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Schulstreik für Klima - Fridays for Future - Lifestyleprojekt einer Klassengem.
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fwo
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Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 23094
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Beitrag(#2174072) Verfasst am: 10.04.2019, 10:22    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
....
Wir reden hier zunaechst mal ueber zwei verschiedene Ebenen. Die formale rechtliche Gleichstellung ist eine Sache. Diese rechtliche Gleichstellung aber auch in die gesellschaftliche Realitaet zu uebertragen ist eine ganz andere Kiste.
....

Oh! Meinst Du wirklich?
Das hätte jetzt wirklich keiner gedacht, bei diesem Thema.
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Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

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Es gibt keinen Gott. Also: Jesus war nur ein Bankert und alle Propheten hatten einfach einen an der Waffel.
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step
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Anmeldungsdatum: 17.07.2003
Beiträge: 21390
Wohnort: Germering

Beitrag(#2174074) Verfasst am: 10.04.2019, 11:08    Titel: Antworten mit Zitat

Auch ein Normalverdiener, Student usw. kann 1 mal pro Woche ein gutes Fleisch essen statt 27 mal billiges. Wenn dann ein paar Reiche trotzdem 27 mal pro Woche teures Fleisch essen oder weiterhin viele Flugreisen machen, ist das nicht schön, es ist aber eher ein Gerechtigkeits- als ein Umweltproblem. Wenn man das nicht will, muß man nicht die Preise erhöhen, sondern Verschmutzungskontingente (und zwar nicht freikaufbar) einführen, die gelten dann genauso für die Reichen. Ich persönlich fände das besser, auch wenn sicher gleich wieder "Verbotsstaat" usw. kommt.
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Was ist der Sinn des Lebens? - Keiner, aber Leere ist Fülle für den, der sie sieht.
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Marcellinus
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Anmeldungsdatum: 27.05.2009
Beiträge: 6690

Beitrag(#2174075) Verfasst am: 10.04.2019, 11:32    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
Auch ein Normalverdiener, Student usw. kann 1 mal pro Woche ein gutes Fleisch essen statt 27 mal billiges. Wenn dann ein paar Reiche trotzdem 27 mal pro Woche teures Fleisch essen oder weiterhin viele Flugreisen machen, ist das nicht schön, es ist aber eher ein Gerechtigkeits- als ein Umweltproblem. Wenn man das nicht will, muß man nicht die Preise erhöhen, sondern Verschmutzungskontingente (und zwar nicht freikaufbar) einführen, die gelten dann genauso für die Reichen. Ich persönlich fände das besser, auch wenn sicher gleich wieder "Verbotsstaat" usw. kommt.

Ich denke, für das eine wie für das andere fehlt einer demokratischen Politik schlicht das Mandat, sprich die Mehrheit. Man kann es natürlich auch ohne versuchen (weil man sich „im Recht“ wähnt), nur sollte man das nicht Demokratie nennen. Und ich dachte, aus der Flüchtlingsmisere hätte man gelernt. Einige wohl immer noch nicht.
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"Mangel an historischem Sinn ist der Erbfehler aller Philosophen ... Alles aber ist geworden;
es gibt keine ewigen Tatsachen: sowie es keine absoluten Wahrheiten gibt."

Friedrich Nietzsche
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Samson83
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Anmeldungsdatum: 18.01.2013
Beiträge: 6823

Beitrag(#2174078) Verfasst am: 10.04.2019, 11:39    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
ich halte sie auch eher für ein Symptom als für einen Motor.

Ist ja bei Massenbewegungen öfters mal so. Nur sind Symptome einem Krankheitsverlauf natürlich auch nicht einfach äußerlich.

Die Analogie passt hier uebrigens ziemlich gut. Symptome medizinischer Erkrankungen sind oft Teil der der Heilung.

Genau das meinte ich. Meine erste Assoziation, als fwo von einer Massenbewegung als "Symptom" sprach, war ein Fieber. Wollte es nur für unseren Biologen fwo nicht ganz so offensichtlich machen. zwinkern

Aus gesellschaftlicher Sicht haben wir hier aber keine Heilung, sondern zuerst nur eine weitgehende Ablehnung des Alten, es findet sich kein realistisches Pro, einig ist man sich nur im Anti und dem Versuch, die Quellen auszugraben, die vorher ungenutzt waren, unabhängig von der Qualität dessen, was die zu liefern imstande waren.

Um das an der Sexualität zu demonstrieren: (Lassen wir mal die Begleitumstände wie "Besatzungsschäden", unbefriedigte Kriegerwitwen, die "Pille" usw. weg) Nachdem zuerst in den Halbstarkenrevolten und mit dem Rock'n Roll die Sexualität überhaupt in den öffentlichen Raum gerückt war, wurde während der 68er der Tabubruch durch öffentliche Nacktheit als Protestmittel entdeckt, um die wilhelminische Sexualmoral aufzubrechen. Da wurde aber nichts neues an die Stelle gesetzt, sondern es entstand eine allgemeine Leere, in der sogar die (natürlich einverständliche!) Sexualität mit Kindern möglich schien. Der entsprechende Selbstverwirklichungsversuch der Pädophilen Jahre später fiel in der damaligen Zeit eigentlich kaum auf, es war der "normale" Rand des Zeitgeistes. Aber daran ist auch zu erkennen, dass es nicht die letztendlich sehr wenigen "Revolutzer" von den Unis waren, der Bruch der Kontinuität der Kultur ging durch die ganze Gesellschaft.

Auf der pädagogischen Seite ist da die Utopie der der antiautoritären Erziehung. Pädagogikprofessoren in den 80ern, also 68er in den Institutionen, waren Spinner, die ihren Studenten maximal Träume mitgaben, aber nichts, was ihnen anschließend im Beruf wirklich nutzte - zu wissenschaftlicher Arbeit waren sie schlicht unfähig. Nach meiner Ansicht fängt man in der Pädagogik erst jetzt wieder langsam an, sich davon zu erholen und ein realistisches Menschenbild zu entwickeln. Diesen Bruch kann man auch in der familiären Erziehung nachzeichnen.

Kontinuität gibt es eigentlich nur in der Wirtschaft.

Wenn Du also von Heilung sprichst: Die haben wir heute noch nicht erreicht, sonst würden ein Indikator wie die Sexualität nicht wieder so stark in die andere Richtung pendeln, wie die CDU das gerade demonstriert oder die SPD auf der anderen Seite mit ihrer wiederentdeckten Christlichkeit.
äh... Hast du dich mal mit der „Sexualmoral“ der Weimarer Zeit beschäftigt? Das war vielerorts ähnlich Libertät wie es den 68ern zugeschrieben wird, und nacktbewegungen gab es da auch in Masse. Und was die Adenauerzeit betrifft gab es da vielerorts eine unglaubliche Diskrepanz zwischen gelebter und proklamierter Moral. In Bezug auf das Dritte Reich erscheint mir die Situation gerade während der Kriegsjahre als vollends chaotisch. Mithin kann ich gerade diesbezüglich nicht erkennen, was die 68er neues gebracht haben. Im übrigen bin ich nicht gegen die emanzipatorischen Entwicklungen, die den 68ern zugeschrieben werden. Ich bestreite nur , dass diese Zuschreibung stimmt.

