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Ein Patriot wandert aus: Bassam Tibi
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AgentProvocateur
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Anmeldungsdatum: 09.01.2005
Beiträge: 7851
Wohnort: Berlin

Beitrag(#579919) Verfasst am: 08.10.2006, 19:32    Titel: Re: Ein Patriot wandert aus: Bassam Tibi Antworten mit Zitat

Dr. Degenhart Datterich hat folgendes geschrieben:
AgentProvocateur hat folgendes geschrieben:
Ich finde die deutsche Nationalhymne ziemlich blöd (die anderen Strophen wegzudefinieren, ist mE ein unglaublicher Schwachsinn). Die deutsche Fahne ist mir wurscht. Trotzdem bin ich ein (Verfassungs)-Patriot.

Gerade das GG, das hinter den Verfassungen von 1849 und 1919 so weit zurückbleibt und im Gegensatz zu diesen auch nicht legitimiert ist, ist nun nicht gerade mein Traum von einem demokratischen, freiheitlichen Deutschland.

Ich muss zugeben, die Verfassungen von 1849 und 1919 nicht zu kennen. Wie genau unterscheiden sich die drei und was findest Du an den anderen besser?

Dr. Degenhart Datterich hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Dr. Degenhart Datterich hat folgendes geschrieben:
Doch - Bassam Tibi hat ganz recht.

Womit? Dass es in Deutschland prinzipielle und irrationale Aversionen gegen Araber gibt? Ja, das mag wohl sein.

Du kapierst nichts. Er hat recht mit seiner Meinung über die fehlende deutsche Identität. Und es geht nicht um Araber, sondern um Ausländer. Als Inder oder Chinese hätte er keine andere Erfahrung gesammelt.

Stimmt natürlich, meine Frage war zugegebenermaßen verengt und damit polemisch.

Was bedeutet es Deiner Meinung nach, "eine deutsche Identität zu haben"? Ich frage deswegen, weil ich schon glaube, dass ich eine solche habe: ich mag mein Land, meine Kultur, meine Sprache, auf der anderen Seite finde ich aber die dazugehörigen Symbole (Hymne, Flagge) unwesentlich. Würde man also z.B. morgen eine neue Hymne kreieren, dann würde ich das eher begrüßen.

Was verstehst Du also anderes als ich unter dieser "Identität"?
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hacketaler
Frauen ficken ist was für Schwuchteln!



Anmeldungsdatum: 10.02.2005
Beiträge: 6031

Beitrag(#579924) Verfasst am: 08.10.2006, 19:40    Titel: Antworten mit Zitat

Misterfritz hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Ausserdem wandert er anscheinend erst 2009 nach seiner Pensionierung aus.

wandert er jetzt aus oder zieht er nur als pensionär um?



er übernimmt ab 2009 eine andere professur. wenn ich mich richtig erinnere irgendwo an einer der ostküstenunis. er war ja schon in princeton und harvard.
mit der uni göttingen hat er sich auf jeden fall ziemlich überworfen.
wieso er nicht gleich geht, kann ich nicht sagen. könnte aber natürlich vertragliche gründe haben.
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Sokrateer
souverän



Anmeldungsdatum: 05.09.2003
Beiträge: 11649
Wohnort: Wien

Beitrag(#579925) Verfasst am: 08.10.2006, 19:42    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
Was wohl schwer sein kann, da er nach meinem letzten Wissensstand Muslim ist.

Dann überzeuge ihn bitte davon, dass er deshalb seine Meinung ändern muss.

Übrigens wettert der Papst und die katholische Kirche unentwegt gegen die Säkularismus, genauso wie die amerikanischen Protestanten und viele andere.

Bassam-Tibi sprich vom Islam als Ideologie, so wie sie heute existiert. Und die ist nicht mit dem Säkularismus vereinbar, sondern steht dazu im Widerspruch. Genau deshalb fordert er ja die Entwicklung eines Euro-Islam, der aber dann auch klarerweise im Widerspruch zum herkömmlichen Islam steht und bis dato nicht existiert.

Dass Bassam-Tibi sich persönlich irgendwas zusammenbastelt und hie und da im Koran liest, sagt uns nichts über den Islam als Religion. Genauso belegt Gerd Lüdemann nicht, dass das Christentum mit der Ablehnung des historischen Jesus vereinbar ist. Katholiken, die in einen Swingerklub gehen geben uns auch keine Aufschlüsse über die Sexualmoral der rKK.
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Raphael
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Anmeldungsdatum: 01.02.2004
Beiträge: 8362

Beitrag(#579928) Verfasst am: 08.10.2006, 19:43    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
Shadaik hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
Mir geht es darum: Wenn etwas gut und auf ein Land beschränkt ist, sollte es nicht beschränkt bleiben und eignet sich daher in Zukunft nicht als Abgrenzungsmerkmal.
Kurzes Beispiel: Wir Preußen hatten ja als erste das Allgemeine Wahlrecht, wir sind viel besser als alle anderen Deutschen. Das langt heute höchstens zum Witz.

DDD hat inzwischen allerdings die Diskussion, wie es denn besser sein sollte, abgebrochen, und argumentiert jetzt gegen "Sonderwege".


