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Berglichter Highscorer
Anmeldungsdatum: 26.06.2006 Beiträge: 454
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(#539937) Verfasst am: 10.08.2006, 01:27 Titel: |
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Natürlich hast du Recht, wenn du sagst, daß es mehr Arbeit im Niedrigqualifikations- und damit auch Niedriglohnsektor gäbe, wenn weniger Arbeit von Maschinen, Robotern oder technischen Einrichtungen im weitesten Sinne erledigt würde. Das sich das bei bestimmten Arbeitsprozessen rein betriebswirtschaftlich auch nicht viel tut, ist sicherlich ebenso richtig.
ABER: ist der Mensch für die Arbeit da oder die Arbeit für den Menschen? Ist Arbeit Selbstzweck oder ist sie Mittel zum Selbstzweck Mensch?
Sollten wir nicht froh sein, daß uns die Technik soviel stumpfsinnige, öde und stupide Tätigkeiten abnimmt? Ist nicht auch ohne diese Tätigkeiten, die problemlos von Maschinen bewältigt werden können, immer noch mehr als genug Arbeit vorhanden - auch gerade Arbeit für die man kein Hochschulstudium braucht (man denke z.B. an Pflege und Erziehung)? Wird vielleicht nur allzu sehr die heilige Kuh Erwerbsarbeit angebetet? Ist diese vielleicht ungerecht verteilt?
Soviel höchst sinnvolle Arbeit wird in unserem Land nicht getan, weil sie nicht bezahlbar ist (sprich weil das System nicht genug Geld in diese Richtung pumpt) - ich denke hier wie gesagt z.B. an die Pflege und Betreuung von Kindern und alten Menschen. Da zu implizieren, unser Heil läge darin den Grad unserer Automation zurückzufahren und so die Ressource freie Zeit der Menschen in großem Maßstab zu bündeln, halte ich schlicht für absurd.
_________________ Man soll nicht Religion sagen wo man Politik meint.
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Malone auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 02.09.2004 Beiträge: 5269
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(#539940) Verfasst am: 10.08.2006, 01:34 Titel: |
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Doch natürlich ist der Abgleich zwischen Lohnkosten und Maschinenpreis relevant für die Entscheidung der Automatisierung. Man muss ja jetzt nicht aus Prinzip widersprechen
Nur ist die Automatisierung ja gerade die Stärke dieser Wirtschaft, das Problem ist nur, dass sie zu wenigen zugute kommt.
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GiordanoBruno ...
Anmeldungsdatum: 01.04.2006 Beiträge: 1516
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(#539942) Verfasst am: 10.08.2006, 01:39 Titel: |
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Stefan hat folgendes geschrieben: | GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: |
Warum sollte sich ein Unternehmer eine Millionen Euro teure Maschiene in die Halle stellen, wenn er es billiger von Arbeitskräften erledigt bekommt. |
Abschreibung?
Außerdem werden bei guten Maschinen auch lange Laufzeiten angesetzt. So billig, wie eine noch so teure Maschine, kann kein Mensch arbeiten. |
Ja und nein. Wie bereits dargestellt gibt es Dinge, da kann nicht einmal der Robot Arbeiter in Nordkorea mit der Maschiene mithalten. Aber es gibt viele Dinge die von Menschen besser erledigt werden (zb. du wirst lachen, das Zusammenbauen von Autos) aber dort nicht mehr gemacht werden, weil sich in einem Hochlohnland die Finanzierung von Maschienen einfach mehr rechnet.
Und wenn es, wie oben beschreiben, nur knappe 4 % sind. Die es eben nicht geben würde, wären die Löhne geringer.
Und ich wage zu behaupten, dass es viele dieser Beispiele gibt. Also neben der Automobilindustrie fallen mir da Adhock noch eine gute Handvoll ein.
Grenznutzen Stefan. Auch ein böser Unternehmer macht nichts gegen dem Vitalen Interesse seines Unternehmens, und manchmal ist es im Interesse des Unternehmens eben Menschen zu beschäftigen.
Das daran in Deutschland als letztes gedacht wird, und man sich verbiegt und verdreht, um ja möglichst viele Maschienen einzusetzen, selbst wenn es erstmals unheimlich Aufwendig ist, darf angesichts der Umstände wie skurilste Arbeitnehmerschutz Gesetze, und den hohen Lohnkosten nicht verwundern.
Das Herumgewurstel mit den Maschienen würde sich eben keiner Antun, wenn es sich nicht rechnen würde, und dass es sich rechnet, da ist zu einem guten Teil die Gewerkschaft eben mitverantwortlich.
Wie ich schon einmal geschrieben habe. Unser Reichtum hat uns arm gemacht.
gb
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Stefan auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 03.08.2004 Beiträge: 6217
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(#539984) Verfasst am: 10.08.2006, 09:29 Titel: |
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GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: | ...
Wie ich schon einmal geschrieben habe. Unser Reichtum hat uns arm gemacht.
gb |
Vom philosphischen Standpunkt aus könnte man diese Frage durchaus diskutieren. Rein wirtschaftlich gesehen stimmt dies so nicht.
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L.E.N. im falschen Film
Anmeldungsdatum: 25.05.2004 Beiträge: 27745
Wohnort: Hamburg
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(#540001) Verfasst am: 10.08.2006, 09:50 Titel: |
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GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: | Das ist schön. Mal ein paar Stunden nicht online und schon geht hier die Post ab.
Mal sehen ob ich dazu etwas beitragen kann.
Also es erregt die Aussage die Gemüter, dass wenn es in Deutschland einen Billiglohnsektor gäbe, es weniger Automation geben würde.
Das finden einige ganz komisch.
Das find wiederum ich verwunderlich.
