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Kein atheistischer Arbeitskreis in der SPD erlaubt

 
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Landei
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Anmeldungsdatum: 27.02.2011
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Beitrag(#2171389) Verfasst am: 20.03.2019, 12:17    Titel: Kein atheistischer Arbeitskreis in der SPD erlaubt Antworten mit Zitat

Per Ordre de Mufti wurde SPD-Mitgliedern verboten, einen atheistischen Arbeitskreis zu bilden. Mit christlichen, jüdischen oder muslimischen Arbeitskreisen hat die SPD-Spitze aber kein Problem:

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/atheisten-duerfen-keinen-arbeitskreis-in-der-spd-gruenden-16096047.html

Für mich ist dieser Sauhaufen ja schon seit Schröder nicht mehr wählbar, aber das ist ja wohl das allerletzte. Hoffentlich ziehen die Betroffenen die entsprechenden Konsequenzen.
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Der Islam gehört auf den Müllhaufen der Geschichte. Diese Gotteslehre eines unmoralischen Beduinen ist ein verwesender Kadaver, der unser Leben vergiftet. (Kemal Atatürk)
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fwo
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Anmeldungsdatum: 05.02.2008
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Beitrag(#2171391) Verfasst am: 20.03.2019, 13:04    Titel: Re: Kein atheistischer Arbeitskreis in der SPD erlaubt Antworten mit Zitat

Landei hat folgendes geschrieben:
Per Ordre de Mufti wurde SPD-Mitgliedern verboten, einen atheistischen Arbeitskreis zu bilden. ...

Das Thema ist ja nicht neu, es ist auch nicht das erste Verbot der SPD in dieser Richtung. Dazu passt auch, dass sie jemanden nach oben hieven, der keinen Widerspruch zwischen Scharia und Grundgesetz sieht.

Aber Du hättest die inhaltlich falsche Überschrift aus der FAZ nicht übernehmen sollen: Es geht um einen säkularen Arbeitskreis.

Wenn die sich einig wären, hätte ich ein Lösung für sie:
Die FDP ist groß genug, um damit im Bundestag zu landen, und klein genug, um sie zu übernehmen, vor allen Dingen, wenn man bedenkt, dass sie neben ihren momentan dominanten Wirtschaftsliberalen auch immer schon einen ordentlichen Anteil an Sozialliberalen hatte.

Ich schätze aber, dass sie sich nicht einig sind.
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Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

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Es gibt keinen Gott. Also: Jesus war nur ein Bankert und alle Propheten hatten einfach einen an der Waffel.
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Marcellinus
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Anmeldungsdatum: 27.05.2009
Beiträge: 6871

Beitrag(#2171394) Verfasst am: 20.03.2019, 13:28    Titel: Re: Kein atheistischer Arbeitskreis in der SPD erlaubt Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:

Ich schätze aber, dass sie sich nicht einig sind.

Was für die ganze sogenannte "säkulare Szene" gilt. Weshalb sie auch eine historische Randnotiz bleiben wird.
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"Mangel an historischem Sinn ist der Erbfehler aller Philosophen ... Alles aber ist geworden;
es gibt keine ewigen Tatsachen: sowie es keine absoluten Wahrheiten gibt."

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vrolijke
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Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2171405) Verfasst am: 20.03.2019, 15:24    Titel: Re: Kein atheistischer Arbeitskreis in der SPD erlaubt Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:

Ich schätze aber, dass sie sich nicht einig sind.

Was für die ganze sogenannte "säkulare Szene" gilt. Weshalb sie auch eine historische Randnotiz bleiben wird.


Komischerweise sind die religiöse Fraktionen sich auch alles außer immer einig. Dennoch sind sie keine Randerscheinung. Am Kopf kratzen
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Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

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Marcellinus
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Anmeldungsdatum: 27.05.2009
Beiträge: 6871

Beitrag(#2171407) Verfasst am: 20.03.2019, 15:33    Titel: Re: Kein atheistischer Arbeitskreis in der SPD erlaubt Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:

Ich schätze aber, dass sie sich nicht einig sind.

Was für die ganze sogenannte "säkulare Szene" gilt. Weshalb sie auch eine historische Randnotiz bleiben wird.


