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Gender Mainstreaming
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fwo
Caterpillar D9



Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 24119
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2191758) Verfasst am: 07.10.2019, 12:51    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Dass die Gender Studies eine vorübergehende Erscheinung sind, kann durchaus sein. In ihrer heutigen Form m.E. sogar auf jeden Fall, und das habe ich hier auch schon einige Male gesagt. Mit dem Aufstieg der Alt Right haben sie aber nichts zu tun, jedenfalls nicht als verursachender Faktor.

Als verursachender Faktor nicht, aber zumindest als begünstigender Faktor. Das oft nicht nachvollziehbare Kauderwelsch und Gebaren der Gernderistas taugt ganz prima um die Linke insgesamt zu verspotten und zu diffamieren.

Nach der Logik ist auch deine Forderung nach offenen Grenzen ein begünstigender Faktor. zwinkern

Solange diese Forderung nicht gleichzeitig Begrenzungsmechanismen enthält: Mit Sicherheit.
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 41803
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2191777) Verfasst am: 07.10.2019, 18:36    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Dass die Gender Studies eine vorübergehende Erscheinung sind, kann durchaus sein. In ihrer heutigen Form m.E. sogar auf jeden Fall, und das habe ich hier auch schon einige Male gesagt. Mit dem Aufstieg der Alt Right haben sie aber nichts zu tun, jedenfalls nicht als verursachender Faktor.

Als verursachender Faktor nicht, aber zumindest als begünstigender Faktor. Das oft nicht nachvollziehbare Kauderwelsch und Gebaren der Gernderistas taugt ganz prima um die Linke insgesamt zu verspotten und zu diffamieren.

Nach der Logik ist auch deine Forderung nach offenen Grenzen ein begünstigender Faktor. zwinkern



Nein. Höchstens in den Augen der DonMartins dieser Welt.

Die Forderung nach offenen Grenzen lässt sich rational begründen. Das "Gender-Gaga" nicht.

Die Fluechtlingsthematik kann von rechten Rattenfaengern nur deshalb künstlich hochgekocht werden, weil (nicht nur) in Deutschland die Sozialpolitik oft vernachlässigt und deshalb nach Suendenboecken gesucht wird.
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step
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Anmeldungsdatum: 17.07.2003
Beiträge: 21866
Wohnort: Germering

Beitrag(#2191814) Verfasst am: 08.10.2019, 08:00    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Die Forderung nach offenen Grenzen lässt sich rational begründen. Das "Gender-Gaga" nicht.

Es ist nicht so einfach. Mit welchem "rationalen" Argument sollte man entscheiden, ob man die Belange eines Menschen deswegen für irrelevant erklärt, weil er keinen deutschen Paß hat, oder deswegen, weil er kein deutsches Normgeschlecht hat? Oder ...
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DonMartin
registrierter User



Anmeldungsdatum: 13.08.2013
Beiträge: 5377

Beitrag(#2191821) Verfasst am: 08.10.2019, 09:36    Titel: Antworten mit Zitat

Australien hat ein sehr rationales, stringentes Grenzregime: es hält seine Bude sauber und fährt sehr gut damit.
mW gibt es dort auch kein AfD-Äquivalent. "No way" wird vom Grossteil der Bevölkerung getragen.

Halten die Fans offener Grenzen das privat eigentlich auch so:
Haustür aushängen, 24hx365 Tag der offenen Tür und auf die erhoffte Kulturbereicherung wartend?
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Kramer
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Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 30245

Beitrag(#2191822) Verfasst am: 08.10.2019, 10:15    Titel: Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
Halten die Fans offener Grenzen das privat eigentlich auch so:
Haustür aushängen, 24hx365 Tag der offenen Tür und auf die erhoffte Kulturbereicherung wartend?


Warum haben eigentlich die Verfechter von Grenzen ein so eindimensionales Verständnis vom Objekt ihrer Begierde? Wenn Euch jemand auf der Strasse nach der Uhrzeit fragt, denkt ihr dann auch gleich, dass der Euch heiraten will?
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step
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Anmeldungsdatum: 17.07.2003
Beiträge: 21866
Wohnort: Germering

Beitrag(#2191823) Verfasst am: 08.10.2019, 10:27    Titel: Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
Australien hat ein sehr rationales, stringentes Grenzregime: es hält seine Bude sauber und fährt sehr gut damit. ... "No way" wird vom Grossteil der Bevölkerung getragen.

