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Kramer
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Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 28768

Beitrag(#2121093) Verfasst am: 07.01.2018, 16:24    Titel: Re: unpolitisch Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Sicher. Wenn Du einen Schwarzen öffentlich „Neger“ nennst, wirst du vielleicht sogar deinen Job verlieren. Außer du bist Richter oder AfD-Parlamentarier. Ist doch schon ein Erfolg.


Wo ist da der Erfolg, wenn der Rassismus es schon in den Bundestag geschafft hat?
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AdvocatusDiaboli
Gspusi Schtonks



Anmeldungsdatum: 12.08.2003
Beiträge: 22996
Wohnort: München

Beitrag(#2121098) Verfasst am: 07.01.2018, 16:44    Titel: Antworten mit Zitat

Gut, versuchen wir es mal mit Neurowissenschaft.

https://www.bllv.de/fileadmin/Dateien/Land-PDF/Politik/Manifest_Prof._Bauer_Abstract.pdf

Zitat:
Die Auswirkungen von aggressiver Sprache
Warum wir an Schulen nicht-gewalttätiges Sprechen brauchen

Verbale Ablehnung durch andere Menschen, insbesondere soziale Zurückweisung und soziale Ausgrenzung aktivieren die Schmerzsysteme des Gehirns. Eine Reihe neuerer Studien zeigt, dass die Schmerzsysteme des menschlichen Gehirns nicht nur dann reagieren, wenn einem Menschen körperliche Schmerzen zugefügt werden, sondern auch dann wenn wir eine soziale Zurückweisung oder Ausgrenzung erfahren. Dieser Mechanismus hat evolutionäre Gründe. Die Aktivierung des Schmerzsystems wiederum hat zwei Haupt-Folgen: Sie begünstigt Aggression oder, falls Aggression nicht möglich ist, Depression.


Das Vermeiden von Schmähworten ist nicht das einzige Mittel oder ausreichend, um Rassismus oder Frauenhass zu bekämpfen. Das würde ich nie behaupten. Es hilft jedoch schon einmal den Opfern. Und auch den Tätern wird bewusst, dass sie Grenzen gesetzt bekommen. Es scheint hilfreich zu sein, Heranwachsende schon früh damit zu konfrontieren, Begriffe nicht mehr zu verwenden, die andere verletzen.
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Was dem Ockham sein Rasiermesser, ist dem Addi sein Hackebeil.
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Kramer
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Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 28768

Beitrag(#2121100) Verfasst am: 07.01.2018, 16:54    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Es scheint hilfreich zu sein, Heranwachsende schon früh damit zu konfrontieren, Begriffe nicht mehr zu verwenden, die andere verletzen.


Ich habe nicht nach einem Erklärungsansatz dafür gefragt, warum man glaubt, dass es funktionieren könnte, sondern nach einer Zwischenbilanz, ob es schon Erkenntnisse darüber gibt, dass es funktioniert.

Es kann ja auch nicht Sinn solcher Bestrebungen sein, vorhandene Aggressionen und Ressentiments nur unsichtbar zu machen. Damit löst man das Problem nicht, sondern sorgt nur dafür, dass sich neue Formen sprachlicher Gewalt herausbilden.
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AdvocatusDiaboli
Gspusi Schtonks



Anmeldungsdatum: 12.08.2003
Beiträge: 22996
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Beitrag(#2121101) Verfasst am: 07.01.2018, 17:03    Titel: Antworten mit Zitat

http://www.taz.de/%215371808/

Ein Artikel aus der taz über die Relevanz von Sprache:

Zitat:
Der Sprache ist zu misstrauen

„Political Correctness“ soll schuld daran sein, dass die Rechten triumphieren. Dabei galt es mal als links, Bestehendes infragezustellen.


Zitat:
Es geht nicht darum, ob der Studierende, der ein original vietnamesisches Softbaguette für sein BanhMi fordert, kulinarisch im Recht ist oder ob auch durch und durch rassistische, antisemitische Literatur wie der „Merchant of Venice“ oder „Othello“ ein bedeutendes Werk ist. Es geht um das Recht, das infrage zu stellen, was einem vorgesetzt wird. Darum, die sprachlich strukturierte Welt verändern zu können. Das ist ein linkes, wenn nicht sogar das linke Projekt.


In dem Artikel wird auch eine Studie zitiert. Darin wird nachgewiesen, dass PC-Normen sogar kreative Ideen in Gruppen fördern können. Allein, weil diese Vorurteile aufbrechen und man eher bereit ist miteinander sich auszutauschen. Stichwort zu Weiterdenken: Offene Gesellschaft
http://digitalcommons.ilr.cornell.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1921&context=articles

Zitat:
These results highlight a paradoxical consequence of the PC norm: A term that has been used to undermine expectations to censor offensive language as a threat to free speech actually provides a normative foundation upon which demographically heterogeneous work groups can freely exchange creative ideas.

