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Können wir uns den Kapitalismus noch leisten?
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Skeptiker
"I can't breathe!"



Anmeldungsdatum: 14.01.2005
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Wohnort: 129 Goosebumpsville

Beitrag(#2233622) Verfasst am: 11.12.2020, 07:24    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:


Eine Investition des Staates in Unternehmen kann natürlich auch standortstrategische Gründe haben, zur Steuerung des Verkehrs, zur Verbesserung der Infrastruktur, zur Sicherung von Arbeitsplätzen und so weiter. Alles, was ein privater Investor nicht berücksichtigen muss. Von daher hinkt der Vergleich. Sonst könnte man den Staat gleich der Privatwirtschaft übergeben, was auf lange Sicht scheitert.

Ob man den Luftverkehr überhaupt profitabel arrangieren kann, wenn man mehr als eine Grundversorgung haben will, ist eh fraglich. Am Ende fliegen philippinische oder bahamesische Pilotinnen und Stewards zu Dumpinglöhnen in schlecht gewarteten Klapperkisten von Berlin nach München. Kreuzfahrtschiffe fahren ja nicht deshalb unter diesen Flaggen, weil die so auf Arbeitsrechte und Tariflöhne achten.

Um solche Szenarien zu vermeiden, wird über Eigenbeteiligung und Steuerausgleich eine indirekte Subvention des Luftverkehrs hingenommen. zwinkern


Ich glaube in diesem Punkt unterscheiden wir uns ganz grundsaetzlich.

Ich denke, dass der Staat grundsaetzlich ein eher schlechter Unternehmer ist und eigentlich gar nicht an solchen Unternehmen wie Airlines beteiligt sein soll. Das koennen Private eindeutig besser.

Ich sehe den Staat eigentlich mehr in Wirtschaftszweigen in der Verantwortung, bei denen es wichtig ist alle Buerger gleichmäßig gut mit existenziellen Leistungen zu versorgen, wie z.B. beim Gesundheitswesen oder anderer Infrastruktu,r die grosse flaechendeckende Investitionen erfordert, wie z.B. Schulwesen, Strassen- und Schienennetz. Auf solche Dinge sollte sich der Staat konzentrieren und den Luftverkehr oder die Kreuzfahrerei im Wesentlichen der Privatwirtschaft überlassen.

In Kanada ist das wenigstens z.T. etwas anders, weil es bei uns Kommunen gibt, die so abgelegen sind, dass sie ohne funktionierenden Luftverkehr gar nicht überlebensfähig waeren, darunter auch viele First Nations. Da ist es schon Staatsaufgabe deren Versorgung und Anbindung sicherzustellen. Dies trifft allerdings in Mitteleuropa praktisch nirgendwo zu.

Deshalb: Wenn die Lufthansa die Bach runtergeht, dann lasst sie halt den Bach runtergehen. Um die lohnenden Strecken in deren Streckenportfolio werden sich dann andere Airlines kloppen. Ich denke, dass dieser Industrie ohnehin ganz epochale Veränderungen bevorstehen, die viele der alten Platzhirsche nicht werden bewältigen koennen. Deshalb sollen die ruhig fuer neue Untermnehmen Platz machen, die flexibler auf veränderte Gegebenheiten reagieren koennen.

Als Beispiel fuer unmittelbar bevorstehende Veränderungen moechte ich dabei den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen erwähnen, der auch den Flugverkehr erfassen wird, zunaechst den kleinen Luftverkehr auf kürzeren Strecken und spaeter irgendwann auch den Massenluftverkehr. Klingt zu sehr nach Science Fiction? Nun ja, vor einigen Monaten gab es bei uns in British Columbia den ersten kommerziellen Kurzstreckenflug mit einem rein elektrisch angetriebenen Passagierflugzeug. Der Fortschritt galoppiert da zur Zeit.
Noch nicht absehbar ist ob der Passagierluftverkehr ueberhaupt jemals zum alten Volumen zurückfinden wird. Viele Unternehmen haben notgedrungen bemerkt, dass viele "Geschäftsreisen" eigentlich ueberfluessig sind, weil sich physische Zusammenkünfte dank moderner Technologie ganz prima durch virtuelle ersetzen lassen und das sich daraus ergebende Einsparpotential dürfte zu verlockend sein um diesen "Schatz" nicht zu heben. Dieser Markt war wegen seiner Verlaesslichgkeit und den hohen dabei fuer die Airlines abfallenden Margen immer besonders wichtig. Wenn der sich auf Dauer stark verkleinern wird, dann löst sich die Geschäftsgrundlage mancher alteingesessener Airlines recht schnell in lauter Wohlgefallen auf.

Kurz gesagt, neue kleine Startups sind besser geeignet als die alten Luftfahrtgiganten um auf die sich stark und schnell verändernden Herausforderungen fuer diese Industrie zu reagieren.


Du meinst, so ein kleines Startup wie Tesla?

https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2020-02/tesla-subventionen-gruenheide-elektromobilitaet-elon-musk/komplettansicht

Bedeuten deine Ausführungen eigentlich, dass du von plötzlich für die Trennung von Staat und Kapital plädierst?

Diese Trennung gab und gibt es nirgends in keinem bürgerlichen Regime. Zwar kann man nichtswissend wie Addi daher kommen und von der Nützlichkeiten von Kapitalsubventionen für all die Leute da draußen schwafeln, aber Kapital nimmt gerne Subventionen mit, ohne wirkliche Gegenleistungen für die Gesellschaft zu liefern. Es handelt sich hier also nicht um eine Win-Win-Situation, wenn Kapital subventioniert wird. Das ist lächerlicher, widerlegter SPD-Unsinn, von dem Addi nicht lassen kann, weil da nichts anderes drin ist.

Und du übersiehst die Tatsache, dass Subventionen für die Konzerne (und auch viele Start-Ups) allgemeine Realität sind, ganz egal, was du möchtest und das wird sich auch nicht ändern.

Andere Formen der Subventionen sind z.B. Rohstoffraubzüge oder regime changes per Militär, um billige Rohstoffe zu sichern und Zugänge zu sonst verschlossenen Märkten aufzubrechen.

Der bürgerliche Staat ist im Wesentlichen der Sachwalter der Kapitalinteressen generell. Dies sieht man auch an der allgemein praktizierten "Back-to-Work"- und "Back-to-School"-Politik in den USA, in Westeuropa, in Australien, usw. Auch das bedient Kapitalinteressen, wenn etwa die Leute am Fließband stehen und deren Kinder in der Schule geparkt sind. Da braucht man sich über die zweite, dritte, usw. Welle nicht mehr zu wundern.

Die Interessen der Masse der Bevölkerung sind andere, nämlich eine Politik wie sie in China, Neuseeland und wenigen anderen Ländern praktiziert wird. Das sind positive Ausnahmen.

Können wir uns den Kapitalismus noch leisten?
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"Ich verwarne Ihnen!" (Schiri)
"Ich danke Sie" (Willi Lippens)

Keinem einzigen dieser Professoren, die auf Spezialgebieten der Chemie, der Geschichte, der Physik die wertvollsten Arbeiten liefern können, darf man auch nur ein einziges Wort glauben, sobald er auf Philosophie zu sprechen kommt. (Mark Twain)
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AdvocatusDiaboli
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Anmeldungsdatum: 12.08.2003
Beiträge: 24864

Beitrag(#2233627) Verfasst am: 11.12.2020, 09:45    Titel: Antworten mit Zitat

Huch, ist über Nacht der Kommunismus ausgebrochen? Meine These, der Staat habe Interesse an einer nationalen Fluglinie aus Gründen der Verkehrspolitik und subventioniert deswegen die Lufthansa ist jetzt inwiefern inkorrekt?

Man kann ja diese Verkehrspolitik kritisieren, aus ökologischen Gründen - nur entspricht das Handeln der Politik der Logik des herrschenden Systems, in dem die Akteure keinen lokalen Spielraum haben, sich dem Wettbewerb zu entziehen.
So wäre eine Besteuerung von Flugbezin in Deutschland praktisch unmöglich:
https://www.airliners.de/warum-kerosin-steuer-deutschland-umwelt/49888

Woran auch eine Analyse von Skeptiker nichts ändert. Es mag Irrsinn sein, aber es ist der Irrsinn mit dem wir leben. Welche Konsequenzen man daraus zieht? Weitere Analysen machen, bis der Kommunismus ausbricht. Skeptiker arbeitet sicher schon dran. Und wenn ich morgen aufwache...
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Ist es Satire? Ist es Ironie? Ist es geistreich? Oder ist es nur geistesgestört?