Komischerweise sind die religiöse Fraktionen sich auch alles außer immer einig. Dennoch sind sie keine Randerscheinung. Am Kopf kratzen

Nun, vielleicht können sie sich das auch einfach erlauben, kommt doch auf jeden organisiserten Säkularen 2000 organisierte Christen. Außerdem stimmt das nicht so ganz. Zwischen den einzelnen Religionsvereinen mag es Uneinigkeit geben, aber wenn es gegen die Ungläubigen geht, sind sie sich einig.
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Grey
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Beitrag(#2171409) Verfasst am: 20.03.2019, 15:40    Titel: Re: Kein atheistischer Arbeitskreis in der SPD erlaubt Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Zwischen den einzelnen Religionsvereinen mag es Uneinigkeit geben, aber wenn es gegen die Ungläubigen geht, sind sie sich einig.

Was die Erbärmlichkeit jedes einzelnen dieser Vereine aufzeigt.
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vrolijke
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Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2171410) Verfasst am: 20.03.2019, 15:42    Titel: Re: Kein atheistischer Arbeitskreis in der SPD erlaubt Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:

Ich schätze aber, dass sie sich nicht einig sind.

Was für die ganze sogenannte "säkulare Szene" gilt. Weshalb sie auch eine historische Randnotiz bleiben wird.


Komischerweise sind die religiöse Fraktionen sich auch alles außer immer einig. Dennoch sind sie keine Randerscheinung. Am Kopf kratzen

Nun, vielleicht können sie sich das auch einfach erlauben, kommt doch auf jeden organisiserten Säkularen 2000 organisierte Christen. Außerdem stimmt das nicht so ganz. Zwischen den einzelnen Religionsvereinen mag es Uneinigkeit geben, aber wenn es gegen die Ungläubigen geht, sind sie sich einig.


Stimmt.
Es liegt aber schon in der Natur der Sache, das Säkulare nicht organisiert sind.
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Marcellinus
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Anmeldungsdatum: 27.05.2009
Beiträge: 6871

Beitrag(#2171420) Verfasst am: 20.03.2019, 18:07    Titel: Re: Kein atheistischer Arbeitskreis in der SPD erlaubt Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:

Es liegt aber schon in der Natur der Sache, das Säkulare nicht organisiert sind.

Ja, denn niemand organisiert ein NICHTS. Sehr glücklich
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fwo
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Beiträge: 23657
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Beitrag(#2171424) Verfasst am: 20.03.2019, 18:17    Titel: Re: Kein atheistischer Arbeitskreis in der SPD erlaubt Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Es liegt aber schon in der Natur der Sache, das Säkulare nicht organisiert sind.

Ja, denn niemand organisiert ein NICHTS. Sehr glücklich

Was daran stimmt, ist , dass es kaum gelingt, ein NICHTS anzubeten (Lassen wir den Buddhismus mal außen vor zwinkern ).
In dem Sinne haben aber Liberale auch ein NICHTS.
Die Säkularen haben auch ein gemeinsames Ziel, nämlich die historisch überlieferte Verquickung von Staat und Kirche aufzulösen. Bezeichnenderweise sind bei diesen Säkularen ja auch nicht nur Atheisten, sondern auch Agnostiker, erklärte Humanisten und Christen.

Warum sollten sie sich unter diesem gemeinsamen Ziel nicht ebenso organisieren können, wie andere Leite, die mehr soziale Gerechtigkeit, mehr Freiheit oder weniger Staat haben wollen?
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vrolijke
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Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2171427) Verfasst am: 20.03.2019, 18:29    Titel: Re: Kein atheistischer Arbeitskreis in der SPD erlaubt Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Es liegt aber schon in der Natur der Sache, das Säkulare nicht organisiert sind.

Ja, denn niemand organisiert ein NICHTS. Sehr glücklich


Warum sollten sie sich unter diesem gemeinsamen Ziel nicht ebenso organisieren können, wie andere Leite, die mehr soziale Gerechtigkeit, mehr Freiheit oder weniger Staat haben wollen?