Genau, auf Kosten anderer Menschen, die zufällig keine Australier sind. Das hatten wir schon mal - wenn man auf jeglichen ethischen Universalismus verzichtet, muß ich natürlich niemand "reinlassen", und zwar egal ob auf staatlicher Ebene oder viel weiter unten - eine Landesgrenze ist ja letztlich ein willkürliches Konstrukt. Man kann sich sogar in jedem Fall fragen, welche Menschen einem selbst oder seiner Kleingruppe nützlich sind. Beispielsweise könnte man Kranke, Behinderte u.ä. grundsätzlich ausstoßen.

DonMartin hat folgendes geschrieben:
Halten die Fans offener Grenzen das privat eigentlich auch so: Haustür aushängen, 24hx365 Tag der offenen Tür und auf die erhoffte Kulturbereicherung wartend?

Einige wenige machen das tatsächlich - aber es ist als Argument ein Kategorienfehler: Das Recht, Teil einer Offenen Gesellschaft zu werden, beinhaltet nicht das Recht, Teil eines privaten Rückzugsgebiets zu werden.
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Tarvoc
Papst Tarvoc der Stæhlerne



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Beiträge: 37172
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Beitrag(#2191824) Verfasst am: 08.10.2019, 15:07    Titel: Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
Australien hat ein sehr rationales, stringentes Grenzregime: es hält seine Bude sauber und fährt sehr gut damit.
mW gibt es dort auch kein AfD-Äquivalent. "No way" wird vom Grossteil der Bevölkerung getragen.

Lachen In Australien machen die Parteien der sogenannten "Mitte" die Politik, die die AfD gerne machen würde - und zwar nicht nur im Bereich Einwanderung. Guckst du hier:

https://www.handelsblatt.com/politik/international/anti-terrorgesetze-wie-australien-die-terrorangst-nutzt-um-die-demokratie-auszuhoehlen/23843708.html
https://www.nzz.ch/international/australien-wird-zum-ueberwachungsstaat-ld.1449388

Wo bei uns z.B. "Weg mit der Lügenpresse!" noch der Slogan von ein paar edgy neurechten Teenagern und verdatterten "1936 war alles besser"-Opas ist, ist die darin ausgedrückte Feindschaft zur Meinungs- und Pressefreiheit in Australien bereits offizielle, in Gesetze gegossene Staatsdoktrin. Da fragt man sich doch, unwillkürlich, wie diese beiden Dinge miteinander zusammenhängen. Also eigentlich fragt man sich das nicht mehr, weil das z.B. in dem verlinkten nzz-Artikel bereits ausgesprochen wurde:

Zitat:
Auch australische Journalisten stehen inzwischen mit einem Fuss im Gefängnis, selbst wenn sie ihre Arbeit professionell und gewissenhaft erledigen. Laut der Aktivistengruppe Get up droht Reportern mit den neuen Gesetzen lebenslängliche Haft, wenn sie Informationen veröffentlichen, die in den Augen der Regierung die nationale Sicherheit schädigen.

Dieser Tatbestand gelte bereits, wenn ein Drittland «den Glauben und das Vertrauen in Australien» verliere, so das Fachmagazin Sydney Criminal Lawyers (SCL). Das könne über die Publikation von Nachrichten geschehen, gibt der Generalstaatsanwalt zu bedenken. Laut Get up drohe Journalisten beispielsweise Gefängnis, wenn sie über die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in von Australien betriebenen Internierungslagern für Flüchtlinge berichteten.


Ist schon klar, dass der Großteil der Bevölkerung in Australien diese Politik trägt, wenn jeder, der öffentlich was dagegen schreibt, fürchten muss, dafür lebenslang im Knast zu landen. Das ist doch deine Vorstellung von Demokratie, oder nicht? Lachen
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fwo
Caterpillar D9



Anmeldungsdatum: 05.02.2008
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Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2192024) Verfasst am: 11.10.2019, 13:44    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
DonMartin hat folgendes geschrieben:
Australien hat ein sehr rationales, stringentes Grenzregime: es hält seine Bude sauber und fährt sehr gut damit. ... "No way" wird vom Grossteil der Bevölkerung getragen.

