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werden die Menschen immer dümmer?
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neurosemantik
stets um intellektuelle Redlichkeit bemüht



Anmeldungsdatum: 20.05.2016
Beiträge: 147

Beitrag(#2215329) Verfasst am: 15.06.2020, 17:21    Titel: Re: Kein Selektionsdruck mehr ... Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:

Behaupten, von HartzIV und "reichlichem" Kindergeld könne man im Vergleich zu irgendwem anderem in Deutschland sehr gut leben, und gleichzeitig über mangelnden IQ und EQ bei anderen jammern. Nee, klar.

Das war nur die Feststellung, dass Hartz4 plus Kindergeld im Vergleich zu mir persönlich (Einkommen 0€
bzw. sogar -190€ wegen der Zwangskrankenversicherung für Mittellose in Deutschland ) ein relativ
luxuriöses Leben bietet und vielleicht wenig Anreiz auf intellektuelle Anstrengungen zu einer Ausbildung
für mehr Aussicht auf einen lukrativen Job (den viele dann ja auch nicht bekommen und bestenfalls Taxi
fahren können oder wieder Hartz4en müssen) bietet.

Intelligenz allein und Ausbildung allein sind in Deutschland noch lange keine Garantie für Besserstellung.
Kommt natürlich auf die konsumistischen Ansprüche an das Leben an, aber bei Kindergeld für mehrere
Kinder plus Hartz4 Plus Miet- und Heizkostenzahlung vom Amt ist für viele da der Anreiz zur
intellektuellen Bildung bei oft fehlender Jobaussicht im erträumten Beruf (->von Berufung) vielleicht
gar nicht so hoch...
Aber bitte nicht persönlich werden. Hier sitzen ja tagsüber sicher auch viele Arbeitslose am Rechner
oder posten während der Arbeitszeit (EQ-relevant?).

Der IQ wird ja auch durch Bildung kaum größer, da Veranlagung und frühkindliche Entwicklung dort
die entscheidenden Rollen spielen. Was die Evolution angeht kann man jedenfalls im Sozialsystem ohne
intellektuelle Anstrengung überleben und seine Gene weitergeben.
_________________
                       Die Absurdität des Lebens schafft bisweilen eine unerträgliche kognitive Dissonanz...
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Wilson
zwischen gaga und dada



Anmeldungsdatum: 04.02.2008
Beiträge: 13830
Wohnort: Swift Tuttle

Beitrag(#2215330) Verfasst am: 15.06.2020, 17:40    Titel: Re: Kein Selektionsdruck mehr ... Antworten mit Zitat

neurosemantik hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:

Behaupten, von HartzIV und "reichlichem" Kindergeld könne man im Vergleich zu irgendwem anderem in Deutschland sehr gut leben, und gleichzeitig über mangelnden IQ und EQ bei anderen jammern. Nee, klar.

Das war nur die Feststellung, dass Hartz4 plus Kindergeld im Vergleich zu mir persönlich (Einkommen 0€
bzw. sogar -190€ wegen der Zwangskrankenversicherung für Mittellose in Deutschland ) ein relativ
luxuriöses Leben bietet und vielleicht wenig Anreiz auf intellektuelle Anstrengungen zu einer Ausbildung
für mehr Aussicht auf einen lukrativen Job (den viele dann ja auch nicht bekommen und bestenfalls Taxi
fahren können oder wieder Hartz4en müssen) bietet.

Intelligenz allein und Ausbildung allein sind in Deutschland noch lange keine Garantie für Besserstellung.
Kommt natürlich auf die konsumistischen Ansprüche an das Leben an, aber bei Kindergeld für mehrere
Kinder plus Hartz4 Plus Miet- und Heizkostenzahlung vom Amt ist für viele da der Anreiz zur
intellektuellen Bildung bei oft fehlender Jobaussicht im erträumten Beruf (->von Berufung) vielleicht
gar nicht so hoch...
Aber bitte nicht persönlich werden. Hier sitzen ja tagsüber sicher auch viele Arbeitslose am Rechner
oder posten während der Arbeitszeit (EQ-relevant?).

Der IQ wird ja auch durch Bildung kaum größer, da Veranlagung und frühkindliche Entwicklung dort
die entscheidenden Rollen spielen. Was die Evolution angeht kann man jedenfalls im Sozialsystem ohne
intellektuelle Anstrengung überleben und seine Gene weitergeben.



hartz4 bekommt man nicht so einfach oder möchtest du anekdoten erzählen? die werden eingespannt, um die statistik schön zu färben. ansonsten gibts sanktionen und dann ist schluss mit amazon oder h&m oder hugendubel.
und überdies: bis auf ihr konsuminteresse sind also hartz4- bezieher blöde, ambitionslose und gegen abwertung immune bzw stumpfsinnig zombies?

wird man eigentlich als zombie geboren? und wenn nicht, also sozialisation eine entspr. rolle spielt, dann bring dich halt ein und unterstütze (politische) maßnahmen.
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Spoony
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Anmeldungsdatum: 26.07.2003
Beiträge: 820
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Beitrag(#2215334) Verfasst am: 15.06.2020, 18:38    Titel: Antworten mit Zitat

Sowohl in der Schule, als auch in der Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger hatte ich immer den Eindruck, dass meine Generation die Tests der Generationen davor niemals geschafft hätten.

Auch beobachte ich bei meinen jüngeren Geschwistern wie das "dumm sein" immer cooler wurde. Schon zu meinen Zeiten war es uncool schlau zu sein, aber ich habe den Eindruck, dass sich das verschärft hat.

Vieles müssen wir schlichtweg heute nicht mehr können, oder nicht mehr in dem Ausmaß wie früher....vielleicht schaufeln wir ja gerade Kapazitäten auf anderen Gebieten frei, damit wir dann besser in Dingen wie Liebe und Mitgefühl werden können.

Ich schauffel die Kapazitäten lieber mit Katzenvideos zu Smilie

Wollen zum Mars fliegen, aber bekommen das mit der Liebe immer noch nicht auf die Reihe. Verwundert
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vrolijke
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Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 39729
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2215336) Verfasst am: 15.06.2020, 18:55    Titel: Antworten mit Zitat

Spoony hat folgendes geschrieben:
Sowohl in der Schule, als auch in der Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger hatte ich immer den Eindruck, dass meine Generation die Tests der Generationen davor niemals geschafft hätten.

Auch beobachte ich bei meinen jüngeren Geschwistern wie das "dumm sein" immer cooler wurde. Schon zu meinen Zeiten war es uncool schlau zu sein, aber ich habe den Eindruck, dass sich das verschärft hat.

Vieles müssen wir schlichtweg heute nicht mehr können, oder nicht mehr in dem Ausmaß wie früher....vielleicht schaufeln wir ja gerade Kapazitäten auf anderen Gebieten frei, damit wir dann besser in Dingen wie Liebe und Mitgefühl werden können.

Ich schauffel die Kapazitäten lieber mit Katzenvideos zu Smilie

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Es liegt nun mal in der Natur der Sache, dass mal alles was man selber weiß irgendwie für "selbstverständliches Wissen" hält.
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Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
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Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

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neurosemantik
stets um intellektuelle Redlichkeit bemüht



Anmeldungsdatum: 20.05.2016
Beiträge: 147

Beitrag(#2215337) Verfasst am: 15.06.2020, 18:55    Titel: Re: Kein Selektionsdruck mehr ... Antworten mit Zitat

Wilson hat folgendes geschrieben:
bis auf ihr konsuminteresse sind also hartz4- bezieher blöde, ambitionslose und gegen abwertung immune bzw stumpfsinnig zombies?

