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Critic oberflächlich
Anmeldungsdatum: 22.07.2003 Beiträge: 16377
Wohnort: Arena of Air
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(#643277) Verfasst am: 18.01.2007, 00:50 Titel: |
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Xamanoth hat folgendes geschrieben: | Vereinzelte Langzeitstudenten und Studienabbrecher (wobei du nach eigener Aussage selbst einer bist) sind unvermeidlicher Teil des Systems, wobei das Problem der Langzeitstudenten auch anders lösbar ist als durch Studiengebühren (bspw durch Prüfungsordnungen, die dies ausschließen, jura geht durch die neue Studienordnung in die Richtung).
Zu bedenken ist außerdem, dass ein Langzeitstudent die Gemeinheit effektiv nicht stärker belastet als ein normalstudent, zumal es in materialintensiven Studiengängen kaum Langzeitstudenten gibt. |
Nur finde ich, daß es ganz verschiedene Gründe haben kann, warum jemand für ein Studium länger braucht als der vermeintliche Durchschnitt. Es mag sein, daß ich nicht mit der notwendigen "Gelassenheit" herangehe und trotz Einserschnitt auch nicht "besonders begabt" bin. Immerhin hatte ich mein Vordiplom Ende 2003 abgelegt, und man erzählt Studenten ja immer, daß ein Hauptstudium in vier Semestern zu bewältigen sei. Ich brauche aber noch ein Semester. Da gab es Unwägbarkeiten in der Arbeit selbst oder auch psychische Probleme.
* So hat meine Projektgruppe, eine Veranstaltung, die praktische Projektarbeit vermitteln soll, auch gleich drei statt zwei Semestern gedauert, weil einige Kommilitonen nicht ganz den Standard hatten (etwa, nur schlecht Deutsch oder - als Informatiker im Hauptstudium - kaum programmieren konnten). Die haben dann zwar andere Tätigkeiten übernommen, aber das Verfassen des Abschlußberichts und der Test des Produktes blieben im wesentlichen an vier oder fünf Personen hängen. In solchen Situationen wird man natürlich immer wieder sein, oder auch in der Situation, daß man mal nicht zu den "Leistungsstarken" gehört, etwa als Anfänger, der direkt von der Uni auf ein Anwendungssystem angesetzt wird, von dem alle anderen Mitarbeiter schon jahrelange Ahnung haben. Andererseits, so meinte einer jener "Mitleidenden" an dieser Gruppe, der mich eines Tages an der Bushaltestelle gefunden hatte, daß es wohl nicht angehen könne, daß jemand schon am zweiten Tag der Vorlesungszeit vor Streß kotzt, weil er noch eine Aufgabe und noch eine und noch eine übernommen hat.
* Und so schiebe ich auch massive Prüfungsangst und massiven Streß. Keinem Handwerker würde man vollen Lohn zahlen, wenn er nur halbe Arbeit macht. Und so reicht es mir auch nicht aus, meine Prüfungen "mal so gerade eben" zu bestehen, sondern die müssen schon richtig gut sein. Eben mit dem Resultat, daß das Vordiplom 1.7 war und der Schnitt im Hauptdiplom bisher 1.0. Andererseits ist alles zu wissen natürlich negativ, und so kann man höchstens Abteilungsleiter werden. Aber ich bin eben nicht so leichtlebig wie die großen, sportlichen Typen, die die Frauen abkriegen. Sondern ich arbeite dafür dann auch - wenn auch nicht von "morgens bis abends", so doch von 12 Uhr mittags bis 4 Uhr morgens. Vielleicht bin ich auch zu fokussiert. Aber ich habe jedenfalls in der letzten Zeit kaum was Anderes gemacht. Und meine Psychosomatik habe ich inzwischen so internalisiert, daß ich an und für sich jeden Gang unter Schmerzen tue. Jedenfalls kann ich nicht im Sinne des Erfinders sein, daß die Leute sich so abwirtschaften, daß sie direkt nach dem Abschluß in die psychiatrische Klinik oder in Rente gehen können . (Ich weiß, ich bin noch gut dran. Die nach mir Angefangenen müssen nicht diese kleine Anzahl an zwar großen Prüfungen ablegen, sondern für jede Veranstaltung extra antreten. Diese "Verschulung" würde ich auch als Härte empfinden.)
