Ein fiktionaler Vergleich des Jedi-Orden mit der RKK zum Thema Kindesmissbrauch
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#1: Ein fiktionaler Vergleich des Jedi-Orden mit der RKK zum Thema Kindesmissbrauch Autor: Wolf359 BeitragVerfasst am: 10.06.2021, 12:52
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Ein fiktionaler Vergleich des Jedi-Orden mit der Römisch Katholischen Kirche zum Thema Kindesmissbrauch

Man stelle sich vor, im Jedi-Orden, aus den Star Wars-Filmen, würde über Jahrhunderte oder Jahrtausende sexueller Missbrauch stattfinden. Jedi-Meister würden sich an den Jung-Jedis (Jünglingen) sexuell vergehen und der Jedi-Orden, vertreten durch den Jedi-Rat, würde mit allen Mitteln versuchen, diesen Missbrauch möglichst geheim zu halten. Wird ein Jedi-Meister oder Jedi beim Missbrauch erwischt, wird er schlimmstenfalls an einen anderen Ort versetzt, wo niemand vom Missbrauch weiß, er darf aber weiterhin Jedi-Meister oder Jedi bleiben. Was für ein Bild gäbe ein solcher Jedi-Orden in der Öffentlichkeit ab? Gäbe es noch einen Grund diesen Orden und dessen Regeln ernst zu nehmen oder ihm gar Kinder zur Ausbildung zuzuführen? Nein, den gäbe es nicht!

Was müsste passieren, wenn ein Jedi ein Kind missbrauchen würde? Was würde passieren, damit man den Orden in diesem Film und dessen Botschaft bzw. Darstellung noch ernst nehmen könnte? Die einfache Antwort lautet, der Jedi-Rat müsste und würde diesen Jedi aus dem Orden ausschließen! Ein Jedi, der Kinder missbraucht, wäre die längste Zeit ein Jedi gewesen! Er würde nicht in eine ferne Provinz versetzt werden, er würde rausgeworfen werden! Er wäre kein Jedi mehr und könnte und würde dann als Zivilist für sein Verbrechen verurteilt werden!

Eine moralische Institution, die ihre Verbrecher stattdessen schützt, ist keine moralische Institution. Sie hat ihr Recht, in der Öffentlichkeit Moral zu predigen, in welchem Zusammenhang auch immer, endgültig verloren! Anstatt staatlicher finanzieller Unterstützung, staatlich geregeltem Einzug von Kirchensteuern für diese Organisation, Plätzen in Rundfunkräten, öffentlich finanzierten Übertragungen von Gottesdiensten, öffentlicher Finanzierung von Kirchentagen und Kirchentreffen, Auftritten von deren Vertretern in Fernsehshows zu moralischen oder anderen Themen, der Unterrichtung von Kindern und Jugendlichen an öffentlichen Schulen usw., sollte eine solche Organisation überwacht werden, jede öffentliche Hilfe und alle öffentlichen Geldmittel sollten entzogen werden!
Eine moralische Institution, die ihr eigenes moralisches Selbstverständnis ernst nimmt, müsste, nach Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden ungestraften Missbrauchs, die Konsequenzen daraus ziehen. Diese Organisation hätte schon längst ihre moralische Bankrotterklärung unterzeichnen müssen. Im übertragenen Sinn hat sie ihr Gesicht verloren und ihr bleibt, im Stil japanischer Samurai, nur noch eines zu tun: Seppuku.

#2: Re: Ein fiktionaler Vergleich des Jedi-Orden mit der RKK zum Thema Kindesmissbra Autor: Tarvoc BeitragVerfasst am: 10.06.2021, 14:20
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Wolf359 hat folgendes geschrieben:
Man stelle sich vor, im Jedi-Orden, aus den Star Wars-Filmen, würde über Jahrhunderte oder Jahrtausende sexueller Missbrauch stattfinden.

Ist der konstante emotionale und psychologische Missbrauch, der den grundlegenden Kern der gesamten Jedi-Philosophie ausmacht, nicht schon schlim genug?

#3:  Autor: jdf BeitragVerfasst am: 10.06.2021, 15:17
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Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Ist der konstante emotionale und psychologische Missbrauch, der den grundlegenden Kern der gesamten Jedi-Philosophie ausmacht, nicht schon schlim genug?

