Freigeisterhaus Foren-Übersicht
 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   NutzungsbedingungenNutzungsbedingungen   BenutzergruppenBenutzergruppen   LinksLinks   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

Impfplicht für SARS-CoV2
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen   Drucker freundliche Ansicht    Freigeisterhaus Foren-Übersicht -> Politik und Geschichte
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  

Soll jeder Deutsche zur Impfung gegen SARS-CoV2 gezwungen werden?
Ja
66%
 66%  [ 8 ]
Nein
33%
 33%  [ 4 ]
Stimmen insgesamt : 12

Autor Nachricht
Tarvoc
would prefer not to



Anmeldungsdatum: 01.03.2004
Beiträge: 40684

Beitrag(#2260145) Verfasst am: 03.09.2021, 13:47    Titel: Antworten mit Zitat

jdf hat folgendes geschrieben:
Wenn ich also sage, ich könnte eine wirklich allgemeingültige Moral entwickeln, oder sie bestünde bereits, so bleibt doch offen, ob sie auch in jedem Falle eine "Anwendung" findet. Denn nur dann könnte sie Gesetze ersetzen.

Nein, auch dann nicht. Die Widerspruchsfreiheit ist ja nur eine Minimalforderung. Sie gibt dir ja nicht inhaltlich bestimmte Prinzipien des Handelns vor, sondern schließt lediglich selbstwidersprüchliches Handeln aus.

jdf hat folgendes geschrieben:
Gibt es nur eine mögliche allgemeingültige Moral?

Keine Ahnung. Ich hab' ja gesagt, widerspruchsfreie Allgemeinheit ist eine Minimalforderung. Die Frage ist aber auch, was das heißen soll, die "Moralen" zu zählen. Richtiger wäre wohl die Formulierung: Innerhalb allgemeiner Moral kann es immer noch Fälle geben, die nicht-eindeutig sind und damit Entscheidungen erfordern, weil es z.B. mehrere einander ausschließende und trotzdem jeweils für sich widerspruchsfrei verallgemeinerbare Optionen geben könnte (was wohl ein weiterer Punkt ist, in dem ich von Kant abweiche). Nur ist eben alles, was darüber hinaus eine Entscheidung für eine dieser Optionen und gegen eine andere verlangt, eigentlich nicht mehr Moral, sondern irgendwas anderes (z.B. Gesetz oder Tradition).
_________________
Ne change rien pour que tout soit différent.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Siegfried
registrierter User



Anmeldungsdatum: 18.05.2020
Beiträge: 69
Wohnort: Singapore

Beitrag(#2260681) Verfasst am: 10.09.2021, 21:35    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
jdf hat folgendes geschrieben:
Inwiefern ist denn Moral allgemein, wenn sich jeder Mensch seine eigene Moral zusammenbasteln kann?