Im übrigen empfinde ich es als seltsam, mich dafür rechtfertigen zu müssen. Ich bin zwar von Haus aus dazu mehr oder weniger erzogen, jede Handlung zu rechtfertigen, aber eigentlich ist das eine Unart. Auch die Langzeitstudenten sind in der Regel genauso wenig daran interessiert, "dem Staat zur Last zu fallen", als zum Beispiel die Hartz-IV-Empfänger. Selbst wenn es in der öffentlichen Meinung(smache) heißt, daß die alle nur faul herumhängen würden. Es gibt natürlich auch bei uns so Leute, die schon "alte Hasen" waren, als ich Ende letzten Jahrtausends mit dem Studium angefangen habe. Andererseits hat ein Langzeitstudent an der Uni Bochum, der nach 40 Semestern immer noch nicht sein Abschluß gemacht hatte, danach befragt geäußert, daß er neben neben Familiengründung und Arbeit nicht noch reingepaßt habe. Und eine andere Studentin mußte zweimal ihr Studium unterbrechen, weil dann auch zwei Kinder kamen, so daß es auch insgesamt zehn Jahre gedauert hat, und wurde trotzdem nach ihrem Abschluß da Mitarbeiterin; sie dürfte also -- trotz "Langzeit" -- intelligent genug sein. Jetzt dagegen Maßnahmen zu ergreifen, würde nur den Druck erhöhen, aber den Erfolg nicht verbessern. Denn Zwangsematrikulation wäre ansonsten auch verschwendetes Geld für den Staat, weil das Studium ja mit dem Ziel eines Abschlusses ergriffen wird.
_________________ "Die Pentagon-Gang wird in der Liste der Terrorgruppen geführt"
Dann bin ich halt bekloppt.
"Wahrheit läßt sich nicht zeigen, nur erfinden." (Max Frisch)
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Jolesch Freund des kleineren Übels
Anmeldungsdatum: 11.07.2004 Beiträge: 7390
Wohnort: Omicron Persei VIII
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(#643384) Verfasst am: 18.01.2007, 10:19 Titel: |
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@der_gutmensch
Du erinnerst mich ehrlich gesagt etwas an die Krone-Leserbriefschreiber die empört auf den Stammtisch klopfen und Sätze mit "Aber der kleine Mann von der Straße" beginnen.
Es geht auch primär gar nicht um die "Zumutbarkeit" der Studiengebühren: Man könnte den Studierenden auch zumuten mindestens 1 mal pro Woche mit einem grünen Hemd auf die Uni zu gehen: Die Frage ist bloß wie sinnvoll wäre diese Maßnahme?
Wie ich weiter oben geschrieben habe bin ich theoretisch für Studiengebühren - das österreichische System ist aber total daneben gegangen: Das eingenommene Geld wird undurchsichtig verteilt, die Qualität der Unis sinkt, die Studenten sind keine "zahlenden Kunden mit einem Recht auf Qualität", die Unis wurden in die "Autonomie" entlassen um dem Ministerium Kopfschmerzen zu ersparen und um Burschenschaftsfreunde *hüstel* der Blau/Orangen in der Organisation (Stichwort: Unirat) zu installieren, die Studienpläne wurden auf "Wirtschaftsfreundlichkeit" getrimmt und so der Unterschied zu den Fachhochschulen minimiert, etc.
