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DDR - Geschichte und die SDR - unser zukünftiges Vaterland
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Sethnacht
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Anmeldungsdatum: 14.06.2004
Beiträge: 240

Beitrag(#506724) Verfasst am: 24.06.2006, 06:38    Titel: Antworten mit Zitat

DerTorsten hat folgendes geschrieben:
Sethnacht hat folgendes geschrieben:

Diese Leute sind, im Gegensatz zu den meisten Rechten, die mit Bussen hergekarrt werden, in dieser Stadt ansässig.


Auch Provokateure müssen irgendwo wohnen. Bei einigen Veranstaltungen fielen auch Leute auf, die KEINER kannte.


Nun mußt du nur noch beweisen, dass

1. Diese Störenfriede von der BRD beauftragt wurden
2. Das Ganze in dem von mir aufgeführten Fall genauso ist.
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Shadaik
evolviert



Anmeldungsdatum: 17.07.2003
Beiträge: 26309
Wohnort: MG

Beitrag(#506875) Verfasst am: 24.06.2006, 13:07    Titel: Antworten mit Zitat

DerTorsten hat folgendes geschrieben:
Sethnacht hat folgendes geschrieben:

Diese Leute sind, im Gegensatz zu den meisten Rechten, die mit Bussen hergekarrt werden, in dieser Stadt ansässig.


Auch Provokateure müssen irgendwo wohnen. Bei einigen Veranstaltungen fielen auch Leute auf, die KEINER kannte.

Das ist wie bei den Hausbesetzern. Die kamen auch immer aus anderen Städten. Mit den Augen rollen
_________________
Fische schwimmen nur in zwei Situationen mit dem Strom: Auf der Flucht und im Tode
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Skeptiker
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Anmeldungsdatum: 14.01.2005
Beiträge: 12722
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Beitrag(#2099456) Verfasst am: 23.06.2017, 11:07    Titel: Re: Einheit ist kein Selbstzweck Antworten mit Zitat

Von Generation Kohl - Die verkohlte Generation abgetrennt. vrolijke


fwo hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
VanHanegem hat folgendes geschrieben:
sponor hat folgendes geschrieben:
Mal ein Artikel, der erfreulicherweise nicht in das ewige Huldigungshorn bläst:

na ja, die meisten nehmen das demortuisnilnisibene halt ernst.

Sind wir aber mal ehrlich, dann geht der Titel "Kanzler der Einheit" an der Realität vorbei.
Stifter der deutschen Einheit ist Mihail Gorbachov
Der deutsche Kanzler dem Verdienste in Sachen Einheit zuzuschreiben sind, war Willy Brandt


Es geht ja nicht darum, eine nationale Einheit um jeden Preis herzustellen. Mit Übernahme der DDR haben die westdeutschen Partein gemeinsam die Errungenschaften der DDR in den Bereichen Soziales, Arbeitnehmerrechte, Vergesellschaftung der Kinderbetreuung, Antifaschismus, Bildung und Friedenspolitik komplett zerschlagen.
....


Besonders den Antifaschimus müssen sie drüben sehr schnell und effektiv zerschlagen haben, so schnell wie offen auftretende Neonazigruppen in Osten wieder zu Hause waren. Das konnte ich direkt nach dem "Anschluss" im Urlaubsland Meckpomm erleben.


Ja, die Neonazis genossen ihre plötzliche *Freiheit* und wussten gar nicht, wie ihnen geschah. Letzten Endes war der DDR-Antifaschismus sicherlich nicht gründlich genug, aber immerhin ehrlich. Antifaschismus darf ja nicht zu einer Zeremonie erstarren.

Dennoch - unter'm Strich hat die DDR hier deutliche Verdienste, anders als der westliche Teil, wo bis hin in die Professorenschaft der Faschismus verharmost und verniedlicht wurde - und weiterhin wird.

fwo hat folgendes geschrieben:
Aber wie kommst Du drauf, dass man die Bildung zerschlagen hätte?

Aber hier hoffe ich, dass Dir einer von denen antwortet, die das sozialistische Paradies vorher wirklich erlebt haben.


Finnland hat ja das Beste aus dem schwedischen und DDR-Bildungssystem übernommen und beide Teile um eigene Ideen ergänzt. Es ist kein Zufall, dass Finnland bei PISA stets ganz weit oben steht.

Bachelor und 12 Abiturjahre sowie Fachidiotentum ist Mist.
_________________
°
"Ich verwarne Ihnen!" (Schiri)
"Ich danke Sie" (Willi Lippens)

Keinem einzigen dieser Professoren, die auf Spezialgebieten der Chemie, der Geschichte, der Physik die wertvollsten Arbeiten liefern können, darf man auch nur ein einziges Wort glauben, sobald er auf Philosophie zu sprechen kommt. (Mark Twain)
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vrolijke
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Anmeldungsdatum: 15.03.2007
Beiträge: 31762
Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2099462) Verfasst am: 23.06.2017, 12:16    Titel: Re: Einheit ist kein Selbstzweck Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:

Ja, die Neonazis genossen ihre plötzliche *Freiheit* und wussten gar nicht, wie ihnen geschah. Letzten Endes war der DDR-Antifaschismus sicherlich nicht gründlich genug, aber immerhin ehrlich. Antifaschismus darf ja nicht zu einer Zeremonie erstarren.

Dennoch - unter'm Strich hat die DDR hier deutliche Verdienste, anders als der westliche Teil, wo bis hin in die Professorenschaft der Faschismus verharmost und verniedlicht wurde - und weiterhin wird.


Auch in der DDR wurden Altnazis geschont, wenn sie dem System dienlich waren. Tu doch nicht so naiv.
Gerade in der DDR war der Antifaschismus eine reine Zeremonie.
_________________
Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
Erich Fromm

Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

Grenzen geben einem die Illusion, das Böse kommt von draußen
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schtonk
Korinthenliegenlasser
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Beiträge: 8196

Beitrag(#2099468) Verfasst am: 23.06.2017, 12:48    Titel: Re: Einheit ist kein Selbstzweck Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
fwo hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
VanHanegem hat folgendes geschrieben:
sponor hat folgendes geschrieben:
Mal ein Artikel, der erfreulicherweise nicht in das ewige Huldigungshorn bläst:

na ja, die meisten nehmen das demortuisnilnisibene halt ernst.

Sind wir aber mal ehrlich, dann geht der Titel "Kanzler der Einheit" an der Realität vorbei.
Stifter der deutschen Einheit ist Mihail Gorbachov
Der deutsche Kanzler dem Verdienste in Sachen Einheit zuzuschreiben sind, war Willy Brandt


Es geht ja nicht darum, eine nationale Einheit um jeden Preis herzustellen. Mit Übernahme der DDR haben die westdeutschen Partein gemeinsam die Errungenschaften der DDR in den Bereichen Soziales, Arbeitnehmerrechte, Vergesellschaftung der Kinderbetreuung, Antifaschismus, Bildung und Friedenspolitik komplett zerschlagen.
....


Besonders den Antifaschimus müssen sie drüben sehr schnell und effektiv zerschlagen haben, so schnell wie offen auftretende Neonazigruppen in Osten wieder zu Hause waren. Das konnte ich direkt nach dem "Anschluss" im Urlaubsland Meckpomm erleben.


Ja, die Neonazis genossen ihre plötzliche *Freiheit* und wussten gar nicht, wie ihnen geschah. Letzten Endes war der DDR-Antifaschismus sicherlich nicht gründlich genug, aber immerhin ehrlich. Antifaschismus darf ja nicht zu einer Zeremonie erstarren. (...)
[...]