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Kramer
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Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 28768

Beitrag(#2121103) Verfasst am: 07.01.2018, 17:16    Titel: Antworten mit Zitat

Warum muss ich da spontan an die DDR und Kreativität in Zeiten der Zensur denken? Am Kopf kratzen
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AdvocatusDiaboli
Gspusi Schtonks



Anmeldungsdatum: 12.08.2003
Beiträge: 22996
Wohnort: München

Beitrag(#2121107) Verfasst am: 07.01.2018, 17:32    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
Warum muss ich da spontan an die DDR und Kreativität in Zeiten der Zensur denken? Am Kopf kratzen


Weil du komplett falsche Vorstellungen von Zensur hast! Beleidigungen zu vermeiden ist keine Zensur. Du missbrauchst den Begriff Zensur.

Und überhaupt: Mangel erzeugt Kreativität.
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fwo
leider wieder manchmal da



Anmeldungsdatum: 05.02.2008
Beiträge: 21959
Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2121108) Verfasst am: 07.01.2018, 17:33    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Gut, versuchen wir es mal mit Neurowissenschaft.

https://www.bllv.de/fileadmin/Dateien/Land-PDF/Politik/Manifest_Prof._Bauer_Abstract.pdf

Zitat:
Die Auswirkungen von aggressiver Sprache
Warum wir an Schulen nicht-gewalttätiges Sprechen brauchen

Verbale Ablehnung durch andere Menschen, insbesondere soziale Zurückweisung und soziale Ausgrenzung aktivieren die Schmerzsysteme des Gehirns. Eine Reihe neuerer Studien zeigt, dass die Schmerzsysteme des menschlichen Gehirns nicht nur dann reagieren, wenn einem Menschen körperliche Schmerzen zugefügt werden, sondern auch dann wenn wir eine soziale Zurückweisung oder Ausgrenzung erfahren. Dieser Mechanismus hat evolutionäre Gründe. Die Aktivierung des Schmerzsystems wiederum hat zwei Haupt-Folgen: Sie begünstigt Aggression oder, falls Aggression nicht möglich ist, Depression.


Das Vermeiden von Schmähworten ist nicht das einzige Mittel oder ausreichend, um Rassismus oder Frauenhass zu bekämpfen. Das würde ich nie behaupten. Es hilft jedoch schon einmal den Opfern. Und auch den Tätern wird bewusst, dass sie Grenzen gesetzt bekommen. Es scheint hilfreich zu sein, Heranwachsende schon früh damit zu konfrontieren, Begriffe nicht mehr zu verwenden, die andere verletzen.

Ich sehe das genau andersherum: Dadurch, dass wir die Vokabel Neger, die schon anders genutzt wurde, wieder kolonial aufgeladen haben, ist es wieder möglich, jemanden damit zu verletzen. Meine Familie hat von 1955 bis 63 in Baumholder gewohnt, weil mein Vater während dieser Zeit als Lehrer an einer amerikanischen Highschool gearbeitet hat. Wir hatten auch öfter Besuch von Amis, wir sind teilweise mitgefahren, wenn mein Vater eine Klasse in ein Ferienlager begleitet hat. Das Wort Neger hatte damals bei uns keinen negativen Beigeschmack - zumindest habe ich ihn nicht bemerkt.

Ich war da relativ hellhörig - so ist mir schon damals aufgefallen, dass meine Mutter, die peinlich darauf bedacht war, ihre westerwälder Herkunft nicht durchhören zu lassen, das Wort Jude zu der Zeit noch nicht hochdeutsch aussprechen konnte: das war so negativ gefühlsbeladen, dass da immer ein Judd daraus wurde. Später hat sie es gelernt, das hat aber an ihrer Gesinnung nichts geändert. Und die kenne ich, weil ich irgendwann, ich war zwischen 12 und 14, so lange genüsslich nachgebohrt habe, bis ein rein emotionales "Weil ich die Juden hasse" aus ihr herausbrach. Aber sie war ansonsten so gut getarnt, dass jemand, der diese Sprachentwicklung nicht kannte, keinen Grund hatte, bei ihr einen derartigen Antisemitismus zu vermuten.

Insofern empfinde ich es eher als ein Trauerspiel, wenn jemand wegen der Benutzung des Wortes Neger seinen Job verliert, weil man wegen der Benutzung davon ausgeht, dass es sich um einen Rassisten handelt oder dass er sich zumindest nicht hinreichend vom Rassismus distanziert.

