bezug zu tun haben muss. Ich habe auch schon Jäger getroffen, die geschossen haben, weil sie gesehen haben, dass der Rotwildbestand zu hoch für den Wald war, die aber vom emotionalen Bezug zuerst als Naturschützer fühlten. Es könnte sein, dass Dein Missverständnis auch daher rührt, dass Jagd hier zumindest theoretisch eine Institution ist mit Hegeverpflichtung ist, während man in Kanada Jäger ist, wenn man in den Wald geht, um sich was zum Essen zu schießen.

Ein emotionaler Bezug hat auch höchstens insofern etwas mit "reininterpretieren" zu tun, als letzteres die Folge des ersteren sein kann, nicht muss.


Ach Gott, wenn es Dich so stört, dass ich hier nur das Beispiel "jagen um zu essen" gebrauche, dann ersetze es ganz einfach mit "aus einem vernünftigen Grund Wildiere töten". Das kann dann auch zur Hege geschehen oder auch zur Gefahrenabwehr.

Damit moechte ich allerdings der deutschen/mitteleuropaeischen Jägerschaft keinesfalls einen Persilschein ausstellen. Damit mag man einem Teil der Jaeger gerecht werden, aber daneben gibt es einen recht grossen Teil von Jaegern, die zwar hehre Motive fuer ihre Ballerei vorschützen, bei denen aber neben Mordlust auch solche Sachen wie Prestigedenken im Vordergrund stehen und von deren Sorte sich manchmal auch welche in unsere Wälder verirren um sich ihren Lebenstraum vom Abknallen eines wehrlosen Bären zu erfüllen. Schon dieser ganze Mummenschanz, der bei Euch um die Jägerei gemacht wird mit Halali und Trallala, deutet recht stark darauf hin, dass da viel Pathologisches mit ihm Spiel ist, das es zu kompensieren gilt.

Wenn ein Jaeger z.B. den Wildbestand in seinem Revier durch Regelmäßige Winterfütterung künstlich hoch hält und dann vielleicht noch seinen Hochstand so baut, dass ihm die angefütterten Viecher zwangsläufig vor die Knarre laufen muessen, dann kann der mir nicht weissmachen, dass er jagt um den Wildbestand zu regulieren.
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Ahriman
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Beitrag(#2179402) Verfasst am: 25.05.2019, 23:47    Titel: Antworten mit Zitat

BB hat folgendes geschrieben:
Schon dieser ganze Mummenschanz, der bei Euch um die Jägerei gemacht wird mit Halali und Trallala, deutet recht stark darauf hin, dass da viel Pathologisches mit im Spiel ist,

Na und ob. Jagen mit Zielfernrohr und automatischen Waffen - pfui. Die feige Mordlust zusammen mit der Trophäengeilheit muß ja irgendwie kaschiert werden. Mit einer Geheimsprache und absurden Bräuchen wird die Sache hochstilisiert.

Jagdwild hat kein Blut, sondern Schweiß.
"Schweißt er?" fragte der Jäger nach einem Schuß auf einen Hasen.
"Wenn er so weiterrennt soll er wohl bald schwitzen." antwortete ein Treiber.
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fwo
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Beitrag(#2179410) Verfasst am: 26.05.2019, 00:55    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
....Acuh Jäger haben üblicherweise eine emotionale Beziehung zum Wild, die nicht unbedingt vom Tötungswillen geprägt ist....


Das halte ich fuer ausgemachten Unsinn, es sei denn man zählt eher pathologische Gemuetszustaende zu den Emotionen.

Man hat entweder einen pragmatischen Bezug zum Wild oder man interpretiert Dinge in die Tiere, die da einfach nicht reingehoeren. Das ist grundsaetzlich auch nichts anderes als wenn am anderen Ende der Vermenschlichungsskala die vereinsamte Oma ihrem Mops ein Häubchen aufzieht und im Kinderwagen durch die Nachbarschaft schiebt.

