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Islamkonferenz
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reign
bla bla



Anmeldungsdatum: 21.07.2006
Beiträge: 1880

Beitrag(#574064) Verfasst am: 28.09.2006, 17:03    Titel: Antworten mit Zitat

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
Ich unterstütze jeden Muslimen, der gleichheit gegenüber den christlichen Kirchen fordert.

Das ist jetzt aber unlogisch. Wenn du darin übereinstimmst, dass Privilegien (generell) abgeschfft gehören, kannst du nicht gleichzeitig die Einführung von Privilegien (partiell) einfordern.
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Sokrateer
souverän



Anmeldungsdatum: 05.09.2003
Beiträge: 11649
Wohnort: Wien

Beitrag(#574068) Verfasst am: 28.09.2006, 17:07    Titel: Antworten mit Zitat

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
Sokrateer hat folgendes geschrieben:

Das System ist den Konfessionsfreien gegenüber ungerecht

Ja.


Zitat:
und eines in dem der Islam ebenso privilegiert wäre, wäre noch ungerechter.
Nein.

Doch!

Xamanoth hat folgendes geschrieben:

Zitat:
Weiters betrachte ich die staatliche Förderung von Religionen als Unrecht. Unrechtslagen muss man abschaffen.

Sollte man ja auch. Aber es ist falsch, nur darauf zu drängen, die privilegien nicht auch auf den Islam auszuweiten. Ich unterstütze jeden Muslimen, der gleichheit gegenüber den christlichen Kirchen fordert.

Das ist absurd.
Und nachdem er es erreicht hat, müsstest du genau diesen Muslimen ihre Privilegien wieder wegnehmen und gegen sie kämpfen. Du willst dir also zusätzliche zukünftige Feinde machen?
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Xamanoth
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Anmeldungsdatum: 07.04.2006
Beiträge: 7962

Beitrag(#574069) Verfasst am: 28.09.2006, 17:07    Titel: Antworten mit Zitat

reign hat folgendes geschrieben:

Das ist jetzt aber unlogisch. Wenn du darin übereinstimmst, dass Privilegien (generell) abgeschfft gehören, kannst du nicht gleichzeitig die Einführung von Privilegien (partiell) einfordern.


Dsa ist nicht unlogisch.
1. Das es überhaupt Privilegien gibt, ist ein ungerechtfertigter Zustand, der abgeschafft gehört.

2. Aber: So lange es diese Privilegien gib,t muss diese allen Religionsgemeinschaften gewährt werden.
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Sokrateer
souverän



Anmeldungsdatum: 05.09.2003
Beiträge: 11649
Wohnort: Wien

Beitrag(#574070) Verfasst am: 28.09.2006, 17:09    Titel: Antworten mit Zitat

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
reign hat folgendes geschrieben:

Das ist jetzt aber unlogisch. Wenn du darin übereinstimmst, dass Privilegien (generell) abgeschfft gehören, kannst du nicht gleichzeitig die Einführung von Privilegien (partiell) einfordern.


Dsa ist nicht unlogisch.
1. Das es überhaupt Privilegien gibt, ist ein ungerechtfertigter Zustand, der abgeschafft gehört.

2. Aber: So lange es diese Privilegien gib,t muss diese allen Religionsgemeinschaften gewährt werden.

Solange es Unprivilegierte gibt, dürfen auch andere nicht privilegiert werden.
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caballito
zänkisches Monsterpony



Anmeldungsdatum: 16.07.2003
Beiträge: 12112
Wohnort: Pet Sematary

Beitrag(#574071) Verfasst am: 28.09.2006, 17:10    Titel: Antworten mit Zitat

reign hat folgendes geschrieben:
Xamanoth hat folgendes geschrieben:
Ich unterstütze jeden Muslimen, der gleichheit gegenüber den christlichen Kirchen fordert.

Das ist jetzt aber unlogisch. Wenn du darin übereinstimmst, dass Privilegien abgeschfft gehören, kannst du nicht gleichzeitig die Einführung von Privilegien einfordern.

Tut er ja nicht. Es geht nicht um Privilegien, die eingeführt werden sollen, sondern um solche, die bereits etabliert sind. Die aber einem Teil derer, die die Bedingungen erfüllen, an die sie genüpft sind, dann doch wieder vorenthalten werden.

Die Tasache, dass Religion privilegiert ist, ist ein Unrecht. Die Tsache, dass eine Religion priviligiert ist, ist größeres Unrecht. Und die Tasache, das Religion zwar privilegiert ist, bestimmte Religion aber das Religion dann doch vorenthalten, ist sogar nach den Maßstäben des Systems ungerecht.

Was könnte aber schöner sein, als jemandem vorzurechnen, dass er sein eigenes Gelaber nicht ernst nimmt?
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Die Gedanken sind frei.

Aber nicht alle Gedanken wissen das.
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Xamanoth
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Anmeldungsdatum: 07.04.2006
Beiträge: 7962

Beitrag(#574072) Verfasst am: 28.09.2006, 17:10    Titel: Antworten mit Zitat

Sokrateer hat folgendes geschrieben:

Solange es Unprivilegierte gibt, dürfen auch andere nicht privilegiert werden.

Entweder man privilegiert alle gleich oder keinen.
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Sokrateer
souverän



Anmeldungsdatum: 05.09.2003
Beiträge: 11649
Wohnort: Wien

Beitrag(#574073) Verfasst am: 28.09.2006, 17:12    Titel: Antworten mit Zitat

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
Sokrateer hat folgendes geschrieben:

Solange es Unprivilegierte gibt, dürfen auch andere nicht privilegiert werden.