Genau, auf Kosten anderer Menschen, die zufällig keine Australier sind. Das hatten wir schon mal - wenn man auf jeglichen ethischen Universalismus verzichtet, muß ich natürlich niemand "reinlassen", und zwar egal ob auf staatlicher Ebene oder viel weiter unten - eine Landesgrenze ist ja letztlich ein willkürliches Konstrukt. Man kann sich sogar in jedem Fall fragen, welche Menschen einem selbst oder seiner Kleingruppe nützlich sind. Beispielsweise könnte man Kranke, Behinderte u.ä. grundsätzlich ausstoßen.

DonMartin hat folgendes geschrieben:
Halten die Fans offener Grenzen das privat eigentlich auch so: Haustür aushängen, 24hx365 Tag der offenen Tür und auf die erhoffte Kulturbereicherung wartend?

Einige wenige machen das tatsächlich - aber es ist als Argument ein Kategorienfehler: Das Recht, Teil einer Offenen Gesellschaft zu werden, beinhaltet nicht das Recht, Teil eines privaten Rückzugsgebiets zu werden.

Eigentlich hatte ich ja gehofft, dass unser Berufsphilosoph da etwas zu sagt, aber leider kommt da nichts.

Erstmal zur Erzählweise:
Ist ja ein interessanter Zufall, von dem Du da schreibst: Wie muss ich mir das vorstellen? Wahrscheinlich nicht so, dass man +- da geboren wird, wo einen die Eltern gezeugt haben - das wäre ja ziemlich determiniert - sondern wohl eher so, dass man nachdem man, wahrscheinlich als Seele die Erde mehrmals umrundet hat (bei den Anthros habe ich sowas schon gelesen) dann durch irgendsowas wie ein Galtonbrett fällt und so seine Staatsbürgerschaft erhält.

Was soll das Gerede vom Zufall an dieser Stelle besagen? Dass man für seine Nationalität nichts kann? ja. Zufall ist etwas anderes.

Das Zweite, was mir hier auffällt, ist der Bezug zum ethischen Universalismus. Passt der hier wirklich? Kann man damit wirklich ein freies Siedlungsrecht begründen?

Es sind nicht alle Rechte gleich: Da gibt es die Grundrechte wie das Recht auf körperliche Unversehrtheit oder das auf freie Meinungsäußerung. Das sind im Wesentlichen Rechte, die staatlichen Übergriffen vorbeugen sollen, die gelten als universal. Eine andere Form sind Leistungsrechte, also Rechte des Einzelnen auf staatliche Leistung, die den Mitgliedern des jeweiligen Staates vorbehalten sind, die diese Leistung erbringen: ihre Gewährung geht immer auf Kosten der anderen. Leistungsrechte sind Bestandteil einen Vertrages zwischen Individuum und Gesellschaft und sind damit zwangsläufig nicht universal, sondern immer Rechte einer definierten Gemeinschaft. Zu diesen Rechten gehört das Siedlungsrecht, als das Recht auf Niederlassung innerhalb eines Staates. Wer das Siedlungsrecht zum universalen Recht machen möchte, nichts anderes bedeutet die Forderung nach grundsätzlich offenen Grenzen, der nimmt der Bevölkerung des Staates das Recht, selbst entscheiden zu können, wen es aufnimmt und wen nicht. Eine sinnvolle universelle Ethik muss nicht nur in bestimmten Grenzen praktisch sondern auch theoretisch für China, Australien oder Deutschland genauso lebbar sein, wie für Liechtenstein. Spätestens bei dem letzten Beispiel sollte eigentlich auch dem letzten klar sein, dass allgemein die Leistungsrechte und speziell das Siedlungsrecht nicht zu den universalen Rechten gehören können.

Es verwundert allerdings nicht, dass die Begründer des Universalismus nicht so weit dachten. Ihr ethischer Universalismus kommt erst an seine Grenzen, nachdem die Menschheit das erste mal soweit ist, universale Leistungsrechte überhaupt einfordern zu können. Genau das ist die heutige Situation und sie macht deutlich, dass der ethische Universalismus noch nicht ausgegoren ist.

Wir haben die Pflicht, denen zu helfen, die in Not sind. Aber wer daraus ein selbstbestimmtes lebenslanges Wohnrecht derer ableiten möchte, die sich in Not befinden, sollte sich nicht wundern, dass die Gesellschaften, die das bezahlen sollen, auf Dauer jedem folgen werden, der verspricht, das zu verhindern.
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Alchemist
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Anmeldungsdatum: 03.08.2004
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Beitrag(#2192025) Verfasst am: 11.10.2019, 13:52    Titel: Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
Australien hat ein sehr rationales, stringentes Grenzregime: es hält seine Bude sauber und fährt sehr gut damit.
mW gibt es dort auch kein AfD-Äquivalent. "No way" wird vom Grossteil der Bevölkerung getragen.

