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Grüne wollen konservativer werden
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Martha-Helene
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Anmeldungsdatum: 24.02.2010
Beiträge: 1155

Beitrag(#1449824) Verfasst am: 25.03.2010, 11:38    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Martha-Helene hat folgendes geschrieben:
Um auch Ungläubige zu tolerieren, müsste man u.a. die Missionierung abschaffen und die Kirchen ins Private verbannen.

Toleranz gegenüber Atheisten bedeutet die Beschränkung von Religions- und Redefreiheit? Am Kopf kratzen


Naja, Ein-Satz-Antworten sind dem Thema natürlich nie angemessen.
Missionieren ist schon eher Aufrängen als nur Reden.
Und ich verstehe nicht, wie z.B. Frau Göring-Eckardt in ihren vielen Ämtern die Dinge auf eine miteinander verträgliche Linie bringen will.
http://www.goering-eckardt.de/cms/default/dok/332/332438.wird_die_ekd_linksliberal_regiert.html

Zitat:
idea: Ein weiteres Zitat von Ihnen: "Wir haben den Job, zu missionieren, wir müssen wieder mehr werden wollen." Mehr werden auch als die katholische Kirche? 1950 hatte die EKD 43 Millionen Mitglieder, die katholische Kirche 25 Millionen. Jetzt sind beide gleichauf – und nur, wenn man die freikirchlichen Protestanten dazuzählt, gibt es noch eine kleine evangelische Mehrheit in Deutschland.

Göring-Eckardt: Darum würde es mir nicht gehen. Die Frage ist für mich: Gewöhnen wir uns daran, dass wir immer weniger Mitglieder haben? Oder sollten wir uns nicht bemühen, wieder mehr zu werden? Jedem evangelischen Christen müsste bewusst sein: Es kommt auch auf mich an. Es könnte schon ein Anfang sein, wenn beispielsweise jemand in seiner Firma seinem Kollegen sagt: "Wir arbeiten jetzt schon seit zehn Jahren zusammen, hast du nicht mal Lust, zu unserem Gemeindefest mitzukommen oder zum Osternachtgottesdienst?"
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Religionskritik-Wiesbaden
homo est creator Dei



Anmeldungsdatum: 03.11.2008
Beiträge: 9514
Wohnort: Wiesbaden

Beitrag(#1449829) Verfasst am: 25.03.2010, 12:03    Titel: Danke Antworten mit Zitat

@Martha

danke für Katrin-Goering-Eckart Link.
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Derzeit ohne Untertitel
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Tarvoc
Papst Tarvoc der Stæhlerne



Anmeldungsdatum: 01.03.2004
Beiträge: 35544
Wohnort: Bonn

Beitrag(#1449842) Verfasst am: 25.03.2010, 12:38    Titel: Antworten mit Zitat

Martha-Helene hat folgendes geschrieben:
Missionieren ist schon eher Aufdrängen als nur Reden.

Willst du auch Werbung abschaffen?
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BookOfTraps
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Anmeldungsdatum: 22.03.2010
Beiträge: 5

Beitrag(#1449922) Verfasst am: 25.03.2010, 15:40    Titel: Antworten mit Zitat

Shadaik hat folgendes geschrieben:
BookOfTraps hat folgendes geschrieben:
Solange die Grünen die Islamisierung Europas befürworten und mitorganisieren[...]
So, tun sie das?


http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/islamisten_auf_gruenen_wegen/
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/paul_nellen_gruen/
http://cilerfirtina.blogspot.com/2009/11/hallo-zusammen-die-ldk-ruckt-naher-noch.html
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/paul_nellen_petra_und_der_ramadan/
http://derstandard.at/1252771838000/derStandardat-Interview-Die-Gruenen-sind-so-scheinheilig

usw.
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Martha-Helene
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Anmeldungsdatum: 24.02.2010
Beiträge: 1155

Beitrag(#1449965) Verfasst am: 25.03.2010, 16:30    Titel: Antworten mit Zitat

BookOfTraps hat folgendes geschrieben:
usw.

Puh, das ist alles starker Tobak!

Zitat:
Seyran Ates: Ich bin von den Grünen enttäuscht. Weil die Grünen, wie ich dachte, für multikulturelle Gesellschaft und für ein friedliches Zusammenleben der Religionen stehen, weil sie gegen konservative, althergebrachte Traditionen und Rollenbilder kämpfen und linke Positionen vertreten. Die Grünen haben nie akzeptiert, dass es zwischen Mann und Frau einen auf Religion bezogenen Unterschied gibt, solange es um die katholische Kirche geht. Beim Islam machen sie plötzlich eine Ausnahme, sobald es um Muslime geht, knicken die Grünen aus vermeintlich religiösen Gründen ein. Mich regt es auch so besonders auf, weil die Grünen programmatisch eigentlich für etwas anderes standen und auch stehen.

derStandard.at: Sie werfen den Grünen also vor, Religionsfreiheit über die Menschenrechte zu stellen?

