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Unerhörter Angriff auf die Kunstfreiheit
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Cato
Der Freund der Bösen



Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 970
Wohnort: Wolkenkuckucksheim

Beitrag(#574286) Verfasst am: 28.09.2006, 22:28    Titel: Antworten mit Zitat

Komodo hat folgendes geschrieben:
Tut dir das eigentlich nicht weh, cato? Wer Angst hat vor Leuten denen etwas nicht passt, sollte keine Kunst darbieten. Es kann immer jemand kommen, dem etwas nicht passt und die Künstler sogar verletzt oder tötet.

Wem das nicht klar ist, ist blind.


Natürlich, es macht keinen Unterschied ob man nun den Bürgermeister aufs Korn nimmt oder es mit einer gewalttätigen Sekte zu tun hat – Theo van Gogh wurde einfach so ermordet; wie lange liegt denn der letzte Mord an einem Journalisten zurück? Hierzulande muss man da nach Weimar gehen. Dass es für Kunstschaffende ein Risiko darstellt, irgendetwas gegen den Islam zu sagen, dürfte spätestens seit Rushdie jedermann bekannt sein. Hier nun so zu tun, dies wäre Teil der normalen Gefährdung, die jeder ausgesetzt sei, der in der Öffentlichkeit stehe – es könne ja immer einen verwirrten, psychischkranken Einzeltäter geben -, ist absurd. Die mohammedanischen Extremisten handeln vorsätzlich und bewusst und die Massenproteste und Morddrohungen gegen die dänischen Karikaturisten erfolgten wegen weitaus harmloseren Dingen – hier wird der Lügenprophet der Mohammedaner immerhin geköpft. Werden hier nun die Künstler vor einer möglichen Bedrohung gewarnt oder tatsächlich bedroht – so hat der Staat die Aufgabe sie mit allen Mitteln zu schützen. Das gilt für ein Konstantin Wecker Konzert in Halberstadt ebenso wie für eine Mozartoper in Berlin – unabhängig davon, ob nun die NPD Gewalt androht oder der Staat Angriffe mohammedanischer Extremisten befürchtet.
_________________
Im Übrigen bin ich dafür, dass der Monotheismus zerstört werden muss.
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Roland Winnfield-Vega
Wegen drohenden Realitätsverlusts vorerst inaktiv.



Anmeldungsdatum: 26.07.2006
Beiträge: 277
Wohnort: Ulm

Beitrag(#574289) Verfasst am: 28.09.2006, 22:31    Titel: Antworten mit Zitat

Abgesehen davon, dass die Absetzung ohne jeden Zweifel nichts als allein schon symbolisch fatale Selbstzensur ist, wirkt sie zusätzlich noch provozierend auf Islam-Fanatiker. Ich glaube nicht, dass irgendein gewaltbereiter Moslem es überhaupt mitbekommen hätte, dass es ein ihn "beleidigendes" Theaterstück gibt. Ich meine, wir reden hier über die Oper!

Andererseits werden vielleicht ein paar Leute dadurch endlich wachgerüttelt.
Die Reaktionen von Politikern und Presse sind für mich überraschend vorbildlich. Mit so einer Einigkeit hätte ich wirklich nicht gerechnet!
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Wegen drohenden Realitätsverlusts vorerst inaktiv.
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L.E.N.
im falschen Film



Anmeldungsdatum: 25.05.2004
Beiträge: 27745
Wohnort: Hamburg

Beitrag(#574437) Verfasst am: 29.09.2006, 09:25    Titel: Antworten mit Zitat

ich finde nach wie vor am merkwürdigsten, wie sich die cdu/csu-politiker verhalten.
vielleicht sollte man mal klarmachen wo der unterschied zwischen den mohammed karikaturen, popetown und der operninszenierung besteht.

zur zeit hab ich den eindruck es kommt nicht drauf an ob etwas verboten/verhindert wird, sondern warum und von wem.

man stelle sich vor, die oper wäre normal angelaufen:
es gehört sicher nicht viel phantasie dazu sich vorzustellen, wie eine koalition der religiösen aus einem munde "absetzen" schreit!
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Ich will Gott lästern dürfen! Weg mit §166 StGB!
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Komodo
Maggots!