_________________ Storm by Tim Minchin
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Der_Gutmensch registrierter User
Anmeldungsdatum: 07.04.2006 Beiträge: 403
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(#643450) Verfasst am: 18.01.2007, 12:34 Titel: |
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in gewisser weise hast du recht. aber die meisten studenten prostetieren eher nicht deswegen weil die gebühren von den unis schlecht angelegt werden, sondern weil sie an sich was zahlen müssen.
war doch nach einführung der gebühr nicht anders. ohne zu wissen was sich daraus ergibt, verbessert oder verschlechtert, gabs gleich wütende proteste.
ich gehe also mal davon aus das auch diesemal der gedanke an den nutzen eher zweitrangig ist.
was den kleinen mann und den kronevergleich betrifft.
ich kann schon verstehen das es dem lehrling irgendwo ärgert das er für seine ausbildung gegen ein kleines gehalt rund um die uhr arbeiten muss, während studenten in der woche wenns hochkommt ein paar vorlesungen besuchen und diese dann auch noch gratis einfordern.
dazu noch oft ein paar stündchen geringfügig irgendwo arbeiten und dafür mehr gehalt als der lehrling einstreichen.
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Surata auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 29.03.2005 Beiträge: 17383
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(#643469) Verfasst am: 18.01.2007, 13:37 Titel: |
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Der_Gutmensch hat folgendes geschrieben: | in gewisser weise hast du recht. aber die meisten studenten prostetieren eher nicht deswegen weil die gebühren von den unis schlecht angelegt werden, sondern weil sie an sich was zahlen müssen.
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Das ist falsch. Als damals in München über 20.000 Studenten auf die Straße gingen, haben sie dagegen protestiert, dass mit den Gebühren indirekt das Haushaltsloch gestopft werden soll (denn vorher wurde gekürzt, das gekürzte Geld sollte durch die Gebühren wieder rein; klar, dass sich auf die Weise nix an der Lehre verbessert).
In mehreren Umfragen wurde herausgefunden, dass 1. nicht die Studiengebühren an sich das Problem sind, sondern dass sich höchstwahrscheinlich nichts verbessern würde 2. viele sich dann das Studium nicht mehr leisten können und 3. es unfair ist gegenüber denjenigen, die schon angefangen haben mit dem Stduium, weil sie sich dafür unter anderen Vorraussetzungen entschieden hatten.
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Jolesch Freund des kleineren Übels
Anmeldungsdatum: 11.07.2004 Beiträge: 7390
Wohnort: Omicron Persei VIII
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(#643480) Verfasst am: 18.01.2007, 14:13 Titel: |
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Der_Gutmensch hat folgendes geschrieben: | in gewisser weise hast du recht. aber die meisten studenten prostetieren eher nicht deswegen weil die gebühren von den unis schlecht angelegt werden, sondern weil sie an sich was zahlen müssen. |
Woher weist du das? Bei Mittelschicht bzw. Oberschichtkindern zahlen in der Regel die Eltern die Gebühren und nicht die Kinder.
Der_Gutmensch hat folgendes geschrieben: | iwar doch nach einführung der gebühr nicht anders. ohne zu wissen was sich daraus ergibt, verbessert oder verschlechtert, gabs gleich wütende proteste. |
Wütend waren die Leute vor allem da Fr. Gehrer vor der Wahl klipp und klar versprochen hat, dass es keine Gebühren geben wird. (Liegt im ÖVP Aktenschrank neben "Wenn wir dritter werden gehen wir in Opposition." ) Gerade wegen dieser Erfahrung überrascht mich die Naivität der (roten) Studenten.
Der_Gutmensch hat folgendes geschrieben: | ich kann schon verstehen das es dem lehrling irgendwo ärgert |
Es ärgert Lehrlinge? Ich glaube es ärgert vor allem Menschen die sich anmaßen für "den kleinen Mann von der Straße" das Reden zu übernehmen und gerne eine Bevölkerungsschicht gegen die andere ausspielen. (Mal davon abgesehen, dass auch ehemalige Lehrlinge zu den Studenten gehören)
Der_Gutmensch hat folgendes geschrieben: | während studenten in der woche wenns hochkommt ein paar vorlesungen besuchen |
unbelegtes Vorurteil.
Der_Gutmensch hat folgendes geschrieben: | dazu noch oft ein paar stündchen geringfügig irgendwo arbeiten und dafür mehr gehalt als der lehrling einstreichen. |
Das ist jetzt die Schuld der Studenten? wie gesagt: dieser Pseudokonflikt "Lehrlinge vs. Studenten" zieht nicht. Von einer freien Hochschulbildung (oder einem besseren Gebührensystem als dem österreichischen) profitieren gerade auch Lehrlinge, die statistisch eher aus niederen Schichten stammen und nicht noch eine zusätzliche Bildungshürde brauchen...