Warum sollte sich ein Unternehmer eine Millionen Euro teure Maschiene in die Halle stellen, wenn er es billiger von Arbeitskräften erledigt bekommt. Nun gibts natürlich Dinge, die kann man wirklich besser mit einer Maschiene erledigen, wie das Abfüllen von Milch in Päckchen zb. Aber bei der Verpackung von Frischfisch in Kartons in einem grossen Hamburger Fischversandt ist schon eine andere Geschichte. Das sich da ein Ingeneur niedersetzt und monatelang eine "spezielle" Verpackungsmaschiene entwirft um sage und schreibe 4% effektiven Einsparung zu erreichen, also Abzug der Investitionskosten/Abschreibung zu ursprünglich Personalkosten ist schon etwas sonderbar, nicht? Man könnte jetzt die Vermutung äussern, dass wenn die Lohnkosten um, sagen wir 10% geringer gewesen wären, man diese Maschiene nicht gebraucht hätte (die im übrigen auch noch ungenauer arbeitet wie ihre Menschlichen Kollegen). Und man hat recht.
gb |
grossartig, gb. ich frage mich warum es überhaupt automation gibt. die japaner sind auf dem völlig falschen dampfer mit ihrem roboterwahn, ja?
back to the roots!! kampf den maschinen!
_________________ Ich will Gott lästern dürfen! Weg mit §166 StGB!
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Stefan auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 03.08.2004 Beiträge: 6217
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(#540035) Verfasst am: 10.08.2006, 10:18 Titel: |
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Maschinen werden zudem ja auch immer besser und billiger. Alleine die Steuerung und Visualisierung machen es möglich, komplexe Produktionsabläufe von einer Person überwachen zu lassen, wo früher eine Mannschaft gebraucht wurde.
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caballito zänkisches Monsterpony
Anmeldungsdatum: 16.07.2003 Beiträge: 12112
Wohnort: Pet Sematary
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(#540052) Verfasst am: 10.08.2006, 10:37 Titel: |
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GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: | Warum sollte sich ein Unternehmer eine Millionen Euro teure Maschiene in die Halle stellen, wenn er es billiger von Arbeitskräften erledigt bekommt. |
Genau da ist der Kasus Knacktus: Warum sollen Menschen schuften, wenn die Arbeit auch von Maschinen erledigt werden kann?
Das Problem bei der Automatisierung ist ja nicht, dass sie Arbeit erspart, sondern dass diese Ersparnis nicht allen zugute kommt.
_________________ Die Gedanken sind frei.
Aber nicht alle Gedanken wissen das.
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L.E.N. im falschen Film
Anmeldungsdatum: 25.05.2004 Beiträge: 27745
Wohnort: Hamburg
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(#540076) Verfasst am: 10.08.2006, 11:05 Titel: |
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Stefan hat folgendes geschrieben: | Maschinen werden zudem ja auch immer besser und billiger. Alleine die Steuerung und Visualisierung machen es möglich, komplexe Produktionsabläufe von einer Person überwachen zu lassen, wo früher eine Mannschaft gebraucht wurde. |
das musst du gb schon etwas genauer erklären, sonst akzeptiert ers nicht.
_________________ Ich will Gott lästern dürfen! Weg mit §166 StGB!
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Malone auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 02.09.2004 Beiträge: 5269
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(#540216) Verfasst am: 10.08.2006, 13:43 Titel: |
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Stefan hat folgendes geschrieben: | GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: | ...
Wie ich schon einmal geschrieben habe. Unser Reichtum hat uns arm gemacht.
gb |
Vom philosphischen Standpunkt aus könnte man diese Frage durchaus diskutieren. Rein wirtschaftlich gesehen stimmt dies so nicht. |
Jain. Die Frage ist wohl, wessen Reichtum wen arm gemacht hat
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GiordanoBruno ...
Anmeldungsdatum: 01.04.2006 Beiträge: 1516
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(#540219) Verfasst am: 10.08.2006, 13:51 Titel: |
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caballito hat folgendes geschrieben: | GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: | Warum sollte sich ein Unternehmer eine Millionen Euro teure Maschiene in die Halle stellen, wenn er es billiger von Arbeitskräften erledigt bekommt. |
Genau da ist der Kasus Knacktus: Warum sollen Menschen schuften, wenn die Arbeit auch von Maschinen erledigt werden kann?
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Weils spass macht? Weil man damit seinen Lebensunterhalt verdient, weil es das Leben strukturiert, weil es fordert und man dabei so etwas wie Zufriedenheit empfindet?
Weils Spannend ist?
Weil man Stolz sein kann?
gb
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Malone auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 02.09.2004 Beiträge: 5269
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(#540225) Verfasst am: 10.08.2006, 13:59 Titel: |
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Ja, gerade bei von Maschinen verrichtbarer Arbeit ist deren Selbstverwirklichungsaspekt wirklich besonders hoch, vom Spaßfaktor ganz zu schweigen.
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GiordanoBruno ...
Anmeldungsdatum: 01.04.2006 Beiträge: 1516
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(#540241) Verfasst am: 10.08.2006, 14:16 Titel: |
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Malone hat folgendes geschrieben: | Ja, gerade bei von Maschinen verrichtbarer Arbeit ist deren Selbstverwirklichungsaspekt wirklich besonders hoch, vom Spaßfaktor ganz zu schweigen.  |
Ich hab zwei meiner Sommerferien am Fliesband verbracht.
Und selbst da gabs Leute die den Job gerne gemacht haben.
Das ist Einstellungssache.
Ich kenn ein Mädel, die ist Goldschmiede und die Kotzt das an. Ich hab es genossen im Service zu arbeiten. Der Strassenkehrer in unserer Strasse ist Fanat. Der liebt seinen Sprengel und sieht das als seine Aufgabe an. Er will auch nichts anderes sein. Er hat meinen vollen Respekt, abgesehen davon, dass er seine Arbeit gut macht, was gerade hier nicht einfach ist.
Arbeit, auch die die wir Maschienen übergeben haben, kann gut sein. Warum muss die Marmelade Industriell erzeugt sein? Die vom Bauern, selbstgemacht, kostet 20 cent mehr und schmeckt dreimal so gut.
gb
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L.E.N. im falschen Film
Anmeldungsdatum: 25.05.2004 Beiträge: 27745
Wohnort: Hamburg
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(#540247) Verfasst am: 10.08.2006, 14:25 Titel: |
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GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: | Malone hat folgendes geschrieben: | Ja, gerade bei von Maschinen verrichtbarer Arbeit ist deren Selbstverwirklichungsaspekt wirklich besonders hoch, vom Spaßfaktor ganz zu schweigen.  |
Ich hab zwei meiner Sommerferien am Fliesband verbracht.
