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Rassismus?!
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wolle
Anti-Theist und Welt-Verbesserer



Anmeldungsdatum: 23.03.2015
Beiträge: 3243

Beitrag(#2234399) Verfasst am: 17.12.2020, 20:50    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:

Das Wort "Jude" ist die Selbstbezeichnung einer Ethnie und insofern absolut nicht vergleichbar.

Jude zu sein ist nicht eine Frage der Ethnie.
https://de.wikipedia.org/wiki/Juden#Der_Begriff_%E2%80%9Ej%C3%BCdisches_Volk%E2%80%9C schrieb:
Zitat:
Wer von einer jüdischen Mutter geboren ist, gilt im Talmud daher ebenso als Jude wie jemand, der zu diesem Glauben übergetreten ist, unabhängig von seiner Herkunft. Der Begriff des jüdischen Volkes im zweiten Sinne bezeichnet nicht ein ethnisch einheitliches Nationalvolk mit geschlossenem Siedlungsraum, einer gemeinsamen Geschichte, Sprache und Kultur, sondern eines, das zur jüdischen Diaspora zerfiel.


Jude kann also ebenso wie ein Russe auch ein Brasilianer oder ein Marokkaner sein.
_________________
72. Generalversammlung der Vereinten Nationen, Presse-Mitteilung
http://www.un.org/en/ga/72/presskit/pdf/full_kit72_en.pdf
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beachbernie
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Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 45491
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2234401) Verfasst am: 17.12.2020, 21:03    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Tarvoc hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Vor diesem Hintergrund so speziell den jüdischen Charakter Israels zu diskutieren, wie man es beim nationalstaatlichen Charakter keines anderen Staates der Welt tut, [...]

Tut "man" nicht? Ich persönlich bin jedenfalls durchaus der Ansicht, dass an solchen Fragen durchaus Problematiken deutlich werden, die das Konzept des Nationalstaats als solches betreffen. Aber ich weiß, was du meinst.

Natürlich hat das "Konzept des Nationalstaats als solches" Probleme und innere Widersprüche mit dem Konzept der liberalen Demokratie. Die Idee, den Nationalstaat auf lange Sicht durch bessere Formen zu überwinden, begrüße ich ja auch.

Ich widerspreche dir auch nicht darin, dass diese Probleme in Israel besonders deutlich zutage treten. Das hängt aber eben damit zusammen, dass es in Israel auch ganz besondere, historische und aktuelle Gründe für das Bedürfnis nach einem Nationalstaat gibt (sinngemäß hast du das, glaube ich, auch irgendwo im Israel-Thread schon geschrieben).

Vor diesem Hintergrund halte ich es für sowohl geschichts- als auch realitätsblind, nun ausgerechnet ganz speziell mit der Überwindung dieses einen Nationalstaats anfangen zu wollen, ohne sich um diese Gründe auch nur zu kümmern, wie es die "Antizionisten" tun und wie es, ich wiederhole bewusst, so speziell mit keinem anderen Nationalstaat geschieht. Auch du machst genau das ja gerade nicht so speziell auf einen Staat bezogen, wenn du das "Konzept des Nationalstaats als solches" problematisierst - im Gegenteil.


Warum soll man ausgerechnet den Staat, der inzwischen von vielen "white supremacists", wie z.B. dem amerikanischen Neonazi Richard Spencer, als Vorbild fuer ihre eigenen nationalstaatlichen Vorstellungen gesehen wird nachsichtiger behandeln als andere, weniger extreme und somit weniger problematische Nationalstaaten? Vor allem vor dem Hintergrund, dass sich Israel ideologisch eindeutig in die falsche Richtung entwickelt, hin zu noch mehr Diskriminierung der größten ethnischen Minderheit, z.B. durch die Schaffung der rechtlichen Voraussetzung fuer "rein juedischer" Wohngebiete, in denen Araber keinen Zutritt haben.


Was mich auch mal interessieren wuerde.....

Wie kann es sein, dass jemand, der in der eigenen Gesellschaft so vehement und manchmal bis in die Absurdität hinein, darauf beharrt, dass alle möglichen Minderheiten auch sprachlich sichtbar sein muessen, akzeptiert, dass sich ein Staat, der zu Dreiviertel aus Nichtjuden besteht, selbst als "Staat der Juden" bezeichnet und dadurch bewusst und in voller Absicht alle ethnischen Minderheiten auf seinem Staatsgebiet sogar in der Verfassung "sprachlich unsichtbar" macht?