Anmeldungsdatum: 27.05.2005
Beiträge: 4588
Wohnort: 2Fort

Beitrag(#574554) Verfasst am: 29.09.2006, 13:32    Titel: Antworten mit Zitat

Cato hat folgendes geschrieben:
Natürlich, es macht keinen Unterschied ob man nun den Bürgermeister aufs Korn nimmt oder es mit einer gewalttätigen Sekte zu tun hat – Theo van Gogh wurde einfach so ermordet; wie lange liegt denn der letzte Mord an einem Journalisten zurück? Hierzulande muss man da nach Weimar gehen. Dass es für Kunstschaffende ein Risiko darstellt, irgendetwas gegen den Islam zu sagen, dürfte spätestens seit Rushdie jedermann bekannt sein. Hier nun so zu tun, dies wäre Teil der normalen Gefährdung, die jeder ausgesetzt sei, der in der Öffentlichkeit stehe – es könne ja immer einen verwirrten, psychischkranken Einzeltäter geben -, ist absurd. Die mohammedanischen Extremisten handeln vorsätzlich und bewusst und die Massenproteste und Morddrohungen gegen die dänischen Karikaturisten erfolgten wegen weitaus harmloseren Dingen – hier wird der Lügenprophet der Mohammedaner immerhin geköpft. Werden hier nun die Künstler vor einer möglichen Bedrohung gewarnt oder tatsächlich bedroht – so hat der Staat die Aufgabe sie mit allen Mitteln zu schützen. Das gilt für ein Konstantin Wecker Konzert in Halberstadt ebenso wie für eine Mozartoper in Berlin – unabhängig davon, ob nun die NPD Gewalt androht oder der Staat Angriffe mohammedanischer Extremisten befürchtet.
Achso. Verzeihung, ich war kurz doof. Verlegen
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Waldorf
Rassiger Nutzer



Anmeldungsdatum: 07.09.2006
Beiträge: 231
Wohnort: Daheim

Beitrag(#574626) Verfasst am: 29.09.2006, 15:50    Titel: Lasst die Vögel frei !!! Antworten mit Zitat

Werter Herr Cato,

Cato hat folgendes geschrieben:
Wie eine Oper ein Werk interpretiert und wem und warum sie darin Köpfen lässt, das entscheidet die Oper allein - in der Regel wohl der Regisseur.

(Der Angriff auf die Kunstfreiheit besteht darin, dass Kulturschaffende Angst um ihre Sicherheit haben müssen, wenn irgendwelchen religiösen Spinnern ihre Kunst nicht gefällt.)

Das sind zwei Sätze die ich so unterschreiben kann.
Allerdings kann man die Kunstfreiheit nicht über alles setzen.
In diesem Rechtsstaat gibt es eben auch beachtenswerte Persönlichkeitsrechte.


Werter Herr Propagandhi,

Propagandhi hat folgendes geschrieben:
ich bin auch kein anhänger von opern, daher werde ich mir diese auch nicht ansehen.
es geht um die begründung der absetzung! nicht um den preis und nicht um persönliche vorlieben.
ob kunst subventioniert werden sollte ist hier nicht thema.
solange es politiker gibt, die meinen, kunst sollte gefördert werden (davon gibts übrigens immer weniger!) wird es subventionen geben, fertig! opern oder theaterstücke aufgrund irgendwelcher angeblicher sicherheitsbedenken abzusetzen ist gehorsam gegenüber dem terror und daher grundsätzlich abzulehnen.


Doch ich mag die Oper gern. Vorrauseilenden Gehorsam will ich mir nicht leisten.
Die Themaverfehlung, den Begriff der "Kunstfreiheit" noch etwas zu weiten, ist mir klar.
Mein Respekt gilt der künstlerischen Gestaltung, der Beherrschung des Instrumentes genauso wie den Leuten die sich ihren Lebensunterhalt ohne staatliche Subventionen verdienen müssen.
Letzteren nehme ich es aber gerne ab das sie sich gut überlegt haben was sie aufzuführen gedenken.
Das es einige Abgeordnete geben mag, die sich erstmal der Wahrung von Besitzständen, Einzelinteressen, etc., verpflichtet fühlen, ist mir auch klar.
Allerdings bin ich nicht der Meinung das sich der Staat ein paar Narrenfreie, sei's Künstler oder Politiker, halten sollte. Sehr glücklich


hlg Waldorf
_________________


Etliche Leute wollen Gott mit den Augen ansehen, als ihn eine Kuh ansieht, und wollen Gott lieb haben, als ihn eine Kuh lieb hat.
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Cato
Der Freund der Bösen



Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 970
Wohnort: Wolkenkuckucksheim

Beitrag(#574903) Verfasst am: 30.09.2006, 02:24    Titel: Re: Lasst die Vögel frei !!! Antworten mit Zitat

Komodo hat folgendes geschrieben:
Achso. Verzeihung, ich war kurz doof. Verlegen


Na, dann bin ich ja beruhigt; ich hatte schon befürchtet, deine Argumentation auf andere gesellschaftliche Missstände übertragen zu müssen...

