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Von Gutmenschen und Political Correctness
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Kramer
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Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 30865

Beitrag(#2242771) Verfasst am: 17.02.2021, 22:46    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:

Möglich. DIe Frage ist nur, warum sie sich nicht mehr repräsentiert gefühlt haben: Weil ihre sozialen Interessen nicht hinreichend beachtet werden oder weil sie vom Rassismus als Ersatz für die Beachtung sozialer Interessen nicht lassen wollen?
Wahrscheinlich beides, aber Sinn macht die "Alternative" Trump eigentlich nur für das zweite.

Zitat richtig zugeordnet. astarte
Das klingt für mich zu sehr danach, als gäbe es nur diese zwei Alternativen, und nichts dazwischen und nichts jenseits davon. Dabei ist es doch durchaus plausibel anzunehmen, dass es auch solche gab, die durch die rassistische Propaganda der Trumpisten ihren eigenen Rassismus (wieder)entdeckt haben.

Die Frage ist doch, was die Grundursache und was das Resultat ist. Ist das Bedürfnis nach Rassismus die Ursache dafür, Menschen anderer Herkunft zu Sündenböcken zu machen? Oder ist das Bedürfnis nach einem Sündenbock die Ursache für rassistische Diskriminierungen?


Zitat:
Kramer hat folgendes geschrieben:
Geht die Entwicklung in Richtung Abschaffung der Diskriminierung oder nicht eher in Richtung Austausch der diskriminierten Gruppen? Und war die Folge davon wirklich weniger Rassismus oder mehr?

Die diskriminierten Gruppen werden nicht ausgestauscht, denn Antirassismus bedeutet nun mal (abgesehen von den erwähnten Ausnahmen der Black Supremacists) keine Diskriminierung von Weißen, sondern einen Abbau von Benachteiligungen.


Wenn Antirassismus dazu führt, dass die Interessen unterprivilegierter weisser Schichten sich hinter denen unterprivilegierter PoC anstellen müssen, dann ist es meiner Ansicht nach nicht weiter verwunderlich, wenn die Betroffenen irgendwann anfangen, sich diskriminiert zu fühlen.
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tillich (epigonal)
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Anmeldungsdatum: 12.04.2006
Beiträge: 18742

Beitrag(#2242772) Verfasst am: 17.02.2021, 23:14    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
Wenn Antirassismus dazu führt, dass die Interessen unterprivilegierter weisser Schichten sich hinter denen unterprivilegierter PoC anstellen müssen, dann ist es meiner Ansicht nach nicht weiter verwunderlich, wenn die Betroffenen irgendwann anfangen, sich diskriminiert zu fühlen.

Das hört sich jetzt so an, als gäbe es MedicAid/MediCare, Lebensmittelhilfe, Wohnungshilfe oo.Ä., was immer es in den damit eher schwach ausgestatteten USA an Hilfen für Arme gibt, speziell oder besser für PoC gäbe. Und das, mit Verlaub, ist mE Unsinn. Eher ist ja immer noch das Gegenteil der Fall, dass arme, schwarze Wohnviertel schlechtere Schulen, schlechtere Gesundheitsversorgung, schlechtere Infrastruktur etc.pp. haben; und ja, das gilt auch für arme, weiße Viertel, aber mW für die schwarzen eben immer noch härter.

Maximal gibt es affirmative action bei Bildung und bei einigen Jobs vielleicht bevorzugte Einstellung bei gleicher Eignung (!), was ja aber nicht mehr ist, als ein Auisgleich dafür, dass es ohne das idR andersrum läuft.

Insofern halte ich diese Rede von "hinten anstellen" für Quatsch, der gefühlt darin gründet, dass eine Vorrangstellung weniger gilt. Und natürlich, diesen Quatsch muss man dadurch bekämpfen, dass man eben für alle Armen was tut und nicht nur die rassistische Diskriminierung bekämpft.
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tillich (epigonal)
hat Spaß



Anmeldungsdatum: 12.04.2006
Beiträge: 18742

Beitrag(#2242773) Verfasst am: 17.02.2021, 23:26    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Die haben nicht Trump gewählt, weil sie sich von dem wirklich versprechen, dass der ihre Interessen vertritt oder weil sie Rassisten sind, sondern weil sie sich von denen, die eigentlich ihre Interessen vertreten müssten, im Stich gelassen fuehlen und sie ihnen so den Mittelfinger zeigen konnten. Frei nach dem Motto: "Wenn Ihr Euch als Interessenvertreter aller Benachteiligten ausser uns gebärdet, dann wählen wir halt welche, die behaupten nur die Interessen von uns weissen Männern gegen alle anderen zu vertreten. Schaden kann uns das zumindest nicht mehr als Euere Fixierung auf alle anderen ausser uns."

Du sagst also im Kern, dass Trump-Wähler Idioten und Arschlöcher sind. Ja nun, das ist aber nicht mehr als eine Tautologie und kein Grund dafür, entsprechenden Ansichten nachzukommen.

beachbernie hat folgendes geschrieben:
So kommt das naemlich rueber, wenn man Obdachlosigkeit, Armut, Drogensucht, Kriminalität etc. fast schon zwanghaft mit Rassismus erklaeren will und ansonsten viel von "white privilege" faselt und dass zu viel "whiteness" und "toxic masculinity" die Ursache fuer so ziemlich alle Probleme dieser Welt waere.

Dass diese Probleme ausschließlich durch Rassismus verursacht wären, ist natürlich Quatsch, aber Rassismus oder seine Folgen tragen ebenso klar ein gerüttelt Maß dazu bei. Und deswegen, ja, man muss auch von anderen Diskriminierungen reden als von Rassismus und eine gute Sozialpolitik machen, aber das ist schlicht überhaupt kein Grund, sich beim Thema Rassismus von den Rassisten vorschreiben zu lassen, wie man über Rassismus redet.

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Man macht es mit den diversen linken Sprechblasen den rechten Rattenfaengern viel zu leicht sich als die eigentlichen Fürsprecher des kleinen weissen Mannes zu präsentieren und auch wenn die rassistisch sind, so kann der sich von denen wenigstens versprechen, dass sie ihm die Konkurrenz durch Immigranten und "Andersfarbige" vom Hals halten, wenn schon sonst nichts getan wird fuer sie. Dieses Narrativ spricht viele, insbesondere ungebildete, weisse Unterschichtsamis an und das wird sich auch nicht aendern, solange abgehobene und weithin unverständliche Rassismus- oder auch Genderdebatten den linken Diskurs so dominieren wie dies gegenwärtig der Fall ist.