Was machen die den so? Am Kopf kratzen

#4:  Autor: Tarvoc BeitragVerfasst am: 10.06.2021, 15:48
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jdf hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Ist der konstante emotionale und psychologische Missbrauch, der den grundlegenden Kern der gesamten Jedi-Philosophie ausmacht, nicht schon schlim genug?

Was machen die den so? Am Kopf kratzen

Kinder schon in jungen Jahren von sämtlichen emotionalen Bezugspersonen und vom ganzen Rest der Gesellschaft absondern und gründlich isolieren und ihnen dann beibringen, dass Gefühle böse sind, dass insbesondere familiäre, freundschaftliche oder romantische Zuneigung gefährlich ist, und dass man seine Gefühle gründlich unterdrücken muss. Die Entwicklung von Anakin ist ja z.B. gerade ein Resultat von diesem Murks. Der Jedi-Orden hat sämtliche Charakteristika einer Psycho-Sekte.

#5:  Autor: jdf BeitragVerfasst am: 10.06.2021, 16:25
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Tarvoc hat folgendes geschrieben:
jdf hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Ist der konstante emotionale und psychologische Missbrauch, der den grundlegenden Kern der gesamten Jedi-Philosophie ausmacht, nicht schon schlim genug?

Was machen die den so? Am Kopf kratzen

Kinder schon in jungen Jahren von sämtlichen emotionalen Bezugspersonen und vom ganzen Rest der Gesellschaft absondern und gründlich isolieren und ihnen dann beibringen, dass Gefühle böse sind, dass insbesondere familiäre, freundschaftliche oder romantische Zuneigung gefährlich ist, und dass man seine Gefühle gründlich unterdrücken muss. Die Entwicklung von Anakin ist ja z.B. gerade ein Resultat von diesem Murks. Der Jedi-Orden hat sämtliche Charakteristika einer Psycho-Sekte.

Hmm...

Große Macht geht zuweilen mit großer Verantwortung und großen Opfern einher. Sollte mensch nicht annehmen dürfen, dass solcherart besondere Menschen mit dem von dir Geschilderten umzugehen verstehen? (Gelegentliche Defekte inbegriffen?) Und wenn ich das recht sehe, waren ja nicht nur Menschen Jedi, sondern auch andere Spezies. Über diese Aussagen wie deine zu treffen, dürfte doch reichleich spekulativ sein.

#6:  Autor: Tarvoc BeitragVerfasst am: 10.06.2021, 16:53
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jdf hat folgendes geschrieben:
Sollte mensch nicht annehmen dürfen, dass solcherart besondere Menschen mit dem von dir Geschilderten umzugehen verstehen? (Gelegentliche Defekte inbegriffen?)

Also ich verstehe das halt nicht als gelegentlichen Defekt, sondern als symptomatisch für das ganze System. Mace Windu z. B. hat ja auch Empathieprobleme, und der ist mit Yoda zusammen eine der beiden Führungsfiguren im Jedi-Rat. Anakin ist auch noch nicht mal der erste, bei dem das in direkte Opposition umschlägt. Count Dooku wäre z. B. ein weiteres Beispiel. Überhaupt handelt die ganze Prequel-Trilogie von kaum etwas anderem als vom systembedingten Versagen des Jedi-Ordens auf allen Ebenen (und dem Versagen der restlichen Systeme der Republik, aber es geht wie immer primär um die Jedi) - der psychologische Umgang mit den eigenen Mitgliedern ist dabei nur ein Aspekt.

#7:  Autor: AlexJWohnort: Köln BeitragVerfasst am: 10.06.2021, 20:17
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Tarvoc hat folgendes geschrieben:
jdf hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Ist der konstante emotionale und psychologische Missbrauch, der den grundlegenden Kern der gesamten Jedi-Philosophie ausmacht, nicht schon schlim genug?

Was machen die den so? Am Kopf kratzen

Kinder schon in jungen Jahren von sämtlichen emotionalen Bezugspersonen und vom ganzen Rest der Gesellschaft absondern und gründlich isolieren und ihnen dann beibringen, dass Gefühle böse sind, dass insbesondere familiäre, freundschaftliche oder romantische Zuneigung gefährlich ist, und dass man seine Gefühle gründlich unterdrücken muss. Die Entwicklung von Anakin ist ja z.B. gerade ein Resultat von diesem Murks. Der Jedi-Orden hat sämtliche Charakteristika einer Psycho-Sekte.


