Habt Ihr noch'n Gedicht ???
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Freigeisterhaus -> Spiel, Spaß und Unterhaltung

#1: Habt Ihr noch'n Gedicht ??? Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 27.09.2005, 19:31
    —
Was bin ich doch für ein schönes Kind

Spiegel-Äffchen? - Jetzt hab ich’s:
Was bin ich doch für ein schönes Kind,
war denn der Spiegel vorher blind?
Oder gab er schon immer das Bild so zurück?
Nur fehlte mir selbst dafür der Blick?

Jetzt will ich’s wissen,
und schau genauer hin;
Stirn, Augenpartie, Nase, Wangen und Kinn,
wie war es möglich,
daß man erst jetzt drauf kommt?
Auch der Mund, schön geformt,
nicht so verkniffen dünn,
Menschenskinder, wie freu ich mich,
das haut alles prima hin.

Aber wie lange nur,
kann man seine Schönheit sich erhalten?
Was mach ich nur,
wenn eines Tages kommen dann die Falten?
Auch; welcher Art werden diese Falten sein,
hoffentlich nicht so viele, und wie Plissee so f e i n ?
Oder mir fallen, oh Graus,
sämtliche Zähne und Haare aus?

Und bekomme vielleicht Haare,
au, so weiß wie Schnee,
wie werd‘ ich mich dabei dann fühlen, oje?

Was mach ich dann nur, um meine Umwelt nicht so zu verschandeln?
Soll ich mich in einen Transvestiten dann verwandeln?
Versteck’ mich dann erst recht hinter Tünch‘ und Farbe?
Gut aufeinander abgestimmt für - Gesicht und Haare?
Denn - mit viel Glämmer und Glitzer,
wird allemal aus einem Oldtimer,
noch immer ein Super-Flitzer.

Aber genau, das ist es,
was man machen kann;
man geht die Sache am besten humorig an.
Etwas anderes wird einem auch nicht übrig bleiben,
will man sich nicht selbst Lebensängste treiben.

Auch ist es nicht zu bestreiten,
j e d e s Alter hat auch seine schönen Seiten.
Alle Achtung den Menschen,
die es so gut hinbekommen,
deshalb wird die vorhergehende Generation
beruhigend als Beispiel genommen.

Aber ach,
da mach ich mir heut’ noch keine Sorgen,
das hat noch Zeit -
und dauert hoffentlich, bis es dann soweit.

Aber bis dahin treib‘ weiter ich meine Possen,
so wird das Leben am besten genossen.
Nicht alles so verbissen Ernst zu nehmen,
sondern auch Freude und Spaß dem Leben zu geben

Aber natürlich, ist man für sein Aussehen nicht zu verantworten,
und gibt es so manche „runde Ecken und Kanten“,
wo man sich fragt, wem schlag ich nach;
Mama, Papa, Oma, Opa -
oder gar den Tanten?







Det is vom Wendor, siehste. Auf den Arm nehmen
So, nu macht ma,,,,

#2: Re: Habt Ihr noch'n Gedicht ??? Bloß ön klönet Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 29.09.2005, 22:26
    —
Selbstzweifel

Ich frag mich,
wo ich nur den Mut hernehme,
mich hier immer einzumischen.
Denn Ihr niveauvollen Dichter und Denker,
seid im Forum hier die wahren Lenker.

Damit die deutsche Sprache auch
weiterhin wird gepflegt –
und man sie eines Tages nicht
- ad acta legt.




So, nu macht ma,,,, Ungeduldiges Händetrommeln...

#3: Re: Vom Knirps „Wendor“, Eselbraune, Panter- und Arsch-Müller. Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 30.09.2005, 00:28
    —
Einmal sollte der arme "Wendor" verdroschen werden und konnte gar nichts dafür. noseman Traurig


„Wend Smilier“, in einer (Klein-)Stadt(17.000) aufgewachsen, gab's da viele Müllers und Braunes. So, um die auseinander zu halten, hatten sich die "Erwachsenen" noch Beinamen einfallen lassen, der jeweils aber nur inoffiziell galt. Aber das soll man Kindern einmal erklären. Jedenfalls war ein "Braune" dabei, und weil der früher einen Esel hatte, der aber nun keinen mehr hatte, sondern ein Pferd, nannten sie ihn trotzdem noch immer "Esel-Braune".
Als Kind wurde einem nun eingebläut, immer höflich und nett zu grüßen. Und wenn man besonders nett, weil man fröhlich war, drückte man noch ein Grinsen ins Gesicht. Dieser besagte „Braune“ kam auch wieder mit Pferd und Wagen (man sah ihn nie ohne), und weil es so ein schöner Tag war, machte ich Knirps auch noch einen Knicks beim Grüßen und sagte: „Guten Tag, Herr Eselbraune“. Ich wußte garnicht, was ich verbrochen hatte, wo ich doch so freundlich gegrüßt habe, und er rief: „Was hast du jetzt gesagt!“ Nahm die Pferdepeitsche aus der Schosskelle seines Pferdewagens und wollte mich damit verjacken. Ooooh, ich wußte garnicht, daß ich solche flinken Füsse hatte. Er war aber im Nachteil, weil er Winter wie Sommer, immer solche riesigen Knobelbecher von Stiefel anhatte. Jedenfalls, so wie der versucht hatte, mich einzukriegen, müssen dem die Socken gequalmt haben. Zum Glück sah es meine Spielfreundin und wir rannten beide zusammen auf dem Boden in derem Haus, und haben uns dort versteckt. Das hatte jedenfalls ihr Vati gesehen und hatte den ollen „Eselbraune“ zusammengeschissen. Zu uns sagte er: „Ihr könnt wieder herunterkommen, die Luft ist rein.“ Er sagte, „was habt ihr denn gemacht, daß er so wütend war? Habt ihr ihn geärgert?“ Meine Freundin sagte, daß sie nur durchs Fenster gesehen hatte, wie „EB“ mich - verhauen wollte. Ich sagte: Wo ich doch nur freundlich gegrüßt und gesagt habe: Guten Tag Herr Eselbraune, nichts weiter. Sagte der Vati meiner Freundin: „Na, da braucht ihr euch nicht zu wundern, er heißt doch nur Braune, und wenn jemand Eselbraune sagt, da hatte er schon so manchem eines übergezogen.“
Oh, ich war vielleicht froh, daß ich so wetzen konnte.

Dann ist es noch einmal so ähnlich passiert, bei „Müllers“, wo ich für Opa etwas abholen sollte. Aber diesmal war ich auf der Hut. Denn auch bei „Müllers“ waren diese Beinamen. Da gab es z.B. den „Panter-Müller“ und den „Arsch-Müller“, auch "Koks-Müller", das war eine Kohlenhandlung. Manche sagten über sie auch: "Knorpelochsen".
Aber erst war die Frau „Müller“ da, ich sagte zu ihr, daß ich für Opa etwas abholen solle. Sie ging auf dem Hof, rief nach ihrem Müller-Mann, nach einer kurzen Zeit kam er und ich sagte: „Herr Müller, ich soll für Opa etwas abholen.“ Da sagte er: „Zu mir kannst du ruhig Pantermüller sagen, so heiße ich wirklich. Aber laßt ihr Kinder euch das nicht beim anderen Müller einfallen, dazu lachte er auch noch so laut. Ich wußte gleich, daß er den „Arsch-Müller“ meinte.
Ist gar nicht so einfach, mit Erwachsenen - erwachsen zu werden.

#4: Re: Vom Knirps „Wendor“, Eselbraune, Panter- und Arsch-Müller. Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 30.09.2005, 01:18
    —
Wendor hat folgendes geschrieben:

Ist gar nicht so einfach, mit Erwachsenen - erwachsen zu werden.


Was unterscheidet Dich von einem Künstler? Der Bindestrich. Cool

#5:  Autor: IvanDrago BeitragVerfasst am: 30.09.2005, 01:38
    —
Also ich finde hier kann man doch vorbehaltlos mitmachen! Sehr glücklich

Leider selber im Moment nicht kreativ, aber an alle anderen: probierts halt ma!

#6:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 30.09.2005, 09:04
    —
IvanDrago hat folgendes geschrieben:
Also ich finde hier kann man doch vorbehaltlos mitmachen! Sehr glücklich

Leider selber im Moment nicht kreativ, aber an alle anderen: probierts halt ma!

Das ist wohl wahr.
Man ist nicht immer dazu aufgelegt. Und wenn,
dann wundert man sich über das sogenannte "Hirn" eines Menschen.
Staunt immer wieder, wie eine graue Masse derart funktionieren kann.
Wenn man bedenkt, woraus der Mensch so alles zusammengezimmert ist,
ist das ganz erstaunlich. Vor allem, wie die Menschheit "wirklich" einmal entstanden ist.
Wenn es das Wort "Evolution" - erst seit dem 19.Jahrhundert gibt bzw. geben soll,
als was wurde es dann vorher bezeichnet?
So, nun sprüsch, habe ich recht oder nüch? Am Kopf kratzen






______________

Nieder mit den Kommunisten,
Freie Fahrt den Globalisten(äx)),
wo am Ende die Idioten,
eines Tages sind die c,,,,,Toten???
Uuups Verlegen

#7: Ach, wenn ich doch ein Goethe wär',,,,,,,,,,,, Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 30.09.2005, 18:03
    —
Blumendüfte und Tiergefleuch.

Ach - wenn ich doch ein Goethe wäre,
dann würd‘ ich Euch was Dichten.
So aber bin ich nur ein einfacher Mensch,
und muß darauf verzichten.

Obwohl, nicht ganz, ich will’s versuchen,
mit meinen einfachen Gedanken.
Hoffentlich seht Ihr’s mir nach,
und weist mir nicht die Schranken.

Mir ist das Herz so voll,
ob der Blumen so herrlicher Düfte.
Und wünscht mir, ich wär‘ ein Schmetterling
und flöge durch die Lüfte.

Vielleicht wäre ich dann der Dirigent,
von diesen ganzen Blüten,
und weil die so zerbrechlich sind,
muß man sie behüten.

Nur ist ihre Schönheit -
leider so vergänglich,
und weil dem so ist,
- wird mir schon ganz bänglich.

Aber trotzdem bin ich dankbar,
der Blumen Duft durft ich verspüren.
Ist er doch geschaffen,
Herz und Sinne zu verführen.

Nicht alle Menschen empfinden so,
und gehen achtlos d‘ran vorbei,
es spüren nur Klugen und die Weisen,
die anderen bekommen dafür - ‚Strafe‘,
von den fleißigen - Gartenameisen!! Anbetung des lila Einhorns





Büdde büdde, nu los, macht mal.
Spiele sonst auch nicht mehr mit.

#8:  Autor: IvanDrago BeitragVerfasst am: 30.09.2005, 18:27
    —
Zitat:
Das ist wohl wahr.
Man ist nicht immer dazu aufgelegt. Und wenn,
dann wundert man sich über das sogenannte "Hirn" eines Menschen.
Staunt immer wieder, wie eine graue Masse derart funktionieren kann.
Wenn man bedenkt, woraus der Mensch so alles zusammengezimmert ist,
ist das ganz erstaunlich. Vor allem, wie die Menschheit "wirklich" einmal entstanden ist.



Tja, auch auf die Gefahr hin meine Zukunft hier in diesem Forum zu beenden und weiters die Gefahr hin das du es in deine Signatur übernimmst, ich bin ja ein freundlicher Mensch:

In diesem Fall: "Wendor hat recht!" zwinkern

#9:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 30.09.2005, 18:42
    —
IvanDrago hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Das ist wohl wahr.
Man ist nicht immer dazu aufgelegt. Und wenn,
dann wundert man sich über das sogenannte "Hirn" eines Menschen.
Staunt immer wieder, wie eine graue Masse derart funktionieren kann.
Wenn man bedenkt, woraus der Mensch so alles zusammengezimmert ist,
ist das ganz erstaunlich. Vor allem, wie die Menschheit "wirklich" einmal entstanden ist.



Tja, auch auf die Gefahr hin meine Zukunft hier in diesem Forum zu beenden und weiters die Gefahr hin das du es in deine Signatur übernimmst, ich bin ja ein freundlicher Mensch:

In diesem Fall: "Wendor hat recht!" zwinkern


Zitat:
Tja, auch auf die Gefahr hin meine Zukunft hier in diesem Forum zu beenden,,,,


Tust ja so,
als hätte ich die Krätze. Klar, hab ich recht.
Egal, was man hier von mir hielte oder denken würde,
kann ich etwas dafür, wenn mancher - verschroben - damit nicht klarkäme?
Vor allem dieses saublöde Gesabbel von Verschwörungstheorien,
komisch, weshalb geht soetwas den wenigsten auf dem Sack?
Weil sie nicht würden anecken wollen?
Da gackern sie lieber kollektiv wie die Hühner.
Alle gegen einen - das macht stark, meint man. Pustekuchen, weicht die Birne auf.

#10:  Autor: IvanDrago BeitragVerfasst am: 30.09.2005, 18:54
    —
Wieso alle, ich red doch ganz normal mit dir. Die Krätze hast du auch nicht, aber deine Glaubwürdigkeit ist eben etwas diskreditiert, die Ursachen des Ganzen kannst du dir ja selbst erschliessen...


Und ansonsten:

tu du doch bitte auch nicht so unschuldig, denn ich halte dich eben nicht für sooo blöd... zwinkern


Besten Gruss

IvanDrago

#11:  Autor: koljaWohnort: NRW BeitragVerfasst am: 30.09.2005, 19:36
    —
Wendor, ich schließe mich IvanDrago an - ich find dich auch nett. Vor allem seit ich weiß, das du eine Frau bist. Bisher waren Verschwörungstheoretiker in meinem Weltbild immer Männer, du hat mich eines besseren belehrt. Dafür vielen Dank! Coole Sache, das...

#12:  Autor: IvanDrago BeitragVerfasst am: 30.09.2005, 20:16
    —
Frage Frage Frage


Spielst du jetzt auf die poetische Ader an oder hab ich da irgendwas völlig verpasst???? Geschockt

Wendor - eine Frau?!? Geschockt

#13:  Autor: koljaWohnort: NRW BeitragVerfasst am: 30.09.2005, 20:33
    —
Ich dachte, das hätte Wendor in irgendeinem anderen Thread gesagt? Oder erinnere ich mich falsch?

Wendor?

#14:  Autor: IvanDrago BeitragVerfasst am: 30.09.2005, 20:47
    —
Jetzt will ichs aber auch wissen... zwinkern (ich kanns mir nicht vorstellen...)

Wendor?

#15:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 01.10.2005, 20:21
    —
kolja hat folgendes geschrieben:
Wendor, ich schließe mich IvanDrago an - ich find dich auch nett. Vor allem seit ich weiß, das du eine Frau bist. Bisher waren Verschwörungstheoretiker in meinem Weltbild immer Männer, du hat mich eines besseren belehrt. Dafür vielen Dank! Coole Sache, das...



Zitat:
Bisher waren Verschwörungstheoretiker in meinem Weltbild immer Männer, du hat mich eines besseren belehrt.


Dann wird es auch höchste Zeit,
daß sich Deine Meinung emanzipiert. idee

#16:  Autor: IvanDrago BeitragVerfasst am: 01.10.2005, 20:33
    —
Dazu müsstest du erstmal wie jeder andere Mensch auch ganz normal die Frage beantworten, die man dir jetzt schon 5 mal gestellt hat: xx oder xy? (und ich bleibe dabei: du bist ein Mann, oder sowas ähnliches auf jeden Fall... zwinkern )

#17:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 01.10.2005, 20:44
    —
IvanDrago hat folgendes geschrieben:
Dazu müsstest du erstmal wie jeder andere Mensch auch ganz normal die Frage beantworten, die man dir jetzt schon 5 mal gestellt hat: xx oder xy? (und ich bleibe dabei: du bist ein Mann, oder sowas ähnliches auf jeden Fall... zwinkern )

Zitat:
...oder sowas ähnliches auf jeden Fall...


Sowas ähnliches Frage
Ich heiß doch nicht Klaus-Inge.

#18:  Autor: IvanDrago BeitragVerfasst am: 01.10.2005, 21:01
    —
Ich vermute eben eher Klaus als Inge, so wichtig ist es ja auch nicht, nur interessehalber. Dein Geschlecht sagt ansonsten ja überhaupt nichts aus. Aber du bist ein Mann, ist am Sprachstil zu erkennen. Lassen wir das Thema...

#19:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 01.10.2005, 21:27
    —
IvanDrago hat folgendes geschrieben:
Ich vermute eben eher Klaus als Inge, so wichtig ist es ja auch nicht, nur interessehalber. Dein Geschlecht sagt ansonsten ja überhaupt nichts aus. Aber du bist ein Mann, ist am Sprachstil zu erkennen. Lassen wir das Thema...

Sprachstil?
Wie schreibt ein Mann, wie schreibt eine Frau?
Wo wäre der Unterschied, auch knallharte Geschäftsbriefe oder Situationsberichte
schreiben zu müssen, wenn es der jeweilige Vorgang erforderlich macht?
Und nun? Oh oh. Bin ich total im Keller? Na und!

#20:  Autor: IvanDrago BeitragVerfasst am: 01.10.2005, 21:39
    —
Frauen haben für gewöhnlich etwas weniger Verrohtheit als du in ihrer Sprache, und wenn sie verroht sind klingt es auch anders für gewöhnlich, lediglich eine Sache meiner Erfahrung... zwinkern

#21:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 01.10.2005, 21:54
    —
IvanDrago hat folgendes geschrieben:
Frauen haben für gewöhnlich etwas weniger Verrohtheit als du in ihrer Sprache, und wenn sie verroht sind klingt es auch anders für gewöhnlich, lediglich eine Sache meiner Erfahrung... zwinkern


Siehste,
ich bin eben nicht 'für gewöhnlich'.
Aber "verroht"? - Nein, das meinst Du doch nicht wirklich?
Das ist mehr, als ich ertragen kann.
Wie soll ich mit diesem Makel hier noch schreiben können?
*heul*

#22:  Autor: IvanDrago BeitragVerfasst am: 01.10.2005, 22:15
    —
Das wird nicht das Hauptproblem sein, mein geschlechtsneutraler Freund... zwinkern

#23:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 01.10.2005, 22:18
    —
IvanDrago hat folgendes geschrieben:
Das wird nicht das Hauptproblem sein, mein geschlechtsneutraler Freund... zwinkern

Soll das eine Drohung sein?

#24: Nun ja, Einbildung - ist auch eine Bildung. Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 01.10.2005, 22:46
    —
Komische Seiten des Lebens.

Mal etwas zum Namen „Morgenstern“, und das ist jetzt KEIN Witz, leisteten angehende Dipl.Chemiker in unserem Betrieb jeweils ihre Absolvententätigkeit.
Eines morgens kam wieder solch ein "ABC-Schütze" ins Sekretariat und sagte ganz schwungvoll: "Guten Morgen Morgenstern. Ich soll mich bei Direktor Dr. ,,,,, melden.“
Ich ließ mir nichts anmerken, war überrascht, innerlich entrüstet und dachte; solch ein frecher Kerl!
Zu ihm aber sagte ich, er möge Platz nehmen und einen Moment warten, Herr Direktor Dr.,,,,, wird ihn dann zu sich bitten.
Während ich in das Büro meines Chefs ging, diesen "Morgenstern" anzumelden, ging ich wieder zu diesem "frechen" Kerl und sagte: "Herr Dr.,,,,, empfängt Sie jetzt. Bitte folgen Sie mir.“

Inzwischen war die Kollegin vom anderen Bereich eingetroffen, traf ich sie ziemlich aufgeregt und empört an(sie war 10 Jahre älter als ich):
"St-e-l-l-en Sie sich vor, da sagt doch dieser Schnösel ‚Morgenstern’ zu mir?!"
Nun war ich an der Reihe, empört zu sein: "Was, zu Ihnen auch? Was bildet er sich ein? Das gleiche sagte er auch zu mir!"
Noch während einiger Wortwechsel betr. diesen "Stoffels" hin- und herging, kam mein Chef und sagte: "Also, Herr Morgenstern wird nun für die nächsten sechs Monate unseren Betrieb durchlaufen." ,,,,,,,,,,,,oh ha, keine von uns beiden Kolleginnen zuckte auch nur mit der Wimper, sich vielleicht anmerken zu lassen, was wir denn angenommen, der HERR Morgenstern – er hieß zufällig auch noch Christian - denn gemeint haben könnte.
Anschließend hatten wir fast platt gelegen vor Lachen, daß sogar unsere Chefs ihr "Götterreich" verließen, nachzuschauen, was es denn so Lustiges gäbe.
Mein Chef, der sonst überlastet betr. betriebl.Verantwortung, hab ihn selten so Lachen gesehen,
als wir es dann nach und nach erzählten.





_____________________________________________________________

Der Papst ist der einzige Konzernvize, der seinen Chef nie zu sehen bekommt.
Nicht einmal bei der Weihnachtsfeier.
(Ital. Sprichwort)

#25:  Autor: Malone BeitragVerfasst am: 02.10.2005, 14:00
    —
Sonnenlichter senken leise ihr Haupt,
Als die dunkle Brut erscheint.
Ihr Sinn, der Schlaf, verkörpert sich sanft,
Um in Träumen aufzublühen.

Laut, wie ihr Wesen verrät,
Verkünden Sie das Geheimnis,
Das weite Land in Kinderaugen,
Den Himmel, weiß und blau, erahnend.

Sachte schließen sich die Augen,
Und kehren heim in langersehnte Dunkelheit,
Geborgen in gebrochener Unendlichkeit.
Die Zeit versiegt und verliert alle Namen.

#26: Von Carfiled, dem Schwerenöter,,,,,,,,,,,,,,, Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 02.10.2005, 21:58
    —
Wer jagt - wen Frage

Kater Carfield ist ein Schwerenöter.
Ein gelb-gestreifter Mäusetöter.
Aber ich überleg‘ wie ein Mäusemann,
wie ich ihm mit Schabernack beikommen kann.

Mir fällt mit Sicherheit schon etwas ein,
und werd versuchen ihn auszutrixen.
A h, - jetzt hab ichs; und binde während er schläft,
an seinem Schwanz - die leeren Futterbüchsen.

Es tut mir zwar leid,
aber ich kann nicht umhin,
dabei ist für mich s e h r viel Schadenfreude drin.

Es ist auch komisch anzusehen,
wie er mit den Büchsen kann die Runden dreh’n.
Es klappert und scheppert,
es ist eine Freud,
so laut, so viel Krach,
aber es ist wieder mal Wochenend heut‘.

Nachbars Nero guckt verdutzt,
was hat der Kater sich dahinten drangefutzt.
Er guckt ihm ganz mitleidig hinterher und denkt,
der arme Kater, der hat’s schwer - der rennt.

Und zwar so, als ginge es um sein Leben,
das wird er mir bestimmt niemals vergeben.

Deshalb mach ich mich nun dünn,
bevor die Büchsen er verliert,
sonst krieg ich von seinen Tatzen -
bestimmt jämmerlich eine geschmiert.

zynisches Grinsen


IvanDrago, bin ich nun wieder verroht?
Zumindest hat es sich aber gereimt.

#27:  Autor: Der unbekannte GottWohnort: Das alte Europa BeitragVerfasst am: 03.10.2005, 00:23
    —
Es geht ein Bi-Ba-Butzemann
In unserm Kreis herum,
Bidebumm,
Es geht ein Bi-Ba-Butzemann
In unserm Kreis herum.