Und selbst da gabs Leute die den Job gerne gemacht haben.
Das ist Einstellungssache.
Ich kenn ein Mädel, die ist Goldschmiede und die Kotzt das an. Ich hab es genossen im Service zu arbeiten. Der Strassenkehrer in unserer Strasse ist Fanat. Der liebt seinen Sprengel und sieht das als seine Aufgabe an. Er will auch nichts anderes sein. Er hat meinen vollen Respekt, abgesehen davon, dass er seine Arbeit gut macht, was gerade hier nicht einfach ist.
Arbeit, auch die die wir Maschienen übergeben haben, kann gut sein. Warum muss die Marmelade Industriell erzeugt sein? Die vom Bauern, selbstgemacht, kostet 20 cent mehr und schmeckt dreimal so gut.
gb |
tja, ich fürchte als "gern-am-fliessband-arbeiter" bist du die große ausnahme. sicher gibt es schlimmere jobs, aber wenn mich jemand fragen würde, ob ich lieber am fliessband oder als straßenkehrer arbeiten wollte, würde ich mich für letzteres entscheiden.
übrigens: ohne arbeit lässt sich der tag sehr gut strukturieren, und zu wenig spass hatte ich noch nie wenn ich keine arbeit hatte. besonders gut geht es wenn man mit kindern zusammen ist. das fordert, ist spannend, man ist zufrieden. und stolz kann man auch sein, wenn man in strahlende kinderaugen schaut!
_________________ Ich will Gott lästern dürfen! Weg mit §166 StGB!
Zuletzt bearbeitet von L.E.N. am 11.08.2006, 12:40, insgesamt einmal bearbeitet |
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AntagonisT Master of Disaster
Anmeldungsdatum: 28.09.2005 Beiträge: 5587
Wohnort: 2 Meter über dem Boden
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(#540291) Verfasst am: 10.08.2006, 15:17 Titel: |
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GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: |
Ich denke es werden 50-60 Stunden werden |
Wenn schon Neandertaler oder Menschen des Mittelalters mit weniger Arbeitsaufwand
Großfamilien durchfüttern konnten, dann sollte das im 21. Jahrhundert wohl auch möglich sein.
Und auf eine Zukunft, in der ich 50-60 Stunden/Woche arbeiten soll, um überleben zu
können (nur für mehr Geld/Konsum würde ich mir die Maloche sowieso nie antun), kann ich
sehr gut verzichten.. dann lieber Amok laufen, wie es schon geschrieben wurde..
_________________ “Primates often have trouble imagining an universe not run by an angry alpha male.”
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GiordanoBruno ...
Anmeldungsdatum: 01.04.2006 Beiträge: 1516
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(#540430) Verfasst am: 10.08.2006, 18:16 Titel: |
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AntagonisT hat folgendes geschrieben: | GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: |
Ich denke es werden 50-60 Stunden werden |
Und auf eine Zukunft, in der ich 50-60 Stunden/Woche arbeiten soll, um überleben zu
können (nur für mehr Geld/Konsum würde ich mir die Maloche sowieso nie antun), kann ich sehr gut verzichten.. dann lieber Amok laufen, wie es schon geschrieben wurde..  |
Tja das wirst du dann wohl müssen. Amoklaufen. Ob dir das hauptberuflich Spass macht weiss ich nicht.
Ich kann dir das sagen was einer höchstrangigen Deutschen Politik- und Wirtschafts-Delegation in Singapore gesagt wurde, als die dort vorstellig wurden um auch über die deutschen Probleme mit fernöstlichen Billig-Importen zu reden.
Im Wortsinn: "Schaut mal das ihr eure Menschen wieder zum Arbeiten bringt. Ihr glaubt ihr könnt euch auf die Faule Haut legen und kommt hierher Jammern. Wenn ihr in Deutschland wieder gelernt habt 50.60 Stunden zu arbeiten werdet ihr euch eure Sozialsystem wieder leisten können."
Das war der Lacher hier in Asien. Und ich durfte mir das mehr als einmal während eines Abendessens anhorchen. In jeder Form und Weise. Dazu muss man wissen, dass Asiaten extrem zurückhaltend sind, wenn es um Ratschläge an ander geht. Im Grunde macht man das überhaupt nicht, es sei denn man ist extrem genervt was wohl der Fall war. Der ganze Fauxpas war der NewsweekAsia sogar einen Artikel wert.
In China macht man sich über Deutschland überhaupt keine Gedanken mehr. Man plant bereits mehr oder weniger verdeckt, die Übernahme der grossen Schlüsselindustrien, wie Automobil und Elektrotechnik. Überall wo eben Knowhow drinnen steckt.
Aber natürlich nicht um hier Arbeiten zu lassen. Man transferiert und schliest in Deutschland. Auch das schon der Running Gag auf einschlägigen Parties.
Das sie in zehn Jahren das Kapital dazu haben werden bezweifelt niemand mehr. Die Frage ist doch, ob sie das, was in Deutschland in zehn Jahren übrig ist überhaupt noch wollen. Wissenschaft und Innovationen werden hier in einem rasanten Tempo vorrangetrieben, dass es einen die Sprache verschlägt.
Universitäten sind ausgestattet, da ist jede Deutsche Uni nur Peinlich. Forschungscluster mit Geld versorgt das es eine Freude ist.
Die USA hatte den letzten Realitäts-check, als IBM seine PC Sparte nach China verkaufte. Seitdem kommen die Notebooks aus dem Reich der Mitte. (Wie übrigens bereits heute 80%. Billiggeräte? Lowtech? Mit nichten.
Deutschland kann nur beten, dass in China ein Crash kommt, und zwar bald. Sonst siehts hier zappenduster aus. Und dann mache der letzte das Licht aus, und dann, Antagonist, wirst du froh sein 60 Stunden Arbeiten zu dürfen.
gb
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Malone auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 02.09.2004 Beiträge: 5269
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(#540494) Verfasst am: 10.08.2006, 18:57 Titel: |
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Zitat: | Deutschland wieder gelernt habt 50.60 Stunden zu arbeiten |
Uhm, ja, um was zu produzieren?
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GiordanoBruno ...