Das ist genau, was ich schon oft genug gesagt habe: Wer versucht, von der Vokabel auf die Gesinnung zu schließen, sorgt damit nur für eine Tarnung bei denjenigen, die diese Gesinnung wirklich haben und schafft ansonsten eine Gesellschaft die sich in unterschiedliche Sprachcodes trennt, und es damit immer mehr erschwert, miteinander ins Gespräch zu kommen: Denn eins ist ja immer sofort sichtbar, auch hier im Forum: Die mit den anderen Vokabeln, das sind die, bei denen man sofort ausschließen kann, sich sinnvoll mit denen unterhalten zu können.

btw, anlässlich seines Todes: Ich bin kein CDU-Fan, und damals empfand ich eine gewisse Schadenfreude, als Jenninger wegen einer nach PC-Regeln verunglückten Rede seinen Hut nehmen musste. Die Schadenfreude beruhte darauf, dass Jenninger Fischer vorher wegen seines "Mit Verlaub, Herr Präsident, sie sind ein Arschloch" für eine ganze Zeit als Redner gesperrt hatte. Aber Jenninger angesichts seiner praktischen Politik anhand einer Formulierung Antisemitismus vorzuwerfen, war schierer Blödsinn. Und genau da landen wir bei derartigen Sprachregelungen.
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Ich glaube an die Existenz der Welt in der ich lebe.

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Kramer
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Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 28768

Beitrag(#2121110) Verfasst am: 07.01.2018, 17:40    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Mangel erzeugt Kreativität.


Da widerspreche ich gar nicht. Viele kreative Menschen beschränken bewusst ihre kreativen Möglichkeiten um ihre Kreativität zu beflügeln. Aber das ist ein völlig anderes Thema und sagt zum Thema dieses Threads gar nichts aus.
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AdvocatusDiaboli
Gspusi Schtonks



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Wohnort: München

Beitrag(#2121113) Verfasst am: 07.01.2018, 17:43    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Es scheint hilfreich zu sein, Heranwachsende schon früh damit zu konfrontieren, Begriffe nicht mehr zu verwenden, die andere verletzen.


Ich habe nicht nach einem Erklärungsansatz dafür gefragt, warum man glaubt, dass es funktionieren könnte, sondern nach einer Zwischenbilanz, ob es schon Erkenntnisse darüber gibt, dass es funktioniert.

Es kann ja auch nicht Sinn solcher Bestrebungen sein, vorhandene Aggressionen und Ressentiments nur unsichtbar zu machen. Damit löst man das Problem nicht, sondern sorgt nur dafür, dass sich neue Formen sprachlicher Gewalt herausbilden.


Immerhin gibst du zu, dass es „sprachliche Gewalt“ gibt. Das halte ich mal fest.

Ja, der Wechsel zu andereren Worten mag erfolgen, aber das erschwert zumindest die rassistische Kommunikation, wenn dir die Worte im öffentlichen Raum genommen werden und senkt bis zur Neubildung die sprachliche Gewalt. Wobei PC ja konsequent sein sollte und auch Neubildungen gleich konsequent verbietet. Dann verschwindet mindestens die sprachliche Gewalt, die auch wirkt wie körperliche Gewalt. Und die Welt ist immer noch kein Paradies, aber ein bisschen besser geworden.

Ich versteh dein Problem nicht.
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Bravopunk
Unvollender



Anmeldungsdatum: 08.03.2008
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Wohnort: Edo

Beitrag(#2121114) Verfasst am: 07.01.2018, 17:43    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
Warum muss ich da spontan an die DDR und Kreativität in Zeiten der Zensur denken? Am Kopf kratzen


Weil du komplett falsche Vorstellungen von Zensur hast! Beleidigungen zu vermeiden ist keine Zensur. Du missbrauchst den Begriff Zensur.

Und überhaupt: Mangel erzeugt Kreativität.


Meine Ansicht war immer: Konfrontation/Probleme erzeugen Kreativität. Macht irgendwie auch mehr Sinn. Der Mangel an Beleidigungen bzw. sprachlichen Konfrontationsventilen erzeugt nur Kreativität für anderes rumgebitche.
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Skeptiker
linksunten



Anmeldungsdatum: 14.01.2005
Beiträge: 13867
Wohnort: 129 Goosebumpsville

Beitrag(#2121115) Verfasst am: 07.01.2018, 17:47    Titel: Re: unpolitisch Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Skeptiker hat folgendes geschrieben:
Die Probleme dieser Welt sind bestimmt nicht in erster Linie Probleme der Sprache.

Solange sich die Leute mit Identitätspolitik beschäftigen, gehen sie nicht auf die Straße - dies wissen die Herrschenden sehr genau, weshalb auch sie gerne gelegentlich auf dieser im Grunde unpolitischen Klaviatur spielen.


immer die gleiche Leier

Wieso bist du eigentlich gerade nicht auf der Straße?