Dafür gibt es bestimmt kluge Erklärungen.
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Marcellinus
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Anmeldungsdatum: 27.05.2009
Beiträge: 6871

Beitrag(#2171428) Verfasst am: 20.03.2019, 18:47    Titel: Re: Kein atheistischer Arbeitskreis in der SPD erlaubt Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Es liegt aber schon in der Natur der Sache, das Säkulare nicht organisiert sind.

Ja, denn niemand organisiert ein NICHTS. Sehr glücklich

Was daran stimmt, ist , dass es kaum gelingt, ein NICHTS anzubeten (Lassen wir den Buddhismus mal außen vor zwinkern ).
In dem Sinne haben aber Liberale auch ein NICHTS.
Die Säkularen haben auch ein gemeinsames Ziel, nämlich die historisch überlieferte Verquickung von Staat und Kirche aufzulösen. Bezeichnenderweise sind bei diesen Säkularen ja auch nicht nur Atheisten, sondern auch Agnostiker, erklärte Humanisten und Christen.

Mit dem NICHTS meinte ich nicht etwas zum Anbeten, sondern ein gemeinsames Ziel. Liberale haben (oder hatten?) eine gemeinsame Vorstellung davon, wie eine freiheitliche Gesellschaft aussehen sollte. Säkulare haben kein gemeinsames Ziel. Ich kenne auch kaum jemanden, der sich selbst als Säkularen bezeichnet (außer ein paar Gesinnungstätern). Es ist ein Kunstbegriff, der etwas Gemeinsames vorgaukeln will, wo nichts Gemeinsames ist.

fwo hat folgendes geschrieben:

Warum sollten sie sich unter diesem gemeinsamen Ziel nicht ebenso organisieren können, wie andere Leite, die mehr soziale Gerechtigkeit, mehr Freiheit oder weniger Staat haben wollen?

Das ist eben das Problem: es gibt dieses gemeinsame Ziel nicht, bzw. es gibt keine Mehrheiten dafür. Es trifft immer nur eine Minderheit. Die Staatsleistungen an die Kirchen sind abstrakte Beträge. Daß Kirchen Kindergärten, Krankenhäuser und Schulen betreiben, ist den meisten egal, solange es sie selbst nicht betrifft. In den meisten Krankenhäusern merkst du es nicht einmal, wenn du die Devotionalien an den Wänden ignorierst.

Vor die Wahl gestellt, ihre Kinder in den Religionsunterricht oder den Ethik(rest)unterricht zu schicken, nehmen die meisten ersteres, und sei es auch nur, um den Idioten von der ideologischen Resterrampe zu entgehen. Ähnlich ist es mit kirchlichen Schulen. Warum haben die solchen Zulauf? Weil die nicht alle nehmen müssen. Sozusagen die Privatschule für Arme.

Man mag das nicht mögen, aber es gibt für die Mehrheit "gute" Gründe, die Trennung von Staat und Kirchen NICHT für erstrebenswert zu halten. Dem Rest ist es schlicht egal.

Zum Schluß ein kleiner historischer Exkurs: in der Weimarer Republik gab es weit mehr organisierte Konfessionslose als heute. Warum? Nicht nur weil die Sozialdemokraten im Gegensatz zu heute atheistisch waren, sondern weil die Freidenkervereine aus Vereinen für Feuerbestattung entstanden waren. Ein praktischer Grund! Die Ablehnung der Religion ergab ist nur indirekt aus der Ablehnung der Feuerbestattung durch die Kirchen.

Wer heute den Kirchen und ihren Traditionen entgehen will, hat dazu zahlreiche Gelegenheit. Für den Durchschnittsbürger sind die Kirchen weit weg, und daher auch kein Grund, sich gegen sie zu organisieren. Sicherlich auch kein Grund, sie zu unterstützen, und wenn sich heute eine Regierung entschließen würde, die Staatsleistungen, auch mit Hinweis auf die moralischen Fehlleistungen der Kirchen, abzuschaffen, würde sich kaum ein Sturm der Entrüstung erheben, es sei denn: die kirchlichen Wasserträger und Lobbyisten bleiben weiterhin auf ihren Posten. Und nach einer Änderung sieht es da nicht aus.