Entweder man privilegiert alle gleich oder keinen.

Keinen.

Letztendlich muss es Gesetzesänderungen geben. Ein Staatsvertrag für den Islam oder die Auflösung der Verträge für die Kirche. Letzteres ist der richtige Schritt, für den wir eintreten sollten.
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Sermon
panta rhei



Anmeldungsdatum: 16.07.2003
Beiträge: 18430
Wohnort: Sine Nomine

Beitrag(#574090) Verfasst am: 28.09.2006, 17:28    Titel: Antworten mit Zitat

reign hat folgendes geschrieben:
Xamanoth hat folgendes geschrieben:
Die aktuelle Ungleichbehandlung ist den Muslimen gegenüber schicht ungerecht.
M.E. sollte das Ziel der Gesellschaft nicht die Gleichbehandlung irgendwelcher Religionen sein, sonder die Abschaffung von Religionen überhaupt.


Katholiken, Protestanten, Sunniten, Alewiten, Juden, Agnostiker und Atheisten sollen das gemeinsame Ziel verfolgen, Religionen abzuschaffen? Wie kaemen die denn dazu? Und wie soll das denn praktisch aussehen? Wie schafft "die Gesellschaft" die Religionen ab?

Solche verbalradikalen Aussprueche helfen bei der aktuell angestrebten Ausweitung des Falschen - naemlich einiger staatskirchenrechtlicher Privilegien - auf islamische Verbaende den saekularen Kritikern dessen nicht weiter. Aber hier im FGH tummelt sich ja die "ich poste, also bin ich" - Fraktion jenseits jeder politischen Realitaet.

Es geht es auch nicht um Wunschdenken, sondern um Verfasungsrecht. Solange die Kirchenprivilegien bestehen, koennen Muslime nach dem Gleichbehandlungsgrundsatz sich einen Teil dessen erstreiten. Wer das verhindern will, musz die Kirchenprivilegien abschaffen, statt fadenscheinige Begruendungen fuer Ungleichbehandlungen zu erfinden.

Interessanterweise wird ja nicht ueber islamische Kirchensteuer gesprochen, sondern ueber Islamunterricht. Man setzt an dem Punkt an, fuer den die Lobby am Groeszten ist. Und in die Forderung nach Islamunterricht stimmt dann ja auch - um mal zum Ausgangspunkt des verlinkten Interviews zurueck zu kehren - die als saekular bei Islamisten verschriene bzw. von Teilen der saekularen Szene unkritisch bejubelte Dr. Necla Kelek ein. Ihre Papstbejubelung sollte doch Religionskritikern peinlich sein. Statt dessen wird nur ihre Kritik an Islamisten erkannt. Der Grad an selektiver Wahrnehmung auch hier im Thread ist mal wieder frappant.
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"Der Typ hat halt so seine Marotten" (Sermon über Sermon) Der Typ hat so seine Macken
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reign
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Anmeldungsdatum: 21.07.2006
Beiträge: 1880

Beitrag(#574101) Verfasst am: 28.09.2006, 17:40    Titel: Antworten mit Zitat

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
Wieso aht der Staat das Recht, gegn den Glauben der Luete vorzugehen, so lange er nicht gegen Gesetze verstößt?
Es gibt viele Arten des Vorgehens. Aufklärung ist eine Vorgehensweise und sie ist in ihrer Natur gegen den Glauben. Und der Islam (also die Feststellungen und Forderungen im Koran, sowie das Wirken dessen Gründers) sind gegen unsere Gesetze und ihre Basis.
Zitat:

Wo der Islam gegen Gesetze verstößt, muss er zurückstehen. Jedoch ist es falsch, das der Koran nicht auf eine Weise interprätierbar ist, dass er nicht mit dem demokratischen Rechtsstaat in Konflikt gerät.
Hier übertreibst du m.E. doch sehr. Der Koran legt Gesetze fest und die sind nun alles andere als demokratisch, sie sind die Willkür eines einzelnen Mannes.
Zitat:
Ja. So lange die Ausprägung des Islams verfassungsfeindlich ist, ist diese Ausprägung zurückzudrängen. Das gilt nicht für den Islam an sich.
Die Inhalte des Koran sind nicht beliebig interpretierbar sondern im Gegenteil strikt und offensichtlich bar jeder humanistischen Basis. Denn der Interpretationsschlüssel ist das Wirken und die 'Philosophie' des Islamgründers, und das ist nun eindeutig. Ohne diesen Schlüssel gibt es keine Interpretation, die Koranverse selbst sind bar von Kontext und Chronologie.
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reign
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Anmeldungsdatum: 21.07.2006
Beiträge: 1880

Beitrag(#574108) Verfasst am: 28.09.2006, 17:46    Titel: Antworten mit Zitat

caballito hat folgendes geschrieben:
Die Tasache, dass Religion privilegiert ist, ist ein Unrecht. Die Tsache, dass eine Religion priviligiert ist, ist größeres Unrecht. Und die Tasache, das Religion zwar privilegiert ist, bestimmte Religion aber das Religion dann doch vorenthalten, ist sogar nach den Maßstäben des Systems ungerecht.
Und dann doch Privilegien einzuführen, obwohl sie eigentlich abgeschafft gehören, ist Nonsens.
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reign
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Anmeldungsdatum: 21.07.2006
Beiträge: 1880

Beitrag(#574117) Verfasst am: 28.09.2006, 17:54    Titel: Antworten mit Zitat

Sermon hat folgendes geschrieben:
Katholiken, Protestanten, Sunniten, Alewiten, Juden, Agnostiker und Atheisten sollen das gemeinsame Ziel verfolgen, Religionen abzuschaffen? Wie kaemen die denn dazu? Und wie soll das denn praktisch aussehen? Wie schafft "die Gesellschaft" die Religionen ab?
Ja, war wohl ein falsches Wort. Es muß 'ein Teil der Gesellschaft' heißen, also der vernünftige Teil.
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Xamanoth
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Anmeldungsdatum: 07.04.2006
Beiträge: 7962

Beitrag(#574119) Verfasst am: 28.09.2006, 17:56    Titel: Antworten mit Zitat

reign hat folgendes geschrieben:
Ja, war wohl ein falsches Wort. Es muß 'ein Teil der Gesellschaft' heißen, also der vernünftige Teil.