Was die 68er geschafft haben, war ein Ruin der Dt. Bekleidungskultur...
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fwo
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Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 23094
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2174079) Verfasst am: 10.04.2019, 11:39    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
Auch ein Normalverdiener, Student usw. kann 1 mal pro Woche ein gutes Fleisch essen statt 27 mal billiges. Wenn dann ein paar Reiche trotzdem 27 mal pro Woche teures Fleisch essen oder weiterhin viele Flugreisen machen, ist das nicht schön, es ist aber eher ein Gerechtigkeits- als ein Umweltproblem. Wenn man das nicht will, muß man nicht die Preise erhöhen, sondern Verschmutzungskontingente (und zwar nicht freikaufbar) einführen, die gelten dann genauso für die Reichen. Ich persönlich fände das besser, auch wenn sicher gleich wieder "Verbotsstaat" usw. kommt.

Verbotsstaat ist jetzt kein Argument, weil es in der Konsequenz letztlich darum geht, unser Überleben zu organisieren, sondern einfach die Frage nach dem Verwaltungsaufwand und den Verwaltungsfolgen.

In dieses Verschmutzungskontingent müsste Fleisch genauso eingehen wie Reisen. Wildfleisch und Fleisch aus extensiver Haltung genauso wie das aus der Massentierhaltung, private Reisen genauso wie berufliche (wie ist das mit dem Kontingent für Firmen - oder wird da das private verrechnet?), usw.. Sinnigerweise sollte man das aber unterschiedlich gewichten.

Der Aufwand wäre leistbar (wobei man irgendwann einmal den Energieaufwand der EDV in dieses Verschmutzungskontingent einarbeiten müsste), aber wir bekommen wahrscheinlich am Ende kein gerechteres System als über den Preis, nur eine undurchschaubarere Bürokratie, die nicht nur - wie heute - weiß, was ich verdiene, sondern auch noch, wo meine Reisevorlieben liegen, was für Fleisch ich esse und welches Klopapier ich benutze.

Wenn ich mir ansehe, was in China gerade passiert, kann ich feststellen, dass die das mitmachen (vielleicht "überleben" sie sogar gerade deshalb), aber meine Vorstellungen von persönlicher Freiheit weichen da geringfügig ab - ich schätze Deine auch, wenn Du diese spontane Äußerung zu Ende denkst.
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Samson83
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Beiträge: 6823

Beitrag(#2174082) Verfasst am: 10.04.2019, 12:06    Titel: Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
Auch ein Normalverdiener, Student usw. kann 1 mal pro Woche ein gutes Fleisch essen statt 27 mal billiges. Wenn dann ein paar Reiche trotzdem 27 mal pro Woche teures Fleisch essen oder weiterhin viele Flugreisen machen, ist das nicht schön, es ist aber eher ein Gerechtigkeits- als ein Umweltproblem. Wenn man das nicht will, muß man nicht die Preise erhöhen, sondern Verschmutzungskontingente (und zwar nicht freikaufbar) einführen, die gelten dann genauso für die Reichen. Ich persönlich fände das besser, auch wenn sicher gleich wieder "Verbotsstaat" usw. kommt.

Ich denke, für das eine wie für das andere fehlt einer demokratischen Politik schlicht das Mandat, sprich die Mehrheit. Man kann es natürlich auch ohne versuchen (weil man sich „im Recht“ wähnt), nur sollte man das nicht Demokratie nennen. Und ich dachte, aus der Flüchtlingsmisere hätte man gelernt. Einige wohl immer noch nicht.
Ich bin mir nicht sicher, wie diesbezüglich die Mehrheitsverhältnisse sind; zumal ich mir angesichts der letzten Klimatexte zB in Zeit und Spiegel durchaus vorstellen könnte, dass bei den Meinungsmachern nicht wenige derartigen Vorschlägen zugetan werden, was, wie wir allerdings in der Tat entsprechenden "Flüchtlingskrise" sehen, kein direkter Indikator für die tatsächliche Meinungsverteilung im Volk ist.
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Samson83
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Anmeldungsdatum: 18.01.2013
Beiträge: 6823

Beitrag(#2174083) Verfasst am: 10.04.2019, 12:13    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Samson83 hat folgendes geschrieben:
smallie hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
Es gab mit dem Wirtschaftswunder und neuem Recht zwar einen Rückschlag, aber der mit den Kriegsfrauen 49 im Grundgesetz durchgesetzte Satz "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" verwandelte sehr viel "neues" altes Recht in ein nicht verfassungskonformes Recht. Es brauchte zwar eine Weile, diese Verfassung auch durchzusetzen, aber "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" war eine Saat, die die Kriegsfrauen in die Verfassung gelegt hatten.

Das stand in der Weimarer Verfassung noch nicht? Geschockt
bein. Da stand „sind vor dem Gesetz gleich“. Das meint nicht dasselbe.


Das verstehe ich nicht. Worin liegt denn der Unterschied zwischen "gleichberechtigt" und "vor dem Gesetz gleich"?
"Gleichberechtigt" heißt, dass sie wirklich dieselben subjektiven Rechte wie Männer haben, was die Privatautonomie - Vertragsfreiheit; Arbeitsplatzfreiheit - beinhaltet. "Gleichheit vor dem Gesetz" meint im wesentlichen Gleichheit bezüglich Eingriffsverwaltung und Strafrecht und Verfahrensrecht.

Solche Feinheiten machen Jura faszinierend.
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fwo
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Anmeldungsdatum: 05.02.2008
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Beitrag(#2174084) Verfasst am: 10.04.2019, 12:15    Titel: Antworten mit Zitat

Samson83 hat folgendes geschrieben:
....äh... Hast du dich mal mit der „Sexualmoral“ der Weimarer Zeit beschäftigt? Das war vielerorts ähnlich Libertät wie es den 68ern zugeschrieben wird, und nacktbewegungen gab es da auch in Masse. Und was die Adenauerzeit betrifft gab es da vielerorts eine unglaubliche Diskrepanz zwischen gelebter und proklamierter Moral. In Bezug auf das Dritte Reich erscheint mir die Situation gerade während der Kriegsjahre als vollends chaotisch. Mithin kann ich gerade diesbezüglich nicht erkennen, was die 68er neues gebracht haben. Im übrigen bin ich nicht gegen die emanzipatorischen Entwicklungen, die den 68ern zugeschrieben werden. Ich bestreite nur , dass diese Zuschreibung stimmt.