Bumm.

#28:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 03.10.2005, 10:55
    —
Ringel, Ringel,rose
wo liegt Frose?
Hinter Salze und Schönebeck,
da essen die Leute Klump und Speck.

Gröhl...

#29: Re: Habt Ihr noch'n Gedicht ??? Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 03.10.2005, 23:47
    —
Vom fetten Kater Stanislaus.

I c h, der fet-te Ka-ter Sta-nislaus,
fang ger-n mir ei-ne fet-te Maus.
Obwohl ich es nicht nötig hätte,
da im-mer ge-nü-gend Futter drinn' - in meinem Pötte.
Weil meine Herrin mich liebt ku-gel-rund,
wandert soooviel Futter durch meinen Schlund.

Danach gehe gern ich „bo-ofen“,
und schlaf `ne Runde hinterm „Heizkörper“Ofen.
Da kann ich liegen zw-ei, dr-ei Stunden und mehr,
und stärke ich meine Glieder sehr.

Wenn lang genug ich geschlafen hab,
wird es Zeit, daß i-ch mi-ch wie-der setz' in Trab.
Dann geh ich los und lauf ums Haus
und suuuch mir eine fet-te Maus.

Beim Mäusejagen - hab ich immer Glück,
für diese Biester - hab ich einen Blick.
Ich blitz sie an, sie kriegen ein Schreck,
und laufen aus lauter Angst dann - vor mir weg.

Aber es wird ihnen nicht glücken,
sie können noch so hatzen,
ich hab sie am Ende alle –
zwischen meinen Katzen-Tatzen.

Bevor ich sie aber werd' verspeisen,
schick ein we-nig ich sie noch auf Reisen.
Das ist der Sportsgeist, der noch in mir steckt,
bevor dann dieses Biest verreckt!

Aber mein Ritual beim Mäuse(Fr)essen,
wird ich Euch hier nicht beschreiben,
- das könnt Ihr vergessen.



Ach, ich vergaß, -
ich bin gar kein richtiger Kater mehr.
Das kam so:
meine Herrin ging mit mir zum Tierarzt,
trotz meiner Bitte - es doch zu meiden,
ließ sie mir dort die kater-wichtigsten Teile abschneiden!

Ich frag' Euch nun, ist das nicht fad`?
Seit dem bin ich ein Kastrat !!!
Geschockt




Wendor ist böse böse bös.

#30:  Autor: Der unbekannte GottWohnort: Das alte Europa BeitragVerfasst am: 03.10.2005, 23:54
    —
Wendor hat folgendes geschrieben:

Schönebeck,

Schönebeck? Kommt die Dame etwa aus MD oder der Gegend?

#31: Jetzt wir Ge-ringelnatzt,,,,,,,,,,,,,,,, Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 04.10.2005, 00:01
    —
Kindergebetchen
Hans-Joachim Ringelnatz

Lieber Gott, ich liege
im Bett. Ich weiß, ich wiege
seit gestern fünfunddreißig Pfund.
Halte Pa und Ma gesund.
Ich bin ein armes Zwiebelchen,
nimm mir das nicht übelchen.


Lieber Gott, recht gute Nacht.
Ich hab' noch schnell Pipi gemacht,
damit ich von dir träume.
Ich stelle mir den Himmel vor
wie hinterm Brandenburger Tor
die Lindenbäume.
Nimm meine Worte freundlich hin,
weil ich schon sehr erwachsen bin.


Lieber Gott mit Christussohn,
ach schenk mir doch ein Grammophon.
Ich bin ein ungezogenes Kind,
weil meine Eltern Säufer sind.
Verzeih mir, daß ich gähne.
Beschütze mich in aller Not,
mach meine Eltern noch nicht tot
und schenk der Oma Zääähne.

Gröhl... Gröhl... Gröhl...

#32:  Autor: CyberpunkerinWohnort: Cyberspace BeitragVerfasst am: 06.10.2005, 10:43
    —
Pickel im Gesicht
Steh vorm Spiegel, drück ihn aus
Nun ist er mehr nicht.

zwinkern

#33: ts, ts, ts,,,,,,, Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 06.10.2005, 12:14
    —
Arbeiterlied
Josef Luitpold (Stern)

Wir pflügen den Grund, wir werfen die Saat,
doch andere schneiden das Brot.
Wir heben die Hämmer, wir drehen das Rad
und leben doch bitter in Not.
Drum ruft in die Welt: es genieße, wer schafft!
Es lebe der Trotz und die Kraft!


Wegen Verstoßes gegen das Urheberschutzgesetz editiert., Heike Jackler.
Bitte keine Volltexte, sondern nur kleine Auszüge oder Links.



Nein, nein,
und mit soetwas wurden wir in der Schule einst gequääält.

#34: Re: Habt Ihr noch'n Gedicht ??? Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 06.10.2005, 17:40
    —
Na,
nehmen wir doch mal eines von Tucholsky:


Die Trommel

Der einst dem Feind die Hosen klopfte
Der hieß wohl Gustav der Verstopfte.
Die Soldaten,
Ja, die taten
für den Fürsten alles ganz umsonst.
Und sie trugen bunte Fahnen und Gewehre,
Aber vorneweg marschiert vorm ganzen Heere
Eine Trommel, eine Trommel, eine Trommel,
Radibimmel, radibammel, radibommel,
Vom Leibregiment,
Vom Leibregiment,
Das sich nach König Gustav nennt.

Der brave Landsknecht braucht nichts tragen,
denn dazu hat er seinen Wagen:
Hinterm Rosse,
Im Trosse
Marschiert die Marketenderin.

Und sie kennt vom Regiment die ganze Mannschaft,
Denn sie hat ja schon mit jedem 'ne Bekanntschaft
Auf der Trommel, auf der Trommel, auf der Trommel,
Radibimmel, radibammel, radibommel,
Vom Leibregiment,
Vom Leibregiment,
Das sich nach König Gustav nennt.

Der Hauptmann, einer von den Fetten,
Liegt gern bis Mittag in den Betten.
Doch alleine,
Denn voll Weine,
Da verleiht er ungern seine Gunst.

Und er hält im Dienst die glasigen Augen offen,
Aber innerlich ist er total besoffen.
Und er trägt 'nen dicken Bauch wie eine Trommel,
Radibimmel, radibammel, radibommel,
Vom Leibregiment,
Vom Leibregiment,
Das sich nach König Gustav nennt.

Und hat der ganze Spuk ein Ende,
Geht's in des Himmels Scheibenstände.
Die Soldaten
Müssen braten
In dem allertiefsten Höllenpfuhl!

Der Teufel ist kein böser Mann, so glaubt man,
Denn er schmort sie samt dem Mädchen und dem Hauptmann
In der Trommel, in der Trommel, in der Trommel,
Radibimmel, radibammel, radibommel,
Vom Leibregiment,
Vom Leibregiment,
Das sich nach König Gustav nennt.

Es sterben auch mal Generale.
Die Trommel liegt im Arsenale.
Im Gehäuse
Die Mäuse,
Die führ'n das alte Leben fort.

Denn sie fressen und sie lieben und sie saufen,
Machen Junge, und sie streiten und sie raufen
In der Trommel, in der Trommel, in der Trommel,
Radibimmel, radibammel, radibommel,
Wie das Leibregiment,
Wie das Leibregiment,


Na sowas Geschockt Geschockt Geschockt



Kein Benehmen.
Benehmen mangelhaft.

#35: Re: Habt Ihr noch'n Gedicht ??? Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 10.10.2005, 18:53
    —
Dank an unsere Lehrerin

Wißt Ihr noch, wie’s angefangen?
Schnell ist diese Zeit vergangen,
als wir in die Schule gingen
und eine Zucker-Tüte empfingen.

Da ging es los, mit Lesen und mit Schreiben,
erst wollte fast nichts hängen bleiben,
und einsehen wollten wir auch manchmal nicht,
warum denn Lernen, des öfteren ein Gedicht?

Auch in den Arbeiten und Diktaten war -
manchmal eine ‚Not’, der Lehrerstift schrieb,
ob er wollte oder nicht, oftmals ziemlich „rot“.
Auch mancher Tadel mußte ausgesprochen werden,
und wir wollten uns – wir sind ja unschuldig,
auch noch beschwerden.

Doch Frau ,,,,,,, gab sich sehr viel Mühe,
und siehe,
der Erfolg stellte sich auch sehr bald ein,
und wir bekamen hierdurch einen guten Grundstein,
der wichtig war für die folgenden Klassen,
wollten wir die guten Noten nicht durchhängen lassen.

Deshalb vielen Dank unserer Lehrerin,
für diesen guten Lernbeginn.



Das war von Wendor,
als er noch klein,
und die Welt -
noch nicht so gemein.

#36:  Autor: Baldur BeitragVerfasst am: 10.10.2005, 19:22
    —
Erich Mühsam: "...der für die Menschheit starb"

#37:  Autor: MeerblickWohnort: Im schönen Bonn BeitragVerfasst am: 11.10.2005, 15:12
    —
Ein fremdes Land ein fremder Ort,
eine neue Stadt sie trägt mich fort,
ihre schöne Gestalt ungreifbar nah,
nicht zu erkennen und doch immer da.

was hast du getan dass man so an dir hängt,
es scheint als wärest du Gottes Geschenk,
so weit man auch blickt so weit man auch schaut,
nie sieht man am Himmel wie eine Wolke ergraut,
so rein wie du und unberührt,
hab ich dich mit meinen Händen entehrt?

So naß wie der Tau der auf dir liegt,
so sanft wie der Wind der durch deine Wiesen weht,
so wunderschön deine Blumen sind
und so glücklich ich bin, fast wie ein Kind,
all diese Wunder verdanke ich dir
und als Dank gehörst du nicht mehr nur mir,
ich lasse dich frei um zu finden denn Weg, #
der dir und nur dir auch wirklich zusteht!

Nun gehe geschwind in die Welt die dich lockt,
lange genug hab ich dich bei mir gehabt,
jeder soll wissen das es dich gibt
und das du jeden und alles mit reinem Herzen liebst,
nun sei mir nicht böse und laufe hinaus,
doch bei mir da bist du immer zuhaus.

Nun kann ich es sagen
und scheue mich nicht ,
denn seit langer Zeit weiß ich:

„Ich Liebe dich“!

#38:  Autor: Tarvoc BeitragVerfasst am: 11.10.2005, 15:14
    —
Friedrich Nietzsche: "Dichters Berufung"

Als ich jüngst, mich zu erquicken,
Unter dunklen Bäumen saß,
Hört' ich ticken, leise ticken,
Zierlich, wie nach Takt und Maß.
Böse wurd' ich, zog Gesichter,—
Endlich aber gab ich nach,
Bis ich gar, gleich einem Dichter,
Selber mit im Tiktak sprach.

Wie mir so im Verse-Machen
Silb' um Silb' ihr Hopsa sprang,
Musst' ich plötzlich lachen, lachen
Eine Viertelstunde lang.
Du ein Dichter? Du ein Dichter?
Steht's mit deinem Kopf so schlecht?
—"Ja, mein Herr, Sie sind ein Dichter"
Achselzuckt der Vogel Specht.

Wessen harr' ich hier im Busche?
Wem doch laur' ich Räuber auf?
Ist's ein Spruch? Ein Bild? Im Husche
Sitzt mein Reim ihm hintendrauf.
Was nur schlüpft und hüpft, gleich sticht der
Dichter sich's zum Vers zurecht.
— "Ja, mein Herr, Sie sind ein Dichter"
Achselzuckt der Vogel Specht.

Reime, mein' ich, sind wie Pfeile?
Wie das zappelt, zittert, springt,
Wenn der Pfeil in edle Theile
Des Lacerten-Leibchens dringt!
Ach, ihr sterbt dran, arme Wichter,
Oder taumelt wie bezecht!
— "Ja, mein Herr, Sie sind ein Dichter"
Achselzuckt der Vogel Specht.

Schiefe Sprüchlein voller Eile,
Trunkne Wörtlein, wie sich's drängt!
Bis ihr Alle, Zeil' an Zeile,
An der Tiktak-Kette hängt.
Und es giebt grausam Gelichter,
Das dies—freut? Sind Dichter—schlecht?
— "Ja, mein Herr, Sie sind ein Dichter"
Achselzuckt der Vogel Specht.

Höhnst du, Vogel? Willst du scherzen?
Steht's mit meinem Kopf schon schlimm,
Schlimmer stünd's mit meinem Herzen?
Fürchte, fürchte meinen Grimm! —
Doch der Dichter—Reime flicht er
Selbst im Grimm noch schlecht und recht.
— "Ja, mein Herr, Sie sind ein Dichter"
Achselzuckt der Vogel Specht.

#39:  Autor: KonstruktWohnort: Im Barte des Propheten BeitragVerfasst am: 11.10.2005, 15:53
    —
Ich bin auf der Suche
nach mir selbst
was bis dahin
so aussieht wie ich
ist nur die Verpackung

H.K.Flemming

#40:  Autor: KonstruktWohnort: Im Barte des Propheten BeitragVerfasst am: 11.10.2005, 16:00
    —
Die Geschichte des P.
Als P. noch sehr klein war, fanden ihn alle Menschen lustig. Sie freuten sich, wenn er sich bemerkbar machte. Begrüßten ihn stets wohlwollend und lächelten.

P. wurde allmählich grösser, hatte immer mehr Freude am Leben. Jedoch verstand nicht so ganz, warum er immer häufiger gemieden wurde, wenn er sich bemerkbar machte. Lag es an seiner Art, sich mitzuteilen?

Er verschaffte sich mal leise, mal laut, und manchmal sehr verschwiegen Gehör bei den Menschen. Kein fröhliches Lächeln mehr. Nein im Gegenteil: Seine Anwesenheit wurde häufig mit Stirnrunzeln wahrgenommen. Also überlegte P. sich Überlebensstrategien. Schliesslich wurde er dringend von den Menschen gebraucht. Ohne ihn ging es nicht!

Es machte ihm im Laufe seines Älterwerdens immer mehr Spass, die Menschen durch sein wechselhaftes Auftreten zu überraschen. P. amüsierte sich jedes Mal köstlich über fragende Blicke, gerötete Gesichter und verschämtes Weggucken. Ihm gefiel das verhaltene Schweigen der Menschen sehr!

Viele Jahre später – trainiert durch die Lebenserfahrung und mutiger geworden – wurde er immer unberechenbarer! Die Menschen zeigten ihm immer deutlicher ihre Abneigung. Oft, wenn er sich in seiner Wohnung gestört fühlte durch seinen Vermieter, beschwerte er sich dann auf seine Art und Weise. Ihm konnte nichts geschehen. Er wusste, dass er unkündbar war!

Schon seit längerer Zeit hatte er sich abgewöhnt, sein Erscheinen vorher anzukündigen. Je älter P. wurde, umso mehr Lebensfreude machte sich breit in ihm und war mittlerweile Profi in der Ausübung seiner Darstellungs-Kunst. Er fand es herrlich, unerwartet und selbstverständlich stets zur falschen Zeit, den Menschen seine Anwesenheit zu präsentieren. Er war dann eben ganz plötzlich da!

Ja, P. war unberechenbar geworden. Manchmal sogar richtig bösartig. Aber ihm ging es mit jedem Tag immer besser!

Eines Tages hatte er endlich die endgültige Herrschaft über seinen Vermieter gewonnen. Dieser war mittlerweile ein Greis und zu schwach, sich gegen P. durchzusetzen. Der Gute ahnte ja gar nicht, mit wem er da unter einem Dach zusammenlebte!

Etliche Räumungsklagen hatte P. in vielen Jahren ganz einfach dem Abfalleimer überlassen. P. hatte noch nie eine Schule besucht, geschweige denn konnte er lesen. Er war auch ohne Schulbildung ein kluges Kerlchen. Oh ja.

P. war nämlich ein Pups!

Eva Duwe
http://www.autorenforum-koeln.de/

#41:  Autor: Tegularius BeitragVerfasst am: 11.10.2005, 21:30
    —
Novalis
Das Gedicht

Himmlisches Leben im blauen Gewande
Stiller Wunsch in blassem Schein –
Flüchtig gräbt in bunten Sande
Sie den Zug des Namens ein –

Unter hohen festen Bogen
Nur von Lampenlicht erhellt
Liegt, seitdem der Geist entflogen
Nun das Heiligste der Welt.

Leise kündet beßre Tage
Ein verlornes Blatt uns an
Und wir sehn der alten Sage
Mächtige Augen aufgetan.

Naht euch stumm dem ernsten Tore,
Harrt auf seinen Flügelschlag
Und vernehmt herab vom Chore
Wo weissagend der Marmor lag.

Flüchtiges Leben und lichte Gestalten
Füllten die weite, leere Nacht
Nur von Scherzen aufgehalten
Wurden unendliche Zeiten verbracht –

Liebe brachte gefüllte Becher
Also perlt in Blumen der Geist
Ewig trinken die kindlichen Zecher
Bis der geheiligte Teppich zerreißt.

Fort durch unabsehliche Reihn
Schwanden die bunten rauschenden Wagen
Endlich von farbigen Käfern getragen
Kam die Blumenfürstin allein[.]

Schleier, wie Wolken zogen
Von der blendenden Stirn zu den Füßen
Wir fielen nieder sie zu grüßen
Wir weinten bald – sie war entflogen.

#42: Re: Büdde, büdde, weitermachen,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,, Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 12.10.2005, 18:40
    —
*

<center>Bitte weitermachen bravo </center>


*

#43: Re: Büdde, büdde, weitermachen,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,, Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 14.10.2005, 23:30
    —
Bin Laden -

- der Vorzeigefeind,
wenn man ihn nicht hätte.
War er mit Bushs doch einst -
ziemlich dick im Fette.

Ob Hussein, Laden
ob andere Konsorten,
als vermeintliche Unheilsverbreiter,
dienten in Wahrheit vielleicht nur -
ähnlich einem apokalyptischen Reiter.

Geschockt


Uuups,,,

#44: Re: Habt Ihr noch'n Gedicht ??? Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 26.10.2005, 17:54
    —
Die Welt braucht Frieden

Frieden - der die Welt erhellt,
frohen Muts zu singen.
Frieden macht die Herzen frei
und läßt die Seelen schwingen.





Man darf doch wohl noch träumen dürfen.

#45:  Autor: DominikWohnort: Deutschland BeitragVerfasst am: 26.10.2005, 18:54
    —
Wegweiser

Was mich mutlos macht
ist daß es so schwer ist
zu sehen wohin ein Weg geht
zum Recht und zur sicheren Zukunft
aber was mir dann wieder Mut macht
ist daß es so leicht ist
zu sehen wo Unrecht geschieht
und das Unrecht zu hassen

Und auch wenn es nicht leicht ist
gegen das Unrecht zu kämpfen
so verliert man dabei
doch nicht so leicht seine Richtung
denn das Unrecht leuchtet so grell
und verbreitet so starken Geruch
daß keiner die Spur des Unrechts verlieren muß

Wenn der Weg zum Recht und zur Zukunft
dunkel ist und verborgen
dann halte ich mich an das Unrecht
das liegt sichtbar mitten im Weg
und vielleicht wenn ich noch da bin
nach meinem Kampf mit dem Unrecht
werde ich dann ein Stück
vom Weg zum Recht erkennen

Quelle: Erich Fried "Gesammelte Werke", Gedichte 2, Berlin 1993.

#46:  Autor: DominikWohnort: Deutschland BeitragVerfasst am: 26.10.2005, 19:02
    —
Kinder und Linke

Wer Kindern sagt
Ihr habt rechts zu denken
der ist ein Rechter
Wer Kindern sagt
Ihr habt links zu denken
der ist ein Rechter

Wer Kindern sagt
Ihr habt gar nichts zu denken
der ist ein Rechter
Wer Kindern sagt
Es ist ganz gleich was ihr denkt
der ist ein Rechter
Wer Kindern sagt
was er selbst denkt
und ihnen auch sagt
dass daran etwas falsch sein könnte
der ist vielleicht
ein Linker

#47:  Autor: DominikWohnort: Deutschland BeitragVerfasst am: 26.10.2005, 19:04
    —
Am Beispiel eines Zweiflers

Der Teufel
glaubt sich
nur selten
dass es ihn
wirklich
gibt

Das macht ihn traurig
und hilflos
dann tröstet ihn nichts
als fleißigere Arbeit
und manchmal
sein Lachen

über seinen Bruder
den Herrgott
der scheinbar
noch bei Tag
und Nacht
an sich glaubt

#48:  Autor: koljaWohnort: NRW BeitragVerfasst am: 26.10.2005, 19:08
    —
Dominik hat folgendes geschrieben:
Kinder und Linke
[...]
Wer Kindern sagt
was er selbst denkt
und ihnen auch sagt
dass daran etwas falsch sein könnte
der ist vielleicht
ein Linker

Schönes Gedicht.

#49:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 27.10.2005, 13:29
    —
Doktrin

Schlage die Trommel und fürchte dich nicht,
Und küsse die Marketenderin!
Das ist die ganze Wissenschaft,
Das ist der Bücher tiefster Sinn.

Trommle die Leute aus dem Schlaf,
Trommle Reveille mit Jugendkraft,
Marschiere trommelnd immer voran,
Das ist die ganze Wissenschaft.

Das ist die Hegelsche Philosophie,
Das ist der Bücher tiefster Sinn!
Ich hab sie begriffen, weil ich gescheit
Und weil ich ein guter Tambour bin!

Heinrich Heine

#50: Alles singt: Die Sonne scheint heller,,,,,,,,,,,, Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 31.10.2005, 12:06
    —
Die Sonne scheint heller,
Die Beeren wachsen schneller,
Der Rücken schmerzt vom Bücken,
Die Mücken störn beim Pflücken.

Die Sonne scheint heller,
Die Kinder singen schneller,
Sie brauchen schöne Lieder.
Dann singen sie auch wieder!

Die Sonne scheint heller,
Die Platte dreht sich schneller,
So wird sie nie verstaubt sein,
Mitsingen soll erlaubt sein.

Die Sonne scheint heller,
Der Kuckuck der ruft schneller,
Sehr bald, oh wie betrüblich,
Ist Singen nicht mehr üblich.

Die Sonne scheint heller,
Die Erde dreht sich schneller,
Wir fliegen zu den Sternen,
Doch erst woll’n wir gut lernen.




„Erfindet weitere Strophen“, schrieb
Johanna Neumann einst unter ihr Lied.
Na, da laßt Euch mal was einfallen.






Gut,
mache den Anfang, also:

Die Sonne scheint heller,
Mein Rädchen dreht sich schneller,
Es ist vom Onkel Frieder,
Der kauft mir keines wieder.

#51:  Autor: Ralf Rudolfy BeitragVerfasst am: 31.10.2005, 13:43
    —
Durchs wilde Kapalkistan

Eine Sozialstudie


Der Mitmensch, dessen Existenz
des Stils entbehrt, des Charmes, der Würde
der Anmut und Geschmack vermeidet
und zwar mit Konsequenz
der ist nur allzusehr vertraut
und außerdem zu laut.

#52:  Autor: Ralf Rudolfy BeitragVerfasst am: 31.10.2005, 13:50
    —
Wie ich einmal Mitarbeiter eines
angesehenen deutschen Konzerns war



Der Morgen graut, doch lang bevor er endet
ist der Tag schon kurz vor Acht
nach einer viel zu kurzen Nacht
geistlos im Büro verschwendet.