Du hast einen deutschen Sonderweg vorgeschlagen. Ich rede dagegen. Wenn es jetzt schon als Abbruch der Diskussion gilt, wenn man jemandem erwidert, dann kommt unsere hiesige Diskussionskultur immer mehr herunter.
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Raphael
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Anmeldungsdatum: 01.02.2004
Beiträge: 8362

Beitrag(#579929) Verfasst am: 08.10.2006, 19:45    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
Ich finde es irrwitzig, daß Tibi ausgerechnet von Leuten in den Zeugenstand gerufen wird, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Unvereinbarkeit zwischen Säkularismus und Islam betonen.



Ich nehme an, das meint auch mich. Was Tibi als Euroislam anstrebt, ist nicht der in der Tat mit dem säkularen Staatsbegriff unvereinbare Islam. Das sollte inzwischen jeder hier gemerkt haben.
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Raphael
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Anmeldungsdatum: 01.02.2004
Beiträge: 8362

Beitrag(#579932) Verfasst am: 08.10.2006, 19:47    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
Was wohl schwer sein kann, da er nach meinem letzten Wissensstand Muslim ist.


Sagen wir lieber, er bezeichnet sich (immer noch) als Muslim.
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Raphael
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Anmeldungsdatum: 01.02.2004
Beiträge: 8362

Beitrag(#579934) Verfasst am: 08.10.2006, 19:50    Titel: Antworten mit Zitat

Rasmus hat folgendes geschrieben:
dragonfly hat folgendes geschrieben:
und selbstverständlich kann man gar nicht oft genug betonen, wie egal, wie total egal, extrem egal, -ja fanatisch egal einem die Schwarz-rot- Goldene Fahne, die Hymne, und überhaupt alle Symbole, die für Deutschland stehen sind.


Sie sind mir nicht fanatisch egal, ich betrachte sie aber nicht als sinn- oder identitätsstifend.



Du verstehst ja noch nicht mal, dass ein Stück Stoff Identität nicht stiftet, sondern symbolisiert!
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Scharif ibn Nur ibn Aiman
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Anmeldungsdatum: 03.10.2006
Beiträge: 616

Beitrag(#579937) Verfasst am: 08.10.2006, 19:55    Titel: Antworten mit Zitat

Dr. Degenhart Datterich hat folgendes geschrieben:
Gerade das GG, das hinter den Verfassungen von 1849 und 1919 so weit zurückbleibt und im Gegensatz zu diesen auch nicht legitimiert ist, ist nun nicht gerade mein Traum von einem demokratischen, freiheitlichen Deutschland.


Ich wüsste gerne, in welchen Punkten das GG den Verfassungen der damaligen Zeiten unterlegen ist!

Natürlich ist mir bekannt, dass das GG nur als Notlösung bis zu einer richtigen Verfassung diente, jedoch scheint es wunderbar den Platz einer Verfassung eingenommen zu haben.
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Raphael
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Anmeldungsdatum: 01.02.2004
Beiträge: 8362

Beitrag(#579939) Verfasst am: 08.10.2006, 19:58    Titel: Re: Ein Patriot wandert aus: Bassam Tibi Antworten mit Zitat

AgentProvocateur hat folgendes geschrieben:
Dr. Degenhart Datterich hat folgendes geschrieben:
AgentProvocateur hat folgendes geschrieben:
Ich finde die deutsche Nationalhymne ziemlich blöd (die anderen Strophen wegzudefinieren, ist mE ein unglaublicher Schwachsinn). Die deutsche Fahne ist mir wurscht. Trotzdem bin ich ein (Verfassungs)-Patriot.

Gerade das GG, das hinter den Verfassungen von 1849 und 1919 so weit zurückbleibt und im Gegensatz zu diesen auch nicht legitimiert ist, ist nun nicht gerade mein Traum von einem demokratischen, freiheitlichen Deutschland.

Ich muss zugeben, die Verfassungen von 1849 und 1919 nicht zu kennen. Wie genau unterscheiden sich die drei und was findest Du an den anderen besser?



Die beiden Verfassungen von 1849 und von 1919 wurden von dafür gewählten Versammlungen geschaffen, waren also Ausdruck des Volkswillens. Das GG ist eine oktroyierte, d.h. von der Staatsmacht ohne Beteiligung des Volkes gesetzte Verfassung.

Beide Verfassungen sahen einen weit weniger komplizierten Föderalismus vor. Das GG ist darauf angelegt, dass sich die Staatsorgane gegenseitig blockieren. Insbesondere die Weimarer Verfassung legte weitgehende Beteiligung des Volkes an der politischen Willensbildung fest. Das GG postuliert sie nur, schließt das Volk aber in Wahrheit fast völlig von der Macht aus. Selbst die Verfassung des Kaiserreiches kannte eine Gewaltenteilung. Für das GG ist das ein Fremdwort, hier herrscht eine Vermischung der Gewalten, die eine Kontrolle der Regierung ausschließt und die Gesetzgebung faktisch in die Hand der Regierung legt. Selbst der gerne hochgejubelte Grundrechtsteil des GG bringt gegenüber der Weimarer Verfassung nichts wesentlich Neues.
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Rasmus
entartet und notorisch gottlos - Ich bin Papst



Anmeldungsdatum: 20.05.2004
Beiträge: 17559

Beitrag(#579949) Verfasst am: 08.10.2006, 20:16    Titel: Antworten mit Zitat

Dr. Degenhart Datterich hat folgendes geschrieben:
Rasmus hat folgendes geschrieben:
dragonfly hat folgendes geschrieben:
und selbstverständlich kann man gar nicht oft genug betonen, wie egal, wie total egal, extrem egal, -ja fanatisch egal einem die Schwarz-rot- Goldene Fahne, die Hymne, und überhaupt alle Symbole, die für Deutschland stehen sind.