Aus dem gleichen Grund, weswegen Du nicht im feministisch-linguistischen Seminar bist um mit neuen Wortkreationen dem Patriarchat den Garaus zu machen? zynisches Grinsen

Aber Skeptiker hat irgendwo schon recht. Gesellschaftliche Veränderung fängt immer dann an zu galoppieren, wenn die Leute massenhaft auf die Strasse gehen und der Politik Druck machen. Das ist auch meine persoenliche Erfahrung. Sich stundenlang gegenseitig damit vollzuquatschen wie man die Gesellschaft verbessern kann, hat sich demgegenüber nach meinem Dafürhalten als eher wenig zielführend erwiesen.

Und nein, Aldi, ich meine jetzt nicht die paar jaemmerlichen angesoffenen Trottel, die mit Deutschlandfahne und vollgepisster Trainingshose "Ausländer raus!" groelen.


Natürlich haben Diskussionen im FGH keine Auswirkungen auf den Lauf der Welt. Probleme der Welt sind nicht in erster Linie, aber auch Probleme der Sprache.

Mir ging es zunächst um den uralten Käse, selbst fortschrittliche Politik, die nicht sofort zu Skeptikers Weltrevolution führt, als Ablenkung zu sehen. Dieses marxistisch-leninistische Märchen geht mir sowas von auf den Sack.


Nicht die marxistische Analyse von Gesellschaft & Ökonomie ist rückschrittlich, sondern umgekehrt die kleinbürgerlich-linke Identitätspolitik, die im Sinne der großbürgerlichen Klassen die Profitmargen in Ruhe lässt.

Soziale Reformen, ökologische Reformen, eine zivile Entwicklungspolitik weltweit - all dies würde die Profitraten in den Keller sinken lassen. Deswegen gewährt die bügerliche Klasse im Zuge der verstärkten globalen Konkurrenz nur noch solche Reformen, die billig sind bzw. nichts kosten. Dazu gehören solche Sachen wie "Ehe für Alle" oder "durchgegenderte Kinderbücher" usw. Auch positive Diskriminierungen d.h. Bevorzugungen von zuvor negativ diskriminierten Bevölkerungsgruppen können dem Kapital schnurzpiepegal sein, solange aus irgendwelchen Bevölkerungsgruppen genügend verwertbares "Menschenmaterial" ... pardon ... Arbeitskräfte produziert werden. Das geht auch in der "Ehe für Alle", wenn Kinder adoptiert und kapitalgerecht erzogen werden.

Die marxistische Analyse richtet sich auf Kernfragen der gesellschaftlichen Verfasstheit, welche jenseits offizieller Sprachregelungen bestehen.

In der Geschichte der sozialistischen Bewegungen und Revolutionen in Deutschland und Russland haben auch Kämpfer und Kämpferinnen für die Gleichberechtigung der Geschlechter einen wichtigen Platz gehabt, so Clara Zetkin und Alexandra Kollontai.

Kollontai ist damals schon für die Gleichberechtigung von transsexuellen Menschen eingetreten. (Quelle habe ich jetzt nicht parat, müsste ich suchen.) Sie war weltweit die erste weibliche Diplomatin. Die Sowjetunion wiederum war das erste Land dieser Erde, in dem Männer und Frauen ohne wenn und aber den gleichen Lohn für gleiche Arbeit bezogen haben.

Entscheidend aber für eine reale Gleichberechtigung der verschiedenen Geschlechter, Ethnien, usw. sind nicht primär Sprachregelungen, sondern das Bestehen von realer ökonomischer, sozialer und politischer Gleichheit.

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Soll Skeptiker doch auf der Straße rumlatschen bis er schwarz wird oder von nem Wasserwerfer überfahren.


Deinen Hass auf tiefere Gesellschaftsanalyse hast du offenbar kaum im Griff, weil es deine oberflächlichen, pseudopolitischen Ansichten in Frage stellt:

- soziale Probleme wie soziale Spaltungen, Wohnungsnot, Bildungsungleichheiten?
Dir doch egal, solange es nur andere betrifft (oder nur bestimmte Gruppen?).

- ökologische Probleme wie Klimaveränderungen, Ressourcenerschöpfung, Verseuchung des Planeten?
Dir doch egal, wird so schlimm schon nicht sein, wenn du dein Fenster zu machst.

- Imperialistische Kriege?
Dir doch egal, wenn du am Ende fröhlich von den Extraprofiten des deutschen Bürgertums ein wenig mit profitieren kannst.

Im folgenden mal ein Artikel zur politischen Oberflächlichkeit bis Desinteressiertheit der "liberalen Linken" am Beispiel der USA:

Zitat:
Große Teile des linksliberalen und linken Spektrums beschränken ihre politische Arbeit seit Jahrzehnten auf allerlei Kulturkämpfe und eine immer irrealer anmutende Identitätspolitik. Akademiker, die sich selbst für unglaublich tolerant und weltoffen halten, tragen ihre moralische Überlegenheit wie eine Monstranz vor sich her. Allzu viele Progressive verbringen ihre Tage in einer Filterblase aus Facebook, New York Times und »irgendwas mit Medien«. Sie kämpfen für »Triggerwarnungen« und Unisextoiletten und debattieren in Universitätsseminaren darüber, ob weiße Menschen Dreadlocks tragen dürfen.