Auch in der DDR gab es nach `45 so manchen Ex-NSDAP-ler (u.a. Stechbarth, Nier, v. Lenski), die wichtige Posten im DDR-Staatsapparat inne hatten. Und der Antifaschismus 'drüben' sei ehrlich gewesen? Wers glaubt wird kommunistisch Sehr glücklich Man durfte ja dort nicht Nationalsozialismus sagen, das hätte das staatliche Selbstverständnis vom Sozialismus befleckt. Also hieß es euphemistisch Hitlerfaschismus, wodurch suggeriert wurde, dass seine Wurzeln in der BRD zu suchen waren und man selber nichts damit zu tun hatte.

Man belog sich selbst. Nach '45 hats ja 'pling' gemacht und alle Nationalsozialisten standen plötzlich ohne 'National' da. Wie praktisch. Das führte auch dazu, dass es dort keine 68er-Bewegung gab, die ihre Eltern fragten: "Was habt ihr damals (mit)gemacht?" Und dieser autoritäre, stramme Dieparteihatimmerrecht-Stil, diese fahnenbewehrten Auftritte, die Rituale im öffentlichen wie im privaten Raum wiesen soviele Parallelen zur NS-Symbolik auf, dass es einem grausen konnte. Eben erstarrte Zeremonien ohne Ende.

Die sozialistische Nachkriegsgeneration konnte nie aufarbeiten, was ihre Eltern getan oder zumindest unterstützt hatten. Sie konnte sich nicht emanzipieren vom Muff der 1000 Jahre, in ihren Köpfen steckte das, was nach Brecht den Schoß fruchtbar hielt. Die DDR hat sich ihre Neonazis selber zuzuschreiben, und nach der Wende war es zu spät, da konnten sie sich in den neuen Freiräumen austoben, sie konnten expandieren und sich formieren. Der sog. Nationalsozialistische Untergrund um Tschäpe, ihre Uwes und den vielen Ungenannten ist ein Resultat dieser verfehlten Aufklärung in der DDR.

Edith: Satz eingefügt.
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Es ist schon alles gesagt worden. Nur noch nicht von allen. - Karl Valentin
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Skeptiker
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Beitrag(#2099469) Verfasst am: 23.06.2017, 12:53    Titel: Re: Einheit ist kein Selbstzweck Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:

Ja, die Neonazis genossen ihre plötzliche *Freiheit* und wussten gar nicht, wie ihnen geschah. Letzten Endes war der DDR-Antifaschismus sicherlich nicht gründlich genug, aber immerhin ehrlich. Antifaschismus darf ja nicht zu einer Zeremonie erstarren.

Dennoch - unter'm Strich hat die DDR hier deutliche Verdienste, anders als der westliche Teil, wo bis hin in die Professorenschaft der Faschismus verharmost und verniedlicht wurde - und weiterhin wird.


Auch in der DDR wurden Altnazis geschont, wenn sie dem System dienlich waren. Tu doch nicht so naiv.
Gerade in der DDR war der Antifaschismus eine reine Zeremonie.


Auch Zeremonie, aber keine reine Zeremonie.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung oder Herfried Münkler unterstützen allerdings eher deine Meinung.

In der DDR waren Neofaschisten unterdrückt. Das ist gut, es reicht aber nicht aus.

Die wissenschaftliche Aufarbeitung des Faschismus in der DDR war aber eklatant besser als hier in der BRD.

Der BRD wurde von außen der Auftrag zur Entnazifizierung (nicht zur wissenschaftlichen Aufarbeitung) erteilt, was sich in den Rechtsvorschriften zur "Befreiung des deutschen Volkes vom Nationalsozialismus und Militarismus" sowie der Ewgigkeitsklausel Artikel 139 GG niedergeschlagen hat.

Aber: Wo kein Wille ist, ist auch kein Weg. In der BRD werden diese Vorschriften längst ignoriert, was man nicht nur daran sieht, dass die NPD frei agieren kann anstatt gemäß der genannten rechtlichen Grundlage automatisch verboten zu sein - was in der DDR der Fall war.

Wichtig ist aber auf lange Sicht die Beseitigung der ökonomischen und sozialen Strukturen, die potenziell weiterhin die Wurzeln neuer Faschismen sein können.

Diese Wurzeln bestehen in der BRD weiterhin.
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Skeptiker
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Beitrag(#2099471) Verfasst am: 23.06.2017, 13:15    Titel: Re: Einheit ist kein Selbstzweck Antworten mit Zitat

schtonk hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Ja, die Neonazis genossen ihre plötzliche *Freiheit* und wussten gar nicht, wie ihnen geschah. Letzten Endes war der DDR-Antifaschismus sicherlich nicht gründlich genug, aber immerhin ehrlich. Antifaschismus darf ja nicht zu einer Zeremonie erstarren. (...)
[...]


Auch in der DDR gab es nach `45 so manchen Ex-NSDAP-ler (u.a. Stechbarth, Nier, v. Lenski), die wichtige Posten im DDR-Staatsapparat inne hatten. Und der Antifaschismus 'drüben' sei ehrlich gewesen? Wers glaubt wird kommunistisch Sehr glücklich Man durfte ja dort nicht Nationalsozialismus sagen, das hätte das staatliche Selbstverständnis vom Sozialismus befleckt. Also hieß es euphemistisch Hitlerfaschismus, wodurch suggeriert wurde, dass seine Wurzeln in der BRD zu suchen waren und man selber nichts damit zu tun hatte.

Man belog sich selbst. Nach '45 hats ja 'pling' gemacht und alle Nationalsozialisten standen plötzlich ohne 'National' da. Wie praktisch. Das führte auch dazu, dass es dort keine 68er-Bewegung gab, die ihre Eltern fragten: "Was habt ihr damals (mit)gemacht?" Und dieser autoritäre, stramme Dieparteihatimmerrecht-Stil, diese fahnenbewehrten Auftritte, die Rituale im öffentlichen wie im privaten Raum wiesen soviele Parallelen zur NS-Symbolik auf, dass es einem grausen konnte. Eben erstarrte Zeremonien ohne Ende.

Die sozialistische Nachkriegsgeneration konnte nie aufarbeiten, was ihre Eltern getan oder zumindest unterstützt hatten. Sie konnte sich nicht emanzipieren vom Muff der 1000 Jahre, in ihren Köpfen steckte das, was nach Brecht den Schoß fruchtbar hielt. Die DDR hat sich ihre Neonazis selber zuzuschreiben, und nach der Wende war es zu spät, da konnten sie sich in den neuen Freiräumen austoben, sie konnten expandieren und sich formieren. Der sog. Nationalsozialistische Untergrund um Tschäpe, ihre Uwes und den vielen Ungenannten ist ein Resultat dieser verfehlten Aufklärung in der DDR.

Edith: Satz eingefügt.


Im Wesentlichen wurden aber in der DDR ehemalige Nazis aus allen wichtigen öffentlichen Funktionen entfernt, im Gegensatz zur BRD. Wenige Ausnahmen bestätigen die Regel.

Klar, es ist ein Unterschied, ob man sagt: "Faschismus gibt's bei uns nicht (mehr)."

Oder ob man den Faschismus in seinen Wurzeln und seinen gesellschaftlichen Auswirkungen - auch in der DDR - gründlich analysiert und bis in die Familienebene aufarbeitet. Das gab es sicherlich so nicht, auch nicht in der DDR. Nur - in der BRD eben noch weniger bis gar nicht.