Umgekehrt. Es sind gerade die Gesetze, die sich jeder Staat und jede Menschengruppe bastelt, wie sie will. Moral wird nicht "gebastelt", sondern Moral ist die Übernahme einer Pflicht in und aus Freiheit und um der Freiheit willen. Jede Pflicht und jede Geltung auf äußerem Zwang gründen zu wollen ist hingegen gerade der Kerngedanke des politischen Autoritarismus, und den scheinst du (wenn ich dich nicht falsch verstehe) komischerweise mit den Impfgegnern zu teilen. Das Argument der Impfgegner ist ja: Ihr könnt uns nicht zwingen, also sind wir nicht verpflichtet. Ob ein gesetzlicher Zwang z. B. verfassungsrechtlich möglich ist, ist eben auch nur eine verfassungsrechtliche Frage. Die Impfgegner argumentieren aber moralisch: "Ihr habt nicht das moralische Recht, uns zu zwingen" bedeutet: "Ihr habt die moralische Pflicht, Zwang zu unterlassen." Von dieser Pflicht erwarten die Impfgegner, dass wir sie freiwillig übernehmen. Diese Forderung nach Anerkennung ihres "Selbsteigentums" ist nur deshalb möglich, weil die Idee der Übernahme einer Pflicht ohne äußeren Zwang bereits implizit anerkannt ist: Ein Max-Stirner-Soziopath könnte den Impfgegnern einfach erwidern, dass sie überhaupt kein "Selbsteigentum" haben, sondern sein Eigentum sind. Vom Standpunkt der Moral ist die richtige Antwort hingegen die, dass Eigentum verpflichtet und dass sie selbst, solange sie nicht freiwillig die moralische Pflicht zur Impfung auf sich nehmen, ihr eigenes Prinzip dadurch untergraben, dass sie sich selbst und andere wider besseren Wissens und ohne Not der Gefahr des Verlusts der körperlichen Autonomie aussetzen. Sie widersprechen also ihrem eigenen Prinzip: Wenn es überhaupt "Selbsteigentum" geben soll, dann gibt es eine moralische Impfpflicht, die jeder ohne Zwang aus freiem Willen zu übernehmen hätte. Zwang ist in dieser ganzen Diskussion überhaupt nur deshalb überhaupt als Mittel auf dem Tisch, weil Impfgegner sich wider alle Vernunft nicht freiwillig impfen lasst und damit die Freiheit und das Leben anderer gefährden und damit ihr eigenes Prinzip des Selbsteigentums untergraben. (Die größten Freiheitsfeinde sind immer die, die die Anerkennung ihrer Freiheit fordern, ohne sich selbst auf die Freiheit als Wert auch praktisch zu verpflichten.)

Du bist immerhin schon einen Schritt weiter indem du das GG nicht als bindend ansiehst. Aber nein, Freiheit ist nicht verpflichtend, Freiheit ist absolut. Mein Körper, meine Entscheidung, unabhängig von den Konsequenzen.
_________________
Ceterum autem censeo democratiam esse delendam
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Siegfried
registrierter User



Anmeldungsdatum: 18.05.2020
Beiträge: 69
Wohnort: Singapore

Beitrag(#2260682) Verfasst am: 10.09.2021, 21:38    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Mir ist gerade ein guter Vergleich eingefallen.
Seid Einführung der Gurtpflicht im Auto, gibt es immer noch tödliche Autounfälle. Es gibt sogar welche, die durch den Gurt ums Leben gekommen sind. Aber insgesamt, hat der Gurt tausende von Leben gerettet.

Ich schnalle mich immer an. Die Gurtpflicht ist trotzdem falsch. Wer das nicht versteht, ist rin Freiheitsfeind.
_________________
Ceterum autem censeo democratiam esse delendam
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
vrolijke
Bekennender Pantheist
Moderator



Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 42760
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2260684) Verfasst am: 10.09.2021, 21:46    Titel: Antworten mit Zitat

Siegfried hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
jdf hat folgendes geschrieben:
Inwiefern ist denn Moral allgemein, wenn sich jeder Mensch seine eigene Moral zusammenbasteln kann?