Anmeldungsdatum: 01.04.2006 Beiträge: 1516
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(#540520) Verfasst am: 10.08.2006, 19:21 Titel: |
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Malone hat folgendes geschrieben: | Zitat: | Deutschland wieder gelernt habt 50.60 Stunden zu arbeiten |
Uhm, ja, um was zu produzieren? |
Handwerkliche Hochtechnologie: Uhren zb. Rolex hat vor nicht allzulanger Zeit seine Produktion der Rohlinge nach Fernost ausgelagert. Nicht weil sie hier nciht Produziert werden konnten, der Preis den sie bezahlt hätten wäre kompetitiv gewesen, sondern weil niemand die Mengen liefern konnte. Es gab keine Uhrenfabrik mehr, die die Werke hätte herstellen können.
Andere Infrastruktur. Die Europäische Infrastruktur beruht auf einer Plaupause die Industriell, zt. Vorindustriell. Gäb es die Möglichkeit alles Platt zu machen wären Transportsysteme wie das Luftpostähnliche Warenverteilzentrum, das im Ruhrgebiet getestet wurde schon längst umgesetzt, mit einem Weltweiten Markt. Unterirdische Röhrensystem die Waren und auch Personen über Pneumatische Röhren individuell tranportieren. Eine Deutsche Erfindung. Genial. Wird nicht gemacht, weil sich die Bahn, die nachweislich teurer und unpraktischer, querlegt. Ist eine Konkurrenz und würde den komplizierten und damit teuren Bahn. Nahverkehrsmilliarden Investitionen Konkurrenz machen.
Also ab auf die Müllkippe.
Innovationsstau.
Nanotechnologie. In der Nanotechnologie werden viele Hundertausend Arbeitsplätze deshalb fällig werden, da man feststellte, dass es wahrscheinlich ist, dass diese Technologie Individualisiert werden muss um wirken zu könnnen. Nanotechnologie? Bei uns eine Angstdiskussion.
Wäre in Europa Energie billiger und wäre dies ein europäischer Vorteil. Man könnte über die günstigen Eneirgiekosten selbst hohe Arbeitskosten Wettmachen, wie zb. in der Rohstofferzeugung, aber auch in den Verarbeitenden Industrien.
Deutschland hatte einmal den Weltvorsprung in der Kernfussion. Mit Milliarden Forschungsgelder über Jahrzehnte erkämpft.
Aus Politischen Gründen (man hatte Angst ein Deutschland mit Kernfussiontechnologie wäre zu Einflussreich) wurde das Programm zuerst runtergefahren, und dann das gesamte Knowhow vonder Kohregierung als Geschenk in das internationale Iter Projekt gesteckt. Ein Projekt übrigens, aus dem sich die USA jetzt, nachdem das Knowhow geflossen ist, zurückziehen will, um ihr eigenes Ding zu drehen. (Blödheit gehört eben bestraft, und Deutschland war noch nie besonders clever.)
Möglichkeiten gäbe es genug, nur ist niemand da der sie Umsetzt.
gb
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Doc Extropy dauerhaft gesperrt
Anmeldungsdatum: 07.03.2006 Beiträge: 6149
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(#540522) Verfasst am: 10.08.2006, 19:24 Titel: |
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AntagonisT hat folgendes geschrieben: | GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: |
Ich denke es werden 50-60 Stunden werden |
Wenn schon Neandertaler oder Menschen des Mittelalters mit weniger Arbeitsaufwand
Großfamilien durchfüttern konnten, dann sollte das im 21. Jahrhundert wohl auch möglich sein.
Und auf eine Zukunft, in der ich 50-60 Stunden/Woche arbeiten soll, um überleben zu
können (nur für mehr Geld/Konsum würde ich mir die Maloche sowieso nie antun), kann ich
sehr gut verzichten.. dann lieber Amok laufen, wie es schon geschrieben wurde..  |
Absolute Zustimmung. 32 Stunden, 4 - Tage - Woche. DAS ist die Zukunft.
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GiordanoBruno ...
Anmeldungsdatum: 01.04.2006 Beiträge: 1516
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(#540527) Verfasst am: 10.08.2006, 19:29 Titel: |
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Doc Extropy hat folgendes geschrieben: | AntagonisT hat folgendes geschrieben: | GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: |
Ich denke es werden 50-60 Stunden werden |
Wenn schon Neandertaler oder Menschen des Mittelalters mit weniger Arbeitsaufwand
Großfamilien durchfüttern konnten, dann sollte das im 21. Jahrhundert wohl auch möglich sein.
Und auf eine Zukunft, in der ich 50-60 Stunden/Woche arbeiten soll, um überleben zu
können (nur für mehr Geld/Konsum würde ich mir die Maloche sowieso nie antun), kann ich
sehr gut verzichten.. dann lieber Amok laufen, wie es schon geschrieben wurde..  |
Absolute Zustimmung. 32 Stunden, 4 - Tage - Woche. DAS ist die Zukunft. |
Nope
GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: |
Tja das wirst du dann wohl müssen. Amoklaufen. Ob dir das hauptberuflich Spass macht weiss ich nicht.
Ich kann dir das sagen was einer höchstrangigen Deutschen Politik- und Wirtschafts-Delegation in Singapore gesagt wurde, als die dort vorstellig wurden um auch über die deutschen Probleme mit fernöstlichen Billig-Importen zu reden.
Im Wortsinn: "Schaut mal das ihr eure Menschen wieder zum Arbeiten bringt. Ihr glaubt ihr könnt euch auf die Faule Haut legen und kommt hierher Jammern. Wenn ihr in Deutschland wieder gelernt habt 50.60 Stunden zu arbeiten werdet ihr euch eure Sozialsystem wieder leisten können."
Das war der Lacher hier in Asien. Und ich durfte mir das mehr als einmal während eines Abendessens anhorchen. In jeder Form und Weise. Dazu muss man wissen, dass Asiaten extrem zurückhaltend sind, wenn es um Ratschläge an ander geht. Im Grunde macht man das überhaupt nicht, es sei denn man ist extrem genervt was wohl der Fall war. Der ganze Fauxpas war der NewsweekAsia sogar einen Artikel wert.