Gegen die (angebliche und angeblich schädliche) Dominanz solcher Debatten kann man am einfachsten etwas unternehmen, indem man die Debatten stark macht, die man für zu wenig berücksichtigt hält. Nur immer zu, ich würde das begrüßen.
Was ich immer noch nicht verstehe, ist, wie es helfen soll, den Rassisten Recht zu geben.
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Kramer
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Anmeldungsdatum: 01.08.2003
Beiträge: 30865

Beitrag(#2242775) Verfasst am: 17.02.2021, 23:35    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
(...) das ist schlicht überhaupt kein Grund, sich beim Thema Rassismus von den Rassisten vorschreiben zu lassen, wie man über Rassismus redet.


Das klingt zunächst einleuchtend. Allerdings... wenn man nur so über Rassismus redet, wie es Antirassisten gerne hören, dann werden auch nur Antirassisten zuhören. Ich glaube, wenn man bei Rassisten etwas bewirken will, dann muss man in den sauren Apfel beissen und auf eine Art und Weise mit ihnen sprechen, die bei ihnen ankommt.
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beachbernie
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Anmeldungsdatum: 16.04.2006
Beiträge: 45759
Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2242777) Verfasst am: 17.02.2021, 23:44    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Die haben nicht Trump gewählt, weil sie sich von dem wirklich versprechen, dass der ihre Interessen vertritt oder weil sie Rassisten sind, sondern weil sie sich von denen, die eigentlich ihre Interessen vertreten müssten, im Stich gelassen fuehlen und sie ihnen so den Mittelfinger zeigen konnten. Frei nach dem Motto: "Wenn Ihr Euch als Interessenvertreter aller Benachteiligten ausser uns gebärdet, dann wählen wir halt welche, die behaupten nur die Interessen von uns weissen Männern gegen alle anderen zu vertreten. Schaden kann uns das zumindest nicht mehr als Euere Fixierung auf alle anderen ausser uns."

Du sagst also im Kern, dass Trump-Wähler Idioten und Arschlöcher sind. Ja nun, das ist aber nicht mehr als eine Tautologie und kein Grund dafür, entsprechenden Ansichten nachzukommen.


Das interpretierst Du da rein. Gesagt habe ich was dasteht.




tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
So kommt das naemlich rueber, wenn man Obdachlosigkeit, Armut, Drogensucht, Kriminalität etc. fast schon zwanghaft mit Rassismus erklaeren will und ansonsten viel von "white privilege" faselt und dass zu viel "whiteness" und "toxic masculinity" die Ursache fuer so ziemlich alle Probleme dieser Welt waere.

Dass diese Probleme ausschließlich durch Rassismus verursacht wären, ist natürlich Quatsch, aber Rassismus oder seine Folgen tragen ebenso klar ein gerüttelt Maß dazu bei. Und deswegen, ja, man muss auch von anderen Diskriminierungen reden als von Rassismus und eine gute Sozialpolitik machen, aber das ist schlicht überhaupt kein Grund, sich beim Thema Rassismus von den Rassisten vorschreiben zu lassen, wie man über Rassismus redet.



Ob das Quatsch ist oder nicht, ist egal. Entscheidend ist wie das bei den Leuten rueberkommt. Deshalb musst Du das denen erklaeren und nicht mir. Das dürfte Dir allerdings schwerfallen, weil Du deren Sprache nicht sprichst und auch gar nicht sprechen willst. Das ist Teil des Problems, das ich mal als "the great disconnect" bezeichnen will und das die Wurzel dessen bildet, was hier schiefgeht.



tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Man macht es mit den diversen linken Sprechblasen den rechten Rattenfaengern viel zu leicht sich als die eigentlichen Fürsprecher des kleinen weissen Mannes zu präsentieren und auch wenn die rassistisch sind, so kann der sich von denen wenigstens versprechen, dass sie ihm die Konkurrenz durch Immigranten und "Andersfarbige" vom Hals halten, wenn schon sonst nichts getan wird fuer sie. Dieses Narrativ spricht viele, insbesondere ungebildete, weisse Unterschichtsamis an und das wird sich auch nicht aendern, solange abgehobene und weithin unverständliche Rassismus- oder auch Genderdebatten den linken Diskurs so dominieren wie dies gegenwärtig der Fall ist.

Gegen die (angebliche und angeblich schädliche) Dominanz solcher Debatten kann man am einfachsten etwas unternehmen, indem man die Debatten stark macht, die man für zu wenig berücksichtigt hält. Nur immer zu, ich würde das begrüßen.


Das versuche ich ja, aber ich scheine damit bei Leuten wie Dir nicht durchzudringen. Die beharren weiter darauf die falschen Prioritäten zu setzen. Ich kann nur ohnmächtig dabei zuschauen wie Ihr Euch innerhalb der politischen Linken durchsetzt und dabei die Machtperspektive der politischen Linken insgesamt zerstoert. Aber was klage ich. Die Zeche der vergebenen Chance auf eine gerechtere Welt werden letztlich jüngere als ich bezahlen muessen. Ich habe nichts mehr zu befürchten. Sehr schade ist es allerdings schon wie leichtfertig vieles von dem, was in den vergangenen Jahrzehnten erreicht wurde, heute verspielt zu werden droht.


tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
ich immer noch nicht verstehe, ist, wie es helfen soll, den Rassisten Recht zu geben.



Ich gebe den Rassisten doch gar nicht recht. Ich versuche Dir lediglich zu erklaeren, weshalb die Rassisten derzeit so leichtes Spiel haben in eigentlich linken Wählerschichten zu wildern. Die wissen halt instinktiv wie sie den "great disconnect" fuer ihre Absichten ausnutzen zu koennen. Ich wollte das waere anders.
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Kramer
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Beiträge: 30865

Beitrag(#2242778) Verfasst am: 17.02.2021, 23:44    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
Wenn Antirassismus dazu führt, dass die Interessen unterprivilegierter weisser Schichten sich hinter denen unterprivilegierter PoC anstellen müssen, dann ist es meiner Ansicht nach nicht weiter verwunderlich, wenn die Betroffenen irgendwann anfangen, sich diskriminiert zu fühlen.