Aus der Weimarer Zeit kenne ich nur das Sittengemälde "Fabian" von Kästner, das sich auf einen Teil der Großstadtkultur beschränkt - er selbst bezeichnet die Situation als Tanz auf dem Vulkan. Es ist letztlich eine Ausnahmesituation, wie die im Krieg auch. Grundsätzlich reicht es auch nicht, zu betrachten, wie gepimpert wurde. Das Bild wird erst vollständig, wenn Du die soziale Position und die Macht bzw. das Machtgefälle zwischen den Beteiligten mit betrachtest. Zilles "Milljöh" ist eine Randgruppe, nicht nur gesellschaftlich, sondern auch existenziell. Von Zille stammt der Satz: "Man kann einen Menschen mit einer Wohnung erschlagen wie mit einer Axt."
Ansonsten hast Du auch in jeder restriktiven Gesellschaft Nischen, in denen sich die einrichten, die das, was sie machen wollen, nicht öffentlich machen dürfen. Das ist aber nicht mit der allgemeinen Moral und schon gar nicht mit der Rechtslage zu verwechseln. Als mir mein Vater mit dem Kuppeleiparagraphen kam, nachdem zum ersten Mal eine Freundin bei mir übernachtet hatte, war ich in der komfortablen Lage, ihm sagen zu können, dass die Richter sich inzwischen weigerten, den anzuwenden (was er auch nicht gut fand), aber der war tatsächlich noch Gesetz und die Zeiten, in denen er zur Anwendung gekommen war, waren noch nicht so lange her.

Aber auch hier vertreten wir - zumindest was die Bewertung der Wirksamkeit der 68er angeht - eine ähnliche Haltung. Es vollzog sich ein Kulturbruch in der Gesellschaft, bei dem sich die 68er nur publizistisch eine exponierte Stellung erkämpft hatten und so auch gute Buhmänner für die Gegenrichtung abgaben und abgeben.
Samson83 hat folgendes geschrieben:
Was die 68er geschafft haben, war ein Ruin der Dt. Bekleidungskultur...
Lachen Der musste jetzt von Dir kommen.
Aber auch das hätten sie nicht geschafft, ohne dass die Gesellschaft diesen "Ruin" übernommen hätte.
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Marcellinus
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Anmeldungsdatum: 27.05.2009
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Beitrag(#2174086) Verfasst am: 10.04.2019, 12:19    Titel: Antworten mit Zitat

Samson83 hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
Auch ein Normalverdiener, Student usw. kann 1 mal pro Woche ein gutes Fleisch essen statt 27 mal billiges. Wenn dann ein paar Reiche trotzdem 27 mal pro Woche teures Fleisch essen oder weiterhin viele Flugreisen machen, ist das nicht schön, es ist aber eher ein Gerechtigkeits- als ein Umweltproblem. Wenn man das nicht will, muß man nicht die Preise erhöhen, sondern Verschmutzungskontingente (und zwar nicht freikaufbar) einführen, die gelten dann genauso für die Reichen. Ich persönlich fände das besser, auch wenn sicher gleich wieder "Verbotsstaat" usw. kommt.

Ich denke, für das eine wie für das andere fehlt einer demokratischen Politik schlicht das Mandat, sprich die Mehrheit. Man kann es natürlich auch ohne versuchen (weil man sich „im Recht“ wähnt), nur sollte man das nicht Demokratie nennen. Und ich dachte, aus der Flüchtlingsmisere hätte man gelernt. Einige wohl immer noch nicht.
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Genau das wollte ich damit andeuten.
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Marcellinus
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Beiträge: 6690

Beitrag(#2174090) Verfasst am: 10.04.2019, 12:28    Titel: Antworten mit Zitat

Kleiner Nachtrag zu SPON: gestern gab es eine „Eilmeldung“, in 80 (in Worten: achtzig) Jahren seien die Alpen vermutlich eisfrei. Alarmismus als journalistische Methode, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.
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fwo
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Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 23094
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2174094) Verfasst am: 10.04.2019, 12:35    Titel: Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Kleiner Naxhtrag zu SPON: gestern gab es eine „Eilmeldung“, in 80 (in Worten: achtzig) Jahren seien die Alpen vermutlich eisfrei. Alarmismus als journalistische Methode, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Was ist jetzt daran Alarmismus? Doch wohl nur, dass sie es als Eilmeldung bringen.

Ich vermute, dass liegt daran, dass diesen Schickis (Die Leute von SPON, die inzwischen auch den eigentlichen Spiegel fast komplett übernommen haben, sind mit den "alten" Redakteuren diesen Blattes nicht mehr wirklich zu vergleichen) erst mit dieser Meldung begriffen haben, dass ihre Sommerschigebiete demnächst weg sind.
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vrolijke
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Anmeldungsdatum: 15.03.2007
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Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2174097) Verfasst am: 10.04.2019, 12:38    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Kleiner Naxhtrag zu SPON: gestern gab es eine „Eilmeldung“, in 80 (in Worten: achtzig) Jahren seien die Alpen vermutlich eisfrei. Alarmismus als journalistische Methode, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Was ist jetzt daran Alarmismus? Doch wohl nur, dass sie es als Eilmeldung bringen.

Ich vermute, dass liegt daran, dass diesen Schickis (Die Leute von SPON, die inzwischen auch den eigentlichen Spiegel fast komplett übernommen haben, sind mit den "alten" Redakteuren diesen Blattes nicht mehr wirklich zu vergleichen) erst mit dieser Meldung begriffen haben, dass ihre Sommerschigebiete demnächst weg sind.


Das ist natürlich tragisch. Deprimiert
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Marcellinus
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Anmeldungsdatum: 27.05.2009
Beiträge: 6690

Beitrag(#2174098) Verfasst am: 10.04.2019, 12:41    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Kleiner Naxhtrag zu SPON: gestern gab es eine „Eilmeldung“, in 80 (in Worten: achtzig) Jahren seien die Alpen vermutlich eisfrei. Alarmismus als journalistische Methode, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Was ist jetzt daran Alarmismus? Doch wohl nur, dass sie es als Eilmeldung bringen.

Genau das meinte ich.

fwo hat folgendes geschrieben:

Ich vermute, dass liegt daran, dass diesen Schickis (Die Leute von SPON, die inzwischen auch den eigentlichen Spiegel fast komplett übernommen haben, sind mit den "alten" Redakteuren diesen Blattes nicht mehr wirklich zu vergleichen) erst mit dieser Meldung begriffen haben, dass ihre Sommerschigebiete demnächst weg sind.