Mies ist der Kaffee, nur zäh verrinnt die Zeit
längst aufgebraucht die Schokotafel
und mancher nervt durch sein Geschwafel
und zum Mittag ist es weit.

Feierabend – was wäre mir jetzt lieber?
doch sind noch allzuviele Stunden
mit sinnentleertem Tun gebunden
na los, Tag – geh vorüber!

#53:  Autor: HannibalWohnort: Wien BeitragVerfasst am: 31.10.2005, 13:58
    —
Mit 7 und 8 Jahren habe ich gerne Reime und Gedichte geschrieben. Das Meiste davon ist verloren und ich kann mich kaum noch erinnern. Aber einen Reim habe ich immer noch im Kopf:

Zitat:

Ja, der rote Superheld,
der reist immer um die Welt,
und ihn kann keiner besiegen,
denn er kämpft nur gegen Ziegen.


Dabei habe ich meinen ebenfalls zu dieser Zeit, eigenen, erfundenen Helden, welchen ich "der rote Superheld" nannte, teilweise unbewusst verarscht. Trotzdem mochte ich dieses Reimchen und habe sehr gerne Geschichten über den roten Superhelden geschrieben.

Der rote Superheld war anfangs ein einfaches rotes Männlein. Später war es ein roter Vogelmensch mit gelbem Schnabel. Noch später kamen Allienaugen hinzu. Aber als ich in eine neue Schule, diese doofe Pseudo-AHS kam, wurde das Ganze von den anderen nur noch verspottet, sowohl von den Schülern, wie auch von den Lehrern. Und immer wieder gab es Schikanen. Als die Klasse sich einmal im Deutschunterricht sich einen Helden auszudenken hatte, haben mir die Lehrer verboten, den roten Superhelden dazu zu benutzen, unter dem Vorwand, ich sollte mir nun einen eigenen Helden erfinden. Diese eine Lehrerin, die das tat schien wirklich manches Mal Spaß daran zu haben, den jede Freude der Schüler am Unterricht zu vermiesen...

#54:  Autor: Ralf Rudolfy BeitragVerfasst am: 31.10.2005, 14:02
    —
Hannibal hat folgendes geschrieben:
Als die Klasse sich einmal im Deutschunterricht sich einen Helden auszudenken hatte, haben mir die Lehrer verboten, den roten Superhelden dazu zu benutzen, unter dem Vorwand, ich sollte mir nun einen eigenen Helden erfinden.

Möglicherweise bist du ihnen schon mit dem roten Superhelden zu sehr auf den Senkel gegangen?

#55:  Autor: zelig BeitragVerfasst am: 08.11.2005, 11:46
    —
twilight
when
2
are
1
between
night
and day
between
you
and me

#56: Auf der Erde blühen Blumen,,,,,,,,,, Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 08.11.2005, 14:25
    —
1. Auf der Erde blühen rose rose rose
baut man Städte groß und schön;
doch was gibt es auf dem Monde,
was mag dort indes geschehn?
Ein, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben,
alles dreht sich, nichts bleibt stehn.
Laßt uns fahren, laßt uns fliegen,
Mond und Sterne zu besehn!


2. Unser Flugschiff, die Rakete,
ist noch schneller als der Wind.
Weiter als wir denken können,
saust sie mit uns fort geschwind.
Ein, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben,
alles dreht sich, nichts bleibt stehn.
Laßt uns fahren, laßt uns fliegen,
Mond und Sterne zu besehn!


3. Guten Tag, du lieber Mondmann,
liebe Sonne, sei gegrüßt!
rufen wir und reisen weiter,
bis kein Stern mehr fremd uns ist.
Ein, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben,
alles dreht sich, nichts bleibt stehn.
Laßt uns fahren, laßt uns fliegen,
Mond und Sterne zu besehn!


4. Und wir pflanzen unsre Blumen,
bauen Städte, groß und schön,
auf den Sternen, all den fernen,
die wir hoch am Himmel sehn.
Ein, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben,
alles dreht sich, nichts bleibt stehn.
Laßt uns fahren, laßt uns fliegen,
Mond und Sterne zu besehen!




Anne Geelhaar
Hans Sandig

#57:  Autor: SpekulatiaWohnort: ja BeitragVerfasst am: 11.11.2005, 16:18
    —
Hannibal hat folgendes geschrieben:
Ja, der rote Superheld,
der reist immer um die Welt,
und ihn kann keiner besiegen,
denn er kämpft nur gegen Ziegen.

Showdance

@Ralf Rudolfy: Gedicht erinnert mich an mein Praktikum Mit den Augen rollen Bitte nicht!

...

Mama sagt, sie ist halt schüchtern
Und Papa sagt, sie ist noch klein
Mein Lehrer sagt, so ist sie eben
Dann kann sie auch nicht anders sein

Wenn sie so was von mir sagen
senke ich mein Haupt und schweig
Demut ist eine hohe Tugend
und ich bin dazu bereit

Hör was andre Menschen sagen
hör es dir an, sie haben Recht
Und sei nicht so egoistisch
Stolz und Hochmut sind nur schlecht

Auf die rechte, auf die linke
Schläge im Zwei-Vierteltakt
Doch Kritik ist stets berechtigt
Jedes Urteil ist ein Fakt

Wenn dein Stolz auch protestiert
Denk daran: Sie haben Recht
Und sei nicht so egostisch
Stolz ist Hochmut - das ist schlecht.

Was ich denke? Ich bin schüchtern,
introvertiert und noch ganz klein
so was kann man wohl nicht ändern
wie könnt ich jemals anders sein?

#58:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 11.11.2005, 18:06
    —
Spekulatia hat folgendes geschrieben:
Hannibal hat folgendes geschrieben:
Ja, der rote Superheld,
der reist immer um die Welt,
und ihn kann keiner besiegen,
denn er kämpft nur gegen Ziegen.

Showdance

@Ralf Rudolfy: Gedicht erinnert mich an mein Praktikum Mit den Augen rollen Bitte nicht!

...

Mama sagt, sie ist halt schüchtern
Und Papa sagt, sie ist noch klein
Mein Lehrer sagt, so ist sie eben
Dann kann sie auch nicht anders sein

Wenn sie so was von mir sagen
senke ich mein Haupt und schweig
Demut ist eine hohe Tugend
und ich bin dazu bereit

Hör was andre Menschen sagen
hör es dir an, sie haben Recht
Und sei nicht so egoistisch
Stolz und Hochmut sind nur schlecht

Auf die rechte, auf die linke
Schläge im Zwei-Vierteltakt
Doch Kritik ist stets berechtigt
Jedes Urteil ist ein Fakt

Wenn dein Stolz auch protestiert
Denk daran: Sie haben Recht
Und sei nicht so egostisch
Stolz ist Hochmut - das ist schlecht.

Was ich denke? Ich bin schüchtern,
introvertiert und noch ganz klein
so was kann man wohl nicht ändern
wie könnt ich jemals anders sein?


Wer hat das geschrieben?
Das ist hübsch. bravo

#59:  Autor: maracuja BeitragVerfasst am: 11.11.2005, 18:10
    —
fällt mir gerade so ein:

der begriff "unanwesend" für "nicht anwesend" stammt von heinz erhardt, der bekannt war für seine kleinen wortschöpfungen.

#60:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 11.11.2005, 19:28
    —
maracuja hat folgendes geschrieben:
fällt mir gerade so ein:

der begriff "unanwesend" für "nicht anwesend" stammt von heinz erhardt, der bekannt war für seine kleinen wortschöpfungen.


Auch vom Heinz Erhardt:


Man nehme

Seit frühester Kindheit, wo man froh lacht,
verfolgt mich dieser Ausspruch magisch:
Man nehme ernst nur das, was froh macht,
das Ernste aber niemals tragisch!

#61: Re: Habt Ihr noch'n Gedicht ??? Autor: sfrWohnort: Athen GR BeitragVerfasst am: 14.11.2005, 10:08
    —
Wendor hat folgendes geschrieben:

Aber natürlich, ist man für sein Aussehen nicht zu verantworten,
und gibt es so manche „runde Ecken und Kanten“,
wo man sich fragt, wem schlag ich nach;
Mama, Papa, Oma, Opa -
oder gar den Tanten?



Det is vom Wendor, siehste. Auf den Arm nehmen
So, nu macht ma,,,,


Variation:

Aber natürlich, ist man für sein Aussehen nicht zu verantworten,
und gibt es so manche „runde Ecken und Kanten“,
wo man sich fragt, wem schlag ich nach;
Mama, Papa, Oma, Opa, Tanten -
oder gar dem Milchmann aus der Stadt??


Lachen Lachen

#62: Re: Habt Ihr noch'n Gedicht ??? Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 14.11.2005, 10:52
    —
sfr hat folgendes geschrieben:
Wendor hat folgendes geschrieben:

Aber natürlich, ist man für sein Aussehen nicht zu verantworten,
und gibt es so manche „runde Ecken und Kanten“,
wo man sich fragt, wem schlag ich nach;
Mama, Papa, Oma, Opa -
oder gar den Tanten?



Det is vom Wendor, siehste. Auf den Arm nehmen
So, nu macht ma,,,,


Variation:

Aber natürlich, ist man für sein Aussehen nicht zu verantworten,
und gibt es so manche „runde Ecken und Kanten“,
wo man sich fragt, wem schlag ich nach;
Mama, Papa, Oma, Opa, Tanten -
oder gar dem Milchmann aus der Stadt??


Lachen Lachen


Nö nö, der Milchmann war's nicht.
Is Kind hat die Augen vom Papi, grünlich.
Besonders wenn die Sonne reinscheint.


Das Kind hatte als Kind - dazu passend -
auch einmal ein paar Sommersprossen auf der Nase
(nüch viel, nur ein paar, aber nu sinse alle wech, schade),
dann weißgemacht wurde, es hinge damit zusammen,
zu lange dem Sonnenregen ausgesetzt gewesen zu sein.

Man(n), die Erwachsenen haben manchmal auch einen ganz schönen Zacken.

#63: Re: Habt Ihr noch'n Gedicht ??? Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 14.11.2005, 20:33
    —
Wer war der Erfinder

der Pellkartoffel? - Garibaldi.
des Brillantringes? - Einstein.
des Kartenspiels? - Picasso.
des Volksaufstandes? - Puccini.
des Büstenhalters? - Ferruccio Busoni.


"Deutsch für Angeber" - na siehste.

#64:  Autor: Der unbekannte GottWohnort: Das alte Europa BeitragVerfasst am: 14.11.2005, 22:22
    —
Aggi aggi!
Agalulu!

#65:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 15.11.2005, 00:03
    —
Der unbekannte Gott hat folgendes geschrieben:
Aggi aggi!
Agalulu!



bepp bepp bepp
Supercalifragilisticexpialidocious Coole Sache, das...

#66:  Autor: RosalieWohnort: im Netz der Netze BeitragVerfasst am: 16.11.2005, 10:39
    —
Der unbekannte Gott hat folgendes geschrieben:
Wendor hat folgendes geschrieben:

Schönebeck,

Schönebeck? Kommt die Dame etwa aus MD oder der Gegend?


Was wär daran so schlimm??? Geschockt

#67:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 16.11.2005, 13:38
    —
Rosalie hat folgendes geschrieben:
Der unbekannte Gott hat folgendes geschrieben:
Wendor hat folgendes geschrieben:

Schönebeck,

Schönebeck? Kommt die Dame etwa aus MD oder der Gegend?


Was wär daran so schlimm??? Geschockt


Ja, hochverehrter Anbetung des lila Einhorns unbekannter Kott,
nun sprich - oder etwa nich?
Was wäre schlimm daran, zu wohnen in Skonebeke idee

#68:  Autor: Der unbekannte GottWohnort: Das alte Europa BeitragVerfasst am: 16.11.2005, 22:08
    —
Wendor hat folgendes geschrieben:
Rosalie hat folgendes geschrieben:
Der unbekannte Gott hat folgendes geschrieben:
Wendor hat folgendes geschrieben:

Schönebeck,

Schönebeck? Kommt die Dame etwa aus MD oder der Gegend?


Was wär daran so schlimm??? Geschockt


Ja, hochverehrter Anbetung des lila Einhorns unbekannter Kott,
nun sprich - oder etwa nich?
Was wäre schlimm daran, zu wohnen in Skonebeke idee

Ich habe nicht einmal impliziert, daß daran etwas schlimm wäre. Es war nur die Erwähnung eines bekannten Ortes, der in der Nähe einer Stadt ist, wo ich lange gelebt habe.

#69: Re: Als der Wendor klein war, mußter inne Kirche,,, Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 22.11.2005, 18:13
    —
Als ich , Wendor, noch klein war und inne Kirche mußte(weil's Mami so wollte),
- war ein Lutherischer ,,,, - jedenfalls habe ich mir in der Kirche immer die Bilder und
die Leute angeschaut. Nahm man immer an, alle die älter waren,
sind schon fast tot, und deshalb machten sie solche ernsten verkniffenen
Gesichter, dazu noch dunkel angezogen. Manche gingen sogar mit Zylinder.

Jedenfalls bemühte ich mich, immer schnell aus deren Dunstkreis zu kommen,
nicht so in deren Nähe zu sitzen. Manche rochen sogar nach „Naftalin“,
das soll Mottenvernichter gewesen sein und den Geruch fand ich besonders schlimm.
Wenn der Kantor dann mit einem ordentlichen Akkord in die Orgel haute,
hielt man sich als Kind die Ohren zu, und hörte ab und zu auch die Erwachsenen tuscheln:
"Der Heini hat heute aber wieder einen 'geladen'."

Mit dem Ausdruck "geladen", konnte man als Kind erst gar nichts anfangen,
bis man dann dahinterstieg: Der Heini hatte Schnaps getrunken.
Er hieß im wirklichen Leben Heini Müller. Heini, war schon ein etwas älteres Semester.
Für uns war er damals schon uralt, so an die fünfzig, hatte eine Haushälterin,
und die hatte nicht nur Haare auf den Zähnen,
sondern auch einen Klumpfuß(wofür sie ja nix konnte) und hieß dazu auch noch Nudelbeck.

Aber vor dieser Haushälterin hatte der Heini schiß.
Und wenn er dann wieder einmal "geladen" nach Hause kam, sang er unterwegs -
wenn er sich allein wähnte, ganz laut - und jetzt kommt es;
also er sang: "Die Tante Nudelbecken, kann uns am .......e lecken."


noseman Schamane in Aktion Bitte nicht! Suspekt Prost

#70: Re: Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 25.11.2005, 07:16
    —
Nur war dem Wendor damals nicht lächerlich zumute.
Zwei Jahre auch zum Vorkonfirmanden- bzw. Konfirmanden-Unterricht zu gehen,
der wöchentlich im Pfarrhaus stattfand, hatte ich auch immer ein mulmiges Gefühl,
wegen der großen dunklen Kreuze im Flur, und dachte immer, dahinter wäre
einer begraben. Wartete dann immer bis die anderen kamen,
dann mit ihnen zusammen ins Pfarrhaus zu gehen. Und konnte es immer nicht fassen,
wie Marianne und Christine - die beiden Pfarrerstöchter - dort nur wohnen konnten.
Hatte es zu Hause aber nie gesagt, um nicht ausgelacht zu werden.

Aber dieser besagte Kantor war ein hervorragender Orgelspieler, sogar später noch,
und war in der Schule auch noch unser Musiklehrer. Wenn die Jungen nicht parierten,
warf er gleich sein Schlüsselbund nach ihnen. Er ging immer topp angezogen.
Die "Tante Nudelbecken" hielt ihn sehr gut in Schuß.



Habe noch sehr gut seine braunen, auf Hochglanz polierten Schuh in Erinnerung.
Er kam immer in Sturmschritt mit offenem Mantel und Hut. Schiß hatten wir alle vor ihm,
ihn von weitem nur zu sehen. Und er wiederum, hatte Schiß vor seiner Haushälterin.
Aber vor der hatten auch wir Kinder Schiß. Sie hatte nicht nur diesen großen Klumpfuß,
sondern auch noch einen großen Knoten auf dem Kopf, ähnlich einer Brezel.




Aaaber ~~~ der Wendor wurde größer und grööößer. noseman
Er wuchs und wuchs, bis zu einem Meter und dreiundsechzig Zentimetern,
und kam somit zu Hihihi Verstand. bravo Pfeifen Pfeifen Pfeifen


Gröhl... Gröhl... Gröhl... Gröhl... Gröhl...

#71:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 28.11.2005, 21:39
    —
Oh oh, ,,,,,,,,,

Denkt Euch, ich hab das Christkind geseh‘n,
ich hab’s überfahren, es war ein verseh‘n.
Ich hatte gerade die Äuglein zu
Und träumte beim Fahren in himmlischer Ruh.
Das Christkind’l hat in dieser heiligen Nacht,
Bekanntschaft mit meinem Kühler gemacht.


Später sah ich auch noch den Weihnachtsmann
Er feuert gerad‘ seine Rentiere an.
Ich überholte den langsamen Wicht,
doch sah ich den Gegenverkehr dabei nicht.
Ich wich noch aus, doch leider nicht Santa,
ein kurzes Rummsen, und er klebte am Manta.


Am Ende sah ich auch noch den Nikolaus,
er stürmte von rechts aus dem Freudenhaus.
Er kam ganz hektisch über die Kreuzung gelaufen,
wollte am Automaten neue Präser sich kaufen.
Mein Auto und mich hat er wohl nicht gesehen,
jedenfalls blieben nur seine Stiefel stehen.


So ist die Moral von dem Gedicht,
fahr' zu schnell dein Auto nicht.
Denn als ich zu Hause war, da musste ich heulen,
mein schöner Wagen, der hatte drei Beulen.
Vom Nikolaus, vom Christkind und von Santa Klaus,
tja das nächste Jahr fällt Weihnachten wohl aus...




noseman Geschockt Bitte nicht! Suspekt Gröhl...


Das habe nicht ich verbrochen, sondern habs gefunden. rose

#72:  Autor: Finril BeitragVerfasst am: 28.11.2005, 22:12
    —
Hoffe mal, das hat noch niemand gepostet, habs nicht durchgesehen.

Das Unmögliche
(Beasts Bounding Through Time)

Van Gogh bittet seinen Bruder um Farbe
Hemingway testet seine Schrotflinte an sich selber
Céline geht als Arzt pleite
die Unmöglichkeit, Mensch zu sein.

Villon als Dieb aus Paris verbannt
Faulkner betrunken in den Gossen seiner Stadt
die Unmöglichkeit, Mensch zu sein.

Burroughs erschießt seine Frau
Mailer sticht auf seine mit dem Messer ein
die Unmöglichkeit, Mensch zu sein.

Maupassant wird wahnsinnig in einem Ruderboot
Dostojewski wird an die Wand gestellt
Crane springt vom Heck in die Schiffsschraube rein
die Unmöglichkeit.

Sylvia, den Kopf im Gasherd wie eine gebackene Kartoffel
Harry Crosby springt in die Schwarze Sonne
Lorca von spanischen Soldaten auf der Strasse ermordet
die Unmöglichkeit

Artaud auf einer Bank im Irrenhaus
Chatterton trinkt Rattengift
Shakespeare ein Plagiator
Beethoven mit einem Hörrohr im Ohr
die Unmöglichkeit die Unmöglichkeit.

Nietzsche unheilbar verrückt
die Unmöglichkeit, Mensch zu sein
allzumenschlich
dieses Atmen
ein und aus
aus und ein

diese verkrachten
Existenzen
diese Feiglinge
diese Champions

diese glorreichen
verrückten Hunde
die das Unmögliche tun
und uns diesen
schmalen Hoffnungsschimmer erhalten.

Charles Bukowski

#73:  Autor: Der unbekannte GottWohnort: Das alte Europa BeitragVerfasst am: 28.11.2005, 22:26
    —
Wendor hat folgendes geschrieben:
...

Onkel Hotte von Dir zitiert?

Apropos FSR:
Ich war gestern bei einer Lesung von Wischmeyer, der Typ ist wirklich krankhaft zynisch...

#74:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 28.11.2005, 22:27
    —
Der Dichter und der Schnüffler.

www.rumviasta_liste.php?pa/de

#75:  Autor: Finril BeitragVerfasst am: 28.11.2005, 22:54
    —
Wendor hat folgendes geschrieben:
Der Dichter und der Schnüffler.

www.rumviasta_liste.php?pa/de


konnte nicht gefunden werden..

#76:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 29.11.2005, 19:02
    —
Finril hat folgendes geschrieben:
Wendor hat folgendes geschrieben:
Der Dichter und der Schnüffler.

www.rumviasta_liste.php?pa/de


konnte nicht gefunden werden..

Haste doch Glück.
Somit kannste keine Zoo-Tierchen bekommen.
Am Kopf kratzen

#77:  Autor: Finril BeitragVerfasst am: 07.12.2005, 21:40
    —
AUs dem Buch "über alles" von Robert Gernhardt

Gebet

Lieber Gott, nimm es hin,
dass ich was besond`res bin.
Und gib ruhig einmal zu,
dass ich klüger bin als du.
Preise künftig meinen Namen,
denn sonst setzt es etwas. Amen.


Ich Sprach

Ich sprach nachts: Es werde Licht!
Aber heller wurd`es nicht.

Ich sprach: Wasser werde Wein!
Doch das Wasser ließ es sein.

Ich Sprach: Lahmer, Du kannst gehn!
Doch er blieb auf Krücken stehn.

Da war auch dem Dümmsten klar,
dass ich nicht der Heiland war.

#78:  Autor: Finril BeitragVerfasst am: 07.12.2005, 21:45
    —
Kein Gedicht aber...

Vom lieben Gott, der über die Erde wandelte

Es begabg sich einmal, als der liebe Gott wieder über die Erde wandelte, dass es dunkel wurde und er am Hause des reiches Mannes anklopfte und um ein Nachtlager bat.
Doch der reiche Mann erkannte nicht, wer da vor ihm stand und so antwortete er: "Tritt herein, unbekannter Fremder, dass ist wohlgetan, dass du bei mir anklopfst. Gleich werde ich dir das schönste Bett im ganzen Haus herrichten lassen, darf ich dich in der ZWischenzeit mit feinen Backwerk und köstlichen Weinen bewirten?"Da gab sich der liebe Gott zu erkennen und sprach erfreut:"Dein Angebot ist sehr freundlich, reicher Mann. Die letzten Male, da ich über die Erde wandelte, musste ich nämlich immer beim armen Mann absteigen. Und da hat es mir, ehrlich gestanden, gar nicht gefallen, bei dem war alles - unter uns gesagt - doch erschreckend ärmlich.
Nach diesen Worten aber schmausten und tranken die beiden nach Herzenslust, und es wurde noch ein richtig netter Abend.

#79:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 08.12.2005, 16:42
    —
Wie könnt' man Lachen, -
das einem immer mehr vergeht,
wenn man sieht -
wie schlimm es um die Staatsfinanzen steht.
Weil viel Geld verfleucht oder verfliegt,
in manch’ fragwürdig zugemülltem Krieg.


Wenn jetzt jemand Antoß nimmt,
hier für irgendwas,
und würd' diese kleinen bescheidenen
Zeilen hier streichen,
also dann, - liebe Leute,
könnt' man Euch etwas Pfeifen Ausrufezeichen

#80:  Autor: Finril BeitragVerfasst am: 08.12.2005, 18:43
    —
Wendor hat folgendes geschrieben:
Wie könnt' man Lachen, -
das einem immer mehr vergeht,
wenn man sieht -
wie schlimm es um die Staatsfinanzen steht.
Weil viel Geld verfleucht oder verfliegt,
in manch’ fragwürdig zugemülltem Krieg.