Das hört sich jetzt so an, als gäbe es MedicAid/MediCare, Lebensmittelhilfe, Wohnungshilfe oo.Ä., was immer es in den damit eher schwach ausgestatteten USA an Hilfen für Arme gibt, speziell oder besser für PoC gäbe. Und das, mit Verlaub, ist mE Unsinn. Eher ist ja immer noch das Gegenteil der Fall, dass arme, schwarze Wohnviertel schlechtere Schulen, schlechtere Gesundheitsversorgung, schlechtere Infrastruktur etc.pp. haben; und ja, das gilt auch für arme, weiße Viertel, aber mW für die schwarzen eben immer noch härter.


Weiss ich nicht. Was ich aber weiss: Wenn es Menschen dreckig geht, dann hilft es ihnen kein Stück, wenn man sie darauf hinweist, dass es Menschen gibt, denen es noch dreckiger geht. Und man gewinnt solche Menschen nicht für sich, wenn man sie als "Deplorables", Idioten oder Arschlöcher tituliert. Und ihnen ein Buch zu schenken, in denen Antirassismus für Kleinkinder erklärt wird, ist auch nicht gerade ein einladender Gesprächseinstieg.
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tillich (epigonal)
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Beiträge: 18742

Beitrag(#2242781) Verfasst am: 18.02.2021, 00:09    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Gegen die (angebliche und angeblich schädliche) Dominanz solcher Debatten kann man am einfachsten etwas unternehmen, indem man die Debatten stark macht, die man für zu wenig berücksichtigt hält. Nur immer zu, ich würde das begrüßen.

Das versuche ich ja, aber ich scheine damit bei Leuten wie Dir nicht durchzudringen. Die beharren weiter darauf die falschen Prioritäten zu setzen. Ich kann nur ohnmächtig dabei zuschauen wie Ihr Euch innerhalb der politischen Linken durchsetzt und dabei die Machtperspektive der politischen Linken insgesamt zerstoert.

Nein, genau das tust und versuchst du hier gerade nicht. Ich sehe dich hier ständig gegen Rassismus- und Sexismus-Debatten stänkern, weil die angeblich schädlich seien; du versuchst also diese Debatten zu delegitimieren und zu schwächen.
Dass du mal Armuts-Debatten angestoßen oder intensiviert hättest, also solche Debatten stärken würdest, sehe ich dagegen kaum oder gar nicht (du kannst mich natürlich gerne korrigieren, wenn ich das falsch wahrnehme).

Fast das einzige, was mir an Armutsdebatten von dir in Erinnerung ist, ist, dass es für die Armen doch super wäre, Aktien zu kaufen. Wenn du meinst, dass abgehängte Arbeitslose und Arbeiter:innen sich davon weniger verarscht fühlen ...
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Beitrag(#2242783) Verfasst am: 18.02.2021, 00:18    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
Wenn es Menschen dreckig geht, dann hilft es ihnen kein Stück, wenn man sie darauf hinweist, dass es Menschen gibt, denen es noch dreckiger geht.

Richtig. Deswegen habe ich ja auch nur ungefähr veirundzwölfzigmal geschrieben, dass man eine Sozial-, Wirtschafts- und Finanzpolitik zugunsten derer machen sollte, denen es wirtschaftlich dreckig geht. Ich verstehe nur nicht, warum man dafür gegen eine Politik polemisieren sollte, die sich für Leute einsetzt, denen es in anderer Hinsicht dreckig geht.

Kramer hat folgendes geschrieben:
Und man gewinnt solche Menschen nicht für sich, wenn man sie als "Deplorables", Idioten oder Arschlöcher tituliert.

Tut mir Leid, aber wenn ein weißer, wirtschaftlich benachteiligter Mensch glaubt, Extremkapitalisten wie Trump und die Republikaner zu wählen wäre gut für ihn, weil die zumindest die Konkurrenz durch PoC verringerten, ist der nun mal ein Idiot. Und wenn jemand ausgemachte Rassisten wählt, bloß um anderen den Mittelfinger zu zeigen, ist der nun mal ein Arschloch. Würde ich öffentlich oder mit solchen Leuten persönlich reden, würde ich das anders ausdrücken - aber ich kann doch hier mal klare Worte wählen.
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beachbernie
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Anmeldungsdatum: 16.04.2006
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Wohnort: Haida Gwaii

Beitrag(#2242789) Verfasst am: 18.02.2021, 01:12    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Gegen die (angebliche und angeblich schädliche) Dominanz solcher Debatten kann man am einfachsten etwas unternehmen, indem man die Debatten stark macht, die man für zu wenig berücksichtigt hält. Nur immer zu, ich würde das begrüßen.

Das versuche ich ja, aber ich scheine damit bei Leuten wie Dir nicht durchzudringen. Die beharren weiter darauf die falschen Prioritäten zu setzen. Ich kann nur ohnmächtig dabei zuschauen wie Ihr Euch innerhalb der politischen Linken durchsetzt und dabei die Machtperspektive der politischen Linken insgesamt zerstoert.

Nein, genau das tust und versuchst du hier gerade nicht. Ich sehe dich hier ständig gegen Rassismus- und Sexismus-Debatten stänkern, weil die angeblich schädlich seien; du versuchst also diese Debatten zu delegitimieren und zu schwächen.
Dass du mal Armuts-Debatten angestoßen oder intensiviert hättest, also solche Debatten stärken würdest, sehe ich dagegen kaum oder gar nicht (du kannst mich natürlich gerne korrigieren, wenn ich das falsch wahrnehme).

Fast das einzige, was mir an Armutsdebatten von dir in Erinnerung ist, ist, dass es für die Armen doch super wäre, Aktien zu kaufen. Wenn du meinst, dass abgehängte Arbeitslose und Arbeiter:innen sich davon weniger verarscht fühlen ...


Sorry, dass ich nicht entlang der von Dir vergebenen ideologischen Praemissen argumentiere, aber das kann ich nicht. Dazu bin ich zu ehrlich.

Und wenn Du nicht verstehst, wofür ich einstehe und was ich konkret vorschlage, dann kann ich Dir auch nicht helfen. Jedenfalls isses das Zerrbild, das Du Dir von meinen Vorschlägen machst, gerade nicht.