Halten die Fans offener Grenzen das privat eigentlich auch so:
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Sollte das eine Antwort auf meien Frage sein?
Falscher Thread?
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step
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Beitrag(#2192027) Verfasst am: 11.10.2019, 15:14    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
... Was soll das Gerede vom Zufall an dieser Stelle besagen? Dass man für seine Nationalität nichts kann? ja. Zufall ist etwas anderes.

OK. Aber wir reden ja hier nicht über Determinismus - ich denke es war klar, was gemeint ist, auch Dir. Wer zieht welches Los. Die Frage ist, sollte/darf sich eine "Gated Community" verschließen vor Menschen, die Pech hatten, unterprivilegiert sind, verunglückt, krank o.ä.?

fwo hat folgendes geschrieben:
Es sind nicht alle Rechte gleich: Da gibt es die Grundrechte wie das Recht auf körperliche Unversehrtheit oder das auf freie Meinungsäußerung. Das sind im Wesentlichen Rechte, die staatlichen Übergriffen vorbeugen sollen, die gelten als universal.

Was genau bedeutet das? Daß wir sie jedem Menschen ermöglichen wollen? Würdest Du etwas von Deinem Gated-Community-Rechten (Siedlung, Leistung, ...) abgeben, um jemandes Grundrechte zu verbessern?

fwo hat folgendes geschrieben:
Wir haben die Pflicht, denen zu helfen, die in Not sind. Aber wer daraus ein selbstbestimmtes lebenslanges Wohnrecht derer ableiten möchte, die sich in Not befinden, sollte sich nicht wundern, dass die Gesellschaften, die das bezahlen sollen, auf Dauer jedem folgen werden, der verspricht, das zu verhindern.

Klar, wir haben individuellen und Gruppenegoismus. Ich behaupte keineswegs, daß ethischer Universalismus in D mehrheitsfähig ist, ganz zu schweigen von einigen Nachbarländern. Aber um die Latte etwas tiefer zu legen: Können wir uns darauf einigen, daß wir ethisch verpflichtet sind, allen Menschen wenigstens die Grundrechte zu gewähren, zumindest sofern dadurch nicht mehr Grundrechte verlorengehen als gewonnen werden?

Und jetzt kommt da so ein Flüchtender aus Afghanistan oder Eritrea - was sind seine Grundrechte? Sicherheit, Essen, Wohnung, medizinische Grundversorgung, Bildung, Teilhabe, Redefreiheit, Gleichberechtigung der Frau, Religionsfreiheit - den kann man demnach doch nicht zurückschicken? Oder sind die "Siedlungs- und Besitzrechte" plötzlich wichtiger als die Grundrechte?
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step
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Anmeldungsdatum: 17.07.2003
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Beitrag(#2192044) Verfasst am: 11.10.2019, 17:42    Titel: Antworten mit Zitat

Aber das hier ist ja ein Thread über Genderfragen.
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Ahriman
boshafter Spötter



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Beitrag(#2193597) Verfasst am: 30.10.2019, 12:53    Titel: Antworten mit Zitat

Mir ist aufgefallen, das in den vielen Fernsehkrimis die Mordopfer in den meisten Fällen weiblich sind. Ist das nicht merkwürdig?
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Alchemist
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Beitrag(#2193598) Verfasst am: 30.10.2019, 12:58    Titel: Antworten mit Zitat

Ahriman hat folgendes geschrieben:
Mir ist aufgefallen, das in den vielen Fernsehkrimis die Mordopfer in den meisten Fällen weiblich sind. Ist das nicht merkwürdig?


Nein, ich würde es selektive Wahrnehmung nennen.

Im Tatort zum Beispiel gab es in der Geschichte der Sendereihe viel mehr männliche Mordopfer.
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fwo
Caterpillar D9



Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 24119
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Beitrag(#2193608) Verfasst am: 30.10.2019, 13:25    Titel: Antworten mit Zitat

Alchemist hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Mir ist aufgefallen, das in den vielen Fernsehkrimis die Mordopfer in den meisten Fällen weiblich sind. Ist das nicht merkwürdig?