Hatte als Akademiker mal eine Zeit, wo ich kurz auch ALGII bezogen habe, aber wie gesagt sind die
willkürlichen Zwanngsmasnahmen (je nach Sachbearbeiter) so menschenwürdeverachtend, dass
zumindest ich das lange nicht ertragen konnte (kenne aber selber noch eine Menge Ingenieure,
die auch keinen Job haben und mit verschiedenen Selbstständigkeiten mehrmals pleite gegangen sind
und heute noch ihre Schulden zahlen). So einfach ist das eben natürlich alles nicht.

Aber zum rein biologischen Überleben reicht das Vermögen, die von Hartz4 bezahlbare Nahrung auf das
Kassenfließband zu legen, da fehlt der Selektionnsdruck gänzlich.

Gerade jemand mit Intelligenz wird sich mehrmals überlegen, ob er bei entsprechenden beruflichen
Risiken sich wirklich freiwillig die finanzielle Belastung von Kindern an's Bein binden will.

Ein einfach Strukturierterer macht sich vielleicht oft nicht so viele Sorgen (oder vergisst die Pille) und
vermehrt sich daher öfter (da gibt es auch Statistiken zu).

Aber das ist vielleicht alles (auch) zu "soziologisch" und komplex bzw. vielfältig in den Ursachen, als
dass man da die eindeutige Ursache für die Verdummung ausmachen kann?

Egal ob
o Umweltgifte/Hormone wie Weichmacher, Umwelthormone, PCBs
o Veränderte Bildungssysteme
o Exzessive Nutzung moderner Medien
o Drastisch veränderte Ernährungsgewohnheiten
o Sozialsysteme wie ALG
o oder doch auch Gene

Jeder sollte da sehen, was er für sich machen kann und nicht unbedingt auf Hilfe durch den Staat
hoffen. Langfristig wird aber auch wie in China die genetische
Selektion und Manipulation immer Salonfähiger werden...
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Spoony
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Beiträge: 820
Wohnort: Eurasien/Hamburg

Beitrag(#2215383) Verfasst am: 16.06.2020, 16:06    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:

Es liegt nun mal in der Natur der Sache, dass mal alles was man selber weiß irgendwie für "selbstverständliches Wissen" hält.


Oh ja, das stimmt. Lachen
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Beitrag(#2215384) Verfasst am: 16.06.2020, 16:13    Titel: Antworten mit Zitat

Spoony hat folgendes geschrieben:
Sowohl in der Schule, als auch in der Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger hatte ich immer den Eindruck, dass meine Generation die Tests der Generationen davor niemals geschafft hätten.

Sie müssen ja auch nicht die "Tests" irgendwelcher anderen Generationen "schaffen", sondern die ihrer eigenen.
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Spoony
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Anmeldungsdatum: 26.07.2003
Beiträge: 820
Wohnort: Eurasien/Hamburg

Beitrag(#2215387) Verfasst am: 16.06.2020, 17:13    Titel: Re: Kein Selektionsdruck mehr ... Antworten mit Zitat

neurosemantik hat folgendes geschrieben:


Aber das ist vielleicht alles (auch) zu "soziologisch" und komplex bzw. vielfältig in den Ursachen, als
dass man da die eindeutige Ursache für die Verdummung ausmachen kann?

Egal ob
o Umweltgifte/Hormone wie Weichmacher, Umwelthormone, PCBs
o Veränderte Bildungssysteme
o Exzessive Nutzung moderner Medien
o Drastisch veränderte Ernährungsgewohnheiten
o Sozialsysteme wie ALG
o oder doch auch Gene

Jeder sollte da sehen, was er für sich machen kann und nicht unbedingt auf Hilfe durch den Staat
hoffen. Langfristig wird aber auch wie in China die genetische
Selektion und Manipulation immer Salonfähiger werden...


Sehe ich ganz genau so. Freut mich, dass du Umweltgifte dazu nimmst. Halte ich für immer wichtiger. Giftstoffe machen sich wie so ein Nebel im Hirn bemerkbar und schränkt die Hirnleistung ein.
Ich kann auch jedem mal das Experiment empfehlen mal 2 -3 Wochen auf raffinierten Zucker + glutenhaltige Produkte zu verzichten. Leute mit einem durchlässigem Darm berichten davon, dass sie wieder klarer denken können. Kan ich aus persönlicher Erfahrung sogar bestätigen.
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michaxl
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Anmeldungsdatum: 04.05.2012
Beiträge: 135

Beitrag(#2215392) Verfasst am: 16.06.2020, 18:14    Titel: Re: Kein Selektionsdruck mehr ... Antworten mit Zitat

neurosemantik hat folgendes geschrieben:
Aber zum rein biologischen Überleben reicht das Vermögen, die von Hartz4 bezahlbare Nahrung auf das Kassenfließband zu legen, da fehlt der Selektionnsdruck gänzlich.
Gerade jemand mit Intelligenz wird sich mehrmals überlegen, ob er bei entsprechenden beruflichen Risiken sich wirklich freiwillig die finanzielle Belastung von Kindern an's Bein binden will.
Da hast du deine Selektion.

Edit: Hier sind einige Misanthropen unterwegs. Geschockt
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tillich (epigonal)
Prinz Ipienreiter



Anmeldungsdatum: 12.04.2006
Beiträge: 17960

Beitrag(#2215401) Verfasst am: 16.06.2020, 19:52    Titel: Re: Kein Selektionsdruck mehr ... Antworten mit Zitat

neurosemantik hat folgendes geschrieben:
Das war nur die Feststellung, dass Hartz4 plus Kindergeld im Vergleich zu mir persönlich (Einkommen 0€
bzw. sogar -190€ wegen der Zwangskrankenversicherung für Mittellose in Deutschland ) ein relativ
luxuriöses Leben bietet und vielleicht wenig Anreiz auf intellektuelle Anstrengungen zu einer Ausbildung
für mehr Aussicht auf einen lukrativen Job (den viele dann ja auch nicht bekommen und bestenfalls Taxi
fahren können oder wieder Hartz4en müssen) bietet.

Du behauptest hier wieder, du hättest im Vergleich zu Alg2-Empfängern finanziell ein schlechteres Leben. Das kann aber einfach nicht stimmen. Anspruch auf Alg2 oder in der Höhe identische Grundsicherung hat, da dadurch das Existenzminimum gesichert werden soll, jeder, der nicht über ein hinreichendes anderes Einkommen und/oder Vermögen verfügt, um seinen Lebensunterhalt zu sichern. Wenn du also sagst, dass du kein Einkommen hast, dann verzichtest du entweder freiwillig auf diese Leistungen oder hast ein hinreichendes Vermögen, dass du erst aufbrauchen musst. Da letzteres aber auch für jeden Alg2-Empfänger gilt, ist auch in diesem Fall deine Situation nicht schlechter.

Das heißt, deine Wahrnehmung ist egozentrisch vernebelt. Aus irgendwelchen Gründen möchtest du Alg2-Bezieher schlecht machen und dazu behaupten, ihnen ginge es finanziell besser als manchen anderen Leuten, speziell dir, was nach der Rechtslage einfach nicht stimmen kann.