Ich erkenne demgegenueber sehr wohl, dass Du weder praktikable Vorschläge dafuer hast wie man Rassismus noch wie man Armut überwinden kann. Hier wie dort arbeitest Du Dich an Nebenschauplaetzen ab und gehst die eigentlichen Probleme entweder gar nicht oder falsch an. Wenn Du meine Reaktionen darauf als "Staenkerei" abtust, dann zeigt dies nur wie wenig Du begriffen hast wie gesellschaftlicher Fortschritt funktioniert und vor allem, dass der von unten kommen muss und auf die Initiative von vielen Einzelnen angewiesen ist.

Du kannst Dich gerne ueber meine schon länger gemachten Vorschläge lustig machen, die zum Einen manchem (Dass die wirklich allen helfen koennten, habe ich dabei nie behauptet und damit mein Eintreten fuer einen starken Sozialstaat fuer die, die durch alle Raster fallen, begründet) helfen koennen seine persoenlichen wirtschaftlichen Probleme zu loesen und insgesamt unterm Strich geeignet sind wenigstens etwas mehr Verteilungsgerechtigkeit herzustellen. Aber solange Du selbst keine besseren Vorschläge dafuer zu bieten hast, wirkt das irgendwie hohl.

Was hättest Du mir denn vor 30 Jahren konkret vorgeschlagen wie ich mich aus meinen prekaeren wirtschaftlichen Umstaenden befreien soil? Zwar mit abgeschlossenem Hochschulstudium aber ohne jede Aussicht auf einen festen Job, nur mit zeitweiligen Jobs, zumeist deutlich unter meinem Qualifikationsniveau? Praktisch ohne finanzielle Rücklagen? Und ohne meine Eltern anzubaggern?

Ich habe damals eine Antwort gefunden und jetzt bin ich gespannt auf Deine. Smilie

Vielleicht eine sozialdemokratische Antwort wie sie mir damals ungut aufgefallen ist? "Haare schneiden lassen, rasieren und dann 'nen Job suchen gehen"? Sehr glücklich
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Zumsel
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Anmeldungsdatum: 08.03.2005
Beiträge: 4128

Beitrag(#2242823) Verfasst am: 18.02.2021, 12:01    Titel: Antworten mit Zitat

smallie hat folgendes geschrieben:
Stell dir vor, du hättest zu Zeiten Kants gelebt. Damals dachte man, die Erde sei 6000 Jahre alt,...


Na ja, das nun nicht unbedingt zwinkern

https://de.wikipedia.org/wiki/Kant-Laplace-Theorie
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smallie
resistent!?



Anmeldungsdatum: 02.04.2010
Beiträge: 3347

Beitrag(#2242840) Verfasst am: 18.02.2021, 13:46    Titel: Antworten mit Zitat

AdvocatusDiaboli hat folgendes geschrieben:
Der Autor Ibram X. Kendi ist so etwas wie ein aufgehender Star der intellektuellen Antirassismus-Szene, der aber auch heftigen Gegenwind erfährt, ...

Ein bisschen Kendi-Original-Ton.

In einem Gespräch hat er auf die Frage, was denn antirassisitsch sei, nur eine banale und zirkuläre Antwort. (Warnung: das folgende ist nicht lesenswert, außer aus forensischen Gründen.)

Ibram X. Kendi hat folgendes geschrieben:

Frage: Erklären Sie das Konzept des Anti-Rassismuses.

Antwort: Ich denke also, dass wir in erster Linie dazu gebracht wurden, zu glauben, dass die Art des Gegensatzes zwischen rassistisch und nicht rassistisch ist. Ich bin sicher, Sie haben schon jemanden sagen hören: "Ich bin kein Rassist". Hat das schon mal jemand gehört? Und wenn jemand zu mir sagt: "Ich bin nicht rassistisch", dann antworte ich typischerweise, na ja, was ist nicht rassistisch, was bedeutet es, nicht rassistisch zu sein im Gegensatz zu rassistisch, und typischerweise haben die Leute über diese Frage noch nie wirklich nachgedacht.

Und es ist auch so, dass die Leute typischerweise nicht einmal definieren können, was rassistisch ist, und typischerweise wird das Konzept des Nicht-Rassismus wirklich aktiv verleugnet, und wenn also der Gegensatz von rassistisch nicht nicht-rassistisch ist - hat das Sinn gemacht? - Es ist antirassistisch, und wenn wir also den Kontrast verstehen, und ich spreche wirklich über den Kontrast, weil es schwer zu verstehen ist, was es bedeutet, antirassistisch zu sein, ohne zu verstehen, was es bedeutet, rassistisch zu sein.

Aber, wissen Sie, die antirassistische Idee behauptet, dass die rassischen Gruppen gleich sind, rassistische Ideen behaupten, dass bestimmte rassische Gruppen überlegen oder minderwertig sind, besser oder schlechter als andere. Rassistische Politik führt zu rassischer Ungleichheit, antirassistische Politik führt zu rassischer Gleichheit. Rassistische Menschen sind Menschen, die rassistische Ideen ausdrücken oder rassistische Politiken mit ihrem Handeln oder sogar Untätigkeit unterstützen, und ich sage Untätigkeit, denn wenn man angesichts rassistischer Politiken nichts tut, dann hält man im Wesentlichen, da rassistische Politiken mehr oder weniger die Norm sind, diese Norm des Rassismus aufrecht, während antirassistisch ist, wer antirassistische Ideen ausdrückt oder antirassistische Politiken mit seinem Handeln unterstützt.

Frage: können Sie ein Beispiel nennen für anti-rassistische Politik?

Antwort: Sicher ... Reparationszahlungen.


https://www.youtube.com/watch?v=TzuOlyyQlug

Das waren die ersten dreieinhalb Minuten aus dem 55 min Video. Länger habe ich nicht geschaut, denn der "aufgehende Star der intellektuellen Antirassismus-Szene" ist ein fürchterlicher Schwafler.