_________________ Storm by Tim Minchin
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Der_Gutmensch registrierter User
Anmeldungsdatum: 07.04.2006 Beiträge: 403
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(#643484) Verfasst am: 18.01.2007, 14:27 Titel: |
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@surate
gut punkt 3 seh ich ein. das ist in der tat unfair.
punkt 1 und 2 widersprechen sich. zuerst stellen sie kein problem an sich da, und dann sind sie anscheinend wieder so en grosses problem das sich viele das studium nicht mehr leisten können.
ich würde also, obwohl ich auch nicht unbedingt ein freund der gebühren bin, eher punkt 1 als den wahrscheinlicheren grund der proteste nehmen.
wenn mit den gebühren das haushaltsloch indirekt gestopft werden soll, dann haben sie immerhin irgendwo einen sinn.
ich weiss nicht wie es in münchen war. aber als in österreich die gebühren kamen hatte ich nicht gross das gefühl das es bei den protesten um überlegungen ala "das geld fliest doch sowieso woanders hin" ging, sondern wie gesagt vielmehr um den umut darüber für vorher kostenlose ausbildung nun was zahlen zu müssen.
dazu kam dazu die damalige politische lage im land und wie die regierung überhaupt zu stande kam.
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Surata auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 29.03.2005 Beiträge: 17383
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(#643485) Verfasst am: 18.01.2007, 14:33 Titel: |
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Der_Gutmensch hat folgendes geschrieben: | @surate
gut punkt 3 seh ich ein. das ist in der tat unfair.
punkt 1 und 2 widersprechen sich. zuerst stellen sie kein problem an sich da, und dann sind sie anscheinend wieder so en grosses problem das sich viele das studium nicht mehr leisten können.
ich würde also, obwohl ich auch nicht unbedingt ein freund der gebühren bin, eher punkt 1 als den wahrscheinlicheren grund der proteste nehmen. |
Es war hier jedenfalls mit der Hauptgrund
Eine Gebührenregelung mit Stipendien, wie anderswo üblich, wurde bei uns erst für 2008 angesetzt (wenn ich mich richtig erinnere). Das ist einfach unausgegoren.
Zitat: | wenn mit den gebühren das haushaltsloch indirekt gestopft werden soll, dann haben sie immerhin irgendwo einen sinn. |
Ne, es wäre Betrug.
Zitat: | sondern wie gesagt vielmehr um den umut darüber für vorher kostenlose ausbildung nun was zahlen zu müssen. |
Der Punkt ist nicht, dass die Ausbildung nun was kostet. Für Gebühren gibt es einige gute Gründe.
Aber der Punkt ist, dass die Studenten für etwas zahlen müssen, gleichzeitig aber kein Recht haben, dafür auch Qualität zu fordern.
Die Anzahl von Studenten, die Studiengebühren befürworten, die die Lehre verbessern, ist recht hoch.
Zitat: | dazu kam dazu die damalige politische lage im land und wie die regierung überhaupt zu stande kam. |
In Österreich ist es wohl ganz eindeutig Brechen eines Wahlversprechens, ja leider nicht strafbar.
Ich erinnere mich allerdings, dass auch die CSU hier gesagt hatte, dass die Gebühren eben nicht für das Haushaltsloch gedacht wären. Aber de facto ist das so.
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Der_Gutmensch registrierter User
Anmeldungsdatum: 07.04.2006 Beiträge: 403
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(#643490) Verfasst am: 18.01.2007, 14:50 Titel: |
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@jolesch
was hat das jetzt damit zu tun ob die eltern was zahlen oder nicht. es ist auch in den meisten fällen so, und das kann ich aus erfahrung bestätigen, das auch sehr viele kinderaus der unterschicht von den eltern ausreichend gesponsert werden.
bei der naivität der roten studenten gebe ich dir recht. das ganze leuchtet mir auch nicht ganz ein. da studenten aber in der regel mehr den linken zugetan sind wars eben bei vielen wieder mal das reflexkreuzerlmachen.das die gebühren fallen wenn die roten erster werden konnte man sowieso nicht glauben.
