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Was heißt eigentlich "links"
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fwo
Caterpillar D9



Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 24747
Wohnort: im Speckgürtel

Beitrag(#2142057) Verfasst am: 09.07.2018, 09:49    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Für das Thema hier wäre es aber vielleicht hilfreich, wenn ihr euch entschließen könnten, diese Welt weniger durch eure jeweilige ideologische Brille zu sehen.


Ich kauf mir doch keine neue Brille, nur weil einem griesgrämigen alten Mann meine alte nicht gefällt.

sagte der Mann, der wegen seiner trüben Gläser nicht nur das Sackgassenschild übersehen, sondern auch die Wand am Ende der Straße noch nicht bemerkt hatte.
_________________
Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

The skills you use to produce the right answer are exactly the same skills you use to evaluate the answer. Isso.

Es gibt keinen Gott. Also: Jesus war nur ein Bankert und alle Propheten hatten einfach einen an der Waffel.
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Kramer
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Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 30878

Beitrag(#2142060) Verfasst am: 09.07.2018, 10:05    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Für das Thema hier wäre es aber vielleicht hilfreich, wenn ihr euch entschließen könnten, diese Welt weniger durch eure jeweilige ideologische Brille zu sehen.


Ich kauf mir doch keine neue Brille, nur weil einem griesgrämigen alten Mann meine alte nicht gefällt.

sagte der Mann, der wegen seiner trüben Gläser nicht nur das Sackgassenschild übersehen, sondern auch die Wand am Ende der Straße noch nicht bemerkt hatte.


Ich verrate Dir mal ein Geheimnis: Menschen, die in dunklen Sackgassen herum lungern, sind nicht alles Verirrte, die den Weg nicht mehr zurück finden. Manche wohnen da. Andere betreiben da illegale Geschäfte. Und wieder andere suchen nur eine abgelegene Stelle zum Pinkeln.
_________________
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fwo
Caterpillar D9



Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 24747
Wohnort: im Speckgürtel

Beitrag(#2142065) Verfasst am: 09.07.2018, 10:23    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Für das Thema hier wäre es aber vielleicht hilfreich, wenn ihr euch entschließen könnten, diese Welt weniger durch eure jeweilige ideologische Brille zu sehen.


Ich kauf mir doch keine neue Brille, nur weil einem griesgrämigen alten Mann meine alte nicht gefällt.

sagte der Mann, der wegen seiner trüben Gläser nicht nur das Sackgassenschild übersehen, sondern auch die Wand am Ende der Straße noch nicht bemerkt hatte.


Ich verrate Dir mal ein Geheimnis: Menschen, die in dunklen Sackgassen herum lungern, sind nicht alles Verirrte, die den Weg nicht mehr zurück finden. Manche wohnen da. Andere betreiben da illegale Geschäfte. Und wieder andere suchen nur eine abgelegene Stelle zum Pinkeln.

Das ist gar kein Geheimnis.
Die, die Du aufgezählt hast, sind da aber absichtlich reingefahren, vielleicht auch zum Pinkeln .....
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Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

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Es gibt keinen Gott. Also: Jesus war nur ein Bankert und alle Propheten hatten einfach einen an der Waffel.
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Kramer
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Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 30878

Beitrag(#2142067) Verfasst am: 09.07.2018, 10:28    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:

Die, die Du aufgezählt hast, sind da aber absichtlich reingefahren, vielleicht auch zum Pinkeln .....


Ich verrate Dir noch ein Geheimnis: Ich bin noch nie unabsichtlich in eine Sackgasse gefahren. Ich bin auch noch nie absichtlich in eine Sackgasse gefahren. Ich habe nämlich gar kein Auto. Motorisierter Individualverkehr ist eine Sackgasse, in die ich nicht mit wollte.
_________________
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luc
registrierter User



Anmeldungsdatum: 15.04.2010
Beiträge: 2353
Wohnort: Nice. Paris. Köln

Beitrag(#2142068) Verfasst am: 09.07.2018, 10:29    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Für das Thema hier wäre es aber vielleicht hilfreich, wenn ihr euch entschließen könnten, diese Welt weniger durch eure jeweilige ideologische Brille zu sehen.


Ich kauf mir doch keine neue Brille, nur weil einem griesgrämigen alten Mann meine alte nicht gefällt.

sagte der Mann, der wegen seiner trüben Gläser nicht nur das Sackgassenschild übersehen, sondern auch die Wand am Ende der Straße noch nicht bemerkt hatte.


Ich verrate Dir mal ein Geheimnis: Menschen, die in dunklen Sackgassen herum lungern, sind nicht alles Verirrte, die den Weg nicht mehr zurück finden. Manche wohnen da. Andere betreiben da illegale Geschäfte. Und wieder andere suchen nur eine abgelegene Stelle zum Pinkeln.

Das ist gar kein Geheimnis.
Die, die Du aufgezählt hast, sind da aber absichtlich reingefahren, vielleicht auch zum Pinkeln .....


Eure Parabeln werden immer dadaistischer. Danke für das Amüsement!
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Lebensnebel
auf eigenen Wunsch deaktiviert



Anmeldungsdatum: 06.02.2016
Beiträge: 2845

Beitrag(#2142077) Verfasst am: 09.07.2018, 10:55    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
Ich bin noch nie unabsichtlich in eine Sackgasse gefahren. Ich bin auch noch nie absichtlich in eine Sackgasse gefahren. Ich habe nämlich gar kein Auto.


Man kann auch mit einem Fahrrad in Sackgassen fahren.
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Kramer
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Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 30878

Beitrag(#2142080) Verfasst am: 09.07.2018, 11:10    Titel: Antworten mit Zitat

Lebensnebel hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
Ich bin noch nie unabsichtlich in eine Sackgasse gefahren. Ich bin auch noch nie absichtlich in eine Sackgasse gefahren. Ich habe nämlich gar kein Auto.


Man kann auch mit einem Fahrrad in Sackgassen fahren.


Das stimmt. Das wäre fatal, denn so ein Fahrrad hat ja keinen Rückwärtsgang.
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AdvocatusDiaboli
Wäre so gerne Weltraumkommandant



Anmeldungsdatum: 12.08.2003
Beiträge: 25264

Beitrag(#2142131) Verfasst am: 09.07.2018, 13:52    Titel: Antworten mit Zitat

Linke fahren mit dem Fahrrad in Sackgassen. Rechte nehmen dafür das Auto.
_________________
Ist es Satire? Ist es Ironie? Ist es geistreich? Oder ist es nur geistesgestört?

In jedem Fall: Es ist Addi!
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Kramer
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Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 30878

Beitrag(#2142148) Verfasst am: 09.07.2018, 14:37    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Linke fahren mit dem Fahrrad in Sackgassen.


Meine Erfahrung mit Sackgassen ist - und ich denke, ich habe da eine gewisse Expertise, denn ich wurde in einer Sackgasse geboren - , dass es da sehr häufig am Ende einen Durchgang für Fussgänger gibt, wenn nicht sogar einen Radweg.
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Tarvoc
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Anmeldungsdatum: 01.03.2004
Beiträge: 40685

Beitrag(#2142244) Verfasst am: 09.07.2018, 23:11    Titel: Antworten mit Zitat

HRQ-Verbrechensopfer hat folgendes geschrieben:
Ne: links ist Arbeitnehmerei, Klassenwahn, Fremdvermögen auftürmen, Lebensvergeudung.
Diese Ideologie brachte u.a. die NS-Arbeiterpartei zustande, grauenhaft.
Links heißt, Menschen durch Verlöhnerung diskriminieren und Nachkommen daraus resultierender Milieus mental zu behindern.