Und mit welchem Recht hat diese vernünftige Minderheit das Recht, der Mehrheit ihren willen aufzuzwingen?
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Sermon
panta rhei



Anmeldungsdatum: 16.07.2003
Beiträge: 18430
Wohnort: Sine Nomine

Beitrag(#574126) Verfasst am: 28.09.2006, 18:08    Titel: Antworten mit Zitat

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
reign hat folgendes geschrieben:
Ja, war wohl ein falsches Wort. Es muß 'ein Teil der Gesellschaft' heißen, also der vernünftige Teil.

Und mit welchem Recht hat diese vernünftige Minderheit das Recht, der Mehrheit ihren willen aufzuzwingen?

Offenbar soll - statt Aufklaerung in der Gesellschaft - staatlicher Zwang bemueht werden. Das ist illegitim und zudem machtpolitisch ohne Chance. Aber anscheinend waermen sich manche gerne an verbalem Fanatismus. Dann braucht man sich mit den real anstehenden Fragen auch nicht praktisch zu befassen.
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reign
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Anmeldungsdatum: 21.07.2006
Beiträge: 1880

Beitrag(#574129) Verfasst am: 28.09.2006, 18:11    Titel: Antworten mit Zitat

Xamanoth hat folgendes geschrieben:
Und mit welchem Recht hat diese vernünftige Minderheit das Recht, der Mehrheit ihren willen aufzuzwingen?
Ob es eine Minderheit ist, ist die Frage. Die Gesetzesbasis ist ja schon mal vernünftig (säkular). Repräsentanten des Volkes sind einigermaßen vernünftig. Aufklärung mehrt den Teil der Vernünftigen, das ist ihr Zweck. Welches Recht? Das Recht der Vernunft!
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reign
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Anmeldungsdatum: 21.07.2006
Beiträge: 1880

Beitrag(#574130) Verfasst am: 28.09.2006, 18:14    Titel: Antworten mit Zitat

Sermon hat folgendes geschrieben:
Offenbar soll - statt Aufklaerung in der Gesellschaft - staatlicher Zwang bemueht werden.
Der besteht faktisch immer. Es ist ein Zwang zur Aufklärung vorhanden. Die Frage ist ja nun nicht ob ein Kind zur Schule geht, sondern nur, was es dort gelehrt bekommt.
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Yrsin
Yrrsinniger Kritiker



Anmeldungsdatum: 27.04.2006
Beiträge: 137
Wohnort: St.Gallen

Beitrag(#574141) Verfasst am: 28.09.2006, 18:37    Titel: Antworten mit Zitat

Im Namen der Vernunft sollte einem grossen Teil der Bevölkerung ihre Rechte abgesprochen werden? Sehr vernünftig, doch!

Was im Namen der Vernunft nicht alles vollbracht werden kann.. Geschockt
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"Kein Mensch ist Solipsiist, wenn er auf dem Bürgersteig steht und versucht, sich die Scheisse von den Schuhen zu kratzen." Robert A. Wilson
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reign
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Anmeldungsdatum: 21.07.2006
Beiträge: 1880

Beitrag(#574149) Verfasst am: 28.09.2006, 18:49    Titel: Antworten mit Zitat

Yrsin hat folgendes geschrieben:
Im Namen der Vernunft sollte einem grossen Teil der Bevölkerung ihre Rechte abgesprochen werden? Sehr vernünftig, doch!
Habe ich nicht behauptet. Aber vernünftiger Weise kann man bestimmte Handlungen einschränken.
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caballito
zänkisches Monsterpony



Anmeldungsdatum: 16.07.2003
Beiträge: 12112
Wohnort: Pet Sematary

Beitrag(#574159) Verfasst am: 28.09.2006, 19:05    Titel: Antworten mit Zitat

reign hat folgendes geschrieben:
caballito hat folgendes geschrieben:
Die Tasache, dass Religion privilegiert ist, ist ein Unrecht. Die Tsache, dass eine Religion priviligiert ist, ist größeres Unrecht. Und die Tasache, das Religion zwar privilegiert ist, bestimmte Religion aber das Religion dann doch vorenthalten, ist sogar nach den Maßstäben des Systems ungerecht.
Und dann doch Privilegien einzuführen, obwohl sie eigentlich abgeschafft gehören, ist Nonsens.

Priviliegen, die es bereits gibt, kann man nicht einführen.

Es gibt Gesetze, die besagen, dass sie privilegiert sind. Das ist Scheiße, aber Fakt. Und diese Gesetze sind in der Tat auch gar nicht so gemeint. Gemeint, ist, dass jemand anderer privilegiert ist, aber dass es nur für den gelten soll, kann man nicht sagen. Also formuliert man es allgeimen, udn schafft so Privielgien, die nicht nur für den gelten, für den sie gemeint sind. Aber jenen anderen, für die sie zwar auch gelten, für die sie aber nicht gemeint sind, enthält man sie dann vor.