In jedem Fall: Es ist Addi!
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Skeptiker
"I can't breathe!"



Anmeldungsdatum: 14.01.2005
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Beitrag(#2233813) Verfasst am: 12.12.2020, 22:06    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Huch, ist über Nacht der Kommunismus ausgebrochen? Meine These, der Staat habe Interesse an einer nationalen Fluglinie aus Gründen der Verkehrspolitik und subventioniert deswegen die Lufthansa ist jetzt inwiefern inkorrekt?

Man kann ja diese Verkehrspolitik kritisieren, aus ökologischen Gründen - nur entspricht das Handeln der Politik der Logik des herrschenden Systems, in dem die Akteure keinen lokalen Spielraum haben, sich dem Wettbewerb zu entziehen.
So wäre eine Besteuerung von Flugbezin in Deutschland praktisch unmöglich:
https://www.airliners.de/warum-kerosin-steuer-deutschland-umwelt/49888

Woran auch eine Analyse von Skeptiker nichts ändert. Es mag Irrsinn sein, aber es ist der Irrsinn mit dem wir leben. Welche Konsequenzen man daraus zieht? Weitere Analysen machen, bis der Kommunismus ausbricht. Skeptiker arbeitet sicher schon dran. Und wenn ich morgen aufwache...


Ohne Verständnis des Kapitalismus werden die Leute ihm nicht den Hals umdrehen können. Deswegen zitiere ich noch mal mein Kernfazit zum Thema Staatsbeteiligung und Staatshilfen für *notleidendes Kapital*:

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
... Kapital nimmt gerne Subventionen mit, ohne wirkliche Gegenleistungen für die Gesellschaft zu liefern.


Das hat sich schon bei den zahlreichen Bankenrettungen gezeigt, wo die Kredithäuser mit Abermilliarden *gerettet* wurden ohne dazu gezwungen zu sein, ihre irrealen Anlagekonzepte zu ändern und vor allem - dem Staat oder gar der Gesellschaft Mitsprache- und Kontrollrechte zu geben.

So ist es auch im Falle von Lufthansa. Selbst in der taz machte sich Unmut laut:

Zitat:
Kritik an Lufthansa-Rettungsplan

Ein Mix aus Staatsbeteiligung, Krediten und Regeln soll die Lufthansa retten. Die Opposition lehnt das ab.


Die Lufthansa war in der Coronakrise schwer unter Druck geraten. Im Lufthansa-Konzern mit rund 138.000 Beschäftigten stehen Zehntausende Arbeitsplätze auf der Kippe. (...)

Aus der Opposition kam Kritik: Für Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter kommen die Klimaschutzbelange zu kurz. „Der Einsatz öffentlicher Gelder – zumal in solch einem Ausmaß von 9 Milliarden Euro – muss aber Innovationen auslösen und den Klimaschutz voranbringen.“ Beides sei aber nicht zu erkennen.

Linken-Chef Bernd Riexinger nannte das Verhandlungsergebnis einen „schlechten Witz“: „Geld ohne klare Gestaltungsmöglichkeiten lautet das Fazit.“ Die Bundesregierung habe eine Chance vertan.


https://taz.de/Staatshilfe-fuer-Airline/%215688674/


Ein Leser kommentiert den Artikel treffend:

Zitat:
also die Bundesrepublik zahlt circa 140% des heutigen Börsenwert direkt, aber bekommt nur 20-25% des Unternehmens, und sitzt nur mit circa 9% im Aufsichtsrat sowie mit 0% im Vorstand

das bedeutet jeder Bundesbürger zahlt circa 70€ und hat de facto nix zu sagen - ist das noch demokratisches oder schon sittenwidriges Verhalten und eine arglistige Täuschung wie bei VW, wo das Land Niedersachsen auch mit 20% beteiligt ist?


Auch Telepolis berichtete kritisch:

Zitat:
Lufthansa: Staatshilfe ohne Mitspracherecht

Airline erhält kräftige Finanzspritze. Im Gegenzug gibt es weder Klimaschutz noch staatlichen Einfluss


Vom Staat gibt es insgesamt neun Milliarden Euro, davon drei Milliarden als Kredit von der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau. Außerdem wird der Bund über seinen Wirtschaftsstabilisierungsfonds 20 Prozent der Lufthansaanteile kaufen und zwar im Rahmen einer Kapitalerhöhung der AG. (...)

Am einfachsten wäre mehr Klimaschutz natürlich durchzusetzen, wenn der Staat direkten Einfluss nimmt. Immerhin wird die staatliche Finanzspritze mehr als das Doppelte des derzeitigen Börsenwerts der Lufthansa umfassen, da ist ein solcher Gedanke doch eigentlich nicht vermessen, oder?

Entsprechend hatte zum Beispiel Bernd Riexinger, der Ko-Chef der Linkspartei, gefordert, dass der Staat die Lufthansa übernehmen müsse, wenn er dort schon so viel Kapital reinschieße. Das gebe die Möglichkeit, im Sinne des Klimaschutzes einzugreifen. Auch geht es ihm darum, prekäre Beschäftigungsverhältnisse auszuschließen und die Konkurrenz mit Billigfliegern einzuschränken. (...)

Bis vor 30 Jahren war die Lufthansa übrigens, wie die meisten großen nationalen Fluglinien in aller Welt, ein Staatsunternehmen. Dann wurde sie zwischen 1990 und 1997 von den schwarz-gelben Regierungen unter Helmut Kohl in mehreren Schritten privatisiert. Heute gibt es Staatshilfe, obwohl der Konzern auch Niederlassungen in Steueroasen unterhält. (...)

Mit Teilzeitmodellen wolle man Entlassungen vermeiden.


https://www.heise.de/tp/news/Lufthansa-Staatshilfe-ohne-Mitspracherecht-4727033.html


Und wie sieht's heute aus?

Zitat:
Lufthansa will bis Jahresende 29.000 Stellen abbauen — und hat schon ein Drittel der Staatshilfen aufgebraucht

Die deutsche Fluggesellschaft wird im Zuge der Coronakrise laut einem Bericht der „Bild am Sonntag“ bis Jahresende 29.000 Stellen abgebaut haben und dann nur noch 109.000 Mitarbeiter beschäftigen. Im Ausland würden mehr als 20.000 Jobs gestrichen. Der Medienbericht beruft sich dabei auf Konzernkreise.

Von den neun Milliarden Euro staatlicher Hilfen seien dem Vorabbericht zufolge bereits drei Milliarden aufgebraucht. Spohr hatte erklärt, dass im gesamten Konzern 27.000 Vollzeitstellen überflüssig seien, weil die Airline durch die Krise dauerhaft schrumpfen werde. Im Zuge des verschärften Sparkurses sind auch Stellen bei den Piloten betroffen.


https://www.businessinsider.de/wirtschaft/lufthansa-will-jahresende-29-000-stellen-abbauen-und-hat-schon-ein-drittel-der-staatshilfen-aufgebraucht/


Ja super. Anstelle von Mitsprache, Mitgestaltung und Produktionsdemokratie werden Kapitalunternehmen gepimpert bis zum Abwinken und machen ansonsten im wesentlichen weiter wie gehabt.

Was? Soll? Das?

Es fehlt einfach an Demokratie im Kapitalismus. Was man an diesen Beispielen wieder mal vor Augen geführt bekommt.

Wer die Augen davor verschließt, der macht sich weiterhin Illusionen über den vermeintlich demokratischen Charakter von Kapitalismus.

