Freigeisterhaus Foren-Übersicht www.artikeldrei.de
 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   NutzungsbedingungenNutzungsbedingungen   BenutzergruppenBenutzergruppen   LinksLinks   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   KarteKarte   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

wirksames Mittel gegen Mietwucher

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen   Drucker freundliche Ansicht    Freigeisterhaus Foren-Übersicht -> Kultur und Gesellschaft
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Bernd Jaguste
registrierter User



Anmeldungsdatum: 11.01.2006
Beiträge: 276
Wohnort: Berlin

Beitrag(#2177936) Verfasst am: 12.05.2019, 18:13    Titel: wirksames Mittel gegen Mietwucher Antworten mit Zitat

Hallo Freigeister,

es gibt Bevölkerungsgruppen in Deutschland, für die die aktuelle Mietpreisentwicklung ein Problem darstellt. Das wird intensiv von den Medien und der Politik diskutiert. Viele Politiker setzen auf die sogenannte Mietpreisbremse, einige auf die Verstaatlichung von Wohnungen. Dabei ist jedem logisch denkenden Menschen klar, dass beides nicht funktioniert. Die Mieten können nur langfristig sinken, wenn das Angebot die Nachfrage deckt. Die beiden vorgenannten Ansätze schaffen jedoch keine einzige Wohnung, sondern verhindern den Wohnungsneubau. Sie verschärfen also das Problem. Da die Menschen jedoch unvermindert in die Ballungsräume ziehen, muss man was am dortigen Angebot machen. Der öffentlichen Hand fehlen aber die Mittel dazu. Also täuschen die Politiker Aktionismus vor und versprechen uns mit der Mietpreisbremse Besserung. So weit bekannt. Kleingeister werden daran glauben, Freigeister nicht.

Auf der Seite https://jaguste.lima-city.de/images/Freigeisterhaus/wirksames%20Mittel%20gegen%20Mietwucher.pdf habe ich einen Vorschlag aufgeschrieben, wie man das Problem der steigenden Mieten in den Ballungsräumen dauerhaft, sozial verträglich, gerecht und finanzierbar in den Griff bekommt. Hierzu muss man neue Wege gehen. Hier ist das Freigeisterhaus und somit der optimale Ort dazu. Mein Vorschlag klingt auf den ersten Blick erst mal hart. Wenn man darüber nachdenkt, löst er aber das Problem und ist sozial gerecht. Also, viel Spaß beim Nachdenken und Diskutieren.

Viele Grüße sendet
Bernd Jaguste
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
AdvocatusDiaboli
Hat Kapitalistenschweine zum Fressen gern



Anmeldungsdatum: 12.08.2003
Beiträge: 23784
Wohnort: München

Beitrag(#2177940) Verfasst am: 12.05.2019, 19:10    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Was wirklich helfen würde, ist eine Mietabgabe von Mietern, wo das Mieten-Einkommen- Verhältnis einen bestimmten Wert unterschreitet. Wer beispielsweise weniger als 15% seines Einkommens für die Miete ausgibt, zahlt die Differenz an eine Fördergesellschaft, beispielsweise den Staat. Bevor jetzt das große Geschrei anfängt, möchte ich Ihnen nachfolgend die Vorteile dieses Systems aufzeigen.


Das ist so bescheuert, ich kann es gar nicht in Worte fassen.
_________________
„Was dem Ockham sein Rasiermesser, ist dem Addi sein Hackebeil.“
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
step
registriert



Anmeldungsdatum: 17.07.2003
Beiträge: 21581
Wohnort: Germering

Beitrag(#2177952) Verfasst am: 12.05.2019, 19:38    Titel: Antworten mit Zitat

Haha, "15% vom Netto unterschreitet" ist wirklich lustig. Auf wen das zutrifft, der wohnt wohl kaum zur Miete, höchstens als Tourist! Zudem wäre die von Dir vorgeschlagene Mietausgleichszahlung im Prinzip nichts anderes als eine progressive Steuer für Mieter. Wenn Wohnungskäufer keine Abgabe zahlen müssen, kurbelt das zwar den Wohnungskauf (und die Banken und die Makler) an, aber führt doch in Ballungszentren bekanntermaßen zu Umwandlungen von Miet- in Eigentumswohnungen, die sich wieder nur Wenige leisten können.
_________________
Was ist der Sinn des Lebens? - Keiner, aber Leere ist Fülle für den, der sie sieht.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Bernd Jaguste
registrierter User



Anmeldungsdatum: 11.01.2006
Beiträge: 276
Wohnort: Berlin

Beitrag(#2184250) Verfasst am: 21.07.2019, 11:48    Titel: Re: wirksames Mittel gegen Mietwucher Antworten mit Zitat

Hallo,

ja, so habe ich es mir schon fast gedacht. Das Thema „bezahlbare Mieten“ interessiert nicht wirklich. Die SPD hat sich das Thema ganz groß auf die Fahnen geschrieben und nähert sich jetzt dem einstelligen Prozentwert in den Umfragen an. Den Linken geht es nicht besser. Das Thema ist zwar groß in den Medien, doch ändern wollen es nur die wenigen Betroffenen. Die meisten haben bezahlbaren Wohnraum und was kümmert die der Rest.