Das Prinzip ist: Ich will ein Privileg. Für mich. Z.B. weil mich Nachbars Katze ärgert und ich ihr den Schwanz anstecken will - aber das ist blöderweise verboten. Und ich krieg das nicht erlaubt, bloß, weil ich ich bin. Also überleg ich mir einen Grund, weswegen ich so ein Privileg brauche. Z.B., dass ich breiter als lang bin. Also setze ich ein Gesetz durch, das besagt: Wer breiter als lang ist, der darf Nachbars Katze den Schwanz anstecken. Und am nächsten Tag zeige ich meinen Nachbarn, der noch breiter ist als ich, aber auch nicht länger, an, weil er meiner Katze den Schwanz angesteckt hat, und stimme großes Heulen und Wehklagen an, was das doch für ein böser Mensch ist.

Und irgendein schlauer Anwalt kommt dann auf die Idee, dass es ja doch ziemlich fies ist, Katzen den Schwanz anzustecken, und dass es schlimm geng ist, dass ich das darf, dass man es jetzt nicht auch noch meinem Nachbarn erlauben darf, weil es ja wirklich schlimm wäre, wenn man dieses Gesetz, dass es nun einmal gibt, auch noch anwendete.

Und ich stecke freudig weiter allen Katzen der Nachbarschaft die Schwänze an.

So kanns ja wohl nicht gehen, oder?
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Die Gedanken sind frei.

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Tarvoc
Holy shit, 4 decades already.



Anmeldungsdatum: 01.03.2004
Beiträge: 44759

Beitrag(#574185) Verfasst am: 28.09.2006, 19:58    Titel: Antworten mit Zitat

reign hat folgendes geschrieben:
Repräsentanten des Volkes sind einigermaßen vernünftig.

Lachen Der war gut...
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"Die Tradition der Unterdrückten belehrt uns darüber, daß der Ausnahmezustand, in dem wir leben, die Regel ist."
- Walter Benjamin, VIII. These zum Begriff der Geschichte
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reign
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Anmeldungsdatum: 21.07.2006
Beiträge: 1880

Beitrag(#574191) Verfasst am: 28.09.2006, 20:14    Titel: Antworten mit Zitat

caballito hat folgendes geschrieben:
Es gibt Gesetze, die besagen, dass sie privilegiert sind. Das ist Scheiße, aber Fakt.
Ich verstehe... Also abschaffen, alle(s) abschaffen.
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tillich (epigonal)
hat Spaß



Anmeldungsdatum: 12.04.2006
Beiträge: 22333

Beitrag(#574192) Verfasst am: 28.09.2006, 20:14    Titel: Antworten mit Zitat

Erst mal freute es mich dass caballito, Sermon, Xamanoth und andere immerhin eine besonnene und rechtsstaatlich haltbare Position so deutlich vertreten.

Allerdings möchte ich der Aussage widersprechen, dass Religionen gegenüber anderen Weltanschauungen grundsätzlich privilegiert seien. Gemeinschaften, deren Zweck die Ausübung einer Religion ist, haben, zugegebenermaßen, das Recht auf die Rechtsform einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, und sind dann nach dem Grundgesetz mit bestimmten Rechten ausgetattet, die andere Gemeinschaften (wie Taubenzüchtervereine) nicht haben.
Gemeinschaften, die der Pflege einer nicht-religiösen Weltanschauung dienen, sind den religiösen Gemeinschaften aber gleichgestellt (nach der Verfassung zumindest) und könnten denselben Rechtsstatus und die daraus folgenden Rechte in Anspruch nehmen. Ich meine gelesen zu haben, dass einige Verbände des säkularen Spektrums ja auch tatsächlich KdöR sind (bestimmte Landesverbände von HVD und bfg?). Die konnten also ziemlich zügig zB "Kirchen-"Steuern einführen (wenn sie wollten) u.dgl.; Religionsunterricht erteilt der HVD in Berlin ja schon.
Auch diese nicht-religiösen, humanistischen weltanschaulichen Verbände sind also gegenüber den Taubenzüchtervereinen privilegiert (und den Religionen damit gleichgestellt).
Nach der Logik sind aber auch zB die Umweltverbände gegenüber den Taubenzüchtervereinen privilegiert, weil die Umweltverbände auch gesetzliche Sonderrechte im Umwelt- und Landschaftsrecht haben, die andere Vereine nicht haben; oder alle gemeinnützigen Vereine sind gegenüber sonstigen Vereinen steuerrechtlich privilegiert, die Gewerkschaften arbeitsrechtlich, usw. Natürlich sind diese Privilegien deutlich weniger weitreichend als die der religiösen und weltanschaulichen Gemeinschaften, aber ich wollte nur verdeutlichen, dass es so ungewöhnlich nicht ist, dass Vereinigungen mit bestimmten Zwecken Sonderrechte haben - solange andere Vereinigungen mit vergleichbaren Zwecken diese Rechte auch bekommen können.