Seyran Ates: Ja, sobald es um den Islam geht, sind die Menschenrechte nicht mehr so wichtig.

für multikulturelle Gesellschaft und für ein friedliches Zusammenleben der Religionen stehen,
weil sie gegen konservative, althergebrachte Traditionen und Rollenbilder kämpfen und linke Positionen vertreten.

Allein diese Zusammenstellung kann ja schon gar nicht funktionieren.
Wie kann man mit jemandem friedlich zusammenleben, dessen konservative Traditionen man eigentlich nicht anerkennen kann?

Gibt es da außer Claudia Roth nicht noch andere Stimmen bei den Grünen???

Also ich will jetzt mal sagen, Claudia Roth und andere Grüne sind selbst keine Muslime. Sie können für die multikulturelle Gesellschaft und ein friedliches Zusammenleben werben.
Den inner-muslimischen Kampf gegen überkommene Traditionen müssen die Muslime selbst ausfechten?
(okay, nee ich überlege noch mal weiter)
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Evilbert
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Anmeldungsdatum: 16.09.2003
Beiträge: 42408

Beitrag(#1449977) Verfasst am: 25.03.2010, 16:49    Titel: Antworten mit Zitat

Von hinten nach vorn (linktechnisch gesehen):

Das Interview mit Seyran Ates belegt nichts weiter als die Meinung von Seyran Ates, insbesondere über Claudia Roth (die ich auch nicht grade übermäßig bewundere).

"Die Achse des Guten" polemisiert und brodert ebenfalls nur beleglos herum. Ein Grußwort hat Claudia Roth geschrieben. Auweia.

Auch Ciler Firtina kann seine Behauptungen nicht belegen. Und selbst wenn sein Kreisverband oder wie das in Parteien heisst gemobbt hat, muss das lange nicht für die ganze Partei gelten.

Beim nächsten link schon wieder die Gutachsler. muede

Alles substanzlos. Wer die Behauptung aufstellt, "die Grünen [würden] die Islamisierung Europas befürworten und mitorganisieren" hat das zu belegen und nicht bloss mit Verweis auf weitere Personen gleichen Glaubens zu kommen. Sondern handfest zeigen, wo und in welcher Weise das geschehen sein sollte.

Sonst müsste ich ja auch trotz fehlender Beweise an Gott glauben, weil diesen Glauben offiziell eine hiesige Mehrheit hat; gehts noch? Pillepalle
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tillich (epigonal)
Prinz Ipienreiter



Anmeldungsdatum: 12.04.2006
Beiträge: 15811

Beitrag(#1449998) Verfasst am: 25.03.2010, 17:22    Titel: Antworten mit Zitat

Eben. Insbesondere die Behauptung, die Grünen würden Religionsfreiheit über andere Menschenrechte stellen, ist wirklich nur substanzloser Bullshit.
Sie wollen halt nur die Religionsfreiheit nicht in Bezug auf den Islam auf einmal abschaffen. Das ist es, was den üblichen Verdächtigen natürlich nicht passt.
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urmel
gegen Windmühlen



Anmeldungsdatum: 25.03.2010
Beiträge: 6

Beitrag(#1450035) Verfasst am: 25.03.2010, 18:09    Titel: Antworten mit Zitat

wollte der ströbele nicht mal ne türkische strophe für die deutsche Nationalhymne durchsetzen?
Kann mich auch irren... Am Kopf kratzen
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Evilbert
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Anmeldungsdatum: 16.09.2003
Beiträge: 42408

Beitrag(#1450038) Verfasst am: 25.03.2010, 18:14    Titel: Antworten mit Zitat

urmel hat folgendes geschrieben:
wollte der ströbele nicht mal ne türkische strophe für die deutsche Nationalhymne durchsetzen?
Kann mich auch irren... Am Kopf kratzen


Meiner Erinnerung nach war das tatsächlich der Fall.

Und was sagt uns daie Tatsache, dass daraus schon rein grünenintern gar nix wurde über die die Behauptung "die Grünen [würden] die Islamisierung Europas befürworten und mitorganisieren" ?
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urmel
gegen Windmühlen



Anmeldungsdatum: 25.03.2010
Beiträge: 6

Beitrag(#1450040) Verfasst am: 25.03.2010, 18:18    Titel: Antworten mit Zitat

Noseman hat folgendes geschrieben:
urmel hat folgendes geschrieben:
wollte der ströbele nicht mal ne türkische strophe für die deutsche Nationalhymne durchsetzen?
Kann mich auch irren... Am Kopf kratzen


Meiner Erinnerung nach war das tatsächlich der Fall.

