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Tarvoc Holy shit, 4 decades already.
Anmeldungsdatum: 01.03.2004 Beiträge: 44759
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(#552205) Verfasst am: 26.08.2006, 10:35 Titel: Re: Staatssozialismus und Gleichschaltung |
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Rene Hartmann hat folgendes geschrieben: | Tarvoc hat folgendes geschrieben: | Rene Hartmann hat folgendes geschrieben: | Dabei spielt ja auch die Überlegung eine Rolle, dass die Zukunftsgesellschaft ein entsprechendes Bewusstsein der Menschen voraussetzt. |
Bei Marx war es übrigens umgekehrt.  |
Neeneenee - auch bei Marx muss sich das Proletariat seiner historischen Rolle bewusst werden, bevor es die Revolution durchführen kann. |
Auch das habe ich nicht abgestritten. Du hattest aber nicht gesagt, die Revolution setze etwas voraus, sondern die Zukunftsgesellschaft (also der Kommunismus) setze etwas voraus. Deine Aussage liest sich so, als meintest du den "Neuen Menschen". Genau den haben die Marxisten-Leninisten übrigens auch für das, was du beschreibst, als Begründung herangezogen. Und der entsteht bei Marx eben wirklich erst im Kommunismus.
Die Zukunftsgesellschaft setzt bei Marx kein 'entsprechendes Bewusstsein' voraus, sondern sie bringt es überhaupt erst hervor.
Dass dieses Hervorbringen dialektisch vonstatten geht, habe ich ebenfalls nicht bestritten.
_________________ "Die Tradition der Unterdrückten belehrt uns darüber, daß der Ausnahmezustand, in dem wir leben, die Regel ist."
- Walter Benjamin, VIII. These zum Begriff der Geschichte
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Michaelodw1964 registrierter User
Anmeldungsdatum: 20.08.2006 Beiträge: 31
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(#552231) Verfasst am: 26.08.2006, 12:10 Titel: Kannst Du erläutern, was "Gleichschaltung" mit einer "bürgerliche |
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Algol: Kannst Du erläutern, was "Gleichschaltung" mit einer "bürgerlichen Gesellschaft" zu tun haben soll?
Nochmal etwas zu dem Thema Gleischaltung aller ... Allerdings zur o.g. Frage von Algol!
So wie sich die bürgerliche Individualität rein äußerlich in der Sphäre der Konsumtion ungehindert austoben darf, so sehr ist sie in ihren wirklichen materiellen Entfaltungsmöglichkeiten eingeschränkt. Weiterhin ist die überwiegende Zahl der Menschen auf ihre einseitige sozialökonomische Funktionalität zurechtgekürzt! Von materieller Individualität (also keine bloße Einbildung mehr) – eben für alle - kann in der bürgerlichen Gesellschaft überhaupt nicht die Rede sein. Vielmehr handelt – noch mal - es sich um eine funktionalistische Gleichschaltung (oder was man gerne nur dem Staatssozialismus entnehmen wollte, die Gleichmacherei) im Sinne eines Fetischverhältnisses. Die sozialökonomische Kategorie des Proleten ist und bleibt in der gesellschaftlichen Praxis eben das genaue Gegenteil von Individualität. Daher ist und bleibt es eine Pech und kein Glück Prolet zu sein (so der olle Marx, also nichts von dem immer unterstellten Proletenkult etc.). Die anderen sozialökonomischen Charaktermasken sind davon selbstverständlich nicht ausgenommen.
Mit der Freiheit der Gedanken und des Meinens in der Welt der Bourgeoisie (oh, darf man das überhaupt noch sagen …) ist es ganz ähnlich., denn „ … wo der Gedanke eine unmittelbare zur Praxis treibende Gestalt annimmt, wo er in der akademischen Sphäre „unwissenschaftlich“ wird, da hört auch die Gemütlichkeit auf.“ (M. Horkheimer) Auch da bleibt das Ganze in der Abstraktion hängen und ist von seinen materiellen Entfaltungsmitteln abgeschnitten.
Wie kommt es eigentlich, das die überwältigende Mehrheit der Leute es offenkundig für die natürlichste Sache der Welt hält, überhaupt nur dann einen Lohn (als Lebensmittel) zu erhalten, wenn ein fremdes Interesse damit etwas lohnendes Anfangen kann. Das ist doch herrschendes Denken und Meinen. Und das alles seinen Preis haben muss, ist sowieso jedem ganz klar. Die Gedanken- und Meinungsvielfalt setzt dann nach dieser akzeptierten Härte ein.
Wem es gefällt …
Gruß
_________________ "Die Lehre, daß die Subjekte der gegenwärtigen Wirtschaftsordnung stets nach ihren Interesse handelten, ist sicher falsch. Nicht alle Unternehmer handeln nach ihren Interessen, es pflegen nur die, welche es nicht tun, zugrunde zu gehen." Max Horkheimer
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