Natürlich kann man diese Privilegierung der religiösen und weltanschaulichen Gemeinschaften insgesamt unsinnig finden und dagegen angehen. Aber diese Privilegierung als "Unrecht" zu bezeichnen, ist ein Verbalradikalismus, der bei mir die Lust zu entsprechenden Diskussionen schon vermindert.
Gerade in Bezug auf die Integration muslimischer Mitbürger würde ich aber eine Ausdehnung dieser Privilegien auf sie für sehr nützlich halten: Religionsunterricht nicht mehr nur in irgendwelchen Koranschulen, sondern auch in der öffentlichen Schule, vom Staat kontrolliert, in Übereinstimmung mit dem Grundgesetz, in deutscher Sprache und verknüpft mit dem sonstigen Unterricht; entsprechende Ausbildung von Geistlichen an deutschen Universitäten, die die Gemeinden dann eben nicht mehr aus der Türkei, Saudi-Arabien oder Ägypten importieren müssen; feste Ansprechpartner für andere gesellschaftliche Gruppen; und, ja, auch eine solide Finanzbasis via "Kirchen- "(Moschee-?)Steuer, die die Gemeinden stabil und weniger anfällig für Großspenden von sonstwoher macht.

Kann man natürlich anders sehen, und ich würde eine Abschaffung der Privilegien der Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften auch nicht für geradezu katastrophal halten. Aber für falsch. Und für die Meinung, ich würde damit ein gesellschaftliches Unrecht legitimieren, hätte ich gerne mehr Argumente. Eine Katze, der der Schwanz angezündet wird, sehe ich nämlich nicht.
Ich sehe nur ein Kind, das eine Katze geschenkt bekommt, eines, das Katzen nicht mag und deswegen einen Hund kriegt, und ein drittes, das gar keine Tiere mag und sich deswegen ein Fahrrad wünschen darf. Und ich sehe ein viertes, dass auch ein Geschenk haben dürfte, aber sagt, die ganze Schenkerei ist doch Scheiße, ich will kein Geschenk, das belastet auch nur die Familienkasse, deswegen sollte niemand Geschenke kriegen. Das darf es auch fordern. Aber ob es die anderen Kinder und die Eltern davon überzeugen kann, ist noch eine andere Frage, und wenn es das nicht kann, wird es mE nicht ungerecht behandelt.
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"YOU HAVE TO START OUT LEARNING TO BELIEVE THE LITTLE LIES." -- "So we can believe the big ones?" -- "YES."

(Death / Susan, in: Pratchett, Hogfather)
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reign
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Anmeldungsdatum: 21.07.2006
Beiträge: 1880

Beitrag(#574194) Verfasst am: 28.09.2006, 20:15    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
reign hat folgendes geschrieben:
Repräsentanten des Volkes sind einigermaßen vernünftig.

Lachen Der war gut...
War mein best guess; muß ja irgendwie Wasser auf meine Mühle kriegen...
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Sokrateer
souverän



Anmeldungsdatum: 05.09.2003
Beiträge: 11649
Wohnort: Wien

Beitrag(#574201) Verfasst am: 28.09.2006, 20:27    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Erst mal freute es mich dass caballito, Sermon, Xamanoth und andere immerhin eine besonnene und rechtsstaatlich haltbare Position so deutlich vertreten.

Meine Position ist genauso rechtsstaatlich haltbar.

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Aber diese Privilegierung als "Unrecht" zu bezeichnen, ist ein Verbalradikalismus, der bei mir die Lust zu entsprechenden Diskussionen schon vermindert.

Wir bezahlen für Dienstleistungen und Jobs, die wir nicht in Anspruch nehmen können.
Wir bezahlen Schulen und Kindergärten, die unsere Kinder missionieren.
Wir bezahlen die Ausbildung von Theologen und Klerikern, die uns verhöhnen.
Wir bezahlen Staatssender, die uns nicht zu Wort kommen lassen, unsere Existenz verschweigen, oder allerhöchstens als bemittleidenswerte, nicht glauben könnende darstellen.
(Andere mögen die Liste fortsetzen.)
Das ist Unrecht, kein Verbalradikalismus!

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Gerade in Bezug auf die Integration muslimischer Mitbürger würde ich aber eine Ausdehnung dieser Privilegien auf sie für sehr nützlich halten: Religionsunterricht nicht mehr nur in irgendwelchen Koranschulen,

Du willst Koranschulen verbieten?
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tillich (epigonal)
hat Spaß



Anmeldungsdatum: 12.04.2006
Beiträge: 22333

Beitrag(#574214) Verfasst am: 28.09.2006, 20:50    Titel: Antworten mit Zitat

Sokrateer hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Erst mal freute es mich dass caballito, Sermon, Xamanoth und andere immerhin eine besonnene und rechtsstaatlich haltbare Position so deutlich vertreten.

Meine Position ist genauso rechtsstaatlich haltbar.

Beachte die Worte "und andere".
------------------------------
Sokrateer hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Gerade in Bezug auf die Integration muslimischer Mitbürger würde ich aber eine Ausdehnung dieser Privilegien auf sie für sehr nützlich halten: Religionsunterricht nicht mehr nur in irgendwelchen Koranschulen,

Du willst Koranschulen verbieten?

Beachte die Worte "nicht mehr nur".
------------------------------
Sokrateer hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Aber diese Privilegierung als "Unrecht" zu bezeichnen, ist ein Verbalradikalismus, der bei mir die Lust zu entsprechenden Diskussionen schon vermindert.

Wir bezahlen für Dienstleistungen und Jobs, die wir nicht in Anspruch nehmen können.
Wir bezahlen Schulen und Kindergärten, die unsere Kinder missionieren.
Wir bezahlen die Ausbildung von Theologen und Klerikern, die uns verhöhnen.
Wir bezahlen Staatssender, die uns nicht zu Wort kommen lassen, unsere Existenz verschweigen, oder allerhöchstens als bemittleidenswerte, nicht glauben könnende darstellen.
(Andere mögen die Liste fortsetzen.)
Das ist Unrecht, kein Verbalradikalismus!