Wenn jetzt jemand Antoß nimmt,
hier für irgendwas,
und würd' diese kleinen bescheidenen
Zeilen hier streichen,
also dann, - liebe Leute,
könnt' man Euch etwas Pfeifen Ausrufezeichen


Echt schön zynisches Grinsen

#81:  Autor: IvanDrago BeitragVerfasst am: 08.12.2005, 19:02
    —
Deine Geschichte war auch ganz nett... zwinkern (stammt eigentlich irgendwas von dir, Finril?)

#82:  Autor: KonstruktWohnort: Im Barte des Propheten BeitragVerfasst am: 08.12.2005, 20:35
    —
...dann gebe ich jetzt auch mal eine Auswahl meines eigenen Senfes dazu zwinkern

ist ein bißchen viel zu lesen. Ich hoffe ich nerve damit niemanden Verlegen
Ich hab´s noch nie veröffentlich. Aber weil´s hier so schön anonym ist ------>

-Gebrannte Kinder-
ungewollt
abgelehnt
abgegeben
aus Gewissensbissen
herausgerissen
übergeben
mitgenommen
benutzt
verlassen
zurückgeholt
vernachlässigt
belastet
in die Flucht geschlagen
gesucht
doch nie gefunden
ist die Unschuld
des erwachsenen Kindes


-Beziehungskisten-
Angst vor dem verlust meiner Gefühle
verschüttet doch nur in traumatisierter Erfahrung
Angst vor dem verlust meiner Träume
verschüttet doch nur in aromatisierter Sehnsucht
Angst vor dem Verlust meiner Liebesfähigkeit
verschüttet doch nur in amortisierter Trauer
Angst vor dem Verlust meines Selbst
umnebelt von Schatten jedweder Sucht
Wut über den Rest von mir
begebe ich mich von neuem auf die Suche
nach Dir


-Nur eine Denke-
Menschlichkeit ist die Hoffnungslosigkeit
eines Wesens
das sich selbst für Gott hielt
und irgendwann erkennen mußte, daß es ihn selbst erschuf.
Warum also so Frage ich mich in meiner Logik
erkennt sich der Mensch nicht
als das Desaster seiner ewigen Flucht
vor Leiden und vor Loslassen
und beginnt damit
sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Konstruktion und Einordnung der eigenen
subjektiven Welt.


-Alpha &Omega?-
Ich hörte mal
am Anfang war das Nichts.
Ich hörte mal
am Anfang war das Wort.
Ich hörte mal
am Anfang war das Paradies.
Ich glaubte mal
am Anfang war der Wille.
Ich glaubte mal
am Anfang war das Licht.
Heute frage ich nicht mehr, denn mir erscheinen
Anfang und Ende
als Maßstäbe einer Zeit
die nur eine Wegstrecke ist
von Irgendwo nach Nirgendwo


-120BPM-
Das Atom tanzt zusammen mit den Anderen
den Tanz der Moleküle
welcher Leben heißt.


-Gruselkabinett-
Wenn sich die Menschen über ihre Dummheit endlich mal erschrecken könnten bleibe die Welt auch nur was sie schon ist. Ein Gruselkabinett.


-Globalisierung-
Im Westen die Freiheit?
Im Osten die Weisheit?
Im Süden die Leidenschaft?
Im Norden die Ordnung?
Im Zentrum der Egoismus
Im Westen der Konsum?
Im Osten das Chaos?
Im Süden der Hunger?
Im Norden die Kälte?
Im Zentrum der Hass
Im Kreislauf drumherum
die Hoffnung um den Nabel des Seins
fühlt jeder das Maß aller Dinge


Binsenweisheiten die mir so gekommen sind:
- die Banalität unserer Existenz lässt uns so lange schreien, bis wir am Ende doch bloß liegen im hölzernen Schrein

- Haste kein Humor, kriegste nen Tumor

- Humor ist der einzige Weg mich selbst zu ertragen

- Der Sprudel der Gedanken nie versiegt eh der Mensch sich selbst besiegt



und zum Abschluss noch was geballte Kifferscheiße aus meiner Jugend als ich noch zuviel Illuminatus las:
Der Staat hat laut eines schlauen Linken die Armut erschaffen indem er die Gesellschaft in unterschiedliche Klassen von priviligierten und weniger priviligierten spaltete. Eine gesellschaftskrankheit die u.a. dadurch entsteht ist die Arbeitslosigkeit. Da Arbeitslosigkeit nun aber keine Krankheit im eigentlichen Sinne ist, gibt es auch kein Hilfsmittel gegen sie. Sex und Spiele sind geboten. Denn das Gehirn ist das größte Geschlechtsorgann des Menschen. Und kommt es mal nicht zum Zuge so werden aus Männern eben Krieger. Das nationale Sicherheitsbedürfnis steigt. Dieses führt dann wiederum dazu, das der Kampf für nationale Sicherheit zu internationaler Unsicherheit führt. In diesem Chaos der Unterschiede, in diesem komplexesten aller je dagewesenen Gesellschaftssysteme ist Kommunikation das A&O. Aber Kommunikation geht doch nur unter Gleichgestellten, oder? Ach ja, vielleicht ist Dummheit dann die Blockierung der Fähigkeit neue Signale zu empfangen, sie zu integrieren und weiterzuleiten. Willste noch´n Köpfchen?
(dieser Teil ist natürlich gesampelt aus diversen Geistern. Z.B. stark geprägt von T.Leary)


Das war´s Anbetung des lila Einhorns

#83:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 12.12.2005, 22:25
    —
Konstrukt23,
das war aber eine lange Litanei.
Sie muß man einige Male durchlesen, um sie einmal zu verstehen.
Interessant, einiges zu finden und regt die Denke an.

Anbetung des lila Einhorns

#84:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 12.12.2005, 22:58
    —
Aaaber -
nun war Wendor am Sonntag wieder einmal inne Körche.
Nach sooo langer Zeit, zu einem Konzert des 3. Advent
mit der Bezeichnung:
"Weihnachten bin ich daheim.

Lieder und Geschichten zur Advents- und Weihnachtszeit."
Und zwar mit Johannes Sterkel (Bariton aus Wien) und
Professor Leopoldo Saracino (Gitarre, Mailand).

Also, das hat dem Wendor sehr sehr gut gefallen.
Die zwei haben es auch sehr gut drauf.
Auch wenn Wendor ein Kulturbanause ist, würde er sehr wohl
falsche Töne heraushören, wenn es denn welche gegeben hätte.
Hat es aber nicht.

In diesem 90minütigen Programm war wirklich alles enthalten.
Vom "Ende-September-Honigkuchen-WeihnachtsProgramm und Kunstschnee in den Kaufhallen",
wie ebenso von einer "an Diabetis erkrankten Oma", die man gezwungen hatte,
in der Kaufhalle Honigkuchen kosten zu müssen, sie aber nicht wollte,
weil sie nicht durfte, deshalb nach der Polizei rief.

Ebenso die Vorgeschichte des Liedes "Stille Nacht":
"Das Lied "Stille Nacht!" wurde vor allem im Umfeld der Wirkungsstätten
von Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber aufgeführt, wobei sie vorerst nicht
als Schöpfer erwähnt wurden. In ein Salzburger Kirchenliederbuch wurde das
Lied erstmals im Jahr 1866 aufgenommen. Noch zuvor verbreiteten die
Familien Rainer und Strasser das Weihnachtslied über das Tiroler Zillertal (1819)
nach Leipzig (1832) und New York (1839). Katholische und protestantische Missionare
überlieferten das Lied zur Jahrhundertwende in alle Kontinente. Heute sind uns mehr
als 300 Übersetzungen in sämtlichen Sprachen und Dialekten bekannt."
Wurde 1832 ab Leipzig dann richtig bekannt gemacht.
http://www.stillenacht.info/de/stillenacht/d_entstehung.htm
Interessant immer, die jeweilige Kulturhistorie.

Johannes Sterkel und Leopoldo Saracino -
Ach, wie hat sich das kleine Wendor-Herz gefreut,
ob des groooßen Kunstgenusses.
Daß es einer war, hat selbst Wendor erkannt.

http://www.bariton-johannes-sterkel.de/


noseman Coole Sache, das... Showdancebravo bravo bravo rose

#85:  Autor: Femina BeitragVerfasst am: 13.12.2005, 22:21
    —
Imagine

(nach John Lennon)

Stell Dir vor, da wär' kein Himmelreich
- Es ist leicht, probier es nur -
keine Hölle unter uns
Über uns nur Firmament
Stell Dir vor, all das Volk lebte nur für's Heute!

Stell Dir vor, da wären keine Staaten
- Dies ist nicht schwer zu tun -
Niemand zum Morden oder dafür zum Sterben
Und auch keine Religion
Stell Dir vor, all das Volk lebte stets in Frieden!

Stell Dir vor, da wär kein Eigentum
- Ich frag mich, ob Du's kannst -
Da wär kein Grund für Gier und Hunger mehr
Ein Bruderbund der Menschheit
Stell Dir vor, all das Volk hat Teil an dieser Welt!

Mag sein, Du sagst, ich wär ein Träumer
- Ich bin ja der Einzige nicht nur -
Einmal, so hoff' ich, werden wir uns vereinen
Und die Welt wird sein wie Eins!

#86: Re: Vom Knirps „Wendor“, Eselbraune, Panter- und Arsch-Müller. Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 15.12.2005, 10:13
    —
Kramer hat folgendes geschrieben:
Wendor hat folgendes geschrieben:

Ist gar nicht so einfach, mit Erwachsenen - erwachsen zu werden.


Was unterscheidet Dich von einem Künstler? Der Bindestrich. Cool



Hallo, Kramer
nur gut, daß Du "Dein" Portrait ausgewechselt hast.
Mit dem anderen hatte man das Gefühl, die Lapp
Cohn-Bandits Motzen vor sich zu sehen.
Was ja auch nicht schlimm, solange es Dein eigenes wäre.


Gröhl...

#87: Re: Wendor - vom Nikolausi enttäuscht ,,, Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 15.12.2005, 19:04
    —
Lieber guter Nikolaus,


- heute ist der 15. Dezember und nu(n) -
war noch k e i n Diamantarmband bislang in meinem Schuh.
Nun hoffe ich auf den Weihnachtsmann,
ob er mir das Armband wohl bringen kann.


Es ist doch w i r k l i c h ein sehr bescheidener Wunsch,
und möchte auch nichts anderes haben.
Auch keinen Persianer oder andere Gaben.
Halt, ihn hab ich doch schon - er hängt im Schrank
und kommt nicht mehr an die Luft,
weil man denkt, da bekommt man eines aufgebufft.


Nur dieses Armband, es glitzert so fein.
Daran hat man seine helle Freude - als Elsterlein!
Dafür samm'le ich auch keine Briefmarken
oder Münzen mehr,
nur Schmuck, er freut einem Elsterlein sehr.


Das Armband, -
es braucht auch nicht sehr teuer zu sein,
so um die 20.000 bis 30.000 €,
das ist doch wirklich s e h r bescheiden.
- Aber krieg keinen Schreck,
Du kannst es auch bezahlen - mit einem Scheck.
Mußt nur darauf achten,
daß ein Zertifikat liegt auch dabei,
sonst hat man am Ende - ein "faules Ei".


Ich will auch immer nett und freundlich sein,
und machen -
in Zukunft auch mehr keine dummen Sachen.
Nun werd’ ich warten bis Weihnachten hübsch und fein
und werd’ auch versuchen, immer schön artig zu sein !!!!!



noseman showtime bravo bravo bravo rose

#88: Re: Habt Ihr noch'n Gedicht ??? Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 22.12.2005, 19:14
    —
Alle Jahre wieder? Alle Jahre wieder!

Geschenke kaufen, Kuchen backen,
Brutzeln, Braten, Reinemachen,
jedes Jahr dieselbe Tour
und man fragt: - Was soll das nur?


Hetzt sich hierhin, hetzt sich dorthin,
immer noch das gleiche Spiel:

Alle Jahre wieder,
kommt der Weihnachtsmann,
dann singen alle frohe Lieder,
so gut man eben kann.


Auch Oma und das HänschenKlein,
reih’n sich ebenfalls in die Runde ein.
Sogar der Opa versucht zu singen,
von Glöckchen, - die noch immer klingen!
Lachen

Mutter, Vater und Geschwister,
alle stimmen in den Chor mit ein,
singen ein Lied nach dem ander’n,
und es klingt so 'himmlisch' und so fein.


So vertreibt man sich die Zeit -
und wartet, bis es dann soweit:
lautstark an die Türe pocht -
und die Kinder freudig schrei’n:


„H u r r a, H u r r a,
der Weihnachtsmann, der Weihnachtsmann,
- nun ist er endlich da !!!“




noseman bravo bravo bravo bravo bravo Zustimmung





Allen ein friedliches Weihnachtsfest
und ebenso friedliches Jahr 2006.
Wir werden es brauchen können.

#89:  Autor: Umunmutamnak BeitragVerfasst am: 22.12.2005, 20:11
    —
Kleines Pandämonium


Ich suchte Geister und Dämonen,
die tief am Grund der Meere wohnen.
So taucht ich in fiktivem Wahn
Hinab zum Grund vom Ozean.

Da seufzen sie und flüstern
In rostigen Kanistern!
Ein Basilisk in einem Faß
Haucht sehnsuchtvoll in tiefem Baß
Von moosigen Zisternen
Von schummrigen Tavernen,
doch kraftlos, und nur wenig lüstern.

Da spült mich eine Welle
An eine Uferstelle.
Und schneller gings, als ich verstand,
Ich landete in Griechenland.

Erschreckt sah ich die Nymphen,
Tritonen und Mänaden!
Sie saßen in den Sümpfen,
als wärn sie dicke Maden.

Am schlimmsten gings den Musen:
Sie hausen in Kloaken!
Sehn aus wie bleiche Kraken
Mit übergroßen Busen.

Da war es klar: all die Dämonen,
die einst sich in der Welt geregt,
heut in den Menschenköpfen wohnen,
ganz seltsam tief und unbewegt.

Osiris – einst ward er zerstückelt
In eine Mumie eingewickelt.
wie Eris, Oizys, Trug und Streit,
Verhängnis, Gram und falscher Eid –
Wie Momos, Tadel, andre Seuchen
Und urzeitliche Vogelscheuchen.

Doch freilich sind sie längt veraltet,
und namenlos in Spuk und Traum –
doch sie sinds , was im Innren waltet,
die Köpfe sind ihr Lebensraum.

Oh ihr Dämonen! schwer berüchtigt,
die ihr das Gute stets bekriegt!
Seid im Fantasma längst verflüchtigt,
und bleibt so weiter unbesiegt.

Doch so sind Menschen heut gedrechselt,
daß jeder alles gleich verwechselt.
Sie sind erfüllt von Scham und Zweifel,
und kennen nicht mal mehr den Teufel.
Jetzt nagt es tief an ihren Seelen,
weil ihnen die Geschichten fehlen.


















#90:  Autor: Umunmutamnak BeitragVerfasst am: 29.12.2005, 21:10
    —
Dies Forum ist ja recht anregend (so muß ich wenigstens meine Freunde nicht ständig bequatschen)
wollte meinen Gedicht-Beitrag von vor ein paar Tagen noch ein bißchen verbessern/erweitern - eine "Edit-Taste" stand nicht zur Verfügung, deshalb ein neues posting.


Kleines Pandämonium (zweite Version)


Ich suchte Geister und Dämonen,
die tief am Grund der Meere wohnen.
So taucht ich in fiktivem Wahn
Hinab zum Grund vom Ozean.

Da seufzen sie und flüstern
In rostigen Kanistern!
Ein Basilisk in einem Faß
Haucht sehnsuchtvoll in tiefem Baß
Von moosigen Zisternen
Von schummrigen Tavernen,
doch kraftlos, und nur wenig lüstern.

Da spült mich eine Welle
An eine Uferstelle.
Und schneller gings, als ich verstand,
Ich landete in Griechenland.

Erschreckt sah ich die Nymphen,
Tritonen und Mänaden!
Sie saßen in den Sümpfen,
als wärn sie dicke Maden.

Am schlimmsten gings den Musen:
Sie hausten in Kloaken!
Sahn aus wie bleiche Kraken
Mit übergroßen Busen.

Ein Löwenkopf trat jetzt herzu,
ein Windgott wohl, sein Name: Schu.
Verließ mit schaurigsten Gelübden
Die alte Heimat, Alt-Ägypten.

Ein Windgott aus dem letzten Loch,
der fehlte mir gerade noch!

So hub er an: "Oh Urdämonen,
und schattenhafte Unpersonen!
Als alles sich noch eng umschlang,
und Luft und Erde sich durchdrang,
warn wir so frei und fuhrn dazwischen,
die Elemente zu entmischen!
So gings hindurch – von innen –
Und mit scharfer Schneide –"

"Ich kann mich nicht entsinnen.
Doch es klingt gut, nach Blut und Eingeweide!"

Erwidert Totengott Osiris,
vor Wahn flackert im Aug die Iris.
(sein Körper würde einst zerstückelt
in eine Mumie eingewickelt)

"Heut denkt man nicht mehr demiurgisch,
und so ein Eingriff läuft chirurgisch!"
So sprach zu Schu ein Schleim-Polyp
(bestimmt war er ein Archetyp!)

Drauf Schu: "Du bist nicht tolerant,
das bringt mich außer Rand und Band!".

Schon öffnet sich ein Gruselschloß
Von Nemesis und Thanatos,
von Oizys, Eris, Trug und Streit,
Verhängnis, Gram und falscher Eid,
von Momos, Gram, und andren Seuchen
und urzeitlichen Vogelscheuchen.

Verstört verstand ichs: die Dämonen,
die einst sich in der Welt geregt,
heut in den Menschenköpfen wohnen,
ganz seltsam tief und unbewegt.

Man hört sie im Düstern
oft Flüstern und Knistern,
ganz spät in der Nacht, wenn die Wellen sich kräuseln
und seltsame Winde uns magisch umsäuseln!

Wahrscheinlich sind sie längt veraltet,
und namenlos in Spuk und Traum –
sie sind es, was im Innren waltet,
die Köpfe sind ihr Lebensraum.

Oh ihr Dämonen! schwer berüchtigt,
die ihr das Gute stets bekriegt!
Seid im Fantasma längst verflüchtigt,
und bleibt so weiter unbesiegt.

Doch so sind Menschen heut gedrechselt,
daß jeder alles gleich verwechselt.
Sie sind erfüllt von Scham und Zweifel,
und kennen nicht mal mehr den Teufel.
Jetzt nagt es tief an ihren Seelen,
weil ihnen die Geschichten fehlen.

#91:  Autor: KonstruktWohnort: Im Barte des Propheten BeitragVerfasst am: 05.01.2006, 20:08
    —
Flexibilismus

Der moderne Mensch
im Kapitalismus
wird so flexibel gemacht
das zuerst das Band
zu seinem Mitmenschen zerreißt
und letztlich sein
Selbst

#92:  Autor: Tarvoc BeitragVerfasst am: 05.01.2006, 20:51
    —
Wenn es so
flexibel
war,
wieso
ist es dann
zerrissen?

#93:  Autor: Rudolf BeitragVerfasst am: 05.01.2006, 21:01
    —
Konstrukt23 hat folgendes geschrieben:
Flexibilismus

Der moderne Mensch
im Kapitalismus
wird so flexibel gemacht
das zuerst das Band
zu seinem Mitmenschen zerreißt
und letztlich sein
Selbst


Tarvoc hat folgendes geschrieben:
Wenn es so
flexibel
war,
wieso
ist es dann
zerrissen?


Lies genau: Nicht das Band, sondern der moderne Mensch im Kapitalismus wurde so flexibel gemacht. Ich mag das Gedicht auch nicht, aber DAS kannst du ihm nicht unterstellen Ausrufezeichen

#94:  Autor: Umunmutamnak BeitragVerfasst am: 05.01.2006, 21:03
    —
schnell zusammengstöpseltes Spontan-Gedicht


Narziss (frei nach Ovid)


Narcissos einst sein Spiegelbild entdeckte
- in einem Bach - ein Bild, das sein Verlangen weckte.
Er beugte sich verliebt über die Fluten,
doch nicht gelöscht warn seine Gluten!
Da sieht er etwas Fremdes, Unbekanntes -
er küßt sein Bild, da zitterts, gleich verschwand es.

O.K., O.K., Antik, langweilig!! Schnellvorlauf!!

(der Rest soll klingen wie ein Band im Schnellvorlauf)

Kurz: Narziss verstimmt von des Bildes Verschwimmen
ergrimmt überhört er auch Echo und Stimmen -
er mußte verkümmern,
hört nicht auf zu wimmern.
Was wird aus der Nulpe?
So eine Art Tulpe.

#95:  Autor: Umunmutamnak BeitragVerfasst am: 05.01.2006, 21:16
    —
Fortsetzung:

Narcissos war der Wegbereiter,
doch heute sind wir technisch weiter.
Daß man sich dauerhaft bespiegelt,
wurde genialisch ausgeklügelt.

Die Anlagen: höchst raffiniert!
Die Echo-Nymphe integriert.

#96:  Autor: korf BeitragVerfasst am: 05.01.2006, 21:16
    —
Wenn Du den Bovist vermisst
Wird Dir bewusst,
Daß Du bovistlos bist.

#97:  Autor: CriticWohnort: Arena of Air BeitragVerfasst am: 07.01.2006, 05:20
    —
Zitat:
SHAKESPEARIAN MULTICS

Ah, another daye hath bit ye olde dust.
What cometh on the morrow?
Mayhap bugs, those insidious wretches,
Scuttling from 'neath olde lystings.
Or the Spectre of a Crash, 0 glorious Pain.

We are possessed of Daemons, great and small,
Who watch our daily processes, bumping at a whim
Those who hoard not their bits and bytes.
Our lives trickle away down the queue,
To be lost forever in the labyrinth of Rings,
Looping blindly down the corridors of Time.
The objects of our lives are not free,
But are tightly bound
To the Root of the World.

And yet, such is our quota.
We are all terminally ill
And virtually mad.

Robert Matern writes: Don't know who wrote the Shakespearian Multics. We got it from Dave Eastman or Peter Ames (our Honeywell hardware reps), if I recall correctly... about 1987 or so...


Quelle: http://www.multicians.org/enwgs-humor.html

#98:  Autor: PugWohnort: New Sodom (Karlsruhe) BeitragVerfasst am: 10.01.2006, 23:24
    —
Geboren in Bedrängnis
Und an eine Sau gelegt
Den Zitzen zum Verängnis
Milch in beide Ohren
So offen Ärgernis erregt
Gealtert in Vergängnis
Tod sei dank nicht neu geboren

(aus "TOT NACH NOTEN" von Till Lindemann)

#99:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 11.01.2006, 00:47
    —
Der Dichter

Da war er wieder.
Er ging gerade vorbei.
Hast du es gehört?
Wie er mit den Versen raschelte?
Er lässt sich nicht belehren
und macht es noch immer
dieses Papiergeräusch.

#100:  Autor: DerKleineHerrFriedemannWohnort: Salzburg/Ö BeitragVerfasst am: 11.01.2006, 20:12
    —
bravo

BRAVO @ alle - ich bin beeindruckt und hoch erfreut! Seeehr konspirativ gehts hier zu! Smilie




Ick sitze da und esse Klopps.
Uff eenmal kloppt's.