Ebenso kann ich es mir nur mit dolcher Wahrnehmungsverzerrung erklären, dass man in Zusammenhang mit Alg2 die Worte "reichlich" und gar "relativ luxuriös" verwenden kann. Das ist einfach nur absurd.

neurosemantik hat folgendes geschrieben:
Hatte als Akademiker mal eine Zeit, wo ich kurz auch ALGII bezogen habe, aber wie gesagt sind die willkürlichen Zwanngsmasnahmen (je nach Sachbearbeiter) so menschenwürdeverachtend, dass zumindest ich das lange nicht ertragen konnte [...].

Gerade jemand mit Intelligenz wird sich mehrmals überlegen, ob er bei entsprechenden beruflichen
Risiken sich wirklich freiwillig die finanzielle Belastung von Kindern an's Bein binden will.

Ein einfach Strukturierterer macht sich vielleicht oft nicht so viele Sorgen (oder vergisst die Pille) und
vermehrt sich daher öfter (da gibt es auch Statistiken zu).

Hmm, nee klar. Für die "einfach Strukturierten", auf die man als "Akademiker" so toll herabsehen kann, ist Alg2 so geil, dass sich dabei "öfter vermehren", während den ach so benachteiligten Leuten "mit Intelligenz" das Leben so schwer gemacht wird (schlimme "berufliche Risiken"), dass sie lieber davon absehen.

Und, während für die "einfach Strukturierten" Alg2 ein super Leben bietet, ist es für einen Akademiker wie dich mit willkürlichen, menschenwürdeverachtenden, ja unerträglichen (geht's noch 'ne Nummer größer?) Zwangsmaßnahmen verbunden.

Ich will gar nicht groß darüber diskutieren, wie gut oder schlecht das Alg2-System insgesamt ist. Aber wie für dich alles ganz furchtbar, für die gewöhnlichen Alg2-Empfänger aber alles ganz super ist - das trieft derartig von Egozentrik, dass es an Menschenverachtung grenzt.

neurosemantik hat folgendes geschrieben:
Aber zum rein biologischen Überleben reicht das Vermögen, die von Hartz4 bezahlbare Nahrung auf das Kassenfließband zu legen, da fehlt der Selektionnsdruck gänzlich.

Oder auch nicht nur daran grenzt. "Selektionsdruck" in Bezug auf das Kinderkriegen von Menschengruppen, auf die man verachtend herabblickt? Aber sonst geht's grad noch, ja?
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(Death / Susan, in: Pratchett, Hogfather)
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astarte
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Anmeldungsdatum: 13.11.2006
Beiträge: 41911

Beitrag(#2215414) Verfasst am: 16.06.2020, 21:14    Titel: Antworten mit Zitat

Ich sag ja: wenn die Menschen immer dümmer und vielleicht auch bescheuerter werden, dann sind es nicht unbedingt die Jungen. Hier im Forum sieht man die aaaach so dolle Intelligenz ja auch in manchem hysterisch-überzogenen Beiträgen im Corona Thread. noc
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""Deutschland ist vermutlich das einzige Land, in dem während der Corona-Pandemie genörgelt wird, weil verhältnismäßig so wenig Menschen gestorben sind.""
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neurosemantik
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Anmeldungsdatum: 20.05.2016
Beiträge: 147

Beitrag(#2215436) Verfasst am: 17.06.2020, 03:04    Titel: Re: Kein Selektionsdruck mehr Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Wenn du also sagst, dass du kein Einkommen hast, dann verzichtest du entweder freiwillig auf diese Leistungen oder hast ein hinreichendes Vermögen

Ach tillich, man soll ja wirklich niemandem gönnen so tief abzurutschen, dass man ALG2-abhängig wird um zu erfahren,
was das wirklich bedeutet, aber man sieht doch, Du hast von dem Thema wirklich so überhaupt gar keine
Ahnung und bist mit so etwas noch nie in Deinem Leben in Berührung gekommen.

Auch wenn Du mir nicht glaubst: Intelligenz allein verschafft einem noch lange kein Einkommen, von dem man "leben"
könnte. Aber ich erspare mir in Zukunft, auf Dich einzugehen, Du weißt ja eh immer alles besser.

Die Mehrheit der Arbeitslosen wird so oder so zum Überleben die Zwangsmaßnahmen der Sachbearbeiter erfüllen
(müssen) und so mit Demut ohne viel Intelligenz zeigen, dass es heutzutage keinen Selektionsdruck mehr gibt.
Und darum ging es ja eigentlich; niemand blickt hier auf Menschengruppen verachtend herab; außer Du auf mich,
aber Du hörst immer das Falsche aus meinen Worten heraus.

Die Zukunft wird wohl erst in mehreren Generationen zeigen, wo das alles hinführen wird (jedenfalls todsicher ohne so
aussterbende Menschen wie mich, die weder ALG2 noch Kinder haben)...

Das Thema habe ich auch nicht als Thread angefangen sondern es wurde von astarte vom Corona-Thread
abgespalten. Ich hatte ob der Tatsache der Ignoranz gegenüber Corona von dümmlichen, verpeilten Menschen meiner
Sorge um die Zukunft der Menschheit bei den immer komplexer werdenden Anforderungen unserer
resourcengeplünderten, überbevölkerten, globalisierten Erde bei gleichzeitigen atomaren, sonstigen vergiftenden und
viralen Gefahren bei nachweislich abnehmender Intelligenz "nur" Ausdruck verliehen.

Aber das war ein Fehler, da das Thema an sich politisch unkorrekt ist oder zum Unterstellen von Überheblichkeit oder
gar Sozialneid einlädt. Am Ende siegt doch vielleicht die Evolution / Selektion und der die Erde und ihre Arten und
Ressourcen befallende Virus "Mensch" verschwindet wieder nach dem Motto:

"Treffen sich 2 Planeten im Weltall. Sagt der eine: "Du siehst aber schlecht aus. Fehlt dir was?" Sagt der Zweite:
"Ach mir geht?s gar nicht gut. Ich habe Homo sapiens." Tröstet ihn der andere: "Mach dir keine Sorgen. Hatte ich auch
mal. Das geht wieder vorbei..."

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fwo
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Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 24747
Wohnort: im Speckgürtel

Beitrag(#2215443) Verfasst am: 17.06.2020, 09:05    Titel: Re: Kein Selektionsdruck mehr ... Antworten mit Zitat

Spoony hat folgendes geschrieben:
neurosemantik hat folgendes geschrieben:


Aber das ist vielleicht alles (auch) zu "soziologisch" und komplex bzw. vielfältig in den Ursachen, als
dass man da die eindeutige Ursache für die Verdummung ausmachen kann?

Egal ob
o Umweltgifte/Hormone wie Weichmacher, Umwelthormone, PCBs
o Veränderte Bildungssysteme
o Exzessive Nutzung moderner Medien
o Drastisch veränderte Ernährungsgewohnheiten
o Sozialsysteme wie ALG
o oder doch auch Gene

Jeder sollte da sehen, was er für sich machen kann und nicht unbedingt auf Hilfe durch den Staat
hoffen. Langfristig wird aber auch wie in China die genetische
Selektion und Manipulation immer Salonfähiger werden...


Sehe ich ganz genau so. Freut mich, dass du Umweltgifte dazu nimmst. Halte ich für immer wichtiger. Giftstoffe machen sich wie so ein Nebel im Hirn bemerkbar und schränkt die Hirnleistung ein.
Ich kann auch jedem mal das Experiment empfehlen mal 2 -3 Wochen auf raffinierten Zucker + glutenhaltige Produkte zu verzichten. Leute mit einem durchlässigem Darm berichten davon, dass sie wieder klarer denken können. Kan ich aus persönlicher Erfahrung sogar bestätigen.