In China macht man sich über Deutschland überhaupt keine Gedanken mehr. Man plant bereits mehr oder weniger verdeckt, die Übernahme der grossen Schlüsselindustrien, wie Automobil und Elektrotechnik. Überall wo eben Knowhow drinnen steckt.
Aber natürlich nicht um hier Arbeiten zu lassen. Man transferiert und schliest in Deutschland. Auch das schon der Running Gag auf einschlägigen Parties.
Das sie in zehn Jahren das Kapital dazu haben werden bezweifelt niemand mehr. Die Frage ist doch, ob sie das, was in Deutschland in zehn Jahren übrig ist überhaupt noch wollen. Wissenschaft und Innovationen werden hier in einem rasanten Tempo vorrangetrieben, dass es einen die Sprache verschlägt.
Universitäten sind ausgestattet, da ist jede Deutsche Uni nur Peinlich. Forschungscluster mit Geld versorgt das es eine Freude ist.
Die USA hatte den letzten Realitäts-check, als IBM seine PC Sparte nach China verkaufte. Seitdem kommen die Notebooks aus dem Reich der Mitte. (Wie übrigens bereits heute 80%. Billiggeräte? Lowtech? Mit nichten.
Deutschland kann nur beten, dass in China ein Crash kommt, und zwar bald. Sonst siehts hier zappenduster aus. Und dann mache der letzte das Licht aus, und dann, Antagonist, wirst du froh sein 60 Stunden Arbeiten zu dürfen.
gb |
gb
btw, kann mir jemand bitte helfen, wie ich auf einzelne Postings verlinke, dann muss ich nicht immer das ganze Zitieren.
Danke
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Malone auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 02.09.2004 Beiträge: 5269
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(#540531) Verfasst am: 10.08.2006, 19:33 Titel: |
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GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: | Malone hat folgendes geschrieben: | Zitat: | Deutschland wieder gelernt habt 50.60 Stunden zu arbeiten |
Uhm, ja, um was zu produzieren? |
Handwerkliche Hochtechnologie: Uhren zb. Rolex hat vor nicht allzulanger Zeit seine Produktion der Rohlinge nach Fernost ausgelagert. Nicht weil sie hier nciht Produziert werden konnten, der Preis den sie bezahlt hätten wäre kompetitiv gewesen, sondern weil niemand die Mengen liefern konnte. Es gab keine Uhrenfabrik mehr, die die Werke hätte herstellen können.
Andere Infrastruktur. Die Europäische Infrastruktur beruht auf einer Plaupause die Industriell, zt. Vorindustriell. Gäb es die Möglichkeit alles Platt zu machen wären Transportsysteme wie das Luftpostähnliche Warenverteilzentrum, das im Ruhrgebiet getestet wurde schon längst umgesetzt, mit einem Weltweiten Markt. Unterirdische Röhrensystem die Waren und auch Personen über Pneumatische Röhren individuell tranportieren. Eine Deutsche Erfindung. Genial. Wird nicht gemacht, weil sich die Bahn, die nachweislich teurer und unpraktischer, querlegt. Ist eine Konkurrenz und würde den komplizierten und damit teuren Bahn. Nahverkehrsmilliarden Investitionen Konkurrenz machen.
Also ab auf die Müllkippe.
Innovationsstau.
Nanotechnologie. In der Nanotechnologie werden viele Hundertausend Arbeitsplätze deshalb fällig werden, da man feststellte, dass es wahrscheinlich ist, dass diese Technologie Individualisiert werden muss um wirken zu könnnen. Nanotechnologie? Bei uns eine Angstdiskussion.
Wäre in Europa Energie billiger und wäre dies ein europäischer Vorteil. Man könnte über die günstigen Eneirgiekosten selbst hohe Arbeitskosten Wettmachen, wie zb. in der Rohstofferzeugung, aber auch in den Verarbeitenden Industrien.
Deutschland hatte einmal den Weltvorsprung in der Kernfussion. Mit Milliarden Forschungsgelder über Jahrzehnte erkämpft.
Aus Politischen Gründen (man hatte Angst ein Deutschland mit Kernfussiontechnologie wäre zu Einflussreich) wurde das Programm zuerst runtergefahren, und dann das gesamte Knowhow vonder Kohregierung als Geschenk in das internationale Iter Projekt gesteckt. Ein Projekt übrigens, aus dem sich die USA jetzt, nachdem das Knowhow geflossen ist, zurückziehen will, um ihr eigenes Ding zu drehen. (Blödheit gehört eben bestraft, und Deutschland war noch nie besonders clever.)
Möglichkeiten gäbe es genug, nur ist niemand da der sie Umsetzt.
gb |
Für Dich kommt wohl die Wirkung vor der Ursache? Wenn der Lobbyismus und die Bürokratie erfolgreich bekämpft würden, dann, ja dann wäre vielleicht wirklich einiges drin. Dann würde auch wieder Arbeit nachgefragt werden seitens der Investoren, und automatisch würde man, so es denn bezahlt wird, so viel arbeiten wie es not tut. Aber zuerst die 60 Stunden Woche zur Pflicht machen? Das hätte lediglich mehr Arbeitslose zur Folge.
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GiordanoBruno ...
Anmeldungsdatum: 01.04.2006 Beiträge: 1516
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(#540540) Verfasst am: 10.08.2006, 19:50 Titel: |
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Malone hat folgendes geschrieben: |
Für Dich kommt wohl die Wirkung vor der Ursache? Wenn der Lobbyismus und die Bürokratie erfolgreich bekämpft würden, dann, ja dann wäre vielleicht wirklich einiges drin. Dann würde auch wieder Arbeit nachgefragt werden seitens der Investoren, und automatisch würde man, so es denn bezahlt wird, so viel arbeiten wie es not tut. Aber zuerst die 60 Stunden Woche zur Pflicht machen? Das hätte lediglich mehr Arbeitslose zur Folge. |
Das hast du falsch verstanden. Ich will nicht die 60 Stunden Woche zur Pflicht machen, und ich sehe wie du die Bürokratie und auch das Deutsche Phlegma, das sich auch in diesen Schrift und Verordnungswust widerspielgelt, als Hauptursächlich für die Problematik, aber wir können doch nicht die Augen davor verschliessen, das wir eine Konkurrenz haben die bereit ist, die gleiche Arbeit, mit der gleichen Ausbildung zum halben, oder sogar noch geringeren Preis zu machen und gleichzeitig doppelt so viel arbeiten. Und das noch als Besserstellung ansehen.