Pillepalle
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Ne change rien pour que tout soit différent.
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AdvocatusDiaboli
Wäre so gerne Weltraumkommandant



Anmeldungsdatum: 12.08.2003
Beiträge: 25264

Beitrag(#2142256) Verfasst am: 10.07.2018, 09:15    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
HRQ-Verbrechensopfer hat folgendes geschrieben:
Ne: links ist Arbeitnehmerei, Klassenwahn, Fremdvermögen auftürmen, Lebensvergeudung.
Diese Ideologie brachte u.a. die NS-Arbeiterpartei zustande, grauenhaft.
Links heißt, Menschen durch Verlöhnerung diskriminieren und Nachkommen daraus resultierender Milieus mental zu behindern.

Pillepalle


Der Smiley ist noch harmlos für diesen Schwachsinn. Aber dieses GEZ-Lobotomieopfer ist eh nur ein Satiretroll. Lachen
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Ist es Satire? Ist es Ironie? Ist es geistreich? Oder ist es nur geistesgestört?

In jedem Fall: Es ist Addi!
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Tarvoc
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Anmeldungsdatum: 01.03.2004
Beiträge: 40685

Beitrag(#2142257) Verfasst am: 10.07.2018, 09:55    Titel: Antworten mit Zitat

HRQ-Verbrechensopfer hat folgendes geschrieben:
Diese Welt ist echt irre. Kapital ist Kaufkraft, Eigentum, Lifestyle, Lebensverlängerung.
Aber das soll von Verlöhnerten nicht gewollt sein, lach.

Deprimiert Pass mal auf, du Flitzpiepe. Die Sache ist eigentlich ziemlich leicht zu verstehen. Nehmen wir mal an, du hast zwanzig Fabriken an konstantem Kapital. Nur blöderweise schaffen dir diese Fabriken von alleine keinen Lifestyle, keine Kaufkraft und schon gar keine Lebensverlängerung, sondern sie stehen nur blöd in der Gegend herum und machen gar nichts. Damit sie dir Lifestyle, Kaufkraft, womöglich sogar Lebensverlängerung, mit einem Wort also Profit schaffen, musst du dafür sorgen, dass Leute in ihnen arbeiten. Das machen diese aber nicht freiwillig, sondern nur, wenn du ihnen dafür einen Lohn zahlst - genauer gesagt machen sie das nur dann, wenn sie darauf angewiesen sind, dass du ihnen einen Lohn zahlst. Ohne Lohnarbeiter kannst du deine Kapitaleinkünfte vergessen. Kapital und "Verlöhnerung" sind buchstäblich zwei voneinander untrennbare Seiten der selben Münze. Solange du das eine behalten willst, kaufst du dir auch das andere ein - sowohl metaphorisch als auch buchstäblich.
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Wilson
zwischen gaga und dada



Anmeldungsdatum: 04.02.2008
Beiträge: 15966
Wohnort: Swift Tuttle

Beitrag(#2143018) Verfasst am: 15.07.2018, 14:02    Titel: Antworten mit Zitat

unquest hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
unquest hat folgendes geschrieben:
HRQ-Verbrechensopfer hat folgendes geschrieben:
...
Er stranguliert die Menschheitsentwicklung.
Das terrorisiert unsere Spezies besonders verheerend in den Elendsländern.
...

Dummerweise geht es den Menschen weltweit so gut wie nie zuvor in der Geschichte.

Guckst du


Nur die dummen Menschen wissen gar nicht, wie gut es ihnen geht.

Ja. In Abwandlung zu Tocqueville könnte man sagen: Die Dummen fangen dann an zu revoltieren, wenn es ihnen besser geht.



bemerkenswerte beweisführung für roslings these:
https://www.achgut.com/artikel/duemmer_als_schimpansen

Zitat:
Aber auf dieser Stufe 1 (oder ihrem Steinzeitäquivalent) fing die komplette Menschheit einmal an, die Urgroßeltern vieler Leser dieses Buches haben sie noch am eigenen Leib erlebt. Sehr eindringlich schildert dies Rosling in einer historischen Reminiszenz, betreffend die erste im Hause Rosling angeschaffte Waschmaschine. Rosling war vier Jahre alt, seine Oma „hatte ihr ganzes Leben Brennholz erhitzen und die Wäsche mit Hand waschen müssen.“ Jetzt konnte sie miterleben, wie elektrischer Strom diese Arbeit übernahm. Sie war so begeistert, dass sie völlig hingerissen auf einem Stuhl vor der Maschine saß, um ja nichts von dem ganzen Waschzyklus zu verpassen. Und Roslings Mutter: „Also Hans, wir haben die Wäsche eingeladen. Jetzt wird die Maschine die Arbeit übernehmen. Und wir können in die Bücherei gehen.“



Zitat:
Heute können sich zwei Milliarden Menschen auf der Welt eine Waschmaschine leisten. Bald werden es vier Milliarden sein. Und es ist die geradezu atemberaubende Geschwindigkeit, mit der sich die Menschheit als Ganzes Richtung Stufe 4 bewegt, die all das Untergangs- und Kluft-wird-größer-Gefasel linker Ideologen als dummes Geschwätz entlarvt.

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Wilson
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Anmeldungsdatum: 04.02.2008
Beiträge: 15966
Wohnort: Swift Tuttle

Beitrag(#2143019) Verfasst am: 15.07.2018, 14:03    Titel: Antworten mit Zitat

unquest hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
unquest hat folgendes geschrieben:
HRQ-Verbrechensopfer hat folgendes geschrieben:
...
Er stranguliert die Menschheitsentwicklung.
Das terrorisiert unsere Spezies besonders verheerend in den Elendsländern.
...

Dummerweise geht es den Menschen weltweit so gut wie nie zuvor in der Geschichte.

Guckst du


Nur die dummen Menschen wissen gar nicht, wie gut es ihnen geht.

Ja. In Abwandlung zu Tocqueville könnte man sagen: Die Dummen fangen dann an zu revoltieren, wenn es ihnen besser geht.



bemerkenswerte beweisführung für roslings these:
https://www.achgut.com/artikel/duemmer_als_schimpansen

Zitat:
Aber auf dieser Stufe 1 (oder ihrem Steinzeitäquivalent) fing die komplette Menschheit einmal an, die Urgroßeltern vieler Leser dieses Buches haben sie noch am eigenen Leib erlebt. Sehr eindringlich schildert dies Rosling in einer historischen Reminiszenz, betreffend die erste im Hause Rosling angeschaffte Waschmaschine. Rosling war vier Jahre alt, seine Oma „hatte ihr ganzes Leben Brennholz erhitzen und die Wäsche mit Hand waschen müssen.“ Jetzt konnte sie miterleben, wie elektrischer Strom diese Arbeit übernahm. Sie war so begeistert, dass sie völlig hingerissen auf einem Stuhl vor der Maschine saß, um ja nichts von dem ganzen Waschzyklus zu verpassen. Und Roslings Mutter: „Also Hans, wir haben die Wäsche eingeladen. Jetzt wird die Maschine die Arbeit übernehmen. Und wir können in die Bücherei gehen.“



Zitat:
Heute können sich zwei Milliarden Menschen auf der Welt eine Waschmaschine leisten. Bald werden es vier Milliarden sein. Und es ist die geradezu atemberaubende Geschwindigkeit, mit der sich die Menschheit als Ganzes Richtung Stufe 4 bewegt, die all das Untergangs- und Kluft-wird-größer-Gefasel linker Ideologen als dummes Geschwätz entlarvt.