Jedes dieser Rechte - Veranstaltung spezifischer weltanschaulicher Aktivitäten mit staatlicher Unterstützung, Schulen und Kindergärten sowie Religionsunterricht, Ausbildung entsprechender "Weltanschauungsgelehrter", Vertretung bei Rundfunksendern - könnte eine humanistisch-säkulare Weltanschuungsgemeinschaft, die sich darum bemüht, durch unsere Verfassung gedeckt auch für sich beanspruchen, und sie hätte mich dafür auf ihrer Seite.

Es kann natürlich sein, dass diese Rechte gegenüber anderen Weltanschauungsgemeinschaften diskrimierend gebraucht werden - Verhöhnung anderer, willkürlicher Ausschluss von Vertretungsorganen trotz hinreichender Größe, etc. Auch dabei, solchen Missbrauch dieser Rechte zu bekämpfen, hätten humanistisch-säkulare Gruppen mich auf ihrer Seite.

Wenn eine Weltanschauungsgemeinschaft diese Rechte nicht in Anspruch nehmen will und/oder kann, kann sie - oder auch jede andere Gruppe - sich auch gegen die Existenz dieser Rechte an sich einsetzen. Das ist legitim. Aber ich begehe kein Unrecht, wenn man mich dafür nicht an seiner Seite hat.
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(Death / Susan, in: Pratchett, Hogfather)
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Sokrateer
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Beiträge: 11649
Wohnort: Wien

Beitrag(#574235) Verfasst am: 28.09.2006, 21:20    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Sokrateer hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Gerade in Bezug auf die Integration muslimischer Mitbürger würde ich aber eine Ausdehnung dieser Privilegien auf sie für sehr nützlich halten: Religionsunterricht nicht mehr nur in irgendwelchen Koranschulen,

Du willst Koranschulen verbieten?

Beachte die Worte "nicht mehr nur".

Was soll dann der Islamunterricht bringen? In der Koranschule bekommen die Kinder dann gesagt, dass der böse säkulare Staat im Unterricht einen verzerrten und abgeschwächten Islam bringt.
In Österreich gibt es übrigens den Islamunterricht. Der Islam ist hier noch aus Monarchie-Zeiten als Religion staatlich anerkannt. Das Spektrum der Einstellungen der hiesig eingeschulten Muslime ist vergleichbar mit dem Deutschlands.
Wenn du dir vom deutschen Islamunterricht eine Reformation und Europäisierung des Islam oder sowas erhoffst, dann hast du dich aber geschnitten.

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:

Sokrateer hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Aber diese Privilegierung als "Unrecht" zu bezeichnen, ist ein Verbalradikalismus, der bei mir die Lust zu entsprechenden Diskussionen schon vermindert.

Wir bezahlen für Dienstleistungen und Jobs, die wir nicht in Anspruch nehmen können.
Wir bezahlen Schulen und Kindergärten, die unsere Kinder missionieren.
Wir bezahlen die Ausbildung von Theologen und Klerikern, die uns verhöhnen.
Wir bezahlen Staatssender, die uns nicht zu Wort kommen lassen, unsere Existenz verschweigen, oder allerhöchstens als bemittleidenswerte, nicht glauben könnende darstellen.
(Andere mögen die Liste fortsetzen.)
Das ist Unrecht, kein Verbalradikalismus!

Jedes dieser Rechte - Veranstaltung spezifischer weltanschaulicher Aktivitäten mit staatlicher Unterstützung, Schulen und Kindergärten sowie Religionsunterricht, Ausbildung entsprechender "Weltanschauungsgelehrter", Vertretung bei Rundfunksendern - könnte eine humanistisch-säkulare Weltanschuungsgemeinschaft, die sich darum bemüht, durch unsere Verfassung gedeckt auch für sich beanspruchen, und sie hätte mich dafür auf ihrer Seite.

Mich nicht. Ich will nichts mit atheistischen Krankenhäusern zu tun haben, die Jobs und Karriere Menschen verwehren, nur weil sie an Götter, Wiedergeburt oder Astrologie glauben. Krankenhäuser sollen heilen und nach Fähigkeiten beurteilen.
Ich will keine atheistischen Kindergärten, für die es für gläubige Eltern keine Alternative gibt und in denen atheistische Betreuer den Kindern antireligiöse Argumente eintrichtern oder das Beten verbieten.
Ich will keine Atheologen bezahlen, die dann in meinem Namen und im Rahmen ihrer Funktion den Krankheit und Gläubige als Geisteskranke bezeichen.
etc.

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Auch dabei, solchen Missbrauch dieser Rechte zu bekämpfen, hätten humanistisch-säkulare Gruppen mich auf ihrer Seite.

Macht schafft immer die Möglichkeit zum Missbrauch. Ein neutraler Staat soll sich die Hände nicht mit der Föderung religiösem Missbrauchs schmutzig machen.

Was würdest du eigentlich sagen, wenn deine Kinder bei einem Religionslehrer landen, der nicht deine Variante von Wischi-Waschi-Religion unterrichtet, sondern deinen Kindern die Höllenfurcht, die Angst vor Unsittlichen Gedanken und einen christlichen Überlegenheitsanspruch eintrichtert?

Was ist mit frommen Christen, die ihre Kinder fromm erzogen haben wollen und dann von dir dein Weichspülchristentum aufgetischt bekommen?
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caballito
zänkisches Monsterpony



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Beitrag(#574519) Verfasst am: 29.09.2006, 12:24    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Allerdings möchte ich der Aussage widersprechen, dass Religionen gegenüber anderen Weltanschauungen grundsätzlich privilegiert seien.