Ich halte Dich nicht fuer einen Rassisten und sehe, dass Du Dich eigentlich fast ueberall fuer Gleichberechtigung und Gleichbehandlung aller Menschen einsetzt. So wie ich auch, auch wenn ich nicht jede absurde Übertreibung Deinerseits mitmache. Deshalb kann ich es nicht verstehen, weshalb Du Dich gerade im Falle Israels zum Werkzeug derjenigen machst, die, nüchtern betrachtet, Deine Werte mit Füssen treten und genau die Politik betreiben, die Du andernorts ablehnst. Und das geht, fuer alle eigentlich sichtbar, ueber die Verfehlungen und Verirrungen einer zeitweiligen Regierung, die vielleicht bald abgewählt ist, hinaus, sondern das betrifft den politischen Grundkonsens und die ideologischen Fundamente jenes Staates.

Das ist nicht nur schwer zu verstehen, sondern hat auch einen faszinierenden Aspekt, wenn man mal sieht, was geschickte Propaganda alles machen kann.
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tillich (epigonal)
hat Spaß



Anmeldungsdatum: 12.04.2006
Beiträge: 18573

Beitrag(#2234403) Verfasst am: 17.12.2020, 21:15    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Diese Propagandalüge interssiert nicht nur mich nicht, sondern die israelische Einwanderungspraxis genauso wenig.

Ach ... dass das Bedürfnis nach einem jüdischen Nationalstaat, in dem Juden ganz grundsätzlich und ohne auf besondere Gesetzesklauseln angewisen zu sein Aufnahme finden, mit Antisemitismus und Holocaust zu tun hat, ist also eine "Propagandalüge". Dazu habe ich wirklich nichts weiter zu sagen.

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Wenn es nur darum ginge Juden vor Verfolgung zu schuetzen, dann wuerden spezielle Klauseln fuer Juden im israelischen Asylrecht reichen.

In einem Staat, wie er dir vorschwebt, aus Israelis und Palästinenseren und zurückkehrenden Flüchtlingen und einwandernden Kindern und Enkeln und Urenkeln von Flüchtlingen ... wie lange würden da solche "speziellen Klauseln für Juden im israelischen Asylrecht" wohl halten?
Aber klar, den Schutz von Juden vor Verfolgung findest du natürlich total wichtig, wer wollte daran zweifeln. Nur der Staat und seine Institutionen, die das wirklich garantieren, die sind nicht nur überflüssig, sondern total schlimme Suprematie.

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Ach....es geht also tatsaechlich um die allgemeinen "Probleme interreligioeser Paare". Da lachen ja die Hühner. Es geht in Israel darum den "juedischen Charakter Israels" zu bewahren und das geht nun mal eher schlecht, wenn sich Juden mit Nichtjuden vermischen. Das hat nichts mit Religion zu tun, dafuer aber ganz viel dem "Schutz des Volkes" vor dem "Untergang durch Vermischung". Deshalb wird in Israel auch keine Zivilehe eingeführt und wenn, dann steht zu befürchten, dass das "Vermischungsverbot" das möglicherweise überleben wird, weil es eben gerade nicht um Religion geht, sondern um das Selbstverständnis Israels als juedischer Staat im Sinne eines ethnischen Nationalstaates.

Dass es dir nicht um die tatsächlichen Probleme von Paaren geht, die nicht heiraten dürfen, sondern nur um Munition gegen Israel, ist schon klar. Deswegen interessiert dich der Hinweis auf die historischen Hintergründe und die daraus hervorgehenden gleichen Probleme in den Nachbarländern ja auch nicht die Bohne.
Und deshalb hast du auch auf die Frage, wer die Zivilehe verhindert, ja auch sofort die Antwort: Die bösen Zionisten sind schuld, und mit Religion hat das nichts zu tun. Das weißt du, ohne selbst auch nur mal ein bisschen nachzuforschen.

Letzteres habe ich gemacht und Neues gelernt. So sind die meisten Betroffenen wohl gar keine Paare aus Juden und Arabern, sondern Juden, die aus irgendwelchen Gründen des halachischen Rechts nicht heiraten dürfen. So werden durch das Fehlen der Zivilehe gerade Leute diskriminiert, die nach dem (total unglaublich böse zionistischen) Rückkehrgesetz nach Israel einwandern dürfen, weil sie einen jüdischen Vater haben, aber nach halachischem Recht keine Juden sind, weil die Mutter nicht Jüdin ist.