Ein zweiter Nachtrag noch: Wenn es etwas gibt, was den meisten Menschen noch mehr auf den Sack geht, als die Predigten der Pfaffen und Schamanen, dann sind es die Predigten der selbsternannten Gottlosen. Etwas langweiligeres, selbstgerechteres und verbohrteres findet man kaum. Und auf jeden, der eine Behauptung aufstellt, gibt es mindestens zwei, die gegenteiliger Ansicht sind. Die Vorstellung, solche Leute hätten öffentlich etwas zu melden, läßt einen die Pfaffen gleich leichter ertragen.
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fwo
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Beitrag(#2171429) Verfasst am: 20.03.2019, 19:14    Titel: Re: Kein atheistischer Arbeitskreis in der SPD erlaubt Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
....
Ein zweiter Nachtrag noch: Wenn es etwas gibt, was den meisten Menschen noch mehr auf den Sack geht, als die Predigten der Pfaffen und Schamanen, dann sind es die Predigten der selbsternannten Gottlosen. Etwas langweiligeres, selbstgerechteres und verbohrteres findet man kaum. Und auf jeden, der eine Behauptung aufstellt, gibt es mindestens zwei, die gegenteiliger Ansicht sind. Die Vorstellung, solche Leute hätten öffentlich etwas zu melden, läßt einen die Pfaffen gleich leichter ertragen.

Klingt für mich wie ein leicht abgewandeltes Böll-Zitat. Aber der ist schon ziemlich lange tot.
Kennst Du solche? von heute? Ich nicht.

Selbst in diesem Forum hatten wir nur sehr gelegentlich solche Leute.
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Marcellinus
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Beitrag(#2171430) Verfasst am: 20.03.2019, 19:31    Titel: Re: Kein atheistischer Arbeitskreis in der SPD erlaubt Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
....
Ein zweiter Nachtrag noch: Wenn es etwas gibt, was den meisten Menschen noch mehr auf den Sack geht, als die Predigten der Pfaffen und Schamanen, dann sind es die Predigten der selbsternannten Gottlosen. Etwas langweiligeres, selbstgerechteres und verbohrteres findet man kaum. Und auf jeden, der eine Behauptung aufstellt, gibt es mindestens zwei, die gegenteiliger Ansicht sind. Die Vorstellung, solche Leute hätten öffentlich etwas zu melden, läßt einen die Pfaffen gleich leichter ertragen.

Klingt für mich wie ein leicht abgewandeltes Böll-Zitat. Aber der ist schon ziemlich lange tot.
Kennst Du solche? von heute? Ich nicht.

Selbst in diesem Forum hatten wir nur sehr gelegentlich solche Leute.

Über dieses Forum schweige ich lieber. Liest du gelegentlich den hpd?
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step
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Beitrag(#2171431) Verfasst am: 20.03.2019, 19:32    Titel: Re: Kein atheistischer Arbeitskreis in der SPD erlaubt Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Weshalb sie auch eine historische Randnotiz bleiben wird.

Das ist nicht so entscheidend, solange die Nichtreligösen immer mehr werden, besonders bei den Jüngeren.
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Marcellinus
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Beitrag(#2171432) Verfasst am: 20.03.2019, 19:39    Titel: Re: Kein atheistischer Arbeitskreis in der SPD erlaubt Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Weshalb sie auch eine historische Randnotiz bleiben wird.

Das ist nicht so entscheidend, solange die Nichtreligösen immer mehr werden, besonders bei den Jüngeren.

Ja, richtig, das ist ja auch das, was wir beobachten können. Nur werden die sich kaum für eine Trennung von Kirchen und Staat einsetzen, einfach weil ihnen das eine so egal ist wie das andere. In der Zwischenzeit regeln die Kirchen das auf ihre Weise. Heute schon werden reihenweise Immobilien an die Kirchen zu Spottpreisen "verkauft" bzw. überschrieben. Krankenhäuser gehen in Gesellschaften auf, die formal keiner Kirche mehr zuzuordnen sind und durch das Gestrüpp kirchlicher Organisationen und Besitztümer schauen ja nicht einmal die Kirchen selbst durch.