Und was sagt uns daie Tatsache, dass daraus schon rein grünenintern gar nix wurde über die die Behauptung "die Grünen [würden] die Islamisierung Europas befürworten und mitorganisieren" ?
ist sicher irrelevant, aber das ist mir bei dem thema als erstes durch den kopf geschossen
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tillich (epigonal)
Prinz Ipienreiter



Anmeldungsdatum: 12.04.2006
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Beitrag(#1450060) Verfasst am: 25.03.2010, 18:47    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist erstens irrelevant für eine angebliche "Islamisierung" und zweitens falsch.
Er wollte mEn natürlich keine türkische Strophe für die Nationalhymne "durchsetzen" (im Sinne von: offiziell), sondern er fand es eine nette Idee, wenn Deutschtürken die Nationalhymne auch mal (dh: selbstverständlich inoffiziell) auf türkisch singen können. Sozusagen als Symbol dafür, dass man nicht seine kulturellen Wurzeln kappen muss, um sich positiv zu Deutschland bekennen zu können. Schon allein das hat aber freilich in der Tat bei Leuten, die Deutschland von allem Undeutschen reinhalten wollen, für erhbeliches Hyperventilieren gesorgt.
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I.R
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Anmeldungsdatum: 08.10.2006
Beiträge: 9142

Beitrag(#1450070) Verfasst am: 25.03.2010, 18:57    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Es ist erstens irrelevant für eine angebliche "Islamisierung" und zweitens falsch.
Er wollte mEn natürlich keine türkische Strophe für die Nationalhymne "durchsetzen" (im Sinne von: offiziell), sondern er fand es eine nette Idee, wenn Deutschtürken die Nationalhymne auch mal (dh: selbstverständlich inoffiziell) auf türkisch singen können.


Können sie doch:

Ünügküt ünd Röcht ünd Frühüt
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beachbernie
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Anmeldungsdatum: 16.04.2006
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Beitrag(#1450186) Verfasst am: 25.03.2010, 21:31    Titel: Antworten mit Zitat

urmel hat folgendes geschrieben:
wollte der ströbele nicht mal ne türkische strophe für die deutsche Nationalhymne durchsetzen?
Kann mich auch irren... Am Kopf kratzen


Ja und?
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Martha-Helene
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Anmeldungsdatum: 24.02.2010
Beiträge: 1155

Beitrag(#1450333) Verfasst am: 26.03.2010, 04:58    Titel: Antworten mit Zitat

Also zum Schnarchen und für Bullshit halte ich die Links nicht.
Aber es sind halt inner-muslimische Geschichten. Frau Ates will vielleicht zu große Schritte machen oder müsste sich ganz von ihrer Religion verabschieden.
Zitat:
“Der Dialog der Kulturen und Religionen ist eine grundlegende Voraussetzung für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und für ein gedeihliches Miteinander in unserem Land”, schreibt Claudia Roth den Muslimen.
Nun dachte ich immer, dass nicht der Dialog, sondern die Beachtung der Rechts- und Werteordnung dieses Landes die Gesellschaft konstituiert.

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/paul_nellen_petra_und_der_ramadan/

Sich auf Claudia Roth einzuschiessen ist nicht gerecht, da es auch muslimische Kritik innerhalb der Partei gibt. Warum können die sich nicht zu Solidarität bekunden?
Zitat:
Sprecherin des Arbeitskreises Grüne MuslimInnen NRW, und 25 weitere grüne PolitikerInnen auf Bundes- und Länderebene war das der Anlass, mit Ates in einem Offenen Brief noch vor dem Wahltag gleichsam stellvertretend für die ganze Partei abzurechnen: sie habe grüne “Forderungen und Aktivitäten, um die Teilhabe von Frauen mit Migrationsgeschichte zu fördern und die Gewalt gegen sie zu bekämpfen”, negiert und würde in “restriktive(r) Sichtweise ... mit Verboten und Anklagen arbeite(n)” - gemeint ist Ates’ Ablehnung des Kopftuchs -: aus grüner Perspektive “völlig kontraproduktiv”

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/paul_nellen_gruen/
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Martha-Helene
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Anmeldungsdatum: 24.02.2010
Beiträge: 1155

Beitrag(#1450335) Verfasst am: 26.03.2010, 06:41    Titel: Antworten mit Zitat

Statt eine sexuelle Revolution für den Islam zu fordern, sollte man sich vielleicht für vereinfachte Austrittsmöglichkeiten von Religionsgemeinschaften einsetzen?
Wie bei der Krankenversicherung oder dem Energie-Unternehmen.
Frau Göring-Eckard lädt ja gern zum Ostergottesdienst ein.
Da würden sich dann mit modernen Musliminnen ganz neue Perspektiven für die Gemeindemitglieder-Werbung ergeben.
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tillich (epigonal)
Prinz Ipienreiter



Anmeldungsdatum: 12.04.2006
Beiträge: 15811

Beitrag(#1450369) Verfasst am: 26.03.2010, 11:08    Titel: Antworten mit Zitat

Martha-Helene hat folgendes geschrieben:
Also zum Schnarchen und für Bullshit halte ich die Links nicht.
Aber es sind halt inner-muslimische Geschichten. Frau Ates will vielleicht zu große Schritte machen oder müsste sich ganz von ihrer Religion verabschieden.
Zitat:
“Der Dialog der Kulturen und Religionen ist eine grundlegende Voraussetzung für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und für ein gedeihliches Miteinander in unserem Land”, schreibt Claudia Roth den Muslimen.
Nun dachte ich immer, dass nicht der Dialog, sondern die Beachtung der Rechts- und Werteordnung dieses Landes die Gesellschaft konstituiert.