Solange du morgens aufwachst und draußen noch nicht der Kommunismus durchs Fenster herein strahlt, sollte das Ziel darin bestehen, gemeinsam um echte Demokratie und die Trennung zwischen Staat und Kapital zu kämpfen - an solchen Beispielen, aber auch grundsätzlich und auf europäischer und internationaler Ebene.
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Wilson
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Beitrag(#2234396) Verfasst am: 17.12.2020, 20:09    Titel: Antworten mit Zitat

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/soziale-benachteiligung-kinderarmut-in-grossbritannien-waechst-11492037.html
SOZIALE BENACHTEILIGUNG:
Kinderarmut in Großbritannien wächst
VON BETTINA SCHULZ, LONDON-AKTUALISIERT

vom 13.10.2011

Zitat:
Der Lebensstandard der unteren Einkommensschicht in Großbritannien sinkt so sehr, dass die Regierung mit ihrer derzeitigen Politik keine Chance hat, Millionen von Erwachsenen aber auch Kinder aus der Armut zu befreien. In keinem Land der Europäischen Union ist der Unterschied zwischen Arm und Reich so extrem und Kinderarmut so verbreitet wie in Großbritannien. Das Problem ist so eklatant, dass Großbritannien im Jahr 2010 gar ein Gesetz mit großer Mehrheit aller Parteien beschloss, die Kinderarmut bis zum Jahr 2020 auszurotten.

Doch die schwere Finanz- und Wirtschaftskrise, die schmerzvolle Haushaltssanierung und der schrumpfende Lebensstandard der Briten machen der Regierung einen Strich durch die Rechnung. Nach einer Berechnung des Institute for Fiscal Studies werden sowohl die relative wie auch die absolute Armut von Erwachsenen, von Eltern und von Kindern bis zum Jahr 2020 steigen.

Topaktuell:
eben auf arte gehört, dass in großbritannen unicef wg kinderarmut hilft. erstmalig
dafür wird unicef sogar von tories angegriffen



DLF:
Coronakrise
Unicef greift erstmals in Großbritannien wegen Kinderarmut ein

Zitat:
Bereits nach den ersten Wochen des Frühjahr-Lockdowns sei die Zahl der Haushalte, in denen es nicht ausreichend genug Ernährung gibt, vier mal höher als noch 2018, schätzt die Stiftung. Die anhaltende Krise habe das Problem noch einmal verschärft, hieß es.


https://www.deutschlandfunk.de/coronakrise-unicef-greift-erstmals-in-grossbritannien-wegen.1939.de.html?drn:news_id=1206174


ah ja, sabotiert durch:
corona, finanzkrise, der besuch der außerirdischen kohlköpfe, der candyman, die sieben geißlein, der untergang der caymaninseln und panama, greta thunberg, die asylflut
t.b.c.


siehe auch:

https://de.wikipedia.org/wiki/Armengesetz
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Wilson
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Beitrag(#2238064) Verfasst am: 12.01.2021, 22:29    Titel: Antworten mit Zitat

Oeconomia

https://www.youtube.com/watch?v=b1uM-MNuCxI&feature=emb_logo

https://www.youtube.com/watch?v=RVl-ge2JI6k
Oeconomie - Berlinale Nighttalk 2020



Zitat:

„Oft sehen wir nur eine elektronische Zugangsschranke oder hören ein nachgesprochenes Telefonat, da im letzten Moment die Drehgenehmigung entzogen wurde – auch heute noch liegt die Aufklärung gefährlich nah an der Kritik. Dabei bemüht sich die Regisseurin, ihre Fragen offen und wertfrei zu stellen. Ihre Aufklärung zielt nicht auf die moralischen Verwerfungen des Kapitalismus, sondern auf die logischen Zirkelschlüssel, die seiner Struktur zugrunde liegen. Diese Zirkelschlüsse scheinen den Interviewpartnern – Akteure im Finanzwesen und ausnahmslos weiße Männer – erst durch Losmanns betont naive Fragen aufzufallen. ...
Trotz dieser Dichte und wegen seiner Klarheit ist OECONOMIA einer der besten Dokumentarfilme über den Kapitalismus.“ indiekino | Yorick Berta

https://fsk-kino.peripherfilm.de/oeconomia/



Ein Meisterwerk: OECONOMIA | Kritik und Analyse
https://www.youtube.com/watch?v=SpwKlPbM0O0&feature=youtu.be
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beachbernie
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Beitrag(#2238086) Verfasst am: 13.01.2021, 00:01    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Huch, ist über Nacht der Kommunismus ausgebrochen? Meine These, der Staat habe Interesse an einer nationalen Fluglinie aus Gründen der Verkehrspolitik und subventioniert deswegen die Lufthansa ist jetzt inwiefern inkorrekt?

Man kann ja diese Verkehrspolitik kritisieren, aus ökologischen Gründen - nur entspricht das Handeln der Politik der Logik des herrschenden Systems, in dem die Akteure keinen lokalen Spielraum haben, sich dem Wettbewerb zu entziehen.
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Woran auch eine Analyse von Skeptiker nichts ändert. Es mag Irrsinn sein, aber es ist der Irrsinn mit dem wir leben. Welche Konsequenzen man daraus zieht? Weitere Analysen machen, bis der Kommunismus ausbricht. Skeptiker arbeitet sicher schon dran. Und wenn ich morgen aufwache...



Es zeigt lediglich, dass man sich bezueglich der Gegenmassnahmen gegen die drohende Klimakatastrophe von der Politik nicht allzuviel erwarten darf. Nicht nur hier faellt die Politik dadurch unangenehm auf, dass sie Industriezweige, die zu den Hauptversachern des Problems zählen, künstlich am Leben erhält und somit nicht Teil der Loesung, sondern Teil des Problems ist. Dies ist nicht nur in D der Fall, sondern laesst sich auch bei uns in Kanada feststellen, wo die Regierungen nur zu oft die inzwischen immer mehr ausbleibenden privaten Investitionen in die Oelindustrie durch Geld aus Steuermitteln ersetzen. So kaufte z.B. die Regierung Trudeau kurzerhand eine Pipeline von Alberta zum Pazifik von privaten Eignern, deren Ausbau von der Oelindustrie sehr laut gefordert wurde, wo sich aber keine privaten Investoren fanden diesen zu bezahlen, weil die rechnen koennen und wissen, dass man damit nichts mehr verdienen kann. Also schmiss Trudeau mehrere Milliarden an Steuergeldern aus dem Fenster um das unrentable Ding erst zu kaufen und will noch mehr Steuergelder hinterherschicken um die Kapazität der Pipeline mehr als zu verdoppeln. In Alberta will die Provinzregierung sogar die Pensionskassen der Lehrer plündern und das darin befindliche Geld in die Oelindustrie lenken um die immer mehr ausbleibender Investitionsgelder aus privaten Quellen zu ersetzen.

Richtig waere es das Schicksal der Industriedinosaurier, die uns die Klimakrise letztlich eingebrockt haben, dem freien Siel der Marktkraefte zu ueberlassen, dann waeren wir heute der Problemloessung schon etwas näher. Der Staat sollte sich lieber darauf beschränken die davon betreffenden Arbeitnehmer zu "retten". Das waere erstens sinnvoller und zweitens auch erheblich billiger.

Ein weiterer Grund weshalb ich mir bezueglich der notwendigen Wende hin zu der neuen "green economy" mittlerweile mehr von den Finanzmaerkten erwarte als von einer sichtlich überforderten Politik. Es wuerde dabei eigentlich schon reichen, wenn die Politik endlich vom Bremspedal runter ginge.


Dass Du, mein Freund, das auch noch als vermeintlichen "Sieg des Kommunismus" zu feiern scheinst, dass die Politik hier entgegen jeder ökologischen Vernunft und entgegen der eigenen Sonntagsreden weiteren unnötigen CO2-Ausstoss letztlich mit Steuergeldern subventioniert, zeigt mir nur wie sehr Du Dich ideologisch verrannt hast. Aber vielleicht wirst Du das ja doch noch erkennen. Ich habe Dich jedenfalls noch nicht aufgegeben. Smilie
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beachbernie
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Beitrag(#2238087) Verfasst am: 13.01.2021, 00:03    Titel: Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:


Ohne Verständnis des Kapitalismus werden die Leute ihm nicht den Hals umdrehen können. ....