Ick denke, staune, wundre mir,
uff eenmal jeht se uff, de tür.

nanu, denk ick, ick denk: nanu,
jetzt jeht se uff - erst war se zu!

Ick jehe hin und kieke.
Und wer steht draußen? - Icke!



- ist aber nicht von mir selbst, der Verfasser ist anonym (offensichtlich einE BerlinerIn?) Nachzulesen jedoch in Otto Best: "Lexikon der Literaturwissenschaft" oder so ähnlich - als Beispiel unter dem Artikel "Nonsenslyrik"

#101:  Autor: Umunmutamnak BeitragVerfasst am: 13.02.2006, 21:02
    —
Mist. Schon wieder hier.

Ein Gedicht des polnischen Satiriker Julian Tuwim. (1894 bis 1953) Es ist abgedruckt in H.M. Enzensbergers "Museum der modernen Poesie".

Ich weiß nicht warum, aber ich hatte das dringende Bedürfnis, mich als "lyrisches Trüffelschwein" zu profilieren.

Ich gebe das Gedicht einfach ein und habe am Ende noch eine Frage. Ich betone gegenüber der Administration, daß dies alles geltendem Urheberrecht zuwider läuft - glaube aber, daß sich der oder die Rechteinhaber über den Verstoß weniger beschweren denn freuen würden. Grundlage dieser Vermutung ist allerdings lediglich, daß ich vor ein paar Jahren ein Telefonat mit dem Übersetzer geführt hatte.


Julian Tuwim:


Bürger

Schreckliche Burgen. Burgen auf Bergen
beherbergen schrecklich schreckliche Bürger.
An Wänden wächst der Pilz wie an Särgen.
Finsterer Winter, frostiger Würger.

Seit frühem Morgen schelten sie, schnaufen,
weil Schnee, weil teuer, weil dies, weil das da.
Ein bißchen sitzen, ein bißchen laufen,
und alles Wahnsinn. Phantome. Basta.

Prüfen die Uhren, prüfen die Taschen,
zupfen an Schlipsen, glätten die Bärte.
Gehen herab in stolzen Gamaschen
von ihren Burgen - auf unsre Erde.

Und wie sie gehen, peinlich verschlossen,
sehen zur Rechten, sehen zur Linken.
Und sehend - sehen sie unverdrossen
alles in einem: den Baum... und den Schinken..

Die Zeitung nehmen sie in die Finger
wie Brei und kaun und kaun diese Massen,
bis ihre Schädel, vom Zeitungsdünger
gebläht, ganz dick sind und nicht mehr fassen.

Und schwatzen wieder, sehr ernst und ernster,
daß Gott... daß Rußland... daß Festlichkeiten...
In Schichten wachsen Geschwätzgespenster
und schwimmen scheußlich im Meer der Zeiten.

Am Abend sinken die übertrieben
geschwellten, immer schwereren Birnen.
Spähn unter Betten, suchen nach Dieben,
stoßen ans Nachtgeschirr mit den Stirnen.

Und wieder prüfen sie Taschen, Zettel,
geflickte Hinterteile, Geschwüre,
heilige Habe, den Bürgerbettel,
das eigentümlich, ausschleißlich Ihre.

Dann beten sie noch:" Laß Gnade walten..
schütz uns vor Hunger... vor Krieg.. vor Schurken"
und schlafen ein, die Fressen in Falten,
schreckliche Bürger in schrecklichen Burgen.



(sorry für evt. Rechtschreibfehler etc..)


Frage: (kann es jetzt leider nicht besser ausdrücken) Hat die deutsche Sprache eine Zukunft?
(es handelt sich ja hier nur um eine Übersetzung aus dem Polnischen)

#102:  Autor: KonstruktWohnort: Im Barte des Propheten BeitragVerfasst am: 21.02.2006, 11:11
    —
mensch 2000

mensch
eingesperrt in
gefühlloser leistungsgesellschaft

schein zählt
nicht sein

freude und fröhlichkeit
erstickt im gewirr
krankmachender pflichten

liebe verliert sich
im sand von intrigen und macht

zu stein erstarrte herzen
verharren in selbstgefälligkeit
und zweifeln

lügen pflastern
tägliche alltagswege

sehnsüchte nach innerlichkeit
auf morgen verschoben

jagd nach anerkennung
verhindert ruhe und besinnlichkeit

einsamkeit und egoismus
einzige weggefährten

mutlosigkeit
statt lebensfreude
und ehrliche gefühle

wie lange
wird es so weitergehen
fragt sich so mancher

... denkt jedoch nicht
an veränderung ...


eva duwe
(Edition L "Das Gedicht"; Czernik-Verlag 2000)

mehr unter: http://www.evaduwe.de/1.html

#103:  Autor: lu.gal BeitragVerfasst am: 09.03.2006, 12:52
    —
Sehnsucht

Was treibt mich nur umher, mein Herz?

Vermag es nicht zu sagen...

es brennt in mir ein heißer Schmerz,

quält mich an allen Tagen.


Ich schau´auf Berge, See und Land,

such´ Trost im Alltag´s Leben,

halt´ mich fern von jeder Schand´,

will der Schönsten Alles geben.


Ob es gibt, die Eine dort?

Möcht´zu gerne um sie werben,

such´schon lang´, an jedem Ort,

werd´wohl traurig, einsam sterben.

}.-]

#104: Frühling Autor: walli BeitragVerfasst am: 20.03.2006, 07:48
    —
Sehnsucht nach dem Frühling

Wo ist er, unser Frühling,
wir suchen ihn schon lange,
da hüpft ein kleiner Sperling,
dem wird bald auch schon bange.

Er hätt so gern ein Würmchen
anstatt nur immer Körner,
oh bleib doch weg, du Stürmchen,
wir hätten ´s lieber wärmer.

Der Schnee bedeckt die Wiesen
mit seiner eiskalten Pracht,
Blumen würden gerne sprießen,
doch ´s ist noch Winter, der ganz laut lacht.


Walli

#105: Re: Ode an die Schneeglöckchen Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 22.03.2006, 15:06
    —
<center>Schneeglöckchen –

wir grüßen Dich, Du Blümchen unserer Wiesen.
Wir freuen uns, Dich hier zu sehen,
und wollen Dich begrüßen.


Freude Dir, als Ausdruck unseres Dankes -
dafür, daß Du wieder bist erschienen,
wo Du so niedlich und so klein,
ein wirklich zartes Blümelein.


Mit Wehmut denke ich daran,
wenn Du bald wieder bist gegangen.
Auf Wiedersehn im nächsten Jahr:
Von Hänsel, Gretel, Franz und Frieder,
der gesamten Kinderscharr.
</center>
Lachen Lachen Lachen Lachen Lachen

#106:  Autor: suckerWohnort: wenn ich das wüsste... BeitragVerfasst am: 22.03.2006, 20:28
    —
Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm,
beim Wessi ist es andersrum.

Lachen

#107:  Autor: suckerWohnort: wenn ich das wüsste... BeitragVerfasst am: 22.03.2006, 20:32
    —
Dunkel wars, der Mond schien helle
als ein Auto blitzeschnelle
langsam um die Ecke bog


Drinnen saßen stehend Leute
schweigend ins Gespräch vertieft


Als ein totgeschoßner Hase
auf ner Sandbank Schlittschuh lief

#108:  Autor: SpekulatiaWohnort: ja BeitragVerfasst am: 23.03.2006, 16:40
    —
sucker hat folgendes geschrieben:
Dunkel wars, der Mond schien helle
als ein Auto blitzeschnelle
langsam um die Ecke bog


Drinnen saßen stehend Leute
schweigend ins Gespräch vertieft


Als ein totgeschoßner Hase
auf ner Sandbank Schlittschuh lief

... und auf einer blauen Bank
die rot angestrichen war
saß ein blondgelockter Jüngling
mit kohlrabenschwarzem Haar
neben ihm nicht alte Schrulle
die war höchstens 17 Jahr
und sie aß ne Butterstulle
die mit Schmalz bestrichen war

... oder so ähnlich

#109:  Autor: SanneWohnort: Nordschland BeitragVerfasst am: 23.03.2006, 17:20
    —
Dunkel wars, der Mond schien helle,
lautlos dröhnte die Natur
als ein Wagen blitzeschnelle
langsam um die grade Ecke fuhr.
...

Die Kuh, die saß im Spatzennest
mit sieben jungen Ziegen
sie feierten ihr Hochzeitsfest
und fingen an zu fliegen.

Der Esel zog Pantoffeln an
und ist übers Haus geflogen
und wenn das nicht die Wahrheit ist
so ist es doch gelogen.

#110:  Autor: suckerWohnort: wenn ich das wüsste... BeitragVerfasst am: 23.03.2006, 20:07
    —
Sanne hat folgendes geschrieben:
Dunkel wars, der Mond schien helle,
lautlos dröhnte die Natur
als ein Wagen blitzeschnelle
langsam um die grade Ecke fuhr.
...

Die Kuh, die saß im Spatzennest
mit sieben jungen Ziegen
sie feierten ihr Hochzeitsfest
und fingen an zu fliegen.

Der Esel zog Pantoffeln an
und ist übers Haus geflogen
und wenn das nicht die Wahrheit ist
so ist es doch gelogen.



danke hatte ich vergessen

#111:  Autor: lu.gal BeitragVerfasst am: 25.03.2006, 08:10
    —
Das Liebeslicht



Im Herzen heiß, da brennt ein Licht,

so hell und klar wie Feuer,

das spiegelt sich auf dem Gesicht,

ist Lust und Abenteuer.


Und wer nicht weiß, wovon ich red´,

soll schau´n zur Frühlingszeit,

wenn Hand in Hand ein Pärchen geht,

das sich erst grad´ gefreit.


Sie herzen sich, sind froh und heiter,

ich seh´sie geh´n im Sonnenlicht,

schreiten fort, geh´n weit und weiter,

zu folgen, das vermag ich nicht.


Denn dazu fehlt die Liebste mir,

an meiner Seit´, an meiner Hand,

doch steh´ ich ganz alleine hier,

und sehe wie das Licht verschwand.

}.-]

#112: Etwas zu Ostern: Hier - spricht - der Hahn. Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 14.04.2006, 17:46
    —
Etwas zu O S T E R N

Am Gründonnerstag, ist es üblich unbedingt zum Frühstück ein gekochtes Ei zu essen, aber kein hartgekochtes. Schön in einem Eierbecher und mit dem Töffel ausgelöffelt. Wenn es geht, von Nachbars glücklichen Hühnern: gaak gakgak gaaak tuck, tuck, tuck, tuck.
Denn glücklich sind die wirklich. Sie dackeln den ganzen Tag auf der Wiese herum und picken und suchen sich kleines Gewürm. Wenn sie scharren, fliegen die Grasbüschel nur so.
Aber der Nachbar ist gescheit, hat die Wiese in zwei Hälften abgeteilt(er hat ja genug Platz), daß sich jeweils ein Stück Wiese immer wieder erholen kann.
Also, Huhn, was willst Du mehr. Dann gibt es da auch noch einen Chef, der da kräht auf dem Mist, und sagt einem das Wetter, daß es sich vielleicht ändert, oder es so bleibt, wie es ist.



UND *H-i-e-r * s-p-r-i-c-ht* der H-a-h-n!

ICH - rege mich jämmerlich über a l l e s auf, was sich so meiner Hühnerbrigade nähert:
dak, dakdak dak daaak. Tuck tuck tuck tuck, twoaaack.
Auch wenn ein Habicht oder Milan in der Luft kreist ebenso, das ist das Zeichen für meinen Futtergeber, sich um das kleine von mir nicht so akzeptierten Gemüse, den Küken, zu kümmern. Da so eine Graufeder sich oftmals schon eines holte. Aber, na ja, die wollen schließlich ja auch nur ihren Magen beruhigen, sonst würden sie ja vom Himmel fallen.

Auch kann es schon einmal vorkommen, daß ich sogar meinen Körnergeber nicht ausstehen kann und versucht habe, mich mit ihm anzulegen. Was ich dann doch meist unterlasse, der hat doch tatsächlich keine Angst vor mir?
Dafür such ich mir dann die etwas kleineren Menschen aus. Die können so schön laut grölen, wenn ich sie scheuche.
Nun werde ich mich lieber wieder benehmen, sonst nehmt Ihr noch an, ich wäre immer so. Nein, nicht immer. Nur, wenn ich besonders aufgekratzt bin. Muß wohl am Wetter liegen.
Also, hoch auf dem Mist und nachgesehen, wie das Wetter wird, oder ist./bh.Wendor



noseman Auf den Arm nehmen Nänääänää Na Und!

#113:  Autor: Lissie BeitragVerfasst am: 14.04.2006, 20:11
    —
Vorsicht, den Bukowski, den Fried und womöglich auch den Tucholsky solltet Ihr nur auszugsweise zitieren. Alles, was jünger als 80 Jahre ist, kann zu Urheberrechtsproblemen führen, wenn ein Verlag die Rechte für die Gedichte hat. Und die suchen im Internet danach und "kümmern sich darum": http://www.literaturcafe.de/bf.htm?/ebook/roeder.shtml

#114:  Autor: lu.gal BeitragVerfasst am: 15.04.2006, 00:48
    —
Liebesende



Nur graus´ges Schicksal, der Götter blinde Wut,

zerschmettert das, was zart erst blüht!

Wird´s niemals heil, nie auch gut,

war mein Hoffen so verfrüht?


Kann es sein, daß Sehnsucht sei wie Sünde,

ein verdorben Gut, das Strafe will?

Als ob der Teufel vor mir stünde,

schwarz und hart und mit Gebrüll:


"Nieder!", schreit er, und schlägt zu,

eiserne Faust gibt mir die Kunde:

"Dir laß´ ich im Leben keine Ruh´,

nicht Tag, noch Nacht, nicht eine Stunde!"



}.-]

#115:  Autor: AutumnWohnort: Chemnitz BeitragVerfasst am: 15.04.2006, 00:54
    —
ich hab letztens für meine beste freundin mal ein gedicht geschrieben, weil die das irgendwie im englisch lkurs machen müssen... ich finds fett!!

leavin' my love

love is like a sickness full of pain

but tryin' to resist will be in vain

All my faith is raped away

And I hope there will come a day

I'll manage to put your photo aside

and swallow the fact our love has died

But today I can not let you go

just because I love you so

I guess I'm just not worth the sorrow

you feel in your heart 'til tomorrow

I see you suffer under things i've done

but baby I swear I will be gone...


man beachte die 2 Stilmittel
zwinkern

#116:  Autor: lu.gal BeitragVerfasst am: 15.04.2006, 01:04
    —
@Autumn:

}.-]

#117:  Autor: AutumnWohnort: Chemnitz BeitragVerfasst am: 15.04.2006, 01:10
    —
lu.gal hat folgendes geschrieben:
@Autumn:

}.-]


danke!!!!
hach ich hab fans Ich liebe es...

#118:  Autor: lu.gal BeitragVerfasst am: 15.04.2006, 01:23
    —
Autumn hat folgendes geschrieben:
lu.gal hat folgendes geschrieben:
@Autumn:

}.-]


danke!!!!
hach ich hab fans Ich liebe es...


Und wie gefallen Dir meine?

}.-]

#119:  Autor: AutumnWohnort: Chemnitz BeitragVerfasst am: 15.04.2006, 01:25
    —
die find ich richtig genial... also ich will jetz ne schleimen oder so ehrlich aber die sind risch fett (würde man hier so sagen zwinkern )
das einzige , was mir nich gefällt ist die tatsache, dass da mehr stillmittel als bei mir drinstehn zwinkern
nee aber ehrlich Mein lieber Hr. Gesangsverein!

#120:  Autor: lu.gal BeitragVerfasst am: 15.04.2006, 01:31
    —
Autumn hat folgendes geschrieben:
die find ich richtig genial... also ich will jetz ne schleimen oder so ehrlich aber die sind risch fett (würde man hier so sagen zwinkern )
das einzige , was mir nich gefällt ist die tatsache, dass da mehr stillmittel als bei mir drinstehn zwinkern
nee aber ehrlich Mein lieber Hr. Gesangsverein!


Danke! Sehr glücklich
Sowas bekomme ich aber nur hin, wenn ich in der entsprechenden Stimmung bin...

Wie hier:

http://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?p=452564#452564

}.-]

#121:  Autor: walli BeitragVerfasst am: 15.04.2006, 14:49
    —
wer aus Absicht etwas tut,
der hat vielleicht Mut,

wem aus Versehen was passiert,
der verliert.

#122:  Autor: lu.gal BeitragVerfasst am: 15.04.2006, 14:57
    —
Heißer noch als Höllenglut,

brennt verschmähter Weiber Wut.

}.-]

#123:  Autor: Evilbert BeitragVerfasst am: 15.04.2006, 21:58
    —
Ihr könnt das gut, ich muss euch bei-
pflichten
doch bitte hört jetzt endlich auf zu
dichten!

#124:  Autor: lu.gal BeitragVerfasst am: 16.04.2006, 02:28
    —
Evilbert hat folgendes geschrieben:
Ihr könnt das gut, ich muss euch bei-
pflichten
doch bitte hört jetzt endlich auf zu
dichten!


Noch ganz dicht?

bad

}.-]

#125:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 17.04.2006, 22:45
    —
Das Mofa

von mir - entstanden aus einigen Jahren Berufserfahrung

Es war ein Mofa, ein gutes Stück,
das lief tadellos und blieb nie zurück.
Da kam ein Sandkorn. Ganz ungesehen
fiel's in die Zündung. Und das Mofa blieb stehn.

Dieses Mofa gehörte dem Mann,
der alles weiß und alles kann.
er wußte, wie man tapeziert
und auch wie man ein Türschloß schmiert.

Auch kennt er einen, der einen kennt,
der weiß, wie man guten Wodka brennt.
Auch hat er schon mal zugeschaut
wie man auf einen Nagel haut.

Er weiß auch, wie man Schläuche flickt
und beim montier'n ein Loch reinzwickt.
Und wie man Mofas reparieren kann
steht in der Zeitschrift "Selbst ist der Mann!"

Zuerst hat er das Mofa mal geschüttelt,
dann am Vorderrad gerüttelt,
und als der Motor noch immer stand,
schob er es kräftig vor eine Wand.

Dann öffnete er mit einem Beil
des Motors poliertes Seitenteil
und sah mit einer Lesebrille
in einer Zündanlage Fülle.

"Oh!" sprach er dann nach zwei Sekunden,
"den Fehler hätte ich gefunden!"
Mit einer Zange, wie gemein,
drang er in die Zündung ein.

Ein Kabel, das er da erwischt,
zog er heraus ans Tageslicht.
Dann trat er aufs Pedal mit Kraft.
Das Mofa zeigt sich abgeschlafft.

Drauf schmierte er mit Kennermiene
und Öl aus seiner Nähmaschine
den Kerzenstecker und die Kerze.
Wie freut sich da das Bastlerherze!

Der Motor schwieg sich weiter aus.
So baut er den Vergaser aus.
Den Schieber feilt er ab sodann,
damit der Motor atmen kann.

Doch bei dem nächsten Startversuch
entrang sich ihm ein schlimmer Fluch,
so oft er auf's Pedal auch stieg,
der Motor ganz beharrlich schwieg.

Nun griff der Mann, oh welch ein Jammer,
zu einem dicken, schönen Hammer.
Ein Meisel fand sich auch noch an,
jetzt kam erst mal die Kupplung dran.

Die war dann auch sehr schnell zerlegt,
man schafft was, wenn man flott sich regt!
"Ha," sprach der Mann, " das wär gelacht!
Ein Kenner sowas selber macht!"

Als dann das Mofa noch immer stand
schob er es fünfmal gegen die Wand.
Und er erkannte voll Verdruß,
daß es nun doch in die Werkstatt muß.

#126:  Autor: lu.gal BeitragVerfasst am: 18.04.2006, 00:32
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:

Den Schieber feilt er ab sodann,
damit der Motor atmen kann.


Lachen Daumen hoch! Mr. Green

Hab´ich auch gemacht, allerdings damit die Kiste schneller rennt...

}.-]

#127:  Autor: Ralf Rudolfy BeitragVerfasst am: 19.04.2006, 19:55
    —
Gegenmittel


Wenn du wieder keinen Schimmer
hast, was helfen kann, wenn du
von Liebeskummer arg geplättet
bist, gibt’s etwas, das dich rettet:
Setz Wasser auf, tu Salz dazu
Nudeln helfen immer.

Ein großer Teller warme Pasta
dick mit Parmesan bestreut
mit Pesto oder Bolognese
bestätigt schnell die Eingangsthese.
Du stellst fest und bist erfreut:
Weg ist der Herzschmerz, basta!

#128:  Autor: Umunmutamnak BeitragVerfasst am: 19.04.2006, 20:00
    —
Ich bin ja nun möglicherweise so etwas wie ein "angehend-offizieller" Jude. Da wären über Pessach Nudeln ganz besonders strengstens verboten!! (P. dauert noch ein paar Tage..)

In solchen Lebenslagen bleibt wohl nur der nudelfreie Weltschmerz..

#129:  Autor: Ralf Rudolfy BeitragVerfasst am: 19.04.2006, 20:07
    —
Umunmutamnak hat folgendes geschrieben:
Ich bin ja nun möglicherweise so etwas wie ein "angehend-offizieller" Jude. Da wären über Pessach Nudeln ganz besonders strengstens verboten!! (P. dauert noch ein paar Tage..)

In solchen Lebenslagen bleibt wohl nur der nudelfreie Weltschmerz..

Wer sich religiösen Eßverboten unterwirft, der verdient wohl den Schmerz.

#130:  Autor: Umunmutamnak BeitragVerfasst am: 19.04.2006, 20:18
    —
Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Umunmutamnak hat folgendes geschrieben:
Ich bin ja nun möglicherweise so etwas wie ein "angehend-offizieller" Jude. Da wären über Pessach Nudeln ganz besonders strengstens verboten!! (P. dauert noch ein paar Tage..)

In solchen Lebenslagen bleibt wohl nur der nudelfreie Weltschmerz..

Wer sich religiösen Eßverboten unterwirft, der verdient wohl den Schmerz.


Hm. Hm.

Darf ich dezent an etliche Diskussionen über Vegetarismus, Veganismus u.ä. erinnern?
Es gibt doch auch garantiert eine (religiös neutrale) Fraktion der "Anti-Nudel-Esser". Oder nicht?

Gut, im orthodoxen Judentum ist es schon zuweilen etwas lustig, was man zu welcher Gelegenheit essen darf, und was nicht. Ich würde sogar behaupten, daß diese Gebote in ihrer Komplexität von den wenigsten jemals vollständig verstanden worden sind.

Bier z.B. geht ja an Pessach eigentlich auch nicht (wg. Hefe). Wo ich mich jetzt daran schon nicht halte, kann ich doch wenigstens auf Nudeln verzichten (immerhin besser, als wenn man gar nichts davon beherzigt..)

#131:  Autor: Xamanoth BeitragVerfasst am: 19.04.2006, 20:23
    —
Umunmutamnak hat folgendes geschrieben:
Ralf Rudolfy hat folgendes geschrieben:
Umunmutamnak hat folgendes geschrieben:
Ich bin ja nun möglicherweise so etwas wie ein "angehend-offizieller" Jude. Da wären über Pessach Nudeln ganz besonders strengstens verboten!! (P. dauert noch ein paar Tage..)