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Tarvoc
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Anmeldungsdatum: 01.03.2004
Beiträge: 40685

Beitrag(#2143066) Verfasst am: 15.07.2018, 21:17    Titel: Antworten mit Zitat

unquest hat folgendes geschrieben:
Ja. In Abwandlung zu Tocqueville könnte man sagen: Die Dummen fangen dann an zu revoltieren, wenn es ihnen besser geht.

Das ist keine Dummheit, das ist das Ergreifen der besseren Gelegenheit.
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Wilson
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Anmeldungsdatum: 04.02.2008
Beiträge: 15966
Wohnort: Swift Tuttle

Beitrag(#2228740) Verfasst am: 20.10.2020, 10:25    Titel: Antworten mit Zitat

Rassismus in Deutschland
Ihr Linken seid genauso ausgrenzend wie die Rechten!

https://www.tagesspiegel.de/politik/rassismus-in-deutschland-ihr-linken-seid-genauso-ausgrenzend-wie-die-rechten/26284482.html

das ende des textes (vorher hab ich weit über den anfang gelesen.)

Zitat:
Das Böse dort anzutreffen, wo man es nicht erwartet hat, macht einen stumm
Warum dieser Text hier sich an die Linken und nicht an die Rechten richtet?

Weil Menschlichkeit, Toleranz, Respekt und Anerkennung keine Maxime eines politischen Lagers sind. Sie sind universell und zeigen sich, offenbaren sich immer dann, wenn man auf einen vermeintlich „Anderen“ trifft. Und gegenüber „Anderen“ sind viele Linke alles andere als tolerant und respektvoll. Sie können autoritär, ausgrenzend, arrogant und gewalttätig sein.


DIE linken, DAS böse...naja, was solls
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Pan narrans
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Anmeldungsdatum: 24.08.2020
Beiträge: 119

Beitrag(#2228743) Verfasst am: 20.10.2020, 11:58    Titel: Antworten mit Zitat

Wilson hat folgendes geschrieben:
Rassismus in Deutschland
Ihr Linken seid genauso ausgrenzend wie die Rechten!
https://www.tagesspiegel.de/politik/rassismus-in-deutschland-ihr-linken-seid-genauso-ausgrenzend-wie-die-rechten/26284482.html


Danke dafür, ich finde den Text sehr erfrischend und vieles daran sehr zutreffend.

Daraus:

Cigdem Toprak hat folgendes geschrieben:

Die politisch Linken sind nicht besser als das, wogegen sie zu kämpfen glauben. Auch sie reduzieren Menschen auf ihre Herkunft, auch sie diskriminieren, auch sie vertreten einen Klassismus, gerade weil sie die Identitätspolitik der Klassenfrage vorziehen, und auch unter ihnen herrscht ein unglaublicher kultureller Rassismus.


So ist es. Identitätspolitik ist letzten Endes nichts anderes als Rassismus (bzw. als Tribalismus+positiver Rassimus=Repdroduktion von rassischem Denken, das man eigentlich überwinden will, aber eigentlich nur die Spaltung repdoduziert). Allerdings ist bei diesem Zitat auch klar, dass dies primär für solche Linke gilt, die „Identitätspolitik der Klassenfrage vorziehen“ – und nicht pauschal für alle Linke.

Dazu sollte man sich an zugespitzten Formulierungsphrasen wie „nicht besser als das, wogegen sie zu kämpfen glauben“ m.E. auch nicht zu sehr aufhängen (auch wenn es natürlich genau genommen falsch ist, aber das wäre wirklich eher Wortklauberei).


Cigdem Toprak hat folgendes geschrieben:

Gleichzeitig aber glauben sie, dass sie für mich sprechen könnten, sich für meine Rechte einsetzen – und sie glauben, dass man von meiner Identität, einer von vielen Identitäten, die ich habe, meine politischen Ansichten ableiten könnte. Dabei sind die Ansichten von Menschen mit Migrationshintergrund viel differenzierter und komplexer als das, was die politisch Linken als die eine Wahrheit in die öffentliche Debatte über Ausgrenzung und Anerkennung einzuschleusen versuchen. Sowohl in meinem persönlichen Umfeld als auch in meiner journalistischen Arbeit beobachte und erfahre ich das immer wieder.


Diesen Paternalismus hat Ahmad Mansour schon vor gefühlten Ewigkeiten absolut zu recht kritisiert. Aber gut, wer hört schon auf kluge Leute? Mit den Augen rollen


Allerdings:

Cigdem Toprak hat folgendes geschrieben:

Weil Menschlichkeit, Toleranz, Respekt und Anerkennung keine Maxime eines politischen Lagers sind. Sie sind universell und zeigen sich, offenbaren sich immer dann, wenn man auf einen vermeintlich „Anderen“ trifft. Und gegenüber „Anderen“ sind viele Linke alles andere als tolerant und respektvoll. Sie können autoritär, ausgrenzend, arrogant und gewalttätig sein.


Naja – Menschlichkeit, Toleranz, Respekt und Anerkennung sind schon eher „linke“ Konzepte, da sollte man auch nicht zu viel durcheinanderbringen. Auch gerade gegenüber den „Anderen“. Nur, weil das eine linke Sache ist, heißt das ja nicht, dass all Linken da Musterbeispiele für wären.

Überraschenderweise ist „links“ ein ziemlich weites Feld, auf dem Hauen und Stechen an der Tagesordnung ist.


Mal zur Threadfrage, was ist links: Eine interessante Definition in diesem Zusammenhang stammt von Bassam Tibi (jaja …): „Links bedeutet, dass alles, wirklich alles von der kritischen Vernunft untersucht werden darf“ (sinngemäß aus der Erinnerung).

Ich würde zwar sagen, wenn man schon eine charakteristische Definition haben will: Links bedeutet, das Emanzipationspotential des Menschen nicht zu leugnen und die Emanzipation von Herrschaft zu befürworten.

Das ist m.E. auch der Kernunterschied zu Rechten. Extrem an den Faschisten zu sehen, die tatsächlich das Emanzipationspotential als solches schon verwerfen und dem einen Sozialdarwinismus als Legitimation für den eigenen Machtopportunismus entgegenstellen.