Dann kann der Kapitalismus ja beruhigt sein. Er ist sehr sehr sicher. Die, die dem Kapitalismus den Hals umdrehen wollen, verstehen ihn nicht und die, die den Kapitalismus verstehen, haben keinen Grund ihm den Hals umdrehen zu wollen. zwinkern


Ansonsten hast Du in Einigem recht. Auch ich empfinde es als absolut dumm, dass der Staat die Subventionen als Geschenke verteilt, wenn er schon meint Grossunternehmen subventionieren zu muessen. Es waere das Mindeste sich wenigstens im Gegenzug Aktien der betreffenden Unternehmen geben zu lassen um sich erstens ein Mitspracherecht zu sichern und sich zweitens die Moeglichgkeit offen zu halten das gegebene Geld spaeter ueber einen Verkauf dieser Aktien an der Börse wieder reinzuholen.
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AdvocatusDiaboli
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Beitrag(#2238091) Verfasst am: 13.01.2021, 00:39    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:

Dass Du, mein Freund, das auch noch als vermeintlichen "Sieg des Kommunismus" zu feiern scheinst, dass die Politik hier entgegen jeder ökologischen Vernunft und entgegen der eigenen Sonntagsreden weiteren unnötigen CO2-Ausstoss letztlich mit Steuergeldern subventioniert, zeigt mir nur wie sehr Du Dich ideologisch verrannt hast. Aber vielleicht wirst Du das ja doch noch erkennen. Ich habe Dich jedenfalls noch nicht aufgegeben. Smilie


Mr. Green Ach, Bernie, alter, wirrer Mann. So langsam glaub ich, du wirst dement. Geschockt
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Beitrag(#2238095) Verfasst am: 13.01.2021, 00:57    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:

Dass Du, mein Freund, das auch noch als vermeintlichen "Sieg des Kommunismus" zu feiern scheinst, dass die Politik hier entgegen jeder ökologischen Vernunft und entgegen der eigenen Sonntagsreden weiteren unnötigen CO2-Ausstoss letztlich mit Steuergeldern subventioniert, zeigt mir nur wie sehr Du Dich ideologisch verrannt hast. Aber vielleicht wirst Du das ja doch noch erkennen. Ich habe Dich jedenfalls noch nicht aufgegeben. Smilie


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Kramer
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Beitrag(#2238096) Verfasst am: 13.01.2021, 00:59    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:

Dass Du, mein Freund, das auch noch als vermeintlichen "Sieg des Kommunismus" zu feiern scheinst, dass die Politik hier entgegen jeder ökologischen Vernunft und entgegen der eigenen Sonntagsreden weiteren unnötigen CO2-Ausstoss letztlich mit Steuergeldern subventioniert, zeigt mir nur wie sehr Du Dich ideologisch verrannt hast. Aber vielleicht wirst Du das ja doch noch erkennen. Ich habe Dich jedenfalls noch nicht aufgegeben. Smilie


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Das nennt man "altersmilde". Das kommt auf Dich auch noch zu.
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beachbernie
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Beitrag(#2238097) Verfasst am: 13.01.2021, 01:01    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:

Dass Du, mein Freund, das auch noch als vermeintlichen "Sieg des Kommunismus" zu feiern scheinst, dass die Politik hier entgegen jeder ökologischen Vernunft und entgegen der eigenen Sonntagsreden weiteren unnötigen CO2-Ausstoss letztlich mit Steuergeldern subventioniert, zeigt mir nur wie sehr Du Dich ideologisch verrannt hast. Aber vielleicht wirst Du das ja doch noch erkennen. Ich habe Dich jedenfalls noch nicht aufgegeben. Smilie


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Das nennt man "altersmilde". Das kommt auf Dich auch noch zu.



Komm ich tatsaechlich als "mild" rüber? Geschockt
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AdvocatusDiaboli
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Beitrag(#2238101) Verfasst am: 13.01.2021, 09:33    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:

Dass Du, mein Freund, das auch noch als vermeintlichen "Sieg des Kommunismus" zu feiern scheinst, dass die Politik hier entgegen jeder ökologischen Vernunft und entgegen der eigenen Sonntagsreden weiteren unnötigen CO2-Ausstoss letztlich mit Steuergeldern subventioniert, zeigt mir nur wie sehr Du Dich ideologisch verrannt hast. Aber vielleicht wirst Du das ja doch noch erkennen. Ich habe Dich jedenfalls noch nicht aufgegeben. Smilie


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Das nennt man "altersmilde". Das kommt auf Dich auch noch zu.



Komm ich tatsaechlich als "mild" rüber? Geschockt


Im Vergleich zu Skeptiker schon. Der ist schon im geistigen Nirvana. zwinkern
Da hierzulande noch kein Kommunismus herrscht, auch nicht auf lange Sicht herrschen wird, müssen wir mit den gültigen Regeln des Kapitals und den gültigen Regeln demokratischen Politik auskommen.
Es ging mir nur um eine Beschreibung, nicht um eine Bewertung, warum der Staat die Lufthansa rettet.
Übrigens hat der Staat Lufthansa-Aktien übernommen, weil die Verkehrspolitik das für sinnvoll hält.
Das heißt nicht, dass ich das für sinnvoll halte. Das müsste man sich genauer anschauen, welche Konsequenzen ein Verzicht auf Rettung hätte (zumal es durch die geltenden Luftfahrtgesetze ja definitiv schädlich für den Flugverkehr wäre, den man natürlich auch wieder in Frage stellen kann. )
Ich sprach ja von Irrsinn, aber der ist systemimmament. zwinkern
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Beitrag(#2238103) Verfasst am: 13.01.2021, 09:40    Titel: Antworten mit Zitat

Kurz gesagt: Die Politik fragt nicht, was es kostet, wenn sie meint, sie braucht etwas. zwinkern Das ist vollkommen anders als Investoren denken. Die müssen auf die Rendite schauen. Oder kennst du einen Investor, der Kindergeld auszahlt, ohne es zurück zu verlangen? zwinkern
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Beitrag(#2238144) Verfasst am: 13.01.2021, 19:21    Titel: Antworten mit Zitat

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AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:

Dass Du, mein Freund, das auch noch als vermeintlichen "Sieg des Kommunismus" zu feiern scheinst, dass die Politik hier entgegen jeder ökologischen Vernunft und entgegen der eigenen Sonntagsreden weiteren unnötigen CO2-Ausstoss letztlich mit Steuergeldern subventioniert, zeigt mir nur wie sehr Du Dich ideologisch verrannt hast. Aber vielleicht wirst Du das ja doch noch erkennen. Ich habe Dich jedenfalls noch nicht aufgegeben. Smilie


Mr. Green Ach, Bernie, alter, wirrer Mann. So langsam glaub ich, du wirst dement. Geschockt


Das nennt man "altersmilde". Das kommt auf Dich auch noch zu.



Komm ich tatsaechlich als "mild" rüber? Geschockt


Im Vergleich zu Skeptiker schon. Der ist schon im geistigen Nirvana. zwinkern
Da hierzulande noch kein Kommunismus herrscht, auch nicht auf lange Sicht herrschen wird, müssen wir mit den gültigen Regeln des Kapitals und den gültigen Regeln demokratischen Politik auskommen.
Es ging mir nur um eine Beschreibung, nicht um eine Bewertung, warum der Staat die Lufthansa rettet.
Übrigens hat der Staat Lufthansa-Aktien übernommen, weil die Verkehrspolitik das für sinnvoll hält.
Das heißt nicht, dass ich das für sinnvoll halte. Das müsste man sich genauer anschauen, welche Konsequenzen ein Verzicht auf Rettung hätte (zumal es durch die geltenden Luftfahrtgesetze ja definitiv schädlich für den Flugverkehr wäre, den man natürlich auch wieder in Frage stellen kann. )
Ich sprach ja von Irrsinn, aber der ist systemimmament. zwinkern


Wenn die Politik etwas fuer sinnvoll hält, dann muss das noch lange nicht sinnvoll sein.