(Zur "Gleichheit" sollte ich noch was sagen, am Besten in einer Antwort an tillich.)
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Zuletzt bearbeitet von smallie am 18.02.2021, 14:18, insgesamt einmal bearbeitet
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vrolijke
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Anmeldungsdatum: 15.03.2007
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Wohnort: Stuttgart

Beitrag(#2242844) Verfasst am: 18.02.2021, 14:00    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:

Ich habe damals eine Antwort gefunden und jetzt bin ich gespannt auf Deine. Smilie

Vielleicht eine sozialdemokratische Antwort wie sie mir damals ungut aufgefallen ist? "Haare schneiden lassen, rasieren und dann 'nen Job suchen gehen"? Sehr glücklich

Nur so am Rande:
Ich habe das damals nicht mal als so falsch angesehen.
Es kommt immer drauf an, was man im Leben möchte.
Ich komme aus ein Milieu, wo eigenes Geld verdienen eine ziemliche Priorität hatte.
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Glück ist kein Geschenk der Götter; es ist die Frucht der inneren Einstellung.
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tillich (epigonal)
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Beiträge: 18742

Beitrag(#2242850) Verfasst am: 18.02.2021, 16:41    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Sorry, dass ich nicht entlang der von Dir vergebenen ideologischen Praemissen argumentiere, aber das kann ich nicht. Dazu bin ich zu ehrlich.

Das musst du nicht, und ich habe es auch nicht verlangt (und das zu behaupten, ist nicht besonders ehrlich).
Aber wenn du behauptest, du würdest, wie ich es vorschlug, "die Debatten stark mach[en], die man für zu wenig berücksichtigt hält", dann ist auch das einfach nicht ehrlich, weil du nun mal einen erheblichen Teil deiner Teilnahme hier im Gegenteil darauf verwendest, andere Debatten zu delegitimieren. (Und dieses Delegitimieren ist etwas anderes, als in der Debatte eine andere Position zu beziehen: Du sagst ja idR nicht, dass an dieser Stelle jene antirassistische Position nicht überzeugend sei, sondern dass "die Linke" zu viel über Rassismus rede.)
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smallie
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Beitrag(#2242851) Verfasst am: 18.02.2021, 16:47    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Reiner Bullshit ist es dagegen mE, Antirassismus als Rassismus zu verunglimpfen (bis auf die genannten Ausnahmen). Sorry, aber das ist Kindergarten a la "Ätschibätschi, selber!".

Ist kein Kindergarten. Beispiel:

Die Schwarzen sind an den Universitäten unterrepräsentiert. Also erleichtert man ihnen den Zugang, in dem man für sie die Anforderungen lockert. Das geht auf Kosten der US-Asiaten, die an den Universitäten überrepräsentiert sind.

Wie würdest du dich fühlen, wenn du als US-Asiate keinen Elite-Studienplatz bekommst, weil der repräsentative Asiaten-Anteil überschritten ist?

Kendi sagte:

    die antirassistische Idee behauptet, dass die rassischen Gruppen gleich sind

Was meint er damit?

Vor dem Gesetz gleich? Meint er, sie müssen gleich behandelt werden? Das beißt sich mit affirmative action zu Lasten der US-Asiaten.
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Kramer
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Beiträge: 30865

Beitrag(#2242857) Verfasst am: 18.02.2021, 17:37    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Würde ich öffentlich oder mit solchen Leuten persönlich reden, würde ich das anders ausdrücken - aber ich kann doch hier mal klare Worte wählen.


Den Satz könnte ich mir auch gut von einem AFD-Politiker vorstellen, der gerade im Bierzelt eine Hetzrede über "linksversiffte Gutmenschen" hält.
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tillich (epigonal)
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Beiträge: 18742

Beitrag(#2242858) Verfasst am: 18.02.2021, 17:45    Titel: Antworten mit Zitat

Kramer hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Würde ich öffentlich oder mit solchen Leuten persönlich reden, würde ich das anders ausdrücken - aber ich kann doch hier mal klare Worte wählen.


Den Satz könnte ich mir auch gut von einem AFD-Politiker vorstellen, der gerade im Bierzelt eine Hetzrede über "linksversiffte Gutmenschen" hält.

Ja, wenn man vom Inhalt und seiner Begründung absieht Schulterzucken
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Kramer
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Beitrag(#2242860) Verfasst am: 18.02.2021, 17:48    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Würde ich öffentlich oder mit solchen Leuten persönlich reden, würde ich das anders ausdrücken - aber ich kann doch hier mal klare Worte wählen.


Den Satz könnte ich mir auch gut von einem AFD-Politiker vorstellen, der gerade im Bierzelt eine Hetzrede über "linksversiffte Gutmenschen" hält.

Ja, wenn man vom Inhalt und seiner Begründung absieht Schulterzucken


Das halte ich in diesem Kontext für nicht so entscheidend. Sobald ein Rassist, den Du im persönlichen Kontakt zivilisiert ansprichst, Wind davon bekommt, wie Du hinter seinem Rücken über ihn sprichst, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er Dich nicht mehr ernst nimmt.
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beachbernie
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Beitrag(#2242864) Verfasst am: 18.02.2021, 18:20    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Sorry, dass ich nicht entlang der von Dir vergebenen ideologischen Praemissen argumentiere, aber das kann ich nicht. Dazu bin ich zu ehrlich.

Das musst du nicht, und ich habe es auch nicht verlangt (und das zu behaupten, ist nicht besonders ehrlich).
Aber wenn du behauptest, du würdest, wie ich es vorschlug, "die Debatten stark mach[en], die man für zu wenig berücksichtigt hält", dann ist auch das einfach nicht ehrlich, weil du nun mal einen erheblichen Teil deiner Teilnahme hier im Gegenteil darauf verwendest, andere Debatten zu delegitimieren. (Und dieses Delegitimieren ist etwas anderes, als in der Debatte eine andere Position zu beziehen: Du sagst ja idR nicht, dass an dieser Stelle jene antirassistische Position nicht überzeugend sei, sondern dass "die Linke" zu viel über Rassismus rede.)


Ich sage nicht die Linke wuerde zuviel ueber Rassismus reden, sondern dass sie es in falschem Kontext und auf falsche Art und Weise tut, z.B. indem sie aktuell im Amiland praktisch alle gesellschaftlichen Probleme auf Rassismus zu reduzieren versucht, so wie es gerade gestern wieder ein Gast in Trevor Noahs "Daily Distancing Show" gemacht hat. (Zitat, soweit das mir erinnerlich ist: "All problems in our society have racism at their core")

Daneben thematisiere ich auch schon selbst mal Rassismus und zwar dort wo mann tatsaechlich ueber Rassismus reden muss, z.B. bei Hetze gegen Flüchtlinge und andere Immigranten, aktuell in Nordamerika bei tätlichen Übergriffen gegen asiatisch aussehende Mitbürger infolge der Corona-Pandemie und der hetzerischen Behauptung die waere "von Asiaten eingeschleppt" worden oder im Kontext von rassistischen Suprematsstaaten, die es leider immer noch gibt.