Oder wie?
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Wilson
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Anmeldungsdatum: 04.02.2008
Beiträge: 15966
Wohnort: Swift Tuttle

Beitrag(#2228749) Verfasst am: 20.10.2020, 16:15    Titel: Antworten mit Zitat

Cigdem Toprak, die obige autorin:

Die Deutschen haben keine Probleme. Das ist ihr Problem

sie war oder ist? fleißige gast!autorin bei broders achsel:

Zitat:
Dieser Tick hat sich, seitdem ich in Istanbul lebe, schon zu einem Zwang entwickelt, geboren und aufgewachsen bin ich nämlich in Deutschland. 26 Jahre auf deutschem Boden, zu einem Spottpreis eine tolle Bildung genossen, Tag und Nacht sicher über die Straße gelaufen, musste nicht beim Einkaufen einen Bogen um bewaffnete Polizisten machen, wurde niemals in Fernzügen von Soldaten kontrolliert, musste mich nie vor Bären oder Wölfen fürchten – oder Terroristen, die jeden Moment von den Bergen herunter kommen könnten. Keinen einzigen Moment ernsthafte Ängste über Arbeitslosigkeit und eine unsichere Zukunft pflegen müssen. Ja, ich hatte in Deutschland ein sicheres, wohlhabendes Leben, wie das so ist, in einem demokratischen, freien, reichen Land.

Code:
https://www.achgut.com/artikel/die_deutschen_haben_keine_probleme._das_ist_ihr_problem



das ist mir einfach zu plump. und wenig differenziert und komplex, was sie von aussagen bzw ansichten von allen? menschen mit migrationshintergrund in obigem zitat nun nicht kennt. sie sind alle komplex und differenziert.
allerdings passt das zur achse des grauens
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beachbernie
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Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 45792
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2228760) Verfasst am: 20.10.2020, 17:51    Titel: Antworten mit Zitat

Wilson hat folgendes geschrieben:
Rassismus in Deutschland
Ihr Linken seid genauso ausgrenzend wie die Rechten!

https://www.tagesspiegel.de/politik/rassismus-in-deutschland-ihr-linken-seid-genauso-ausgrenzend-wie-die-rechten/26284482.html

das ende des textes (vorher hab ich weit über den anfang gelesen.)

Zitat:
Das Böse dort anzutreffen, wo man es nicht erwartet hat, macht einen stumm
Warum dieser Text hier sich an die Linken und nicht an die Rechten richtet?

Weil Menschlichkeit, Toleranz, Respekt und Anerkennung keine Maxime eines politischen Lagers sind. Sie sind universell und zeigen sich, offenbaren sich immer dann, wenn man auf einen vermeintlich „Anderen“ trifft. Und gegenüber „Anderen“ sind viele Linke alles andere als tolerant und respektvoll. Sie können autoritär, ausgrenzend, arrogant und gewalttätig sein.


DIE linken, DAS böse...naja, was solls



An diesen Pauschalisierungen habe ich mich auch gestossen. Es gibt nicht nur "die Ausländer", "die Tuerken" nicht, sondern "die Linken", die gibt es genausowenig. Man muss auch hier differenzieren koennen.

Nichtsdestotrotz halte ich den Artikel fuer sehr lesenswert, gerade fuer Linke, weil der Kern der Kritik dieser Frau trifft tatsaechlich zu. Viele Linke haben viel zu sehr verinnerlicht, dass sie das Gute, Edle, Reine verkörpern, dass jeder Widerspruch zu ihren Gewissheiten als böse empfunden wird und so schwarz/weiss liegen die Dinge nun mal nicht. Aus dieser Position moralischer Überheblichkeit heraus masst man sich dann an, abweichende Meinungen zu unterdrücken, zu zensieren und diejenigen, die sie aeussern, in aggressiver Weise niederzumachen.

Deshalb halte ich solche Artikel fuer geeignet manche Linke, die das nötig haben, mal kurz innehalten und ihre Bodenhaftung wiedergewinnen zu lassen. Auch Linke koennen Fehler machen und Unrecht begehen, das setzt noch nicht mal bösen Willen voraus. Übereifer beim "Gutes tun" kann manchmal genauso schlimme Resultate zeigen wie Heimtücke und Böswilligkeit.
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zelig
Kultürlich



Anmeldungsdatum: 31.03.2004
Beiträge: 24819

Beitrag(#2247939) Verfasst am: 17.04.2021, 10:31    Titel: Life-Style-Linke Antworten mit Zitat

Wagenknecht kritisert Life-Style-Linke und merkt anscheinend nicht, daß sie selber genau als solche wahrgenommen werden kann.

Hier ein Kommentar von Lamya Kaddo zu Wagenknecht:

Zitat:
Sahra Wagenknecht scheint mir vielmehr aus der Zeit gefallen zu sein. Es wirkt, als wäre sie irgendwo zwischen den Achtzigern und frühen Neunzigern stecken geblieben. Sie versteht sich als traditionelle Linke; als konservative Linke, wenn man so will. Geboren und sozialisiert im "Arbeiter- und Bauernstaat", dreht sich bis heute alles bei ihr um die Arbeiterklasse. Arbeiterinnen und Arbeiter machen gegenwärtig noch ein Viertel aller Erwerbstätigen im produzierenden Gewerbe aus.
[...]
In ihrer Fixierung auf Arbeiter richtet die 51-Jährige ihre Ansprache primär an Bundesbürger ohne Zuwanderungsgeschichte. Arbeiter, die seit Mitte der 50er eingewandert sind, so wie meine Eltern, die als "Gastarbeiter" den Rücken krumm gemacht haben, hat sie nicht im Blick. Sie adressiert sie jedenfalls mit ihrer Wortwahl nicht, obwohl bereits mehr als 26 Prozent aller Arbeiter einen sogenannten Migrationshintergrund haben.
[...]Diejenigen, die vorgeben, besonders viel für sie tun zu wollen, flirten jedoch zu oft mit dem Rechtspopulismus und versuchen, selbst Krakeeler bei ihren wütenden Tiraden und ausgrenzenden Äußerungen noch abzuholen. Das gilt auch für Sahra Wagenknecht. Sie argumentiert mit rechten Reizthemen und nutzt Sprachcodes von AfD und Co. Sie ruft das Feindbild "alter weißer Mann" auf, feuert Polemiken gegen das Gendern ab, bemüht den Vorwurf der "Nazi-Keule", redet Alltagsrassismus klein und kritisiert Identitätspolitik, indem sie bereits marginalisierte Gruppen noch weiter verächtlich macht.


https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_89848648/sahra-wagenknecht-die-linken-politikerin-ist-aus-der-zeit-gefallen.html
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Pan narrans
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Anmeldungsdatum: 24.08.2020
Beiträge: 119

Beitrag(#2247960) Verfasst am: 17.04.2021, 13:00    Titel: Antworten mit Zitat

Naja, mit den nicht nur abstrusen, sondern letztlich auch katastrophal kontraproduktiven Rechts-Vorwürfen ist der Kommentar von Lamya Kaddo natürlich zweifellos nicht aus der Zeit gefallen.

Hier eine, wie ich finde (und so weit ich das beurteilen kann) gute Rezension von Norbert Häring:
https://norberthaering.de/buchtipps/die-selbstgerechten/


Ich habe bisher nur einen kleinen Ausschnitt von dem Buch gelesen und ich denke, dabei wird es auch bleiben. Die Vorwürfe zu den „Lifestyle-Linken“ sind über weite Strecken m.E. durchaus richtig, wenn auch stark überspitzt und pauschaliert. Ich (der hier ja durchaus auch gerne über Identitätspolitik schimpft) würde sogar sagen, dass dieses Buch mit diesem Tonfall wenig hilfreich ist und eben auch einfach ein wenig zu scharf geschossen ist. Das mag aus diversen persönlichen Gründen nachvollziehbar sein, scheint mir aber weit übers Ziel hinauszuschießen und letzten Endes wohl eher kontraproduktiv – und killt davon abgesehen auch mein Interesse an dem Buch.