drittens, was soll denn daran anmaßung sein wenn man das wiedergibt was man im bekannten oder freundeskreis von lehrlingen oder ehemaligen lehrlingen hört.
lehrstellen werden immer knapper, das gehalt immer weniger, und umgekert fordern studenten neben jahrelanger kostenloser ausbildung nicht selten auch noch staatliche untertsützung.
weiters treten lehrlinge , obwohls heute nicht mehr so brauch ist wie früher, etwas von ihrem sowieso schon niedrigen gehalt an ihre eltern ab.
viertens ist es natürlich nicht die schuld der studenten sich was dazuzuverdienen. sollen sie ja auch. aber man muss sich das ganze mal umgekehrt vorstellen. lehrlinge bekommen für tägliche arbeit um die 300 euro monatlich, studentem haben bei selbigen sozialen vorteilen dasselbe wenn sie einen netten geringfügigen job haben nach hochgerechnet 4-5 tagen auch drin.
bei gewissen vorurteilen hast du natürlich auch recht. aber da stehen studenten den lehrlingen um nichts nach.
Zuletzt bearbeitet von Der_Gutmensch am 18.01.2007, 15:05, insgesamt einmal bearbeitet |
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Der_Gutmensch registrierter User
Anmeldungsdatum: 07.04.2006 Beiträge: 403
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(#643495) Verfasst am: 18.01.2007, 15:00 Titel: |
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Surata hat folgendes geschrieben: | Aber der Punkt ist, dass die Studenten für etwas zahlen müssen, gleichzeitig aber kein Recht haben, dafür auch Qualität zu fordern.
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vielleicht ist es aber auch genau der preis der solch niedrige qualität (und so schlimm ist es ja bei weitem nicht) eben kostet, oder schon früher hätte kosten sollen.
aufgrund der schlechten finanzsituation fordet man nun eben das ein, was es vorher auch gekostet hätte, wenns dem staat nicht so gut gegangen wäre. oder eben keinen wert auf seinen schuldenberg gelegt hat.
mir ist kein institut bekannt das für weniger als 400 euro pro semester hervorragende ausbildung bietet.
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Surata auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 29.03.2005 Beiträge: 17383
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(#643498) Verfasst am: 18.01.2007, 15:11 Titel: |
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Der_Gutmensch hat folgendes geschrieben: |
mir ist kein institut bekannt das für weniger als 400 euro pro semester hervorragende ausbildung bietet. |
Dafür gibt es aber für mindestens 400 Euronen wenigstens hervorragende Ausbildung. Während man hierzulande schon froh sein muss, in so manchem Hörsall noch einen Platz auf dem Boden zu bekommen oder seinen Professor überhaupt mal zu sehen.
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Der_Gutmensch registrierter User
Anmeldungsdatum: 07.04.2006 Beiträge: 403
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(#643514) Verfasst am: 18.01.2007, 15:54 Titel: |
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also wirklich gute unis oder höhere schulen kosten bei weitem mehr.
und das man um 375 euro gebühr kein neues harvard besucht war klar.
manche sehen in den gebühren, wenn auch viele der meinung sind das sie für was anderes verwendet werden, den sinn den momentan niedrigen stand überhaupt zu halten wie behauptet.
und das sich fast jeder über die viel zu vollen hörsäle beschwert ist auch nicht umbedingt ein zeichen dafür das die gebühren soviele daran gehindert hätten eine universität zu besuchen.
das sich die lebenssituation für manche dadurch ein wenig vreändert hat mag schon richtig sein.
aber so graviernd ist es auch nicht.