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/paul_nellen_petra_und_der_ramadan/

Der Typ behauptet ja hier implizit (darauf beruht seine Kritik an Roth implizit), es gebe einen Gegensatz dazwischen, den "Dialog der Kulturen und Religionen" als "eine grundlegende Voraussetzung für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und für ein gedeihliches Miteinander in unserem Land" zu sehen und "die Beachtung der Rechts- und Werteordnung dieses Landes" als konstituierend für die Gesellschaft zu halten.

Diese implizite Behauptung ist natürlich einerseits infam gegenüber denen, die ersteres meinen, denn natürlich ist die Beachtung der "Rechts- und Werteordnung unseres Landes" auch für diese völlig selbstverständlich (sofern mit Werteordnung unseres Landes etwas Greifbares wie das Grundgesetz gemeint ist und nicht irgendwelche einseitig festgelegten sonstigen Beliebigkeiten).

Andererseits scheint es darauf hinzudeuten, dass er den Dialog geradezu als Gefährdung unserer "Rechts- und Werteordnung" sieht. Das halte ich für merkwürdig bis gefährlich, denn ich halte gerade den gemeinten Dialog für eine logische Folge, nicht eine Gefährdung unserer Rechts- und Werteordnung. Denn das Grundgesetz sieht ja ausdrücklich eine Gleichberechtigung unabhängig von Herkunft und Religion vor - wie das in einer integrierten Gesellschaft ohne einen solchen Dialog funktionieren soll, ist mir schleierhaft.
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tillich (epigonal)
Prinz Ipienreiter



Anmeldungsdatum: 12.04.2006
Beiträge: 15811

Beitrag(#1450370) Verfasst am: 26.03.2010, 11:13    Titel: Antworten mit Zitat

Martha-Helene hat folgendes geschrieben:
Statt eine sexuelle Revolution für den Islam zu fordern, sollte man sich vielleicht für vereinfachte Austrittsmöglichkeiten von Religionsgemeinschaften einsetzen?

In Bezug auf den Islam geht's doch gar nicht einfacher. Entweder jemand ist, außer dass er sich als Muslim ansieht, auch formal Mitglied in einem Moscheeverein oder dergleichen; dann kann er aus diesem Verein einfach austreten wie aus jedem anderen verein auch. Oder er ist sowieso nirgendwo formal Mitglied. Dann hat sich die Frage sowieso erledigt.
Die Frage ist da natürlich eher, wie schwierig es für jemanden in seinem persönlichen sozialen Umfeld ist, sich dazu zu bekennen, nicht mehr gläubig zu sein. Das ist aber sowieso nicht staatlich regelbar.
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Gnazz
gnazzig



Anmeldungsdatum: 20.01.2008
Beiträge: 399
Wohnort: am Wasser

Beitrag(#1450402) Verfasst am: 26.03.2010, 13:17    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:


Andererseits scheint es darauf hinzudeuten, dass er den Dialog geradezu als Gefährdung unserer "Rechts- und Werteordnung" sieht. Das halte ich für merkwürdig bis gefährlich, denn ich halte gerade den gemeinten Dialog für eine logische Folge, nicht eine Gefährdung unserer Rechts- und Werteordnung. ....


Versteht man Dialog als Rede -Gegenrede , als ein Zusammentreffen gegensätzliche Positionen mit dem Ziel Kompromisse zu schliessen die dann eine Änderung der Rechts- und Werteortnung zu Folge haben , kann man es m.E. durchaus als Gefährdung der bestehenden
Rechts- und Werteordnung sehen .

GG
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Effô Tisetti
Königsblau bis in den Tod



Anmeldungsdatum: 18.09.2003
Beiträge: 9877
Wohnort: 75

Beitrag(#1450411) Verfasst am: 26.03.2010, 13:47    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Martha-Helene hat folgendes geschrieben:
Also zum Schnarchen und für Bullshit halte ich die Links nicht.
Aber es sind halt inner-muslimische Geschichten. Frau Ates will vielleicht zu große Schritte machen oder müsste sich ganz von ihrer Religion verabschieden.
Zitat:
“Der Dialog der Kulturen und Religionen ist eine grundlegende Voraussetzung für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und für ein gedeihliches Miteinander in unserem Land”, schreibt Claudia Roth den Muslimen.
Nun dachte ich immer, dass nicht der Dialog, sondern die Beachtung der Rechts- und Werteordnung dieses Landes die Gesellschaft konstituiert.