Ich denke wir stehen vor einer grösseren Umstrukturierung aller Verkehrssysteme und da sollte sich die Politik darauf beschränken Rahmenvorgaben zu machen anstatt einzelne Unternehmen zu puschen. Wer weiss heute schon wie das am Ende aussehen wird? Möglicherweise wird es in 10 Jahren die klassischen Airlines in ihrer heutigen Form gar nicht mehr geben.

apropos "Rettung" von Grossunternehmen...weisst Du noch wie damals die "Rettung" des Baukonzerns Holzmann durch die Regierung Schroeder ausgegangen ist? Den einzigen Erfolg daraus konnte der Bundeskanzler einheimsen, der dadurch seine Wiederwahl sicherte. Die Arbeitsplaetze waren am Ende trotzdem weg und der Steuerzahler zahlte die Zeche. zwinkern
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AdvocatusDiaboli
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Beitrag(#2238149) Verfasst am: 13.01.2021, 19:37    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:

Dass Du, mein Freund, das auch noch als vermeintlichen "Sieg des Kommunismus" zu feiern scheinst, dass die Politik hier entgegen jeder ökologischen Vernunft und entgegen der eigenen Sonntagsreden weiteren unnötigen CO2-Ausstoss letztlich mit Steuergeldern subventioniert, zeigt mir nur wie sehr Du Dich ideologisch verrannt hast. Aber vielleicht wirst Du das ja doch noch erkennen. Ich habe Dich jedenfalls noch nicht aufgegeben. Smilie


Mr. Green Ach, Bernie, alter, wirrer Mann. So langsam glaub ich, du wirst dement. Geschockt


Das nennt man "altersmilde". Das kommt auf Dich auch noch zu.



Komm ich tatsaechlich als "mild" rüber? Geschockt


Im Vergleich zu Skeptiker schon. Der ist schon im geistigen Nirvana. zwinkern
Da hierzulande noch kein Kommunismus herrscht, auch nicht auf lange Sicht herrschen wird, müssen wir mit den gültigen Regeln des Kapitals und den gültigen Regeln demokratischen Politik auskommen.
Es ging mir nur um eine Beschreibung, nicht um eine Bewertung, warum der Staat die Lufthansa rettet.
Übrigens hat der Staat Lufthansa-Aktien übernommen, weil die Verkehrspolitik das für sinnvoll hält.
Das heißt nicht, dass ich das für sinnvoll halte. Das müsste man sich genauer anschauen, welche Konsequenzen ein Verzicht auf Rettung hätte (zumal es durch die geltenden Luftfahrtgesetze ja definitiv schädlich für den Flugverkehr wäre, den man natürlich auch wieder in Frage stellen kann. )
Ich sprach ja von Irrsinn, aber der ist systemimmament. zwinkern


Wenn die Politik etwas fuer sinnvoll hält, dann muss das noch lange nicht sinnvoll sein.

Ich denke wir stehen vor einer grösseren Umstrukturierung aller Verkehrssysteme und da sollte sich die Politik darauf beschränken Rahmenvorgaben zu machen anstatt einzelne Unternehmen zu puschen. Wer weiss heute schon wie das am Ende aussehen wird? Möglicherweise wird es in 10 Jahren die klassischen Airlines in ihrer heutigen Form gar nicht mehr geben.

apropos "Rettung" von Grossunternehmen...weisst Du noch wie damals die "Rettung" des Baukonzerns Holzmann durch die Regierung Schroeder ausgegangen ist? Den einzigen Erfolg daraus konnte der Bundeskanzler einheimsen, der dadurch seine Wiederwahl sicherte. Die Arbeitsplaetze waren am Ende trotzdem weg und der Steuerzahler zahlte die Zeche. zwinkern


Klar, aber so funktioniert nun einmal Politik. Kurzfristig auf die nächste Wahl gerichtet. Schon gar nicht weitblickend. zwinkern Zehn Jahre, da ist Andy Scheuer längst wieder in Bayern und genießt seine Frühpensionierung. Nur: Wenn es keiner weiß, wird sich die Politik hüten, mit klugen Gedanken vorzupreschen. Wobei das genau ihre Aufgabe wäre und nicht die "Beschränkung auf Rahmenvorgaben". Der Ersatz für den Flugverkehr findet nicht bei den Airlines statt, sondern auf der Schiene. Und das ist ein Infrastrukturprojekt, das ich aufgrund der hohen Investitionen beim Staat sehe.
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beachbernie
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Beitrag(#2238153) Verfasst am: 13.01.2021, 20:30    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:



....Der Ersatz für den Flugverkehr findet nicht bei den Airlines statt, sondern auf der Schiene. Und das ist ein Infrastrukturprojekt, das ich aufgrund der hohen Investitionen beim Staat sehe.



Da weisst Du mehr als ich.

Ich denke, dass heute niemand wirklich sicher sagen kann wie die Verkehrssysteme in 10 oder 20 Jahren aussehen werden. Dafuer tut sich zur Zeit einfach zuviel auf diesem Gebiet. Ja, schienengebundener Verkehr liegt da sicher ganz gut im Rennen, aber es ist keineswegs sicher ob er das Rennen auch machen wird. Am Besten ist es, wenn viele konkurrierende Konzepte ausprobiert werden und sich das oder die besten am Ende durchsetzen. Von der Politik erwarte ich dabei, dass sie Zielanforderungen formuliert, die erfüllt werden müssen (z.B. Umweltstandards) und danach Vorgaben macht, sich aber ansonsten weitgehend raushält.

Aber da unterscheiden wir zwei uns halt mal.
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Wilson
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Beitrag(#2238437) Verfasst am: 16.01.2021, 01:10    Titel: Antworten mit Zitat

spiegel, 1996
Unternehmen „Perfekte Gauner“

Zitat:

Schmilinsky, 60, ist Betriebswirt und hat als "Fehlzeiten-Berater" Führungskräfte aus 180 Unternehmen geschult.
Artikel als PDF
„Perfekte Gauner“

SPIEGEL: Herr Schmilinsky, macht das hohe Niveau der sozialen Absicherung die Arbeitnehmer in Deutschland kranker, als sie eigentlich sind?

Schmilinsky: Es macht sie mit Sicherheit anfälliger, mal einen Tag zu Hause zu verbringen. Deutsche Unternehmer haben viel zu spät angefangen, sich zu wehren und den Wahrheitsgehalt des gelben Scheins anzuzweifeln
...

Schmilinsky: Ich beschäftige mich nur mit denen, die eigentlich kommen könnten. Wenn Deutschland international überleben will, kann es das nur mit extrem rationell geführten Unternehmen, die eine ausgeprägte Elitepolitik betreiben. Firmen, die das verschlafen, ich nenne sie Gurken-GmbHs, haben irgendwann nur noch die Schwächsten.

SPIEGEL: Wer erkrankt, fällt in Ihren Augen automatisch raus aus der Elite?

Schmilinsky: In einem Rennstall überlegen Sie sich auch, welches Pferd noch das Gnadenbrot bekommt und welches nicht. Unternehmen, die heute überleben wollen, müssen zuweilen auch rabiat sein. Zuviel Güte kann einem Unternehmen den Hals brechen.


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beachbernie
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Beitrag(#2238441) Verfasst am: 16.01.2021, 02:33    Titel: Antworten mit Zitat

Wilson hat folgendes geschrieben:
spiegel, 1996
Unternehmen „Perfekte Gauner“

Zitat:

Schmilinsky, 60, ist Betriebswirt und hat als "Fehlzeiten-Berater" Führungskräfte aus 180 Unternehmen geschult.
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SPIEGEL: Herr Schmilinsky, macht das hohe Niveau der sozialen Absicherung die Arbeitnehmer in Deutschland kranker, als sie eigentlich sind?

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Er waere auch nicht mehr zeitgemäss.