Umgekehrt. Es sind gerade die Gesetze, die sich jeder Staat und jede Menschengruppe bastelt, wie sie will. Moral wird nicht "gebastelt", sondern Moral ist die Übernahme einer Pflicht in und aus Freiheit und um der Freiheit willen. Jede Pflicht und jede Geltung auf äußerem Zwang gründen zu wollen ist hingegen gerade der Kerngedanke des politischen Autoritarismus, und den scheinst du (wenn ich dich nicht falsch verstehe) komischerweise mit den Impfgegnern zu teilen. Das Argument der Impfgegner ist ja: Ihr könnt uns nicht zwingen, also sind wir nicht verpflichtet. Ob ein gesetzlicher Zwang z. B. verfassungsrechtlich möglich ist, ist eben auch nur eine verfassungsrechtliche Frage. Die Impfgegner argumentieren aber moralisch: "Ihr habt nicht das moralische Recht, uns zu zwingen" bedeutet: "Ihr habt die moralische Pflicht, Zwang zu unterlassen." Von dieser Pflicht erwarten die Impfgegner, dass wir sie freiwillig übernehmen. Diese Forderung nach Anerkennung ihres "Selbsteigentums" ist nur deshalb möglich, weil die Idee der Übernahme einer Pflicht ohne äußeren Zwang bereits implizit anerkannt ist: Ein Max-Stirner-Soziopath könnte den Impfgegnern einfach erwidern, dass sie überhaupt kein "Selbsteigentum" haben, sondern sein Eigentum sind. Vom Standpunkt der Moral ist die richtige Antwort hingegen die, dass Eigentum verpflichtet und dass sie selbst, solange sie nicht freiwillig die moralische Pflicht zur Impfung auf sich nehmen, ihr eigenes Prinzip dadurch untergraben, dass sie sich selbst und andere wider besseren Wissens und ohne Not der Gefahr des Verlusts der körperlichen Autonomie aussetzen. Sie widersprechen also ihrem eigenen Prinzip: Wenn es überhaupt "Selbsteigentum" geben soll, dann gibt es eine moralische Impfpflicht, die jeder ohne Zwang aus freiem Willen zu übernehmen hätte. Zwang ist in dieser ganzen Diskussion überhaupt nur deshalb überhaupt als Mittel auf dem Tisch, weil Impfgegner sich wider alle Vernunft nicht freiwillig impfen lasst und damit die Freiheit und das Leben anderer gefährden und damit ihr eigenes Prinzip des Selbsteigentums untergraben. (Die größten Freiheitsfeinde sind immer die, die die Anerkennung ihrer Freiheit fordern, ohne sich selbst auf die Freiheit als Wert auch praktisch zu verpflichten.)

Du bist immerhin schon einen Schritt weiter indem du das GG nicht als bindend ansiehst. Aber nein, Freiheit ist nicht verpflichtend, Freiheit ist absolut. Mein Körper, meine Entscheidung, unabhängig von den Konsequenzen.


Das mag zutreffen, wenn du allein auf eine einsame Insel lebst. Sobald auch nur ein Mensch dazu kommt, geht es ohne Rücksicht auf den jeweiligen andern nicht.
_________________
Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
Erich Fromm

Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

Grenzen geben einem die Illusion, das Böse kommt von draußen
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
vrolijke
Bekennender Pantheist
Moderator



Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 42760
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2260686) Verfasst am: 10.09.2021, 21:47    Titel: Antworten mit Zitat

Siegfried hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Mir ist gerade ein guter Vergleich eingefallen.
Seid Einführung der Gurtpflicht im Auto, gibt es immer noch tödliche Autounfälle. Es gibt sogar welche, die durch den Gurt ums Leben gekommen sind. Aber insgesamt, hat der Gurt tausende von Leben gerettet.

Ich schnalle mich immer an. Die Gurtpflicht ist trotzdem falsch. Wer das nicht versteht, ist rin Freiheitsfeind.

Das die Gesellschaft aufkommen muss, für die Krüppel, die nichts mehr zu der Gesellschaft beitragen können, ist dir wohl egal.
_________________
Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
Erich Fromm

Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

Grenzen geben einem die Illusion, das Böse kommt von draußen
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Siegfried
registrierter User



Anmeldungsdatum: 18.05.2020
Beiträge: 69
Wohnort: Singapore

Beitrag(#2260691) Verfasst am: 10.09.2021, 21:52    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Siegfried hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Mir ist gerade ein guter Vergleich eingefallen.
Seid Einführung der Gurtpflicht im Auto, gibt es immer noch tödliche Autounfälle. Es gibt sogar welche, die durch den Gurt ums Leben gekommen sind. Aber insgesamt, hat der Gurt tausende von Leben gerettet.

Ich schnalle mich immer an. Die Gurtpflicht ist trotzdem falsch. Wer das nicht versteht, ist rin Freiheitsfeind.

Das die Gesellschaft aufkommen muss, für die Krüppel, die nichts mehr zu der Gesellschaft beitragen können, ist dir wohl egal.