Ja, das wäre eine Erklärung, auf die ich noch gar nicht gekommen bin. Sehr glücklich
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Zuletzt bearbeitet von Marcellinus am 10.04.2019, 12:42, insgesamt einmal bearbeitet
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Tarvoc
Papst Tarvoc der Stæhlerne



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Beitrag(#2174099) Verfasst am: 10.04.2019, 12:41    Titel: Antworten mit Zitat

Mr. Green
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Und das Lamm öffnete das dritte Siegel. Und ein weißes Pferd erschien, und der auf ihm saß, trug ein braunes Gewand mit den Zeichen des Gesetzes. Und er trug ein Pergament, auf dem war der Buchstabe Kaph. Und ich hörte eine Stimme: "Für dieses Wort zwei Taler und für dieses Lied drei Taler. Das Logo aber rühre nicht an!"
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smallie
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Anmeldungsdatum: 02.04.2010
Beiträge: 2861

Beitrag(#2174148) Verfasst am: 10.04.2019, 17:40    Titel: Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
step hat folgendes geschrieben:
Auch ein Normalverdiener, Student usw. kann 1 mal pro Woche ein gutes Fleisch essen statt 27 mal billiges. Wenn dann ein paar Reiche trotzdem 27 mal pro Woche teures Fleisch essen oder weiterhin viele Flugreisen machen, ist das nicht schön, es ist aber eher ein Gerechtigkeits- als ein Umweltproblem. Wenn man das nicht will, muß man nicht die Preise erhöhen, sondern Verschmutzungskontingente (und zwar nicht freikaufbar) einführen, die gelten dann genauso für die Reichen. Ich persönlich fände das besser, auch wenn sicher gleich wieder "Verbotsstaat" usw. kommt.

Ich denke, für das eine wie für das andere fehlt einer demokratischen Politik schlicht das Mandat, sprich die Mehrheit. Man kann es natürlich auch ohne versuchen (weil man sich „im Recht“ wähnt), nur sollte man das nicht Demokratie nennen. Und ich dachte, aus der Flüchtlingsmisere hätte man gelernt. Einige wohl immer noch nicht.

Das Mandat. Oh ja.

    SPD "Wir erhöhen die Mehrwertsteuer nicht."
    CDU/CSU "Wir erhöhen die Mehrwertsteuer um 2 Prozentpunkte."

Und dann wird sie um drei Punkte erhöht. Solange das vom Wähler nicht abgewatscht wird - mangels geeigneter Alternativen? - wird das so bleiben.



Zu steps Vorschlägen:

Politik sollte sich bei Lösungsfindungen an Prinzipien orientieren. Ein wirtschaftlich-haushalterisches Prinzip, das ich gerne sehen würde:

Dinge kosten, was sie eben kosten. Der Straßenverkehr kommt für die Kosten des Verkehrs auf. Die Landwirtschaft kommt für die Kosten der Landwirtschaft auf. Und so weiter. Quersubventionen gibt es nicht, Ausnahmen wären Anschubfinanzierungen, Regelungen für soziale Härtefälle usw.

Dieses Prinzip auf Treibhausgasemissionen angewandt heißt die Kosten auf die Verursacher umzulegen. (Das praktische Problem, die Kosten zu beziffern, sehe ich und weiß keine Antwort.)

Ich denke sogar, daß man dafür ein Mandant von der Wählerschaft bekommt, falls diese Maßnahme von einem Großteil aller Länder weltweit umgesetzt wird. Öhmmpff. Ein großes "falls", schon klar. Das wird erst passieren, wenn die Auswirkungen des Klimawandels offensichtlich werden, weil Venedig dann kein Einzellfall mehr ist.



Zur Kontingentierung des Verbrauchs:

step hat folgendes geschrieben:
... Verschmutzungskontingente (und zwar nicht freikaufbar) einführen, die gelten dann genauso für die Reichen. Ich persönlich fände das besser, auch wenn sicher gleich wieder "Verbotsstaat" usw. kommt.

In Notzeiten wurden schon mal Essensmarken und ähnliches ausgegeben. Das ist an sich nicht verwerflich und auch kein "Verbotsstaat".

Behauptung: das führt regelmäßig zu einem Schwarzmarkt. Dann kann man den Handel auch gleich zulassen.
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Wilson
zwischen gaga und dada



Anmeldungsdatum: 04.02.2008
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Wohnort: Swift Tuttle

Beitrag(#2174150) Verfasst am: 10.04.2019, 17:42    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Snowpiercer ist ein beschissenes Sozialmelodram, das völlig falsche Vorstellungen über Klassenverhältnisse und politische Bewegungen in die Welt setzt, ohne auch nur einen Moment auf seine eigenen Voraussetzungen zu reflektieren wie z.B. die Tatsache, dass es eine völlig surreale Mikrogesellschaft präsentiert, die realistischerweise gar nicht in der Lage wäre, das zu produzieren, was sie verkonsumiert - oder auch nur sich selbst überhaupt dauerhaft am Laufen zu halten. Und überhaupt, was sollte bitte der Quatsch mit dem Kind im Maschinenraum? Bis zu dem Punkt war die Allegorie wenigstens verständlich, aber wofür soll das denn bitte eine Metapher sein? Es wäre besser gewesen, den Zugführer tatsächlich als Pädo darzustellen, weil das wenigstens kein Stilbruch zur allgemeinen Dekadenz der vorderen Wagen gewesen wäre. Und dann endet der Film damit, die Revolutionäre und ihre gesamte Klasse in eine Eiswüste zu entlassen, in der sie alle elendig krepieren werden, weil sie nicht die Skills haben, in so einer Umgebung zu überleben. Und das soll dann der große Sieg der Freiheit über die Tyrannei sein. Na super. Deprimiert

Wenn sich der Film nicht so ernst nehmen würde und statt auf Predigten und halbgare Allegorien bewusst auf Action, Absurdität und over the top fun gesetzt hätte, hätte er mir besser gefallen. Aber Snowpiercer scheint sich seiner eigenen Absurdität noch nicht mal bewusst zu sein, sondern sich für eine ernste und tiefsinnige Revolutionsallegorie zu halten, die es einfach nicht ist. Gerade aufgrund seiner Ernsthaftigkeit kann ich den Film nicht ernst nehmen.

...sorry, war gerade etwas abgelenkt, worum ging's hier gerade nochmal? Verlegen


seh ich nicht so.

und wer behauptet denn, dass der film wahnsinnig tiefsinnig und komplex sei?

ich fand den nicht schlecht. und ersten: es gab keinen sieg.
die klassen wurden klar dargestellt und auch, mit welchen mittel der sog. klassenkampf geführt wird: brutal, propagandandistisch, manipulativ, täuschend, erbarmungslos und heuchlerisch usw.
einzelne psychopathen als durchsetzer und dienstbare.
die welt draußen zerstört und drinnen im mikrokosmos, die gleichen verhältnisse wie eh und je. trotz erlebten untergangs, der nicht von ungefähr kam. und die kinder sind der nachschub, der die ewigen klassenverhältnisse in gang hält also das ungleichgewicht. am ende machts wieder bum. so gut wie alle tot, der eisbär, der gesichtet wird..wofür steht der wohl? "" wo der eisbär, da kein mensch? dank globaler erwärmung wird die art wohl nicht überleben, verschwindet das meereis komplett, ist es unwahrscheinlich, dass die eisbären als art überleben, heißt es.
da draußen aber kälte herrscht...

naja, egal.