Die sinkende Zahl der Kirchenmitglieder wird aufgefangen durch die Verringerung und Zusammenlegung der Kirchengemeinden. Die Priesterzahl sinkt sowieso und so bleibt am Ende eine kleine, wohlhabende Organisation übrig, einen Bischofskirche gewissermaßen, gut vernetzt mit den jeweils Herrschenden, ganz egal welcher Partei. Opus Dei hat es vorgemacht, daß man damit weit kommen kann.
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fwo
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Beitrag(#2171433) Verfasst am: 20.03.2019, 19:44    Titel: Re: Kein atheistischer Arbeitskreis in der SPD erlaubt Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
....
Ein zweiter Nachtrag noch: Wenn es etwas gibt, was den meisten Menschen noch mehr auf den Sack geht, als die Predigten der Pfaffen und Schamanen, dann sind es die Predigten der selbsternannten Gottlosen. Etwas langweiligeres, selbstgerechteres und verbohrteres findet man kaum. Und auf jeden, der eine Behauptung aufstellt, gibt es mindestens zwei, die gegenteiliger Ansicht sind. Die Vorstellung, solche Leute hätten öffentlich etwas zu melden, läßt einen die Pfaffen gleich leichter ertragen.

Klingt für mich wie ein leicht abgewandeltes Böll-Zitat. Aber der ist schon ziemlich lange tot.
Kennst Du solche? von heute? Ich nicht.

Selbst in diesem Forum hatten wir nur sehr gelegentlich solche Leute.

Über dieses Forum schweige ich lieber. Liest du gelegentlich den hpd?

Nur noch sehr gelegentlich, seit ich Carsten Frerk nicht mehr regelmäßig sehe. Und das ist schon ziemlich lange her, nämlich seit er nicht mehr in Hamburg wohnt. Warum fragst Du?

Aber nochmal zu den Laizisten: Die in der SPD haben ja anscheinend einen gemeinsamen Nenner gefunden, für die gilt zumindest in diesem Thema Dein Argument nicht.
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Marcellinus
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Beitrag(#2171435) Verfasst am: 20.03.2019, 20:12    Titel: Re: Kein atheistischer Arbeitskreis in der SPD erlaubt Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:

Liest du gelegentlich den hpd?

Nur noch sehr gelegentlich, seit ich Carsten Frerk nicht mehr regelmäßig sehe. Und das ist schon ziemlich lange her, nämlich seit er nicht mehr in Hamburg wohnt. Warum fragst Du?

Ach, nur so ... ***pfeifendindieLuftguck***
fwo hat folgendes geschrieben:

Aber nochmal zu den Laizisten: Die in der SPD haben ja anscheinend einen gemeinsamen Nenner gefunden, für die gilt zumindest in diesem Thema Dein Argument nicht.

Ach komm, natürlich können sich einzelne Nichtgläubige gelegentlich einigen. Sie haben ja auch ein gemeinsames Ziel, in diesem Fall eine weniger kirchenfromme Politik ihrer eigenen Partei, der SPD. Aber das ist ein Ziel einer winzigen Minderheit von Leuten, die sich nicht einmal in ihrer eigenen Partei Gehör verschaffen können. Den Parteibonzen wird klar sein, daß die Engagiertesten unter ihnen austreten werden, und das ist der Parteiführung offenbar sogar recht. Danach haben sie überhaupt keine Plattform mehr, und verschwinden in der Versenkung.

Wie sagten junge Leute auf der Straße in Leipzig anläßlich des dortigen Kirchentages auf die Frage, ob sie Gläubige seien oder Atheisten: "Weder noch, normal eben!" Sehr sympathisch, nur machst du als Homo sapien mit "normal" nun mal keinen Verein. Und so werden die Kirchen und die von ihnen popagierte Ideologie uns noch lange erhalten bleiben. Es werden zwar immer weniger Menschen etwas mit ihnen zu tun haben wollen (ich war überrascht, daß nur noch 20% der Hochzeiten kirchlich begangen werden), aber um sie los zu werden, so wichtig sind sie den meisten auch nun wieder nicht. Es sei denn, irgend ein neuer Irrationalismus wird aus irgend einem Grunde Mode. Ich will's nicht hoffen. Da sind mir die alterschwachen Kirchen schon lieber. zwinkern
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Tarvoc
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Beitrag(#2171464) Verfasst am: 21.03.2019, 09:12    Titel: Re: Kein atheistischer Arbeitskreis in der SPD erlaubt Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Die Priesterzahl sinkt sowieso und so bleibt am Ende eine kleine, wohlhabende Organisation übrig, einen Bischofskirche gewissermaßen, gut vernetzt mit den jeweils Herrschenden, ganz egal welcher Partei. Opus Dei hat es vorgemacht, daß man damit weit kommen kann.