Hier ein kritischer Artikel zur Aufarbeitung in der DDR:
https://www.antifainfoblatt.de/artikel/streit-um-den-ddr-antifaschismus-eine-r%C3%BCck-und-kritische-vorschau

Die 68er Bewegung in Deutschland und in anderen westlichen Ländern war Ausdruck eines allgemeinen westlichen Wirtschaftsaufschwungs, wodurch eine starke Reformbewegung entstand. Die Löhne stiegen stark, die Arbeitslosigkeit war verschwunden und es drängten sich kulturelle Fragen und Probleme in den Vordergrund. Denn die materielle und soziale Frage schien im Kapitalismus (!) gelöst.

In dieser - sehr kurzen - Phase wurde von kleinbürgerlichen Studenten und Studentinnen - auch der National"sozialismus" thematisiert. Die Frankfurter Schule spielte wohl eine große Rolle dabei. Denn Faschismus - das wurde vorrangig zu einer kulturellen und psychologischen Frage erklärt. Es war eine falsche Aufarbeitung.

Die kurze *Kulturrevolution* im Westen wurde dann alsbald durch den rechtskonservativen SPDler Schmidt und seinen unsäglichen Nachfolger Kohl endgültig zu Grabe getragen. Eine wirkliche gesellschaftliche Basis hatte diese Bewegung ohnehin nur in bestimmten Teilen der Mittelschicht.

Die Errungenschaften der Gewerkschaften und Sozialreformer aus dieser Zeit werden heute geschleift. Heute herrscht wieder zunehmend der alte Geist von Adenauer, Thatcher und den rechten Seeheimern aus der ehemals sozialistischen SPD.

Und in diesem Klima erleben wir einen erneuten Aufschwung der alten und neuen Rechten.

"Wer nicht erinnert, muss wiederholen.", heisst es in der Psychoanalyse bei Freud. Und es gilt eben auch in der Politik.
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Zuletzt bearbeitet von Skeptiker am 23.06.2017, 13:26, insgesamt 2-mal bearbeitet
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fwo
hat offensichtlich gerade wenig zu tun



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Beitrag(#2099472) Verfasst am: 23.06.2017, 13:16    Titel: Re: Einheit ist kein Selbstzweck Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
....
Wichtig ist aber auf lange Sicht die Beseitigung der ökonomischen und sozialen Strukturen, die potenziell weiterhin die Wurzeln neuer Faschismen sein können.

Diese Wurzeln bestehen in der BRD weiterhin.

Was soll der Blödsinn?
In der DDR existierte eine Einparteiendiktatur, die Presse war gleichgeschaltet, die Opposition wurde kriminalisiert, man hatte den Gestapo-Nachfolger Stasi ....

Wenn man die Faschismus-Definition von Gentile zugrunde legt, dann ist das einzige, was fehlte, um die DDR selbst faschistisch nennen zu können, das offen ausgesprochene Führer-Prinzip. Wenn man sich auf der anderen Seite die Verehrung ansieht, die im "real existierenden Sozialismus" den großen Vorsitzenden entgegengebracht wurde und wird, die papstgleich immer erst von der Demenz aus ihrem Sessel befördert werden, siehe auch Ulbrecht und Honecker, sind wir da vom Führerprinzip nicht weit weg.

Es gab viele nette Leute in der DDR - ich habe selbst einige kennengelernt, die genauso die wirtschaftliche Ausbeutung des Restes bei der Abwicklung gesehen haben, wie die Marodheit des Systems vorher. Aber was Du da von Dir gibst, war immer nur von ehemaligen Parteikadern zu hören.
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Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

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Es gibt keinen Gott. Also: Jesus war nur ein Bankert und alle Propheten hatten einfach einen an der Waffel.
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Skeptiker
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Beitrag(#2099476) Verfasst am: 23.06.2017, 13:36    Titel: Re: Einheit ist kein Selbstzweck Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
....
Wichtig ist aber auf lange Sicht die Beseitigung der ökonomischen und sozialen Strukturen, die potenziell weiterhin die Wurzeln neuer Faschismen sein können.

Diese Wurzeln bestehen in der BRD weiterhin.

Was soll der Blödsinn?
In der DDR existierte eine Einparteiendiktatur, die Presse war gleichgeschaltet, die Opposition wurde kriminalisiert, man hatte den Gestapo-Nachfolger Stasi ....

Wenn man die Faschismus-Definition von Gentile zugrunde legt, dann ist das einzige, was fehlte, um die DDR selbst faschistisch nennen zu können, das offen ausgesprochene Führer-Prinzip. Wenn man sich auf der anderen Seite die Verehrung ansieht, die im "real existierenden Sozialismus" den großen Vorsitzenden entgegengebracht wurde und wird, die papstgleich immer erst von der Demenz aus ihrem Sessel befördert werden, siehe auch Ulbrecht und Honecker, sind wir da vom Führerprinzip nicht weit weg.

Es gab viele nette Leute in der DDR - ich habe selbst einige kennengelernt, die genauso die wirtschaftliche Ausbeutung des Restes bei der Abwicklung gesehen haben, wie die Marodheit des Systems vorher. Aber was Du da von Dir gibst, war immer nur von ehemaligen Parteikadern zu hören.


Faschismus ist immer eine politische Form des Kapitalismus.

Mit unbeholfenen Versuchen, anhand schiefer Vergleiche politischer Überbauten Gleichartiges zu identifizieren, entfernt man sich von der Analyse des Ganzen und damit von der notwendigen wissenschaftlichen Methodik der Analyse der Zusammenhänge.

Konkret geht es um Zusammenhänge zwischen Ökonomie & Politk.
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Quéribus
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Beiträge: 5548
Wohnort: Avaricum

Beitrag(#2099477) Verfasst am: 23.06.2017, 13:36    Titel: Re: Einheit ist kein Selbstzweck Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
schtonk hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Ja, die Neonazis genossen ihre plötzliche *Freiheit* und wussten gar nicht, wie ihnen geschah. Letzten Endes war der DDR-Antifaschismus sicherlich nicht gründlich genug, aber immerhin ehrlich. Antifaschismus darf ja nicht zu einer Zeremonie erstarren. (...)
[...]


Auch in der DDR gab es nach `45 so manchen Ex-NSDAP-ler (u.a. Stechbarth, Nier, v. Lenski), die wichtige Posten im DDR-Staatsapparat inne hatten. Und der Antifaschismus 'drüben' sei ehrlich gewesen? Wers glaubt wird kommunistisch Sehr glücklich Man durfte ja dort nicht Nationalsozialismus sagen, das hätte das staatliche Selbstverständnis vom Sozialismus befleckt. Also hieß es euphemistisch Hitlerfaschismus, wodurch suggeriert wurde, dass seine Wurzeln in der BRD zu suchen waren und man selber nichts damit zu tun hatte.

Man belog sich selbst. Nach '45 hats ja 'pling' gemacht und alle Nationalsozialisten standen plötzlich ohne 'National' da. Wie praktisch. Das führte auch dazu, dass es dort keine 68er-Bewegung gab, die ihre Eltern fragten: "Was habt ihr damals (mit)gemacht?" Und dieser autoritäre, stramme Dieparteihatimmerrecht-Stil, diese fahnenbewehrten Auftritte, die Rituale im öffentlichen wie im privaten Raum wiesen soviele Parallelen zur NS-Symbolik auf, dass es einem grausen konnte. Eben erstarrte Zeremonien ohne Ende.

Die sozialistische Nachkriegsgeneration konnte nie aufarbeiten, was ihre Eltern getan oder zumindest unterstützt hatten. Sie konnte sich nicht emanzipieren vom Muff der 1000 Jahre, in ihren Köpfen steckte das, was nach Brecht den Schoß fruchtbar hielt. Die DDR hat sich ihre Neonazis selber zuzuschreiben, und nach der Wende war es zu spät, da konnten sie sich in den neuen Freiräumen austoben, sie konnten expandieren und sich formieren. Der sog. Nationalsozialistische Untergrund um Tschäpe, ihre Uwes und den vielen Ungenannten ist ein Resultat dieser verfehlten Aufklärung in der DDR.