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/paul_nellen_petra_und_der_ramadan/

Der Typ behauptet ja hier implizit (darauf beruht seine Kritik an Roth implizit), es gebe einen Gegensatz dazwischen, den "Dialog der Kulturen und Religionen" als "eine grundlegende Voraussetzung für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und für ein gedeihliches Miteinander in unserem Land" zu sehen und "die Beachtung der Rechts- und Werteordnung dieses Landes" als konstituierend für die Gesellschaft zu halten.

Diese implizite Behauptung ist natürlich einerseits infam gegenüber denen, die ersteres meinen, denn natürlich ist die Beachtung der "Rechts- und Werteordnung unseres Landes" auch für diese völlig selbstverständlich (sofern mit Werteordnung unseres Landes etwas Greifbares wie das Grundgesetz gemeint ist und nicht irgendwelche einseitig festgelegten sonstigen Beliebigkeiten).

Andererseits scheint es darauf hinzudeuten, dass er den Dialog geradezu als Gefährdung unserer "Rechts- und Werteordnung" sieht. Das halte ich für merkwürdig bis gefährlich, denn ich halte gerade den gemeinten Dialog für eine logische Folge, nicht eine Gefährdung unserer Rechts- und Werteordnung. Denn das Grundgesetz sieht ja ausdrücklich eine Gleichberechtigung unabhängig von Herkunft und Religion vor - wie das in einer integrierten Gesellschaft ohne einen solchen Dialog funktionieren soll, ist mir schleierhaft.


Nun ja, bindend ist v.a. die Rechtsordnung, quasi die Hardware der Gesellschaft. Kultur und Religion sind in diesem Sinne Software. Und natürlich ist es sinnvoll, diese zu synchronisieren bzw. miteinander kompatibel zu machen. Unstrittig ist ferner, dass die Software der Hardware angepasst werden muss, nicht umgekehrt. Fatal an der Rothschen Argumentation ist, dass sie dem Dialog zwischen den Religionen einen so außerordentlich wichtigen Platz einräumt. Viel wichtiger wäre es, wenn sich alle Beteiligten auf der "metareligiösen" Ebene treffen könnten und über die Rolle der Religion abseits ihrer jeweiligen Ausprägung in den Dialog treten könnten. Schwierig genug, aber viel wichtiger als der interreligiöse Diskurs. Nicht nur hätte man dann alle Teile der Gesellschaft im Boot, sondern man hätte für den anschließenden Dialog zwischen den Religionen - gegen den ich nichts habe, sondern ihn nur für ziemlich uninteressant halte - einen vernünftigen Rahmen geschaffen, der einen Dialog über die Dinge, die tatsächlich von interreligiösem Interesse sein mögen, überhaupt erst ermöglicht. Ich will ferner nicht verschweigen, dass ich der Ansicht bin, dass dazu nichts gehören kann und darf, das die Grundfeste unserer Gesellschaft nachhaltig erschüttern könnte.
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"Die einfache Formel: Jesus ist stärker! hilft Menschen, sich aus der Fixierung völlig irrationaler Wertesysteme zu lösen."
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Sermon
panta rhei



Anmeldungsdatum: 16.07.2003
Beiträge: 18430
Wohnort: Sine Nomine

Beitrag(#1450415) Verfasst am: 26.03.2010, 13:59    Titel: Antworten mit Zitat

Erst wird ein 5 Jahre alter Thread exhumiert und dieser dann offtopic in die x-te Islamdebatte abgedriftet. Mit den Augen rollen
_________________
"Der Typ hat halt so seine Marotten" (Sermon über Sermon) Der Typ hat so seine Macken
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Martha-Helene
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Anmeldungsdatum: 24.02.2010
Beiträge: 1155

Beitrag(#1450418) Verfasst am: 26.03.2010, 14:11    Titel: Antworten mit Zitat

Wenns doch genug Leute interessiert...
außerdem sind wir noch bei Claudia Roth und den Grünen!