In solchen Lebenslagen bleibt wohl nur der nudelfreie Weltschmerz..

Wer sich religiösen Eßverboten unterwirft, der verdient wohl den Schmerz.


Hm. Hm.

Darf ich dezent an etliche Diskussionen über Vegetarismus, Veganismus u.ä. erinnern?
Es gibt doch auch garantiert eine (religiös neutrale) Fraktion der "Anti-Nudel-Esser". Oder nicht?

Gut, im orthodoxen Judentum ist es schon zuweilen etwas lustig, was man zu welcher Gelegenheit essen darf, und was nicht. Ich würde sogar behaupten, daß diese Gebote in ihrer Komplexität von den wenigsten jemals vollständig verstanden worden sind.

Bier z.B. geht ja an Pessach eigentlich auch nicht (wg. Hefe). Wo ich mich jetzt daran schon nicht halte, kann ich doch wenigstens auf Nudeln verzichten (immerhin besser, als wenn man gar nichts davon beherzigt..)

Das sagen suafende Moslems auch, wenn sie auf ihre Rippchen verzichten - und wenn nicht auf die Rippchen, zumindest auf die Bratwurst. zwinkern

#132:  Autor: Umunmutamnak BeitragVerfasst am: 19.04.2006, 20:26
    —
Xamanoth hat folgendes geschrieben:

Das sagen suafende Moslems auch, wenn sie auf ihre Rippchen verzichten - und wenn nicht auf die Rippchen, zumindest auf die Bratwurst. zwinkern


Koschere Bratwürste könnte ein Moslem auch (bei jeder Gelegenheit) essen, glaube ich. Sonst gibts ja auch noch Döner.

#133: Re: Habt Ihr noch'n Gedicht ??? Autor: QuéribusWohnort: Avaricum BeitragVerfasst am: 19.04.2006, 20:27
    —
Wendor hat folgendes geschrieben:
Wer war der Erfinder

der Pellkartoffel? - Garibaldi.
des Brillantringes? - Einstein.
des Kartenspiels? - Picasso.
des Volksaufstandes? - Puccini.
des Büstenhalters? - Ferruccio Busoni.


"Deutsch für Angeber" - na siehste.


nee, stimmt nicht ganz:

Garibaldi = Erfinder des Schnellkochtopfs Cool

#134:  Autor: lu.gal BeitragVerfasst am: 20.04.2006, 01:09
    —
Umunmutamnak hat folgendes geschrieben:
Ich bin ja nun möglicherweise so etwas wie ein "angehend-offizieller" Jude.


Was ist das denn? Entweder Du bist es oder nicht?!? Schulterzucken

}.-]

#135:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 20.04.2006, 09:14
    —
Die im Alten Testament zu findenden Regeln und Gebote, was man essen darf und was nicht und wie und womit - und noch etliches anderes Zeug dieser Art waren und sind für mich Dokumente menschlicher Dummheit. Das Leben ist verdammt schwer genug, und da gehen die Leute hin und machen es sich ganz unnötigerweise noch schwerer. Gipfelpunkt ist die Vorschrift, daß man Käse nicht mit einem Fleischmesser schneiden darf. Und umgekehrt. Als ob man das Messer nicht zwischendurch saubermachen kann.

Aber nun, noch'n Gedicht:

Black and White


Here stay I old black man and sing
and nobody let what for me spring.
Total groggy, I can me not more out.
All is now plem-plem, no doubt,
and overall is abgegrast,
by me is now Mathei on last.

It must once said be:
This pi-pa-po hangs me
meterlong to the mouth raus.
You behandle me as the last dreck:
as hampel-man of society,
as political hans-wurst,
as complet idiot,
as religious mama-kindl and
as social soup-kasper!
Always the Black
are the beshittened
and the gelackmeiered!

But it is not yet all days evenening
and I let me no longer on the nose rumfuer!
The white Doofes can me stolen be!
they should them what shame!
I shall them what whistle, shall I.
They give on like ten naked negroes
and speak egalweg from socialism,
but when it on their money goes -
then will nobody what know.
Also nothing behind!
Shitt an boom!

Know you, what yesterday
a white man in uniform
to my wife said?
"Na, how were it with us, little pupe?"
said he!
I think I hear not right!
Stell you so what for!
Aller-hand, what?
That call I a thing, call I.

It must a pleasure be,
them all teeth singular to break
and them then in the gras bite let -
heavenmastergodsacramentcrossdeviloncemore!
With our-one can they it make...
...thinkste!
But they have themselves burned!
They can me cross-wise!
This social bluff make I no longer with.
I will pinke-pinke see,
nor it passiers what...
And so rate I you in good:
When you see how a black man sing,
go not forby
and let what spring!

Armin Eichholz

#136:  Autor: lu.gal BeitragVerfasst am: 17.05.2006, 09:47
    —
Du Schöne!


Der Morgen graut, die Vögel singen,

mag nicht schlafen, sitze hier,

möchte gern ein Vers Dir bringen,

der soll sein zu deiner Zier.


Scheues Licht Dich schlafend malt,

bist die Schönste von der Welt!

Hab´ Dir dreifach Lohn gezahlt,

Du nahmst es gern, doch wars kein Geld!


Des Mannes Preis, den wir Euch schenken,

in Hitze hast Du es verlangt.

Dein Liebreiz wollte zu Dir lenken,

was ewig schon in mir geprangt.


Hast ALLES nur von mir bekommen,

und geschenkt es auch zurück.

Bin noch immer ganz benommen,

kann nicht glauben unser Glück!


In meinen Armen kam sanft dein Sterben,

wolltest mehr der Liebe Lohn,

werd´ Dich voll und ganz verderben,

doch bring´ ich Dir der Götter Kron´!


}.-]

#137:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 17.05.2006, 12:23
    —
Gülden geht die Sonne auf,
Federwölkchen fliegen.
Frisch gebumst steht Mutter auf.
Vater bleibt noch liegen.

#138:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 21.05.2006, 12:25
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Gülden geht die Sonne auf,
Federwölkchen fliegen.
Frisch gebumst steht Mutter auf.
Vater bleibt noch liegen.


Geschockt Du bist aber frech.


Wenn es draußen stürmt und wettert,
der Papi auf die Mutti klettert,
schrei'n die Kinder in ihrer Not:
Hiiilfe, der Papi sticht die Mutti tot. Verlegen

#139:  Autor: Evilbert BeitragVerfasst am: 21.05.2006, 16:33
    —
Das Gras ist hoch, man kann kaum blicken,
es ist die richt`ge Zeit zum - Rasenmähen.

#140:  Autor: Morrigan - der große Rabe BeitragVerfasst am: 21.05.2006, 16:47
    —
Das geht auch eleganter... Lachen

Lust
Nähe
und Wärme
und Duft
von offenem Schoß
und von Samen
Kein Tier
das jetzt traurig wäre
das heuchelte
oder
sich schämte
(Erich Fried)

TRIEB
Es treiben mich brennende Lebensgewalten,
Gefühle, die ich nicht zügeln kann,
Und Gedanken, die sich zur Form gestalten,
Fallen mich wie Wölfe an!

Ich irre durch duftende Sonnentage...
Und die Nacht erschüttert von meinem Schrei.
Meine Lust stöhnt wie eine Marterklage
Und reisst sich von ihrer Fessel frei.

Und schwebt auf zitternden, schimmernden Schwingen
Dem sonn'gen Thal in den jungen Schoss,
Und läßt sich von jedem Mai'nhauch bezwingen
Und giebt der Natur sich willenlos.
(Else Lasker-Schüler)

#141:  Autor: Evilbert BeitragVerfasst am: 21.05.2006, 16:57
    —
Morrigan - der große Rabe hat folgendes geschrieben:
Das geht auch eleganter... Lachen

Lust
Nähe
und Wärme
und Duft
von offenem Schoß
und von Samen
Kein Tier
das jetzt traurig wäre
das heuchelte
oder
sich schämte
(Erich Fried)

TRIEB
Es treiben mich brennende Lebensgewalten,
Gefühle, die ich nicht zügeln kann,
Und Gedanken, die sich zur Form gestalten,
Fallen mich wie Wölfe an!

Ich irre durch duftende Sonnentage...
Und die Nacht erschüttert von meinem Schrei.
Meine Lust stöhnt wie eine Marterklage
Und reisst sich von ihrer Fessel frei.

Und schwebt auf zitternden, schimmernden Schwingen
Dem sonn'gen Thal in den jungen Schoss,
Und läßt sich von jedem Mai'nhauch bezwingen
Und giebt der Natur sich willenlos.
(Else Lasker-Schüler)


Viel zu umfangreich. Bis dahin wäre ich schon ver... äh.. ge kommen.

#142:  Autor: Morrigan - der große Rabe BeitragVerfasst am: 21.05.2006, 17:00
    —
Zitat:
Viel zu umfangreich. Bis dahin wäre ich schon ver... äh.. ge kommen.

Du bist ein "Schnell-Bumser" wie die Karnickel? Armer Evil...

#143:  Autor: Evilbert BeitragVerfasst am: 21.05.2006, 17:05
    —
Morrigan - der große Rabe hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Viel zu umfangreich. Bis dahin wäre ich schon ver... äh.. ge kommen.

Du bist ein "Schnell-Bumser" wie die Karnickel? Armer Evil...


Nee, ich kann nur sehr langsam Lesen.

#144:  Autor: Morrigan - der große Rabe BeitragVerfasst am: 21.05.2006, 17:16
    —
Evilbert hat folgendes geschrieben:
Morrigan - der große Rabe hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Viel zu umfangreich. Bis dahin wäre ich schon ver... äh.. ge kommen.

Du bist ein "Schnell-Bumser" wie die Karnickel? Armer Evil...

Nee, ich kann nur sehr langsam Lesen.

*lol* Na Und!

#145:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 22.05.2006, 16:03
    —
Physik

Hier strotzt die Backe voller Saft;
da hängt die Hand, gefüllt mit Kraft.
Die Kraft, infolge von Erregung,
verwandelt sich in Schwungbewegung.
Bewegung, die im schnellen Blitze
zur Backe eilt, wird hier zu Hitze.
Die Hitze aber, durch Entzündung
der Nerven, brennt als Schmerzempfindung
bis in den tiefsten Seelenkern,
und dies Gefühl hat keiner gern.
Ohrfeige heißt man diese Handlung,
der Forscher nennt es Kraftverwandlung.
(Wilhelm Busch)

------

Die Selbstkritik hat viel für sich.
Gesetzt den Fall, ich tadle mich,
so hab ich erstens den Gewinn,
daß ich so hübsch bescheiden bin.
Zum zweiten denken sich die Leut:
Der Mann ist lauter Redlichkeit.
Auch schnapp ich drittens diesen Bissen
vorweg den andern Kritiküssen,
und viertens hoff' ich außerdem
auf Widerspruch, der mir genehm.
So kommt es denn zuletzt heraus,
daß ich ein ganz famoses Haus.
(auch Wilhelm Busch)

#146:  Autor: gwarpyWohnort: KinA BeitragVerfasst am: 22.05.2006, 16:20
    —
Zähflüssig fliesst Tod durch die Adern,
umklammert das Herz,
verklebt den Verstand,
verzehrt den Geist
in tobenden Qualen.
Krankheit erhebt sich
aus brennendem Fleisch,
Pesthauch umhüllt
die gekrümmte Gestalt.
Von Menschen gemieden,
dem Tod überlassen,
heisst Befreiung
im Sterben verblassen.

#147: Hallo Autor: Leeres Blatt BeitragVerfasst am: 23.05.2006, 01:34
    —
Hallo,
ihr Geister, Spotter, Frauen Lachen
Ich bin neu in diesen Mauern
Las euren Schrieb und durfte lachen
So ich mich entschloß mal mitzumachen
Mal bin ich froh mal anderswo
Mal sitz ich da und sing lala
Mal schau ich zu geb Aplaus
Mal stell ich mich vor und geh nach Haus

Gruß
Leeres Blatt

#148:  Autor: EwSWohnort: wien BeitragVerfasst am: 23.05.2006, 02:10
    —
gwarpy hat folgendes geschrieben:
Von Menschen gemieden,
dem Tod überlassen,
heisst Befreiung
im Sterben verblassen.

Ich liebe es...

#149:  Autor: BalalonWohnort: Niederösterreich BeitragVerfasst am: 23.05.2006, 07:29
    —
Was darf man essen, und was nicht?
Zucker macht fett und Salz macht Gicht.

Fleisch essen soll man meiden,
muss Pflanzen speisen, die nicht leiden.

Noch viel komplizierter wird es dann,
wenn Gott erstellt den Speiseplan.

Bist du Jude, Moslem, Christ,
musst du stets prüfen, was du isst.

Da lob ich mir 's Freigeisterhaus
und genieße meinen Festtagsschmaus.

#150:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 04.06.2006, 20:31
    —
Hillu

Hillu ist ein zartes Püppchen,
kocht' dem Gerhard keine Süppchen,
denn Fleisch ist Gift,
das muß man wissen,
deshalb ging der Gerd -
auch außer Haus zum Küssen.


Vielleicht hätt' klug er daran getan,
eine Möhre öfter mal zu essen,
denn dann hätten seine Hosen -
mit Sicherheit - nicht so kneifend eng gesessen.

Wenn man nun annimmt,
er wäre zu dick, so stimmt es nicht,
er ist nur etwas klein - für sein Gewicht.


Vielleicht sollt‘ er besser
mit Hanteln und Gewichten spielen,
und jeden morgen Frühsport machen,
das wären keine halben Sachen,

nach dem Konzept:
"Frühsport, Freunde auf und nieder,
aber nicht so hastig,
sonst platzt das Mieder".


Ja, die Hillu ist nun out,
wer hätt‘ jemals es gedacht,
es kam für sie bestimmt -
wie Nebel über Nacht.

Sie dacht' bestimmt,
sie wäre nun die dritte
und somit die letzte der Frau Schröder,
aber der flotte Hirsch,
er konnt es nicht lassen
und zog noch einmal vom Leder.


Die vierte Frau nun namens Doris,
hoffentlich hat sie mit ihm mehr Glück.
Und bei dem alten Gockel erwacht -
nicht noch der fünfte Tick.

Wenn er das tut,
dann könnt’ er was erleben,
dann komm persönlich ich vorbei -
und werd' ihm eine kleben.



Oh, oh, oh, die Not ist groß,
was macht ich mit der 9. Strophe bloß?
Ein Versprechen --- ?
Kann man es so einfach brechen?


Ich winde mich hierbei wie ein Aal,
weil ich stünd’ vor einer zweifelhaften Wahl.




Oder - ach, ich mach mir‘ s leicht,
und laß es sausen mein Gewissen,
und mach es wie ein echter Politiker,
so hab ich‘s einfach in den Wind gesch... Lachen ...en!!!



bhnonsawendor

#151:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 05.06.2006, 11:56
    —
Wie wär's denn mal mit Limericks:

Ein Neffe aus Tehuantepec
der rannte seiner Tante weg.
Sie lief hinterher,
denn sie liebte ihn sehr.
Und außerdem trug er ihr Handgepäck.

Einem Rennfahrer von den Hebriden,
dem stand er in seinem Boliden.
Er rief: "Interessant!"
und griff zu mit der Hand.
In der nächsten Kurve ist er verschieden.

Ein Pferdeknecht aus der Camargue,
der fühlte sich umgemein stargue.
Aber in Nimes,
da zeigte man's imes.
Seitdem ist er äußerst wortkargue.

#152:  Autor: SpekulatiaWohnort: ja BeitragVerfasst am: 26.07.2006, 21:03
    —
Weils zu groß für Signatur war Sehr glücklich

Heinrich Heine hat folgendes geschrieben:
Anno 1829
Daß ich bequem verbluten kann,
Gebt mir ein edles, weites Feld!
Oh, laßt mich nicht ersticken hier
In dieser engen Krämerwelt!

Sie essen gut, sie trinken gut,
Erfreun sich ihres Maulwurfglücks,
Und ihre Großmut ist so groß
Als wie das Loch der Armenbüchs.

Zigarren tragen sie im Maul
Und in der Hosentasch' die Händ;
Auch die Verdauungskraft ist gut -
Wer sie nur selbst verdauen könnt!

Sie handeln mit den Spezerein
Der ganzen Welt, doch in der Luft,
Trotz allen Würzen, riecht man stets
Den faulen Schellfischseelenduft.

O, daß ich große Laster säh,
Verbrechen, blutig, kolossal -
Nur diese satte Tugend nicht,
Und zahlungsfähige Moral!

Ihr Wolken droben, nehmt mich mit,
Gleichviel nach welchem fernen Ort!
Nach Lappland oder Afrika,
Und seis nach Pommern - fort! nur fort!

O, nehmt mich mit - sie hören nicht -
Die Wolken droben sind so klug!
Vorüberreisend dieser Stadt,
Ängstlich beschleungen sie den Flug.


Ich dachte einst, es gäbe zwei
Sorten Menschen auf der Welt
Jene, die nach Freiheit streben
und die, denen's auch so gefällt

oder liegt doch der Unterschied
im Handeln und im Träumen nicht?
Die einen leben ihren Traum
die Andern schreibens ins Gedicht

Traurig

Lord Henry mag schlechte Dichter am liebsten weil sie die Poesie, die sie nicht mit Worte ausdrücken können, stattdessen leben. Bei guten Dichtern, sagte er, ist es andersrum...

#153:  Autor: Po8 BeitragVerfasst am: 27.07.2006, 14:31
    —
Das Q

Ein Gott sah beim spazierengehen
Das Q allein am Wegrand stehen.
Er fragt sogleich: “Was bist denn Du
so ganz allein, Du armes Q ?“
Es hebt den Kopf und spitzt den Mund:
„Schau Dich doch um “das“ ist der Grund!
Die Maus, der Stier, die Wasserratte,
Die Wiese, Katze, Holzzaunlatte
Und abends hilft die Jägerin
Dem Jäger in die Negerin,
Die haben das, was ich gern möcht’,
Vor ihrem Namen ein Geschlecht.
Doch als “das“ Q such ich vergebens
Abschnittsgefährten meines Lebens.“
“Da kann ich helfen“, sprach der Gott,
“denn im erschaffen bin ich flott.
Doch“, sprach er weiter und das prompt,
“Du weißt ja, daß von nix nix kommt.
Als Adam gab sein Rippenstück,
Bekam er Eva gleich zurück.
Und so mußt Du mir auch was geben,
Was Du nicht brauchst zum Überleben.“
Nun überlegte das Q reiflich
Und sagte: “Was ich gebe weiß ich!“
Und gab für sex ihm in die Hand,
Was es nicht brauchte: den Verstand.
Vier Hufe waren schnell gedrechselt
Und der Artikel ausgewechselt,
Zwei Hörner kamen noch dazu
Und fertig war: Die dumme Q!

Po8

#154:  Autor: nothing BeitragVerfasst am: 27.07.2006, 14:36
    —
ja:

" Man muss Frauen nicht verstehen - mann muss sie nur anschauen um sie zu verstehen "
Oscar Wilde

das zitat stimmt nicht ganz

aber wo es gerade so um "schwule" ansichten geht.... Sehr glücklich

Ich liebe Oscar Wilde sehr!

#155:  Autor: SpekulatiaWohnort: ja BeitragVerfasst am: 27.07.2006, 15:11
    —
nothing hat folgendes geschrieben:
Ich liebe Oscar Wilde sehr!

Ach ja? Und was ist mit meinem Lord Henry? Auf den Arm nehmen

#156:  Autor: nothing BeitragVerfasst am: 27.07.2006, 15:34
    —
Spekulatia hat folgendes geschrieben:
nothing hat folgendes geschrieben:
Ich liebe Oscar Wilde sehr!

Ach ja? Und was ist mit meinem Lord Henry? Auf den Arm nehmen


oh - hast du eingetippt?

ich muss zugeben - nicht ein einzigen gedicht bisher gelesen zu haben
in diesen thread

aber das freut mich natürlich sehr:
" I love you" Sehr glücklich

Oscar ist für mich neben Thomas Mann die tragischte figur in der literaturgeschichte
ich kenne fast alle seine bücher - fast!
ich besitze nicht alle
aber gelesen hab ich sie - so gut wie alle

ich war von kindesbeinen an - total fasziniert von seine feder
erst viel später konnte ich über sein leben lernen
und wie grandios wunderschön er aussah
und wie elend er versterben musste


.... what a shame!
what A SHAME!!!

_____________________________________
"ich kann allem widerstehen ausser der versuchung"
klingt in deutsch total blöde
aber in english - hat es eine große aussage



geetz
yours
the nothing

#157: Re: Vom Knirps „Wendor“, Eselbraune, Panter- und Arsch-Müller. Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 05.10.2006, 00:45
    —
Wendor hat folgendes geschrieben:
Einmal sollte der arme "Wendor" verdroschen werden und konnte gar nichts dafür. noseman Traurig


„Wend Smilier“, in einer (Klein-)Stadt(17.000) aufgewachsen, gab's da viele Müllers und Braunes. So, um die auseinander zu halten, hatten sich die "Erwachsenen" noch Beinamen einfallen lassen, der jeweils aber nur inoffiziell galt. Aber das soll man Kindern einmal erklären. Jedenfalls war ein "Braune" dabei, und weil der früher einen Esel hatte, der aber nun keinen mehr hatte, sondern ein Pferd, nannten sie ihn trotzdem noch immer "Esel-Braune".
Als Kind wurde einem nun eingebläut, immer höflich und nett zu grüßen. Und wenn man besonders nett, weil man fröhlich war, drückte man noch ein Grinsen ins Gesicht. Dieser besagte „Braune“ kam auch wieder mit Pferd und Wagen (man sah ihn nie ohne), und weil es so ein schöner Tag war, machte ich Knirps auch noch einen Knicks beim Grüßen und sagte: „Guten Tag, Herr Eselbraune“. Ich wußte garnicht, was ich verbrochen hatte, wo ich doch so freundlich gegrüßt habe, und er rief: „Was hast du jetzt gesagt!“ Nahm die Pferdepeitsche aus der Schosskelle seines Pferdewagens und wollte mich damit verjacken. Ooooh, ich wußte garnicht, daß ich solche flinken Füsse hatte. Er war aber im Nachteil, weil er Winter wie Sommer, immer solche riesigen Knobelbecher von Stiefel anhatte. Jedenfalls, so wie der versucht hatte, mich einzukriegen, müssen dem die Socken gequalmt haben. Zum Glück sah es meine Spielfreundin und wir rannten beide zusammen auf dem Boden in derem Haus, und haben uns dort versteckt. Das hatte jedenfalls ihr Vati gesehen und hatte den ollen „Eselbraune“ zusammengeschissen. Zu uns sagte er: „Ihr könnt wieder herunterkommen, die Luft ist rein.“ Er sagte, „was habt ihr denn gemacht, daß er so wütend war? Habt ihr ihn geärgert?“ Meine Freundin sagte, daß sie nur durchs Fenster gesehen hatte, wie „EB“ mich - verhauen wollte. Ich sagte: Wo ich doch nur freundlich gegrüßt und gesagt habe: Guten Tag Herr Eselbraune, nichts weiter. Sagte der Vati meiner Freundin: „Na, da braucht ihr euch nicht zu wundern, er heißt doch nur Braune, und wenn jemand Eselbraune sagt, da hatte er schon so manchem eines übergezogen.“
Oh, ich war vielleicht froh, daß ich so wetzen konnte.