Edith: Satz eingefügt.


Im Wesentlichen wurden aber in der DDR ehemalige Nazis aus allen wichtigen öffentlichen Funktionen entfernt, im Gegensatz zur BRD. Wenige Ausnahmen bestätigen die Regel.

Klar, es ist ein Unterschied, ob man sagt: "Faschismus gibt's bei uns nicht (mehr)."

Oder ob man den Faschismus in seinen Wurzeln und seinen gesellschaftlichen Auswirkungen - auch in der DDR - gründlich analysiert und bis in die Familienebene aufarbeitet. Das gab es sicherlich so nicht, auch nicht in der DDR. Nur - in der BRD eben noch weniger bis gar nicht.



(Hervorhebung von mir)

Stimmt so nicht, was die BRD betrifft.
Das Thema ist in den Schulprogrammen seeeehr ausführlich durchgenommen worden und zwar eher zweimal als keinmal.
1933-45 war erstmal in der Mittelstufe dran und dann im Haupt-/Neben-/Beifach (je nach Fächerwahl) in der Oberstufe nochmal. Inklusive der unschönen Dokus, bei denen einem schon mal fast das Frühstück wieder hochkam und Antikriegsfilmen wie "Die Brücke".
Damit die Kiddies kapierten, dass und wieso so etwas passiert ist und vor allem, dass es nie wieder passieren darf.
Abiturjahrgang 1980.
Hatte letztes Jahr in einem meiner Studienfächer (Landeskunde D) ein Referat zum Thema Vergangenheitsbewältigung abzuliefern und mich daher ein bisschen mit der Thematik beschäftigt. Ok, in der BRD ist bei der "Entnazifizierung" wohl so einiges durch die Maschen geschlüpft.
Der generelle Standpunkt der DDR war aber "die alten Nazis sind alle auf der Westseite, wir hier sind nur brave Sozialisten, die mit so etwas nichts zu tun haben/hatten, wir doch nicht...."
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Wenn ich Josef wäre und meine künftige Frau würde mir erzählen, dass sie schwanger ist, nachdem sie mit einem gutaussehenden Mann wie diesem Engel allein war, würde ich mir ein paar Gedanken über den Engel machen.
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Beitrag(#2099478) Verfasst am: 23.06.2017, 13:46    Titel: Antworten mit Zitat

Ich will lieber im Kapitalismus sterben, als im 'real existierenden Sozialismus' zu leben. Sehr glücklich
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- Ludger Lütkehaus


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fwo
hat offensichtlich gerade wenig zu tun



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Beitrag(#2099479) Verfasst am: 23.06.2017, 13:51    Titel: Re: Einheit ist kein Selbstzweck Antworten mit Zitat

Quéribus hat folgendes geschrieben:
....
Das Thema ist in den Schulprogrammen seeeehr ausführlich durchgenommen worden und zwar eher zweimal als keinmal.
1933-45 war erstmal in der Mittelstufe dran und dann im Haupt-/Neben-/Beifach (je nach Fächerwahl) in der Oberstufe nochmal. Inklusive der unschönen Dokus, bei denen einem schon mal fast das Frühstück wieder hochkam und Antikriegsfilmen wie "Die Brücke".
Damit die Kiddies kapierten, dass und wieso so etwas passiert ist und vor allem, dass es nie wieder passieren darf.
Abiturjahrgang 1980.
Hatte letztes Jahr in einem meiner Studienfächer (Landeskunde D) ein Referat zum Thema Vergangenheitsbewältigung abzuliefern und mich daher ein bisschen mit der Thematik beschäftigt. Ok, in der BRD ist bei der "Entnazifizierung" wohl so einiges durch die Maschen geschlüpft.
Der generelle Standpunkt der DDR war aber "die alten Nazis sind alle auf der Westseite, wir hier sind nur brave Sozialisten, die mit so etwas nichts zu tun haben/hatten, wir doch nicht...."

Die Schule war bei mir im Prinzip ähnlich, Abi 73.

Wo die BRD wirklich Schwierigkeiten hatte, war innerhalb der Justiz. Das System der Beteiligung der alten Richter an der Vergabe der neuen Richterstellen sorgte hier für eine Konservierung des Systems, die lange Zeit eine juristische Aufarbeitung ernsthaft behinderte.

Das zweite ernsthafte Hindernis lag nicht nur bei uns, sondern auch bei den Amis, deren bis heute krankhafter Antikommunismus*** dafür sorgte, dass alte "Antikommunisten", die eigentlich vor Gericht gehört hätten, dem juristischen Zugriff entzogen wurden.

***Um keinen falschen Eindruck aufkommen zu lassen: Ich habe gegen Antikommunismus genauso wenig wie gegen Antifaschismus - aber beide neigen auch dazu, die Verhältnismäßigkeit zu verlieren.

Upps. Jetzt bin ich mit einem Beitrag Zur Nachkriegsgeschichte der BRD tatsächlich in einem DDR-Thread gelandet. Das nenne ich mal Wiedervereinigung. zwinkern
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Beitrag(#2099484) Verfasst am: 23.06.2017, 14:48    Titel: Re: Einheit ist kein Selbstzweck Antworten mit Zitat

Quéribus hat folgendes geschrieben:

Der generelle Standpunkt der DDR war aber "die alten Nazis sind alle auf der Westseite, wir hier sind nur brave Sozialisten, die mit so etwas nichts zu tun haben/hatten, wir doch nicht...."


Damit wurde ich konfrontiert, als ich das erste mal die DDR bewußt wahrnahm.

Noch nicht so lange auf Montage in Deutschland unterwegs, hatten wir eine Baustelle in Gosslar.
Beim Sendersuchen hatten wir plötzlich einen DDR-Sender drinn.

Es muß wohl den einen oder andern Gedenktag gewesen sein.
Antifaschistische Gedenkreden wurden geschwungen.
Jedenfalls schauten meine damaliger Frau und ich uns an, und stellten fest: "die waren nicht dabei" Geschockt
Alle Nazis saßen in der BRD. Die DDR war nazifrei. Hatten nie welche. Alle waren im Widerstand tätig gewesen.
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Wilson
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Beitrag(#2099488) Verfasst am: 23.06.2017, 14:55    Titel: Antworten mit Zitat

ein beispiel: parteipolitische tätigkeiten

Liste ehemaliger NSDAP-Mitglieder, die nach Mai 1945 politisch tätig waren
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_ehemaliger_NSDAP-Mitglieder,_die_nach_Mai_1945_politisch_t%C3%A4tig_waren
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Beitrag(#2099489) Verfasst am: 23.06.2017, 15:05    Titel: Re: Einheit ist kein Selbstzweck Antworten mit Zitat

Quéribus hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Im Wesentlichen wurden aber in der DDR ehemalige Nazis aus allen wichtigen öffentlichen Funktionen entfernt, im Gegensatz zur BRD. Wenige Ausnahmen bestätigen die Regel.

Klar, es ist ein Unterschied, ob man sagt: "Faschismus gibt's bei uns nicht (mehr)."

Oder ob man den Faschismus in seinen Wurzeln und seinen gesellschaftlichen Auswirkungen - auch in der DDR - gründlich analysiert und bis in die Familienebene aufarbeitet. Das gab es sicherlich so nicht, auch nicht in der DDR. Nur - in der BRD eben noch weniger bis gar nicht.