Es gab bei Suchen keinen passenderen Thread zum Titel "Grüne"
und einen neuen "Juhu, Jürgen Trittin ist wieder da"
fand ich auch nicht so sinnig.
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Rasmuss Kroemker
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Anmeldungsdatum: 09.07.2008
Beiträge: 387

Beitrag(#1450547) Verfasst am: 26.03.2010, 20:28    Titel: Antworten mit Zitat

Was eine Koalition von Union und Grün bringt, kann man hier in Hamburg bestens beobachten.
Der Bürgermeister brauchte nur einen willigen und machthungrigen Koalitionspartner- und den hat er auch bekommen.
Außer einem Hip-Hop Projekt in Bilstedt und entleihbaren Fahrrädern an U- und S Bahnhöfen, hat die Grüne Partei hier praktisch nix beschickt und nur Kröten geschluckt.
Das Kohlekraftwerk in Moorburg, das Grün im Wahlkampf noch verteufelt hat, ist mit dem fadenscheinigen Argument, dass es ja nicht mehr zu verhindern gewesen wäre, abgenickt worden.
Der Elbvertiefung hat Grün zugestimmt, trotz anderer Versprechen vor der Wahl.
Die völlig verkorkste Bildungsreform- einziges Projekt der Grünen in HH steht vor dem Volksentscheid und einer breiten Gegenfront der Bevölkerung.

Grün will nur noch regieren- egal mit wem.
Die Sicherheit der Partei besteht einfach nur darin, dass sie von einer gewissen Klientel gewählt wird und zwar immer, da kann kommen was will..

Ich finde, dass Grün wenig bis gar keine Gemeinsamkeiten mit der Union hat, kann nur nicht verstehen, warum die Parteibasis da nicht mehr Druck macht.
Denn die spricht sich bestimmt nicht für solche Bündnisse aus.

Am schlimmsten finde ich noch Jamaika im Saarland, was soll denn da von grüner Politik noch übrig bleiben..

Ich fand es früher immer beschissen, wenn Leute die Wahl verweigert haben, weil die ja eh alle gleich sind und machen was sie wollen- so allmählich fällt mir aber auch kein besseres Argument ein..
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I.R
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Anmeldungsdatum: 08.10.2006
Beiträge: 9142

Beitrag(#1450562) Verfasst am: 26.03.2010, 21:13    Titel: Antworten mit Zitat

Die Grünen sind doch auch nur eine FDP mit Fahrrad.
Korruption im Saarland
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tillich (epigonal)
Prinz Ipienreiter



Anmeldungsdatum: 12.04.2006
Beiträge: 15811

Beitrag(#1450566) Verfasst am: 26.03.2010, 21:25    Titel: Antworten mit Zitat

Rasmuss Kroemker hat folgendes geschrieben:
Was eine Koalition von Union und Grün bringt, kann man hier in Hamburg bestens beobachten.
Der Bürgermeister brauchte nur einen willigen und machthungrigen Koalitionspartner- und den hat er auch bekommen.
Außer einem Hip-Hop Projekt in Bilstedt und entleihbaren Fahrrädern an U- und S Bahnhöfen, hat die Grüne Partei hier praktisch nix beschickt und nur Kröten geschluckt.
Das Kohlekraftwerk in Moorburg, das Grün im Wahlkampf noch verteufelt hat, ist mit dem fadenscheinigen Argument, dass es ja nicht mehr zu verhindern gewesen wäre, abgenickt worden.
Der Elbvertiefung hat Grün zugestimmt, trotz anderer Versprechen vor der Wahl.
Die völlig verkorkste Bildungsreform- einziges Projekt der Grünen in HH steht vor dem Volksentscheid und einer breiten Gegenfront der Bevölkerung.

Ob das wirklich das einzige Projekt der Grünen ist, weiß ich nicht. Jedenfalls halte ich die Bildungsreform in Hamburg keineswegs für verkorkst, sondern für die beste Schulreform, die in Deutschland mE machbar ist: sechs Jahre Grundschule, d.h. längeres gemeinsames Lernen vorm Kinder-Sortieren, und danach immerhin nur noch zwei Schulformen, wobei auf beiden auch Abitur möglich ist. Das find ich eigentlich ziemlich gut.
Klar, ob das den Volksentscheid übersteht, wird man sehen müssen - aber die Chancen sind mE nicht ganz schlecht, nachdem die Bürgerschaft einstimmig zugestimmt hat, also auch alle Parteien gemeinsam dafür werben. Hätte eine rot-grüne (oder rot-grün-rote) Koalition dasselbe beschlossen, wäre die CDU mMn garantiert bei den Reformgegnern, was die Chancen deutlich vermindert hätte.
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(Death / Susan, in: Pratchett, Hogfather)
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Effô Tisetti
Königsblau bis in den Tod



Anmeldungsdatum: 18.09.2003
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Wohnort: 75