Für jene vielen Millionen Menschen, die sich derweil von einem prekären Arbeitsverhältnis zum nächsten hangeln und sich – trotz »Obamacare« und alledem – keine adäquate Gesundheitsversorgung für sich und ihre Kinder leisten können, wollen sie derweil kaum etwas wissen. Der von großen Teilen der Linken bereits in den 1980er Jahren vollzogene »Abschied vom Proletariat« hat es ihnen leicht gemacht, sich in der eigenen Parallelwelt gemütlich einzurichten.

Diejenigen, die in den deindustrialisierten »Rust Belts« oder in den Weiten des ländlichen Amerikas um ihr tägliches Überleben kämpfen, wissen sehr gut, dass sie von der linksliberalen Kultur- und Medienelite nichts zu erwarten haben – und von Hillary Clinton erst recht nicht. (...)

Mit Bernie Sanders war hingegen ein Kandidat zu den Vorwahlen der US-»Demokraten« angetreten, der sich der Sorgen der »einfachen Menschen« annahm, sich kritisch gegenüber Deregulierung und Freihandel äußerte und die soziale Frage in den Mittelpunkt seiner Kampagne rückte. Wenig überraschend, wurde er vom Establishment seiner Partei mittels schmutziger Tricks ausgebootet.

Statt Sanders konnte nun der Multimilliardär und Demagoge Trump zum Sturm auf Washington blasen: Am letzten Tag vor der Wahl appellierte er ernsthaft an die »amerikanische Arbeiterklasse« – und jene brach nicht einmal in schallendes Gelächter aus.


https://www.aufbau.org/index.php/53-schlagzeilen2/2296-usa-links-liberale-arroganz


Was sehen wir daran? Der völlig überzogene Fokus auf die Identitätspolitik von seiten der linken Mittelschicht in den USA verhindert einen Sanders und bringt einen Halbfascho wie Trump an die Macht. Und soll ich dir was sagen? Das selbe erlebt Europa mit seinem politischen Rechtsruck ganz genau so. Und während dessen diskutiert die kleinbürgerliche Linke darüber, wie man denn nun das dritte, vierte, fünfte, ..., 256. Geschlecht korrekt bezeichnen könne, ohne dass die Prinzessin auf der Erbse Druckgeschwüre bekommt.

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Initiativen haben die „Ehe für alle“ ganz ohne bundesweite Massendemos erreicht - auch Medien können eine Rolle spielen. Politische Veränderungen in einer modernen Demokratie finden nur noch selten auf der Straße statt. Demos sind letztendlich auch nur Symbolpolitik für alle, die dort mitlaufen. Man zeigt sich solidarisch und trifft alte Kumpels. Wen juckt noch eine 1. Mai-Demo solange dort nicht mit Flaschen geworfen wird?

Und bist du für Lindsey Shepard auf die Straße gegangen? Hast du eine Gefangenenbefreiung versucht? Du hast deinen Blutdruck erhöht und allein mit Sprache deinen Unwillen kundgetan. Für den Lauf der Welt: Absolute Zeitverschwendung. Hättest genauso einen Kuchen backen können und mir schicken. Sehr glücklich


Die "Ehe für Alle" war für die asoziale SPD unter Führung von Chulz ein Ersatz für soziale Forderungen mit dem bewusst kalkulierten Ziel, ganz bestimmte Teile der Mittelschicht anzusprechen, um "die Partei wieder aufzubauen", wie Chulz sagte. Die CDU hat sofort erkannt, dass dies ein Weg ist, mit der SPD die Politik des Sozialabbaus, der inneren und äußeren Aufrüstung und des allgemeinen Demokratieabbaus fortzusetzen. So war z.B. die stockreaktionäre v.d. Leyen leidenschaftlich für die "Ehe für Alle", um im Gegenzug das "Ja!" der Chulzens, der Gabriels und der Nahlens zu einer *neuen* unmoralischen (!) Geostrategie in Konkurrenz zu Russland, China sowie auch den USA zu bekommen, was selbstmünkelnd erfolgte.