Deswegen sind nach einer Umfrage von vor ein paar Jahren auch gerade Anhänger säkular-nationalistischer Parteien für die Zivilehe und die Anhänger orthodoxer Parteien dagegen. In derselben Umfrage waren jüdische Israelis zu einem deutlich höheren Anteil für die Möglichkeit von nichtreligiösen Eheschließungen als arabische Israelis.

Das alles passt zu deiner Erzählung, dass es bei der fehlenden Zivilehe um die Suprematie der ethnischen Juden ginge und nicht um Religion, so ungefähr überhaupt nicht. Aber wer will sich schon die Mühe machen, sich um Fakten und Details zu kümmern, wenn man zu Israel auch so eine Meinung haben kann?
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Tarvoc
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Beiträge: 39369

Beitrag(#2234419) Verfasst am: 17.12.2020, 23:42    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Dann kann man eine Verfassungsklage gegen solches Recht einreichen.

Lachen Du hast den Widerspruch noch nicht verstanden.
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Zuletzt bearbeitet von Tarvoc am 17.12.2020, 23:42, insgesamt einmal bearbeitet
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beachbernie
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Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 45491
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2234420) Verfasst am: 17.12.2020, 23:42    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:


....Letzteres habe ich gemacht und Neues gelernt. So sind die meisten Betroffenen wohl gar keine Paare aus Juden und Arabern, sondern Juden, die aus irgendwelchen Gründen des halachischen Rechts nicht heiraten dürfen. So werden durch das Fehlen der Zivilehe gerade Leute diskriminiert, die nach dem (total unglaublich böse zionistischen) Rückkehrgesetz nach Israel einwandern dürfen, weil sie einen jüdischen Vater haben, aber nach halachischem Recht keine Juden sind, weil die Mutter nicht Jüdin ist......



So neu ist das nicht. Dieser Konflikt besteht im Grunde genommen darin, dass sich konservative Rabbiner und Zionisten nicht auf eine einheitliche Definition der Zugehörigkeit zum juedischen Volk einigen koennen und die Betroffenen zwar vom Staat israel als Juden anerkannt werden und deshalb einwandern duerfen aber vom Rabbinat nicht und ihnen deshalb die Eheschliessung verweigert wird. Und das passt ja auch zum Bild eines rassistischen Staates. Die Definition der eigenen Rasse berührt die Fundamente rassistischer Ideologie und ist deshalb unter den Rasseideologen auch schon mal umstritten.

Deshalb drückt sich israelischer Rassismus auch durch Ungleichbehandlung anderer Juden, deren Volkszugehoerigkei umstrittenes, aus. So ist z.B. umstritten ob "schwarze Juden" tatsaechlich "echte" Juden sind oder nicht und ab und zu kocht da auch was hoch, das es in die Nachrichten schafft, so wie kürzlich, als es mehreren Hundert dunkelhäutigen Juden aus Äthiopien nach langwierigem Gezerre gelungen war vom israelischen Staat als Juden anerkannt zu werden und nach israel einwandern zu duerfen.

Das spricht aber alles nicht dagegen, dass wir es hier mit einem rassistischen Staat zu tun haben. Ganz im Gegenteil.
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Tarvoc
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Beiträge: 39369

Beitrag(#2234422) Verfasst am: 17.12.2020, 23:47    Titel: Antworten mit Zitat

wolle hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:

Das Wort "Jude" ist die Selbstbezeichnung einer Ethnie und insofern absolut nicht vergleichbar.

Jude zu sein ist nicht eine Frage der Ethnie.
https://de.wikipedia.org/wiki/Juden#Der_Begriff_%E2%80%9Ej%C3%BCdisches_Volk%E2%80%9C schrieb:
Zitat:
Wer von einer jüdischen Mutter geboren ist, gilt im Talmud daher ebenso als Jude wie jemand, der zu diesem Glauben übergetreten ist, unabhängig von seiner Herkunft. Der Begriff des jüdischen Volkes im zweiten Sinne bezeichnet nicht ein ethnisch einheitliches Nationalvolk mit geschlossenem Siedlungsraum, einer gemeinsamen Geschichte, Sprache und Kultur, sondern eines, das zur jüdischen Diaspora zerfiel.

Jude kann also ebenso wie ein Russe auch ein Brasilianer oder ein Marokkaner sein.


https://de.wikipedia.org/wiki/Ethnie
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tillich (epigonal)
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Beiträge: 18573

Beitrag(#2234424) Verfasst am: 17.12.2020, 23:54    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Wie kann es sein [...]

... dass jemand die falsche Meinung hat, wenn du doch die richtige schon gefunden hast?
Hab' ich auch keine Ahnung.
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beachbernie
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Beitrag(#2234426) Verfasst am: 18.12.2020, 00:12    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
.... Das weißt du, ohne selbst auch nur mal ein bisschen nachzuforschen.