Aber nicht, wenn man keinen Überblick über die eigenen Organisationen und Besitztümer hat.
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...Ich bin halt einfach mit der Gesamtsituation unzufrieden.
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Marcellinus
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Beitrag(#2171466) Verfasst am: 21.03.2019, 10:45    Titel: Re: Kein atheistischer Arbeitskreis in der SPD erlaubt Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Die Priesterzahl sinkt sowieso und so bleibt am Ende eine kleine, wohlhabende Organisation übrig, einen Bischofskirche gewissermaßen, gut vernetzt mit den jeweils Herrschenden, ganz egal welcher Partei. Opus Dei hat es vorgemacht, daß man damit weit kommen kann.

Aber nicht, wenn man keinen Überblick über die eigenen Organisationen und Besitztümer hat.

Ja, sollte man meinen, nicht wahr? Aber der größere Gefahr scheint doch zu sein, daß durch unvorsichtiges Verhalten die Öffentlichkeit zu viel mitbekommt. Es gab da doch vor kurzem diesen Bischof mit extravaganten Bauambitionen ... Am Ende erkennen sich die Seinen.
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Beitrag(#2171471) Verfasst am: 21.03.2019, 11:26    Titel: Re: Kein atheistischer Arbeitskreis in der SPD erlaubt Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Man mag das nicht mögen, aber es gibt für die Mehrheit "gute" Gründe, die Trennung von Staat und Kirchen NICHT für erstrebenswert zu halten. Dem Rest ist es schlicht egal.


Mit dem gleichen Pessimismus hätte man die Anti-Homöopathie-Bewegung bedenken können: Die einen wollen die Kügelchen und den anderen ist es egal. Stattdessen zeigt sich, dass solche Bewegungen doch etwas zustande bringen können, wenn man es richtig anpackt. Ich halte es für einen (weiteren) großen strategischen Fehler der SPD, Vertretern der größten Bevölkerungsgruppe (wenn man die Konfessionen getrennt betrachtet) zu verbieten, sich zu organisieren. Das heißt ja letztlich nur, dass sie nicht erwünscht sind. Und selbst wenn vielleicht(?) mehr Theologen aus der SPD in den Parlamenten sitzen als bei der politischen Konkurrenz, gibt es ja schon zwei Parteien mit einem "C" im Namen. Mithin ist diese Entscheidung selbst dann gaga, wenn die Säkularen tatsächlich nur ein "Nichts" einen würde. Zudem dürfte es auch unter den Indifferenten eine wachsende Zahl von Leuten geben, die mit kirchenchristlich induzierter Ethik in der Politik erheblich fremdeln. Ich stelle das jedenfalls immer wieder insbesondere bei jüngeren Menschen fest.
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Beitrag(#2171472) Verfasst am: 21.03.2019, 11:32    Titel: Re: Kein atheistischer Arbeitskreis in der SPD erlaubt Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
Die Priesterzahl sinkt sowieso und so bleibt am Ende eine kleine, wohlhabende Organisation übrig, einen Bischofskirche gewissermaßen, gut vernetzt mit den jeweils Herrschenden, ganz egal welcher Partei. Opus Dei hat es vorgemacht, daß man damit weit kommen kann.

Aber nicht, wenn man keinen Überblick über die eigenen Organisationen und Besitztümer hat.

Ja, sollte man meinen, nicht wahr? Aber der größere Gefahr scheint doch zu sein, daß durch unvorsichtiges Verhalten die Öffentlichkeit zu viel mitbekommt. Es gab da doch vor kurzem diesen Bischof mit extravaganten Bauambitionen ... Am Ende erkennen sich die Seinen.

Du meinst, so wie Adam sein Weib erkannte?