Ich möchte nicht, daß die Gesellschaft dafür aufkommen MUSS (aber wünsche mir, daß sie es freiwillig tut).
_________________
Ceterum autem censeo democratiam esse delendam
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Siegfried
registrierter User



Anmeldungsdatum: 18.05.2020
Beiträge: 69
Wohnort: Singapore

Beitrag(#2260692) Verfasst am: 10.09.2021, 21:53    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Siegfried hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
jdf hat folgendes geschrieben:
Inwiefern ist denn Moral allgemein, wenn sich jeder Mensch seine eigene Moral zusammenbasteln kann?

Umgekehrt. Es sind gerade die Gesetze, die sich jeder Staat und jede Menschengruppe bastelt, wie sie will. Moral wird nicht "gebastelt", sondern Moral ist die Übernahme einer Pflicht in und aus Freiheit und um der Freiheit willen. Jede Pflicht und jede Geltung auf äußerem Zwang gründen zu wollen ist hingegen gerade der Kerngedanke des politischen Autoritarismus, und den scheinst du (wenn ich dich nicht falsch verstehe) komischerweise mit den Impfgegnern zu teilen. Das Argument der Impfgegner ist ja: Ihr könnt uns nicht zwingen, also sind wir nicht verpflichtet. Ob ein gesetzlicher Zwang z. B. verfassungsrechtlich möglich ist, ist eben auch nur eine verfassungsrechtliche Frage. Die Impfgegner argumentieren aber moralisch: "Ihr habt nicht das moralische Recht, uns zu zwingen" bedeutet: "Ihr habt die moralische Pflicht, Zwang zu unterlassen." Von dieser Pflicht erwarten die Impfgegner, dass wir sie freiwillig übernehmen. Diese Forderung nach Anerkennung ihres "Selbsteigentums" ist nur deshalb möglich, weil die Idee der Übernahme einer Pflicht ohne äußeren Zwang bereits implizit anerkannt ist: Ein Max-Stirner-Soziopath könnte den Impfgegnern einfach erwidern, dass sie überhaupt kein "Selbsteigentum" haben, sondern sein Eigentum sind. Vom Standpunkt der Moral ist die richtige Antwort hingegen die, dass Eigentum verpflichtet und dass sie selbst, solange sie nicht freiwillig die moralische Pflicht zur Impfung auf sich nehmen, ihr eigenes Prinzip dadurch untergraben, dass sie sich selbst und andere wider besseren Wissens und ohne Not der Gefahr des Verlusts der körperlichen Autonomie aussetzen. Sie widersprechen also ihrem eigenen Prinzip: Wenn es überhaupt "Selbsteigentum" geben soll, dann gibt es eine moralische Impfpflicht, die jeder ohne Zwang aus freiem Willen zu übernehmen hätte. Zwang ist in dieser ganzen Diskussion überhaupt nur deshalb überhaupt als Mittel auf dem Tisch, weil Impfgegner sich wider alle Vernunft nicht freiwillig impfen lasst und damit die Freiheit und das Leben anderer gefährden und damit ihr eigenes Prinzip des Selbsteigentums untergraben. (Die größten Freiheitsfeinde sind immer die, die die Anerkennung ihrer Freiheit fordern, ohne sich selbst auf die Freiheit als Wert auch praktisch zu verpflichten.)

Du bist immerhin schon einen Schritt weiter indem du das GG nicht als bindend ansiehst. Aber nein, Freiheit ist nicht verpflichtend, Freiheit ist absolut. Mein Körper, meine Entscheidung, unabhängig von den Konsequenzen.


Das mag zutreffen, wenn du allein auf eine einsame Insel lebst. Sobald auch nur ein Mensch dazu kommt, geht es ohne Rücksicht auf den jeweiligen andern nicht.

Das ist korrekt wenn es den anderen betrifft. Entscheidungen über meinen Körper sind davon nicht betroffen.
_________________
Ceterum autem censeo democratiam esse delendam
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
vrolijke
Bekennender Pantheist
Moderator



Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 42760
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2260694) Verfasst am: 10.09.2021, 21:56    Titel: Antworten mit Zitat

Siegfried hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Siegfried hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Mir ist gerade ein guter Vergleich eingefallen.
Seid Einführung der Gurtpflicht im Auto, gibt es immer noch tödliche Autounfälle. Es gibt sogar welche, die durch den Gurt ums Leben gekommen sind. Aber insgesamt, hat der Gurt tausende von Leben gerettet.