Letzteres habe ich gemacht und Neues gelernt. .....



Hast Du denn auch einmal das Video von Judith Butler angeschaut, das ich Dir verlinkt habe? Oder ist Dein Forscherdrang doch nicht so gross, vielleicht weil Du Angst hast, Du könntest etwas lernen, was Dir "zu neu" ist? zwinkern
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tillich (epigonal)
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Beiträge: 18573

Beitrag(#2234427) Verfasst am: 18.12.2020, 00:16    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Das spricht aber alles nicht dagegen, dass wir es hier mit einem rassistischen Staat zu tun haben. Ganz im Gegenteil.

Erst einmal widerspricht es deiner Behauptung, dass die Verhinderung der Zivilehe der Absicherung der jüdischen Mehrheit diene und nichts mit Religion zu tun habe, da sie im Gegenteil ganz offensichtlich von orthodox-religiösen Kräften betrieben wird und Teile der aufgrund des Rückkehrgesetzes einwandernden Juden diskriminiert.
Zweitens widerspricht es deiner in Frageform verkleideten Behauptung, es seien vornehmlich Ehen zwischen Juden und Arabern, die dadurch verhindert werden.

Aber was schert dich schon dein Geschwätz aus den letzten Beiträgen, wenn du auch mit gegenteiligen Aussagen den Staat Israel als ganz besonders schlimme, rassistische Institution bezeichnen kannst? (Gut, dass genau dasselbe aufgrund desselben historischen Hintergrundes in einigen Nachbarstaaten ein Problem ist und dass außerdem die rassistisch Diskriminierten die Zivilehe zur Abschaffung der Diskriminierung anscheinend zu einem geringeren Anteil wollen als die rassistischen Diskriminierer, muss man dabei ignorieren, aber merkt ja vielleicht keiner.)

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Dieser Konflikt besteht im Grunde genommen darin, dass sich konservative Rabbiner und Zionisten nicht auf eine einheitliche Definition der Zugehörigkeit zum juedischen Volk einigen koennen und die Betroffenen zwar vom Staat israel als Juden anerkannt werden und deshalb einwandern duerfen aber vom Rabbinat nicht und ihnen deshalb die Eheschliessung verweigert wird. Und das passt ja auch zum Bild eines rassistischen Staates. Die Definition der eigenen Rasse berührt die Fundamente rassistischer Ideologie und ist deshalb unter den Rasseideologen auch schon mal umstritten.

Das spricht aber alles nicht dagegen, dass wir es hier mit einem rassistischen Staat zu tun haben. Ganz im Gegenteil.

Erst einmal: Konservative Rabbiner haben bei der Eheschließung in Israel nix zu melden, es geht um orthodoxe Rabbiner. Aber als Israel-Experte ist dir der Unterschied natürlich bekannt und du hast dich bloß vertippt.

Und dann: Orthodoxe Rabbiner sind also jetzt "Rasseideologen". Soso. Immer, oder nur wenn sie nach halachischem Recht über die Zugehörigkeit zum Judentum entscheiden, oder nur wenn du gerade ein besonders böses Wort brauchst?

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Aber mit Antisemitismus hat das alles natürlich nichts zu tun.
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Zuletzt bearbeitet von tillich (epigonal) am 18.12.2020, 00:25, insgesamt einmal bearbeitet
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Anmeldungsdatum: 12.04.2006
Beiträge: 18573

Beitrag(#2234430) Verfasst am: 18.12.2020, 00:21    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
.... Das weißt du, ohne selbst auch nur mal ein bisschen nachzuforschen.

Letzteres habe ich gemacht und Neues gelernt. .....

Hast Du denn auch einmal das Video von Judith Butler angeschaut, das ich Dir verlinkt habe? Oder ist Dein Forscherdrang doch nicht so gross, vielleicht weil Du Angst hast, Du könntest etwas lernen, was Dir "zu neu" ist? zwinkern

Könntest du einfach die wesentlichen Argumente widergeben, am besten mit Stellenangabe im Video, wie der Umgang mit Quellen für eine Diskussion hilfreich und gute Sitte wäre?

Mir einfach so hingeknallte Videos anzuschauen, habe ich in der Tat nur selten Lust; noch weniger, wenn zu erwarten ist, dass da eh nix neues drin ist und es nur ein argumentum ad auctoritatem ist; und noch weniger, wenn es mir penetrant als Stöckchen hingehalten wird.
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Tupã
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Anmeldungsdatum: 19.01.2013
Beiträge: 269
Wohnort: Jetzt?