Nein, ich würde es selektive Wahrnehmung nennen.

Im Tatort zum Beispiel gab es in der Geschichte der Sendereihe viel mehr männliche Mordopfer.

Interessant. Ich hätte es nicht gedacht, dass sich jemand die Mühe macht, solche Statistiken zu erstellen.

Wieweit gehen die in ihren Statistiken? Wenn ich mir jetzt Ahrimans Wahrnemhung ansehe, stellt sich mir sofort die Frage, ob die weiblichen Leichen vielleicht öfter Merkmale der Attraktivität tragen, so dass da mehr Gefühl erzeugt wird und diese Leichen dadurch mehr in der Erinnerung sind.

Sagt die Statistik darüber etwas aus?
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Alchemist
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Anmeldungsdatum: 03.08.2004
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Beitrag(#2193609) Verfasst am: 30.10.2019, 13:32    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Alchemist hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Mir ist aufgefallen, das in den vielen Fernsehkrimis die Mordopfer in den meisten Fällen weiblich sind. Ist das nicht merkwürdig?


Nein, ich würde es selektive Wahrnehmung nennen.

Im Tatort zum Beispiel gab es in der Geschichte der Sendereihe viel mehr männliche Mordopfer.

Interessant. Ich hätte es nicht gedacht, dass sich jemand die Mühe macht, solche Statistiken zu erstellen.

Wieweit gehen die in ihren Statistiken? Wenn ich mir jetzt Ahrimans Wahrnemhung ansehe, stellt sich mir sofort die Frage, ob die weiblichen Leichen vielleicht öfter Merkmale der Attraktivität tragen, so dass da mehr Gefühl erzeugt wird und diese Leichen dadurch mehr in der Erinnerung sind.

Sagt die Statistik darüber etwas aus?


https://www.wuv.de/medien/wer_im_tatort_mordet

Nein, zur "Attraktivität" der Opfer steht dort nichts
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Ahriman
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Anmeldungsdatum: 31.03.2006
Beiträge: 16799
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Beitrag(#2193635) Verfasst am: 30.10.2019, 18:41    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich beziehe mich nicht nur auf den "Tatort", eher nicht. Den sehe ich selten, vor allem die meist sehr schlechte Bildqualität schreckt ab, die drehen offenbar manche Szenen mit'm Handy. Da sind die Vorabendserien des ZDF geradezu HD dagegen. Außerdem sind Tatort-Folgen zu lang und ohne Werbepausen (Trinken holen, Butterbrot machen, pinkeln gehen usw).
Vielleicht ist mein Eindruck tatsächlich subjektiv. Ist doch traurig, wenn da ein hübsches junges Mädchen abgemurkst wurde. Gestern bei Inspector Barnaby dagegen wurde ein mieser Vollpfosten, ein absolut unsympathisches Arschloch enthauptet - da freut man sich doch! Ist wie ein innerliches Fußbad.
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Landei
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Beitrag(#2193699) Verfasst am: 31.10.2019, 19:12    Titel: Antworten mit Zitat

In "meiner" Firma arbeiten wir an einem neuen Produkt, und dazu wurde ein kleines Werbe/Erklär-Video gedreht. An einer Stelle war eine Art Diagramm mit mehreren schematischen "Mitarbeitern" zu sehen - alle weiß und männlich (der Graphiker hatte faulerweise einfach die entsprechende Schablone kopiert). Natürlich beschwerte sich jemand über die mangelnde Diversität der gesichtslosen schematischen Platzhalter.

Ich antwortete, dass es viel diverser kaum gehe, die zweite Person von links identifiziere sich als Frau, und die dritte von rechts als "person of color" zynisches Grinsen

Immer wieder schön, wenn man die SWJs mit ihren eigenen Waffen schlagen kann...
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Alchemist
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Anmeldungsdatum: 03.08.2004
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Wohnort: Hamburg

Beitrag(#2193713) Verfasst am: 31.10.2019, 20:55    Titel: Antworten mit Zitat

Landei hat folgendes geschrieben:
In "meiner" Firma arbeiten wir an einem neuen Produkt, und dazu wurde ein kleines Werbe/Erklär-Video gedreht. An einer Stelle war eine Art Diagramm mit mehreren schematischen "Mitarbeitern" zu sehen - alle weiß und männlich (der Graphiker hatte faulerweise einfach die entsprechende Schablone kopiert). Natürlich beschwerte sich jemand über die mangelnde Diversität der gesichtslosen schematischen Platzhalter.