Beitrag(#1450568) Verfasst am: 26.03.2010, 21:30    Titel: Antworten mit Zitat

Bezogen auf die NRW-Wahl und die Grünen meine ich: Der Wähler möchte wissen, ob die Grünen sich bei entsprechender Konstellation für Schwarz-Grün (bzw. gar doch die Ampel) oder Opposition oder Rot-Rot-Grün entscheiden würden. Das Gefasel von "Mit wem kann ich grüne Inhalte besser umsetzen" interessiert nur am Rande, weil viele Menschen taktisch wählen (s. FDP-Stimmen bei der Bundestagswahl). Für die meisten Wähler dürfte zutreffen, dass sie mit der Meinung einer Partei nicht 100%ig auf einer Linie liegen. Es geht mithin v.a. um die grobe Richtung. Und da sollte klar sein, das SG z.B. was anderes ist als RRG. Der ganz große Gewinner wäre bzw. ist bereits die CDU, die nunmehr aus zwei willigen Partnern auswählen kann. Wäre auch nicht der Untergang des Abendlandes (ebensowenig wie RRG). Aber letztlich läuft das darauf hinaus, dass es zu Mitte-Rechts-Koalitionen keine Alternativen mehr geben könnte. Und das halte ich im Sinne der parlamentarischen Demokratie für keine gute Entwicklung. Aus diesem "systemischen" Grund wären die Grünen gut beraten, im Falle des Falles auf eine SG-Regierung zu verzichten und lieber eine große Koalition zu ertragen.
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Rasmuss Kroemker
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Anmeldungsdatum: 09.07.2008
Beiträge: 387

Beitrag(#1450578) Verfasst am: 26.03.2010, 21:43    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ob das wirklich das einzige Projekt der Grünen ist, weiß ich nicht.

Wenn, dann die einzigen Projekte.
Zitat:
Jedenfalls halte ich die Bildungsreform in Hamburg keineswegs für verkorkst, sondern für die beste Schulreform, die in Deutschland mE machbar ist: sechs Jahre Grundschule, d.h. längeres gemeinsames Lernen vorm Kinder-Sortieren, und danach immerhin nur noch zwei Schulformen, wobei auf beiden auch Abitur möglich ist. Das find ich eigentlich ziemlich gut.

Ich halte das für eine ideologische Utopie.
Ich glaube nicht, dass ein Kind bessere Chanchen in Leben und Beruf hat, wenn die Grundschulzeit auf 6 Jahre erhöht wird.
Also ich bin 4 Jahre zur GS gegangen und ich glaube nicht, dass 2 weitere Jahre meinen Abschluss beeinflusst hätten.
Die Pro- Schulreformer sprechen ja auch immer davon, dass Kinder mit Migrationshintergrund dann besser gefördert würden.
Dies zweifele ich an, denn besagte Gruppe hat zuhauf Probleme in der sprachlichen Entwicklung.
Hiermit in der verlängerten GS zu beginnen halte ich für eine Farce..
Hiermit müsste wenn überhaupt viel früher begonnen werden- in Grund- und Weiterführenden Schulen ist der Zug für sprachliche Entwicklung schon mehr als längst abgefahren.
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tillich (epigonal)
Prinz Ipienreiter



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Beitrag(#1450579) Verfasst am: 26.03.2010, 21:44    Titel: Antworten mit Zitat

Nö, das sehe ich anders. Sie sollten mit der CDU ebenso wie mit den beiden sozialdemokratischen Parteien verhandeln und dann das machen, wobei mehr rauskommt. Gegen ersteres spricht zwar erst einmal natürlich die größere inhaltliche Distanz, gegen zweiters aber, dass es sehr fraglich sein dürfte, ob die NRW-Linke in der Lage ist zu regieren.
Diese abwartende Haltung scheint den Grünen in den Umfragen ja auch nicht zu schaden.
Natürlich, wenn in beiden Richtungen kein akzeptables Verhandlungsergebnis rauskommt, das die Grünen vor ihren Wählern rechtfertigen könnten, dann sollen sie besser in die Opposition gehen.
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Effô Tisetti
Königsblau bis in den Tod



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Beitrag(#1450590) Verfasst am: 26.03.2010, 22:15    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Nö, das sehe ich anders. Sie sollten mit der CDU ebenso wie mit den beiden sozialdemokratischen Parteien verhandeln und dann das machen, wobei mehr rauskommt. Gegen ersteres spricht zwar erst einmal natürlich die größere inhaltliche Distanz, gegen zweiters aber, dass es sehr fraglich sein dürfte, ob die NRW-Linke in der Lage ist zu regieren.
Diese abwartende Haltung scheint den Grünen in den Umfragen ja auch nicht zu schaden.


Das mag kurzfristig richtig sein. Es macht aber die CDU zum alleinigen Anker in der Mitte. Warum soll jemand noch Rot-Grün wollen, wenn Schwarz-Grün genauso gut oder besser ist? Dadurch wird die SPD weiter marginalisiert und die Linke gestärkt. Im Ergebnis wird künftig keine Regierung an der CDU vorbei mehr möglich sein. Ergo: Es könnte sein, dass die Wahl nur noch in Schwarz-Grün, Schwarz-Gelb oder Schwarz-Rot besteht. Und was die grünen Umfrage-Ergebnisse angeht, glaube ich, dass sich hier gerade diejenigen sammeln, die weder Schwarz-Rot noch Schwarz-Gelb wünschen. Dass die alle v.a. "grüne Inhalte" gut finden, kann man bezweifeln. Die Partei befindet sich bzgl. ihres Images trotz guter Umfrageergebnisse m.E. in einer (im ursprünglichen Wortsinne) Krise: Interessensvertretung von bürgerlichen Besserverdienenden mit punktuellem Wunsch nach gutem Gewissen oder eher basisdemokratische Mitte-Links Alternative zu wirtschafts- und umweltpolitischer Kurzsichtigkeit?
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tillich (epigonal)
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Beitrag(#1450618) Verfasst am: 26.03.2010, 23:47    Titel: Antworten mit Zitat