Heutzutage ist eine andere Art von Unternehmensberatung gefragt:


Zitat:
. .....,.Hand aufs Herz, wie zufrieden sind Ihre Angestellten mit ihrem Job?
Kommen sie voller Freude zur Arbeit und gehen ihren täglichen Aufgaben motiviert nach?
Oder lassen sie um 17:59 Uhr erleichtert ihren Stift fallen und entschwinden in den Feierabend?
Jetzt fragen Sie sich bestimmt, warum Sie das interessieren sollte. Mitarbeiter haben ihre Aufgaben pünktlich und sorgfältig zu erledigen. Dafür erhalten sie schließlich auch ihren Lohn. Spaß haben kann man immer noch in der Freizeit.
Stimmt nicht!
Mitarbeiterzufriedenheit ist ein überaus wichtiges Thema.
Mitarbeiter, die Spaß an ihrer Arbeit haben, erbringen auch bessere Ergebnisse, die wiederum zum Unternehmenserfolg beitragen. Erfolgreiche Unternehmen freuen sich über ein positives Image in der Außenwahrnehmung. Welches schlussendlich wieder dabei hilft, Unternehmen als attraktive Arbeitgeber zu positionieren....



https://tableofvisions.com/blog/mitarbeiterzufriedenheit/


Und die Loesung des Problems zu hoher Fehlzeiten wird von den entsprechenden Beraterfirmen gleich mitgeliefert. Zufriedene Mitarbeiter fehlen weniger oft.
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AdvocatusDiaboli
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Beitrag(#2238444) Verfasst am: 16.01.2021, 08:36    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Wilson hat folgendes geschrieben:
spiegel, 1996
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Zitat:

Schmilinsky, 60, ist Betriebswirt und hat als "Fehlzeiten-Berater" Führungskräfte aus 180 Unternehmen geschult.
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SPIEGEL: Herr Schmilinsky, macht das hohe Niveau der sozialen Absicherung die Arbeitnehmer in Deutschland kranker, als sie eigentlich sind?

Schmilinsky: Es macht sie mit Sicherheit anfälliger, mal einen Tag zu Hause zu verbringen. Deutsche Unternehmer haben viel zu spät angefangen, sich zu wehren und den Wahrheitsgehalt des gelben Scheins anzuzweifeln
...

Schmilinsky: Ich beschäftige mich nur mit denen, die eigentlich kommen könnten. Wenn Deutschland international überleben will, kann es das nur mit extrem rationell geführten Unternehmen, die eine ausgeprägte Elitepolitik betreiben. Firmen, die das verschlafen, ich nenne sie Gurken-GmbHs, haben irgendwann nur noch die Schwächsten.

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Schmilinsky: In einem Rennstall überlegen Sie sich auch, welches Pferd noch das Gnadenbrot bekommt und welches nicht. Unternehmen, die heute überleben wollen, müssen zuweilen auch rabiat sein. Zuviel Güte kann einem Unternehmen den Hals brechen.


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Er waere auch nicht mehr zeitgemäss.


Heutzutage ist eine andere Art von Unternehmensberatung gefragt:


Zitat:
. .....,.Hand aufs Herz, wie zufrieden sind Ihre Angestellten mit ihrem Job?
Kommen sie voller Freude zur Arbeit und gehen ihren täglichen Aufgaben motiviert nach?
Oder lassen sie um 17:59 Uhr erleichtert ihren Stift fallen und entschwinden in den Feierabend?
Jetzt fragen Sie sich bestimmt, warum Sie das interessieren sollte. Mitarbeiter haben ihre Aufgaben pünktlich und sorgfältig zu erledigen. Dafür erhalten sie schließlich auch ihren Lohn. Spaß haben kann man immer noch in der Freizeit.
Stimmt nicht!
Mitarbeiterzufriedenheit ist ein überaus wichtiges Thema.
Mitarbeiter, die Spaß an ihrer Arbeit haben, erbringen auch bessere Ergebnisse, die wiederum zum Unternehmenserfolg beitragen. Erfolgreiche Unternehmen freuen sich über ein positives Image in der Außenwahrnehmung. Welches schlussendlich wieder dabei hilft, Unternehmen als attraktive Arbeitgeber zu positionieren....



https://tableofvisions.com/blog/mitarbeiterzufriedenheit/


Und die Loesung des Problems zu hoher Fehlzeiten wird von den entsprechenden Beraterfirmen gleich mitgeliefert. Zufriedene Mitarbeiter fehlen weniger oft.



Tja, nur nützen diese Beraterfirmen nix. Keine Lösung weit und breit in Sicht. Lachen Aus deiner Quelle verlinkt - über die Gallup-Studie zu Mitarbeiterzufriedenheit...

https://blog.wiwo.de/management/2017/03/22/gallup-studie-vorgesetzte-schaedigen-die-firma-wenn-sie-das-thema-fuehrung-nicht-beherrschen/

Zitat:
Ich bin ein Super-Chef – Sie sind ein schlechter Chef

Interessant ist das Auseinanderfallen von Fremd- und Eigenwahrnehmung: 69 Prozent der Arbeitnehmer hatten mindestens einmal einen schlechten Vorgesetzten laut Gallup. „Doch die Chefs selbst sind sich ihrer Defizite nicht bewusst – 97 Prozent halten sich selbst für eine gute Führungskraft“, so Nink.

Merkwürdigerweise haben laut Gallup-Umfrage 2016 immerhin 40 Prozent der Führungskräfte eine Weiterbildung besucht haben, um den Umgang mit ihren Mitarbeitern zu verbessern. Das aber wohl ohne Erfolg.

Lachen Deprimiert
Ja, das Bewusstsein mag sich in der Wirtschaft herumgesprochen haben, aber hierarchische Systeme führen immer zu solchen Fehlleistungen. Es gibt Millionen kleiner Chefs, die eigentlich nichts zum Chef qualifiziert, selbst wenn sie fachlich kompetent sind. Da helfen einzelne Seminare auch nur bedingt weiter.
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Beitrag(#2238448) Verfasst am: 16.01.2021, 10:37    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt halt solche und solche, gut geführte Unternehmen und schlecht geführte Unternehmen. Schulterzucken

Auf jeden Fall zahlt es sich aus auf Mitarbeiterzufriedenheit zu setzen anstatt "Blaumachern" hinterherspionieren zu lassen. Da gibt es jede Menge Studien, die das belegen.
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Wilson
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Beitrag(#2238452) Verfasst am: 16.01.2021, 11:09    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Wilson hat folgendes geschrieben:
spiegel, 1996
Unternehmen „Perfekte Gauner“

Zitat:

Schmilinsky, 60, ist Betriebswirt und hat als "Fehlzeiten-Berater" Führungskräfte aus 180 Unternehmen geschult.
Artikel als PDF
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SPIEGEL: Herr Schmilinsky, macht das hohe Niveau der sozialen Absicherung die Arbeitnehmer in Deutschland kranker, als sie eigentlich sind?

Schmilinsky: Es macht sie mit Sicherheit anfälliger, mal einen Tag zu Hause zu verbringen. Deutsche Unternehmer haben viel zu spät angefangen, sich zu wehren und den Wahrheitsgehalt des gelben Scheins anzuzweifeln
...

Schmilinsky: Ich beschäftige mich nur mit denen, die eigentlich kommen könnten. Wenn Deutschland international überleben will, kann es das nur mit extrem rationell geführten Unternehmen, die eine ausgeprägte Elitepolitik betreiben. Firmen, die das verschlafen, ich nenne sie Gurken-GmbHs, haben irgendwann nur noch die Schwächsten.

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Schmilinsky: In einem Rennstall überlegen Sie sich auch, welches Pferd noch das Gnadenbrot bekommt und welches nicht. Unternehmen, die heute überleben wollen, müssen zuweilen auch rabiat sein. Zuviel Güte kann einem Unternehmen den Hals brechen.


lange her, ich schätze er ist tot.


Er waere auch nicht mehr zeitgemäss.


Heutzutage ist eine andere Art von Unternehmensberatung gefragt:


Zitat:
. .....,.Hand aufs Herz, wie zufrieden sind Ihre Angestellten mit ihrem Job?
Kommen sie voller Freude zur Arbeit und gehen ihren täglichen Aufgaben motiviert nach?
Oder lassen sie um 17:59 Uhr erleichtert ihren Stift fallen und entschwinden in den Feierabend?
Jetzt fragen Sie sich bestimmt, warum Sie das interessieren sollte. Mitarbeiter haben ihre Aufgaben pünktlich und sorgfältig zu erledigen. Dafür erhalten sie schließlich auch ihren Lohn. Spaß haben kann man immer noch in der Freizeit.
Stimmt nicht!
Mitarbeiterzufriedenheit ist ein überaus wichtiges Thema.
Mitarbeiter, die Spaß an ihrer Arbeit haben, erbringen auch bessere Ergebnisse, die wiederum zum Unternehmenserfolg beitragen. Erfolgreiche Unternehmen freuen sich über ein positives Image in der Außenwahrnehmung. Welches schlussendlich wieder dabei hilft, Unternehmen als attraktive Arbeitgeber zu positionieren....



https://tableofvisions.com/blog/mitarbeiterzufriedenheit/


Und die Loesung des Problems zu hoher Fehlzeiten wird von den entsprechenden Beraterfirmen gleich mitgeliefert. Zufriedene Mitarbeiter fehlen weniger oft.