(Hervorhebung von mir)

Stimmt so nicht, was die BRD betrifft.
Das Thema ist in den Schulprogrammen seeeehr ausführlich durchgenommen worden und zwar eher zweimal als keinmal.
1933-45 war erstmal in der Mittelstufe dran und dann im Haupt-/Neben-/Beifach (je nach Fächerwahl) in der Oberstufe nochmal. Inklusive der unschönen Dokus, bei denen einem schon mal fast das Frühstück wieder hochkam und Antikriegsfilmen wie "Die Brücke".
Damit die Kiddies kapierten, dass und wieso so etwas passiert ist und vor allem, dass es nie wieder passieren darf.
Abiturjahrgang 1980.
Hatte letztes Jahr in einem meiner Studienfächer (Landeskunde D) ein Referat zum Thema Vergangenheitsbewältigung abzuliefern und mich daher ein bisschen mit der Thematik beschäftigt. Ok, in der BRD ist bei der "Entnazifizierung" wohl so einiges durch die Maschen geschlüpft.
Der generelle Standpunkt der DDR war aber "die alten Nazis sind alle auf der Westseite, wir hier sind nur brave Sozialisten, die mit so etwas nichts zu tun haben/hatten, wir doch nicht...."


Woher kennst du den Standpunkt der DDR, den du hier angibst? War das auch Bestandteil deines Schulkurses?
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beachbernie
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Beitrag(#2099490) Verfasst am: 23.06.2017, 15:09    Titel: Re: Einheit ist kein Selbstzweck Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
Quéribus hat folgendes geschrieben:

Der generelle Standpunkt der DDR war aber "die alten Nazis sind alle auf der Westseite, wir hier sind nur brave Sozialisten, die mit so etwas nichts zu tun haben/hatten, wir doch nicht...."


Damit wurde ich konfrontiert, als ich das erste mal die DDR bewußt wahrnahm.

Noch nicht so lange auf Montage in Deutschland unterwegs, hatten wir eine Baustelle in Gosslar.
Beim Sendersuchen hatten wir plötzlich einen DDR-Sender drinn.

Es muß wohl den einen oder andern Gedenktag gewesen sein.
Antifaschistische Gedenkreden wurden geschwungen.
Jedenfalls schauten meine damaliger Frau und ich uns an, und stellten fest: "die waren nicht dabei" Geschockt
Alle Nazis saßen in der BRD. Die DDR war nazifrei. Hatten nie welche. Alle waren im Widerstand tätig gewesen.



Das war im Westen auch nicht soviel anders. Auch dort tummelten sich nur gut getarnte Widerstandskaempfer. Viele von diesen Widerstandskaempfern waren im 3.Reich so gut getarnt, dass sie von Nazis praktisch ueberhaupt nicht zu unterscheiden waren. Lachen
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vrolijke
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Beitrag(#2099491) Verfasst am: 23.06.2017, 15:23    Titel: Re: Einheit ist kein Selbstzweck Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Quéribus hat folgendes geschrieben:

Der generelle Standpunkt der DDR war aber "die alten Nazis sind alle auf der Westseite, wir hier sind nur brave Sozialisten, die mit so etwas nichts zu tun haben/hatten, wir doch nicht...."


Damit wurde ich konfrontiert, als ich das erste mal die DDR bewußt wahrnahm.

Noch nicht so lange auf Montage in Deutschland unterwegs, hatten wir eine Baustelle in Gosslar.
Beim Sendersuchen hatten wir plötzlich einen DDR-Sender drinn.

Es muß wohl den einen oder andern Gedenktag gewesen sein.
Antifaschistische Gedenkreden wurden geschwungen.
Jedenfalls schauten meine damaliger Frau und ich uns an, und stellten fest: "die waren nicht dabei" Geschockt
Alle Nazis saßen in der BRD. Die DDR war nazifrei. Hatten nie welche. Alle waren im Widerstand tätig gewesen.



Das war im Westen auch nicht soviel anders. Auch dort tummelten sich nur gut getarnte Widerstandskaempfer. Viele von diesen Widerstandskaempfern waren im 3.Reich so gut getarnt, dass sie von Nazis praktisch ueberhaupt nicht zu unterscheiden waren. Lachen


Mag schon sein.
Uns war es nur aufgefallen, dass die DDR regelrecht hausieren ging mit dem "Fakt", dass alle im Widerstand waren.
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Sich stets als unschuldiges Opfer äußerer Umstände oder anderer Menschen anzusehen ist die perfekte Strategie für lebenslanges Unglücklichsein.

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Beitrag(#2099498) Verfasst am: 23.06.2017, 16:56    Titel: Re: Einheit ist kein Selbstzweck Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Quéribus hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Im Wesentlichen wurden aber in der DDR ehemalige Nazis aus allen wichtigen öffentlichen Funktionen entfernt, im Gegensatz zur BRD. Wenige Ausnahmen bestätigen die Regel.

Klar, es ist ein Unterschied, ob man sagt: "Faschismus gibt's bei uns nicht (mehr)."

Oder ob man den Faschismus in seinen Wurzeln und seinen gesellschaftlichen Auswirkungen - auch in der DDR - gründlich analysiert und bis in die Familienebene aufarbeitet. Das gab es sicherlich so nicht, auch nicht in der DDR. Nur - in der BRD eben noch weniger bis gar nicht.



(Hervorhebung von mir)

Stimmt so nicht, was die BRD betrifft.
Das Thema ist in den Schulprogrammen seeeehr ausführlich durchgenommen worden und zwar eher zweimal als keinmal.
1933-45 war erstmal in der Mittelstufe dran und dann im Haupt-/Neben-/Beifach (je nach Fächerwahl) in der Oberstufe nochmal. Inklusive der unschönen Dokus, bei denen einem schon mal fast das Frühstück wieder hochkam und Antikriegsfilmen wie "Die Brücke".
Damit die Kiddies kapierten, dass und wieso so etwas passiert ist und vor allem, dass es nie wieder passieren darf.
Abiturjahrgang 1980.
Hatte letztes Jahr in einem meiner Studienfächer (Landeskunde D) ein Referat zum Thema Vergangenheitsbewältigung abzuliefern und mich daher ein bisschen mit der Thematik beschäftigt. Ok, in der BRD ist bei der "Entnazifizierung" wohl so einiges durch die Maschen geschlüpft.
Der generelle Standpunkt der DDR war aber "die alten Nazis sind alle auf der Westseite, wir hier sind nur brave Sozialisten, die mit so etwas nichts zu tun haben/hatten, wir doch nicht...."


Woher kennst du den Standpunkt der DDR, den du hier angibst? War das auch Bestandteil deines Schulkurses?


Zum Teil Bestandteil des Kurses (Civilisation allemande = Landeskunde D im Rahmen eines Bachelor Angewandte Fremdsprachen Englisch-Deutsch an der Uni Strasbourg), zum Teil Ergebnis der Recherche und zum Teil Erinnerung an Sozialkunde LK am Gymnasium.