Was hilft uns hier ein Standpunkt "ich will aber das es so ist wie ich es haben will" wenn wir uns bereits mit Leib und Selle einer anderen Wirtschaftsordnung verschrieben haben, die zwar in the Long run uns allen zugute kommen wird, weil auch Schwellenländern die Möglichkeit haben sich zu Entwickeln, aber kurzfristig uns deshalb enorm schadet, weil wir nicht bereit sind die Neuen Herrausforderungen anzunehmen.
Es stört mich nicht prinzipiell der Anspruch: Ich will mehr und besser Verdienen, und dafür weniger arbeiten. Es stört mich nur die blindheit mit der dieser Ansüruch vorgetragen und Verteidigt wird.
Weil wenn wir nicht die Umstände der Ausländischen Konkurrenz jetzt annehmen, wird die Deutsche Wirtschaft so korrodiert, dass sie nciht mehr länger den Staat erhalten kann, auf den hier alle so bauen.
Und das meine ich nicht als Bild, oder Witz, oder Karrikatur.
Das mein ich so wie ich es sage mit vollen Ernst.
gb
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AntagonisT Master of Disaster
Anmeldungsdatum: 28.09.2005 Beiträge: 5587
Wohnort: 2 Meter über dem Boden
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(#540544) Verfasst am: 10.08.2006, 19:55 Titel: |
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links neben
Zitat: | Verfasst am: 10.08.2006, 19:50 Titel: |
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_________________ “Primates often have trouble imagining an universe not run by an angry alpha male.”
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GiordanoBruno ...
Anmeldungsdatum: 01.04.2006 Beiträge: 1516
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(#540545) Verfasst am: 10.08.2006, 19:56 Titel: |
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AntagonisT hat folgendes geschrieben: | links neben
Zitat: | Verfasst am: 10.08.2006, 19:50 Titel: |
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Danke
gb
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Berglichter Highscorer
Anmeldungsdatum: 26.06.2006 Beiträge: 454
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(#540763) Verfasst am: 11.08.2006, 01:29 Titel: |
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GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: | Ich kann dir das sagen was einer höchstrangigen Deutschen Politik- und Wirtschafts-Delegation in Singapore gesagt wurde, als die dort vorstellig wurden um auch über die deutschen Probleme mit fernöstlichen Billig-Importen zu reden.
Im Wortsinn: "Schaut mal das ihr eure Menschen wieder zum Arbeiten bringt. Ihr glaubt ihr könnt euch auf die Faule Haut legen und kommt hierher Jammern. Wenn ihr in Deutschland wieder gelernt habt 50.60 Stunden zu arbeiten werdet ihr euch eure Sozialsystem wieder leisten können." |
Wunderbar dieser Ratschlag aus einer Region, die so vorbildlich mit ihren sozial Schwächeren umgeht. Da sollten wir uns wirklich eine Scheibe von abschneiden.
GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: | In China macht man sich über Deutschland überhaupt keine Gedanken mehr. Man plant bereits mehr oder weniger verdeckt, die Übernahme der grossen Schlüsselindustrien, wie Automobil und Elektrotechnik. Überall wo eben Knowhow drinnen steckt.
Aber natürlich nicht um hier Arbeiten zu lassen. Man transferiert und schliest in Deutschland. Auch das schon der Running Gag auf einschlägigen Parties. |
Würde mich wundern, wenn westliche Kapitalisten weniger hochtrabende Pläne in der Tasche hätten. Leider (?) haben die keinen protektionistischen Staat³ auf ihrer Seite wie beispielsweise die chinsische Wirtschaft das im Moment noch hat. Aber diesen Protektionismus wird sie auf Dauer nicht halten können und dann wird wieder mit gleichen Mitteln gespielt.
Überhaupt ist diese Angstmache vor dem Underdog einfach nur lachhaft. Selbst wenn die Chinesen morgen in allen Bereichen führend wären und all den Wohlstand hätten, den wir heute haben - oder schlimmer noch: uns den Wohlstand wegnähmen, den wir haben - dann wären wir eben wieder der Underdog und die Chinesen müssten vor uns zittern. Kleines Geheimnis: die Chinesen kochen auch nur mit Wasser.
GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: | Das sie in zehn Jahren das Kapital dazu haben werden bezweifelt niemand mehr. |
Und wir haben das Kapital heute. Was sollen wir jetzt daraus ersehen?
GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: | Wissenschaft und Innovationen werden hier in einem rasanten Tempo vorrangetrieben, dass es einen die Sprache verschlägt. |
Darum haben sie's auch nötig sich soviel ausländisches Wissen auf halblegalen Wegen zu erschleichen..
GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: | Universitäten sind ausgestattet, da ist jede Deutsche Uni nur Peinlich. Forschungscluster mit Geld versorgt das es eine Freude ist. |
Das ist sicherlich ein großer Trost für die notleidende Landbevölkerung in China.
GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: | Deutschland kann nur beten, dass in China ein Crash kommt, und zwar bald. |
Schon wieder mal volkswirtschaftlicher Unsinn. Als würde es Deutschland besser gehen, wenn irgendwo die Weltwirtschaft in die Knie geht. Außerdem: warum sollte man den Chinesen gegenüber so mißbilligend sein und ihnen einen Crash wünschen?
GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: | Sonst siehts hier zappenduster aus. Und dann mache der letzte das Licht aus, und dann, Antagonist, wirst du froh sein 60 Stunden Arbeiten zu dürfen. |
Das was du hier verbreitest ist der größte neoliberale Schmu, gb. Sogar Guidolein Westerwellchen könnte das nicht besser. Du sagst wir müssen 50-60 Stunden arbeiten, bei halbem Lohn oder besser noch weniger, damit wir z.B. wieder hier Rolexuhren herstellen können (köstlich! ). Was wollten wir denn damit beweisen? Welchen Reichtum wollten wir damit erwirtschaften? Der normale Mensch, sofern er nicht an einer krankhaften Konsumgeilheit leidet, braucht nicht viel zum leben. Ich behaupte sogar er braucht materiell um einiges weniger als es dem Durchschnittsbürger im Westen zur Verfügung steht. Das sieht man u.a. daran, daß sich selbst mit der aufdringlichsten Werbung irgendwann keine Konsumartikel mehr auf den Markt quetschen lassen. Die Leute wollen einfach nicht mehr oder zumindest sind sie nicht bereit noch mehr ihrer Freizeit zu opfern um sich diesen Schrott leisten zu können. Dieses Level haben und halten wir nun schon eine ganze Weile.