Moment! Das behauptet keiner. Zumindest keiner der von dir heir gelobten. Selbstverständlich wissen wir, dass die gleichen Privilegien auch für Weltanschauungsgemeinschaften gelten. Abr das macht sie auch nicht besser.

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Ich meine gelesen zu haben, dass einige Verbände des säkularen Spektrums ja auch tatsächlich KdöR sind (bestimmte Landesverbände von HVD und bfg?). Die konnten also ziemlich zügig zB "Kirchen-"Steuern einführen (wenn sie wollten) u.dgl.; Religionsunterricht erteilt der HVD in Berlin ja schon.


Es gibt sogar welche, die Kirchensteuer einziehen. Aber aucbnd as macht es nciht besser.

Unter den genannten gibt es die einen, die die Position vertreten, dass die Prvilegien abgeschafft gehören, dass aber, solange es solche Rechte gibt, nicht einzusehen ist, dass allein die Religionsgemeinschaften davon profitieren, und die anderen, die das System als solches befürworten - und damit in dieser Frage eine Gegenposition zum IBKA beziehen.

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Nach der Logik sind aber auch zB die Umweltverbände gegenüber den Taubenzüchtervereinen privilegiert, weil die Umweltverbände auch gesetzliche Sonderrechte im Umwelt- und Landschaftsrecht haben, die andere Vereine nicht haben;


Richtig. Aber diese Vereine nehmen auch niht Interessen ihrer Mitgieder wahr, und die gelichwertigen Intressen der Nichtmitglieder bleiben außen vor.

Es geht nicht um dir Privilegien der Verbände gegenüber anderen Vereinen, sondern um die dadurch mittelbar begründeten der Mitglieder dieser Verbände gegenüber nichtorganisierten. Das Mitlgied eines Umweltschutzverbandes hat dadurch keinen Vorteil, den ein Nichtmitglied nicht aht. Gleiches gilt für gemeinnützige Vereine generell. Der Vorteil, den Mitghkeidsbeitrag von der Steuer absetzen zu können, ändert ja nichts daran, dass das Nichtmitgkeid erst mal gar keinen zahlt, das privilegierte Mitglied also trotz des Privileg weniger Geld in der Tasche hat als das nichtprivilegierte.

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Natürlich sind diese Privilegien deutlich weniger weitreichend als die der religiösen und weltanschaulichen Gemeinschaften,


Eben. Und dazu sind sie allegar in der Sache begründet.

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Gerade in Bezug auf die Integration muslimischer Mitbürger würde ich aber eine Ausdehnung dieser Privilegien auf sie für sehr nützlich halten: Religionsunterricht nicht mehr nur in irgendwelchen Koranschulen, sondern auch in der öffentlichen Schule, vom Staat kontrolliert, in Übereinstimmung mit dem Grundgesetz, in deutscher Sprache und verknüpft mit dem sonstigen Unterricht; entsprechende Ausbildung von Geistlichen an deutschen Universitäten, die die Gemeinden dann eben nicht mehr aus der Türkei, Saudi-Arabien oder Ägypten importieren müssen;


Jetzt müsstest du nur noch erklären, wieso ein solcher Unterricht, in dem immer noch der Islam als Wahrheit verkündet würde, und der zudem nicht verhindern würde, dass die Kinder zusätzlcih oder stattdessen (ist ja freiwillig) in die Koramschule gehen, wieso also so ein Unterricht besser wäre als eine Religionskunde, in der die selben Kinder nicht unter sich, sonder gemiensam mit allen anderen, in der öffentlichen Schule, vom Staat kontrolliert, in Übereinstimmung mit dem Grundgesetz, in deutscher Sprache und verknüpft mit dem sonstigen Unterricht genau das lernen würden, umd essentwillen du hie den islamischen Religionsunterricht befürwortest.

Warum unterrichtet nicht der Statat selbst die für die gesellschaft tragenden Normen, statt den Religioenn zu gestatten, an dessen satt ihre ewigen Wahrheiten als staatlich abgesegneten ordentlichen Lehrstoff zu verbreiten?

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
feste Ansprechpartner für andere gesellschaftliche Gruppen; und, ja, auch eine solide Finanzbasis via "Kirchen- "(Moschee-?)Steuer, die die Gemeinden stabil und weniger anfällig für Großspenden von sonstwoher macht.


Wer hindert die betreffenden Gemeinden, von ihren Mitgliedern (nur die würden ja die betreffebnde Steuer zahelen) einfach Mitgleidsbeiträge zu fordern?

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Ich sehe nur ein Kind, das eine Katze geschenkt bekommt, eines, das Katzen nicht mag und deswegen einen Hund kriegt, und ein drittes, das gar keine Tiere mag und sich deswegen ein Fahrrad wünschen darf. Und ich sehe ein viertes, dass auch ein Geschenk haben dürfte, aber sagt, die ganze Schenkerei ist doch Scheiße, ich will kein Geschenk, das belastet auch nur die Familienkasse, deswegen sollte niemand Geschenke kriegen. Das darf es auch fordern. Aber ob es die anderen Kinder und die Eltern davon überzeugen kann, ist noch eine andere Frage, und wenn es das nicht kann, wird es mE nicht ungerecht behandelt.