Wenn Du da wirklich etwas gemerkt hast, dann hast Du ein wunderschönes Erlebnis des Placeboeffektes gehabt.

Zucker, oder in diesem Fall Sacharose ist kein Gift, auch die Stoffe, die man beim Reinigen (Raffinieren) aus dem Rohzucker entfernt, haben keinen bekannten Effekt, sie fehlen also nicht. Zucker in größeren Mengen wird heute ganz allgemein für die verbreitete Fettleibigkeit verantwortlich gemacht, aber das ist keine Giftwirkung. Ein verbreitetes Modell für diese Wirkung ist, dass größere Zuckermengen dem Körper den Herbst, d.h. das Vorkommen vieler reifer Früchte, vorgaukeln und es deshalb zu einer Umstellung kommt, in der Depotfett für den Winter angelegt wird. Denn Fakt ist, dass Du diesen Verfettungseffekt auch mit anderen Zuckern erreichen kannst, es reicht tatsächlich auch ein genügendes Angebot an süßem Obst, für viele ein Inbegriff von gesundem Lebensmittel.

Auch Gluten, zu deutsch Klebereiweiß, wie es in hiesigem Getreide vorkommt, besonders stark im Weizen (auch in den alten Formen Einkorn und Emmer oder im verwandten Dinkel), ist einfach ein Eiweiß, dass von den allermeisten Leuten gut vertragen wird. Allerdings gibt es bei einigen Menschen, weniger als 1%, eine Glutenunverträglichkeit (Zöliakie), die sowohl einen genetischen Anteil zu haben scheint, als auch durch zu frühes Zufüttern von weizenhaltiger Kost bei Säuglingen gefördert werden kann. Es gibt bei einzelnen Personen auch noch eine sehr seltene Weizenallergie und etwas, das dann Nicht-Zöliakie-Nicht-Weizenallergie-Weizensensitivität genannt wird und dessen Herkunft nicht geklärt ist. Für 99% der Bevölkerung ist Gluten ein hochwertiges Eiweiß und für die Bäcker ist es das, was ihnen ermöglicht, das hochwertige Brot zu backen, für das die Deutschen berühmt sind.

Allerdings ist es für die Leute, die wirklich unter Zöliakie leiden, ein Segen, dass es inzwischen Mode ist, an einer Glutenunverträglichkeit zu leiden. Das führt nämlich dazu, dass genügend Abnehmer für die glutenfreien Produkte da sind, so dass man gultenfreie Produkte heute zu erträglichen Preisen in jedem größeren Lebensmitteleinzelhandel bekommt.
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Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

The skills you use to produce the right answer are exactly the same skills you use to evaluate the answer. Isso.

Es gibt keinen Gott. Also: Jesus war nur ein Bankert und alle Propheten hatten einfach einen an der Waffel.
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Zumsel
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Anmeldungsdatum: 08.03.2005
Beiträge: 4032

Beitrag(#2215444) Verfasst am: 17.06.2020, 09:29    Titel: Antworten mit Zitat

Spoony hat folgendes geschrieben:
Auch beobachte ich bei meinen jüngeren Geschwistern wie das "dumm sein" immer cooler wurde. Schon zu meinen Zeiten war es uncool schlau zu sein, aber ich habe den Eindruck, dass sich das verschärft hat.


Also gerade Nerds waren ja eigentlich nie so "cool" wie heute zwinkern
Ansonsten, bitte nicht falsch verstehen, scheint mir so etwas auch, nun ja...millieuabhängig zu sein. Und ich glaube damit wäre eigentlich auch schon das Hauptproblem unseres Bildungswesens benannt.
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Prinz Ipienreiter



Anmeldungsdatum: 12.04.2006
Beiträge: 17960

Beitrag(#2215482) Verfasst am: 17.06.2020, 16:24    Titel: Re: Kein Selektionsdruck mehr Antworten mit Zitat

neurosemantik hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Wenn du also sagst, dass du kein Einkommen hast, dann verzichtest du entweder freiwillig auf diese Leistungen oder hast ein hinreichendes Vermögen

Ach tillich, man soll ja wirklich niemandem gönnen so tief abzurutschen, dass man ALG2-abhängig wird um zu erfahren, was das wirklich bedeutet, aber man sieht doch, Du hast von dem Thema wirklich so überhaupt gar keine Ahnung und bist mit so etwas noch nie in Deinem Leben in Berührung gekommen.

Dass ich mit dem Bezug von Alg2 noch nie in Berührung gekommen wäre, ist falsch, spielt aber auch keine Rolle.
Was mir aber sehr wohl auffällt, ist: Meiner Aussage, dass du - wenn du behauptest, ein geringeres Einkommen zu haben als Alg2-Empfänger - entweder freiwillig auf diese Leistungen verzichtest oder aber hinreichendes Vermögen hast, dass du (wie jeder Alg2-Empfänger) erst aufbrauchen musst, es dir also finanziell entweder eben nicht oder aus eigener Entscheidung schlechter geht, hast du nicht widersprochen. Warum wohl.

Ich würde mich an deiner Situation nicht aufhalten, wenn du sie nicht selbst ins Spiel gebracht hättest, um zu beklagen, dass "einfach strukturierte" Menschen sich vermehren würden, weil Alg2 so reichlich sei, während ein intelligenter, gut ausgebildeter Mensch wie du angeblich finanziell schlechter gestellt sei.

neurosemantik hat folgendes geschrieben:
Und darum ging es ja eigentlich; niemand blickt hier auf Menschengruppen verachtend herab; außer Du auf mich, aber Du hörst immer das Falsche aus meinen Worten heraus.

Was soll denn diese Gegenüberstellung "einfach strukturierte Leute, die von reichlichem ALg2 Leben und viele Kinder machen" und "intelligente Leute wie ich, denen es so schwer gemacht wird", sonst sein, wenn nicht verächtliches Herabblicken?

Und ja, meine Aussagen zu deinen Postings können wohl auch verächtlich rüberkommen. Das liegt aber nicht an einer Gruppenzugehörigkeit, sondern daran, dass deine Postings, hier zum Thema Alg2, eine massive Egozentrik ausdrücken.

neurosemantik hat folgendes geschrieben:
Auch wenn Du mir nicht glaubst: Intelligenz allein verschafft einem noch lange kein Einkommen, von dem man "leben" könnte.

Natürlich nicht - habe ich das behauptet? Aber eine gute Ausbildung (die freilich nicht mit Intelligenz gleichzusetzen ist, aber du beanspruchst ja beides für dich) hilft jedenfalls ganz erheblich, Arbeitslosigkeit zu vermeiden (richtige Hautfarbe, Herkunft etc. helfen freilich auch).

Aber ja, natürlich kann es, etwa durch Krankheit, andere Schicksalsschläge, schlichtes Pech etc., in Verbindung mit der jeweiligen Arbeitsmarktlage, dazu kommen, dass auch jemad mit guter Ausblidung keinen Job bekommt. Kein Widerspruch. Ich kann es nur nicht leiden, wenn jemand die gleiche Situation für sich als völlig unerträglich, dür andere aber als "reichlich" und "relativ luxuriös" bzeichnet.

neurosemantik hat folgendes geschrieben:
Die Mehrheit der Arbeitslosen wird so oder so zum Überleben die Zwangsmaßnahmen der Sachbearbeiter erfüllen (müssen) und so mit Demut ohne viel Intelligenz zeigen, dass es heutzutage keinen Selektionsdruck mehr gibt.