Was ich demgegenueber strikt als absolut kontraproduktiv ablehne ist z.B. der Kampf gegen Windm.......aehh "böse Woerter", dort wo er ueber die Ablehnung von konkreten Beleidigungen und Herabwürdigungen hinausgeht.
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DonMartin
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Beitrag(#2243246) Verfasst am: 21.02.2021, 21:06    Titel: Antworten mit Zitat

schau an, in BoJos Kleinbritannien hat man auch lichte Momente:
https://www.spiegel.de/kultur/grossbritannien-mit-einem-gesetz-gegen-cancel-culture-a-1a3181ea-183d-41df-aa66-add03a626a47
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jdf
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Beitrag(#2243266) Verfasst am: 21.02.2021, 22:37    Titel: Antworten mit Zitat

DonMartin hat folgendes geschrieben:
schau an, in BoJos Kleinbritannien hat man auch lichte Momente:
https://www.spiegel.de/kultur/grossbritannien-mit-einem-gesetz-gegen-cancel-culture-a-1a3181ea-183d-41df-aa66-add03a626a47


Dein Beitrag enthält nicht mehr als eine Schlagzeile aus dem Spiegel. Und wer dem Link folgt, findet einen Bezahlartikel. Es ist nicht möglich, auf dieser Grundlage sinnvoll zu diskutieren. Du wirst daher ermahnt, dich an die folgende Regel zu halten:

Forumsregeln 2.3, Absatz 6 hat folgendes geschrieben:
Links auf andere Webseiten sind in Diskussions-Threads nur als Quellenangabe zulässig. Daher sind Quellen zu zitieren oder zu transkribieren und auf die für die Diskussion relevanten Inhalte zu kürzen bzw. zutreffend zusammenzufassen; es muss möglich sein, einen Forumsbeitrag zu verstehen, ohne dem Link zur Quelle zu folgen. Autor oder Publikation sowie Titel der Quelle sind grundsätzlich im Beitrag zu nennen, sofern sie nicht aus der URL des Links hervorgehen.

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beachbernie
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Beitrag(#2243361) Verfasst am: 23.02.2021, 18:59    Titel: Antworten mit Zitat

Die "Antirassisten" entdecken die Mathematik:


Zitat:
......This tool provides teachers an opportunity to examine their actions, beliefs, and values around teaching math- ematics. The framework for deconstructing racism in mathematics offers essential characteristics of antiracist math educators and critical approaches to dismantling white supremacy in math classrooms by visibilizing the toxic characteristics of white supremacy culture (Jones and Okun 2001; dismantling Racism 2016) with respect to math. Building on the framework, teachers engage with critical praxis in order to shift their instructional be- liefs and practices towards antiracist math education. By centering antiracism, we model how to be antiracist math educators with accountability.....


...White supremacy culture shows up in math classrooms when the focus is on getting the “right” answer.
The concept of mathematics being purely objective is unequivocally false, and teaching it is even much less so. Up- holding the idea that there are always right and wrong answers perpetuate objectivity as well as fear of open conflict.....





https://equitablemath.org/wp-content/uploads/sites/2/2020/11/1_STRIDE1.pdf

https://equitablemath.org



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Bravopunk
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Beitrag(#2243362) Verfasst am: 23.02.2021, 19:09    Titel: Antworten mit Zitat

Ja. Klingt mal wieder bescheuert. Ich scheitere daran davon überrascht zu sein.
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tillich (epigonal)
hat Spaß



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Beitrag(#2243366) Verfasst am: 23.02.2021, 19:41    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde es immer schön, wenn sich jemand so intensiv und durchdacht mit Fachdidaktiken diverser Fächer beschäftigt und damit systematisch die Grundlagen und Prinzipien bestimmter fachdidaktischer Ideen beschreibt und ihre Auswirkungen auf die Praxis untersucht und diskutiert. Leider kann ich mich dabei nicht genau so dicht ausdrücken.
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beachbernie
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Beitrag(#2243370) Verfasst am: 23.02.2021, 20:03    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Ich finde es immer schön, wenn sich jemand so intensiv und durchdacht mit Fachdidaktiken diverser Fächer beschäftigt und damit systematisch die Grundlagen und Prinzipien bestimmter fachdidaktischer Ideen beschreibt und ihre Auswirkungen auf die Praxis untersucht und diskutiert. Leider kann ich mich dabei nicht genau so dicht ausdrücken.


Also ich halte diese Fachdidaktik hier fuer viel zu wenig durchdacht. Hier wird zuviel Wert darauf gelegt Rassismus und white supremacy im Mathematikunterricht zu dekonstruieren, sodass sehr leicht die mindestens genauso wichtige Aufgabe der Dekonstruktion der toxischen Maskulinitaet im Mathematikunterricht auf der Strecke bleibt. Ich finde das Ganze gehoert noch einmal im Lichte neuester Erkenntnisse der Genderforschung überarbeitet.
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tillich (epigonal)
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Beitrag(#2243378) Verfasst am: 23.02.2021, 20:49    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Ich finde es immer schön, wenn sich jemand so intensiv und durchdacht mit Fachdidaktiken diverser Fächer beschäftigt und damit systematisch die Grundlagen und Prinzipien bestimmter fachdidaktischer Ideen beschreibt und ihre Auswirkungen auf die Praxis untersucht und diskutiert. Leider kann ich mich dabei nicht genau so dicht ausdrücken.

Also ich halte diese Fachdidaktik hier fuer viel zu wenig durchdacht. Hier wird zuviel Wert darauf gelegt Rassismus und white supremacy im Mathematikunterricht zu dekonstruieren, sodass sehr leicht die mindestens genauso wichtige Aufgabe der Dekonstruktion der toxischen Maskulinitaet im Mathematikunterricht auf der Strecke bleibt. Ich finde das Ganze gehoert noch einmal im Lichte neuester Erkenntnisse der Genderforschung überarbeitet.