Dennoch spricht sie auch einen anderen, heiklen Kern an, obgleich die Kritik von Norbert Häring es hier ebenfalls sehr gut trifft:

Norbert Häring hat folgendes geschrieben:

Es ist allerdings nicht nur die Tonlage, die mich gelegentlich gestört hat, sondern auch die Zielrichtung ihrer Kritik. Wagenknecht analysiert, wie ich finde korrekt, dass der Linksliberalismus letztlich nur „eine aufgehübschte Neuverpackung der Botschaften des Neoliberalismus“ ist. Es ist eine Ideologie ganz im Sinne der Kapitalbesitzer:

Mit dem vermeintlichen Ideal des Kosmopolitismus und der »offenen Gesellschaft« stellt der Linksliberalismus also eine Erzählung bereit, mittels deren sich Wirtschaftsliberalismus, Sozialabbau und Globalisierung als gerecht und progressiv begründen lassen.“

Hier hätte es aus meiner Sicht nahegelegen, zu untersuchen, inwieweit es sich um eine von oben geförderte und über die wichtigsten Medien eifrig verbreitete Ideologie handelt, propagiert von Institutionen wie der Bertelsmann Stiftung und dem Weltwirtschaftsforum. Das tut sie jedoch nicht. Für Wagenknecht ist der Linksliberalismus eine „aus dem Denken und Fühlen bestimmter Milieus entstandenen Erzählung“, in diesem Fall des akademischen Großstadtmilieus. Dieses Milieu habe eine ihrem Lebensgefühl und vor allem ihren Interessen entsprechende Erzählung hervorgebracht.
Wenn sie dem Bertelsmann-Strang mehr Beachtung geschenkt hätte, wäre Wagenknecht vielleicht nicht der Versuchung erlegen, gar so sehr den Eindruck zu erwecken, dass alle Anhänger linksliberalen Gedankenguts charakterschwache Heuchler sind, die sich lieber mit weit entfernten Menschen solidarisch erklären als mit den Benachteiligten in ihrem Umfeld – weil es leichter ist und ihnen nützt.


(gefettet von mir)

Das trifft es m.E. alles völlig. Hat mich erstaunt, mal so eine klare, richtige Analyse zu diesem doch sehr heiklen Thema zu lesen. Das ist alles erfrischend richtig. Schade, dass sie sich stattdessen in wohl durchaus auch persönlich bedingten, überzeichneten und einseitigen Vorwürfen verrennt.

Oder was sagen Freigeister-Linke zu dem ganzen Theater, das gerade am hochkochen ist? Großes Theater? Gar kein Theater, sondern wichtiger Diskurs? Sinnlose Schlammschlacht? Am Kopf kratzen
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Heute ist es zwar schlechter als gestern, dafür aber besser als morgen! – DAS ist mal Optimismus!

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AdvocatusDiaboli
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Beitrag(#2247961) Verfasst am: 17.04.2021, 13:03    Titel: Re: Life-Style-Linke Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
Wagenknecht kritisert Life-Style-Linke und merkt anscheinend nicht, daß sie selber genau als solche wahrgenommen werden kann.

Hier ein Kommentar von Lamya Kaddo zu Wagenknecht:

Zitat:
Sahra Wagenknecht scheint mir vielmehr aus der Zeit gefallen zu sein. Es wirkt, als wäre sie irgendwo zwischen den Achtzigern und frühen Neunzigern stecken geblieben. Sie versteht sich als traditionelle Linke; als konservative Linke, wenn man so will. Geboren und sozialisiert im "Arbeiter- und Bauernstaat", dreht sich bis heute alles bei ihr um die Arbeiterklasse. Arbeiterinnen und Arbeiter machen gegenwärtig noch ein Viertel aller Erwerbstätigen im produzierenden Gewerbe aus.
[...]
In ihrer Fixierung auf Arbeiter richtet die 51-Jährige ihre Ansprache primär an Bundesbürger ohne Zuwanderungsgeschichte. Arbeiter, die seit Mitte der 50er eingewandert sind, so wie meine Eltern, die als "Gastarbeiter" den Rücken krumm gemacht haben, hat sie nicht im Blick. Sie adressiert sie jedenfalls mit ihrer Wortwahl nicht, obwohl bereits mehr als 26 Prozent aller Arbeiter einen sogenannten Migrationshintergrund haben.
[...]Diejenigen, die vorgeben, besonders viel für sie tun zu wollen, flirten jedoch zu oft mit dem Rechtspopulismus und versuchen, selbst Krakeeler bei ihren wütenden Tiraden und ausgrenzenden Äußerungen noch abzuholen. Das gilt auch für Sahra Wagenknecht. Sie argumentiert mit rechten Reizthemen und nutzt Sprachcodes von AfD und Co. Sie ruft das Feindbild "alter weißer Mann" auf, feuert Polemiken gegen das Gendern ab, bemüht den Vorwurf der "Nazi-Keule", redet Alltagsrassismus klein und kritisiert Identitätspolitik, indem sie bereits marginalisierte Gruppen noch weiter verächtlich macht.


https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_89848648/sahra-wagenknecht-die-linken-politikerin-ist-aus-der-zeit-gefallen.html


Identitätspolitik ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, darum habe ich die Kritik daran nie verstanden. Historisch war diese in den 80er Jahren in Zeiten von Aids in den Medien vor allem die Homosexualität. In meiner Erinnerung hat sich unter Linken damals niemand öffentlich beschwert, wenn Menschen für ihre sexuelle Orientierung eingetreten sind. Den Klassenkampf hat das damals nie gestört, trotz der Ressentiments, die selbst in der Arbeiterschaft gegen die Homosexualität herrschten. Hier möchte ich auf Didier Eribon verweisen.

Aus meiner sozioökonomischen Position ist Klassenkampf etwas Abstraktes, nicht etwas Alltägliches. Wir haben durch unsere wirtschaftliche Entwicklung ein Großteil der klassischen Arbeiterschaft und das Lumpenproletariat ins nahe und ferne Ausland ausgelagert. Und dennoch herrscht hier in Deutschland Armut. Sozialismus ist vom grundlegenden Verständnis für mich (und grundsätzlich doch für alle Linken) immer mehr gewesen als nur Kampf gegen Armut, sondern es geht um die Befreiung des Menschen aus den Fesseln der historischen Ahnungslosigkeit und Beliebigkeit, die sich in solch obskuren Erscheinungen wie der Religion ausdrückt. Sozialismus ist die Vollendung der Aufklärung, die geistige Befreiung des Menschen, der Kollektivwesen und Individuum zugleich ist. Und der sich seinen Fähigkeiten bewusst werden muss. Das ist für mich links. Und daraus folgt für mich eine naive Vorstellung von sozialer Gerechtigkeit, die durch den Kapitalismus an absurdum geführt wird, der die Menschen entzweit und keine Freiheit lässt, sondern moralische und ökonomische Zwänge heraufbeschwört.

