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Ralf Rudolfy Auf eigenen Wunsch deaktiviert.
Anmeldungsdatum: 11.12.2003 Beiträge: 26674
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(#541897) Verfasst am: 12.08.2006, 21:15 Titel: |
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Ich möchte mal aus der ganzen Diskussion ein oersönliches Fazit ziehen: "Neger" ist für mich schlichtweg Umgangssprache. Also eine Sprache, die ich nicht benutze, wenn gerade mitgeschrieben wird oder ein Mikrofon eingeschaltet ist. Umgangssprachlich sage ich also Neger, genauso, wie ich einen Polizisten zuweilen einen Bullen nenne, eine Vokabel, die ich weder "offiziell" noch in der persönlichen Anrede verwende. Somit hat kein Neger und kein Bulle Grund, dadurch beleidigt zu sein.
Aber: in einem Pressetext hat die Vokabel selbstverständlich nichts zu suchen.
_________________ Dadurch, daß ein Volk nicht mehr die Kraft oder Willen hat, sich in der Sphäre des Politischen zu halten, verschwindet das Politische nicht aus der Welt. Es verschwindet nur ein schwaches Volk. (Carl Schmitt)
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Xamanoth auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 07.04.2006 Beiträge: 7962
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(#541899) Verfasst am: 12.08.2006, 21:16 Titel: |
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Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben: | Ich möchte mal aus der ganzen Diskussion ein oersönliches Fazit ziehen: "Neger" ist für mich schlichtweg Umgangssprache. Also eine Sprache, die ich nicht benutze, wenn gerade mitgeschrieben wird oder ein Mikrofon eingeschaltet ist. |
Das wirft die Frage auf, wieso du zwischen dieser "Umgangssprache" und der höhrern Sprache unterscheidest.
Ich bemühe mich eigentlcih jederzeit so zu reden, dsss man es auch drucken und mitschreiben könnte. Auch am Stammtisch.
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Ralf Rudolfy Auf eigenen Wunsch deaktiviert.
Anmeldungsdatum: 11.12.2003 Beiträge: 26674
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(#541900) Verfasst am: 12.08.2006, 21:19 Titel: |
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Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben: | Ich möchte mal aus der ganzen Diskussion ein oersönliches Fazit ziehen: "Neger" ist für mich schlichtweg Umgangssprache. Also eine Sprache, die ich nicht benutze, wenn gerade mitgeschrieben wird oder ein Mikrofon eingeschaltet ist. |
Das wirft die Frage auf, wieso du zwischen dieser "Umgangssprache" und der höhrern Sprache unterscheidest. |
Tut das nicht jeder?
Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Ich bemühe mich eigentlcih jederzeit so zu reden, dsss man es auch drucken und mitschreiben könnte. Auch am Stammtisch. |
Das nehme ich dir nicht ab. Ich bin sicher, du benutzt da Begriffe, die du nicht in einer öffentlichen Rede oder in einem Pressetext vewenden würdest.
_________________ Dadurch, daß ein Volk nicht mehr die Kraft oder Willen hat, sich in der Sphäre des Politischen zu halten, verschwindet das Politische nicht aus der Welt. Es verschwindet nur ein schwaches Volk. (Carl Schmitt)
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Jolesch Freund des kleineren Übels
Anmeldungsdatum: 11.07.2004 Beiträge: 7390
Wohnort: Omicron Persei VIII
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(#541907) Verfasst am: 12.08.2006, 21:25 Titel: |
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Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben: | Ich möchte mal aus der ganzen Diskussion ein oersönliches Fazit ziehen: "Neger" ist für mich schlichtweg Umgangssprache. Also eine Sprache, die ich nicht benutze, wenn gerade mitgeschrieben wird oder ein Mikrofon eingeschaltet ist. Umgangssprachlich sage ich also Neger, genauso, wie ich einen Polizisten zuweilen einen Bullen nenne, eine Vokabel, die ich weder "offiziell" noch in der persönlichen Anrede verwende. Somit hat kein Neger und kein Bulle Grund, dadurch beleidigt zu sein.
Aber: in einem Pressetext hat die Vokabel selbstverständlich nichts zu suchen. |
Sehe ich genauso - insbesondere die niederen Motive der Zeitung sind verwerflich
_________________ Storm by Tim Minchin
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Xamanoth auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 07.04.2006 Beiträge: 7962
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(#541908) Verfasst am: 12.08.2006, 21:26 Titel: |
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Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben: |
Das nehme ich dir nicht ab. Ich bin sicher, du benutzt da Begriffe, die du nicht in einer öffentlichen Rede oder in einem Pressetext vewenden würdest. |
Wahrsceheinlich. Aber ich bin irgendwie ein Ggenr des vulgären, saloppen. Muß nciht für andere gletne, das hat einfahc ästhetische Gründe. Ich versuche einfach, mich stets einfach, aber gewählt auszudürcken. (was vielen oft auf die nerven fällt).