Du bringst da einiges durcheinander, auch wenn ich von Deinen dauernden Pathologiesierungsversuchen absehe:
Der "pragmatische Bezug" ist die Handlungsgrundlage, die erstmal wenig mit dem emotionalen Bezug zu tun haben muss. Ich habe auch schon Jäger getroffen, die geschossen haben, weil sie gesehen haben, dass der Rotwildbestand zu hoch für den Wald war, die aber vom emotionalen Bezug zuerst als Naturschützer fühlten. Es könnte sein, dass Dein Missverständnis auch daher rührt, dass Jagd hier zumindest theoretisch eine Institution ist mit Hegeverpflichtung ist, während man in Kanada Jäger ist, wenn man in den Wald geht, um sich was zum Essen zu schießen.

Ein emotionaler Bezug hat auch höchstens insofern etwas mit "reininterpretieren" zu tun, als letzteres die Folge des ersteren sein kann, nicht muss.


Ach Gott, wenn es Dich so stört, dass ich hier nur das Beispiel "jagen um zu essen" gebrauche, dann ersetze es ganz einfach mit "aus einem vernünftigen Grund Wildiere töten". Das kann dann auch zur Hege geschehen oder auch zur Gefahrenabwehr.

Damit moechte ich allerdings der deutschen/mitteleuropaeischen Jägerschaft keinesfalls einen Persilschein ausstellen. Damit mag man einem Teil der Jaeger gerecht werden, aber daneben gibt es einen recht grossen Teil von Jaegern, die zwar hehre Motive fuer ihre Ballerei vorschützen, bei denen aber neben Mordlust auch solche Sachen wie Prestigedenken im Vordergrund stehen und von deren Sorte sich manchmal auch welche in unsere Wälder verirren um sich ihren Lebenstraum vom Abknallen eines wehrlosen Bären zu erfüllen. Schon dieser ganze Mummenschanz, der bei Euch um die Jägerei gemacht wird mit Halali und Trallala, deutet recht stark darauf hin, dass da viel Pathologisches mit ihm Spiel ist, das es zu kompensieren gilt.

Wenn ein Jaeger z.B. den Wildbestand in seinem Revier durch Regelmäßige Winterfütterung künstlich hoch hält und dann vielleicht noch seinen Hochstand so baut, dass ihm die angefütterten Viecher zwangsläufig vor die Knarre laufen muessen, dann kann der mir nicht weissmachen, dass er jagt um den Wildbestand zu regulieren.
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Sehr glücklich Mir auch nicht, und wer Deutsch kann, wird auch schwerlich behaupten, ich hätte in meinem Post den vernünftig hegenden Jäger als Standard beschrieben.
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beachbernie
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Beitrag(#2179417) Verfasst am: 26.05.2019, 01:26    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
....Acuh Jäger haben üblicherweise eine emotionale Beziehung zum Wild, die nicht unbedingt vom Tötungswillen geprägt ist....


Das halte ich fuer ausgemachten Unsinn, es sei denn man zählt eher pathologische Gemuetszustaende zu den Emotionen.

Man hat entweder einen pragmatischen Bezug zum Wild oder man interpretiert Dinge in die Tiere, die da einfach nicht reingehoeren. Das ist grundsaetzlich auch nichts anderes als wenn am anderen Ende der Vermenschlichungsskala die vereinsamte Oma ihrem Mops ein Häubchen aufzieht und im Kinderwagen durch die Nachbarschaft schiebt.

Du bringst da einiges durcheinander, auch wenn ich von Deinen dauernden Pathologiesierungsversuchen absehe:
Der "pragmatische Bezug" ist die Handlungsgrundlage, die erstmal wenig mit dem emotionalen Bezug zu tun haben muss. Ich habe auch schon Jäger getroffen, die geschossen haben, weil sie gesehen haben, dass der Rotwildbestand zu hoch für den Wald war, die aber vom emotionalen Bezug zuerst als Naturschützer fühlten. Es könnte sein, dass Dein Missverständnis auch daher rührt, dass Jagd hier zumindest theoretisch eine Institution ist mit Hegeverpflichtung ist, während man in Kanada Jäger ist, wenn man in den Wald geht, um sich was zum Essen zu schießen.

Ein emotionaler Bezug hat auch höchstens insofern etwas mit "reininterpretieren" zu tun, als letzteres die Folge des ersteren sein kann, nicht muss.