Der Standpunkt der DDR diesbezüglich ist aber nun wirklich ein offenes Geheimnis, das so ziemlich jeder mitkriegen konnte, der irgendwie ein bisschen mit den Fächern Sozialkunde und/oder Geschichte (20.Jh. im allgemeinen und Vergangenheitsbewältigung im besondern) in Kontakt kam, seis nun am Gymnasium oder an der Uni.
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Beitrag(#2099502) Verfasst am: 23.06.2017, 17:28    Titel: Antworten mit Zitat

In den 80er und 90er Jahren habe ich mit vielen älteren Deutschen über die Nazis und den Krieg gesprochen. Komischerweise waren sie alle aber auch alle gegen die Nazis gewesen. Man könnte glauben Nazi-Deutschland hätte ohne Deutsche stattgefunden. Aber in den Gesprächen kamen schon einige Gedankengänge , die leicht bräunlich gefärbt waren...... Ach Hitler war doch gar nicht so schlimm, er hat die Autobahnen gebaut, die Wirtschaft lief wieder, es gab keine Arbeitslose mehr, die Franzosen und die Engländer hatten es zu weit getrieben, die Russen waren eine Bedrohung, die Juden naja... die waren so reich... Abtreibung ist Mord... es gibt keine Moral, keine Disziplin, keinen Respekt mehr und die Türken und die Yugos ..... usw...usw... usw.... Es war schon interessant aber leicht deprimierend.
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Beitrag(#2099506) Verfasst am: 23.06.2017, 18:19    Titel: Re: Einheit ist kein Selbstzweck Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
... 12 Abiturjahre ... ist Mist.

Das ist als Argument gegen die BRD-Schulen und fürs DDR-Bildungssystem irgendwie drollig.
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Beitrag(#2099507) Verfasst am: 23.06.2017, 18:26    Titel: Re: Einheit ist kein Selbstzweck Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Faschismus ist immer eine politische Form des Kapitalismus.

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Beitrag(#2099519) Verfasst am: 23.06.2017, 19:59    Titel: Re: Einheit ist kein Selbstzweck Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Faschismus ist immer eine politische Form des Kapitalismus.


Ein bisschen schwach, tillich. Smilie
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Beitrag(#2099520) Verfasst am: 23.06.2017, 20:00    Titel: Re: Einheit ist kein Selbstzweck Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
... 12 Abiturjahre ... ist Mist.

Das ist als Argument gegen die BRD-Schulen und fürs DDR-Bildungssystem irgendwie drollig.


Habe ich doch gar nicht gesagt. Lies mal nach, was ich schreibe und dann melde dich wieder.
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Beitrag(#2099521) Verfasst am: 23.06.2017, 20:15    Titel: Re: Einheit ist kein Selbstzweck Antworten mit Zitat

Quéribus hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Quéribus hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Im Wesentlichen wurden aber in der DDR ehemalige Nazis aus allen wichtigen öffentlichen Funktionen entfernt, im Gegensatz zur BRD. Wenige Ausnahmen bestätigen die Regel.

Klar, es ist ein Unterschied, ob man sagt: "Faschismus gibt's bei uns nicht (mehr)."

Oder ob man den Faschismus in seinen Wurzeln und seinen gesellschaftlichen Auswirkungen - auch in der DDR - gründlich analysiert und bis in die Familienebene aufarbeitet. Das gab es sicherlich so nicht, auch nicht in der DDR. Nur - in der BRD eben noch weniger bis gar nicht.



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1933-45 war erstmal in der Mittelstufe dran und dann im Haupt-/Neben-/Beifach (je nach Fächerwahl) in der Oberstufe nochmal. Inklusive der unschönen Dokus, bei denen einem schon mal fast das Frühstück wieder hochkam und Antikriegsfilmen wie "Die Brücke".
Damit die Kiddies kapierten, dass und wieso so etwas passiert ist und vor allem, dass es nie wieder passieren darf.
Abiturjahrgang 1980.
Hatte letztes Jahr in einem meiner Studienfächer (Landeskunde D) ein Referat zum Thema Vergangenheitsbewältigung abzuliefern und mich daher ein bisschen mit der Thematik beschäftigt. Ok, in der BRD ist bei der "Entnazifizierung" wohl so einiges durch die Maschen geschlüpft.
Der generelle Standpunkt der DDR war aber "die alten Nazis sind alle auf der Westseite, wir hier sind nur brave Sozialisten, die mit so etwas nichts zu tun haben/hatten, wir doch nicht...."


Woher kennst du den Standpunkt der DDR, den du hier angibst? War das auch Bestandteil deines Schulkurses?


Zum Teil Bestandteil des Kurses (Civilisation allemande = Landeskunde D im Rahmen eines Bachelor Angewandte Fremdsprachen Englisch-Deutsch an der Uni Strasbourg), zum Teil Ergebnis der Recherche und zum Teil Erinnerung an Sozialkunde LK am Gymnasium.

Der Standpunkt der DDR diesbezüglich ist aber nun wirklich ein offenes Geheimnis, das so ziemlich jeder mitkriegen konnte, der irgendwie ein bisschen mit den Fächern Sozialkunde und/oder Geschichte (20.Jh. im allgemeinen und Vergangenheitsbewältigung im besondern) in Kontakt kam, seis nun am Gymnasium oder an der Uni.


ich weiß ehrlich gesagt auch gar nicht, wie du diese Aussage überhaupt meinst, die DDR hätte die Nazis nur auf seiten Westdeutschlands verortet.

Soll das heißen, die DDR hätte den Faschismus im eigenen Land verdrängt/ignoriert?

Oder soll das heißen, die DDR-Führung hielt es für unnötig, Neofaschisten und Altfaschisten im eigenen Land zu unterdrücken?

Oder soll es heißen, dass die DDR den Kapitalismus als eine Wurzel des Faschismus nur in der BRD verortete und somit - ähnlich wie die Anti(linken)Deutschen - zu einer deutschen Mentalität stilisieren wollten, welche sie jedoch abgelegt hätten?

All das ist absurd.

Es ging doch in der DDR darum, nicht nur die Täter zu verfolgen und zu unterdrücken, ihre Propaganda und Organisationen zu verbieten, sondern auch die gesellschaftlichen Strukturen zu verhindern, welche eine erneute Basis für Neofaschismus bieten könnte.

Der DDR-Antifaschismus hatte große Mängel, siehe auch den verlinkten Artikel an schtonk. Aber der Wille der DDR-Verantwortlichen war mit Sicherheit vorhanden, den Faschismus auf lange Sicht unmöglich zu machen.

Und genau dieser Wille fehlte der BRD-Führung wie man z.B. an der Ignoranz der Entnazifizierungsgebote der Alliierten sehen kann, aber eben auch an der umfassenden personellen Kontinuität aller wichtigen Institutionen von Staat und Wirtschaft in der BRD:

Wo kein Wille ist, ist auch kein Weg

Ich weiß nicht, was du in der Schule so gelernt hast. Aber wenn ich mal mein Schulwissen Revue passieren lasse, dann ist 'Oberflächlichkeit' noch freundlich ausgedrückt, um zu charakterisieren, was unsere konservativen *Lehrer* (von der CDU) da alles so an Bockmist verzapft haben. Viele Fakten, sicher. Aber keine umfassenden Zusammenhänge.

Ich denke, auch das war in der DDR eine ganz andere Chose, ich schätze mal einige Klassen besser.

Und es gibt irgendwo auch eine Untersuchung über DDR-Bürger bezüglich Wissen und Verständnis des Faschismus. Diese Untersuchung soll sehr positive Ergebnisse gezeigt haben, was das spezifische Bildungsniveau zu diesem Thema angeht. Da soll eben nicht nur auswendig Gepauktes wiedergegeben worden sein.
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Keinem einzigen dieser Professoren, die auf Spezialgebieten der Chemie, der Geschichte, der Physik die wertvollsten Arbeiten liefern können, darf man auch nur ein einziges Wort glauben, sobald er auf Philosophie zu sprechen kommt. (Mark Twain)


Zuletzt bearbeitet von Skeptiker am 23.06.2017, 21:28, insgesamt einmal bearbeitet
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Tarvoc
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Beitrag(#2099525) Verfasst am: 23.06.2017, 21:11    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:

Dank, saved. Cool
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Skeptiker
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Beitrag(#2099528) Verfasst am: 23.06.2017, 21:37    Titel: Re: Einheit ist kein Selbstzweck Antworten mit Zitat

vrolijke hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
vrolijke hat folgendes geschrieben:
Quéribus hat folgendes geschrieben:

Der generelle Standpunkt der DDR war aber "die alten Nazis sind alle auf der Westseite, wir hier sind nur brave Sozialisten, die mit so etwas nichts zu tun haben/hatten, wir doch nicht...."