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Ralf Rudolfy Auf eigenen Wunsch deaktiviert.
Anmeldungsdatum: 11.12.2003 Beiträge: 26674
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(#541912) Verfasst am: 12.08.2006, 21:30 Titel: |
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Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben: |
Das nehme ich dir nicht ab. Ich bin sicher, du benutzt da Begriffe, die du nicht in einer öffentlichen Rede oder in einem Pressetext vewenden würdest. |
Wahrsceheinlich. Aber ich bin irgendwie ein Ggenr des vulgären, saloppen. Muß nciht für andere gletne, das hat einfahc ästhetische Gründe. Ich versuche einfach, mich stets einfach, aber gewählt auszudürcken. (was vielen oft auf die nerven fällt). |
Von vulgär hab ich nichts gesagt, sondern von Umgangssprache, das ist m.E, durchaus ein Unterschied. Ansonsten habe ich grundsätzlich nichts dagegen, die ganze Bandbreite der Sprache auszunutzen. Alles nur zu seiner Zeit und zur richtigen Gelegenheit.
_________________ Dadurch, daß ein Volk nicht mehr die Kraft oder Willen hat, sich in der Sphäre des Politischen zu halten, verschwindet das Politische nicht aus der Welt. Es verschwindet nur ein schwaches Volk. (Carl Schmitt)
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Sehwolf registrierter User
Anmeldungsdatum: 26.03.2006 Beiträge: 10077
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(#541923) Verfasst am: 12.08.2006, 21:41 Titel: |
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1.muss ich dem Ralf zustimmen, mach ich ganz ähnlich (ich sag je nach Zuhörer sogar noch schlimmere Worte)
2.
Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben: |
Das nehme ich dir nicht ab. Ich bin sicher, du benutzt da Begriffe, die du nicht in einer öffentlichen Rede oder in einem Pressetext vewenden würdest. |
Wahrsceheinlich. Aber ich bin irgendwie ein Ggenr des vulgären, saloppen. Muß nciht für andere gletne, das hat einfahc ästhetische Gründe. Ich versuche einfach, mich stets einfach, aber gewählt auszudürcken. (was vielen oft auf die nerven fällt). | Kleiner Tip, such dir mal Kreise von Leuten die je ein bisschen verschieden "ticken". Die sollten so unterschiedlich sein, dass du je nach Kreis völlig anders sprechen musst, damit die dich überhaupt verstehen. Geh einmal im Monat mit Bauarbeitern saufen, treib Sport der von einem nicht-homogenen Teilnehmerkreis ausgeübt wird, oder so. Das belebt ungemein. Was du sagst glaub ich ohnehin nicht ganz.
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Xamanoth auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 07.04.2006 Beiträge: 7962
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(#541927) Verfasst am: 12.08.2006, 21:44 Titel: |
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Sehwolf hat folgendes geschrieben: | Kleiner Tip, such dir mal Kreise von Leuten die je ein bisschen verschieden "ticken". Die sollten so unterschiedlich sein, dass du je nach Kreis völlig anders sprechen musst, damit die dich überhaupt verstehen. Geh einmal im Monat mit Bauarbeitern saufen, treib Sport der von einem nicht-homogenen Teilnehmerkreis ausgeübt wird, oder so. |
Stimmt, mein Bekanntenkreis ist tatsäcllich ziemlich homogen... sogar unser Lacrosseteam besteht fast nur aus Jurastudenten...
heißt Luete die eher konservativ denken, einen hang zum Elitarismus haben und sich für die klügsten und stilvollsten Menschen der Welt halten.
Zitat: | Das belebt ungemein. Was du sagst glaub ich ohnehin nicht ganz. |
Etwas übertrieben vielleicht. Aber die Tendenz stimmt.
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Ralf Rudolfy Auf eigenen Wunsch deaktiviert.
Anmeldungsdatum: 11.12.2003 Beiträge: 26674
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(#541931) Verfasst am: 12.08.2006, 21:47 Titel: |
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Selbstverständlich kann man sich bemühen, stets "Justizvollzugsanstalt" oder "Psychiatrische Klinik" zu sagen -- bei bestimmten Gelegenheiten sind das sicher auch die angemessenen Begriffe. Aber wenn dir zu anderer Gelegenheit nicht auch die Vokabeln "Knast" und "Klapsmühle" zur Verfügung stehen, dürfte die Sprache doch recht blutleer werden.