Ich schnalle mich immer an. Die Gurtpflicht ist trotzdem falsch. Wer das nicht versteht, ist rin Freiheitsfeind.

Das die Gesellschaft aufkommen muss, für die Krüppel, die nichts mehr zu der Gesellschaft beitragen können, ist dir wohl egal.

Ich möchte nicht, daß die Gesellschaft dafür aufkommen MUSS (aber wünsche mir, daß sie es freiwillig tut).


Warum sollten sie aufkommen für jemand, der sich nicht an ein Minimum von Regeln hält?
Jemand der sich nicht an gesellschaftliche Regeln hält, stellt sich doch selbst außerhalb der Gemeinschafft. Warum sollten sie ihn helfen wenn er doch selber Schuld ist?
_________________
Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
Erich Fromm

Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

Grenzen geben einem die Illusion, das Böse kommt von draußen
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Siegfried
registrierter User



Anmeldungsdatum: 18.05.2020
Beiträge: 69
Wohnort: Singapore

Beitrag(#2260695) Verfasst am: 10.09.2021, 21:58    Titel: Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Siegfried hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Siegfried hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Mir ist gerade ein guter Vergleich eingefallen.
Seid Einführung der Gurtpflicht im Auto, gibt es immer noch tödliche Autounfälle. Es gibt sogar welche, die durch den Gurt ums Leben gekommen sind. Aber insgesamt, hat der Gurt tausende von Leben gerettet.

Ich schnalle mich immer an. Die Gurtpflicht ist trotzdem falsch. Wer das nicht versteht, ist rin Freiheitsfeind.

Das die Gesellschaft aufkommen muss, für die Krüppel, die nichts mehr zu der Gesellschaft beitragen können, ist dir wohl egal.

Ich möchte nicht, daß die Gesellschaft dafür aufkommen MUSS (aber wünsche mir, daß sie es freiwillig tut).


Warum sollten sie aufkommen für jemand, der sich nicht an ein Minimum von Regeln hält?
Jemand der sich nicht an gesellschaftliche Regeln hält, stellt sich doch selbst außerhalb der Gemeinschafft. Warum sollten sie ihn helfen wenn er doch selber Schuld ist?

Ich fordere ja gerade nicht, daß irgendjemand hilft.
_________________
Ceterum autem censeo democratiam esse delendam
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
vrolijke
Bekennender Pantheist
Moderator



Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 42760
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2260696) Verfasst am: 10.09.2021, 21:59    Titel: Antworten mit Zitat

Siegfried hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Siegfried hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
jdf hat folgendes geschrieben:
Inwiefern ist denn Moral allgemein, wenn sich jeder Mensch seine eigene Moral zusammenbasteln kann?