Dass man die Vorgaben der Jobcenter erfüllen muss, stimmt, ist in vielen Fällen sicher ziemlich scheiße, geht aber mE allen so (bzw unterschiedlich danach, wie die Sachbearbeiter die Situation einschätzen, aber das führt wohl zu weit).

Dass du aber von dem sozialdarwinistischen "Selektionsdruck"-Unsinn nicht lassen willst (das also kein Ausrutscher war), finde ich ziemlich unglaublich.

neurosemantik hat folgendes geschrieben:
Aber das war ein Fehler, da das Thema an sich politisch unkorrekt ist oder zum Unterstellen von Überheblichkeit oder gar Sozialneid einlädt.

Unterstellen muss ich da nicht viel, das ist ziemlich eindeutig da.
Aber ja: Sozialdarwinistisches Denken, wie mit Bezug auf die soziale Absicherung in unserer Gesellschaft von "Selektionsdruck" zu sprechen und solchen implizit gutzuheißen (indem der Mangel daran beklagt wird), ist "politisch unkorrekt". Und das ist auch gut so.
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(Death / Susan, in: Pratchett, Hogfather)
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Beiträge: 3279

Beitrag(#2215485) Verfasst am: 17.06.2020, 17:04    Titel: Antworten mit Zitat

Werden die Menschen immer dümmer? Ich schon. Mr. Green

Nach einmaligem Lesen der Links von neurosemantik ist mir nicht mal klar, ob die genannten Jahreszahlen Testjahre oder Geburtsjahre sind. Seufz.


Ansonsten geht's mir wie tillich:

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Ich zweifle daran.


Aus den Links:

new.medizin hat folgendes geschrieben:
Seit 1975 - als der durchschnittliche IQ sogar bei 102 lag, stagniert der IQ in einigen Ländern, oder sinkt sogar ab. Im Jahr 1990 lag er bereits unter 100 Punkten. Einige Experten fürchten, dass er in den kommenden Jahren weiter absinken wird - um bis zu 10 Punkte.

...
Basis der Analyse waren unter anderem Daten der norwegischen Geburtsjahrgänge 1962-1991.

Die reißerische Natur der Artikel spricht nicht für sie, was nicht heißt, daß sie falsch sein müssen. Aber die Befürchtung der Experten erscheint mir etwas arg aus der Luft gegriffen. Zumindest würde ich gern wissen, warum sie auf 10 Punkte kommen, statt 5 oder 18.


Focus hat folgendes geschrieben:
Der Intelligenzquotient sinkt in vielen westlichen Ländern alle zehn Jahre um etwa zwei Punkte.

Eine mögliche Auslegung, Jahr und IQ:

1965 - 100
1975 - 102
1985 - 100
1995 - 98

Was im Rahmen üblicher Schwankungen und Ungenauigkeiten liegen könnte. Also eher ein Stagnieren statt eines Abwärtstrends.

Der 2005er-Jahrgang ist vermutlich gerade ins testfähige Alter gekommen. Ist der in den Studien enthalten? Hab' mich für die Lesart "Geburtsjahrgang" entschieden, sonst mußte ich sagen, die Ergebnisse sind 15 Jahre alt.
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Spoony
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Beitrag(#2215578) Verfasst am: 18.06.2020, 22:02    Titel: Re: Kein Selektionsdruck mehr ... Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Spoony hat folgendes geschrieben:
neurosemantik hat folgendes geschrieben:


Aber das ist vielleicht alles (auch) zu "soziologisch" und komplex bzw. vielfältig in den Ursachen, als
dass man da die eindeutige Ursache für die Verdummung ausmachen kann?

Egal ob
o Umweltgifte/Hormone wie Weichmacher, Umwelthormone, PCBs
o Veränderte Bildungssysteme
o Exzessive Nutzung moderner Medien
o Drastisch veränderte Ernährungsgewohnheiten
o Sozialsysteme wie ALG
o oder doch auch Gene

Jeder sollte da sehen, was er für sich machen kann und nicht unbedingt auf Hilfe durch den Staat
hoffen. Langfristig wird aber auch wie in China die genetische
Selektion und Manipulation immer Salonfähiger werden...


Sehe ich ganz genau so. Freut mich, dass du Umweltgifte dazu nimmst. Halte ich für immer wichtiger. Giftstoffe machen sich wie so ein Nebel im Hirn bemerkbar und schränkt die Hirnleistung ein.
Ich kann auch jedem mal das Experiment empfehlen mal 2 -3 Wochen auf raffinierten Zucker + glutenhaltige Produkte zu verzichten. Leute mit einem durchlässigem Darm berichten davon, dass sie wieder klarer denken können. Kan ich aus persönlicher Erfahrung sogar bestätigen.

Wenn Du da wirklich etwas gemerkt hast, dann hast Du ein wunderschönes Erlebnis des Placeboeffektes gehabt.

Zucker, oder in diesem Fall Sacharose ist kein Gift, auch die Stoffe, die man beim Reinigen (Raffinieren) aus dem Rohzucker entfernt, haben keinen bekannten Effekt, sie fehlen also nicht. Zucker in größeren Mengen wird heute ganz allgemein für die verbreitete Fettleibigkeit verantwortlich gemacht, aber das ist keine Giftwirkung. Ein verbreitetes Modell für diese Wirkung ist, dass größere Zuckermengen dem Körper den Herbst, d.h. das Vorkommen vieler reifer Früchte, vorgaukeln und es deshalb zu einer Umstellung kommt, in der Depotfett für den Winter angelegt wird. Denn Fakt ist, dass Du diesen Verfettungseffekt auch mit anderen Zuckern erreichen kannst, es reicht tatsächlich auch ein genügendes Angebot an süßem Obst, für viele ein Inbegriff von gesundem Lebensmittel.

Auch Gluten, zu deutsch Klebereiweiß, wie es in hiesigem Getreide vorkommt, besonders stark im Weizen (auch in den alten Formen Einkorn und Emmer oder im verwandten Dinkel), ist einfach ein Eiweiß, dass von den allermeisten Leuten gut vertragen wird. Allerdings gibt es bei einigen Menschen, weniger als 1%, eine Glutenunverträglichkeit (Zöliakie), die sowohl einen genetischen Anteil zu haben scheint, als auch durch zu frühes Zufüttern von weizenhaltiger Kost bei Säuglingen gefördert werden kann. Es gibt bei einzelnen Personen auch noch eine sehr seltene Weizenallergie und etwas, das dann Nicht-Zöliakie-Nicht-Weizenallergie-Weizensensitivität genannt wird und dessen Herkunft nicht geklärt ist. Für 99% der Bevölkerung ist Gluten ein hochwertiges Eiweiß und für die Bäcker ist es das, was ihnen ermöglicht, das hochwertige Brot zu backen, für das die Deutschen berühmt sind.

Allerdings ist es für die Leute, die wirklich unter Zöliakie leiden, ein Segen, dass es inzwischen Mode ist, an einer Glutenunverträglichkeit zu leiden. Das führt nämlich dazu, dass genügend Abnehmer für die glutenfreien Produkte da sind, so dass man gultenfreie Produkte heute zu erträglichen Preisen in jedem größeren Lebensmitteleinzelhandel bekommt.


Ich hätte besser mal einen Absatz nach meinem Kommentar zu Umweltgiften gemacht, denn ich wollte Zucker und Gluten gar nicht in die Giftdiskussion mit einfließen lassen Sehr glücklich sondern einfach noch das Thema Ernährung hinzunehmen.