Ach Gott, wenn es Dich so stört, dass ich hier nur das Beispiel "jagen um zu essen" gebrauche, dann ersetze es ganz einfach mit "aus einem vernünftigen Grund Wildiere töten". Das kann dann auch zur Hege geschehen oder auch zur Gefahrenabwehr.

Damit moechte ich allerdings der deutschen/mitteleuropaeischen Jägerschaft keinesfalls einen Persilschein ausstellen. Damit mag man einem Teil der Jaeger gerecht werden, aber daneben gibt es einen recht grossen Teil von Jaegern, die zwar hehre Motive fuer ihre Ballerei vorschützen, bei denen aber neben Mordlust auch solche Sachen wie Prestigedenken im Vordergrund stehen und von deren Sorte sich manchmal auch welche in unsere Wälder verirren um sich ihren Lebenstraum vom Abknallen eines wehrlosen Bären zu erfüllen. Schon dieser ganze Mummenschanz, der bei Euch um die Jägerei gemacht wird mit Halali und Trallala, deutet recht stark darauf hin, dass da viel Pathologisches mit ihm Spiel ist, das es zu kompensieren gilt.

Wenn ein Jaeger z.B. den Wildbestand in seinem Revier durch Regelmäßige Winterfütterung künstlich hoch hält und dann vielleicht noch seinen Hochstand so baut, dass ihm die angefütterten Viecher zwangsläufig vor die Knarre laufen muessen, dann kann der mir nicht weissmachen, dass er jagt um den Wildbestand zu regulieren.
fett von mir
Sehr glücklich Mir auch nicht, und wer Deutsch kann, wird auch schwerlich behaupten, ich hätte in meinem Post den vernünftig hegenden Jäger als Standard beschrieben.


Das ist doch prima, dass wir hier mal einer Meinung sind. Ich habe auch nirgends was anderes behauptet.
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tillich (epigonal)
Prinz Ipienreiter



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Beitrag(#2179427) Verfasst am: 26.05.2019, 11:47    Titel: Antworten mit Zitat

Ahriman hat folgendes geschrieben:
Jagen mit Zielfernrohr und automatischen Waffen - pfui.

Automatische Waffen sind völliger Unfug, ich bezweifle, ob die ein Jäger zum Jagen benutzt.
Aber Zielfernrohr - will ich doch hoffen! Der vernünftige Jäger (der nicht unbedingt Standard ist, ich bin da ganz bei BB und fwo) wird doch wohl das Tier möglichst gut treffen wollen, damit es zügig tot ist und nicht lange leidet, und dafür auch die geeigneten Hilfsmittel benutzen. Oder soll der Jäger aus Gründen der "Sportlichkeit" o.Ä. riskieren, dass er das Tier schlecht trifft und es langsam stirbt?
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Ahriman
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Beitrag(#2179439) Verfasst am: 26.05.2019, 12:37    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Jagen mit Zielfernrohr und automatischen Waffen - pfui.

Automatische Waffen sind völliger Unfug, ich bezweifle, ob die ein Jäger zum Jagen benutzt.
Aber Zielfernrohr - will ich doch hoffen! Der vernünftige Jäger (der nicht unbedingt Standard ist, ich bin da ganz bei BB und fwo) wird doch wohl das Tier möglichst gut treffen wollen, damit es zügig tot ist und nicht lange leidet, und dafür auch die geeigneten Hilfsmittel benutzen. Oder soll der Jäger aus Gründen der "Sportlichkeit" o.Ä. riskieren, dass er das Tier schlecht trifft und es langsam stirbt?

Na, dann sagen wir "Mehrlader". So hat sie Hermann Löns genannt, der hat sich schon zu seiner Zeit über solche Schützen mokiert.
Und: "dass er das Tier schlecht trifft und es langsam stirbt". Ja, weil der neureiche Jagdpächter "das Arbeiten mit dem Hund" nicht kann (gar keinen Hund mehr hat), das Nachspüren auf der Fährte und finden des Wildes. Meist muß dann der Revierförster raus und versuchen, den vom Herrn Regierungsrat angeschossenen Hirsch zu finden.
Wer ist denn gewöhnlich am hinteren Ende der Flinte - das Pack, das unseren Planeten kaputt macht. Wer jagt heute, nach Göring und Honecker in der Schorfheide?
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