Sie sind mir nicht fanatisch egal, ich betrachte sie aber nicht als sinn- oder identitätsstifend.



Du verstehst ja noch nicht mal, dass ein Stück Stoff Identität nicht stiftet, sondern symbolisiert!


Nein, auch das verstehe ich nicht. Noch weniger verstehe ich, was man da wiederum anderen Leuten geben könnte, und es klärt immernochnicht, wo diese nationale Identität nun herkommen soll.
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Sylvia Browne - Wahrsager oder Scharlatan?
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Queen of Las Vegas
Lebenserotiker



Anmeldungsdatum: 11.12.2005
Beiträge: 1891
Wohnort: Mannheim

Beitrag(#579952) Verfasst am: 08.10.2006, 20:18    Titel: Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
Ich finde es irrwitzig, daß Tibi ausgerechnet von Leuten in den Zeugenstand gerufen wird, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Unvereinbarkeit zwischen Säkularismus und Islam betonen.


wieso irrwitzig? Tibi bringt es doch wunderbar auf den Punkt. Und ja, ich halte den Islam wie sie ihn die meisten Witschaftsflüchtlinge aus archaischen Gebieten importieren für nicht zähmbar. Da ist mir die Substitution Euroislam von Leuten wie Tibi 1000x lieber. Sie bietet eine Gesprächsgrundlage, die Sharia bietet dieses nicht.
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beachbernie
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Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 45792
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#579956) Verfasst am: 08.10.2006, 20:27    Titel: Re: Ein Patriot wandert aus: Bassam Tibi Antworten mit Zitat

Hallo Hochstapler,

Hochstapler hat folgendes geschrieben:
http://www.n-tv.de/718850.html

Zitat:
Er wandere auch aus, "weil ich glaube, Deutschland mehr zu lieben, als viele Deutsche es je getan haben", schreibt Tibi im "Tagesspiegel" weiter. Aber er habe es satt, "ein 'Syrer mit deutschem Pass' zu sein, der seinem miesepetrigen Gastvolk dafür danken soll, dass ihm die Erfüllung des 'deutschen Bürgertraums' (laut 'Zeit'-Artikel) gewährt wurde".


Tibi erklärt warum Integration am mangeldem sozio-kulturellen Selbstbewußtsein der Deutschen scheitern musste...

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,440657,00.html
Zitat:
"Deutschland kann den Fremden keine Identität anbieten, weil die Deutschen selbst keine haben."


Mein Fazit: unser gutmenschlicher Selbsthass, und das -nie wieder Deutschland Dogma- ist eine offene Einladung an Faschismen jeglicher Couleur. Schade das Tibi geht, er wird in der notwendigen Diskussion um 'Leitkunltur' fehlen.


So liest halt jeder das aus einer Aeusserung heraus, was er daraus herauslesen will.

Ich sehe hier ueberhaupt keinen Ansatzpunkt dafuer, dass Bassam Tibi nationalen Textilfetischismus und anderen Nationalklimbim der chronischen Landliebhaber als Therapie gegen Xenophobie empfiehlt. Ganz eindeutig ist jedoch seine Ueberzeugung erkennbar, dass die Deutschen ganz offensichtlich "integratitionsunfaehig" sind!
Ich glaube schlechterdings kaum, dass die Unsitten des Fahnenwedelns und der Hymnengroellerei, was sinnigerweise manchen immer als erstes (und oft auch als einziges) einfaellt, wenn sie das Wort "Patriotismus" hoeren, sonderlich integrationsfoerdende Taetigkeit sind, vor allem wenn dieser Mummenschanz in erster Linie dazu dienen soll sich gegenueber allem als fremd Empfundenen abzugrenzen. Auch manche Fussballer wie Asamoah und andere mussten wie Bassam Tibi schon die Erfahrung machen, dass auch das immer wieder gebetsmuehlenhaft geforderte "Bekenntnis zu Deutschland" aus einem "Syrer" oder "Afrikaner" in den Augen vieler Berufs- und anderer Stolzdeutscher, nie einen "echten" Deutschen machen wird.
Bassam Tibi hat nun die Konsequenzen gezogen und wird Deutschland kuenftig fehlen und keine gestreiften Handtuecher und kein vaterlaendisches Liedgut wird solche Leute ersetzen koennen...