Tja, nur nützen diese Beraterfirmen nix. Keine Lösung weit und breit in Sicht. Lachen Aus deiner Quelle verlinkt - über die Gallup-Studie zu Mitarbeiterzufriedenheit...

https://blog.wiwo.de/management/2017/03/22/gallup-studie-vorgesetzte-schaedigen-die-firma-wenn-sie-das-thema-fuehrung-nicht-beherrschen/

Zitat:
Ich bin ein Super-Chef – Sie sind ein schlechter Chef

Interessant ist das Auseinanderfallen von Fremd- und Eigenwahrnehmung: 69 Prozent der Arbeitnehmer hatten mindestens einmal einen schlechten Vorgesetzten laut Gallup. „Doch die Chefs selbst sind sich ihrer Defizite nicht bewusst – 97 Prozent halten sich selbst für eine gute Führungskraft“, so Nink.

Merkwürdigerweise haben laut Gallup-Umfrage 2016 immerhin 40 Prozent der Führungskräfte eine Weiterbildung besucht haben, um den Umgang mit ihren Mitarbeitern zu verbessern. Das aber wohl ohne Erfolg.

Lachen Deprimiert
Ja, das Bewusstsein mag sich in der Wirtschaft herumgesprochen haben, aber hierarchische Systeme führen immer zu solchen Fehlleistungen. Es gibt Millionen kleiner Chefs, die eigentlich nichts zum Chef qualifiziert, selbst wenn sie fachlich kompetent sind. Da helfen einzelne Seminare auch nur bedingt weiter.


ich hatte leider den link vergessen, sorry.
https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8957028.html

im text relativiert dieser Schmilinsky natürlich a la "man darf nicht die falschen treffen, das wäre ungerecht "usw.
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Zuletzt bearbeitet von Wilson am 16.01.2021, 11:51, insgesamt einmal bearbeitet
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beachbernie
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Beitrag(#2238454) Verfasst am: 16.01.2021, 11:14    Titel: Antworten mit Zitat

Wilson hat folgendes geschrieben:


im text relativiert dieser Schmilinsky natürlich a la "man darf nicht die falschen treffen, das wäre ungerecht "usw.



Das macht den falschen Ansatz, den er vertritt, auch nicht richtiger.
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Zumsel
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Beitrag(#2238564) Verfasst am: 17.01.2021, 11:08    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Es gibt halt solche und solche, gut geführte Unternehmen und schlecht geführte Unternehmen. Schulterzucken

Auf jeden Fall zahlt es sich aus auf Mitarbeiterzufriedenheit zu setzen anstatt "Blaumachern" hinterherspionieren zu lassen. Da gibt es jede Menge Studien, die das belegen.


Ich weiß gar nicht, was der angemessene Begriff dafür wäre. "Kapitalismuskitsch"? "Marktwirtschaftsromantik"? Jedenfalls scheinen bspw. Jeff Bezoz oder Dieter Schwarz recht genau zu wissen, was sie tun. Und was sie mit Sicherheit nicht denken ist, dass ihre Unternehmen erfolgreicher sein würden, wenn sie ihren Lageristen, Verkäuferinnen oder Lieferboten angenehmere Arbeitsbedingungen bieten würden. Von Textilkonzernen und Näherinnen fangen wir mal besser gar nicht an.
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Beitrag(#2238572) Verfasst am: 17.01.2021, 12:54    Titel: Antworten mit Zitat

Zumsel hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Es gibt halt solche und solche, gut geführte Unternehmen und schlecht geführte Unternehmen. Schulterzucken

Auf jeden Fall zahlt es sich aus auf Mitarbeiterzufriedenheit zu setzen anstatt "Blaumachern" hinterherspionieren zu lassen. Da gibt es jede Menge Studien, die das belegen.


Ich weiß gar nicht, was der angemessene Begriff dafür wäre. "Kapitalismuskitsch"? "Marktwirtschaftsromantik"? Jedenfalls scheinen bspw. Jeff Bezoz oder Dieter Schwarz recht genau zu wissen, was sie tun. Und was sie mit Sicherheit nicht denken ist, dass ihre Unternehmen erfolgreicher sein würden, wenn sie ihren Lageristen, Verkäuferinnen oder Lieferboten angenehmere Arbeitsbedingungen bieten würden. Von Textilkonzernen und Näherinnen fangen wir mal besser gar nicht an.


Mitarbeiterzufriedenheit ist dann besonders zu beachten, wenn die Fachkräfte knapp sind oder das Arbeitsumfeld nicht besonders attraktiv. So locken ostdeutsche Firmen mit üppigen Mitarbeiterbenefits wie Kinderbetreuung und flexiblen Arbeitszeiten in ihre strukturschwachen Gebiete. Gerade für hochqualifizierte Arbeitnehmer ist die Work-Life-Balance der wichtigste Faktor, wie die Gallup-Umfrage zeigt.

So hart es klingt, leicht „austauschbaren“ Arbeitnehmern wie Verkäuferinnen und Lageristinnen wird weniger Honig ums Maul geschmiert, auch wenn die Bezahlung über dem Mindestlohn liegt.
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Zumsel
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Beitrag(#2238583) Verfasst am: 17.01.2021, 14:48    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Zumsel hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Es gibt halt solche und solche, gut geführte Unternehmen und schlecht geführte Unternehmen. Schulterzucken

Auf jeden Fall zahlt es sich aus auf Mitarbeiterzufriedenheit zu setzen anstatt "Blaumachern" hinterherspionieren zu lassen. Da gibt es jede Menge Studien, die das belegen.


Ich weiß gar nicht, was der angemessene Begriff dafür wäre. "Kapitalismuskitsch"? "Marktwirtschaftsromantik"? Jedenfalls scheinen bspw. Jeff Bezoz oder Dieter Schwarz recht genau zu wissen, was sie tun. Und was sie mit Sicherheit nicht denken ist, dass ihre Unternehmen erfolgreicher sein würden, wenn sie ihren Lageristen, Verkäuferinnen oder Lieferboten angenehmere Arbeitsbedingungen bieten würden. Von Textilkonzernen und Näherinnen fangen wir mal besser gar nicht an.


Mitarbeiterzufriedenheit ist dann besonders zu beachten, wenn die Fachkräfte knapp sind oder das Arbeitsumfeld nicht besonders attraktiv. So locken ostdeutsche Firmen mit üppigen Mitarbeiterbenefits wie Kinderbetreuung und flexiblen Arbeitszeiten in ihre strukturschwachen Gebiete. Gerade für hochqualifizierte Arbeitnehmer ist die Work-Life-Balance der wichtigste Faktor, wie die Gallup-Umfrage zeigt.

So hart es klingt, leicht „austauschbaren“ Arbeitnehmern wie Verkäuferinnen und Lageristinnen wird weniger Honig ums Maul geschmiert, auch wenn die Bezahlung über dem Mindestlohn liegt.


Hier ging es allerdings nicht um die Rekrutierung von Personal, sondern um die Effektivität des vorhandenen, also die Behauptung, dass bessere Arbeitsbedingungen auch bessere Erträge fürs Unternehmen bedeuteten. Das mag bei manchen Tätigkeiten auch der Fall sein (v.a. wohl bei kreativen), aber eben bei Weitem nicht bei allen. Überall, wo es nur ums "Funktionieren" geht, ist Druckmachen, Überwachen die Peitsche schwingen ganz offensichtlich überaus effektiv. Und die Behauptung, es liege im unternehmerischen Interesse von Firmen, ihre Mitarbeiter gut zu behandeln, weil das eben auch unterm Strich besser für den Ertrag sei, das Problem schlechter Arbeitsbedingungen sich also in einer perfekten Marktwirtschaft letztlich per Selbstregulation lösen würde, ist wohl ein ähnlicher Mythos wie der Trickle-down-Effekt.
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Beitrag(#2238607) Verfasst am: 17.01.2021, 16:22    Titel: Antworten mit Zitat

Zumsel hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Zumsel hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Es gibt halt solche und solche, gut geführte Unternehmen und schlecht geführte Unternehmen. Schulterzucken

Auf jeden Fall zahlt es sich aus auf Mitarbeiterzufriedenheit zu setzen anstatt "Blaumachern" hinterherspionieren zu lassen. Da gibt es jede Menge Studien, die das belegen.