Die Gefahr besteht mE höhstens dann, wenn die Grünen regelmäßig nur schwarz-grüne Bündnisse schließen. Das sollten sie freilich in der Tat besser nicht tun - und damit das nicht geschieht, sollten ihre potentiellen Partner Regierungsfähigkeit beweisen (die Linken) bzw. den Grünen hinreichend gute Angebote machen (die SPD), dass die auch mit ihnen regieren wollen.

Letzteres war ja oft nicht wirklich der Fall, wenn ich daran denke, wie Schröder zB völlig mutwillig die rot-grüne Regierung vorzeitig beendet hat, oder wie die SPD in NRW die Grünen oft genug, sowohl im Land als auch in großen Städten, wenig partnerschaftlich behandelt hat, so als wäre es nur ein lästiger, bald vorübergehender Fehler im Betriebsablauf, dass die SPD überhaupt einen Partner braucht.

Übrigens werden ja keineswegs, selbst wenn die SPD schwach bleibt, nur Regierungen mit CDU-Beteiligungen möglich bleiben - es bleibt rechnerisch immer noch rot-grün-rot. Grundsätzlich halte ich das auch für wünschenswert, zB auf Bundesebene; nur ob die Linke hier in NRW schon fähig dazu ist, halte ich für zweifelhaft.

Was du schreibst, läuft ja darauf hinaus (wenn ich dich recht verstehe), dass die Grünen sich fest an die SPD binden sollen, damit die Wähler rot-grün ohne Linke wieder eher für möglich halten und deswegen wieder vermehrt SPD statt Linke wählen, und es dann auch tatsächlich für rot-grün reicht. Nur: Erstens wäre es von den Grünen wohl etwas zu viel verlangt, sich zum Wohl der SPD solche Fesseln anzulegen; und zweitens glaube ich auch nicht, dass das so funktioniert. Wenn die SPD linksorientierte Wähler zurückgewinnen will, dann kann sie das nur selbst durch eine entsprechend Politik erreichen. Ich glaube aber eher, dass die SPD sich darauf einrichten muss, dass es links von ihr dauerhaft noch was gibt. Ich finde das auch gut.

Die von dir angesprochene Krise gibt es zwar wohl; die wird mE aber nicht durch die Koalitionen entschieden, sondern durch innerparteilich inhaltliche Entscheidungen und dadurch - und da sind wir wieder bei dem Punkt -, was die Partei diesen Entscheidungen entsprechend in den Koalitionen erreichen will und kann.
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Sermon
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Beitrag(#1450905) Verfasst am: 27.03.2010, 22:33    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Was du schreibst, läuft ja darauf hinaus (wenn ich dich recht verstehe), dass die Grünen sich fest an die SPD binden sollen


Ist es schon vergessen, wofuer die verfilzte SPD in der rotgruenen Koalition 1995-2005 in NRW stand (RWE-Lobbyismus mit Braunkohletagebau und Steinkohlesubvention, Muellverbrennungsanlagenueberkapazitaeten&Muelltourismus, aberwitzige Transrapid/Metrorapid -Plaene) und wie schaebig Clement seine Koalitionspartner oeffentlich behandelt hat? Warum sollten ausgerechnet die NRW-Gruenen sich naiv-inniglich nach einer neuen Koalition ausgerechnet mit so einer Partei sehnen? Es waere ein Fehler, eine Koalition mit der SPD gar nicht zu erwaegen. Aber sich exklusiv an die SPD zu binden waere ein noch groeszerer Fehler. Wer taktisch waehlt und schwarzgelb nicht will, musz die LINKEN in den Landtag hieven, da der Vorsprung der Gruenen vor der FDP den Vorsprung der CDU vor der SPD womoeglich nicht ausgleicht. Und sowohl der SPD wie den Gruenen tut Opposition von links gut. Flucht der Gruenen vor den LINKEN zur CDU wird nur gehen, wenn die CDU inhaltlich deutlich mehr bietet als die SPD. Da wird die CDU sich deutlich bewegen muessen. Wo aber Laufzeitverlaengerungen fuer AKWs von 28 weiteren Jahren bis 2050 diskutiert werden, existiert doch keine serioese Verhandlungsbasis. Die Gruenen von 2010 sind auch erfahrerener als die von 1995.
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