Gruss, Bernie
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Misterfritz
mini - mal



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Beitrag(#579960) Verfasst am: 08.10.2006, 20:33    Titel: Re: Ein Patriot wandert aus: Bassam Tibi Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Ganz eindeutig ist jedoch seine Ueberzeugung erkennbar, dass die Deutschen ganz offensichtlich "integratitionsunfaehig" sind!

wenn du dann bitte erklären würdest, worein sich die deutschen in deutschland integrieren sollen?
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Queen of Las Vegas
Lebenserotiker



Anmeldungsdatum: 11.12.2005
Beiträge: 1891
Wohnort: Mannheim

Beitrag(#579967) Verfasst am: 08.10.2006, 20:57    Titel: Re: Ein Patriot wandert aus: Bassam Tibi Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Auch manche Fussballer wie Asamoah und andere mussten...
Gruss, Bernie


Das ist grober und primitiver Rassismus. Ich hoffe wirklich das dieser Rassismus in Deutschland auf eine Hand von dümmlichen Dumpfbacken zurüch zu führen ist, die aber Schlagzeilen machen weil es spektakuläre Einzelfälle sind. Den persönlichen Fall Tibi kann ich nicht beurteilen. Auffällig ist doch aber das wir den traditionellen Werten des Islams offensichtlich wenig, und vor allem wenig für die Zielgruppe attraktives, entgegensetzen. Wir müssen für die Werte von Humanismus und Aufklärung selbstbewußt werben und diese auch selbstsicher vorleben.
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Scharif ibn Nur ibn Aiman
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Anmeldungsdatum: 03.10.2006
Beiträge: 616

Beitrag(#579990) Verfasst am: 08.10.2006, 22:52    Titel: Re: Ein Patriot wandert aus: Bassam Tibi Antworten mit Zitat

Dr. Degenhart Datterich hat folgendes geschrieben:
Die beiden Verfassungen von 1849 und von 1919 wurden von dafür gewählten Versammlungen geschaffen, waren also Ausdruck des Volkswillens. Das GG ist eine oktroyierte, d.h. von der Staatsmacht ohne Beteiligung des Volkes gesetzte Verfassung.

Beide Verfassungen sahen einen weit weniger komplizierten Föderalismus vor. Das GG ist darauf angelegt, dass sich die Staatsorgane gegenseitig blockieren. Insbesondere die Weimarer Verfassung legte weitgehende Beteiligung des Volkes an der politischen Willensbildung fest. Das GG postuliert sie nur, schließt das Volk aber in Wahrheit fast völlig von der Macht aus. Selbst die Verfassung des Kaiserreiches kannte eine Gewaltenteilung. Für das GG ist das ein Fremdwort, hier herrscht eine Vermischung der Gewalten, die eine Kontrolle der Regierung ausschließt und die Gesetzgebung faktisch in die Hand der Regierung legt. Selbst der gerne hochgejubelte Grundrechtsteil des GG bringt gegenüber der Weimarer Verfassung nichts wesentlich Neues.


Da könnte man sich auch streiten, da es viele Vorteile gibt, auch wenn es auch Nachteile gibt.
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beachbernie
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Anmeldungsdatum: 16.04.2006
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Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#580019) Verfasst am: 09.10.2006, 00:18    Titel: Re: Ein Patriot wandert aus: Bassam Tibi Antworten mit Zitat

Misterfritz hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Ganz eindeutig ist jedoch seine Ueberzeugung erkennbar, dass die Deutschen ganz offensichtlich "integratitionsunfaehig" sind!

wenn du dann bitte erklären würdest, worein sich die deutschen in deutschland integrieren sollen?


Damit Integration funktionieren kann, muessen beide Seiten integrationsfaehig sein! Sowohl diejenigen, die sich in etwas hineinintegrieren sollen als auch diejenigen, die andere in den eigenen Verein integrieren wollen.

Daran, dass viele glauben, dass Integration lediglich eine Bringschuld der Immigranten ist und einen selbst das ansonsten nix angeht, krankt diese ganze Integrationsdebatte schon eine ganze Weile!
Wenn eine Gesellschaft nicht integrieren will, dann kann sich ein Bassam Tibi anstrengen, wie er will, er wird nie dazugehoeren und wenn er deutscher als die Deutschen selbst daherkommt. Dies musste er wohl einsehen und er hat die Konsequenzen gezogen...

...was ich ausdruecklich sehr schade finde, da Bassam Tibi, wenn ich auch nicht in jeder Detailfrage mit ihm uebereinstimme, mit seinem persoenlichen Werdegang und seiner besonderen Perspektive die politische Landschaft in Deutschland sehr bereichert hat. Deutschland braeuchte mehr von der Sorte, damit die geistige Inzucht nicht ueberhand nimmt!

Gruss, Bernie
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beachbernie
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Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 45792
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#580024) Verfasst am: 09.10.2006, 00:38    Titel: Re: Ein Patriot wandert aus: Bassam Tibi Antworten mit Zitat

Hallo Hochstapler,

Hochstapler hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Auch manche Fussballer wie Asamoah und andere mussten...
Gruss, Bernie


Das ist grober und primitiver Rassismus. Ich hoffe wirklich das dieser Rassismus in Deutschland auf eine Hand von dümmlichen Dumpfbacken zurüch zu führen ist, die aber Schlagzeilen machen weil es spektakuläre Einzelfälle sind. Den persönlichen Fall Tibi kann ich nicht beurteilen. Auffällig ist doch aber das wir den traditionellen Werten des Islams offensichtlich wenig, und vor allem wenig für die Zielgruppe attraktives, entgegensetzen. Wir müssen für die Werte von Humanismus und Aufklärung selbstbewußt werben und diese auch selbstsicher vorleben.