Du wirfst dem Material also vor, sich mit seinem Thema zu beschäftigen und nicht mit einem anderen. Das ist ein origineller Vorwurf und mindestens so durchdacht wie das, was du dem Material tatsächlich und nicht achsoironisch vorwirfst. Aber immerhin kannst du dich intensiver als mit einem Smilie damit auseinandersetzen, das ist schon mal nicht schlecht.

Und es ist schön zu wissen, dass jemand topinformiert ist, wenn der "konservative" (oder was man in den USA so nennt) Mob eine neue Sau durchs Dorf treibt.
Daumen hoch!
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beachbernie
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Beitrag(#2243384) Verfasst am: 23.02.2021, 21:48    Titel: Antworten mit Zitat

tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
tillich (epigonal) hat folgendes geschrieben:
Ich finde es immer schön, wenn sich jemand so intensiv und durchdacht mit Fachdidaktiken diverser Fächer beschäftigt und damit systematisch die Grundlagen und Prinzipien bestimmter fachdidaktischer Ideen beschreibt und ihre Auswirkungen auf die Praxis untersucht und diskutiert. Leider kann ich mich dabei nicht genau so dicht ausdrücken.

Also ich halte diese Fachdidaktik hier fuer viel zu wenig durchdacht. Hier wird zuviel Wert darauf gelegt Rassismus und white supremacy im Mathematikunterricht zu dekonstruieren, sodass sehr leicht die mindestens genauso wichtige Aufgabe der Dekonstruktion der toxischen Maskulinitaet im Mathematikunterricht auf der Strecke bleibt. Ich finde das Ganze gehoert noch einmal im Lichte neuester Erkenntnisse der Genderforschung überarbeitet.

Du wirfst dem Material also vor, sich mit seinem Thema zu beschäftigen und nicht mit einem anderen. Das ist ein origineller Vorwurf und mindestens so durchdacht wie das, was du dem Material tatsächlich und nicht achsoironisch vorwirfst. Aber immerhin kannst du dich intensiver als mit einem Smilie damit auseinandersetzen, das ist schon mal nicht schlecht.

Und es ist schön zu wissen, dass jemand topinformiert ist, wenn der "konservative" (oder was man in den USA so nennt) Mob eine neue Sau durchs Dorf treibt.
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Nenne mir bitte ein nachvollziehbares Beispiel dafuer wie "white supremacy" im traditionellen Mathematikunterricht auftaucht und wie der moderne Antirassismus das verhindern kann.

Was hat die Tatsache, dass in der Mathematik in der Regel bei Aufgaben am Ende eine richtige Loesung herauskommt und alle anderen dementsprechend falsch sind, mit "white supremacy" zu tun? Ich meine mir als ziemlichem Versager in Mathematik gefällt die Idee ja durchaus, dass man von seinem Mathelehrer verlangen kann, dass er neben seiner auch meine Aufloesung der Gleichung akzeptieren soll, so als "agree to disagree" wie mir dies in Geisteswissenschaften immer so gute Noten eingetragen hat, bloss ist sowas wenig zielführend, wenn im späteren Leben z.B. die Stabilität eines Gebaeudes davon abhängt ob man richtig oder falsch gerechnet hat.

Ich denke es ist die Aufgabe des Mathematikunterrichts den Schülern Mathematik beizubringen und nicht dem allgemeinen Kampf gegen den Rassismus zu dienen. Waere ich Elter eines schulpflichtigen Kindes ich wuerde mich genauso dagegen wehren, dass sich dessen Mathelehrer im Matheunterricht der Dekonstruktion von Rassismus und "white supremnacy" widmet wie ich mich dagegen wehren wuerde, dass sein Biologielehrer ihm die "Wunder der Schöpfung Gottes" nahebringen will oder ein Homöopath ihm den menschlichen Körper nach Hahnemann erklaert.
Lehrer sollen ja durchaus auch ihre Hobbies haben koennen aber im Mathematikunterricht sollen sie Mathematik unterrichten und im Biologieunterricht Biologie. Die dabei verwandte Didaktik soll ausschliesslich dem Ziel dienen den Schülern moeglichst effektiv Wissen zu vermitteln und ausdruecklich nicht nebenher noch politischen und ideologischen Zielen dienen. Dazu ist das vermittelte Wissen zu wichtig und die Lehrpläne in aller Regel zu dicht.

Es gibt keine rassistische und auch keine antirassistische Mathematik. Mathematik ist einfach nur Mathematik und man kann uebrigens deren Wurzeln zu einer ethnisch recht heterogenen Schar von herausragenden Denkern zurückverfolgen. Da gab es, neben vielen anderen, vor allem Griechen, Inder und Araber, die Grundlegendes zur Schaffung dieser Disziplin beigetragen haben. Da gibt es ueberhaupt keinen Grund da jetzt mit der Rassismuskeule drin rumzumachen.
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Tarvoc
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Beitrag(#2243388) Verfasst am: 23.02.2021, 23:29    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Was hat die Tatsache, dass in der Mathematik in der Regel bei Aufgaben am Ende eine richtige Loesung herauskommt und alle anderen dementsprechend falsch sind, mit "white supremacy" zu tun?

Am Kopf kratzen Was Schulmathematik als Unterrichtsfach mit Machtstrukturen und gesellschaftlichen Erwartungen zu tun hat, steht doch eigentlich in dem von dir verlinkten PDF an einigen Stellen ziemlich deutlich drin.
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beachbernie
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Beitrag(#2243390) Verfasst am: 23.02.2021, 23:35    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Was hat die Tatsache, dass in der Mathematik in der Regel bei Aufgaben am Ende eine richtige Loesung herauskommt und alle anderen dementsprechend falsch sind, mit "white supremacy" zu tun?

Am Kopf kratzen Was Schulmathematik als Unterrichtsfach mit Machtstrukturen und gesellschaftlichen Erwartungen zu tun hat, steht doch eigentlich in dem von dir verlinkten PDF an einigen Stellen ziemlich deutlich drin.


Ach? Tut es das? Dann erklär mir das doch bitte mal mit Deinen eigenen Worten. Bringe vielleicht ein zwei Beispiele dafuer und erkläre was vorgeschlagen wird um dort Abhilfe zu schaffen.