Vielleicht liegt es ja auch daran, dass ich meinen Vorschlag in einer pdf-Datei versteckt habe. Das Hemmnis, einem Link zu folgen, ist wohl zu groß. Hätte ich selber wahrscheinlich auch nicht getan. Daher hier der Langtext. Den Link, für die herunterladbare pdf-Datei, gibt es weiterhin unter https://jaguste.lima-city.de/images/Freigeisterhaus/wirksames%20Mittel%20gegen%20Mietwucher.pdf .

Viel Spaß beim Lesen und vielleicht hilft es ja, die Mieten für alle bezahlbar zu machen:

wirksames Mittel gegen Mietwucher

Wenn man die aktuelle Diskussion über die Mieten in Deutschland verfolgt, hat man den Eindruck, dass 80 Millionen Menschen in Deutschland vom Mietwucher heimgesucht werden und die monatliche Mietzahlung alle Einwohner Deutschlands an den Rand der Existenz bringt. Das ist natürlich bei Weitem nicht der Fall. Unbestritten ist, dass es natürlich Gruppen gibt, welche für die Miete einen wesentlichen Teil ihres Einkommens ausgeben und bei denen das aktuelle Mietniveau daher existenzbedrohend ist. Dies sind unter anderem junge Menschen, welche sich im Job erst finden müssen, gleichzeitig erstmalig eine Wohnung beziehen und auch noch Kinder großziehen. Sie steigen neu in den Wohnungsmarkt ein und müssen einen Großteil ihres relativ geringen Einkommens für die Miete ausgeben. Auf der anderen Seite des Spektrums stehen ältere Menschen. Dies haben oftmals einen langjährigen Job, gute Einkommen und steinalte Mietverträge. Sie benötigen daher einen wesentlich geringeren Anteil ihres Einkommens für die Miete. Das Verhältnis von Einkommen zur Miete ist nicht nur regional unterschiedliche ausgeprägt, sondern innerhalb der Regionen auch unterschiedlich zwischen den einzelnen Personengruppen verteilt.

Diese ungleiche Verteilung des Verhältnisses zwischen Einkommen und Mietausgaben zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen könnte ein Schlüssel sein, um bezahlbare Mieten für alle zu erreichen. Denn die erreicht man nicht mit einer Mietpreisbremse. Jeder logisch denkende Mensch weiß, dass diese nicht funktionieren kann. Durch die Deckelung der Mieten in den Großstädten wird die Investitionsbereitschaft und der Wohnungsneubau verhindert. Damit reduziert sich das Wohnungsangebot und die Mieten gehen durch die Decke. Eine Verstaatlichung der Wohnungen hätte den gleichen Effekt. Da kein öffentliches Geld für wirksamen Wohnungsneubau vorhanden ist, würde das Problem nur noch schneller anwachsen, als bei einer Mietpreisbremse. Bezahlbare Mieten erreicht man nur, wenn das Angebot schneller wächst, als die Nachfrage.

Wie kann man das nun erreichen? Mit Sicherheit nicht dadurch, dass man den bedürftigen Mietern Mietzuschüsse gewährt. Wie bei der Mietpreisbremse oder Verstaatlichung schafft das keine einzige neue Wohnung. Was wirklich helfen würde, ist eine Mietabgabe von Mietern, wo das Mieten-Einkommen-Verhältnis einen bestimmten Wert unterschreitet. Wer beispielsweise weniger als 15% seines Einkommens für die Miete ausgibt, zahlt die Differenz an eine Fördergesellschaft, beispielsweise den Staat. Bevor jetzt das große Geschrei anfängt, möchte ich Ihnen nachfolgend die Vorteile dieses Systems aufzeigen.

Der erste Vorteil ist sofort ersichtlich. Mit dieser Mietausgleichszahlungen ist Geld verfügbar, welches ausschließlich für den öffentlichen Wohnungsbau genutzt werden kann. Das fördert den öffentlichen Wohnungsbau, steigert damit das Angebot an bezahlbaren Wohnraum und senkt damit langfristig die Mieten für alle.

Nun fügt man noch ein zweiten Baustein in dieses Mietsenkungsprogramm ein. Besitzer von selbstgenutzten Wohneigentum brauchen keine Mietausgleichszahlung zahlen. Diese Zahlungen sind nur von den Personen zu leisten, welche, im Verhältnis zu ihrer Miete, ein hohes Einkommen haben. Wer diese Mietausgleichs-zahlung an den Staat nicht leisten will, hat damit die Möglichkeit, sich durch Kauf oder Bau einer Eigentumswohnung dem System zu entziehen. Dies hat gleich zwei positive Effekte. Es wird privater Wohnungsbau gefördert und es werden Mietwohnungen, oftmals mit langen und damit günstigen Mietverträgen, frei. Diese Maßnahme steigert nochmals das Wohnungsangebot und senkt gleichfalls nachhaltig die Mieten für alle Mieter.