Nein. Das vierte Kind sagt nicht "Die Schenkerei ist scheiße, ich will kein Geschenk", sondern das vierte Kind wünscht sich ein Fernrohr, um Sterne zu beobachten. Aber es gibt keine Astronomie-Vereinigung. Deswegen kann es zwar immer noch sein Fernrohr bekommen. Aber anders als die Katze, den Hund und das Fahrrad können seine Eltern es nicht in voller Höhe von der Steuer absetzen. Und während die anderen Kinder zwischen Katzen- Hunde- und Fahradpflegeunterricht wählen können, muss das vierte Kind in den allgemeinen Hobby-Unterricht, in dem es dann so ganz allgemien lernt, wie toll Katzen, Hunde und Fahrräder sind, und dass es außerdem noch so Deppen gibt, die sich für Sterne interessieren, und dass das die Astrologen sind und Astrologie Blödsinn ist.

Außerdem ist es verboten, über Katzen oder Hunde zu schimpfen, und dass Hudne nun mal beißen, da muss man sich eben mit abfinden, das liegt halt in ihrer Natur. Fernrohre aber darf man kaputt machen, die leben ja nicht (Fahrräder übrigens auch).

Das Kind, dass die ganze Schenkerei scheiße findet, ist das fünfte, das Katze, Hund, Fahrrad und Fernrohr Geschenk bekommen hat, und sich eigentlich nur wünscht, dass Papa mal Zeit für es hat, z.B. für eine Radtour. zwinkern
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Beitrag(#574541) Verfasst am: 29.09.2006, 13:04    Titel: Antworten mit Zitat

@cabllito:
Lachen Gute Parodie.

Die Aufgabe des Staates soll es also sein Gruppen zu fördern, deren Unterschiede im wesentlichen im Glauben bzw. Nichtglauben an eine Reihe von übernatürlichen Phänomenen und in einer Sammlung an Regeln und Ritualen besteht. Der Staat fördert diese Gruppen dabei sich selbst zu beweihräuchern und den jeweils anderen Gruppen Mitglieder abspenstig zu machen und gewisse Segmente der Wirtschaft (Bildung, Gesundheit, Pflege, ... ) für sich abzustecken.
Was für eine Geldverschwendung.

Deutsche Kleriker als Lösung?
Ich verstehe auch nicht, warum in Deutschland ausgebildete Kleriker besser sein sollen. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, der Prügelstrafen okay findet, ist Deutscher.
Letztendlich muss es also um Inhalte gehen. Eine neue Form des Islam müsste erfunden und den muslimischen Kindern untergejubelt werden. Das ist es, was die Befürworter des islamischen Religionsunterrichts eigentlich fordern, obwohl sie es sich nicht direkt auszusprechen trauen und auch keine konkreten Vorhaben für dieses Unterfangen haben.

Ansprechparnter
Das mit den Ansprechpartnern, die geschaffen werden sollen, ist auch so eine Sache. Ist ein Pfarrer, ein Bischof, ein Religionslehrer in unserer aufgeklärten und säkularen Welt ein Ansprechpartner? Wohl kaum. Das ist schon lange nicht mehr der Fall. Wenn ein Bischof was liberales sagt, dann ignorieren ihn die konservativen Gläubigen. Wenn er etwas konservatives sagt, dann verstoßen ihn die liberalen.

Und ich bezweifle stark, dass man für Muslime solche Ansprechpartner installieren könnte, über die man deren Schäfchen dann manipulieren könnte. Zudem werden solche staatlich bemächtigten Personen sicherlich nicht einfach als Marionetten einsetzbar sein. Die werden auch Forderungen in die Gegenrichtung stellen.
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Beitrag(#574671) Verfasst am: 29.09.2006, 18:13    Titel: Antworten mit Zitat

Heike Jackler hat folgendes geschrieben:
Sokrateer hat folgendes geschrieben:
Lob für Schäuble - erste Konflikte zwischen den Muslimen

Zitat:
"Muslimisches Leben findet in Moscheegemeinden statt", sagte auch Aiman Mazyek vom ZMD und leitete daraus eine besondere Rolle für die Verbände ab: Schließlich verträten sie 2000 der 2500 deutschen Moscheen. "Wir brauchen Kritiker, aber nicht bei einer Islamkonferenz, wo es am Ende um einen Staatsvertrag geht."

Staatsvertrag? Geschockt


Ja, Ziel der Regierung ist eine islamische Körperschaft mit einer islamischen Kirchensteuer und dann natürlich auch entsprechenden Staatskirchenverträgen ähnlich den christlichen Kirchen.


das ist nur konsequent. zwar nicht begrüssenswert aber konsequent, wenn man die situation der kirchen betrachtet.
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Beitrag(#574676) Verfasst am: 29.09.2006, 18:18    Titel: Antworten mit Zitat

Sokrateer hat folgendes geschrieben:

Deutsche Kleriker als Lösung?
Ich verstehe auch nicht, warum in Deutschland ausgebildete Kleriker besser sein sollen. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, der Prügelstrafen okay findet, ist Deutscher.
Letztendlich muss es also um Inhalte gehen. Eine neue Form des Islam müsste erfunden und den muslimischen Kindern untergejubelt werden. Das ist es, was die Befürworter des islamischen Religionsunterrichts eigentlich fordern, obwohl sie es sich nicht direkt auszusprechen trauen und auch keine konkreten Vorhaben für dieses Unterfangen haben.


daran hab ich auch schon gedacht und ja: ziel ist natürlich aufklärung, um kindern die unsinnigkeit von religion klarzumachen.
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Beitrag(#577173) Verfasst am: 04.10.2006, 14:53    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe dieses Interview mit Tibi gefunden der die Islamkonferenz für gescheitert erklärt. Ich kann praktisch jedes Wort von Ihm unterschreiben. Daumen hoch!

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,440657,00.html
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