Ich antwortete, dass es viel diverser kaum gehe, die zweite Person von links identifiziere sich als Frau, und die dritte von rechts als "person of color" zynisches Grinsen

Immer wieder schön, wenn man die SWJs mit ihren eigenen Waffen schlagen kann...


In meinen Augen tut ihr beiden euch nicht so viel.
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step
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Beitrag(#2193757) Verfasst am: 01.11.2019, 10:57    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn man bei Google Bildersuche unangemeldet "Team" eingibt, erhält man überwiegend Symbolbilder wir die Folgenden. Deutliches Übergewicht von männlich (besonders Führungskräfte) und weiß.

(sorry, weiß nicht, wie man im Forum Bilder kleiner anzeigen kann)






Übergroßes Bild durch identisch kleineres ersetzt. vrolijke
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Beitrag(#2193759) Verfasst am: 01.11.2019, 11:26    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:

(sorry, weiß nicht, wie man im Forum Bilder kleiner anzeigen kann)


Indem man mit der Maus auf das entsprechende Bild geht. Rechte Maustaste klicken, - mit google nach Bild suchen. Dann erscheinen (wenn es welche gibt) die Ergebnisse in diverse Größen.
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step
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Beitrag(#2193762) Verfasst am: 01.11.2019, 11:40    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
(sorry, weiß nicht, wie man im Forum Bilder kleiner anzeigen kann)
Indem man mit der Maus auf das entsprechende Bild geht. Rechte Maustaste klicken, - mit google nach Bild suchen. Dann erscheinen (wenn es welche gibt) die Ergebnisse in diverse Größen.

Aha - danke, versuche ich nächstes Mal.
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vrolijke
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Beitrag(#2193790) Verfasst am: 01.11.2019, 13:58    Titel: Antworten mit Zitat

Einige Beiträge nach Flüchtlinge verschoben.
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Landei
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Beitrag(#2193862) Verfasst am: 02.11.2019, 00:13    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
Wenn man bei Google Bildersuche unangemeldet "Team" eingibt, erhält man überwiegend Symbolbilder wir die Folgenden. Deutliches Übergewicht von männlich (besonders Führungskräfte) und weiß.


Und ich glaube nicht, dass sich die Verhältnisse ändern, wenn wir Bilder oder Worte ändern, sondern genau andersherum. Historisch haben nun einmal weiße Männer den größten Teil der Welt um uns herum gebaut, Straßen Häuser, Autos. Diesen simplen Fakt politisch korrekt zu ignorieren, und der Gesellschaft stattdessen ein Bild vorzusetzen, das (noch) nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmt, ist nicht zielführend.

Beispiel: Es sind nicht mehr Männder in Pflegeberufe gekommen, weil man angefangen hat, statt "Krankenschwester" "Krankenpfleger(in)" zu sagen, sondern umgekehrt kam es dazu, dass so viele Männer den Beruf ausübten, dass der Begriff "Krankenschwester" nicht mehr zutreffend war und ein neuer her musste. Und genauso werden aus weißen männlichen Symbolbildern ganz automatisch bunte, wenn das auch die Wirklichkeit ist.
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Anmeldungsdatum: 17.07.2003
Beiträge: 21866
Wohnort: Germering

Beitrag(#2193872) Verfasst am: 02.11.2019, 11:31    Titel: Antworten mit Zitat

Landei hat folgendes geschrieben:
Und ich glaube nicht, dass sich die Verhältnisse ändern, wenn wir Bilder oder Worte ändern, sondern genau andersherum. ...

Das schließt sich nicht ggenseitig aus. Ich will die Bedeutung von Sprache, Symbolen usw. auch nicht übertreiben, es gibt aber Studien, denenzufolge rein sprachliche oder bildliche Settings signifikant beeinflussen, ob sich beispielsweise ein Mädchen eine "Männerdomäne" zutraut.

Sprache und Bilder signalisieren eine Erwartungshaltung, eine Norm, das als "normal" angesehene. Es ist daher auch ein aktives Mittel, wenn man in Sprache kodiert, was heute (oder gar zukünftig) als normal angesehen wird, und nicht nur, was früher galt.