Abschließend kann man durch eine örtliche Verteilung des Grenzwertes, ab wann die Mietausgleichszahlung zu leisten ist, den Zuzug in die Ballungsräume steuern. Dort könnte man den Wert höher ansetzen, als auf dem Land und damit die Bevölkerungsverteilung steuern.

Wenn man abschließend noch den Prozentwert regelmäßig hochsetzt, ab wann die Mietausgleichszahlung zu leisten ist, kann sich die Bevölkerung langfristig darauf einstellen. Wenn man zum Beispiel mit 15% Mietzahlung im Verhältnis zum Einkommen anfängt und diesen Wert jedes Jahr um 0,5% erhöht, kann man sich ungefähr vorstellen, ab wann man selber davon betroffen ist. Nun hat man langfristig die Möglichkeit, sich durch Planung und Erwerb einer Eigentumswohnung diesem System zu entziehen. Oder man entscheidet sich alternativ, dass man sich durch Zahlung dieser Mietausgleichszahlung an einer gerechteren Verteilung der Mieten für alle beteiligt.

Wie kann man nun das Verhältnis Miete zu Einkommen ermitteln? Ein Vorschlag wäre, dass jeder erst mal pauschal z.B. 5% seines Einkommens bezahlt, bis er durch Vorlage des Steuerbescheids aller in der Wohnung gemeldeter Personen und Vorlage des zugehörigen Mietvertrages das Gegenteil nachweist. Alternativ muss er nachweisen, dass er in seiner eigenen Wohnung wohnt und damit aus dem System rausfällt. Sicher, es ist bürokratischen Aufwand. Ganz ohne Aufwand werden wir das Mietenproblem jedoch nicht lösen können. Zur Berechnung der Ausgleichszahlung fällt unseren Finanzbeamten aber sicherlich noch was kreatives ein.

Abschließend ist festzustellen: In diesem System unterstützen die Starken die Schwachen durch Zahlung einer Mietausgleichszahlung. Damit steigt das Angebot an öffentlichen und damit bezahlbaren Wohnungen für alle. Die ganz Starken machen Mietwohnungen frei, in dem sie in eine eigenfinanzierte Wohnung ziehen und damit den Mietmarkt entlasten. Das System ist gerecht, finanzierbar und hochwirksam.

Weitere Ideen von Bernd Jaguste finden Sie auf https://jaguste.lima-city.de/
Berlin, 12. Mai 2019
Bernd Jaguste
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Bernd Jaguste
registrierter User



Anmeldungsdatum: 11.01.2006
Beiträge: 276
Wohnort: Berlin

Beitrag(#2184255) Verfasst am: 21.07.2019, 12:03    Titel: Antworten mit Zitat

step hat folgendes geschrieben:
Haha, "15% vom Netto unterschreitet" ist wirklich lustig. Auf wen das zutrifft, der wohnt wohl kaum zur Miete, höchstens als Tourist! Zudem wäre die von Dir vorgeschlagene Mietausgleichszahlung im Prinzip nichts anderes als eine progressive Steuer für Mieter. Wenn Wohnungskäufer keine Abgabe zahlen müssen, kurbelt das zwar den Wohnungskauf (und die Banken und die Makler) an, aber führt doch in Ballungszentren bekanntermaßen zu Umwandlungen von Miet- in Eigentumswohnungen, die sich wieder nur Wenige leisten können.


Hallo Step,

ja, 15% ist nicht viel. Der Wert, ab wann man bezahlen muss, sollte ja auch jährlich steigen. Über den Einstiegswert muss natürlich öffentlich diskutiert werden. Dafür gibt es aber Politiker. Wie Du der Grafik in meiner pdf-Datei entnehmen kannst, zahlen die große Teile der Bevölkerung ca. 17% ihres Nettoeinkommens für die Miete und müssten bei einem Einstiegswert von 15% somit noch nichts bezahlen.

Und ja, ob man das Mietausgleichszahlung oder progressive Steuer für Mieter nennt, ist egal. Bezahlbarer Wohnraum für alle ist nicht für Null zu bekommen. Auch wenn die Politiker mit der Mietpreisbremse uns was anderes versprechen. Du bist intelligent. Du weißt, dass das Geld kosten muss.

Und ja, es werden Wohnungen umgewandelt. Das hat aber zur Folge, dass Geld ins System kommt. Und ein Großteil des Geldes wird dafür verwandt, neue Wohnungen zu bauen. Und nur durch die Angebotssteigerung kann die Nachfrage und damit die Miete gesenkt werden. Ohne Geld geht es nicht.

Viele Grüße sendet
Bernd Jaguste
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen   Drucker freundliche Ansicht    Freigeisterhaus Foren-Übersicht -> Kultur und Gesellschaft Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.



Disclaimer / Impressum


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group