https://www.youtube.com/watch?v=P-kIrOuurgY
SNOWPIERCER - Kritik & Analyse
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Samson83
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Beiträge: 6823

Beitrag(#2174153) Verfasst am: 10.04.2019, 18:01    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Samson83 hat folgendes geschrieben:
....äh... Hast du dich mal mit der „Sexualmoral“ der Weimarer Zeit beschäftigt? Das war vielerorts ähnlich Libertät wie es den 68ern zugeschrieben wird, und nacktbewegungen gab es da auch in Masse. Und was die Adenauerzeit betrifft gab es da vielerorts eine unglaubliche Diskrepanz zwischen gelebter und proklamierter Moral. In Bezug auf das Dritte Reich erscheint mir die Situation gerade während der Kriegsjahre als vollends chaotisch. Mithin kann ich gerade diesbezüglich nicht erkennen, was die 68er neues gebracht haben. Im übrigen bin ich nicht gegen die emanzipatorischen Entwicklungen, die den 68ern zugeschrieben werden. Ich bestreite nur , dass diese Zuschreibung stimmt.

Aus der Weimarer Zeit kenne ich nur das Sittengemälde "Fabian" von Kästner, das sich auf einen Teil der Großstadtkultur beschränkt - er selbst bezeichnet die Situation als Tanz auf dem Vulkan. Es ist letztlich eine Ausnahmesituation, wie die im Krieg auch. Grundsätzlich reicht es auch nicht, zu betrachten, wie gepimpert wurde. Das Bild wird erst vollständig, wenn Du die soziale Position und die Macht bzw. das Machtgefälle zwischen den Beteiligten mit betrachtest. Zilles "Milljöh" ist eine Randgruppe, nicht nur gesellschaftlich, sondern auch existenziell. Von Zille stammt der Satz: "Man kann einen Menschen mit einer Wohnung erschlagen wie mit einer Axt."
Ansonsten hast Du auch in jeder restriktiven Gesellschaft Nischen, in denen sich die einrichten, die das, was sie machen wollen, nicht öffentlich machen dürfen. Das ist aber nicht mit der allgemeinen Moral und schon gar nicht mit der Rechtslage zu verwechseln. Als mir mein Vater mit dem Kuppeleiparagraphen kam, nachdem zum ersten Mal eine Freundin bei mir übernachtet hatte, war ich in der komfortablen Lage, ihm sagen zu können, dass die Richter sich inzwischen weigerten, den anzuwenden (was er auch nicht gut fand), aber der war tatsächlich noch Gesetz und die Zeiten, in denen er zur Anwendung gekommen war, waren noch nicht so lange her.

Aber auch hier vertreten wir - zumindest was die Bewertung der Wirksamkeit der 68er angeht - eine ähnliche Haltung. Es vollzog sich ein Kulturbruch in der Gesellschaft, bei dem sich die 68er nur publizistisch eine exponierte Stellung erkämpft hatten und so auch gute Buhmänner für die Gegenrichtung abgaben und abgeben.
Samson83 hat folgendes geschrieben:
Was die 68er geschafft haben, war ein Ruin der Dt. Bekleidungskultur...
Lachen Der musste jetzt von Dir kommen.
Aber auch das hätten sie nicht geschafft, ohne dass die Gesellschaft diesen "Ruin" übernommen hätte.
Für die Situation vor dem ersten Weltkrieg fand ich den Roman „der krasse Fux“ interessant, der 1912 im Marburger Corpsstudentenmillieu spielt. Bürgertöchter werden als potentielle Ehefrauen hoch förmlich und sittlich behandelt, Übergriffe führen zum Ausschluss. Dafür wird bei Arbeiermädchen und Dienstmägden wild rumgevögelt, wobei nicht zimperlich vorgegangen wurde. Ich weiß nicht ob das die herrschende Moral mehr stützt oder unterminiert.
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fwo
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Beitrag(#2174174) Verfasst am: 10.04.2019, 20:15    Titel: Antworten mit Zitat

Samson83 hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
Samson83 hat folgendes geschrieben:
....äh... Hast du dich mal mit der „Sexualmoral“ der Weimarer Zeit beschäftigt? Das war vielerorts ähnlich Libertät wie es den 68ern zugeschrieben wird, und nacktbewegungen gab es da auch in Masse. Und was die Adenauerzeit betrifft gab es da vielerorts eine unglaubliche Diskrepanz zwischen gelebter und proklamierter Moral. In Bezug auf das Dritte Reich erscheint mir die Situation gerade während der Kriegsjahre als vollends chaotisch. Mithin kann ich gerade diesbezüglich nicht erkennen, was die 68er neues gebracht haben. Im übrigen bin ich nicht gegen die emanzipatorischen Entwicklungen, die den 68ern zugeschrieben werden. Ich bestreite nur , dass diese Zuschreibung stimmt.

Aus der Weimarer Zeit kenne ich nur das Sittengemälde "Fabian" von Kästner, das sich auf einen Teil der Großstadtkultur beschränkt - er selbst bezeichnet die Situation als Tanz auf dem Vulkan. Es ist letztlich eine Ausnahmesituation, wie die im Krieg auch. Grundsätzlich reicht es auch nicht, zu betrachten, wie gepimpert wurde. Das Bild wird erst vollständig, wenn Du die soziale Position und die Macht bzw. das Machtgefälle zwischen den Beteiligten mit betrachtest. Zilles "Milljöh" ist eine Randgruppe, nicht nur gesellschaftlich, sondern auch existenziell. Von Zille stammt der Satz: "Man kann einen Menschen mit einer Wohnung erschlagen wie mit einer Axt."
....
Für die Situation vor dem ersten Weltkrieg fand ich den Roman „der krasse Fux“ interessant, der 1912 im Marburger Corpsstudentenmillieu spielt. Bürgertöchter werden als potentielle Ehefrauen hoch förmlich und sittlich behandelt, Übergriffe führen zum Ausschluss. Dafür wird bei Arbeiermädchen und Dienstmägden wild rumgevögelt, wobei nicht zimperlich vorgegangen wurde. Ich weiß nicht ob das die herrschende Moral mehr stützt oder unterminiert.

Ich habe mal einen wichtigen Satz gefettet.