Natuerlich ist es "grober und primitiver Rassismus", wenn manche einen Asamoah als Nationalspieler ablehnen, weil er ihnen nicht deutsch genug ist und ihn unabhaengig von dessen Verhalten als nicht zum eigenen Verein dazugehoerig, aufgrund reiner Aeusserlichkeiten ausgrenzen.
Was ist da im Falle eines Bassam Tibi so viel anders? Was ist das anderes als ein unterschwellig in breiten Schichten der Gesellschaft leider immer noch vorhandener Rassismus? Einer, der vielleicht nicht ganz so grob und primitiv daherkommt wie in manchen Fussballstadien?

Was bringt diesen Mann dazu, sich genauso als "nicht dazugehoerig" zu fuehlen? Trotz eigener Integrationsanstrengung immer "der Syrer" zu bleiben und nicht als Deutscher akzeptiert zu werden? Hat der Bassam Tibi etwa was falsch gemacht? Auch wenn ich nicht in jeder Beziehung mit ihm uebereinstimme, so hege ich nicht den geringsten Zweifel daran, dass Bassam Tibi voll hinter der demokratischen Grundordnung der deutschen Gesellschaft steht. Durch sein Engagement in gesellschaftspolitischen Debatten leistete er mehr fuer das Gelingen dieser Gesellschaft als die allermeisten "richtigen" Deutschen. Weshalb also laesst man diesen Mann spueren, dass man ihn als nicht dazugehoerig empfindet? Nicht als Deutschen ansieht, sondern als Auslaender? Ist etwa der Bassam Tibi einer dieser schlimmer "Integrationsverweigerer"? Oder hat der Mann am Ende gar nichts verweigert, sondern wurde ihm etwas verweigert? Dass die Integration eines solchen weltoffenen und vernuenftigen Menschen wie Bassam Tibi offenbar fehlgeschlagen ist, sagt weitaus mehr ueber die deutsche Gesellschaft als ueber Bassam Tibi aus. Darueber sollten vielleicht einige, die angesichts von "Integrationsproblemen" immer gleich mit dem Finger auf "die Anderen" zeigen, mal drueber nachdenken... Cool

Gruss, Bernie
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zenzi
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Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 45
Wohnort: http://neues-freigeister-forum.de/phpBB/index.php

Beitrag(#580046) Verfasst am: 09.10.2006, 08:06    Titel: Re: Ein Patriot wandert aus: Bassam Tibi Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Misterfritz hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Ganz eindeutig ist jedoch seine Ueberzeugung erkennbar, dass die Deutschen ganz offensichtlich "integratitionsunfaehig" sind!

wenn du dann bitte erklären würdest, worein sich die deutschen in deutschland integrieren sollen?


Damit Integration funktionieren kann, muessen beide Seiten integrationsfaehig sein! Sowohl diejenigen, die sich in etwas hineinintegrieren sollen als auch diejenigen, die andere in den eigenen Verein integrieren wollen.

Daran, dass viele glauben, dass Integration lediglich eine Bringschuld der Immigranten ist und einen selbst das ansonsten nix angeht, krankt diese ganze Integrationsdebatte schon eine ganze Weile!
Wenn eine Gesellschaft nicht integrieren will, dann kann sich ein Bassam Tibi anstrengen, wie er will, er wird nie dazugehoeren und wenn er deutscher als die Deutschen selbst daherkommt. Dies musste er wohl einsehen und er hat die Konsequenzen gezogen...

...was ich ausdruecklich sehr schade finde, da Bassam Tibi, wenn ich auch nicht in jeder Detailfrage mit ihm uebereinstimme, mit seinem persoenlichen Werdegang und seiner besonderen Perspektive die politische Landschaft in Deutschland sehr bereichert hat. Deutschland braeuchte mehr von der Sorte, damit die geistige Inzucht nicht ueberhand nimmt!

Gruss, Bernie


Lieber Bernie,

ich bin ja nun auch ein wenig in der Welt herumgekommen und habe eine Erfahrung gemacht, die letztlich jeder machen wird, der sich aus dem Dunstkreis seines Heimatortes entfernt. Egal wo auf der Welt wird man als Neuzuzügling zunächst kritisch beäugt und beobachtet. Findet die neue Umwelt, daß man dazu passt, dann wird man in gewisser Weise eingemeindet, findet die neue Umwelt das nicht, so wird man dort nie integriert. Aber das "in gewisser Weise eingemeindet" sein geht niemals so weit, daß man wirklich dazu gehört.

Geh doch mal in irgend ein deutsches, griechisches, us-amerikanisches oder chinesisches Dorf. Wenn Du dort nicht schon in die Schule gegangen bist, wirst Du nie wirklich dazu gehören.