Dann ist es noch einmal so ähnlich passiert, bei „Müllers“, wo ich für Opa etwas abholen sollte. Aber diesmal war ich auf der Hut. Denn auch bei „Müllers“ waren diese Beinamen. Da gab es z.B. den „Panter-Müller“ und den „Arsch-Müller“, auch "Koks-Müller", das war eine Kohlenhandlung. Manche sagten über sie auch: "Knorpelochsen".
Aber erst war die Frau „Müller“ da, ich sagte zu ihr, daß ich für Opa etwas abholen solle. Sie ging auf dem Hof, rief nach ihrem Müller-Mann, nach einer kurzen Zeit kam er und ich sagte: „Herr Müller, ich soll für Opa etwas abholen.“ Da sagte er: „Zu mir kannst du ruhig Pantermüller sagen, so heiße ich wirklich. Aber laßt ihr Kinder euch das nicht beim anderen Müller einfallen, dazu lachte er auch noch so laut. Ich wußte gleich, daß er den „Arsch-Müller“ meinte.
Ist gar nicht so einfach, mit Erwachsenen - erwachsen zu werden.




Noch etwas vom Esel-Braune und seiner Frau, zweiter Teil.


Manchmal kommen einem Erinnerungen, sich erst im nachhinein darüber amüsieren zu können. Nur war mir damals nach allem anderen, als zum Lachen zumute. Sich erinnernd, hat sich - glaube ich - mein Herzschlag dem meines Laufschritts angepaßt. Ich lief fast um mein Leben, als ich sah, wie der olle "Esel"-Braune nach der Pferdepeitsche griff. Wußte bis da nicht einmal, was ich denn falsch gemacht hätte. Ich rannte instinktiv, als ich sah, wie er nach der Peitsche griff.

Er trug außerdem eine sehr starke Brille, heute machmal die Bezeichnung zu hören: Gläser wie Aschenbecher, wo ja niemand etwas dafür kann. Aber irgendwie paßte das alles zu ihm. Seine komisch abgewaschenen Schemesterhosen und die Stiefel, Marke Räuber "Fürchte Nix", machten seine Ausstaffierung damit komplett. Dazu noch die Peitsche, später ihn von weitem nur zu
sehen, rannte ich schnell in die nächste Seitenstraße. Außer, seine Frau war dabei, sie war immer nett. Sie hatte es mit diesem alten Krautsack bestimmt nicht einfach.

Wenn sie Asche dann wieder einmal zur Halde nach Tippelskirchen fuhren, mußten sie immer über die Wilhelmsbrücke der Saale. Weil die Straße zur Brücke aber etwas abschüssig war, Sehr glücklich Sehr glücklich Sehr glücklich deren Pferdewagen aber keine Bremsung hatte, hatte der Herr Braune ein Brett mit Ketten am Wagen hinten befestigt, wo sich die Frau Braune dann immer als Bremsung draufstellen mußte, damit der Wagen verlangsamt wurde.
Er selbst bremste ebenso mit, indem er vorn neben dem Pferd herlief, fast nach hinten überliegend, an der Leine ziehend, so auch das Pferd wie zum Bremsen mitzubewegen, war das schon ein toller Anblick:

Frau Braune hinten auf dem Brett – sich immer wieder „abfangend“, am Wagen hinten festhaltend, balancierend, rumpelte das Brett wieder einmal über einen unebenen Pflasterstein.
ER, schrägt sich über die Zügel zum Pferd gegenstämmend, welches er auch zum Bremsen bewegen wollte, welches zwar ab und aufzubegehren versuchte, indem es den Kopf nach hinten warf. Aber ihm nützte es nichts, ihm hing der Wagen hintendran.
Ich glaube, auch das Pferd kannte die Peitsche: Sehr glücklichSehr glücklichSehr glücklich





#158:  Autor: Brummsummsel BeitragVerfasst am: 05.10.2006, 01:01
    —
Dunkel war's, der Mond schien helle,
Schneebedeckt die grüne Flur,
Als ein Wagen blitzeschnelle
Langsam um die Ecke fuhr.

Drinnen saßen stehend Leute,
Schweigend ins Gespräch vertieft,
Während ein erschossener Hase
Auf der Wiese Schlittschuh lief.

Und auf einer roten Bank,
Die blau angestrichen war,
Saß ein blond gelockter Jüngling
Mit kohlrabenschwarzem Haar.

Neben ihm ‘ne alte Schachtel,
Die kaum zählte sechzehn Jahr.
Und sie aß ein Butterbrot,
Das mit Schmalz bestrichen war.

Droben auf dem Apfelbaume,
Der sehr süße Birnen trug,
Hing des Frühlings letzte Pflaume
Und an Nüssen noch genug.

zwinkern

#159:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 17.10.2006, 18:42
    —
Mensch, Is bin sooo sfön.

Der schönste Mensch im Forum, das bin ich.
Ick, die kleene Dicke, gehör in Eure Mitte.
Und wenn ich noch sooo dicke bin,
in Eurer Forum muß ick rinn.


Meine Größe, wie soll ick’s Euch sagen,
und ich sags unumwunden,
- es war schon schwer, es zu erkennen -
isch bin eigentlich nischt zu dick,
nur a wing zu kleen - für mein Gewischt.
Spieglein, Spieglein,
bin ick schön oder täusch isch misch?


Isch finde misch sooo schön,
das war schon immer so.
Am allerschönsten aber ist mein - oh,
wie heißt das doch gleich? Ach ja, das Angesicht.
Es guckt mir jeden Morgen aus dem Spiegel
und es schreckt misch nisch.


Waffenschein brauch ick keenen,
trotzdem macht sisch mein Anlitz auf einem
Steckbrief recht gut, dazu fehlt nur noch ein toller,
ausgebeulter Hut.

Den könnt ich verwegen ins Gesicht mir ziehen,
macht es sich noch besser in der Pose;
zieh ich mir durch die Nase, eine aufgeblühte Rose.

Solltet Ihr diesen Steckbrief einmal sehen,
nischt gleisch erschrecken,
deshalb muß ick mich doch nisch gleich verstecken?


Einen leichten Fehler in der ßprache
hab isch auch, dafür aber keinen aufgeblähten Bauch.

So gesehen, bin doch eigentlich ein schönes Kind.
Deshalb fühl isch misch so froh, -
wie der Mops im Paletot.
bh.

Lachen Lachen Lachen

#160:  Autor: alfons BeitragVerfasst am: 17.10.2006, 18:57
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Wie wär's denn mal mit Limericks:


Mein Lieblings-Limerick - ich hoffe, er steht nicht irgendwo auf den vergangenen Seiten dieses Threads - stammt von den Insterburgs und geht so:


Es machte ein Pfarrer aus Kamen
gerade sein Fahrschulexamen.
Da stürzte ein Laster
auf Auto samt Paster.
So kommt man durch Laster um. Amen.

#161:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 21.10.2006, 15:57
    —
Was ist? Findet ihr nix mehr?
Fast so hübsch wie Limericks können Klapphorn-Verse sein:

Ein Naßhorn und ein Trockenhorn
spazierten durch die Wüste.
Da stolperte das Trockenhorn,
und 's Naßhorn sagte: "Siehste!"

Zwei Knaben gingen durch das Korn,
der zweite hat sein'n Hut verlor'n.
Der erste würd' ihn finden,
ging' er statt vorne hinten.

Zwei Knaben gingen durch das Korn,
sie waren beide Feger des Schorn.
Der eine konnte gar nicht fegen,
der andre fog brillant dagegen.

Zwei Knaben rieten kreuz und quer,
wo kommen die Klapphornverse her?
Da sprach der andre: Horch,
die bringt der Klapperstorch.

Zwei Knaben gingen durch das Korn,
sie gingen alle beide vorn.
Hinten konnte keiner gehn,
da hinten war die Luft nicht schön.

Zwei Knaben wollten einem Pony
den Schwanz ausreißen. Aber, hony
soit qui mal i pense,
Das Tier, das hatte keinen Schwanz.

Zwei Knaben an des Waldes Saum,
die übten sich im Purzelbaum.
Dem einen wollt es nicht gelingen,
den Baum des Purzels zu erbringen.

Zwei Knaben baden sich im Fluß,
weil jeder einmal baden muß.
Der eine ist dabei ersoffen,
vom andern wollen wir's nicht hoffen.

Zwei Knaben saßen auf dem Bett
und furzten lustig um die Wett',
bis daß der eine kackte,
da kamen sie aus dem Takte.

Wendor, die Geschichte vom Esel-Braune ist prima. Habe mich köstlich amüsiert.

#162:  Autor: boomkleverWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 21.10.2006, 16:34
    —
Darf's auch was Ernsthafteres sein? zwinkern

Eines meiner Lieblingsgedichte:

Rainer Maria Rilke - Herbsttag

Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

------------------------

Außerdem `The Deserted Village' von Oliver Goldsmith. Ist ein bisschen zu lang zum posten hier, deshalb die URL: http://www.famouspoetsandpoems.com/poets/oliver_goldsmith/poems/10427

#163:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 22.10.2006, 10:06
    —
Rilke hat folgendes geschrieben:
und auf den Fluren laß die Winde los.

Mache ich, auch im Wohnzimmer. Ich lebe allein, ich darf das.

#164:  Autor: boomkleverWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 22.10.2006, 10:50
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Rilke hat folgendes geschrieben:
und auf den Fluren laß die Winde los.

Mache ich, auch im Wohnzimmer. Ich lebe allein, ich darf das.

Lachen

#165:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 23.10.2006, 09:04
    —
Zu dem thema noch was Nettes:

Ritterballade

Das war Herr Prunz von Prunzelschütz,
der saß auf seinem Rittersitz
mit Mannen und Gesinde
inmitten seiner Winde.

Die strichen, wo er ging und stand,
vom Hosenleder übers Land
und tönten wie Gewitter.
So konnte es der Ritter.

Zu Augsburg einst, auf dem Turnier,
bestieg er umgekehrt sein Tier,
den Kopf zum Pferdeschwanze,
und stürmte ohne Lanze.

Doch kurz vor dem Zusammenprall -
ein Donnerschlag - ein dumpfer Fall -
Herr Prunz mit einem Furze
den Gegner bracht zu Sturze.

Da brach der Jubel von der Schanz.
Herr Prunzelschütz erhielt den Kranz.
Der Kaiser grüßte lachend
und rief: Epochemachend!

Ein Jahr darauf. Herr Prunzelschütz
saß froh auf seinem Rittersitz
mit Mannen und Gesinde
inmitten seiner Winde.

Da kam ein Bote, kreidebleich,
und meldete: Der Feind im Reich!
Das Heer läuft um sein Leben,
wir müssen uns ergeben!

Flugs ritt Herr Prunzelschütz heran,
lupft seinen Harnisch hinten an
und läßt aus der Retorte
der Winde schlimmster Sorte.

Das dröhnte, donnerte und pfiff,
so daß der Feind die Flucht ergriff.
Da schrie das Volk und wollte,
daß er regieren sollte.

Herr Prunz indessen, todesmatt,
sprach: Gott, der uns geholfen hat,
der möge mich bewahren.
Dann ließ er einen fahren.

Der letzte war's, der schwach entfloh.
Drauf schloß für immer den Popo
Herr Prunz, der frumbe Ritter,
und alle fanden's bitter.

Er ward begraben und verdarb.
Die Burg zerfiel. Doch wo er starb,
steht heute eine Linde.
Da raunen noch die Winde.

Fritz Grasshoff

#166:  Autor: sanft BeitragVerfasst am: 24.10.2006, 13:23
    —
was ich wirklich abgrundtief hasse:

sind witzeerzähler und leutz die dumme postings geben


sie sind langweiliger als wasser - aber sie reiben an meinen nerven

#167:  Autor: sanft BeitragVerfasst am: 24.10.2006, 13:28
    —
Die wahre Freiheit
beginnt im Geist


im Herzen jeder Existenz


das Denken einzelner
sich dem Strom widersetzend
mag bestimmend sein



für die Zukunft der Kreativität
der Unabhängigkeit
dem Leben des Individualismus

#168:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 25.10.2006, 09:27
    —
Was ich wirklich abgrundtief hasse, das ist verquaste Lyrik, die tiefsinnig zu sein vorgibt und dabei nur sinnloses Zeug babbelt.
-------------
Der Hecht

Ein Hecht, vom heiligen Anton
bekehrt, beschloß, samt Frau und Sohn,
am vegetarischen Gedanken
moralisch sich emporzuranken.

Er aß seit jenem nur noch dies:
Seegras, Seerose und Seegrieß.
Doch Grieß, Gras, Rose floß, oh Graus,
entsetzlich wieder hinten aus.

Der ganze Teich ward angesteckt.
Fünfhundert Fische sind verreckt.
Doch Sankt Anton, gerufen eilig,
sprach nichts als: "Heilig, heilig, heilig!"

Christian Morgenstern

#169:  Autor: Zoff BeitragVerfasst am: 25.10.2006, 16:04
    —
perlbloke hat folgendes geschrieben:
den ollen Rilke..


Herr, tut mir leid: Der Sommer war nicht groß.
Nur selten Schatten auf den Sonnenuhren,
Und auf den Fluren war November los.

Die Rettung für uns Früchtchen: voll zu sein;
Im steten Fehlen südlicherer Tage,
Da, weißt du, war Vollendung fern. Ich sage:
Es war ein scheiß August, du mußt verzeihn.

Wer jetzt kein Haus hat, ist kein Millionär.
Wir schlottern still und lassen alles bleiben,
Und werden rauchen, frieren und an Götter schreiben
Und dann in ihren „Sommern“ inhaltsleer
Uns druckbetanken, wenn die Flocken treiben.

Stefan Gärtner

#170:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 29.10.2006, 17:33
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:

.......................

Wendor, die Geschichte vom Esel-Braune ist prima. Habe mich köstlich amüsiert.


Deine Verse sind aber auch nicht schlecht.
Damals rannte wie um mein Leben.
Heute kann ich nun leicht darüber lachen.
Die besten Possen schreibt noch immer das Leben selbst.


Hier einmal Meine Stadt -
wo ich aufgewachsen bin. Einer grünen, einer der mit
ältesten Städte Deutschlands, vor allem weitreichend geschichtsträchtigen,
über tausendjährigen Stadt. Und so fühle ich auch. Lachen

Calbe an der Saale - über tausendjährige Stadt im Grünen
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Stadt Calbe
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Spuren der Geschichte reichen weit

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Erste Besiedlung
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Glossar
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Anfänge Geschichte
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Erste Besiedlung um 2000 v. Chr.
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Evang.Stephani
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Römisch-katholische Kirche
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Eine der schönsten und einflußreichsten Frauen im Europa
des 17. Jahrhunderts stammte aus Calbe an der Saale
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Ihre Herkunft
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Am 8. November 1179 grausamen Rachezugs Herzog Heinrichs des Löwen
gegen Erzbischof Wichmann von Seeburg (Regierung 1152-1192):
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Die Kirche wurde von einem Pfarrer betreut, der sooolch eine grooße Wanne
vor sich herschob, weil er anderen nichts gönnte. Nicht einmal die Birnen
vom Birnbaum, der vor der Kirche auf dem Friedhof stand. Da hatte er
extra einen alten Mann mit einem Krückstock als Aufpasser angeheuert,
der immer den Krückstock nach uns warf, kamen wir zu sehr in die Nähe
des Birnbaumes. Mannohmann, das war vielleicht 'n aaler Knochen.
Dieser Jahrhunderte alte Friedhof, war oft unser Gruselspielplatz. Sehr glücklich
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Schön, in solch einer Umgebung aufgewachsen zu sein. Es war die Zeit
der Schlammspiele, in der Saale schwimmens und auf ihr zu paddeln.
Es war ebenso die Zeit des vielen Barfußlaufens, mit ebenso oftmals
aufgeschlagenem großen Zeh und aufgekratzten Knien.
Viel in der Natur zu spielen, sie war unser bester Lehrmeister.
Deshalb wird nicht nur gehört, wenn die Grillen zirpen, sondern auch,
wenn die Flöhe husten. Idee

Unten rechts im Bild die Schule, wovergeblich man sich bemühte,
mir etwas Bildung einzuhauchen. Smilie Mit am Ende stehendem Pfarrhauses,
dort - nach erfolgtem zweijährigen Traktats - ein
vollwertiger Christ zu werden. Mit den Augen rollen
Link

Wenn ich erst richtig anfinge mit erzählen, würde es zu einem Buch gereichen.
Das aber überlasse ich Tante Vilar, wie ebenso Tante Hermann.
Sie können es besser.

.


Zuletzt bearbeitet von Wendor am 29.10.2006, 20:17, insgesamt einmal bearbeitet

#171:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 29.10.2006, 19:22
    —
zoff hat folgendes geschrieben:
perlbloke hat folgendes geschrieben:
den ollen Rilke..


Herr, tut mir leid: Der Sommer war nicht groß.
Nur selten Schatten auf den Sonnenuhren,
Und auf den Fluren war November los.

Die Rettung für uns Früchtchen: voll zu sein;
Im steten Fehlen südlicherer Tage,
Da, weißt du, war Vollendung fern. Ich sage:
Es war ein scheiß August, du mußt verzeihn.

Wer jetzt kein Haus hat, ist kein Millionär.
Wir schlottern still und lassen alles bleiben,
Und werden rauchen, frieren und an Götter schreiben
Und dann in ihren „Sommern“ inhaltsleer
Uns druckbetanken, wenn die Flocken treiben.

Stefan Gärtner



Einheitssprachbrei und "Stummeldeutsch"
Stefan Gärtners Buch "Man schreibt Deutsh" prangert die Denkfaulheit an

http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=9876

#172:  Autor: Tassilo BeitragVerfasst am: 29.10.2006, 19:42
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Was ich wirklich abgrundtief hasse, das ist verquaste Lyrik, die tiefsinnig zu sein vorgibt und dabei nur sinnloses Zeug babbelt.
-------------
Der Hecht

Ein Hecht, vom heiligen Anton
bekehrt, beschloß, samt Frau und Sohn,
am vegetarischen Gedanken
moralisch sich emporzuranken.

Er aß seit jenem nur noch dies:
Seegras, Seerose und Seegrieß.
Doch Grieß, Gras, Rose floß, oh Graus,
entsetzlich wieder hinten aus.

Der ganze Teich ward angesteckt.
Fünfhundert Fische sind verreckt.
Doch Sankt Anton, gerufen eilig,
sprach nichts als: "Heilig, heilig, heilig!"

Christian Morgenstern

Nur, weil man was nicht versteht, ist das noch lange nicht sinnlos.

#173:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 30.10.2006, 10:06
    —
Gedichte, das ist für ein Kind das völlig unverständliche Zeug, daß man auswendig lernen muß. So eine Art Kinderfolterung. Damit hat man mir im Kindesalter den Spaß an lyrischen Gedichten gründlich ausgetrieben. Der oft sehr willkürliche Umgang unserer großen Dichter mit Wörtern und Satzbau kann einem wahrhaftig die Haare sträuben.
Auch der vielgeschätzte Goethe hat oft die Syntax dermaßen in das Prokrustesbett seiner Verse gespannt, daß es einen grausen kann. Mit Entsetzen denke ich daran zurück, wie man uns im achten Schuljahr mit "Hermann und Dorothea" gepeinigt hat. Und daß er lange in Sachsen lebte zeigt sich dort, wo er "neige" auf "reiche" und "Zeichen" auf "beugen" reimt.

Angeblich läßt man Kinder zum Zwecke des Gedächtnistrainings Gedichte auswendig lernen. Das hat mal eine Lehrerin mit gegenüber behauptet. Dann sollte man aber Gedichte wie dieses hier nehmen, das versteht jedes Kind und es macht Spaß und das lernt man gern:

Der Nasenpopel

Amadeus Pasemopel
liebte einen Nasenpobel,
welchen er mit viel Bedacht
an das Tageslicht gebracht.
Erst hat er ihn weichgeknetet,
dann mit Spucke festgelötet,
ihn gewrippelt, ihn geribbelt,
dann ein bißchen kleingeschnippelt,
bis er ihn zu guter Letzt
an dem Stuhlbein abgewetzt,
wo er ihn so dann und wann
immer wieder finden kann.

(Autor nicht bekannt. Könnte Guggemoos sein)
Und nun nehmen wir noch den großen Geheimrat auf die Schippe:

Der Fischer
von J.W.v.Goethe

Das Wasser rauscht, das Wasser schwoll,
Ein Fischer saß daran,
Sah nach der Angel ruhevoll,
Kühl bis ans Herz hinan.
Und wie er sitzt und wie er lauscht,
Theilt sich die Fluth empor;
Aus dem bewegten Wasser rauscht
Ein feuchtes Weib hervor.

Sie sang zu ihm, sie sprach zu ihm:
"Was lockst du meine Brut
Mit Menschenwitz und Menschenlist
Hinauf in Todesgluth?
Ach wüßtest du, wie's Fischlein ist
So wohlig auf dem Grund,
Du stiegst herunter, wie du bist,
Und würdest erst gesund.

"Labt sich die liebe Sonne nicht,
Der Mond sich nicht im Meer?
Kehrt wellenathmend ihr Gesicht
Nicht doppelt schöner her?
Lockt dich der tiefe Himmel nicht,
Das feuchtverklärte Blau?
Lockt dich dein eigen Angesicht
nicht her in ew'gen Thau?"

Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll,
Netzt ihm den nackten Fuß;
Sein Herz wuchs ihm so sehnsuchtsvoll,
Wie bei der Liebsten Gruß.
Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm;
da war's um ihn gescheh'n;
Halb zog sie ihn, halb sank er hin,
Und ward nicht mehr geseh'n.

Der Fischer
von Heinz Erhardt - frei nach Goethe

Das Meer ist angefüllt mit Wasser
und unten ist's besonders tief,
am Strande dieses Meeres saß er,
d.h. er lag, weil er ja schlief.
Und nun nochmal: Am Meere saß er,
d.h. er lag, weil er ja schlief,
und in dem Meer war sehr viel Wasser
und unten war's besonders tief.

Da plötzlich teilten sich die Fluten
und eine Jungfrau kam herfür,
auf einer Flöte tat sie tuten,
das war kein schöner Zug von ihr.
Dem Fischer ging ihr Lied zu Herzen,
obwohl sie falsche Töne pfoff ---
man sah ihn in das Wasser sterzen,
dann ging er unter und ersoff.

#174:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 06.11.2006, 11:29
    —
Hier noch ein paar Denkergüsse -
vom Christian Morgenstern, dem Dichter,
mit ein paar lustigen Worten - ficht er.
Auf solche Einfälle muß man erst mal kommen,
dazu noch, daß sie machen Sinn,
deshalb setze ich sie ganz einfach -
auch noch hier hin.




Die zwei Wurzeln

Zwei Tannenwurzeln groß und alt
unterhalten sich im Wald.


Was droben in den Wipfeln rauscht,
das wird hier unten ausgetauscht.


Ein altes Eichhorn sitzt dabei
und strickt wohl Strümpfe für die zwei.


Die eine sagt knig, die andere sagt knag.
Das ist genug für einen Tag.