Was Du da beschreibst, würde ich als das Ausnutzen sehr starker Machtgefälle bezeichnen, außerdem überlagert von patriarchalischen Strukturen, in denen Jungs und Mädchen sehr unterschiedliche Rechte haben. Das 2. kannst Du bei uns vor der Haustüre in unserer islamischen Parallelwelt beobachten, wenn es durch familiäre Dramen nach außen dringt oder durch die Geschichten der Mitschüler und -schülerinnnen ins Haus getragen wird. Da werden die Mädchen nach Möglichkeit auf dem Schulweg begleitet und sollen auch abends nicht mehr aus dem Haus, währedn die JUngs tolle Hechte sind, wenn sie eine "Schlampe" flachlegen. Ich kenne es außerdem aus persönlichen Schilderungen einer Freundin aus Sao Paulo, für die es auch normal war, dass die Jungs sich nachmittags für Geld in den Slums vergnügten, während die Mädchen nicht angefasst werden durften. Für die war Europa diesbezüglich eine ganz andere Welt mit gleichen Rechten für Jungs und Mädels. Hier wurde aneinander rumgemacht, wie sie es aus Sao Paulo nur aus dem Prahlen der Jungs von den Slums gehört hatte. Die Sexualmoral ist das, was innerhalb der selben Schicht gelebt wird. Und die kann schichtspezifisch sein, wenn eine Schicht sich selbst als in der Prostitution befindlich erlebt.
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Tarvoc
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Beitrag(#2174188) Verfasst am: 10.04.2019, 21:27    Titel: Antworten mit Zitat

Wilson hat folgendes geschrieben:
und wer behauptet denn, dass der film wahnsinnig tiefsinnig und komplex sei?

Du zum Beispiel. Der Film kommt zu keinem Zeitpunkt über bloßes Popcornkino hinaus und fällt gerade in den Momenten, wo er ernsthaft sein und zum Denken anregen will, sogar ein ganzes Stück hinter die Anforderungen an gutes Popcornkino zurück. Und trotzdem scheint er dich davon überzeugt zu haben, dass er als Allegorie realer Klassenverhältnisse funktioniert.


Wilson hat folgendes geschrieben:
die klassen wurden klar dargestellt und auch, mit welchen mittel der sog. klassenkampf geführt wird: [...]
die welt draußen zerstört und drinnen im mikrokosmos, die gleichen verhältnisse wie eh und je.

"Wie eh und je" - ab wann soll denn das gewesen sein, "eh und je"? Oder meinst du, die Klassenverhältnisse im antiken Rom seien die selben wie die zwischen mittelalterlichen Lehnsherren und deren Untertanen und diese wiederum die selben wie in modernen kapitalistischen Gesellschaften? Welche Art von Klassenverhältnis bildet denn der Snowpiercer-Film eigentlich ab? Oder was für eins? Worum wird der Klassenkampf im Kapitalismus geführt? Um das größtenteils durch Lohnarbeit erzeugte gesellschaftliche Mehrprodukt, das im Kapitalismus die Form des Mehrwerts annimmt. Dieser Kampf nimmt damit teilweise direkt, teilweise indirekt sehr unterschiedliche Formen an: Zum Beispiel erstens den Kampf um die Höhe des Arbeitslohns, zweitens den Kampf um die Länge des Arbeitstages, und drittens den Kampf um die Verteilung der Kosten für gesellschaftliche Aufgaben wie z.B. die Versorgung zeitweilig unproduktiver Teile der Arbeiterklasse (Kinder, Kranke und Alte, sowie die industrielle Reservearmee, vulgo "Arbeitslose").

Im Snowpiercer wird hingegen überhaupt kein nennenswertes Mehrprodukt geschaffen. Nicht nur gibt es keine erkennbare Produktionssphäre innerhalb der Mikrogesellschaft, sondern es gibt auch keine Marktsphäre, in der das Mehrprodukt die Form des Mehrwerts annehmen könnte. Auch sind die Unterdrückten nicht erkennbar oder in nennenswertem Maß an irgendeiner Produktion beteiligt, während im Kapitalismus gerade die beherrschte Klasse für den Produktionsprozess ganz entscheidend ist. Sie bekommen dementsprechend auch keinen Lohn, sondern Rationen, die eher an Almosen erinnern als an eine durch ihre ökonomische Stellung und Funktion bestimmte Beteiligung an einem erwirtschafteten Mehrprodukt. Entsprächen die Klassenverhältnisse denen im Kapitalismus, so hätten die Bewohner der hinteren Wagen gerade aufgrund der Tatsache, dass sie für den Produktionsprozess unerlässlich wären, ganz andere Mittel im Klassenkampf als das der direkten Insurrektion, bei dem sie sich den Weg nach vorne freischießen. Beispielsweise könnten sie in dem Falle durch Nicht-Aktivität die Produktion lahmlegen und das als Druckmittel verwenden (auch bekannt als Streik). Tatsächlich legt der Film sogar Wert darauf, dass der Motor des Zugs ein perpetuum mobile ist, womit sich die ganze Frage nach dem Produktionsprozess erübrigt. In Wirklichkeit ist der Snowpiercer überhaupt keine Klassengesellschaft im ökonomischen Sinne und das Elend der hinteren Wagen ergibt sich nicht aus ihrer ökonomischen Stellung. Die einzigen überhaupt produktiven Individuen im ganzen Zug sind der Zugführer und das Kind im Maschinenraum (was in gewisser Weise eher an gewissermaßen invertierte Ayn Rand-Fantasien erinnert). Allenfalls bilden diese beiden Individuen eine Mikro-Klassengesellschaft aus einem Ausbeuter und einem Ausgebeuteten (die allerdings wohl eher ein Sklavereiverhältnis ist als ein Lohnarbeitsverhältnis), und der ganze Rest des Zugs ist nur ein extrem merkwürdiger, ökonomisch unproduktiver Anhang, der aus humanitären Gründen mit durchgefüttert wird. Und der Unterschied im Reichtum und in der Lebensweise zwischen den Passagieren der hinteren und denen der vorderen Wagen gründet sich ausschließlich darauf, dass die vorderen Wagen Waffen haben, und hebt sich von selbst auf, sobald ihnen die Kugeln ausgehen - er ist also eigentlich gar kein Klassenunterschied, weil nicht ökonomisch bestimmt. Dementsprechend geht es in dem ganzen Kampf auch nicht um die verschiedenen Stellungen im Produktionsprozess, nicht um Lohnverhältnisse oder Arbeitszeiten oder um die Kosten gesellschaftspolitischer Aufgaben, sondern einzig und allein um die Verteilung eines von zwei Einzelindividuen im Alleingang magisch hergestellten Gesamtprodukts unter zwei gleichermaßen unproduktiven - nicht Klassen, sondern völlig kontingenten demographischen Gruppen.

Überhaupt gibt es einiges an dem Film, das es für mich sehr fraglich macht, ob es sich überhaupt um eine Allegorie auf den Kapitalismus handeln soll.

Wilson hat folgendes geschrieben:
so gut wie alle tot, der eisbär, der gesichtet wird..wofür steht der wohl? "" wo der eisbär, da kein mensch?