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Surata auf eigenen Wunsch deaktiviert
Anmeldungsdatum: 29.03.2005 Beiträge: 17383
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(#643516) Verfasst am: 18.01.2007, 16:01 Titel: |
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Der_Gutmensch hat folgendes geschrieben: | also wirklich gute unis oder höhere schulen kosten bei weitem mehr.
und das man um 375 euro gebühr kein neues harvard besucht war klar.
manche sehen in den gebühren, wenn auch viele der meinung sind das sie für was anderes verwendet werden, den sinn den momentan niedrigen stand überhaupt zu halten wie behauptet.
und das sich fast jeder über die viel zu vollen hörsäle beschwert ist auch nicht umbedingt ein zeichen dafür das die gebühren soviele daran gehindert hätten eine universität zu besuchen.
das sich die lebenssituation für manche dadurch ein wenig vreändert hat mag schon richtig sein.
aber so graviernd ist es auch nicht. |
Du siehst die Dinge irgendwie von einer komischen Seite aus: dass soviele Studenten in einem Raum sind heißt, dass die Räume nicht adequat vergeben werden (können; evtl. weil nicht genügend da sind).
Viele Studenten (ich kenne leider keinen genauen Zahlen) leben unterhalb des Existenzminimums (das sie durch einen Nebenjob erreichen). Einige, wenn auch nicht sooo viele, werden komplett von den Eltern finanziert, sehr viele werden von ihnen mitfinanziert.
Und ja, die Gebühren werden sicher nicht alle in den Ruin stürzen, es wird sich aber absolut NICHTS verbessern.
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Jolesch Freund des kleineren Übels
Anmeldungsdatum: 11.07.2004 Beiträge: 7390
Wohnort: Omicron Persei VIII
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(#643521) Verfasst am: 18.01.2007, 16:03 Titel: |
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Der_Gutmensch hat folgendes geschrieben: | was hat das jetzt damit zu tun ob die eltern was zahlen oder nicht. |
Du argumentierst dass die Studenten nur demonstrieren gehen, da sie nichts zahlen wollen - Demonstrieren sie also wegen dem Geld ihrer Eltern oder könnte da doch mehr dahinterstehen?
Der_Gutmensch hat folgendes geschrieben: | dlehrstellen werden immer knapper, das gehalt immer weniger, und umgekert fordern studenten neben jahrelanger kostenloser ausbildung nicht selten auch noch staatliche untertsützung. |
Was hat um Gottes Willen das eine mit dem anderen zu tun? Du konstruierst einen Konflikt umso die Jugendlichen gegeneinander auszuspielen. Ist genauso wenn ich sage: In der Gastronomie wird schlecht bezahlt, viele Hilfskräfte werden ausgebeutet Daran sind die Bauern und ihre Subventionen schuld
Die Studenten essen den Lehrlingen nichts weg - das macht die Regierung und die Sozialpartner. Die jungen Gewerkschaftler, also die Interessenvertreter der Lehrlinge, unterstützen übrigens die Studentenproteste.
_________________ Storm by Tim Minchin
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Der_Gutmensch registrierter User
Anmeldungsdatum: 07.04.2006 Beiträge: 403
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(#643532) Verfasst am: 18.01.2007, 16:25 Titel: |
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1) ich versuch hier gar keinen konflikt zwischen lehrlingen und studenten heraufzubeschwören. will aber anmerken das wenn die situation der lehrlinge von mir aus gleich der der studenten ist, ich fast immer nur von studentenprotesten höre. dem einen scheint die situation also nicht so gravierend wie dem anderen.
2)warum studenten demonstrieren hat viele gründe. viele wollen sich mal politisch ins szene setzen, (jetzt mal ein kleines vorurteil, einstieg in studentenleben bedeutet auch für manche mal demonstrieren zu gehen weils einfach cool is, oder irgendwie dazugehört), andere sind mit der politischen gesamtsituation unzufrieden, die meisten wirds wahrscheinlich stören das sie jetzt diese 375 zahlen müssen und einige weil sies womöglich wirklich tief ins mark trifft die gebühren hinzublättern (gibts natürlich auch, keine frage)
3) du wirst lachen, nicht wenige regen sich über die bauernsubventionen massiv auf.