Also hört doch auf mit dem dummen Kram von wegen nur in Deutschland könnten Ausländer sich nicht integrieren, weil man sie nicht lässt. Das ist überall so, weil es eine menschliche Eigenschaft ist. Vielleicht ist es in klassischen Einwandererländern ein wenig anders. Aber dort wohl nur in den Städten. Kleine Kommunen werden da nicht viel besser sein als bei uns. Ich könnte mir vorstellen, daß ich aufgrund meiner Nichtzugehörigkeit zu einer Religion in us-amerikanischen Kleinstädten oder Dörfern im Bible-Belt erhebliche Schwierigkeiten mit der Intergration hätte.

Zenzi
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Sebastianboss
Gast






Beitrag(#580049) Verfasst am: 09.10.2006, 08:34    Titel: Antworten mit Zitat

Das Problem ist meines Erachtens auch anders - nämlich grundsätzlicher - gelagert: Während andere Menschen in anderen Nationen einen inneren Standpunkt und eine "innere Heimat" haben, fehlt diese den Deutschen zumeist. Man könnte aber sagen, dass dies ein Problem der deutschen "Seele" ist - und keines des Nationalgefühles. Darf ich mal Nietzsche zitieren: "Gebunden Herz, freier Geist - wenn man sein Herz hart bindet und gefangenlegt, kann man seinem Geist viele Freiheiten geben (aus: "Jenseits von Gut und Böse")." Ich z.B. habe keinerlei Nationalbewusstsein, aber auch keine "Fremdenangst" - für mich gibts nur Menschen, habe aber auch einen klaren inneren Standpunkt. Das Problem ist wohl eher eine deutsche Orientierungslosigkeit, das fehelnde (verinnerlichte) Wissen um Werte und fehlender Sinn sich selbst bezüglich. Uns fehlt zu sehr das Selbstbewusstsein - wir wissen gar nicht, was wir von uns selbst denken sollen, wir haben kein Selbstbild. Dieses aber wird in anderen Kulturen durch die Religion oder durch das Nationalbewusstsein gestiftet - aber das kann unmöglich der richtige Weg sein, denn eben dies führt wiederum dazu, dass Außenstehende nicht wirklich integriert werden können, wie zenzi bereits anmerkte. Von daher: Was wir Deutsche brauchen, ist eine Selbstdefinition - warum nicht durch ein kosmopoltisches Bewusstsein?
Ich habe in einem anderen Netzwerk eine Gruppe geründet, die zur Beschreibung hat: Wir sollten das fehlende nationale Bewusstsein in Deutschland dazu nutzen, endlich ein kosmopolitisches zu entwickeln. Diese Gruppe erfreut sich durchaus der Zuläufe.
Ansonsten ist das - finde ich - ein wichtiger Punkt: Diese innere Leere ud Orientireungslosigkeit könnte derzeit wieder dazu ausgenutzt werden, dass wir uns durch Abgrenzung zu jemand anderem zu definieren suchen -> Faschismus ist durchaus eine Gefahr, die uns gerade in Deutschland ständig bedroht, solang wir nicht wissen, wohin es gehen soll - und sei es der Fschismus der Kirchen. zwinkern
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Babyface
Altmeister



Anmeldungsdatum: 17.07.2003
Beiträge: 11519

Beitrag(#580054) Verfasst am: 09.10.2006, 09:20    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:

Mir geht es darum: Wenn etwas gut und auf ein Land beschränkt ist, sollte es nicht beschränkt bleiben und eignet sich daher in Zukunft nicht als Abgrenzungsmerkmal.

Das klingt vernünftig. So sehe ich es ebenfalls.
_________________
posted by Babyface
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Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 1431

Beitrag(#580092) Verfasst am: 09.10.2006, 11:04    Titel: Re: Ein Patriot wandert aus: Bassam Tibi Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Deutschland braeuchte mehr von der Sorte, damit die geistige Inzucht nicht ueberhand nimmt!

Gruss, Bernie


beschreibe doch mal die "geistige Inzucht" näher
dann näherst du dich möglicherweise dem, was langsam fällig wird
mit solchen "rassistischen Äußerungen"
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Anmeldungsdatum: 14.08.2006
Beiträge: 1431

Beitrag(#580095) Verfasst am: 09.10.2006, 11:07    Titel: Antworten mit Zitat

Rasmus hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Deutschland kann den Fremden keine Identität anbieten, weil die Deutschen selbst keine haben.


Ich habe während des Studiums lange Zeit im Ausland gelebt. Es wäre mir nie in den Sinn gekommen, eine andere Identität annehmen zu wollen - wozu auch, ich hab' ja meine. Ebensowenig verstehe ich, was für eine Identität man hier einem Ausländer geben sollte, und warum seine eigene nicht mehr gut genug sein soll.

Ist meine Identität Deutsch? Ich hab' keine Ahnung, und es ist mir - mit Verlaub - pissegal. Nennt es "deutsch", wenn euch das Glücklich macht, es wird nicht ändern wer oder was ich bin. (Sehr im Gegenteil zu meinem angeführten Auslandsaufenthalt - der mich verändert und geprägt; aber nicht weil ich auf der suche nach einer (neuen) Identität gewesen wäre ...)