Ich weiß gar nicht, was der angemessene Begriff dafür wäre. "Kapitalismuskitsch"? "Marktwirtschaftsromantik"? Jedenfalls scheinen bspw. Jeff Bezoz oder Dieter Schwarz recht genau zu wissen, was sie tun. Und was sie mit Sicherheit nicht denken ist, dass ihre Unternehmen erfolgreicher sein würden, wenn sie ihren Lageristen, Verkäuferinnen oder Lieferboten angenehmere Arbeitsbedingungen bieten würden. Von Textilkonzernen und Näherinnen fangen wir mal besser gar nicht an.


Mitarbeiterzufriedenheit ist dann besonders zu beachten, wenn die Fachkräfte knapp sind oder das Arbeitsumfeld nicht besonders attraktiv. So locken ostdeutsche Firmen mit üppigen Mitarbeiterbenefits wie Kinderbetreuung und flexiblen Arbeitszeiten in ihre strukturschwachen Gebiete. Gerade für hochqualifizierte Arbeitnehmer ist die Work-Life-Balance der wichtigste Faktor, wie die Gallup-Umfrage zeigt.

So hart es klingt, leicht „austauschbaren“ Arbeitnehmern wie Verkäuferinnen und Lageristinnen wird weniger Honig ums Maul geschmiert, auch wenn die Bezahlung über dem Mindestlohn liegt.


Hier ging es allerdings nicht um die Rekrutierung von Personal, sondern um die Effektivität des vorhandenen, also die Behauptung, dass bessere Arbeitsbedingungen auch bessere Erträge fürs Unternehmen bedeuteten. Das mag bei manchen Tätigkeiten auch der Fall sein (v.a. wohl bei kreativen), aber eben bei Weitem nicht bei allen. Überall, wo es nur ums "Funktionieren" geht, ist Druckmachen, Überwachen die Peitsche schwingen ganz offensichtlich überaus effektiv. Und die Behauptung, es liege im unternehmerischen Interesse von Firmen, ihre Mitarbeiter gut zu behandeln, weil das eben auch unterm Strich besser für den Ertrag sei, das Problem schlechter Arbeitsbedingungen sich also in einer perfekten Marktwirtschaft letztlich per Selbstregulation lösen würde, ist wohl ein ähnlicher Mythos wie der Trickle-down-Effekt.


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Beitrag(#2238609) Verfasst am: 17.01.2021, 16:27    Titel: Antworten mit Zitat

Zumsel hat folgendes geschrieben:
Ich weiß gar nicht, was der angemessene Begriff dafür wäre. "Kapitalismuskitsch"? "Marktwirtschaftsromantik"?

Der Begriff der Romantik impliziert m.E. noch einen gewissen Anspruch. Kitsch passt da schon eher.
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Beitrag(#2238623) Verfasst am: 17.01.2021, 17:37    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Zumsel hat folgendes geschrieben:
Ich weiß gar nicht, was der angemessene Begriff dafür wäre. "Kapitalismuskitsch"? "Marktwirtschaftsromantik"?

Der Begriff der Romantik impliziert m.E. noch einen gewissen Anspruch. Kitsch passt da schon eher.


Was aber ist mit der Spätromantik, die zusehends zum Kitsch neigte ?
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beachbernie
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Beitrag(#2238624) Verfasst am: 17.01.2021, 17:41    Titel: Antworten mit Zitat

Vom Revolutionskitsch, der verdecken soll, dass so manche wohlfeile Theorie in der Praxis ueberhaupt nicht funktioniert, will ich da gar nicht erst anfangen. zwinkern
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Zumsel
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Beitrag(#2238626) Verfasst am: 17.01.2021, 17:49    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
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Zumsel hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Es gibt halt solche und solche, gut geführte Unternehmen und schlecht geführte Unternehmen. Schulterzucken

Auf jeden Fall zahlt es sich aus auf Mitarbeiterzufriedenheit zu setzen anstatt "Blaumachern" hinterherspionieren zu lassen. Da gibt es jede Menge Studien, die das belegen.


Ich weiß gar nicht, was der angemessene Begriff dafür wäre. "Kapitalismuskitsch"? "Marktwirtschaftsromantik"? Jedenfalls scheinen bspw. Jeff Bezoz oder Dieter Schwarz recht genau zu wissen, was sie tun. Und was sie mit Sicherheit nicht denken ist, dass ihre Unternehmen erfolgreicher sein würden, wenn sie ihren Lageristen, Verkäuferinnen oder Lieferboten angenehmere Arbeitsbedingungen bieten würden. Von Textilkonzernen und Näherinnen fangen wir mal besser gar nicht an.


Mitarbeiterzufriedenheit ist dann besonders zu beachten, wenn die Fachkräfte knapp sind oder das Arbeitsumfeld nicht besonders attraktiv. So locken ostdeutsche Firmen mit üppigen Mitarbeiterbenefits wie Kinderbetreuung und flexiblen Arbeitszeiten in ihre strukturschwachen Gebiete. Gerade für hochqualifizierte Arbeitnehmer ist die Work-Life-Balance der wichtigste Faktor, wie die Gallup-Umfrage zeigt.

So hart es klingt, leicht „austauschbaren“ Arbeitnehmern wie Verkäuferinnen und Lageristinnen wird weniger Honig ums Maul geschmiert, auch wenn die Bezahlung über dem Mindestlohn liegt.


Hier ging es allerdings nicht um die Rekrutierung von Personal, sondern um die Effektivität des vorhandenen, also die Behauptung, dass bessere Arbeitsbedingungen auch bessere Erträge fürs Unternehmen bedeuteten. Das mag bei manchen Tätigkeiten auch der Fall sein (v.a. wohl bei kreativen), aber eben bei Weitem nicht bei allen. Überall, wo es nur ums "Funktionieren" geht, ist Druckmachen, Überwachen die Peitsche schwingen ganz offensichtlich überaus effektiv. Und die Behauptung, es liege im unternehmerischen Interesse von Firmen, ihre Mitarbeiter gut zu behandeln, weil das eben auch unterm Strich besser für den Ertrag sei, das Problem schlechter Arbeitsbedingungen sich also in einer perfekten Marktwirtschaft letztlich per Selbstregulation lösen würde, ist wohl ein ähnlicher Mythos wie der Trickle-down-Effekt.


Bessere Arbeitsbedingungen sorgen öfters für bessere Erträge.
Ein Laden wo die Verkäufer/innen freundlich sind, gehe ich auf jeden Fall häufiger einkaufen.


Tja, aber wenn die Verkäuferinnen im Konkurrenzladen auf Grund schlechterer Arbeitsbedingungen zwar schlechter gelaunt sind, die Produkte dafür aber billiger angeboten können, wie glaubst du fällt die Präferenz der meisten Konsumenten da aus? Wie gesagt: Dieter Schwarz scheint ziemlich gut zu wissen, was er tut. Dritte-Welt-Läden sind dagegen eher was für die Nische und der gute alte Tante-Emma-Laden ist praktisch ausgestorben. Woran, dies nur vorsichtshalber vorweggenommen, auch die Tatsache nichts ändern würde, dass du lieber in einen Dritte-Welt- oder Tante-Emma-Laden gingest.

Übrigens kann auch der "Zwang zur Freundlichkeit" Teil schlechter Arbeitsbedingungen sein. Die Arbeitsbedingungen ist zwar Scheiße, aber anmerken lassen darf sich das Personal das natürlich nicht, sonst gibt’s erst Recht einen drauf, wenn Karen zum Filialleiter rennt.
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