Als Fazit kann man sagen, dass die pseudolinke Art und Weise der Identitätspolitik für die Masse der Bevölkerung ein Politiksurrogat ist, das ihr zum Frass vorgeworfen wird, damit sie eine Weile daran zu knabbern hat, während die herrschenden Klassen ihr Ding durchziehen ohne dabei durch ganz andere Debatten gestört zu werden.
_________________
°
"Ich verwarne Ihnen!" (Schiri)
"Ich danke Sie" (Willi Lippens)

Keinem einzigen dieser Professoren, die auf Spezialgebieten der Chemie, der Geschichte, der Physik die wertvollsten Arbeiten liefern können, darf man auch nur ein einziges Wort glauben, sobald er auf Philosophie zu sprechen kommt. (Mark Twain)


Zuletzt bearbeitet von Skeptiker am 07.01.2018, 18:25, insgesamt einmal bearbeitet
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Kramer
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Beiträge: 28768

Beitrag(#2121116) Verfasst am: 07.01.2018, 17:54    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Und die Welt ist immer noch kein Paradies, aber ein bisschen besser geworden.


Das war ja meine Frage: Wo ist sie besser geworden?
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AdvocatusDiaboli
Gspusi Schtonks



Anmeldungsdatum: 12.08.2003
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Beitrag(#2121117) Verfasst am: 07.01.2018, 17:54    Titel: Antworten mit Zitat

Und warst du jetzt heute auf der Straße oder nicht? Was hast du heute für die Weltrevolution erreicht, Genosse? Lachen
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AdvocatusDiaboli
Gspusi Schtonks



Anmeldungsdatum: 12.08.2003
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Beitrag(#2121119) Verfasst am: 07.01.2018, 17:56    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Und die Welt ist immer noch kein Paradies, aber ein bisschen besser geworden.


Das war ja meine Frage: Wo ist sie besser geworden?


Du wirst für fiese Worte sanktioniert. Ich sehe das als Fortschritt.
Wo ist sie dadurch schlechter geworden?
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Kramer
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Beiträge: 28768

Beitrag(#2121120) Verfasst am: 07.01.2018, 17:57    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Immerhin gibst du zu, dass es „sprachliche Gewalt“ gibt. Das halte ich mal fest.


Wie könnte ich das in einem Gespräch mit dem Grossmeister der passiv-aggressiven sprachlichen Gewalt leugnen?
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AdvocatusDiaboli
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Beitrag(#2121122) Verfasst am: 07.01.2018, 18:04    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Immerhin gibst du zu, dass es „sprachliche Gewalt“ gibt. Das halte ich mal fest.


Wie könnte ich das in einem Gespräch mit dem Grossmeister der passiv-aggressiven sprachlichen Gewalt leugnen?


Och, Hasi. Ich hoffe, du fühlst dich von mir nicht angegriffen? Weinen
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Kramer
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Beitrag(#2121124) Verfasst am: 07.01.2018, 18:07    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:

Och, Hasi. Ich hoffe, du fühlst dich von mir nicht angegriffen? Weinen


Nein. Nur bestätigt. Das war ja wie aus dem Lehrbuch.
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fwo
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Wohnort: nicht fest

Beitrag(#2121125) Verfasst am: 07.01.2018, 18:16    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Und die Welt ist immer noch kein Paradies, aber ein bisschen besser geworden.


Das war ja meine Frage: Wo ist sie besser geworden?


Du wirst für fiese Worte sanktioniert. Ich sehe das als Fortschritt.
Wo ist sie dadurch schlechter geworden?

Das fragst Du wirklich? Wenn jemand für Worte sanktioniert wird, weil sie von irgendjemandem als fies erklärt werden?

Die Frage kannst Du jetzt nur stellen, weil Du ein Teil derer bist, die sich diese Deutungshoheit anmaßen.
Kommt Dir diese Situation bekannt vor, wenn Du sie in dieser Außensicht beschrieben liest?
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Beitrag(#2121130) Verfasst am: 07.01.2018, 18:29    Titel: Antworten mit Zitat

fwo hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Und die Welt ist immer noch kein Paradies, aber ein bisschen besser geworden.


Das war ja meine Frage: Wo ist sie besser geworden?


Du wirst für fiese Worte sanktioniert. Ich sehe das als Fortschritt.
Wo ist sie dadurch schlechter geworden?

Das fragst Du wirklich? Wenn jemand für Worte sanktioniert wird, weil sie von irgendjemandem als fies erklärt werden?

Die Frage kannst Du jetzt nur stellen, weil Du ein Teil derer bist, die sich diese Deutungshoheit anmaßen.
Kommt Dir diese Situation bekannt vor, wenn Du sie in dieser Außensicht beschrieben liest?