Waldorf hat folgendes geschrieben:
Das sind zwei Sätze die ich so unterschreiben kann.
Allerdings kann man die Kunstfreiheit nicht über alles setzen.
In diesem Rechtsstaat gibt es eben auch beachtenswerte Persönlichkeitsrechte.


Bedingt; es gibt auch noch andere Kriterien, wie die Menschenwürde. Allerdings sind diese sehr sorgsam abzuwägen – eine Aufführung von "Jud Süß" zu verbieten oder nicht, sollte nur nach einer ergebnisoffenen Abwägung von möglichen Nutzen (Aufklärung über Propagandamuster des Nationalsozialismus bzw. des Antisemitismus) und eventuellen Schadens (Übernahme der rassistischen Stereotypen, durch den Zuschauer) erfolgen. Ich erwarte hier eine große Sensibilität der Verantwortlichen und im Zweifel eine Entscheidung für die Kunstfreiheit. Die Persönlichkeitsrechte kommen hier nur in Betracht, wenn die Person auf wirklich unflätige Weise beschimpft oder verleumdet wird – die Darstellung von Franz Josef Strauß, als mit der Justiz kopulierendes Schwein, würde ich zwar als Grenzfall ansehen, aber dem Zeichner allenfalls die Verbreitung derartiger Zeichnungen untersagen und auf eine etwas zivilisierte Form der Karikatur verweisen, doch keine Geld- oder Haftstrafen aussprechen. Im konkreten Fall kommen aber Persönlichkeitsrechte nicht in Betracht: Die enthaupteten Personen stellen religiöse Gestalten dar, für deren tatsächliche Existenz gibt es praktisch keine stichhaltigen Belege. Zumal selbst in einem Fall der wissenschaftlich bewiesenen Existenz einer dieser Gestalten, hier die von der Religion propagierte und verklärte Figur, die gewöhnlich recht wenig mit der historischen Person zu tun hat, enthauptet wurde. Es steht überhaupt zur Debatte, ob die Persönlichkeitsrechte von Personen, die vor Jahrhunderten lebten, überhaupt heute noch schützenswert sind – zumindest ging ich immer davon aus, dass sich hier der Geschädigte selbst an die Gerichte wenden müsste, wenn er sich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt sieht.

L.E.N.|Propagandhi hat folgendes geschrieben:
ich finde nach wie vor am merkwürdigsten, wie sich die cdu/csu-politiker verhalten.
vielleicht sollte man mal klarmachen wo der unterschied zwischen den mohammed karikaturen, popetown und der operninszenierung besteht.

zur zeit hab ich den eindruck es kommt nicht drauf an ob etwas verboten/verhindert wird, sondern warum und von wem.


Ein scharfer Beobachter der bundesrepublikanischen Realität; aber man wird die CDU in Zukunft an ihre Worte erinnern können. Die Konservativen tun einem manchmal wirklich leid – zwischen Jesus und Mozart wählen zu müssen ist bitter für einen christlichen Anhänger der deutschen Nation. Besonders dann, wenn man gerne vom Land der Dichter und Denker spricht, da die Absetzung Mozarts zu begrüßen und da noch aus Angst vor mohammedanischer Gewalt. Nein, das kann die CDU nicht, wo ihr doch ohnehin die derzeitigen Umfragewerte Kopfzerbrechen bereiten...
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Im Übrigen bin ich dafür, dass der Monotheismus zerstört werden muss.
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Ahriman
Tattergreis



Anmeldungsdatum: 31.03.2006
Beiträge: 17976
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Beitrag(#575051) Verfasst am: 30.09.2006, 14:15    Titel: Antworten mit Zitat

Mich bewegt bei den heutigen Klassiker-Inszenierungen (egal ob Musik- oder Sprachtheater) immer nur eine Frage: "Was hätte wohl der tote Autor dazu gesagt, hätte er das sehen können?" Wahrscheinlich wäre er entsetzt gewesen.
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