Übrigens fällt mir auf, daß zuweilen dieselben Leute, die beim Genderthema den Einfluß von Sprache auf die Realität verneinen, sich andernorts darüber beklagen, daß man "nichts mehr sagen dürfe" und daß "politisch korrekte" Sprache von sinistren Kreisen verwendet würde, um eine Wunschrealität zu schaffen, wie der Schönsprech bei Orwell.
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Landei
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Beitrag(#2193885) Verfasst am: 02.11.2019, 13:03    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
Landei hat folgendes geschrieben:
Und ich glaube nicht, dass sich die Verhältnisse ändern, wenn wir Bilder oder Worte ändern, sondern genau andersherum. ...

Das schließt sich nicht ggenseitig aus. Ich will die Bedeutung von Sprache, Symbolen usw. auch nicht übertreiben, es gibt aber Studien, denenzufolge rein sprachliche oder bildliche Settings signifikant beeinflussen, ob sich beispielsweise ein Mädchen eine "Männerdomäne" zutraut.


Ganz ehrlich, so groß ist dieser Einfluss nicht. Frauen haben schon immer gemacht, was sie machen wollten, notfalls unter Pseudonymen oder in Männerkleidung. Die Generation der "Pionierinnen", die sich ein bestimmtes "männliches" Feld erschlossen haben, sind nicht die, die sich durch Bildchen oder Wortgebrauch abschrecken lassen.

Zitat:
Sprache und Bilder signalisieren eine Erwartungshaltung, eine Norm, das als "normal" angesehene. Es ist daher auch ein aktives Mittel, wenn man in Sprache kodiert, was heute (oder gar zukünftig) als normal angesehen wird, und nicht nur, was früher galt.


Ja, aber... Wenn die Kluft zwischen dem dargestellten und der Wirklichkeit zu groß ist, wenn der erhobene Zeigefinger zu deutlich ist, kann der Schuss auch nach hinten losgehen. Als Ossi erinnere ich mich noch gut, wie absurd bestimmte Parolen und Plakate gewirkt haben. Holzhammer-Propaganda wirkt nicht, jedenfalls nicht bei denen, die noch Rest-Hirn besitzen.

Zitat:
Übrigens fällt mir auf, daß zuweilen dieselben Leute, die beim Genderthema den Einfluß von Sprache auf die Realität verneinen, sich andernorts darüber beklagen, daß man "nichts mehr sagen dürfe" und daß "politisch korrekte" Sprache von sinistren Kreisen verwendet würde, um eine Wunschrealität zu schaffen, wie der Schönsprech bei Orwell.


Ich bitte dich! Wenn es zu einem Lauf durchs Minenfeld wird, wenn man eine schwarze, kleinwüchsige, nichtbinäre oder einfach nur eine weibliche Person adressieren will, bricht schlicht die Kommunikation zusammen. Sicher ist das N-Wort nicht okay, aber das Hüpfen zu immer absurderen, immer politisch korrekteren Bezeichnungen ist einfach ein Verbrechen an der Sprache. Und oft halten die gewählten Begriffe einer näheren Untersuchung auch nicht stand. Warum ist z.B. "person of color" in Ordnung, "colored person" aber nicht, wo ist der Unterschied? Ist es nicht sinnvoller, die ursprünglich negativ belegten Begriffe selbstbewusst in positiver Weise zu verwenden, wie es mit "gay", "lesbian" oder "Methodist" (*) geschehen ist?

*)um mal ein historisches Beispiel zu bringen, bei dem heute kaum jemand mehr weiß, dass das ursprünglich ein Spottname für die Glaubensrichtung war
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Der Islam gehört auf den Müllhaufen der Geschichte. Diese Gotteslehre eines unmoralischen Beduinen ist ein verwesender Kadaver, der unser Leben vergiftet. (Kemal Atatürk)
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beachbernie
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Beitrag(#2193906) Verfasst am: 02.11.2019, 17:14    Titel: Antworten mit Zitat

Landei hat folgendes geschrieben:


Ich bitte dich! Wenn es zu einem Lauf durchs Minenfeld wird, wenn man eine schwarze, kleinwüchsige, nichtbinäre oder einfach nur eine weibliche Person adressieren will, bricht schlicht die Kommunikation zusammen. Sicher ist das N-Wort nicht okay, aber das Hüpfen zu immer absurderen, immer politisch korrekteren Bezeichnungen ist einfach ein Verbrechen an der Sprache. Und oft halten die gewählten Begriffe einer näheren Untersuchung auch nicht stand. Warum ist z.B. "person of color" in Ordnung, "colored person" aber nicht, wo ist der Unterschied? Ist es nicht sinnvoller, die ursprünglich negativ belegten Begriffe selbstbewusst in positiver Weise zu verwenden, wie es mit "gay", "lesbian" oder "Methodist" (*) geschehen ist?