Was also soll ich tun, um einem Ausländer hier eine Identität anbieten zu können? Soll ich eine Schwarz-Rot-Goldene Fahne schwenken und dazu die Hymne singen? Was hätte ein Däne, Australier oder Türke davon? Und was kümmert es mich, wenn die eien andere Fahne lieber schwenken - oder auch gar keine?


Mein lieber Hr. Gesangsverein!

you made my day!
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beachbernie
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Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 45792
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#580570) Verfasst am: 09.10.2006, 22:04    Titel: Re: Ein Patriot wandert aus: Bassam Tibi Antworten mit Zitat

zenzi hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Misterfritz hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Ganz eindeutig ist jedoch seine Ueberzeugung erkennbar, dass die Deutschen ganz offensichtlich "integratitionsunfaehig" sind!

wenn du dann bitte erklären würdest, worein sich die deutschen in deutschland integrieren sollen?


Damit Integration funktionieren kann, muessen beide Seiten integrationsfaehig sein! Sowohl diejenigen, die sich in etwas hineinintegrieren sollen als auch diejenigen, die andere in den eigenen Verein integrieren wollen.

Daran, dass viele glauben, dass Integration lediglich eine Bringschuld der Immigranten ist und einen selbst das ansonsten nix angeht, krankt diese ganze Integrationsdebatte schon eine ganze Weile!
Wenn eine Gesellschaft nicht integrieren will, dann kann sich ein Bassam Tibi anstrengen, wie er will, er wird nie dazugehoeren und wenn er deutscher als die Deutschen selbst daherkommt. Dies musste er wohl einsehen und er hat die Konsequenzen gezogen...

...was ich ausdruecklich sehr schade finde, da Bassam Tibi, wenn ich auch nicht in jeder Detailfrage mit ihm uebereinstimme, mit seinem persoenlichen Werdegang und seiner besonderen Perspektive die politische Landschaft in Deutschland sehr bereichert hat. Deutschland braeuchte mehr von der Sorte, damit die geistige Inzucht nicht ueberhand nimmt!

Gruss, Bernie


Lieber Bernie,

ich bin ja nun auch ein wenig in der Welt herumgekommen und habe eine Erfahrung gemacht, die letztlich jeder machen wird, der sich aus dem Dunstkreis seines Heimatortes entfernt. Egal wo auf der Welt wird man als Neuzuzügling zunächst kritisch beäugt und beobachtet. Findet die neue Umwelt, daß man dazu passt, dann wird man in gewisser Weise eingemeindet, findet die neue Umwelt das nicht, so wird man dort nie integriert. Aber das "in gewisser Weise eingemeindet" sein geht niemals so weit, daß man wirklich dazu gehört.

Geh doch mal in irgend ein deutsches, griechisches, us-amerikanisches oder chinesisches Dorf. Wenn Du dort nicht schon in die Schule gegangen bist, wirst Du nie wirklich dazu gehören.

Also hört doch auf mit dem dummen Kram von wegen nur in Deutschland könnten Ausländer sich nicht integrieren, weil man sie nicht lässt. Das ist überall so, weil es eine menschliche Eigenschaft ist. Vielleicht ist es in klassischen Einwandererländern ein wenig anders. Aber dort wohl nur in den Städten. Kleine Kommunen werden da nicht viel besser sein als bei uns. Ich könnte mir vorstellen, daß ich aufgrund meiner Nichtzugehörigkeit zu einer Religion in us-amerikanischen Kleinstädten oder Dörfern im Bible-Belt erhebliche Schwierigkeiten mit der Intergration hätte.

Zenzi


Hallo Zenzi,

dass ein "Neuzuzügling" zunaechst einmal, auch etwas kritisch unter die Lupe genommen wird ist etwas voellig Normales und auch mit Sicherheit nichts ungewoehnliches. Das kann einem sogar passieren, wenn man im eigenen Land 3 Kaeffer weiter zieht, wo die eigene Sippe niemand kennt. Nur handelt es sich bei Bassam Tibi nun wirklich nicht um jemanden, der erst vor 2 Wochen in Deutschland aufgetaucht ist, sondern der lebte dort schon viele Jahre! Wie man in so einem Falle von "Neuzuzügling" sprechen kann ist mir ein Raetsel und leider typisch deutsch (Natuerlich gibt es noch 2,3 andere rueckstaendige Leitkulturkrale, in denen das aehnlich ist). Was mir nicht in die Birne will, ist dass in Deutschland sogar Menschen, die in dritter oder vierter Generation im Land leben, den lokalen Dialekt oft besser sprechen als ihre "Heimatsprache", ihre "Heimat" hoechstens vom jaehrlichen Urlaub her kennen, mit dem Etikett "Migranten" oder gar "Auslaender" versehen werden und ihnen Knueppel zwischen die Beine geworfen werden, wenn sie die deutsche Statabuergerschaft haben wollen.
Ich lebe ja schliesslich auch schon seit laengerem "im Ausland", nur dass ich nach dem normalen ersten "Beschnueffeln" schon laengst von niemandem mehr als "Auslaender" gesehen werde, sondern zu 100% als Einheimischer akzeptiert werde, was von staatlicher Seite durch meine recht unproblematische Einbuergerung lediglich bestaetigt wurde. Soweit ich weiss lebte Bassam Tibi laenger in Deutschland als ich in Kanada. Warum werde ich allgemein als Kanadier akzeptiert und Bassam Tibi nicht genauso als Deutscher? Wo sich doch der Bassam Tibi auch noch erheblich staerker fuer die deutsche Gesellschaft engagiert hat als ich dies bisher fuer die kanadische tun konnte?