Das Problem ist das in Starwars bestimmte Gefühle für einen Jedi und die Welt um Ihn extrem gefährlich sind. Der Jedi Orden hat zum Zeitpunkt Anakins sicherlich den falschen Weg eingeschlagen, wenn es darum geht wie man mit diesen Gefühlen umgeht. Es gibt aber in der Starwars Welt keine wirklich gute Lösung dieses Problems.

#8:  Autor: Tarvoc BeitragVerfasst am: 10.06.2021, 20:37
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AlexJ hat folgendes geschrieben:
Das Problem ist das in Starwars bestimmte Gefühle für einen Jedi und die Welt um Ihn extrem gefährlich sind.

Ja, das ist in der Tat das Problem. Und Star Wars geht mit diesem Problem sogar ein ganzes Stück nuancierter um als viele andere Sci-Fi- oder Fantasy-Settings, in denen Psioniker relativ häufig sind. Force User stehen im Star Wars-Universum vor schwerwiegenden Herausforderungen, und sämtliche schlechten Lösungen sind Reaktionen auf diese Problematik. Also meine Kritik am Jedi-Orden ist nicht als Pauschalverdammung zu verstehen, und schon gar nicht als Kritik an Lucas. Der Jedi-Orden ist nicht ohne Grund so, wie er ist, weder diegetisch noch auf der Meta-Ebene. Lucas hat sich dabei durchaus was gedacht und auch durchaus eine ganze Menge Aufwand investiert, um das wirklich zu durchdenken (im Gegensatz zu Disney).

AlexJ hat folgendes geschrieben:
Es gibt aber in der Starwars Welt keine wirklich gute Lösung dieses Problems.

Stimmt zwar, aber ich würde ja sagen, die Anerkennung der Tatsache, dass es keine guten Lösungen gibt, ist die Lösung. Und das ist jenseits des Horizonts sowohl der Jedi als auch der Sith. zwinkern

#9:  Autor: jdf BeitragVerfasst am: 10.06.2021, 21:29
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Tarvoc hat folgendes geschrieben:
jdf hat folgendes geschrieben:
Sollte mensch nicht annehmen dürfen, dass solcherart besondere Menschen mit dem von dir Geschilderten umzugehen verstehen? (Gelegentliche Defekte inbegriffen?)

Also ich verstehe das halt nicht als gelegentlichen Defekt, sondern als symptomatisch für das ganze System. Mace Windu z. B. hat ja auch Empathieprobleme, und der ist mit Yoda zusammen eine der beiden Führungsfiguren im Jedi-Rat. Anakin ist auch noch nicht mal der erste, bei dem das in direkte Opposition umschlägt. Count Dooku wäre z. B. ein weiteres Beispiel. Überhaupt handelt die ganze Prequel-Trilogie von kaum etwas anderem als vom systembedingten Versagen des Jedi-Ordens auf allen Ebenen (und dem Versagen der restlichen Systeme der Republik, aber es geht wie immer primär um die Jedi) - der psychologische Umgang mit den eigenen Mitgliedern ist dabei nur ein Aspekt.

Naja... Ich erwarte von so einer Gesichte eher Dramatik als Konsistenz. Insofern können die Drehbuchschreiber*innen ohnehin machen, was sie wollen. Daher denke ich, dass eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Orden sowieso nur was für Fans ist. So ist zB das "Versagen" der Jedi in 1 - 3 ja gerade erforderlich, damit die 4 - 6 überhaupt sinnvoll in die Gesamtgeschichte passen.

Oder anders gesagt: In Anbetracht dessen, dass 1 - 3 sowohl technisch als auch dramaturgisch zum Kotzen waren und ich offensichtlich der Zielgruppe entwachsen war, verhält es sich mit "Krieg der Sterne" bei mir so, wie mit dem Matrix-Film: Es wäre schön gewesen, wenn jemand die Geschichten fortgeschrieben hätte.

#10:  Autor: Tarvoc BeitragVerfasst am: 10.06.2021, 22:31
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zwinkern Ich gehöre zu den Leuten, die die Prequels trotz ihrer Schwächen mögen und die auch in der Original-Trilogie hier und da ein paar Schwächen finden. Ich weiß, so viele gibt's von meiner Sorte nicht.

#11:  Autor: Wolf359 BeitragVerfasst am: 17.06.2021, 15:23
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Ein Teil der römisch-katholischen Lehrer hat meinen Vergleich gelesen und zieht erste Konsequenzen.

Zitat:
Krise im Kölner Erzbistum: Lehrer wollen nicht mehr unterrichten


https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/katholische-kirche-in-der-krise-100.html



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