In Asien und insbesondere in China mag das anders sein: dort sind viele Menschen sehr arm und folglich brennend daran interessiert zu uns aufzuholen, uns vielleicht sogar zu überholen. Das wird aber nicht klappen: auch die Chinesen werden irgendwann gesätigt sein und ihren Politikern den Vogel zeigen, wenn diese das Volk zu mehr Arbeitsleistung, mehr Konsum, zu mehr mehr mehr anstiften wollen. Es braucht nicht jeder die Rolex am Handgelenk, mit Sicherheit nicht, wenn er dafür wertvolle Lebenszeit opfern muß, die ihm eigentlich mehr brächte und wichtiger ist. Auch die heute noch armen und hungrigen Chinesen werden das schnell einsehen, immerhin scwärmst du ja so von ihrer Aufgewecktheit.
Worauf wir hier in Deutschland achten müssen bis China eines Tages dieses Wohlstandsniveau erreicht haben wird, ist einfach nicht völlig unter die Räder zu geraten bis dies eingetroffen ist und was noch viel wichtiger ist: die Umweltverträglichkeit unserer eigenen Lebensweise und damit auch die der Chinesen wesentlich zu erhöhen. Denn um jedem Erdenbewohner unseren westlichen Lebensstandard zu ermöglichen, bräuchte es wohl mehrere Erden. Dies läßt sich nur durch vernünftigere Politik und Fortschritt in der Wissenschaft ändern. Bleibt zu hoffen, daß die Chinesen uns bei beidem helfen mögen.
_________________ Man soll nicht Religion sagen wo man Politik meint.
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caballito zänkisches Monsterpony
Anmeldungsdatum: 16.07.2003 Beiträge: 12112
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(#540882) Verfasst am: 11.08.2006, 11:53 Titel: |
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GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: | caballito hat folgendes geschrieben: | GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: | Warum sollte sich ein Unternehmer eine Millionen Euro teure Maschiene in die Halle stellen, wenn er es billiger von Arbeitskräften erledigt bekommt. |
Genau da ist der Kasus Knacktus: Warum sollen Menschen schuften, wenn die Arbeit auch von Maschinen erledigt werden kann?
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Weils spass macht? |
Dann kann man ja seine Freizeit im Maschinenbedienverein verbringen.
GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: | Weil man damit seinen Lebensunterhalt verdient, |
Nicht weil man ihn damit verdient, sondern weil er einem anderenfalls vorenthalten wird. Wie schon jemand geschrieben hat: Man arbeitet, um zu leben, nicht umgekehrt. Wenn Arbeit überflüssig ist, ist sie überflüssig, und es ist hirnrissig, sie künstlich "nötig" zu machen, damit Leute für überflüssige Arbeit einen Antei, an etwas bekomemn, was sie auch so haben könnten.
GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: | weil es das Leben strukturiert, |
Ja klar. Wer nicht malocht, ist aj strukturlos.
GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: | weil es fordert und man dabei so etwas wie Zufriedenheit empfindet? |
Ja kllar, hats du ja schon geschrieben, dass es auch Leute gibt, denen Fleißbandarbeit Spaß macht. Wenn du Fkießbandarbeit so toll findest, wqarum suchts du dir nicht einen Job bei VW? Am besten in der Chinesischen Niederlassung, wo ja alles so toll ist?
GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: | Weils Spannend ist? |
Es gibt spannenderes.
GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: | Weil man Stolz sein kann? |
Man kann auf vieles Stolz sein, nicht nur aufs Geldverdienen.
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Aber nicht alle Gedanken wissen das.
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caballito zänkisches Monsterpony
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(#540886) Verfasst am: 11.08.2006, 11:57 Titel: |
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GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: | Handwerkliche Hochtechnologie: Uhren zb. Rolex hat vor nicht allzulanger Zeit seine Produktion der Rohlinge nach Fernost ausgelagert. Nicht weil sie hier nciht Produziert werden konnten, der Preis den sie bezahlt hätten wäre kompetitiv gewesen, sondern weil niemand die Mengen liefern konnte. Es gab keine Uhrenfabrik mehr, die die Werke hätte herstellen können. |
Und er merkt noch nicht mal, dass er sich selber widerspricht ...
GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: | Möglichkeiten gäbe es genug, nur ist niemand da der sie Umsetzt. |
Komisch ... di ganze Zeit jammert er, dass nix geht, udn ejtzt kommt er damit,w as alles ginge, udn auch gar kein Lohnproblem wäre. Sowas aber auch ...
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caballito zänkisches Monsterpony
Anmeldungsdatum: 16.07.2003 Beiträge: 12112
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(#540889) Verfasst am: 11.08.2006, 12:01 Titel: |
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Berglichter hat folgendes geschrieben: | GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: | Das sie in zehn Jahren das Kapital dazu haben werden bezweifelt niemand mehr. |
Und wir haben das Kapital heute. Was sollen wir jetzt daraus ersehen? |
Ganz einfach: Wenn wir das Kapital haben, ist es gut, Underdog zu sein, weil die es einem dann wegnehmen. Wenn andere das Kapital haben, ist es gut, das Kapital zu haben, weil die Underdogs ja keine Chance haben.
Fazit: Ganz egal wie es ist: Deutschland ist scheiße, weil Deutschland eben scheiße ist.
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Deus ex Machina registrierter User
Anmeldungsdatum: 14.03.2006 Beiträge: 789
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(#541322) Verfasst am: 11.08.2006, 23:12 Titel: |
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caballito hat folgendes geschrieben: | GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: | caballito hat folgendes geschrieben: | GiordanoBruno hat folgendes geschrieben: | Warum sollte sich ein Unternehmer eine Millionen Euro teure Maschiene in die Halle stellen, wenn er es billiger von Arbeitskräften erledigt bekommt. |
Genau da ist der Kasus Knacktus: Warum sollen Menschen schuften, wenn die Arbeit auch von Maschinen erledigt werden kann?