Beitrag(#2236851) Verfasst am: 04.01.2021, 19:01    Titel: Wie rassistisch bist du? Das Experiment, Teil 1/3 Antworten mit Zitat

Interessante Sendung in drei Teile mit dem Moderator Michael Paweletz und mehrere Aussagen von dem Politikwissenschaftler Narku Laing:

Wie rassistisch bist du? Das Experiment, Teil 1/3

Zitat:
„Ich in ein Rassist!“
Niemand wird das in Zeiten von Black-Lives-Matter von sich behaupten und trotzdem gibt es Rassismus, auch in Deutschland. Warum?

Sechs „Weiße“ Proband:innen sprechen in einem Projekt von tagesschau24 und dem NDR-Kulturjournal ganz offen über Aussagen, die tagesschau24-Moderator Michail Paweletz zur Diskussion stellt:

- Gibt es „Rassen“ wirklich?
- Geht es bei Rassismus darum, wie man etwas meint?
- Kann man Hautfarben ignorieren?
- Ist „Weißsein“ die ideale Norm eines Menschen?

Mit dabei ist auch die Autorin von „Excit-Racism“, Tupoka Ogette.
Sie erklärt Hintergründe und Zusammenhänge.

Die Ehrlichkeit der Teilnehmer:innen ist mitreißend und macht Hoffnung, dass wir anfangen, offen über Rassismus sprechen.



Wie rassistisch bist du? Das Experiment, Teil 2/3

Zitat:
„Ich stecke voller Vorurteile“ ist ein Satz, dem viele Deutsche noch zustimmen würden.

Wenn es um rassistische Vorurteile geht, wird es schon schwieriger.

Angeleitet von tagesschau24-Moderator Michail Paweletz, stellen sich 6 „weiße“ Teilnehmer:innen der unangenehmen Diskussion und sprechen sehr offen über ihre rassistischen Vorurteile und wie sie mit ihnen umgehen.

Aber woher kommen rassistische Stereotype und welche Funktionen haben sie?
Antworten dazu gibt Narku Laing vom Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er sagt, diese Vorurteile sind von Menschen gemacht.



Wie rassistisch bist du? Das Experiment, Teil 3/3

Zitat:

„Jeder hat die gleichen Chancen!“

Wenn es nach Artikel 3 des Grundgesetzes geht, darf niemand wegen seiner Abstammung bevorzugt oder benachteiligt werden.

Aber wir alle wissen, die Realität sieht anders aus.
Rassismus gibt es auch bei uns, Chancengleichheit ist eine Utopie, warum?

Sechs „weiße“ Proband:innen untersuchen in einem Projekt von tagesschau24 und dem NDR-Kulturjournal zusammen mit tagesschau24-Moderator Michail Paweletz, welche Vorteile sie in einer „weißen“ Mehrheits-Gesellschaft genießen und welche nicht.

Die Journalistin Hadija Haruna-Oelker ist Expertin bei diesem Thema.
Sie erklärt Hintergründe und Zusammenhänge und macht Vorschläge, wie wir mit Ungleichheit und Rassismus besser umgehen können.
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beachbernie
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Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 45491
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2237914) Verfasst am: 12.01.2021, 05:23    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
...On June 1, in El Dorado Hills, California, an affluent Sacramento suburb of 45,000 residents, a local woman posted on social media that “Car loads of rioters are hitting the neighborhoods and businesses NOW!!!” Five people then called the El Dorado County Sheriff’s Office, according to the Sacramento Bee.

There was no evidence that the group was doing anything close to rioting.

By nightfall, dozens of National Guard troops, along with military vehicles, parked themselves in front of the Holiday Inn Express, according to the Mountain Democrat.....

....In fact, these alleged “rioters” were a group of young, Black entrepreneurs led by 22-year-old Malachi J. Turner, who grew up in nearby Rocklin. He was leading a group of people on a walking tour of El Dorado Hills, showing people how to “envision” a life for themselves in such a wealthy area.

“I’m the person that wants to empower people,” Turner told NBC News, underscoring that he believes in “dream-building.”.....


https://www.nbcnews.com/business/business-news/how-surveillance-plane-was-sent-one-wealthy-suburb-n1253607?fbclid=IwAR3pU4UUXoykOOhTlXr_xosXNSg6xrZvpFFzmQPn6yRJ4ZpwmOauxM2cZK4



Unglaublich. Mit den Augen rollen
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