Wovor hast du denn Angst? Dass du nicht mehr Neger sagen darfst? Ist doch ein Fortschritt oder nicht? Sag mir doch mal Beispiele für „fiese Worte“ (gut, der Begriff ist mehr als flapsig), die nur meiner Deutungshoheit entsprechen und nicht dem gesellschaftlichen Konsens einer aufgeklärten Demokratie?
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AdvocatusDiaboli
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Beitrag(#2121134) Verfasst am: 07.01.2018, 18:40    Titel: Antworten mit Zitat

Bravopunk hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
Warum muss ich da spontan an die DDR und Kreativität in Zeiten der Zensur denken? Am Kopf kratzen


Weil du komplett falsche Vorstellungen von Zensur hast! Beleidigungen zu vermeiden ist keine Zensur. Du missbrauchst den Begriff Zensur.

Und überhaupt: Mangel erzeugt Kreativität.


Meine Ansicht war immer: Konfrontation/Probleme erzeugen Kreativität. Macht irgendwie auch mehr Sinn. Der Mangel an Beleidigungen bzw. sprachlichen Konfrontationsventilen erzeugt nur Kreativität für anderes rumgebitche.


Überzeugend! Denk das noch mal durch. Wenn ich Dir Beleidigungen verbiete, kannst du das entweder ignorieren oder geschickt umgehen oder dir neue Beleidigungen ausdenken. Ist doch toll.
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Kramer
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Beiträge: 28768

Beitrag(#2121135) Verfasst am: 07.01.2018, 18:42    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Wovor hast du denn Angst?


Ich weiss nicht, wovor fwo Angst hat - wenn er überhaupt Angst hat, denn das ist ja nur wieder eine Deiner Unterstellungen. Aber ich kann Dir sagen, was mir Angst machen würde.

Wenn mir nachts ein Nazihooligan entgegen käme und brüllte "Na, Du linke Zecke, Dich mache ich fertig!" Dann hätte ich Angst. Aber so richtig Schiss, totale Panik hätte ich, wenn er sich vor mir aufstellen und mit ruhiger Stimme sagen würde "Och, Hasi. Ich hoffe, du fühlst dich von mir nicht angegriffen?" Bei ersterem bestünde noch die Möglichkeit, dass er nur ein Maulheld ist. Letzterer ist aber garantiert völlig gaga.
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Skeptiker
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Anmeldungsdatum: 14.01.2005
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Beitrag(#2121139) Verfasst am: 07.01.2018, 18:47    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Und warst du jetzt heute auf der Straße oder nicht? Was hast du heute für die Weltrevolution erreicht, Genosse? Lachen


Klar, aber ich muss dir leider mitteilen, dass ich dabei nicht von einem Wasserwerfer überfahren wurde.

Was hast du eigentlich so als korrekten Ersatz-Begriff für die gute alte bürgerliche *jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung* anzubieten? Gibt's da schon was, oder ist die Sprachsoziologie im Zuge der deutsch-imperialistischen Hindukusch-Sprachreform noch am Herumfeilen?

Immerhin: Imperialismus heisst ja heute schon *Verantwortung* und wird mit dem Zusatz *übernehmen* verwendet. freakteach

Klingt genau so wenig aggressiv wie das mit deinem romantischen Wasserwerfer-Bild.
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Keinem einzigen dieser Professoren, die auf Spezialgebieten der Chemie, der Geschichte, der Physik die wertvollsten Arbeiten liefern können, darf man auch nur ein einziges Wort glauben, sobald er auf Philosophie zu sprechen kommt. (Mark Twain)
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AdvocatusDiaboli
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Beitrag(#2121140) Verfasst am: 07.01.2018, 18:51    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Wovor hast du denn Angst?


Ich weiss nicht, wovor fwo Angst hat - wenn er überhaupt Angst hat, denn das ist ja nur wieder eine Deiner Unterstellungen. Aber ich kann Dir sagen, was mir Angst machen würde.

Wenn mir nachts ein Nazihooligan entgegen käme und brüllte "Na, Du linke Zecke, Dich mache ich fertig!" Dann hätte ich Angst. Aber so richtig Schiss, totale Panik hätte ich, wenn er sich vor mir aufstellen und mit ruhiger Stimme sagen würde "Och, Hasi. Ich hoffe, du fühlst dich von mir nicht angegriffen?" Bei ersterem bestünde noch die Möglichkeit, dass er nur ein Maulheld ist. Letzterer ist aber garantiert völlig gaga.


Meine Frage war rhetorisch. Fwo hat Angst um seine merkwürdige Vorstellung von Freiheit.

Zu deinem lustigen, aber sehr weit hergeholtem Beispiel -ich verkleide mich doch nicht als Nazihooligan...
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Bravopunk
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Beitrag(#2121143) Verfasst am: 07.01.2018, 18:52    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:


Wovor hast du denn Angst? Dass du nicht mehr Neger sagen darfst? Ist doch ein Fortschritt oder nicht?