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Weils spass macht? |
Dann kann man ja seine Freizeit im Maschinenbedienverein verbringen. |
Meine Meinung:
Wie Caballito geschrieben hat, interessiert den Produzenten in letzter Konsequenz nicht wie hoch die Loehne sind, sondern wie hoch die Lohnstueckkosten. Und diese haengen vom Lohnniveau einerseits und der Produktivitaet andererseits ab. "Hoch-" und "Billig-"lohnnlaender gibt es nicht, weil die irgendwann beschlossen haben, solche zu sein, sondern weil es entsprechende Produktivitaetsunterschiede gibt. Da sich die Produktivitaet der osteuropaeischen und -asiatischen Laender an diejenige der westeuropaeischen angleicht, ist es nur logisch, dass sich auch das Lohnniveau nivellieren muss. Laengerfristig muessen alle Laender in etwa gleich hohe Lohnstueckkosten haben. Deshalb, da hat GB recht, ist es nur frommes Wunschdenken zu sagen "Wir wollen keine slowakischen Loehne! D soll ein Hochlohnland bleiben!". Nochmal: Laengerfristig nivellieren sich die Lohnstueckkosten aller Laender. So oder so, mit oder ohne politischen Widerstand. Aber! sie sollen das nicht tun, indem die Loehne in den westlichen Laendern auf das Niveau der "Billiglohnlaender" abgesenkt wird (was ja absurd waere, schliesslich sind das "Problem" die Produktivitaetsfortschritte), sondern im dem umgekehrt der Lebensstandart in den Entwicklungslaendern sich auf das Niveau der entwickelten Laender erhoeht.
Eine der Hauptursachen dafuer, dass wir aber trotzdem Lohnverfall und Arbeitslosigkeit in D beobachten, ist mE die Euro-Einfuehrung oder allgemein die fixen internationalen Wechselkurse. So schwer ist das nicht zu verstehen. Bei einer eigenen zB. deutschen und tschechischen Waehrung koennen die Lohnstueckkosten der beiden Laender bei einem produktiven Aufholen Tschechiens gegenuber Deutschland ueber den Wechselkurs abgeglichen werden. Durch die einheitliche Waehrung fehlt diese Moeglichkeit. Der Markt kann aber nicht zulassen, dass den hoeheren Loehnen in Deutschland kein entsprechender Produktivitaetsvorsprung gegenueber steht. China hat zwar eine eigene Waehrung, welche aber durch Eingriffe der chinesischen Regierung kuenstlich unterbewertet gehalten wird, indem amerikanische Staatsanleihen gekauft werden. Nicht nur Europa, sondern auch die USA haben deshalb in Millionenhoehe Industriearbeitsplaetze an China verloren. Dort (in den USA) gibt es deshalb Ueberlegungen, China mit Strafzoellen auf chinesische Produkte zu drohen, wenn China seine Waehrung nicht aufwertet. Nachvollziehbar. Aber letztlich eine Einschraenkung des Freihandels.
@GB: Also, in 20 Jahren 60 Stunden Arbeit. Wenn wir annehmen, dass es dann auch wieder Vollbeschaeftigung gibt und der technische Fortschritt bis dahin nicht stillstehen wird, koennen wir vielleicht davon ausgehen dass dann in Etwa doppelt so viel produziert wird wie heute. Welche Beduerfnisse sollen damit befriedigt werden? Wer soll das alles konsumieren? Glaubst du nicht, dass der Verlust an Arbeitsplaetzen neben der Abwanderung nach Osten auch damit zusammenhaengt, dass nicht im selben Masse lohnende Arbeitsplaetze entsehen, wie sie durch den Produktivitaetsfortschritt vernichtet werden (was ja eigentlich etwas sehr wuenschenswertes ist)? Der Mensch hat nunmal gewisse Beduerfnisse, als da z.B. waeren: Ernaehrung, Unterkunft, Kleidung, Freizeitgestaltung, Mobilitaet, Kommunikation,... Ist es nicht einleuchtend, dass diese Beduerfnisse mit je laenger je weniger Arbeit befriedigt werden koennen? Dass die dadurch freigewordenen Arbeitskraefte zwar neue Produkte herstellen koennen, dass diese sich aber je laenger je schlechter verkaufen lassen, eben da sie eben keine wirklichen Beduerfnisse befriedigen, bzw. dass immer agressivere Werbung noetig ist, um sie doch zu verkaufen? Gedankenexperiment: Stell dir vor, wir wuerden Werbung verbieten: Dadurch wuerde doch zweifellos eine grosse Menge an Menschen arbeitslos werden und zwar nicht nur die, die in der Werbebranche taetig sind, sondern eben auch die, deren Produkte sich ohne Werbung nicht verkaufen lassen. Sollen wir "Arbeitsplaetze schaffen", um Produkte herstellen zu koennen, die die Menschen gar nicht kaufen wuerden, wenn man ihnen nicht einredete, dass sie sie brauchen?
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L.E.N. im falschen Film
Anmeldungsdatum: 25.05.2004 Beiträge: 27745
Wohnort: Hamburg
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(#541338) Verfasst am: 11.08.2006, 23:36 Titel: |
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wann meint ihr, ist die globalisierung abgeschlossen und überall haben arbeit und waren den gleichen preis?
_________________ Ich will Gott lästern dürfen! Weg mit §166 StGB!
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Stefan auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 03.08.2004 Beiträge: 6217
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(#541350) Verfasst am: 11.08.2006, 23:53 Titel: |
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L.E.N.|Propagandhi hat folgendes geschrieben: | wann meint ihr, ist die globalisierung abgeschlossen und überall haben arbeit und waren den gleichen preis? |
Nein. Die Globalisierung ist erst abgeschlossen, wenn es keine "neuen" Märkte mehr zu erschließen gibt. Und dann wird es keine Gleichheit geben, die Abwärtsspirale wird sich einfach weiterdrehen. Bis es knallt. Hoffentlich passiert das früher. Je eher, desto weniger schlimm.
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