Aber WTF, wo will die Wagenknecht hin?
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zelig
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Beitrag(#2247963) Verfasst am: 17.04.2021, 13:28    Titel: Re: Life-Style-Linke Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
Wagenknecht kritisert Life-Style-Linke und merkt anscheinend nicht, daß sie selber genau als solche wahrgenommen werden kann.

Hier ein Kommentar von Lamya Kaddo zu Wagenknecht:

Zitat:
Sahra Wagenknecht scheint mir vielmehr aus der Zeit gefallen zu sein. Es wirkt, als wäre sie irgendwo zwischen den Achtzigern und frühen Neunzigern stecken geblieben. Sie versteht sich als traditionelle Linke; als konservative Linke, wenn man so will. Geboren und sozialisiert im "Arbeiter- und Bauernstaat", dreht sich bis heute alles bei ihr um die Arbeiterklasse. Arbeiterinnen und Arbeiter machen gegenwärtig noch ein Viertel aller Erwerbstätigen im produzierenden Gewerbe aus.
[...]
In ihrer Fixierung auf Arbeiter richtet die 51-Jährige ihre Ansprache primär an Bundesbürger ohne Zuwanderungsgeschichte. Arbeiter, die seit Mitte der 50er eingewandert sind, so wie meine Eltern, die als "Gastarbeiter" den Rücken krumm gemacht haben, hat sie nicht im Blick. Sie adressiert sie jedenfalls mit ihrer Wortwahl nicht, obwohl bereits mehr als 26 Prozent aller Arbeiter einen sogenannten Migrationshintergrund haben.
[...]Diejenigen, die vorgeben, besonders viel für sie tun zu wollen, flirten jedoch zu oft mit dem Rechtspopulismus und versuchen, selbst Krakeeler bei ihren wütenden Tiraden und ausgrenzenden Äußerungen noch abzuholen. Das gilt auch für Sahra Wagenknecht. Sie argumentiert mit rechten Reizthemen und nutzt Sprachcodes von AfD und Co. Sie ruft das Feindbild "alter weißer Mann" auf, feuert Polemiken gegen das Gendern ab, bemüht den Vorwurf der "Nazi-Keule", redet Alltagsrassismus klein und kritisiert Identitätspolitik, indem sie bereits marginalisierte Gruppen noch weiter verächtlich macht.


https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_89848648/sahra-wagenknecht-die-linken-politikerin-ist-aus-der-zeit-gefallen.html


Identitätspolitik ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, darum habe ich die Kritik daran nie verstanden. Historisch war diese in den 80er Jahren in Zeiten von Aids in den Medien vor allem die Homosexualität. In meiner Erinnerung hat sich unter Linken damals niemand öffentlich beschwert, wenn Menschen für ihre sexuelle Orientierung eingetreten sind. Den Klassenkampf hat das damals nie gestört, trotz der Ressentiments, die selbst in der Arbeiterschaft gegen die Homosexualität herrschten. Hier möchte ich auf Didier Eribon verweisen.

Aus meiner sozioökonomischen Position ist Klassenkampf etwas Abstraktes, nicht etwas Alltägliches. Wir haben durch unsere wirtschaftliche Entwicklung ein Großteil der klassischen Arbeiterschaft und das Lumpenproletariat ins nahe und ferne Ausland ausgelagert. Und dennoch herrscht hier in Deutschland Armut. Sozialismus ist vom grundlegenden Verständnis für mich (und grundsätzlich doch für alle Linken) immer mehr gewesen als nur Kampf gegen Armut, sondern es geht um die Befreiung des Menschen aus den Fesseln der historischen Ahnungslosigkeit und Beliebigkeit, die sich in solch obskuren Erscheinungen wie der Religion ausdrückt. Sozialismus ist die Vollendung der Aufklärung, die geistige Befreiung des Menschen, der Kollektivwesen und Individuum zugleich ist. Und der sich seinen Fähigkeiten bewusst werden muss. Das ist für mich links. Und daraus folgt für mich eine naive Vorstellung von sozialer Gerechtigkeit, die durch den Kapitalismus an absurdum geführt wird, der die Menschen entzweit und keine Freiheit lässt, sondern moralische und ökonomische Zwänge heraufbeschwört.

Aber WTF, wo will die Wagenknecht hin?



Ich habe immer Schwierigkeiten mit dem Begriff "Identitätspolitik", ich bekomme den nicht zu fassen. Aber wenn er die "Selbstverständlichkeiten" bedeutet, die wir womöglich beide meinen, dann wäre es vielleicht gar nicht so wichtig, definitorische Diskussionen zu führen. Die Wagenknecht lebt in einer Villa mit Lafontaine. Vielleicht mit ein Grund für den Realitätsverlust.
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AdvocatusDiaboli
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Beitrag(#2247971) Verfasst am: 17.04.2021, 14:01    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde den Begriff Identitätspolitik auch nicht griffig. zwinkern Aber er ist nun mal in der Welt. Ich wollte mir den allzu billigen Hinweis auf Lafontaines und Wagenknechts Lifestyle verkneifen.

Versuchen wir es mal mit einem verstehenden Ansatz. zwinkern

Warum sagt Wagenknecht solche Sachen? Ist sie einfach nur durchgeknallt oder ernsthaft verzweifelt, was den Zustand der Welt angeht?

Was sie wahrnimmt: Der Klassenkampf ist aus dem Denken und Handeln der Menschen verschwunden. Die Interessen der Arbeiterschaft bzw. der unteren Klassen, werden durch die Identitätspolitik vernachlässigt.

Ihre Diagnose: Identitätspolitik dominiert die (letztlich doch medial vermittelte) politische Agenda der Republik und verhindert Diskussionen über das politische System.

Was sie unternimmt: Sie greift die Identitätspolitik an, anstatt nachzuforschen, ob es nicht andere Gründe gibt, warum der Klassenkampf versandet oder medial nicht stattfindet.

Was sie erhofft: Die Arbeiter wenden sich durch Zugeständnisse an rechtes Konkurrenzdenken wieder den Linken zu, weil das natürlich sei.

Woran sie scheitert: Das eine, Identität, hat mit dem anderen, Ökonomie, nichts zu tun.
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Wilson
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Beitrag(#2247982) Verfasst am: 17.04.2021, 14:50    Titel: Re: Life-Style-Linke Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
Wagenknecht kritisert Life-Style-Linke und merkt anscheinend nicht, daß sie selber genau als solche wahrgenommen werden kann.