*)um mal ein historisches Beispiel zu bringen, bei dem heute kaum jemand mehr weiß, dass das ursprünglich ein Spottname für die Glaubensrichtung war



Die Leute sollen doch gar nicht verstehen, weshalb sie was nicht sagen duerfen, sondern die sollen einfach so sprechen wie es ihnen die "Experten" vorschreiben. Das ist doch der eigentliche Zweck der Übung.
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DonMartin
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Beitrag(#2193921) Verfasst am: 02.11.2019, 18:15    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:

Übrigens fällt mir auf, daß zuweilen dieselben Leute, die beim Genderthema den Einfluß von Sprache auf die Realität verneinen, sich andernorts darüber beklagen, daß man "nichts mehr sagen dürfe" und daß "politisch korrekte" Sprache von sinistren Kreisen verwendet würde, um eine Wunschrealität zu schaffen, wie der Schönsprech bei Orwell.

Der Punkt ist, dass aufgezwungene pc-Sprache in jedem Fall eine Scheinrealität vortäuscht.
Genderkorrekte Ausschreibungen zB ändern überhaupt nichts an den Diskriminierungen, die sie angeblich vermeiden wollen.
Wenn ich Interviews mit Stellenbewerbern führe, dann sitzen meist Frauen- und Behindertenbeauftragte dabei. Wenn ich frauenfreindliche Sprüche klopfte, gäbe es Ärger.
Wenn ich partout keine Frau im Team haben wollte, dann fände ich auch eine fachliche Ausrede, egal ob in der Ausschreibung (m/w/d) drin steht.
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step
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Beitrag(#2193923) Verfasst am: 02.11.2019, 18:27    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Die Leute sollen doch gar nicht verstehen, weshalb sie was nicht sagen duerfen, sondern die sollen einfach so sprechen wie es ihnen die "Experten" vorschreiben. Das ist doch der eigentliche Zweck der Übung.

Eine VT? Von Dir?
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Kramer
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Beitrag(#2193926) Verfasst am: 02.11.2019, 18:43    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Die Leute sollen doch gar nicht verstehen, weshalb sie was nicht sagen duerfen, sondern die sollen einfach so sprechen wie es ihnen die "Experten" vorschreiben. Das ist doch der eigentliche Zweck der Übung.


Ist der Zweck der Übung nicht eher der, die manipulativen Methoden eines Donald Trump für den guten Zweck umzumünzen? Wir hatten ja an anderer Stelle das Beispiel mit Trump und den Nicknames, die er seinen Gegnern gibt. Er versucht damit, über die Sprache bestimmte Personen gedanklich mit negativen Eigenschaften zu stigmatisieren. Politisch korrekte Sprache möchte das Gegenteil erreichen, indem man negative Konnotationen und/oder unerwünschte Attributierungen aus der Sprache entfernt. Das ist letzendlich auch eine Form der Manipulation, denn man sagt ja nicht offen heraus "Wir möchten nicht, dass x so bezeichnet wird", sondern man doktort an der Sprache herum und hofft, dass dadurch die unerwünschten Gedanken zurück gedrängt werden. Doch das ist nicht nur manipulativ, das ist auch ziemlich dämlich, denn die Andersmeinenden merken ja, dass sie ausgetrickst werden sollen und sind ausserdem gewieft darin, sich aus den verbleibenden sprachlichen Mitteln neue Waffen zu basteln.
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beachbernie
Von Kanada rausgepickte Rosine, feminism survivor



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Beitrag(#2193929) Verfasst am: 02.11.2019, 18:54    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Die Leute sollen doch gar nicht verstehen, weshalb sie was nicht sagen duerfen, sondern die sollen einfach so sprechen wie es ihnen die "Experten" vorschreiben. Das ist doch der eigentliche Zweck der Übung.

Eine VT? Von Dir?


Nein. Eine Beobachtung von mir.
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