Damit wurde ich konfrontiert, als ich das erste mal die DDR bewußt wahrnahm.

Noch nicht so lange auf Montage in Deutschland unterwegs, hatten wir eine Baustelle in Gosslar.
Beim Sendersuchen hatten wir plötzlich einen DDR-Sender drinn.

Es muß wohl den einen oder andern Gedenktag gewesen sein.
Antifaschistische Gedenkreden wurden geschwungen.
Jedenfalls schauten meine damaliger Frau und ich uns an, und stellten fest: "die waren nicht dabei" Geschockt
Alle Nazis saßen in der BRD. Die DDR war nazifrei. Hatten nie welche. Alle waren im Widerstand tätig gewesen.



Das war im Westen auch nicht soviel anders. Auch dort tummelten sich nur gut getarnte Widerstandskaempfer. Viele von diesen Widerstandskaempfern waren im 3.Reich so gut getarnt, dass sie von Nazis praktisch ueberhaupt nicht zu unterscheiden waren. Lachen


Mag schon sein.
Uns war es nur aufgefallen, dass die DDR regelrecht hausieren ging mit dem "Fakt", dass alle im Widerstand waren.


Weißt du, in der DDR lebten nur Gutmenschen. zwinkern
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Beitrag(#2099531) Verfasst am: 23.06.2017, 21:57    Titel: Re: Einheit ist kein Selbstzweck Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Quéribus hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Quéribus hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Im Wesentlichen wurden aber in der DDR ehemalige Nazis aus allen wichtigen öffentlichen Funktionen entfernt, im Gegensatz zur BRD. Wenige Ausnahmen bestätigen die Regel.

Klar, es ist ein Unterschied, ob man sagt: "Faschismus gibt's bei uns nicht (mehr)."

Oder ob man den Faschismus in seinen Wurzeln und seinen gesellschaftlichen Auswirkungen - auch in der DDR - gründlich analysiert und bis in die Familienebene aufarbeitet. Das gab es sicherlich so nicht, auch nicht in der DDR. Nur - in der BRD eben noch weniger bis gar nicht.



(Hervorhebung von mir)

Stimmt so nicht, was die BRD betrifft.
Das Thema ist in den Schulprogrammen seeeehr ausführlich durchgenommen worden und zwar eher zweimal als keinmal.
1933-45 war erstmal in der Mittelstufe dran und dann im Haupt-/Neben-/Beifach (je nach Fächerwahl) in der Oberstufe nochmal. Inklusive der unschönen Dokus, bei denen einem schon mal fast das Frühstück wieder hochkam und Antikriegsfilmen wie "Die Brücke".
Damit die Kiddies kapierten, dass und wieso so etwas passiert ist und vor allem, dass es nie wieder passieren darf.
Abiturjahrgang 1980.
Hatte letztes Jahr in einem meiner Studienfächer (Landeskunde D) ein Referat zum Thema Vergangenheitsbewältigung abzuliefern und mich daher ein bisschen mit der Thematik beschäftigt. Ok, in der BRD ist bei der "Entnazifizierung" wohl so einiges durch die Maschen geschlüpft.
Der generelle Standpunkt der DDR war aber "die alten Nazis sind alle auf der Westseite, wir hier sind nur brave Sozialisten, die mit so etwas nichts zu tun haben/hatten, wir doch nicht...."


Woher kennst du den Standpunkt der DDR, den du hier angibst? War das auch Bestandteil deines Schulkurses?


Zum Teil Bestandteil des Kurses (Civilisation allemande = Landeskunde D im Rahmen eines Bachelor Angewandte Fremdsprachen Englisch-Deutsch an der Uni Strasbourg), zum Teil Ergebnis der Recherche und zum Teil Erinnerung an Sozialkunde LK am Gymnasium.

Der Standpunkt der DDR diesbezüglich ist aber nun wirklich ein offenes Geheimnis, das so ziemlich jeder mitkriegen konnte, der irgendwie ein bisschen mit den Fächern Sozialkunde und/oder Geschichte (20.Jh. im allgemeinen und Vergangenheitsbewältigung im besondern) in Kontakt kam, seis nun am Gymnasium oder an der Uni.


ich weiß ehrlich gesagt auch gar nicht, wie du diese Aussage überhaupt meinst, die DDR hätte die Nazis nur auf seiten Westdeutschlands verortet.

Soll das heißen, die DDR hätte den Faschismus im eigenen Land verdrängt/ignoriert?

Oder soll das heißen, die DDR-Führung hielt es für unnötig, Neofaschisten und Altfaschisten im eigenen Land zu unterdrücken?

Oder soll es heißen, dass die DDR den Kapitalismus als eine Wurzel des Faschismus nur in der BRD verortete und somit - ähnlich wie die Anti(linken)Deutschen - zu einer deutschen Mentalität stilisieren wollten, welche sie jedoch abgelegt hätten?

All das ist absurd.

Es ging doch in der DDR darum, nicht nur die Täter zu verfolgen und zu unterdrücken, ihre Propaganda und Organisationen zu verbieten, sondern auch die gesellschaftlichen Strukturen zu verhindern, welche eine erneute Basis für Neofaschismus bieten könnte.

Der DDR-Antifaschismus hatte große Mängel, siehe auch den verlinkten Artikel an schtonk. Aber der Wille der DDR-Verantwortlichen war mit Sicherheit vorhanden, den Faschismus auf lange Sicht unmöglich zu machen.

Und genau dieser Wille fehlte der BRD-Führung wie man z.B. an der Ignoranz der Entnazifizierungsgebote der Alliierten sehen kann, aber eben auch an der umfassenden personellen Kontinuität aller wichtigen Institutionen von Staat und Wirtschaft in der BRD:

Wo kein Wille ist, ist auch kein Weg

Ich weiß nicht, was du in der Schule so gelernt hast. Aber wenn ich mal mein Schulwissen Revue passieren lasse, dann ist 'Oberflächlichkeit' noch freundlich ausgedrückt, um zu charakterisieren, was unsere konservativen *Lehrer* (von der CDU) da alles so an Bockmist verzapft haben. Viele Fakten, sicher. Aber keine umfassenden Zusammenhänge.

Ich denke, auch das war in der DDR eine ganz andere Chose, ich schätze mal einige Klassen besser.

Und es gibt irgendwo auch eine Untersuchung über DDR-Bürger bezüglich Wissen und Verständnis des Faschismus. Diese Untersuchung soll sehr positive Ergebnisse gezeigt haben, was das spezifische Bildungsniveau zu diesem Thema angeht. Da soll eben nicht nur auswendig Gepauktes wiedergegeben worden sein.