Und ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen, dass ich mal massiv Probleme hatte (5 Jahre Allergien, Getreideunverträglichkeiten, etc. - ) und da irgendwann herauskam, dass ich ein Leaky-Gut-Syndrom entwickelt hatte, weil ich auf Lektine reagiere - musste nur lernen damit umzugehen(Nachtschattengwächse, Getreide), verzichten ist nicht mehr nötig.

Gluten ist nur eine Untergruppe der Lektine und ich teile deine Ansicht, dass da schön dran verdient wird, es aber eigentlich bessere Lösungen gibt

Ich kann nach 5 Jahren auf jeden Fall wieder Pizza und Nudeln und auch sonst wieder alles essen und trinken, ( nur nicht jeden Tag zwinkern ).
Auf Pollen reagiere ich höchstens mal 2 Wochen mit Naselaufen und das wars.
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CnndrBrbr
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Beitrag(#2215970) Verfasst am: 24.06.2020, 12:16    Titel: Antworten mit Zitat

Spoony hat folgendes geschrieben:
Sowohl in der Schule, als auch in der Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger hatte ich immer den Eindruck, dass meine Generation die Tests der Generationen davor niemals geschafft hätten.
Ich habe den gegenteiligen Eindruck, daß man z.B. in den 50er Jahren in der Oberstufe Stoff hatte, der heute in der Mittelstufe dran ist.

Spoony hat folgendes geschrieben:
Vieles müssen wir schlichtweg heute nicht mehr können, oder nicht mehr in dem Ausmaß wie früher...
Das ist der Grund, warum die Fähigkeiten heute mit früher schlecht vergleichbar sind.
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Ahriman
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Beitrag(#2215972) Verfasst am: 24.06.2020, 12:28    Titel: Antworten mit Zitat

Spoony hat folgendes geschrieben:

Vieles müssen wir schlichtweg heute nicht mehr können, oder nicht mehr in dem Ausmaß wie früher....

Kopfrechnen und das kleine Einmaleins zum Beispiel. Wozu gibt Taschenrechner?
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CnndrBrbr
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Beitrag(#2215975) Verfasst am: 24.06.2020, 13:06    Titel: Antworten mit Zitat

Ahriman hat folgendes geschrieben:
Spoony hat folgendes geschrieben:
Vieles müssen wir schlichtweg heute nicht mehr können, oder nicht mehr in dem Ausmaß wie früher....
Kopfrechnen und das kleine Einmaleins zum Beispiel. Wozu gibt Taschenrechner?
Darauf zu verzichten ist aber nicht sinnvoll. Man lernt ja auch nicht eine Sprache deshalb nicht, weil man "google-translaten" kann.
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Ahriman
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Beitrag(#2216068) Verfasst am: 25.06.2020, 12:32    Titel: Antworten mit Zitat

CnndrBrbr hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Spoony hat folgendes geschrieben:
Vieles müssen wir schlichtweg heute nicht mehr können, oder nicht mehr in dem Ausmaß wie früher....
Kopfrechnen und das kleine Einmaleins zum Beispiel. Wozu gibt Taschenrechner?
Darauf zu verzichten ist aber nicht sinnvoll. Man lernt ja auch nicht eine Sprache deshalb nicht, weil man "google-translaten" kann.

Bei mir ist das andersrum: Ich habe es verlernt. Seit ich Rentner bin kommen in meinem Leben Multiplikation und Division ausgesprochen selten vor, sehr selten. Was ich an Mathematik noch brauche, und das wiederum oft, sind Addition und Subtraktion, nämlich beim Geld.
Ich fürchte, eine Aufgabe wie 435674 : 15 =
kriege ich auf dem Papier nicht mehr hin, da brauch ich den Taschenrechner.
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fwo
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Beitrag(#2216069) Verfasst am: 25.06.2020, 12:44    Titel: Antworten mit Zitat

Ahriman hat folgendes geschrieben:
CnndrBrbr hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Spoony hat folgendes geschrieben:
Vieles müssen wir schlichtweg heute nicht mehr können, oder nicht mehr in dem Ausmaß wie früher....
Kopfrechnen und das kleine Einmaleins zum Beispiel. Wozu gibt Taschenrechner?
Darauf zu verzichten ist aber nicht sinnvoll. Man lernt ja auch nicht eine Sprache deshalb nicht, weil man "google-translaten" kann.

Bei mir ist das andersrum: Ich habe es verlernt. Seit ich Rentner bin kommen in meinem Leben Multiplikation und Division ausgesprochen selten vor, sehr selten. Was ich an Mathematik noch brauche, und das wiederum oft, sind Addition und Subtraktion, nämlich beim Geld.
Ich fürchte, eine Aufgabe wie 435674 : 15 =
kriege ich auf dem Papier nicht mehr hin, da brauch ich den Taschenrechner.

Du meinst, Du befindest Dich jetzt auf dem Niveau eines durchschnittlichen Abiturienten?

Tröste Dich.
Das kann man auch im Alter noch üben und lernt es dann wieder. Sehr viel von dem, was wir an abnehmender Leistungsfähigkeit auf das Alter schieben, kommt in der Realität vom abnehmenden Handeln auf dem entsprechenden Gebiet. Auch wenn wir alle sterben müssen: Die sprichwörtliche Hinfälligkeit der Greise ist ihrer Rolle von dem, der schon genug getan hat im Leben und deshalb nichts mehr zu tun braucht, mindestens so sehr geschuldet wie ihrem Alter.
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Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

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vrolijke
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Beitrag(#2216070) Verfasst am: 25.06.2020, 12:46    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
CnndrBrbr hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Spoony hat folgendes geschrieben:
Vieles müssen wir schlichtweg heute nicht mehr können, oder nicht mehr in dem Ausmaß wie früher....
Kopfrechnen und das kleine Einmaleins zum Beispiel. Wozu gibt Taschenrechner?
Darauf zu verzichten ist aber nicht sinnvoll. Man lernt ja auch nicht eine Sprache deshalb nicht, weil man "google-translaten" kann.

Bei mir ist das andersrum: Ich habe es verlernt. Seit ich Rentner bin kommen in meinem Leben Multiplikation und Division ausgesprochen selten vor, sehr selten. Was ich an Mathematik noch brauche, und das wiederum oft, sind Addition und Subtraktion, nämlich beim Geld.
Ich fürchte, eine Aufgabe wie 435674 : 15 =
kriege ich auf dem Papier nicht mehr hin, da brauch ich den Taschenrechner.

Du meinst, Du befindest Dich jetzt auf dem Niveau eines durchschnittlichen Abiturienten?

Tröste Dich.
Das kann man auch im Alter noch üben und lernt es dann wieder. Sehr viel von dem, was wir an abnehmender Leistungsfähigkeit auf das Alter schieben, kommt in der Realität vom abnehmenden Handeln auf dem entsprechenden Gebiet. Auch wenn wir alle sterben müssen: Die sprichwörtliche Hinfälligkeit der Greise ist ihrer Rolle von dem, der schon genug getan hat im Leben und deshalb nichts mehr zu tun braucht, mindestens so sehr geschuldet wie ihrem Alter.


Das deckt sich mit meine Erfahrungswerten.
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neurosemantik
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Beitrag(#2216394) Verfasst am: 29.06.2020, 12:03    Titel: Re: Kein Selektionsdruck mehr Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Und ja, meine Aussagen zu deinen Postings können wohl auch verächtlich rüberkommen. Das liegt aber nicht an einer Gruppenzugehörigkeit, sondern daran, dass deine Postings, hier zum Thema Alg2, eine massive Egozentrik ausdrücken.