Und vor allem erkläre mir bitte wieso es besser sein soll, wenn es in der Mathematik künftig nicht mehr nur eine richtige Lösung gibt. Weil das folgt doch letztlich daraus.
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Tarvoc
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Beitrag(#2243394) Verfasst am: 23.02.2021, 23:55    Titel: Antworten mit Zitat

beachbernie hat folgendes geschrieben:
Und vor allem erkläre mir bitte wieso es besser sein soll, wenn es in der Mathematik künftig nicht mehr nur eine richtige Lösung gibt.

U.A. weil die Erwartungshaltung, dass alle Schüler die Aufgabe so verstehen, wie sie "gemeint" ist, auch ohne Fehler des individuellen Schülers scheitern kann. U.A. geht es darum, dass "Mathematik" im Schulunterricht nicht unabhängig von den natürlichsprachlichen Mitteln ihrer Kommunikation gelehrt werden kann. An mehreren Stellen in dem PDF geht es darum, wie von der Erwartung abweichende Lösungen durch unerkannte oder nicht behobene Misskommunikation, verdrehte Erwartungshaltungen oder Sprachbarrieren zustande kommen können. Letztlich geht es nicht darum, ob 2+2 nun 4 ist oder auch was anderes sein kann, sondern darum, Kommunikationsbarrieren zu beseitigen, die dem Verständnis der Schüler im Wege stehen, ohne dass sie etwas dafür können. Dass diese Aufgabe dem Lehrer zukommen muss und nicht den Schülern, müsste eigentlich jeder einsehen, dessen Gehirn nicht bereits vollständig von amerikanischkonservativer Hirnwichse zerfressen ist. Man muss sich übrigens nur klar machen, in welchem Maße in den USA einzelne Bevölkerungsgruppen in z.T. stark voneinander abweichende Soziolekte sozialisiert werden, um auch zu verstehen, was das mit Rassismus zu tun haben könnte.

Das alles müsste eigentlich einsichtig werden, wenn man das PDF etwas genauer liest, statt es nur zu überfliegen. Es ist zugegebenermaßen kein einfacher Text und ich habe mit einigen Sachen auch meine Probleme, u.A. wird m.E. an einigen Stellen viel zu wenig auf Details eingegangen. Der Text ist auch zugegebenermaßen nicht voraussetzungslos, sondern manche Stellen setzen eine gewisse Vertrautheit z.B. mit Fragen der Didaktik voraus. Auch das mit der Frage nach der Objektivität der Mathematik hätte in dieser Form nicht unbedingt reingemusst, ist zwar an und für sich richtig, bedarf aber eigentlich weiterer Erläuterungen und läd ansonsten (wie bei dir) zu Missverständnissen ein. (Es geht dabei nicht um die Eindeutigkeit einzelner Rechenergebnisse.) Trotzdem ist es nicht so, dass das zur Klärung deiner Frage Nötige nicht im PDF drin stünde. Zumindest die ungefähre Stoßrichtung und Intention dahinter sollte man eigentlich erkennen können, wenn man den Text nicht böswillig liest.
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beachbernie
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Beitrag(#2243396) Verfasst am: 24.02.2021, 00:09    Titel: Antworten mit Zitat

Tarvoc hat folgendes geschrieben:
beachbernie hat folgendes geschrieben:
Und vor allem erkläre mir bitte wieso es besser sein soll, wenn es in der Mathematik künftig nicht mehr nur eine richtige Lösung gibt.

U.A. weil die Erwartungshaltung, dass alle Schüler die Aufgabe so verstehen, wie sie "gemeint" ist, auch ohne Fehler des individuellen Schülers scheitern kann. U.A. geht es darum, dass "Mathematik" im Schulunterricht nicht unabhängig von den natürlichsprachlichen Mitteln ihrer Kommunikation gelehrt werden kann. An mehreren Stellen in dem PDF geht es darum, wie von der Erwartung abweichende Lösungen durch unerkannte oder nicht behobene Misskommunikation, verdrehte Erwartungshaltungen oder Sprachbarrieren zustande kommen können. Man muss sich nur klar machen, in welchem Maße in den USA einzelne Bevölkerungsgruppen in z.T. stark voneinander abweichenden Soziolekten sozialisiert werden, um auch zu verstehen, was das mit Rassismus zu tun haben könnte. Letztlich geht es nicht darum, ob 2+2 nun 4 ist oder auch was anderes sein kann, sondern darum, Kommunikationsbarrieren zu beseitigen, die dem Verständnis der Schüler im Wege stehen, ohne dass sie etwas dafür können. Dass diese Aufgabe dem Lehrer zukommen muss und nicht den Schülern.....,


Das ist mir alles zu abgehoben und allgemein. Kannst Du vielleicht mal an einem konkreten Beispiel erlaeutern was hier gemeint ist?

Mir faellt naemlich so rein gar nichts aus meinem selbst erfahrenen Mathunterricht ein, worauf das passen koennte.


Zitat:


......müsste eigentlich jeder einsehen, dessen Gehirn nicht bereits vollständig von amerikanischkonservativer Hirnwichse zerfressen ist.

Das alles müsste eigentlich einsichtig werden, wenn man das PDF etwas genauer liest, statt es nur zu überfliegen. Es ist zugegebenermaßen kein einfacher Text und ich habe mit einigen Sachen auch meine Probleme, u.A. wird m.E. an einigen Stellen viel zu wenig auf Details eingegangen. Der Text ist auch zugegebenermaßen nicht voraussetzungslos, sondern manche Stellen setzen eine gewisse Vertrautheit z.B. mit Fragen der Didaktik voraus. Auch das mit der Frage nach der Objektivität der Mathematik hätte in dieser Form nicht unbedingt reingemusst, ist zwar an und für sich richtig, bedarf aber eigentlich weiterer Erläuterungen und läd ansonsten (wie bei dir) zu Missverständnissen ein. (Es geht dabei nicht um die Eindeutigkeit einzelner Rechenergebnisse.) Trotzdem ist es nicht so, dass das zur Klärung deiner Frage Nötige nicht im PDF drin stünde. Zumindest die ungefähre Stoßrichtung und Intention dahinter sollte man eigentlich erkennen können, wenn man den Text nicht böswillig liest.



Sollten wir nicht das Personenbezogene weglassen? Oder habe ich da was falsch in Erinnerung aus den neuen Forenregeln?
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