Der brauchte dazu aber noch keine so extravagante Badewanne wie das Tebärzchen.
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Beitrag(#2171479) Verfasst am: 21.03.2019, 13:02    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt einen Aufsatz von Thierse aus dem Jahr 2011 zu diesem Thema, in dem ganz gut klar wird, vor welchen schlafenden Hunden die christliche SPD Angst hat. Natürlich darf auch ein falsch zitierter Ernst-Wolfgang Böckenförde darin nicht fehlen. Was ich aber interessant fand, ist dass der Anteil der vereinstreuen Christen in der SPD über dem Bundesdurchschnitt liegt.

Ein weiterer Kommentar aus der Zeit von 2017, auch aus religiöser Richtung, mit einem leider abgeschnittenen Kommentar von Gerd Ossenbrink.

Bezeichnenderweise wird das in den größeren Medien außer der FAZ und dem SWR nicht thematisiert.

EDIT Jahreszahl
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Zuletzt bearbeitet von fwo am 21.03.2019, 17:10, insgesamt einmal bearbeitet
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Beitrag(#2171493) Verfasst am: 21.03.2019, 16:48    Titel: Antworten mit Zitat

Thierse hat folgendes geschrieben:
Noch kritischer aber ist die Forderung zu sehen, dass nur ein wirklich religionsdistanzierter Staat der Forderung des Grundgesetzes entspreche, keine Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft zu benachteiligen oder zu bevorzugen. Sie legt den Schluss nahe, dass der staatliche Bereich oder sogar der gesamte öffentliche Raum religionsfrei oder zu einem säkularistischen Bekenntnis verpflichtet werden soll. Hier zeigt sich sehr klar, dass der Laizismus nicht neutral ist, sondern selbst Partei im Streit der Weltanschauungen.


"Die Forderung, der Staat solle keinem (religiösen!!!) Bekenntnis verpflichtet sein, legt den Schluss nahe, der Staat solle auf ein Bekenntnis verpflichtet werden."

+ "An dem, was ich gerade argumentlos behauptet habe, zeigt sich (!!!) das, was ich gerade argumentlos behauptet habe."

+ "Keinem religiösen Bekenntnis Privilegien vor anderen einzuräumen ist ein religiöses (!!!) Bekenntnis!"
__________

= "Laßt den Kirchen ihre Privilegien, ansonsten seid ihr unfreiheitlich und undemokratisch!" (Die Summe dieser Passage.)

Das alleine ist schon ungefähr auf dem selben argumentativen Niveau wie "Atheismus ist auch ein Glaube lol!!!!!111"

Dann nach x auch noch Böckenförde einzuschieben ist praktisch eine Geiselnahme der Demokratie durch die Kirchen. "Lasst uns unsere Privilegien, dann lassen wir euch eure Demokratie."
_________________
...Ich bin halt einfach mit der Gesamtsituation unzufrieden.
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Myron
Humanistischer Naturalist



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Beitrag(#2171503) Verfasst am: 21.03.2019, 18:15    Titel: Re: Kein atheistischer Arbeitskreis in der SPD erlaubt Antworten mit Zitat

Marcellinus hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Es liegt aber schon in der Natur der Sache, das Säkulare nicht organisiert sind.

Ja, denn niemand organisiert ein NICHTS. Sehr glücklich


Komisch, dass es 700-seitige Bücher über dieses "Nichts" gibt:

https://global.oup.com/academic/product/the-oxford-handbook-of-secularism-9780199988457?cc=de&lang=en&

zwinkern
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Marcellinus
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Beiträge: 6871

Beitrag(#2171540) Verfasst am: 21.03.2019, 21:13    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Thierse hat folgendes geschrieben:
Noch kritischer aber ist die Forderung zu sehen, dass nur ein wirklich religionsdistanzierter Staat der Forderung des Grundgesetzes entspreche, keine Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft zu benachteiligen oder zu bevorzugen. Sie legt den Schluss nahe, dass der staatliche Bereich oder sogar der gesamte öffentliche Raum religionsfrei oder zu einem säkularistischen Bekenntnis verpflichtet werden soll. Hier zeigt sich sehr klar, dass der Laizismus nicht neutral ist, sondern selbst Partei im Streit der Weltanschauungen.