Warum sollten wir uns denn für den im Film dargestellten Konflikt überhaupt interessieren, wenn sein Ausgang völlig irrelevant ist, weil die Menschen im Zug ganz unabhängig von seinem Ausgang sowieso alle bereits dem Untergang geweiht sind?
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Und das Lamm öffnete das dritte Siegel. Und ein weißes Pferd erschien, und der auf ihm saß, trug ein braunes Gewand mit den Zeichen des Gesetzes. Und er trug ein Pergament, auf dem war der Buchstabe Kaph. Und ich hörte eine Stimme: "Für dieses Wort zwei Taler und für dieses Lied drei Taler. Das Logo aber rühre nicht an!"
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beachbernie
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Beitrag(#2174198) Verfasst am: 11.04.2019, 04:39    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
....
Wir reden hier zunaechst mal ueber zwei verschiedene Ebenen. Die formale rechtliche Gleichstellung ist eine Sache. Diese rechtliche Gleichstellung aber auch in die gesellschaftliche Realitaet zu uebertragen ist eine ganz andere Kiste.
....

Oh! Meinst Du wirklich?
Das hätte jetzt wirklich keiner gedacht, bei diesem Thema.


Ich dachte ich sage Dir das mal, weil Dir dies offensichtlich nicht bewusst war als Du Dein posting verfasst hast. Smilie
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Lebensnebel
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Beitrag(#2174257) Verfasst am: 11.04.2019, 12:57    Titel: Antworten mit Zitat

Neue Studie über den ökologischen Fußabdruck von Hunden und Katzen:
https://www.mz-web.de/wirtschaft/finanzen/geld/haustiere-forscher-haben-errechnet--wie-klimaschaedlich-hund-und-katze-sind-32350214
Zitat:
Wer ein Pferd besitzt, ist Klimasünder. Auf das Jahr gerechnet ist die Umweltbelastung so hoch wie eine 21.500 Kilometer lange Autofahrt. Ein Hund ist so schädlich wie 3700 Kilometer. Eine Katze kommt auf 1400 Kilometer. Zwei Kaninchen, elf Ziervögel und 100 Zierfische schaden der Umwelt in dem Ausmaß einer Katze.
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fwo
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Beitrag(#2174262) Verfasst am: 11.04.2019, 13:18    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
....
Wir reden hier zunaechst mal ueber zwei verschiedene Ebenen. Die formale rechtliche Gleichstellung ist eine Sache. Diese rechtliche Gleichstellung aber auch in die gesellschaftliche Realitaet zu uebertragen ist eine ganz andere Kiste.
....

Oh! Meinst Du wirklich?
Das hätte jetzt wirklich keiner gedacht, bei diesem Thema.


Ich dachte ich sage Dir das mal, weil Dir dies offensichtlich nicht bewusst war als Du Dein posting verfasst hast. Smilie

zwinkern Nicht alles, was Dir offensichtlich erscheint, ist auch so. Aber ich erspare uns allen eine Analyse meines Textes und lebe damit, dass es Menschen gibt, die da etwas anderes drin sehen als ich reingesteckt habe.
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Religionskritik-Wiesbaden
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Beitrag(#2174376) Verfasst am: 12.04.2019, 08:48    Titel: Re: Drastisch und Radikal - eine Verteuerung von Reisen muss kommen Antworten mit Zitat

schtonk hat folgendes geschrieben:
Religionskritik-Wiesbaden hat folgendes geschrieben:
[...]

... Drastisch und radikal sind doch auch die Forderungen der Schüler. [...]


Daran gibt es nichts auszusetzen.

Schon beim Rio-Gipfel 1992 machte eine 12-jährige von sich reden:

Zitat:
Sechs bewegende Minuten lang spricht Severn Cullis-Suzuki auf dem Umweltgipfel 1992 von Rio. Die Zwölfjährige aus Kanada ist Gründerin einer Kinderumweltorganisation, sie hat das Geld für die Reise in die brasilianische Metropole selbst gesammelt.

Severn redet über ihre Ängste angesichts der Umweltzerstörung, über die Nöte der nächsten Generationen. An die Abgeordneten gewandt sagt sie: „Sie wissen nicht, wie die Löcher in unserer Ozonschicht zu beheben sind. Sie wissen nicht, wie man Lachse in einem toten Fluss ansiedeln kann. Sie wissen nicht, wie man ausgestorbene Tiere zurück in den Wald bringt, der einmal dort wuchs, wo jetzt Wüste ist. Wenn Sie nicht wissen, wie Sie all das reparieren können, dann hören Sie damit auf, es zu zerstören!“

„Das Mädchen, das die Welt zum Schweigen brachte“

http://www.waz-online.de/Nachrichten/Wissen/Wie-Greta-Thunbergs-beruehmte-Vorgaengerin-vor-27-Jahren-die-Welt-bewegte


Severn Suzuki deutsch

Severn Suzuki original

Im Unterschied zu heute gabe damals noch keine SocialMedia oder Foren, in denen landeshauptstädterische Trolle/Hater/Spackos der jungen Frau etwas entgegenrotzen konnten.
Nein, man begegnete ihr mit dem Respekt, der ihr gebührte.


Ich rotze nicht,
sondern lege meine Hand in noch vor 2 Monaten ziemlich offene Instagram-Wunden der
Luisa Neubauer,
dem It-Girl der aktuellen Lifestyle-Humanisten mit grünem Anstrich.
Zur Erinnerung hier:

Religionskritik-Wiesbaden hat folgendes geschrieben:
Schauen wir uns nun eine der Chefaktivistinnen näher an:

Religionskritik-Wiesbaden hat folgendes geschrieben:
(...) Luisa Neubauer - (...) Aktivisten-IT Girl, (...)

(...)


Und zwar unter dem Aspekt Klimawandel - CO2 - Fußabdruck:

Die Dame verzichtet nicht auf die exotischsten Reiseziele - und ihre Community scheint das nicht sonderlich zu interessieren - eigentlich vom Lifestyle her eine Anti-Greta - aber seht selbst:

Quelle Instagram:
https://www.instagram.com/luisa.loveslife/?hl=de

Urlaube von 2015 bis 2018!













Nichts für ungut,
aber diese Form von Demonstranten - fallen für mich unter die Kategorie Lifestylehumanisten.

Und ja,
die Moral,
die man predigt - sollte man auch selber leben,
oder?

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Samson83
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Beitrag(#2174377) Verfasst am: 12.04.2019, 08:56    Titel: Antworten mit Zitat

Mir gehen diese dämlichen ad hominems auf die Nerven, lieber Religionskritik-Wiesbaden. In Bezug auf die Sinnhaftigkeit der Forderungen und Vertretbarkeit der Argumente der Klimaschützer ist völlig irrelevant, wie ökologisch korrekt diese sich selber verhalten.
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Tarvoc
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Beitrag(#2174379) Verfasst am: 12.04.2019, 09:34    Titel: Antworten mit Zitat

@Religionskritik-Wiesbaden: Also wenn du Interesse hast, kann ich dir gerne genau erklären, warum ad hominem und tu quoque zu den Fehlschlüssen gerechnet werden. Sag mir einfach Bescheid, ob's dich interessiert. Cool
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sünnerklaas
Mietzekatzenkater - treibt den Kessel



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Beitrag(#2174381) Verfasst am: 12.04.2019, 09:53    Titel: Re: Drastisch und Radikal - eine Verteuerung von Reisen muss kommen Antworten mit Zitat

doppelposting
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Ich fordere: JEDEM VOLLPFOSTEN SEIN EIGENES "Mimi-Mimi!"