4) jolesch ich sags nochmal, natürlich störts viele das sie jetzt dafür was zahlen müssen, auch wenns das geld der eltern ist. wen störts denn nicht wenn er für etwas das er vorher gratis in anspruch genommen hat jetzt auf einmal geld aufbringen muss. es muss aber unterschieden werden, und um das gehts mir, obs einen stört weil man sich jetzt vielleicht weniger nebenbei leisten kann, vielleicht gar einen job suchen muss, oder ob das studieren an sich gefährdet ist, wie dies oft behauptet wird. und dem ist glaube ich zu 99 prozent nicht so. wenn die gebühr ums doppelte höher wäre, wäre ich schon eher deiner meinung.
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Jolesch Freund des kleineren Übels
Anmeldungsdatum: 11.07.2004 Beiträge: 7390
Wohnort: Omicron Persei VIII
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(#643541) Verfasst am: 18.01.2007, 16:41 Titel: |
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Der_Gutmensch hat folgendes geschrieben: | 1) ich versuch hier gar keinen konflikt zwischen lehrlingen und studenten heraufzubeschwören. will aber anmerken das wenn die situation der lehrlinge von mir aus gleich der der studenten ist, ich fast immer nur von studentenprotesten höre. dem einen scheint die situation also nicht so gravierend wie dem anderen. |
Ich weis, dass die Lage der Lehrlinge nicht rosig ist (Gerade wird von der Regierung ihr Kündigungsschutz gekappt) aber das eine hat nichts mit dem anderen zu tun. Glaubst du es kann nur entweder den einen oder den anderen gut gehen? Womöglich auf Kosten des jeweils anderen?
Dass die Lehrlinge noch politikverdrossener sind und schlechter organisiert als die Studierenden hat nichts damit zu tun wie "gravierend" die Situation ist.
Der_Gutmensch hat folgendes geschrieben: | oder ob das studieren an sich gefährdet ist, wie dies oft behauptet wird. |
Österreich hat eine der niedrigsten Akademikerquoten Europas (Nur die Türkei und Co. liegen hinter uns), viele Wissenschaftler und Studenten wandern ins Ausland ab (Stichwort Braindrain), und obwohl unser Bildungssystem Unsummen verschlingt gibt es nur mittelmäßige Ergebnisse.
Verlass mal den gemütlichen "Schadet ihnen nicht wenns mal hackeln müssen, die Sozialschmarotzer!"-Stammtischplatz und betrachte unser Bildungssystem im Ganzen, mit seinen sozialen und wirtschaftlichen Implikationen. Und dann sag mir nochmal warum das jetzige System der Studiengebühren sinnvoll ist und woran du den Erfolg misst.
_________________ Storm by Tim Minchin
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Der_Gutmensch registrierter User
Anmeldungsdatum: 07.04.2006 Beiträge: 403
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(#643555) Verfasst am: 18.01.2007, 17:02 Titel: |
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also erstens hab ich hier nichts von sozialschmarotzern gesagt.
zweitens kenn ich leider die akademikerquote im vergleich zu anderen europäischen ländern von früher nicht, also vor der einführung der studiengebühren. ich bezweifele stark das sie in den letzten paar jahren, sollte sie denn überhaupt, aufgrund von 375 euro pro semester drastisch zurückgegangen ist.
drittens hab ich auch nicht gesagt das hier jemand auf kosten des anderen studieren oder eine lehrlingsausbildung machen soll.
viertens haben wir meiner meinung nach noch immer ein gutes bildungssystem, und viele verschlechterungen liegen in anderen bereichen, und nicht an der erhöhung der gebühren.unter anderem sind heutige gymnasien ein kindergarten was schwere usw betrifft im vergleich zu früher.
fünftens, leider hab ich jetzt keinen link parat, muss erst suchen, aber es hat sich laut (glaube es war in der zib) die studiendauer verkürzt. das ist ja schon mal nicht schlecht.ob in zukunft mit dem geld was für die unis getan wird kann ich nicht sagen. meiner beobachtung nach hat sich am lebenstil der studenten durch die gebühren auch nicht sonderlich viel verändert, ausser das in der tat manche die vorher nichts gearbeitet haben, jetzt eben teilweise arbeiten gehen. oder der ein oder andere jetzt ein bisschen öfters das fahrrad benutzt statt das auto.
wie hat sich denn dein lebensstil oder das deiner freunde durch die gebühren verschlechtert??
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