"Die Forderung, der Staat solle keinem (religiösen!!!) Bekenntnis verpflichtet sein, legt den Schluss nahe, der Staat solle auf ein Bekenntnis verpflichtet werden."

+ "An dem, was ich gerade argumentlos behauptet habe, zeigt sich (!!!) das, was ich gerade argumentlos behauptet habe."

+ "Keinem religiösen Bekenntnis Privilegien vor anderen einzuräumen ist ein religiöses (!!!) Bekenntnis!"
__________

= "Laßt den Kirchen ihre Privilegien, ansonsten seid ihr unfreiheitlich und undemokratisch!" (Die Summe dieser Passage.)

Das alleine ist schon ungefähr auf dem selben argumentativen Niveau wie "Atheismus ist auch ein Glaube lol!!!!!111"

Dann nach x auch noch Böckenförde einzuschieben ist praktisch eine Geiselnahme der Demokratie durch die Kirchen. "Lasst uns unsere Privilegien, dann lassen wir euch eure Demokratie."


Es ist das Stamdard-„Argument“ von Religiösen, wenn sie sich gar nicht mehr zu helfen wissen. Daß das in der SPD als Argument durchgeht, zeigt, wie sehr unter ihren Funktionären Religiöse mittlerweile den Ton angeben.
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"Mangel an historischem Sinn ist der Erbfehler aller Philosophen ... Alles aber ist geworden;
es gibt keine ewigen Tatsachen: sowie es keine absoluten Wahrheiten gibt."

Friedrich Nietzsche
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Marcellinus
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Anmeldungsdatum: 27.05.2009
Beiträge: 6871

Beitrag(#2171542) Verfasst am: 21.03.2019, 21:26    Titel: Re: Kein atheistischer Arbeitskreis in der SPD erlaubt Antworten mit Zitat

Myron hat folgendes geschrieben:
Marcellinus hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:

Es liegt aber schon in der Natur der Sache, das Säkulare nicht organisiert sind.

Ja, denn niemand organisiert ein NICHTS. Sehr glücklich


Komisch, dass es 700-seitige Bücher über dieses "Nichts" gibt:

https://global.oup.com/academic/product/the-oxford-handbook-of-secularism-9780199988457?cc=de&lang=en&

zwinkern

Daß Bücher über alles Mögliche und Unmögliche geschrieben werden, ist ja nun keine neue Erkenntnis, auch und gerade an Universitäten. Aber das macht ihr Thema noch nicht zu einer Sache, die für so viele Menschen von Bedeutung ist, daß sie ihre Freizeit dafür opfern und sich dafür organisieren.
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Marcellinus
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Anmeldungsdatum: 27.05.2009
Beiträge: 6871

Beitrag(#2171544) Verfasst am: 21.03.2019, 21:36    Titel: Antworten mit Zitat

Mitte der 80er Jahre hatte ich einigen Kontakt zu SPD-Funktionären auf kommunaler Ebene. Schon damals war ich überrascht, wie viele kirchlich Orientierte und sogar bei Kirchens beschäftigte ich unter ihnen fand. Neben Lehrern und Sozialarbeitern stellten sie schon damals eine wesentliche Gruppe, und weil sie offenbar von ihrem Arbeitgeber großzügig freigestellt wurden, hatten sie Zeit, sich zu engagieren.

Es war die Zeit der Friedensbewegung, und auch dort war der Kontakt zu Pastoren und kirchlichen Mitarbeitern (wesentlich aus der ev. Kirche) ziemlich rege. Glelichzeitig begegneten einem in der SPD immer weniger Arbeiter, ein Trend der sich in den folgenden Jahrzehnten noch als folgenschwer herausstellen sollte, aber damals unter den jungen Funktionären schon zu sehen war.

Das Ergebnis können wir heute beobachten: eine Partei von linksbürgerlichen Funktionären, mit zum Teil erheblicher Nähe besonders zu den ev. Kirchen, wie sich übrigens die ev. Kirchen in diesen Jahrzehnten erheblich politisiert haben. Da gibt es mittlerweile erhebliche personelle Verflechtungen.
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