Dass ich egozentrisch bin, obwohl ich gar kein Einkommen habe (nicht mal ALG2) ist ja wohl völlig absurd
und unsozial zu behaupten. Aber ist ja auch meine Schuld. Wenn man etwas Persönliches von sich im Netz
preis gibt ist immer geich ein Troll da, der das ausnutzt und einem auf die Fresse gibt.
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Dass du aber von dem sozialdarwinistischen "Selektionsdruck"-Unsinn nicht lassen willst (das also kein Ausrutscher war), finde ich ziemlich unglaublich.
Du scheinst auch gar keine Ahnung von Evolution zu haben. Wenn die Intelligenz dem Menschen evolutionär
keinen Vorteil gebracht hätte, wären wir mental noch auf dem Stand eines Schimpansen und nur ein paar tausend
auf der Erde und nicht 7900000000. Und dass mit wegfallender Notwendigkeit von Intelligenz bei gleichzeitig
niedrigerer Kinderzahl von Akademikern die Intelligenz des Menschen nicht unbedingt gefördert wird,
darf man da zumindest ruhig mal vermuten.
Das hat mit politischer Korrektheit nichts zu tun sondern ist reine Naturwissenschaft.
Aber die wird ja heutzutage auch oft als politische unkorrekt dargestellt.

Nicht auszudenken, wenn man zum Thema Intelligenz auch noch den Fakt, dass es weniger ganz
dumme Frauen und auch in der Verteilung weniger ganz intelligente Frauen (z.B.
kaum Nobelpreisträgerinnen) gibt:

Das streiten nicht nur die meisten Frauen ab, weil nicht sein darf, was wahr ist und zugleich nicht
in den politischen Meinungskonsens passt (sachlich kann man heute öffentlich eh kaum mehr diskutieren).

Dass die Intelligenz abnimmt ist ja schon durch die Reaktionszeit von 185 ms vor 100 Jahren zu 225ms
heute belegt und jeder kann ja selber mal den Test machen:
Einfach hier Python herunterladen und das Skript unten z.B. in der Datei "reaktionszeit.py" abgespeichert
mit der Kommandozeile "python.exe reaktionszeit.py" starten.
Code:
import time
import random
from tkinter import*
class TimerError(Exception):
    """"""
class Timer:
    def __init__(self):
        self._start_time = None
    def start(self):
        self._start_time = time.perf_counter()
    def stop(self):
        elapsed_time = time.perf_counter() - self._start_time
        self._start_time = None
        print(f"Reaktionszeit: {elapsed_time:0.4f} Sekunden")
print ()
print ()
print ()
print ("Druecken Sie Enter, wenn das Wort Stopp erscheint")
def main():
   rand=random.Random()
   while True:
      y=rand.uniform(100000, 100000000)
      for i in range(int(y)):
         pass
      print ("")
      print ("Stopp!")
      t = Timer()
      t.start()
      reu=input()
      t.stop()
if __name__ == "__main__":
    main()

Ich selber schaffe es übrigens in meinem Alter auch nicht mehr unter 200ms (als Beleg für tilich, dass
ich gar nicht intelligent und arrogant darüber sein könnte).

Vielleicht ist ja jemand so mutig und gibt sein eigenes Ergebnis hier bekannt?
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fwo
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Beitrag(#2216396) Verfasst am: 29.06.2020, 13:06    Titel: Re: Kein Selektionsdruck mehr Antworten mit Zitat

neurosemantik hat folgendes geschrieben:
... Du scheinst auch gar keine Ahnung von Evolution zu haben. Wenn die Intelligenz dem Menschen evolutionär
keinen Vorteil gebracht hätte, wären wir mental noch auf dem Stand eines Schimpansen und nur ein paar tausend
auf der Erde und nicht 7900000000. Und dass mit wegfallender Notwendigkeit von Intelligenz bei gleichzeitig
niedrigerer Kinderzahl von Akademikern die Intelligenz des Menschen nicht unbedingt gefördert wird,
darf man da zumindest ruhig mal vermuten.
Das hat mit politischer Korrektheit nichts zu tun sondern ist reine Naturwissenschaft.
....

Ich halte das eher für eine Ansammlung von Missverständnissen als für reine Naturwissenschaft.

Zum einen beziehst Du Dich hier auf die individuelle Intelligenz. Wenn die ein Fittnesskriterium wäre, sollte man zwischen unterschiedlich erfolgreichen Völkern/Rassen - wie immer Du das nennen willst - unterschiedliche Intelligenzen finden. Das haben auch schon genügend Leute versucht, nur waren die, die behaupteten, da was gefunden zu haben, selbst zu doof: Sobald man aus diesen Untersuchungen die sozialen Faktoren herausgerechnet hatte, lösten sich die Unterschiede in Luft auf.

Intelligenz hat zwar auch klar genetische Ursachen, doch kann man, wenn man sich die familiären Verläufe von Hochintelligenz ansieht, feststellen, dass dieses Merkmal nicht stabil vererbt wird - individuelle Intelligenz ist trotz ihres genetischen Anteils allem Anschein nach kein züchtbares Merkmal.

Was den Menschen als Art so erfolgreich macht, ist nicht seine individuelle Intelligenz, sondern die Intelligenz der Kulturen, die er trägt. Das Wissen, das einen Eskimo im Eis oder einen Buschmann in der Kalahari überleben lässt, ist zwar in der konkreten Situation das Wissen des Individuums, aber es brauchte sehr viele Generationen, bis dieses Wissen einschließlich der Sprache, in der es transportiert wird, angesammelt war. Da ist die einzelne Person mehr Überträger als Schöpfer. Dass der Mensch in den unterschiedlichsten Nischen überlebt hat, ist also kein Zeichen der individuellen Intelligenz, sondern eines der "Intelligenz" der unterschiedlichen Kulturen. Und was den Erfolg dieser Art angeht, so ist es aus evolutionärer Sicht viel zu früh, um darüber zu entscheiden. Ökologisch beschreibt man das momentane Auftreten der Menschheit am besten als Kalamität mit offenem Ausgang. Die ökologischen Gleichgewichte sind zwar alle Fließgleichgewichte mit einem Hang zu mehr oder weniger starken Oszillationen, aber bei starken Kalamitäten kommt es regelmäßig auch zu kompletten Zusammenbrüchen. Auch wenn wir versuchen, z.B. mit UN oder auch FFF soetwas wie eine globale Vernunft einzurichten, hat das noch keine funktionierenden historischen Beispiele. Die Art, wie die Menschheit bisher gelernt hat, funktionierte anders.

Zum Rückgang der individuellen Intelligenz: Grundsätzlich werden bei fehlendem Selektionsdruck die Eigenschaften nicht abgebaut, sondern nur in ihrer Streuung größer, aber auch dazu braucht es viel Zeit, die nicht in Jahren, sondern in Generationen gemessen wird. Schon allein dieser Rückgang in dieser kurzen Zeit zeigt eindeutig, dass wir es hier nicht mit genetischen Prozessen zu tun haben, sondern mit kulturellen. Welchen Einfluss das aber auf die "Intelligenz" der Kulturen haben wird, wage ich nicht vorauszusehen. Wovon Kulturen viel stärker leben als von der Intelligenz Einzelner, ist die allgemeine Kommunikationsfähigkeit, und mir scheint es auch, als sei das die wesentliche Eigenschaft, auf die hin wir selektiert sind - da ist die abstrakte Intelligenz nur ein Teilbereich.
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Beitrag(#2216401) Verfasst am: 29.06.2020, 14:16    Titel: Re: Kein Selektionsdruck mehr Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Zum einen beziehst Du Dich hier auf die individuelle Intelligenz...