Umgekehrt. Es sind gerade die Gesetze, die sich jeder Staat und jede Menschengruppe bastelt, wie sie will. Moral wird nicht "gebastelt", sondern Moral ist die Übernahme einer Pflicht in und aus Freiheit und um der Freiheit willen. Jede Pflicht und jede Geltung auf äußerem Zwang gründen zu wollen ist hingegen gerade der Kerngedanke des politischen Autoritarismus, und den scheinst du (wenn ich dich nicht falsch verstehe) komischerweise mit den Impfgegnern zu teilen. Das Argument der Impfgegner ist ja: Ihr könnt uns nicht zwingen, also sind wir nicht verpflichtet. Ob ein gesetzlicher Zwang z. B. verfassungsrechtlich möglich ist, ist eben auch nur eine verfassungsrechtliche Frage. Die Impfgegner argumentieren aber moralisch: "Ihr habt nicht das moralische Recht, uns zu zwingen" bedeutet: "Ihr habt die moralische Pflicht, Zwang zu unterlassen." Von dieser Pflicht erwarten die Impfgegner, dass wir sie freiwillig übernehmen. Diese Forderung nach Anerkennung ihres "Selbsteigentums" ist nur deshalb möglich, weil die Idee der Übernahme einer Pflicht ohne äußeren Zwang bereits implizit anerkannt ist: Ein Max-Stirner-Soziopath könnte den Impfgegnern einfach erwidern, dass sie überhaupt kein "Selbsteigentum" haben, sondern sein Eigentum sind. Vom Standpunkt der Moral ist die richtige Antwort hingegen die, dass Eigentum verpflichtet und dass sie selbst, solange sie nicht freiwillig die moralische Pflicht zur Impfung auf sich nehmen, ihr eigenes Prinzip dadurch untergraben, dass sie sich selbst und andere wider besseren Wissens und ohne Not der Gefahr des Verlusts der körperlichen Autonomie aussetzen. Sie widersprechen also ihrem eigenen Prinzip: Wenn es überhaupt "Selbsteigentum" geben soll, dann gibt es eine moralische Impfpflicht, die jeder ohne Zwang aus freiem Willen zu übernehmen hätte. Zwang ist in dieser ganzen Diskussion überhaupt nur deshalb überhaupt als Mittel auf dem Tisch, weil Impfgegner sich wider alle Vernunft nicht freiwillig impfen lasst und damit die Freiheit und das Leben anderer gefährden und damit ihr eigenes Prinzip des Selbsteigentums untergraben. (Die größten Freiheitsfeinde sind immer die, die die Anerkennung ihrer Freiheit fordern, ohne sich selbst auf die Freiheit als Wert auch praktisch zu verpflichten.)

Du bist immerhin schon einen Schritt weiter indem du das GG nicht als bindend ansiehst. Aber nein, Freiheit ist nicht verpflichtend, Freiheit ist absolut. Mein Körper, meine Entscheidung, unabhängig von den Konsequenzen.


Das mag zutreffen, wenn du allein auf eine einsame Insel lebst. Sobald auch nur ein Mensch dazu kommt, geht es ohne Rücksicht auf den jeweiligen andern nicht.

Das ist korrekt wenn es den anderen betrifft. Entscheidungen über meinen Körper sind davon nicht betroffen.


Dein eigener Körper kann ohne Gemeinschaft nicht leben. Außerdem könntest du, wenn du nicht aufpasst, unter umständen eine tödliche ansteckende Krankheit bekommen, un den andern anstecken. Das geht nicht nur dich was an.
_________________
Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
Erich Fromm

Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

Grenzen geben einem die Illusion, das Böse kommt von draußen
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
vrolijke
Bekennender Pantheist
Moderator



Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 42760
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2260697) Verfasst am: 10.09.2021, 22:00    Titel: Antworten mit Zitat

Siegfried hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Siegfried hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Siegfried hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Mir ist gerade ein guter Vergleich eingefallen.
Seid Einführung der Gurtpflicht im Auto, gibt es immer noch tödliche Autounfälle. Es gibt sogar welche, die durch den Gurt ums Leben gekommen sind. Aber insgesamt, hat der Gurt tausende von Leben gerettet.

Ich schnalle mich immer an. Die Gurtpflicht ist trotzdem falsch. Wer das nicht versteht, ist rin Freiheitsfeind.

Das die Gesellschaft aufkommen muss, für die Krüppel, die nichts mehr zu der Gesellschaft beitragen können, ist dir wohl egal.

Ich möchte nicht, daß die Gesellschaft dafür aufkommen MUSS (aber wünsche mir, daß sie es freiwillig tut).


Warum sollten sie aufkommen für jemand, der sich nicht an ein Minimum von Regeln hält?
Jemand der sich nicht an gesellschaftliche Regeln hält, stellt sich doch selbst außerhalb der Gemeinschafft. Warum sollten sie ihn helfen wenn er doch selber Schuld ist?

Ich fordere ja gerade nicht, daß irgendjemand hilft.

Ach.
_________________
Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
Erich Fromm

Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

Grenzen geben einem die Illusion, das Böse kommt von draußen
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen   Drucker freundliche Ansicht    Freigeisterhaus Foren-Übersicht -> Politik und Geschichte Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6
Seite 6 von 6

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.



Impressum & Datenschutz


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group