Guck dir mal folgende links an
http://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/geschichte-und-erinnerung/39814/geschichte-der-erinnerungskultur?p=all
http://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/geschichte-und-erinnerung/39821/keine-gemeinsame-erinnerung?p=all

dann verstehst du vielleicht was ich meine:

Geschichte der Erinnerungskultur in der DDR und BRD hat folgendes geschrieben:

Während in der Bundesrepublik die Vergangenheits-
bewältigung ein ständiger und zwischen zahlreichen Gruppen umstrittener Prozess war, erklärte die SED, dass mit der "antifaschistisch-demokratischen Umwälzung" 1945-1949 der Nationalsozialismus mit Stumpf und Stil "ausgerottet" worden sei. Weitere Debatten über Schuld und Verantwortung erübrigten sich. Die DDR lehnte jegliche Haftungspflichten für die Vergangenheit ab.
...
Im Gründungsmythos der DDR hatten deutsche Antifaschisten an der Seite der Sowjetunion die Hitler-Diktatur besiegt und dann das neue Deutschland geschaffen. Die großen Nazis wurden abgeurteilt, die mittleren und kleineren "domestizierte" die SED in der eigens dafür geschaffenen national-
demokratischen Blockpartei. Der Antifaschismus war Staatsdoktrin und außenpolitisch die unangreifbare Existenzberechtigung der DDR – quasi ihr Alleinvertretungsanspruch.

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Beitrag(#2099540) Verfasst am: 24.06.2017, 00:53    Titel: Antworten mit Zitat

luc hat folgendes geschrieben:
In den 80er und 90er Jahren habe ich mit vielen älteren Deutschen über die Nazis und den Krieg gesprochen. Komischerweise waren sie alle aber auch alle gegen die Nazis gewesen. Man könnte glauben Nazi-Deutschland hätte ohne Deutsche stattgefunden. Aber in den Gesprächen kamen schon einige Gedankengänge , die leicht bräunlich gefärbt waren...... Ach Hitler war doch gar nicht so schlimm, er hat die Autobahnen gebaut, die Wirtschaft lief wieder, es gab keine Arbeitslose mehr, die Franzosen und die Engländer hatten es zu weit getrieben, die Russen waren eine Bedrohung, die Juden naja... die waren so reich... Abtreibung ist Mord... es gibt keine Moral, keine Disziplin, keinen Respekt mehr und die Türken und die Yugos ..... usw...usw... usw.... Es war schon interessant aber leicht deprimierend.



In einem vom "Heimatverein" herausgegeben Lobhudelband ueber meine Heimatstadt wurde zuerst die NS-Zeit so gut wie gar nicht behandelt (In einem Nebensatz wurde nur kurz erwaehnt, dass meine stockkonservative Heimatstadt ein "schwarzer Fels" gewesen waere, der "der braunen Flut getrotzt" haette, ohne naeher zu erlaeutern wie das konkret ausgesehen haette). Spaeter, nachdem durch eine private Initiative so Einiges Braune zutage gefoerdert wurde, sah man sich gezwungen, zumindest auf ein paar unangenehme Daten in einer Neuauflage einzugehen. So stand da zu lesen: "In der Reichskristallnacht brannten auswaertige Nazis die juedische Synagoge nieder". (Natuerlich stand da nicht, wo diese "auswaertigen Nazis" denn hergekkommen waeren, schliesslich legte man grossen Wert auf freundschaftliche Kontakte mit den Heimatvereinen der Nachbarorte) Spaeter kam raus, dass es zwei Synagogen waren, die damals brannten und dass die Brandstifter weit ueberwiegend ortsansaessig waren und dass ausserdem die Feuerwehr, anstatt zu loeschen, lediglich danebenstand um ein eventuelles Uebergreifen der Flammen auf benachbarte Haeuser zu verhindern.

Waere ich darauf angewiesen, was mir die offizielle Geschichtsklitt.....aeh.... schreibung meiner Heimatstadt vermittelte, ich waere heute noch der Auffassung, dass es in meiner Heimatstadt weder je Nazis noch Juden gegeben haette. Ja, es wurde nicht geleugnet, was den einheimischen Juden widerfahren war, sondern deren ganze Existenz wurde einfach totgeschwiegen! Nazismus und Judenverfolgung haetten demnach nur auf einem fremden Planeten namens Nazideutschland, der mit meiner Heimatstadt so rein gar nichts zu tun hatte, stattgefunden.

Ich glaube dieser Verdraengungsmechanismus wirkte nicht nur in meiner Heimatstadt, sondern auch in anderen Kleinstaedten und genauso im Grossen in ganz Deutschland. Nazis waren da immer nur die anderen, man selber hatte da nie mitgemacht und auch nicht wirklich was mitbekommen und was haette man auch machen koennen, wenn man was gewusst haette? Aber natuerlich hat man ueberhaupt nichts gewusst, nur dass das jetzt nicht falsch verstanden wird.

Als dann der Teppich, unter den das alles gekehrt wurde, von einigen (ausschliesslich nach 1945 Geborenen!!!) angehoben wurde und mit zaeher Fragerei manchen der Aelteren entlockt werden konnte, was damals wirklich geschah, kam zumindest ein Teil der unruehmlichen und so ueberhaupt nicht heimatvereinstauglichen Wahrheit ans Licht und mit einer Auschwitzausstellung wurde auch dokumentiert was mutmasslich zumindest mit einem Teil der frueheren Nachbarn geschah. Da wurden viele boese und schimpften "Nestbeschmutzer" und man solle doch "nicht unnoetig Staub aufwirbeln". Typisch deutsche Vergangenheitsbewaeltigung im Kleinen sozusagen.
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Beitrag(#2099545) Verfasst am: 24.06.2017, 08:33    Titel: Antworten mit Zitat

Tja.... in meiner Heimatstadt hat es natürlich keine Kollaborateure gegeben, viele waren in der Résistance und sie waren alle Gaullisten. Aber meistens haben die Leute nicht darüber gesprochen, nichts....aber auch gar nichts....Tabu! Über die Deutschen wurde natürlich viel gesprochen. Ich sitze jetzt im Jahre 2017 auf meinem bequemen Stuhl vor dem Computer und will mir nicht anmaßen über die früheren Generationen zu urteilen. Wer weiß, wie ich mich damals verhalten hätte aber diese Verdrängungsmechanismen, die die Menschen haben, sind schon gewaltig. Am Kopf kratzen
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sünnerklaas
Mietzekatzenkater - treibt den Kessel



Anmeldungsdatum: 29.09.2006
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Beitrag(#2099554) Verfasst am: 24.06.2017, 10:37    Titel: Re: Einheit ist kein Selbstzweck Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:

Und genau dieser Wille fehlte der BRD-Führung wie man z.B. an der Ignoranz der Entnazifizierungsgebote der Alliierten sehen kann, aber eben auch an der umfassenden personellen Kontinuität aller wichtigen Institutionen von Staat und Wirtschaft in der BRD:

Wo kein Wille ist, ist auch kein Weg


Das Problem des Westalliierten war:

1. die Briten waren nach dem Ende des II. Wk. bankrott. Auch wenn die britische Besatzungsmacht in der Öffentlichkeit sichtbar sehr präsent war, war sie doch von der Mannschaftsstärke her im Vergleich zu den US-Streitkräften und erst recht zur Roten Armee schwach besetzt. Daraus folgernd: ein kompletter Neuanfang mit völlig neuem und unbelastetem Personal war nicht zu finanzieren und auch nicht machbar.
2. Mit Ausbruch des Kalten Krieges musste in irgendeiner Art und Weise Personal her, das antikommunistisch eingestellt war. Im Vergleich zu Kommunisten galten ehemalige Nazis als ungefährlich. Erst recht dann, wenn sie erpressbar und/oder käuflich waren.
_________________
"Bullshit ist eine dritte Kategorie zwischen Wahrheit und Lüge" (Harry Frankfurt)

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Ich fordere: JEDEM VOLLPFOSTEN SEIN EIGENES "Mimi-Mimi!"
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