_________________ Dadurch, daß ein Volk nicht mehr die Kraft oder Willen hat, sich in der Sphäre des Politischen zu halten, verschwindet das Politische nicht aus der Welt. Es verschwindet nur ein schwaches Volk. (Carl Schmitt)
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Sehwolf registrierter User
Anmeldungsdatum: 26.03.2006 Beiträge: 10077
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(#541932) Verfasst am: 12.08.2006, 21:50 Titel: |
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Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Zitat: | Das belebt ungemein. Was du sagst glaub ich ohnehin nicht ganz. |
Etwas übertrieben vielleicht. Aber die Tendenz stimmt. | Solltest du wirklich ändern. Stell ich mir stinklangweilig vor. Ausserdem verlierst du den Kontakt zu den "Menschen wenn du dich nur unter deinesgleichen bewegst. Kansnt ja irgendwann nur noch so.
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Galaxisherrschers Katze Verwöhntes Haustier
Anmeldungsdatum: 06.04.2005 Beiträge: 5018
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(#541946) Verfasst am: 12.08.2006, 22:03 Titel: |
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Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Sehwolf hat folgendes geschrieben: | Kleiner Tip, such dir mal Kreise von Leuten die je ein bisschen verschieden "ticken". Die sollten so unterschiedlich sein, dass du je nach Kreis völlig anders sprechen musst, damit die dich überhaupt verstehen. Geh einmal im Monat mit Bauarbeitern saufen, treib Sport der von einem nicht-homogenen Teilnehmerkreis ausgeübt wird, oder so. |
Stimmt, mein Bekanntenkreis ist tatsäcllich ziemlich homogen... sogar unser Lacrosseteam besteht fast nur aus Jurastudenten...
heißt Luete die eher konservativ denken, einen hang zum Elitarismus haben und sich für die klügsten und stilvollsten Menschen der Welt halten. |
Na ja, Lacrosse ist auch nicht gerade als Breitensport bekannt...
(Wobei das jetzt nicht gegen Lacrosse gerichtet war; ist zumindest interessanter als Fußball. )
_________________ "(...)steak can be attached to a baby to attract lions(...)" (Aus der ESRB-Beschreibung von Scribblenauts)
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Sokrateer souverän
Anmeldungsdatum: 05.09.2003 Beiträge: 11649
Wohnort: Wien
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(#542165) Verfasst am: 13.08.2006, 15:06 Titel: |
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Die meisten Leute hängen mit ihresgleichen ab. Man nennt das soziale Stratifikation. Das betrifft Werte, Hintergrund, Intelligenz, Hobbies, politische Einstellungen und eben auch die Sprache. Milieus haben ihren eigenen Soziolekt, der oft als überlegen gegenüber anderen Soziolekten empfunden wird.
Es macht Sinn sich bis zu einem gewissen Grad an sein Umfeld anzupassen. Wenn man so spricht, wie die anderen, dann kommt man eher mit ihnen ins Gespräch. Es baut Distanz ab.
Aber trotzdem ist es falsch deswegen seine Identität und Überzeugunen über Bord zu werfen. Wenn ich mit Leuten spreche, die das Wort "Neger" benutzen, dann werde ich keine Grundsatzdebatte über dieses Wort anzetteln. Aber ich selber werde es nicht benutzen, da ich Schwarze nicht verachte.
Rudyard Kipling hat folgendes geschrieben: |
If you can talk with crowds and keep your virtue,
Or walk with kings - nor lose the common touch;
[ ... ]
Yours is the Earth and everything that's in it,
And - which is more - you'll be a Man my son! |
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Ralf Rudolfy Auf eigenen Wunsch deaktiviert.
Anmeldungsdatum: 11.12.2003 Beiträge: 26674
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(#542232) Verfasst am: 13.08.2006, 18:14 Titel: |
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Sokrateer hat folgendes geschrieben: |
Aber trotzdem ist es falsch deswegen seine Identität und Überzeugunen über Bord zu werfen. Wenn ich mit Leuten spreche, die das Wort "Neger" benutzen, dann werde ich keine Grundsatzdebatte über dieses Wort anzetteln. Aber ich selber werde es nicht benutzen, da ich Schwarze nicht verachte. |
Das tue ich selbstständlich auch nicht. Manche drücken damit Verachtung aus, andere nicht. Das hängt vom Benutzer des Wortes ab.
_________________ Dadurch, daß ein Volk nicht mehr die Kraft oder Willen hat, sich in der Sphäre des Politischen zu halten, verschwindet das Politische nicht aus der Welt. Es verschwindet nur ein schwaches Volk. (Carl Schmitt)
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