Hier ein Kommentar von Lamya Kaddo zu Wagenknecht:

Zitat:
Sahra Wagenknecht scheint mir vielmehr aus der Zeit gefallen zu sein. Es wirkt, als wäre sie irgendwo zwischen den Achtzigern und frühen Neunzigern stecken geblieben. Sie versteht sich als traditionelle Linke; als konservative Linke, wenn man so will. Geboren und sozialisiert im "Arbeiter- und Bauernstaat", dreht sich bis heute alles bei ihr um die Arbeiterklasse. Arbeiterinnen und Arbeiter machen gegenwärtig noch ein Viertel aller Erwerbstätigen im produzierenden Gewerbe aus.
[...]
In ihrer Fixierung auf Arbeiter richtet die 51-Jährige ihre Ansprache primär an Bundesbürger ohne Zuwanderungsgeschichte. Arbeiter, die seit Mitte der 50er eingewandert sind, so wie meine Eltern, die als "Gastarbeiter" den Rücken krumm gemacht haben, hat sie nicht im Blick. Sie adressiert sie jedenfalls mit ihrer Wortwahl nicht, obwohl bereits mehr als 26 Prozent aller Arbeiter einen sogenannten Migrationshintergrund haben.
[...]Diejenigen, die vorgeben, besonders viel für sie tun zu wollen, flirten jedoch zu oft mit dem Rechtspopulismus und versuchen, selbst Krakeeler bei ihren wütenden Tiraden und ausgrenzenden Äußerungen noch abzuholen. Das gilt auch für Sahra Wagenknecht. Sie argumentiert mit rechten Reizthemen und nutzt Sprachcodes von AfD und Co. Sie ruft das Feindbild "alter weißer Mann" auf, feuert Polemiken gegen das Gendern ab, bemüht den Vorwurf der "Nazi-Keule", redet Alltagsrassismus klein und kritisiert Identitätspolitik, indem sie bereits marginalisierte Gruppen noch weiter verächtlich macht.


https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_89848648/sahra-wagenknecht-die-linken-politikerin-ist-aus-der-zeit-gefallen.html


Identitätspolitik ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, darum habe ich die Kritik daran nie verstanden. Historisch war diese in den 80er Jahren in Zeiten von Aids in den Medien vor allem die Homosexualität. In meiner Erinnerung hat sich unter Linken damals niemand öffentlich beschwert, wenn Menschen für ihre sexuelle Orientierung eingetreten sind. Den Klassenkampf hat das damals nie gestört, trotz der Ressentiments, die selbst in der Arbeiterschaft gegen die Homosexualität herrschten. Hier möchte ich auf Didier Eribon verweisen.

Aus meiner sozioökonomischen Position ist Klassenkampf etwas Abstraktes, nicht etwas Alltägliches. Wir haben durch unsere wirtschaftliche Entwicklung ein Großteil der klassischen Arbeiterschaft und das Lumpenproletariat ins nahe und ferne Ausland ausgelagert. Und dennoch herrscht hier in Deutschland Armut. Sozialismus ist vom grundlegenden Verständnis für mich (und grundsätzlich doch für alle Linken) immer mehr gewesen als nur Kampf gegen Armut, sondern es geht um die Befreiung des Menschen aus den Fesseln der historischen Ahnungslosigkeit und Beliebigkeit, die sich in solch obskuren Erscheinungen wie der Religion ausdrückt. Sozialismus ist die Vollendung der Aufklärung, die geistige Befreiung des Menschen, der Kollektivwesen und Individuum zugleich ist. Und der sich seinen Fähigkeiten bewusst werden muss. Das ist für mich links. Und daraus folgt für mich eine naive Vorstellung von sozialer Gerechtigkeit, die durch den Kapitalismus an absurdum geführt wird, der die Menschen entzweit und keine Freiheit lässt, sondern moralische und ökonomische Zwänge heraufbeschwört.

Aber WTF, wo will die Wagenknecht hin?



Ich habe immer Schwierigkeiten mit dem Begriff "Identitätspolitik", ich bekomme den nicht zu fassen. Aber wenn er die "Selbstverständlichkeiten" bedeutet, die wir womöglich beide meinen, dann wäre es vielleicht gar nicht so wichtig, definitorische Diskussionen zu führen. Die Wagenknecht lebt in einer Villa mit Lafontaine. Vielleicht mit ein Grund für den Realitätsverlust.


ich leb auch in einer villa. na und?
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zelig
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Beitrag(#2247984) Verfasst am: 17.04.2021, 14:56    Titel: Re: Life-Style-Linke Antworten mit Zitat

Wilson hat folgendes geschrieben:

ich leb auch in einer villa. na und?


Auch mit Lafontaine?

scnr
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Beitrag(#2248002) Verfasst am: 17.04.2021, 15:45    Titel: Antworten mit Zitat

Eben - Identitätspolitik ist eigentlich ein ganz selbstverständlicher Teil des politischen Geschehens. Sei es Identitätspolitik für bestimmte Regionen, für Konfessionen, für bestimmte Berufsstände, für Stadt vs. Land ... alles Mögliche. Da haben alle Parteien schon Identitätspolitik gemacht, inkl. entsprechender informell beachtetet Quoten, bevor irgendjemand an eine Frauenquote auch nur gedacht hat.

Sie steht auch nicht als scheinbar "weiches" Politikfeld in einem notwendigen Gegensatz zu "harten" Themen der Verteilungspolitik und der Machtbeteiligung; im Gegenteil: MMn ist die Bildung von Bewusstsein für die eigene Identität, für den Standpunkt innerhalb der Gesellschaft, für möglcihe Interessensüberschneidungen oder -konflikte notwendig, um die "harten" Klassenfragen anzugehen.

Es sind ja auch gerade die Leute, die jetzt gegen Identittspolitik stänkern, die selbst intensiv Identitätspolitik gemacht haben, nur eben für Gruppen, die vom generischen alten, weißen Mann akzeptiert werden. Was war denn das, was die alte PDS und viele andere Ostpolitiker wie Thierse gemacht haben, wenn nicht Identitätspolitik für den Osten?

Wenn man der Meinung ist, es werde zu wenig "harte" sozial(istisch)e Politik gemacht im Vergleich zur Identitätspolitik: D'accord. Die Lösung sollte aber sein, Klassenpolitik mit Identitätspolitik zu verknüpfen, nicht letztere zu bekämpfen.
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"YOU HAVE TO START OUT LEARNING TO BELIEVE THE LITTLE LIES." -- "So we can believe the big ones?" -- "YES."

(Death / Susan, in: Pratchett, Hogfather)
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Wilson
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Beitrag(#2248119) Verfasst am: 18.04.2021, 16:26    Titel: Re: Life-Style-Linke Antworten mit Zitat

zelig hat folgendes geschrieben:
Wagenknecht kritisert Life-Style-Linke und merkt anscheinend nicht, daß sie selber genau als solche wahrgenommen werden kann.

Hier ein Kommentar von Lamya Kaddo zu Wagenknecht:

Zitat:
Sahra Wagenknecht scheint mir vielmehr aus der Zeit gefallen zu sein. Es wirkt, als wäre sie irgendwo zwischen den Achtzigern und frühen Neunzigern stecken geblieben. Sie versteht sich als traditionelle Linke; als konservative Linke, wenn man so will. Geboren und sozialisiert im "Arbeiter- und Bauernstaat", dreht sich bis heute alles bei ihr um die Arbeiterklasse. Arbeiterinnen und Arbeiter machen gegenwärtig noch ein Viertel aller Erwerbstätigen im produzierenden Gewerbe aus.
[...]
In ihrer Fixierung auf Arbeiter richtet die 51-Jährige ihre Ansprache primär an Bundesbürger ohne Zuwanderungsgeschichte. Arbeiter, die seit Mitte der 50er eingewandert sind, so wie meine Eltern, die als "Gastarbeiter" den Rücken krumm gemacht haben, hat sie nicht im Blick. Sie adressiert sie jedenfalls mit ihrer Wortwahl nicht, obwohl bereits mehr als 26 Prozent aller Arbeiter einen sogenannten Migrationshintergrund haben.
[...]Diejenigen, die vorgeben, besonders viel für sie tun zu wollen, flirten jedoch zu oft mit dem Rechtspopulismus und versuchen, selbst Krakeeler bei ihren wütenden Tiraden und ausgrenzenden Äußerungen noch abzuholen. Das gilt auch für Sahra Wagenknecht. Sie argumentiert mit rechten Reizthemen und nutzt Sprachcodes von AfD und Co. Sie ruft das Feindbild "alter weißer Mann" auf, feuert Polemiken gegen das Gendern ab, bemüht den Vorwurf der "Nazi-Keule", redet Alltagsrassismus klein und kritisiert Identitätspolitik, indem sie bereits marginalisierte Gruppen noch weiter verächtlich macht.