Kann man doch ignorieren oder geschickt umgehen oder sich ein neues Wort für ausdenken. Toll, nicht? Smilie

Fragt man sich nur, was sich dann überhaupt ändert? Am Kopf kratzen
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Kaguya-hime
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AdvocatusDiaboli
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Beitrag(#2121145) Verfasst am: 07.01.2018, 19:00    Titel: Antworten mit Zitat

Skeptiker hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Und warst du jetzt heute auf der Straße oder nicht? Was hast du heute für die Weltrevolution erreicht, Genosse? Lachen


Klar, aber ich muss dir leider mitteilen, dass ich dabei nicht von einem Wasserwerfer überfahren wurde.

Was hast du eigentlich so als korrekten Ersatz-Begriff für die gute alte bürgerliche *jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung* anzubieten? Gibt's da schon was, oder ist die Sprachsoziologie im Zuge der deutsch-imperialistischen Hindukusch-Sprachreform noch am Herumfeilen?

Immerhin: Imperialismus heisst ja heute schon *Verantwortung* und wird mit dem Zusatz *übernehmen* verwendet. freakteach

Klingt genau so wenig aggressiv wie das mit deinem romantischen Wasserwerfer-Bild.


Morgen früh überfällst du dann aber eine Bank wie good ol‘ Stalin du Sesselrevolutionär. Also wenn du meinst, demokratische Linke Politik zu denunzieren außer mit Worten, muss schon mehr kommen... Also, zeig, mal, was in deiner marxistischen Gesellschaftsanalyse steckt außer Sprachgeschwurbel! Ich warte auf meinen Anteil!
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Kramer
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Beitrag(#2121146) Verfasst am: 07.01.2018, 19:01    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Zu deinem lustigen, aber sehr weit hergeholtem Beispiel -ich verkleide mich doch nicht als Nazihooligan...


Das war nicht weit hergeholt, das war schon dicht dran an der Realität. Nur hat der Typ nicht Hasi gesagt, sondern "Ich mach Dir doch wohl keine Angst, Schätzchen?"
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AdvocatusDiaboli
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Beitrag(#2121148) Verfasst am: 07.01.2018, 19:02    Titel: Antworten mit Zitat

Bravopunk hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:


Wovor hast du denn Angst? Dass du nicht mehr Neger sagen darfst? Ist doch ein Fortschritt oder nicht?


Kann man doch ignorieren oder geschickt umgehen oder sich ein neues Wort für ausdenken. Toll, nicht? Smilie

Fragt man sich nur, was sich dann überhaupt ändert? Am Kopf kratzen


Dann wird das neue Wort verboten. Usw.
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Kramer
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Beitrag(#2121153) Verfasst am: 07.01.2018, 19:08    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:

Dann wird das neue Wort verboten. Usw.


Das klingt doch mal nach einem tollen Plan. skeptisch
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Bravopunk
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Beitrag(#2121156) Verfasst am: 07.01.2018, 19:09    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Bravopunk hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:


Wovor hast du denn Angst? Dass du nicht mehr Neger sagen darfst? Ist doch ein Fortschritt oder nicht?


Kann man doch ignorieren oder geschickt umgehen oder sich ein neues Wort für ausdenken. Toll, nicht? Smilie

Fragt man sich nur, was sich dann überhaupt ändert? Am Kopf kratzen


Dann wird das neue Wort verboten. Usw.


Hm. Sicher. Sisyphos soll ja ein glücklicher Mann gewesen sein. skeptisch

Mann. Manchmal frag ich mich echt, ob du den ganzen Kram wirklich ernst meinst. Wohl noch nie die Geschichte vom Hasen und dem Igel gehört.

edit: Fortschritt sieht jedenfalls anders aus.
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AdvocatusDiaboli
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Beitrag(#2121163) Verfasst am: 07.01.2018, 19:18    Titel: Antworten mit Zitat

Bravopunk hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Bravopunk hat folgendes geschrieben:
AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:


Wovor hast du denn Angst? Dass du nicht mehr Neger sagen darfst? Ist doch ein Fortschritt oder nicht?


Kann man doch ignorieren oder geschickt umgehen oder sich ein neues Wort für ausdenken. Toll, nicht? Smilie

Fragt man sich nur, was sich dann überhaupt ändert? Am Kopf kratzen


Dann wird das neue Wort verboten. Usw.


Hm. Sicher. Sisyphos soll ja ein glücklicher Mann gewesen sein. skeptisch

Mann. Manchmal frag ich mich echt, ob du den ganzen Kram wirklich ernst meinst. Wohl noch nie die Geschichte vom Hasen und dem Igel gehört.

edit: Fortschritt sieht jedenfalls anders aus.


Für manche Leute ist es ein Fortschritt..., z.B. Würde sich Noah Becker darüber freuen.

http://www.sueddeutsche.de/panorama/nach-rassistischem-tweet-noah-becker-erstattet-strafanzeige-gegen-afd-abgeordneten-maier-1.3816100
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