Generell ging es mir schon um die Entwicklung der durchschnittlichen Intelligenz.
Wenn der homo sapiens mit seiner im Vergleich zu anderen Tieren mangelhaften physischen Ausstattung
nicht besonders intelligent (besonders auch durch die Sprache) gewesen wäre, hätte er evolutionär
wohl kaum solchen "Erfolg" gehabt.
Und auch wenn nicht jede Akademikerfamilie ein intelligenteres Kind hat, so sind es doch proportional
mehr als in dümmeren Familien. Wenn dann aber die Akademiker deutlich weniger Kinder bekommen und die
besonders Dummen besonders viele, muss man schon davon ausgehen, dass sich über Generationen die
Gesamtentwicklung der Durchschnittsintelligenz in der Bevölkerung abnehmend entwickeln könnte.

Klar dass das nur Spekulation ist und man keine Eugenik einsetzen darf und auch keine Besteuerung
Dummer bei zu vielen Kindern oder einen "Kindereraubnisschein" für einen IQ >99 skeptisch .

Wären wir von der Entwicklung und Bevölkerungszahl vor 500 Jahren stehen geblieben, gäbe es was den
Gesamtplaneten angeht vielleicht auch nicht so viele Probleme.
Für die Lösungen in unserer überbevölkerten, resourcenausbeutenden Wachstumsgesellschaft braucht
es aber schon ein intelligentes Gesamtkonzept was bei demokratischer Abstimmung für autokratische
Populisten durch abnehmend intelligente Menschen vielleicht nicht immer zu den optimalen Lösungen
führen wird.

Eine Hand voll intelligenter Menschen würde ja vielleicht auch reichen um die Geschicke der Menschheit
weise zu lenken, aber die müssen eben auch gewählt werden und nicht die dumpfen politischen Schreihälse.

Und die von Dir erwähnte und durch das Netz ja auch verstärkt mögliche "Kommunikationsfähigkeit"
wird leider nur zu oft von politischen Gruppen und Medien dahingehend genutzt, dass instinktive Ängste
verstärkt werden und zu falschen Wahl-Entscheidungen führen, statt das www für die intelligente
Forschung und Weiterentwicklung zu nutzen (es war ja ursprünglich für das vernetzte Arbeiten erfunden
worden -> CERN und nicht für Katzenvideos, Börsenblasen, Pornos und Stammtischgeschwätz wie hier oft..).
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Beitrag(#2216404) Verfasst am: 29.06.2020, 14:32    Titel: Re: Kein Selektionsdruck mehr Antworten mit Zitat

neurosemantik hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
Zum einen beziehst Du Dich hier auf die individuelle Intelligenz...

Generell ging es mir schon um die Entwicklung der durchschnittlichen Intelligenz.

Bei der durchschnittlichen Intelligenz handelt es sich um einen Mittelwert der individuellen Intelligenz. Ich hatte Dich schon richtig verstanden.
neurosemantik hat folgendes geschrieben:
...
Und die von Dir erwähnte und durch das Netz ja auch verstärkt mögliche "Kommunikationsfähigkeit"
wird leider nur zu oft von politischen Gruppen und Medien dahingehend genutzt, dass instinktive Ängste
verstärkt werden und zu falschen Wahl-Entscheidungen führen, statt das www für die intelligente
Forschung und Weiterentwicklung zu nutzen (es war ja ursprünglich für das vernetzte Arbeiten erfunden
worden -> CERN und nicht für Katzenvideos, Börsenblasen, Pornos und Stammtischgeschwätz wie hier oft..).

Die Kommunikationsfähigkeit, von der ich schrieb bezieht sich nicht erst auf die letzten 5 Minuten, sondern auf maximal die letzten 100 000 Jahre, in denen der Mensch so erfolgreich geworden ist.

Was Du da aufzählst, gehört mehr zu dem, was ich als den Versuch des Aufbaus einer globalen Vernunft bezeichnet habe.
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Beitrag(#2217544) Verfasst am: 13.07.2020, 01:26    Titel: Re: Kein Selektionsdruck mehr Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:

Was Du da aufzählst, gehört mehr zu dem, was ich als den Versuch des Aufbaus einer globalen Vernunft bezeichnet habe.

Wenn z.B. auch das Netz aber sowohl eine globale Vernunft in Form von Wissen als auch in Form von
Kommunikationsmöglichkeit bietet, bedarf es zur Umsetzung des Wissens aber einer demokratischen und daher
mehrheitlich umfassend gebildeten und intelligenten Bevölkerung (die es aber leider nicht gibt - siehe die Unfähigkeit den
Klimawandel, Corona u.v.a.m. trotz eigentlich ausreichendem, intelligenten Expertenwissen in der Praxis
mehrheitsdemokratisch jurisdiktiv und executiv umzusetzen).

Neben den genannten Faktoren zur Intelligenzminderung ist es doch wohl in jedem Falle auch so, dass zum Einen
dümmere Menschen mehr Kinder bekommen als z.B. Akademiker und zum Anderen eine evolutionäre Rückbildung
des Gehirnes denkbar wäre, da das Hirn über 20% der Energie des Körpers braucht und es wenn es Dank
Sozialsystemen (ohne dass ich gegen diese etwas sagen möchte und man mir Sozialdarwinismus oder gar Eugenik
vorwerfen sollte; sie sollten nur gerecht für alle Arbeitslosen gelten) in seiner jetzigen Größe und Intelligenz und damit
Energieverbrauch nicht mehr benötigt wird, ein weiterer Rückbau über Generationen nur logisch und vielleicht
sogar wahrscheinlich wäre.
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Ahriman
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Beitrag(#2217555) Verfasst am: 13.07.2020, 11:25    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
dass zum Einen dümmere Menschen mehr Kinder bekommen als z.B. Akademiker

Du irrst sehr, wenn du glaubst, Akademiker seien intelligent. Die sind oft genau so doof wie die Proleten, sie haben nur ein paar Bücher im Kopf. Jurist oder Mediziner zu sein ist vor allem abhängig davon, ob man was leicht auswendig lernen kann, also die Fähigkeit, Daten zu speichern. Wer das gut kann macht als Jurist das Staatsexamen mit einem Einser und hat dann, wie Ludwig Thoma schrieb, "einen Freibrief für jede Dummheit in Bayern". Schon zu dessen Zeiten waren "die Studierten" so dumm wie Brot.
Intelligenz und Bildung sind nicht dasselbe. Bildung ist nur Werkzeug für den Geist. Wenn man aber an jeder Hand fünf Daumen hat, richtet man mit dem besten Werkzeug nur Unheil an.
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Beitrag(#2217556) Verfasst am: 13.07.2020, 11:33    Titel: Re: werden die Menschen immer dümmer? Antworten mit Zitat

neurosemantik hat folgendes geschrieben:
Und die Menschen werden ja auch ohne Corona nicht klüger. Mittlerweile ist in allen Studien dazu bewiesen, dass die Intelligenz der Menschheit von Jahrzehnt zu Jahrzehnt immer mehr abnimmt.

Könnte stimmen. Es gibt immer mehr und mehr Menschen auf der Welt, aber offenbar ist die Intelligenz eine feste Größe, sie wird also immer mehr verdünnt. Alle Dummheiten werden fortwährend wiederholt..
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