https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_89848648/sahra-wagenknecht-die-linken-politikerin-ist-aus-der-zeit-gefallen.html



ergänzung, weil ausführlicher:
https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/parteien/id_89811586/sahra-wagenknecht-lifestyle-linke-leben-in-einer-anderen-welt.html

Der Lifestyle-Linke lebt in einer anderen Welt
Ein Gastbeitrag von Sahra Wagenknecht, Die Linke

12.04.2021, 12:35 Uhr



stimme ich manchem zu, aber längst nicht allem. bin sogar teilweise entsetzt- erstaunt.
da hätte ich schon ein paar fragen an frau w.
ps sie könnte auch einfach nur listig sein. darf man das?
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Beitrag(#2248126) Verfasst am: 18.04.2021, 17:03    Titel: Re: Life-Style-Linke Antworten mit Zitat

Wilson hat folgendes geschrieben:
zelig hat folgendes geschrieben:
Wagenknecht kritisert Life-Style-Linke und merkt anscheinend nicht, daß sie selber genau als solche wahrgenommen werden kann.

Hier ein Kommentar von Lamya Kaddo zu Wagenknecht:

Zitat:
Sahra Wagenknecht scheint mir vielmehr aus der Zeit gefallen zu sein. Es wirkt, als wäre sie irgendwo zwischen den Achtzigern und frühen Neunzigern stecken geblieben. Sie versteht sich als traditionelle Linke; als konservative Linke, wenn man so will. Geboren und sozialisiert im "Arbeiter- und Bauernstaat", dreht sich bis heute alles bei ihr um die Arbeiterklasse. Arbeiterinnen und Arbeiter machen gegenwärtig noch ein Viertel aller Erwerbstätigen im produzierenden Gewerbe aus.
[...]
In ihrer Fixierung auf Arbeiter richtet die 51-Jährige ihre Ansprache primär an Bundesbürger ohne Zuwanderungsgeschichte. Arbeiter, die seit Mitte der 50er eingewandert sind, so wie meine Eltern, die als "Gastarbeiter" den Rücken krumm gemacht haben, hat sie nicht im Blick. Sie adressiert sie jedenfalls mit ihrer Wortwahl nicht, obwohl bereits mehr als 26 Prozent aller Arbeiter einen sogenannten Migrationshintergrund haben.
[...]Diejenigen, die vorgeben, besonders viel für sie tun zu wollen, flirten jedoch zu oft mit dem Rechtspopulismus und versuchen, selbst Krakeeler bei ihren wütenden Tiraden und ausgrenzenden Äußerungen noch abzuholen. Das gilt auch für Sahra Wagenknecht. Sie argumentiert mit rechten Reizthemen und nutzt Sprachcodes von AfD und Co. Sie ruft das Feindbild "alter weißer Mann" auf, feuert Polemiken gegen das Gendern ab, bemüht den Vorwurf der "Nazi-Keule", redet Alltagsrassismus klein und kritisiert Identitätspolitik, indem sie bereits marginalisierte Gruppen noch weiter verächtlich macht.


https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_89848648/sahra-wagenknecht-die-linken-politikerin-ist-aus-der-zeit-gefallen.html



ergänzung, weil ausführlicher:
https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/parteien/id_89811586/sahra-wagenknecht-lifestyle-linke-leben-in-einer-anderen-welt.html

Der Lifestyle-Linke lebt in einer anderen Welt
Ein Gastbeitrag von Sahra Wagenknecht, Die Linke

12.04.2021, 12:35 Uhr



stimme ich manchem zu, aber längst nicht allem. bin sogar teilweise entsetzt- erstaunt.
da hätte ich schon ein paar fragen an frau w.
ps sie könnte auch einfach nur listig sein. darf man das?



auch in der faz:
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/sahra-wagenknecht-ueber-selbstgerechtigkeit-und-die-linke-17284871.html
Die selbstgerechten Lifestyle-Linken
VON SAHRA WAGENKNECHT

Zitat:
Doch, die gesellschaftliche Linke kann noch siegen. Sie kann Multis wie den Konsumgüterkonzern Unilever, zu dem die Marke Knorr gehört, in die Knie zwingen. Wegen der Rassismusdebatte in den sozialen Netzwerken, teilte das Unternehmen im August 2020 mit, werde der Knorr-Klassiker Zigeunersauce ab sofort unter neuem Namen als „Paprikasauce Ungarische Art“ in den Supermarktregalen zu finden sein. Freilich, der verschlechterte Tarifvertrag, den Unilever fast zeitgleich zum heroischen Abschied von der Zigeunersauce den 550 verbliebenen Mitarbeitern im Knorr-Stammwerk Heilbronn mit der Drohung aufgezwungen hatte, den Betrieb andernfalls ganz zu schließen, besteht unverändert. Er bedeutet für die Knorr-Beschäftigten Personalabbau, niedrigere Einstiegsgehälter, geringere Lohnsteigerungen und Samstagsarbeit. Anders als die Zigeunersauce hatte all das allerdings nie für bundesweite Schlagzeilen oder gar für einen Shitstorm der sich links fühlenden Twitter-Gemeinde gesorgt.

rest hinter bezahlschranke

ja eben!
hat hier jemand über den verschlechterten Tarifvertrag bei Unilever geschrieben? nee, oder?
zigeunersoße war jedenfalls hier thema. sollte es auch, aber tarifverträge sollten es eben auch.
da kommt aber nicht viel. warum? kam nicht in der tagsschau?
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Beitrag(#2248185) Verfasst am: 19.04.2021, 00:30    Titel: Re: Life-Style-Linke Antworten mit Zitat

Wilson hat folgendes geschrieben:

hat hier jemand über den verschlechterten Tarifvertrag bei Unilever geschrieben? nee, oder?
zigeunersoße war jedenfalls hier thema. sollte es auch, aber tarifverträge sollten es eben auch.
da kommt aber nicht viel. warum? kam nicht in der tagsschau?

Weil sich über Zigeunersosse und den damit angeblich verbundenen Rassismus
ebenso endlos wie kostenlos palavern lässt, am Ende ist man bei den Guten und hat über Unilever sogar "gesiegt".
Gegen den Tarifvertrag "kann man halt nichts machen", also hält man die Klappe.
Das Beispiel zeigt doch sehr schön die Dämlichkeit der heutigen Linken und wie recht die Wagenknecht hat.
Das Identitätsgedöns ist eine Übersprungshandlung, weil die Linken an ihrer Heimatfront längst kapituliert haben.
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