Ich lebe uebrigens nicht in einer Grosstadt, sondern auf dem flachen Land. Bei mir in der Gegend leben ca. 4500 Leute, die sich entlang ca. 120km Highway verteilen. Deshalb solltest Du auch die Defizite, die in irgendwelchen verschlafenen Inzuchtkaeffern auftreten, die es ueberall auf der Welt gibt, nicht verallgemeinern und zum "Normalfall" fuer den Umgang mit "Zugezogenen" verklaeren!

Gruss, Bernie
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Sokrateer
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Beitrag(#580701) Verfasst am: 09.10.2006, 23:51    Titel: Antworten mit Zitat

@beachbernie:
Wie kommst du auf die Idee, dass Bassam-Tibi Kanada gemeint hätte? In Kanada wurde beinahe die Scharia eingeführt und Kanada hat mit der kritischen Auseinandersetzung mit dem Islam ja noch nicht einmal angefangen. Kanada ist in einer Kategorie mit Britannien. Da schaut man der Entwicklung einer Parallelgesellschaft nicht nur zu. Man förert und feiert sie sogar aktiv!
Nach allem, was ich von Bassam-Tibis Ansichten weiß, müsste Bassam-Tibi die Politik Kanadas weit mehr verurteilen, als die Politik Deutschlands.

Terroristen hattet ihr ja schon und das bei nur 1,9% Muslimen im Land.

Ich habe da übrigens auch einen Artikel vor ein paar Monaten gelesen, in dem sich ein Akademiker-Einwanderer darüber beklagt hat, dass es keine Kanadische Identität gäbe, sondern nur die Förderung von Herkunftsidentitäten. Mal sehen, ob ich den Artikel finde.

Du, beachbernie, bist Europäer und kannst deine Situation übrigens nicht mit der eines Arabers oder Afrikaners vergleichen.

Und die USA sind auch nicht so perfekt, wie es alle glauben. Hier ein ein Beispiel von einer Gruppe von Christen, die andere Christen, welche Essen an Mexikaner verteilen, deswegen angreifen und übelst beschimpfen:
http://www.youtube.com/watch?v=ErhvhTeDB0g
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beachbernie
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Beitrag(#580825) Verfasst am: 10.10.2006, 09:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sokrateer,

Sokrateer hat folgendes geschrieben:
@beachbernie:
Wie kommst du auf die Idee, dass Bassam-Tibi Kanada gemeint hätte? In Kanada wurde beinahe die Scharia eingeführt und Kanada hat mit der kritischen Auseinandersetzung mit dem Islam ja noch nicht einmal angefangen. Kanada ist in einer Kategorie mit Britannien. Da schaut man der Entwicklung einer Parallelgesellschaft nicht nur zu. Man förert und feiert sie sogar aktiv!
Nach allem, was ich von Bassam-Tibis Ansichten weiß, müsste Bassam-Tibi die Politik Kanadas weit mehr verurteilen, als die Politik Deutschlands.



Das ist ja gerade das Schoene an Kanada, dass es die primitive Hetze, wie sie in Deutschland inzwischen leider die Diskussion ueber Religion und Migration bestimmt, hier nicht gibt. zwinkern

Gruss, Bernie
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Sokrateer
souverän



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Wohnort: Wien

Beitrag(#581271) Verfasst am: 10.10.2006, 21:57    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Hallo Sokrateer,

Sokrateer hat folgendes geschrieben:
@beachbernie:
Wie kommst du auf die Idee, dass Bassam-Tibi Kanada gemeint hätte? In Kanada wurde beinahe die Scharia eingeführt und Kanada hat mit der kritischen Auseinandersetzung mit dem Islam ja noch nicht einmal angefangen. Kanada ist in einer Kategorie mit Britannien. Da schaut man der Entwicklung einer Parallelgesellschaft nicht nur zu. Man förert und feiert sie sogar aktiv!
Nach allem, was ich von Bassam-Tibis Ansichten weiß, müsste Bassam-Tibi die Politik Kanadas weit mehr verurteilen, als die Politik Deutschlands.



Das ist ja gerade das Schoene an Kanada, dass es die primitive Hetze, wie sie in Deutschland inzwischen leider die Diskussion ueber Religion und Migration bestimmt, hier nicht gibt. zwinkern

Gruss, Bernie

Da würde Bassam-Tibi dir auch widersprechen. Bassam-Tibi fordert mehr konfrontative Auseinandersetzung, statt unter den Teppich kehrenden Wohlfühldialog.

Die Kanadier sind besonders stolz darauf, ein Gegenmodell zu den USA darzustellen und auf geförderten Multikulturalismus, statt auf Assimililation zu setzen. Salat bowl vs. melting pot. Genau das Gegenteil also, von dem, was Bassam-Tibi für richtig hält.
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