Zuletzt bearbeitet von sünnerklaas am 12.04.2019, 09:55, insgesamt einmal bearbeitet
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sünnerklaas
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Beitrag(#2174382) Verfasst am: 12.04.2019, 09:54    Titel: Re: Drastisch und Radikal - eine Verteuerung von Reisen muss kommen Antworten mit Zitat

Religionskritik-Wiesbaden hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:
Religionskritik-Wiesbaden hat folgendes geschrieben:
[...]

... Drastisch und radikal sind doch auch die Forderungen der Schüler. [...]


Daran gibt es nichts auszusetzen.

Schon beim Rio-Gipfel 1992 machte eine 12-jährige von sich reden:

Zitat:
Sechs bewegende Minuten lang spricht Severn Cullis-Suzuki auf dem Umweltgipfel 1992 von Rio. Die Zwölfjährige aus Kanada ist Gründerin einer Kinderumweltorganisation, sie hat das Geld für die Reise in die brasilianische Metropole selbst gesammelt.

Severn redet über ihre Ängste angesichts der Umweltzerstörung, über die Nöte der nächsten Generationen. An die Abgeordneten gewandt sagt sie: „Sie wissen nicht, wie die Löcher in unserer Ozonschicht zu beheben sind. Sie wissen nicht, wie man Lachse in einem toten Fluss ansiedeln kann. Sie wissen nicht, wie man ausgestorbene Tiere zurück in den Wald bringt, der einmal dort wuchs, wo jetzt Wüste ist. Wenn Sie nicht wissen, wie Sie all das reparieren können, dann hören Sie damit auf, es zu zerstören!“

„Das Mädchen, das die Welt zum Schweigen brachte“

http://www.waz-online.de/Nachrichten/Wissen/Wie-Greta-Thunbergs-beruehmte-Vorgaengerin-vor-27-Jahren-die-Welt-bewegte


Severn Suzuki deutsch

Severn Suzuki original

Im Unterschied zu heute gabe damals noch keine SocialMedia oder Foren, in denen landeshauptstädterische Trolle/Hater/Spackos der jungen Frau etwas entgegenrotzen konnten.
Nein, man begegnete ihr mit dem Respekt, der ihr gebührte.


Ich rotze nicht,
sondern lege meine Hand in noch vor 2 Monaten ziemlich offene Instagram-Wunden der
Luisa Neubauer,
dem It-Girl der aktuellen Lifestyle-Humanisten mit grünem Anstrich.
Zur Erinnerung hier:

Religionskritik-Wiesbaden hat folgendes geschrieben:
Schauen wir uns nun eine der Chefaktivistinnen näher an:

Religionskritik-Wiesbaden hat folgendes geschrieben:
(...) Luisa Neubauer - (...) Aktivisten-IT Girl, (...)

(...)


Und zwar unter dem Aspekt Klimawandel - CO2 - Fußabdruck:

Die Dame verzichtet nicht auf die exotischsten Reiseziele - und ihre Community scheint das nicht sonderlich zu interessieren - eigentlich vom Lifestyle her eine Anti-Greta - aber seht selbst:

Quelle Instagram:
https://www.instagram.com/luisa.loveslife/?hl=de

Urlaube von 2015 bis 2018!













Nichts für ungut,
aber diese Form von Demonstranten - fallen für mich unter die Kategorie Lifestylehumanisten.

Und ja,
die Moral,
die man predigt - sollte man auch selber leben,
oder?


Ich sehe da erst einmal klassische Trendfotos an sogenannten "Sehnsuchtsorten", wie sie nach den ungeschriebenen Regeln von Instagram&Co. gemacht wurden.
Diese Bilder kommen nicht von ungefähr - die Selfies werden gemacht, weil ansonsten der Besuch an dem entsprechenden Ort gerne mal angezweifelt wird. Es gibt ja genug Bildmontagen und Fälschungen, die zu einem gravierenden Vertrauensverlust geführt haben. Hinzu kommt: solche Reisen sind wichtige Statussymbole.

ABER - und jetzt kommt mein Einwand:

Wer sich mit den Folgen des Klimawandels beschäftigen will, muss eben auch mal vor Ort gewesen sein - also an den Orten, an denen die Folgen des Klimawandels (Gletscherschwund, Auftauen von Permafrostböden im Hochgebirge etc. richtig sichtbar ist. Irgendwo machen dann Leute ihre Erfahrung.

Was ich sehr bemerkenswert finde: im Angesichts von "Friday for future" rufen jetzt diejenigen am lautesten nach Wissenschaftlern und Profis, die ansonsten maximalen Wissenschaftsskeptizismus vor sich her tragen.
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smallie
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Beitrag(#2174416) Verfasst am: 12.04.2019, 15:48    Titel: Antworten mit Zitat

Apropos freakteach

Sonneneinstrahlung wird mit 1367 W/m² angegeben.
Globale Erwärmung wird mit 1 W/m² angegeben.

Erdradius 6371 km gibt 127 451 472 Quadratkilometer Querschnitt.
Teilen durch 1367 gibt 93 234 Quadratkilometer.

Also ein im Orbit zu installierendes, schattenspendendes Quadrat von 305 km Seitenlänge.


PS: Bitte nicht lachen, sonst muß ich Chemtrails in der Stratosphäre vorschlagen. nee Das wäre dann wenigstens eine erprobte Technik. zwinkern
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sponor
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Beitrag(#2174419) Verfasst am: 12.04.2019, 16:16    Titel: Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:
Apropos freakteach

Sonneneinstrahlung wird mit 1367 W/m² angegeben.
Globale Erwärmung wird mit 1 W/m² angegeben.

Erdradius 6371 km gibt 127 451 472 Quadratkilometer Querschnitt.
Teilen durch 1367 gibt 93 234 Quadratkilometer.

Also ein im Orbit zu installierendes, schattenspendendes Quadrat von 305 km Seitenlänge.


PS: Bitte nicht lachen, sonst muß ich Chemtrails in der Stratosphäre vorschlagen. nee Das wäre dann wenigstens eine erprobte Technik. zwinkern

Tja, musst du nur noch bauen und nach oben befördern (ersatzweise oben zusammenbauen).
Aber bitte CO2-neutral! zwinkern

EDIT: Das wird sinngemäß beides erforscht, so weit ich weiß.
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Beitrag(#2174641) Verfasst am: 14.04.2019, 12:39    Titel: Antworten mit Zitat

Klimawandel schlimmer als gedacht.

Zitat:
26 führende Klimawissenschaftler haben ihre wichtigsten Ergebnisse der vergangenen zwei Jahre zusammengefasst. Ihr Fazit: Die Erde erhitzt sich unerwartet schnell.

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Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
Erich Fromm

Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

Grenzen geben einem die Illusion, das Böse kommt von draußen
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