Christian Morgenstern

#175:  Autor: kamelpeitscheWohnort: Devil's Dancefloor BeitragVerfasst am: 06.11.2006, 13:19
    —
Seiner Freundin folgendes:



sowie eine Kachel daraus:



zusammen mit folgendem Gedicht von Ringelnatz zu schenken zeugt wieder einmal von meinem genialen Geist. Cool

Ich hab' dich so lieb
Ich würde Dir ohne Bedenken
Eine Kachel aus meinem Ofen
Schenken

#176:  Autor: alfons BeitragVerfasst am: 06.11.2006, 21:02
    —
Hach -

bei solchen Komplimenten muss das Herz einer Holden ja schmelzen wie der Camembert auf dem Pausenbrot, das die Kinder versehentlich auf dem Kachelofen haben liegen lassen...



@ ahriman:

An Fritz Graßhoff kann man gar nicht genug erinnern. Hier ist noch eins von ihm:


Rosa nasses Löschpapier
zerrissen -
keiner sucht es
keiner wird's vermissen.
Lasst es liegen, Kinder,
lasst es liegen.
Löschpapier ist überall zu kriegen.

Seht, zwei Tintenkleckse
blass zerronnen:
Säuferaugen
tote Whiskysonnen.
Lasst sie schwimmen, Kinder,
lasst sie laufen.
Tinte gibt es überall zu kaufen.

Wenn der Regen kommt,
der große Regen,
wird er's sicher
in den Gully fegen.
Wird's durchlöchern, Kinder,
wird's durchsieben -
Löschpapier mit mir beschrieben.

#177:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 07.11.2006, 10:11
    —
Ja, und nun von ihm die

Dampfkesselkatastrophe

Im Dampfkesselüberwachungsverein
platzte plötzlich der Kessel.
Der Her Direktor mit Feuer, Dampf und Kartein
gen Himmel stob als Hasenklein,
vermischt mit Boxcalfsessel.

Der Chefingenieur, ein Herr von Spohr,
alte Koriphäe,
den Zeichenstift hinter dem rechten Ohr,
geschoben von einem Stahltresor,
erreichte nur halbe Höhe.

Die junge Dame vom Schalter vier,
eine üppige Blondine,
an der Decke klebte und zwischen ihr
der Bürovorsteher nebst Pauspapier
und Teilen der Schreibmaschine.

Der Heizer, ein stets bescheidener Mann,
lag zerlumpt auf der Plauze.
Die wollten nicht glauben, daß ich das kann,
sagte er, aber nun glauben sie dran
und halten endlich die Schnauze.

#178:  Autor: kamelpeitscheWohnort: Devil's Dancefloor BeitragVerfasst am: 07.11.2006, 11:53
    —
alfons hat folgendes geschrieben:
Hach -

bei solchen Komplimenten muss das Herz einer Holden ja schmelzen wie der Camembert auf dem Pausenbrot, das die Kinder versehentlich auf dem Kachelofen haben liegen lassen...


Joar, so ähnlich... Lachen

#179:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 08.11.2006, 00:46
    —
kamelpeitsche hat folgendes geschrieben:


Ich würde Dir ohne Bedenken
Eine Kachel aus meinem Ofen
schenken.



Lachen Lachen Lachen Lachen Lachen
Und wieder ein Geringelnatzter.




Fußball

Wo sind die Beine von Schulze?
Wem gehört denn das Knie?
Wirr wie lebendige Sulze
Mengt sich die Anatomie.


Ist das ein Kopf aus Australien?
Oder Gesäß aus Berlin?
Jeder versucht Repressalien,
Jeder läßt keinen entfliehn.


Hat sich der Schiedsrichter bemeistert,
Lange parteilos zu sein;
Aber nun brüllt er begeistert:
"Schulze, stell ihm ein Bein!"


Kannst du dich über ihn werfen
Just wie im Koi, dann tu's.
Überrascht



.

#180:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 08.11.2006, 11:12
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Zu dem thema noch was Nettes:

Ritterballade

Das war Herr Prunz von Prunzelschütz,
der saß auf seinem Rittersitz
mit Mannen und Gesinde
inmitten seiner Winde.

Die strichen, wo er ging und stand,
vom Hosenleder übers Land
und tönten wie Gewitter.
So konnte es der Ritter.

Zu Augsburg einst, auf dem Turnier,
bestieg er umgekehrt sein Tier,
den Kopf zum Pferdeschwanze,
und stürmte ohne Lanze.

Doch kurz vor dem Zusammenprall -
ein Donnerschlag - ein dumpfer Fall -
Herr Prunz mit einem Furze
den Gegner bracht zu Sturze.

Da brach der Jubel von der Schanz.
Herr Prunzelschütz erhielt den Kranz.
Der Kaiser grüßte lachend
und rief: Epochemachend!

Ein Jahr darauf. Herr Prunzelschütz
saß froh auf seinem Rittersitz
mit Mannen und Gesinde
inmitten seiner Winde.

Da kam ein Bote, kreidebleich,
und meldete: Der Feind im Reich!
Das Heer läuft um sein Leben,
wir müssen uns ergeben!

Flugs ritt Herr Prunzelschütz heran,
lupft seinen Harnisch hinten an
und läßt aus der Retorte
der Winde schlimmster Sorte.

Das dröhnte, donnerte und pfiff,
so daß der Feind die Flucht ergriff.
Da schrie das Volk und wollte,
daß er regieren sollte.

Herr Prunz indessen, todesmatt,
sprach: Gott, der uns geholfen hat,
der möge mich bewahren.
Dann ließ er einen fahren.

Der letzte war's, der schwach entfloh.
Drauf schloß für immer den Popo
Herr Prunz, der frumbe Ritter,
und alle fanden's bitter.

Er ward begraben und verdarb.
Die Burg zerfiel. Doch wo er starb,
steht heute eine Linde.
Da raunen noch die Winde.

Fritz Grasshoff



<center></center>
http://www.politikforum.de/forum/showthread.php?p=5373236#post5373236

#181:  Autor: sanft BeitragVerfasst am: 08.11.2006, 11:19
    —
na - dann biete ich heute mal gemäß der Jahreszeit was ernsthafteres:

Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein. -
Wohl dem, der jetzt noch Heimat hat!

Nun stehst du starr,
Schaust rückwärts, ach! wie lange schon!
Was bist Du Narr
Vor Winters in die Welt entflohn?

Die Welt - ein Tor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer das verlor,
Was du verlorst, macht nirgends halt.

Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg, Vogel, schnarr
Dein Lied im Wüstenvogel-Ton! -
Versteck, du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein. -
Weh dem, der keine Heimat hat.





Ich liebe es...

#182:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 08.11.2006, 11:32
    —
Wenig bekannt scheint Fred Endrikat zu sein, die Ulmer Stadtbibliothek hat gar nichts von ihm.

Die Wühlmaus

Die Wühlmaus nagt von einer Wurzel
Das W hinfort, bis an die -urzel.
Sie nagt dann an der hintern Stell
Auch von der -urzel noch das l.
Die Wühlmaus nagt und nagt, oh weh,
auch von der -urze- noch das e.
Sie nagt die Wurzel klein und kurz,
bis aus der -urze- wird ein -urz--.

Die Wühlmaus ohne Rast und Ruh
Nagt von dem -urz-- auch noch das u.
Der Rest ist schwer zu reimen jetzt,
Es bleibt zurück nur noch ein --rz--.
Nun steht die --rz-- im Wald allein.
Die Wühlmäuse sind so gemein.

Fred Endrikat

#183:  Autor: Dissident BeitragVerfasst am: 09.11.2006, 00:19
    —
Mal was von Lessing:


Gotthold Ephraim hat folgendes geschrieben:
Das Muster der Ehen

Ein rares Beispiel will ich singen,
Wobei die Welt erstaunen wird.
Daß alle Ehen Zwietracht bringen,
Glaubt jeder, aber jeder irrt.
Ich sah das Muster aller Ehen,
Still, wie die stillste Sommernacht.
Oh! daß sie keiner möge sehen,
Der mich zum frechen Lügner macht!

Und gleichwohl war die Frau kein Engel,
Und der Gemahl kein Heiliger;
Es hatte jedes seine Mängel.
Denn niemand ist von allen leer.

Doch sollte mich ein Spötter fragen,
Wie diese Wunder möglich sind?
Der lasse sich zur Antwort sagen:
Der Mann war taub, die Frau war blind.

#184:  Autor: Leeres Blatt BeitragVerfasst am: 09.11.2006, 00:42
    —
sanft hat folgendes geschrieben:
(...)
Flieg, Vogel, schnarr
Dein Lied im Wüstenvogel-Ton! -
Versteck, du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!
(...)
Ich liebe es...


Nietsche: Vereinsamt
Ich liebe es...






Cool

#185: Christian Morgenstern Autor: WaldorfWohnort: Daheim BeitragVerfasst am: 10.11.2006, 16:30
    —
Der Glaube

Eines Tags bei Kohlhasficht
sah man etwas Wunderbares.
Doch dass zweifellos und wahr es,
dafür bürgt das Augenlicht.

Nämlich standen dort zwei Hügel,
höchst solid und wohl bestellt;
einen schmückten Windmühlflügel
und den andern ein Kornfeld.

Plötzlich, eines Tags um viere
wechselten die Plätze sie;
furchtbar brüllten die Dorfstiere,
und der Mensch fiel auf das Knie.

Doch der Bauer Anton Metzer,
weit berühmt als frommer Mann,
sprach: "Ich war der Landumsetzer,
zeigt mich nur dem Landrat an.

Niemand anders als mein Glaube
hat die Berge hier versetzt.
dass sich keiner was erlaube:
Denn ich fühle stark mich jetzt."

Aller Auge stand gigantisch
offen, als er dies erzählt.
Doch das Land war protestantisch,
und in Dalldorf starb ein Held.


- Christian Morgenstern -

#186:  Autor: sanft BeitragVerfasst am: 10.11.2006, 16:32
    —
Leeres Blatt hat folgendes geschrieben:
sanft hat folgendes geschrieben:
(...)
Flieg, Vogel, schnarr
Dein Lied im Wüstenvogel-Ton! -
Versteck, du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!
(...)
Ich liebe es...


Nietsche: Vereinsamt
Ich liebe es...

stimmt - das mit diesem"z" war immer bissel ein problem ....... Mr. Green






Cool

#187:  Autor: Leeres Blatt BeitragVerfasst am: 10.11.2006, 17:12
    —
sanft hat folgendes geschrieben:
Leeres Blatt hat folgendes geschrieben:
sanft hat folgendes geschrieben:
(...)
Flieg, Vogel, schnarr
Dein Lied im Wüstenvogel-Ton! -
Versteck, du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!
(...)
Ich liebe es...


Nietsche: Vereinsamt
Ich liebe es...

stimmt - das mit diesem"z" war immer bissel ein problem ....... Mr. Green






Cool
hey, ich kenn den kerl nur ausm fernsehen Lachen

Konnte über deinen Eintrag sehr schmunzeln. Dein scwärmendes smily hat die Tragik genau so ins Komische gezogen, wie ich es mag. Du hast nicht zufällig eine schwäche für jarmusch und den ganzen kram? Chinesischer Reissack

#188:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 10.11.2006, 18:21
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Wenig bekannt scheint Fred Endrikat zu sein, die Ulmer Stadtbibliothek hat gar nichts von ihm.


Stimmt.
War ein guter Hinweis.


Fred Endrikat: Bestimmung


Soviel Dinge gehn im Leben
auf dich zu, noch mehr daneben.
Mensch, dein Weg ist dir bestimmt.
Nimm das Schicksal, wie es kimmt.


Jeder muß sein Päcklein tragen,
teils mit Wohl-, teils Unbehagen.
Schau nach vorn, dort gehen sie:
Hans im Glück und Pechmarie.


Etwas Sonne, sehr viel Regen,
Freude folgt den Nackenschlägen,
oder manchmal umgedreht,
wie es so im Leben geht.


Wieviel Blüten an dem Baume
werden nie zur reifen Pflaume.
Wieviel Pulver, wieviel Blei
schießt der Feind an dir vorbei.


Weine nicht um das verpaßte.
Denke: Was du hast, das haste.
Kriegst du nicht, was du gewollt,
hat es wohl nicht sein gesollt.


Coole Sache, das... rose Winken

#189:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 11.11.2006, 12:44
    —
Eine Wassermaus und Kröte
Stiegen eines Abends spöte
Einen steilen Berg hinan.
Sprach die Wassermaus zur Kröte:
"Warum gehst du abends spöte
Diesen steilen Berg hinan?"
Sprach zur Wassermaus die Kröte:
"Zum Genuß der Abendröte
Geh' ich heute Abend spöte
Diesen steilen Berg hinan."
Dies ist ein Gedicht von Goethe,
Das er eines Abends spöte
Auf dem Sofa noch ersann.

Den Autor weiß ich leider nicht.

#190:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 12.11.2006, 18:45
    —
ACHTUNG ! Jetzt wird geringelnatzt.


Gladderadatsch

Es hatte ein Igel sich geckenhaft und blasiert
am ganzen Körper von oben bis unten rasiert,

weil er abstechen wollte.
Stach wirklich auch ab. Da nahte ein Fuchs.
Worauf der Igel sich igelartig zusammenrollte.
Aber der Fuchs verschluckte ihn flugs.
Igel bat Fuchsen, ihn doch wieder auszubrechen;
er sei ein Igel und könnte empfindlich stechen.
Und mittels bauchrhetorischer Worte
sprach der Fuchs: "Sie müssen verzeihn;
ich hielt Sie für ein kindliches Schwein,
werde nun aber sofort Sie befrein.
Wenn ich bitten darf - durch die Hinterpforte."
Überrascht
Der Igel gab keinen Laut
mehr von sich. Er war schon verdaut.

*heul* *heul* *heul*





Let's Rock Lachen Sie nicht so dreist, soetwas rücksichtsloses Ausrufezeichen
.

#191:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 13.11.2006, 12:46
    —
Auch die großen "Olympier" hatte Humor:

Bittschrift

Dumm ist mein Kopf und schwer wie Blei,
Die Tobaksdose ledig,
Mein Magen leer - der Himmel sei
Dem Trauerspiele gnädig.

Ich kratze mit dem Federkiel
Auf den gewalkten Lumpen;
Wer kann Empfindung und Gefühl
Aus hohlem Herzen pumpen?

Feur soll ich gießen aufs Papier
Mit angefrornem Finger?
O Phöbus, hassest du Geschmier,
So wärm auch deine Sänger.

Die Wäsche klatscht vor meiner Tür,
Es scharrt die Küchenzofe,
Und mich - mich ruft das Flügeltier
Nach König Philipps Hofe.

Ich steige mutig auf das Roß;
In wenigen Sekunden
Seh ich Madrid - am Königsschloß
Hab ich es angebunden.

Ich eile durch die Galerie
Und siehe da! - belausche
Die junge Fürstin Eboli
In süßem Liebesrausche.

Jetzt sinkt sie an des Prinzen Brust
Mit wonnevollem Schauer,
In ihren Augen Götterlust,
Doch in den seinen Trauer.

Schon ruft das schöne Weib Triumph,
Schon hör ich - Tod und Hölle!
Was hör ich? - einen nassen Strumpf
geworfen in die Welle.

Und weg ist Traum und Feerei -
Prinzessin, Gott befohlen!
Der Teufel soll die Dichterei
beim Hemdenwaschen holen!

Friedrich Schiller
offensichtlich während der Arbeit an "Don Carlos" entstanden.

#192: Mira Lobe Autor: WaldorfWohnort: Daheim BeitragVerfasst am: 13.11.2006, 15:43
    —
Der verdrehte Schmetterling

Ein Metterschling
mit flauen Blügeln
log durch die Fluft.

Er war einem Computer entnommen,
dem war was durcheinandergekommen,
irgendein Drähtchen,
irgendein Rädchen.
Und als man es merkte,
da war's schon zu spätchen,
da war der Metterschling
schon feit wort,
wanz geit.

Mir lut er teid.


- Mira Lobe -

#193:  Autor: PfaffenschreckWohnort: City of dope BeitragVerfasst am: 13.11.2006, 16:57
    —
Mal was kritisches...


Zwangstaufe

Liebe Mama, lieber Papa, was habt ihr mit mir vor?
Warum stehen wir hier vor dem Kirchentor?
Ich bin noch so ein kleiner Wurm,
und schaue schon auf den Kirchenturm!
Wollt ihr mich tatsächlich schon bekehren,
ich kann mich dagegen doch gar nicht wehren.
Es gibt noch so vieles zu entdecken,
und jetzt soll ich mich zum Kreuze recken?
Laßt mich doch bitte erst mal denken,
und meine Geschicke selber lenken.
Dann werd´ ich´s euch schon sagen,
ob ich die Kirche kann ertragen.


Das ist von mir Verlegen

#194:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 17.11.2006, 09:54
    —
Gedicht Weihnachtsmann Rechtsantwalt

Lieber, guter Weihnachtsmann,
jetzt ist`s soweit, jetzt bist du dran.
Mein Chef ist nämlich Rechtsanwalt.
Der klagt dich an, der stellt dich kalt.
Schon seit vielen hundert Jahren
bist du nun durchs Land gefahren
ohne Nummernschild und Licht.

Auch TÜV und ASU gab es nicht.
Dein Schlitten eignet sich nur schwer
zur Teilnahme am Luftverkehr.
Gerichtlich wird zu klären sein:
Besitzt du ’nen Pilotenschein?
Durch den Kamin ins Haus zu kommen,
ist rein rechtlich strenggenommen
Hausfriedensbruch - Einbruch sogar.

Das gibt Gefängnis, das ist klar.
Und stiehlst du nicht bei den Besuchen
von fremden Tellern Obst und Kuchen?
Das wird bestraft, das muß man ahnden.
Die Polizei läßt nach dir fahnden.
Es ist auch allgemein bekannt,
du kommst gar nicht aus diesem Land.

Wie man so hört, steht wohl dein Haus
am Nordpol, also sieht es aus,
als kämst du nicht aus der EU.
Das kommt zur Klageschrift dazu!
Hier kommt das Deutsche Recht zum Tragen.
Ein jeder Richter wird sich fragen,
ob deine Arbeit rechtens ist,
weil du ohne Erlaubnis bist.

Der Engel, der dich stets begleitet,
ist minderjährig und bereitet
uns daher wirklich Kopfzerbrechen.
Das Jugendamt will mit dir sprechen!
Jetzt kommen wir zu ernsten Sachen.
Wir finden es gar nicht zum Lachen,
daß Kindern du mit Schläge drohst.
Darüber ist mein Chef erbost.

Nötigung heißt das Vergehen
und wird bestraft, das wirst du sehen,
mit Freiheitsentzug von ein paar Jahren.
Aus ist’s bald mit dem Schlittenfahren.
Das Handwerk ist dir bald gelegt,
es sei denn, dieser Brief bewegt dich,
uns reich zu beschenken.
Dann wird mein Chef es überdenken.


zynisches Grinsen
(Verfasser unbekannt.)

#195:  Autor: QuéribusWohnort: Avaricum BeitragVerfasst am: 17.11.2006, 10:27
    —
bald wieder aktuell:

Advent, Advent,
ein Lichtlein brennt
erst eins
dann zwei
dann drei
dann vier
dann steht das Christkind vor der Tür

und wenn das fünfte Lichtlein brennt
dann haste Weihnachten verpennt.... Verlegen


Verfasser unbekannt

#196:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 17.11.2006, 11:01
    —
Quéribus hat folgendes geschrieben:
bald wieder aktuell:

Advent, Advent,
ein Lichtlein brennt
erst eins
dann zwei
dann drei
dann vier
dann steht das Christkind vor der Tür

und wenn das fünfte Lichtlein brennt
dann haste Weihnachten verpennt.... Verlegen


Verfasser unbekannt


Wenn,
dann
hätte die Weihnachtsgans aber Schwein. Lachen

Tiefgefroren in der Truhe
liegt die Gans aus Dänemark.
Vorläufig lässt man in Ruhe
sie in ihrem weissen Sarg.

Ohne Kopf, Hals und Gekröse
liegt sie neben dem Spinat.
Ob sie wohl ein wenig böse
ist, dass man sie schlachten tat?

Oder ist es nur zu kalt ihr,
man siehts an der Gänsehaut.
Na, sie wird bestimmt nicht alt hier
morgen wird sie aufgetaut.

Hm, welch Duft zieht aus dem Herde,
durch die ganze Wohnung dann.
Mach, dass gut der Braten werde -
Morgen kommt der Weihnachtsmann


Heinz Erhardt



Anbetung des lila Einhorns Überrascht

#197:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 18.11.2006, 01:19
    —
Des Wirtes Töchterlein

Wir wollten dem Wirt die Glieder zerschlagen:
"Pfui Teufel, so schmählich gewässerter Wein!"
Da kam sein schmuckes Töchterlein
und schenkte uns von neuem ein:

"Probiert noch einmal, ich bitt euch fein,
Ihr müßt fürwahr im Irrtum sein!"
Und richtig, nun tät uns der Wein behagen. -
Man weiß nicht, was man dazu soll sagen.

Robert Waldmüller, um 1900

#198:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 18.11.2006, 18:19
    —
Am Weihnachtsbaume die Zwerglein hängen
[Melodie: Am Weihnachtsbaume die Lichter brennen]

Am Weihnachtsbaume die Zwerglein hängen,
sie haben sich gerade umgebracht.
Denn das Schneewittchen hat sie verlassen,
sich mit 'nem Prinz aus dem Staub gemacht.
Über alle Berge, dann Tschüss ihr Zwerge,
ich wünsch euch Wichteln gute Nacht.


Der Weihnachtsmann sich die Eier schaukelt,
er hat sein Tagewerk vollbracht.
Einfach im Flugzeug die Ladeluke
für die Geschenke aufgemacht.
Jetzt könnt ihr suchen, hört wie sie fluchen,
das wird wohl keine ruhige Nacht


Am Heiligabend, der Wald steht einsam
die Bäume wurden weggebracht.
Und jetzt an einem Lametta-kokel
sein Stumpf im Wald ganz zärtlich lacht.
Gleich brennt die Wohnung, die Fichtenschonung
wünscht allen Menschen stille Nacht.


Vorm Weihnachtsbaume liegt Oma Pflaume,
sie hat sich gerade lang gemacht.
Die Enkel schenkten nen Herzschrittmacher,
an Batterien haben sie nicht gedacht.
Nun schlaf gut Oma, viel Spaß im Koma,
das wird wohl eine lange Nacht.


(Onkel H Sehr glücklich tte )


Geschockt



Lachen Lachen Lachen Lachen Lachen

#199:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 18.11.2006, 18:47
    —
Onkel H Sehr glücklich tte : Weihnachtgedicht

Keinmal werden wir mehr wach,
heissa heut ist Weihenacht.
Mama bäckt seit 14 Tagen,
Kekse für die fetten Blagen
. (jich)

Die Weihnachtsgans im Ofen schmort
und Oma in der Nase bohrt;
und während die Kartoffeln garen,
wird eine Katze totgefahren


Ein Schwein träumt davon, frei zu sein,
ein Kind schiebt sich ne Bratwurst rein.
Ein Mann grad seine Frau erschießt,
ein anderer den Spiegel liest.


In China fällt ein Reissack um,
und niemand kümmert sich darum.
Ein Ehepaar sich zärtlich küßt,
ein Skinhead seine Fahne hißt.


Am Tannenbaum die Lichtlein brennen,
im Nachbarhaus die Kinder flennen.
Der Pastor hält die Weihnachtsmesse,
ein kluger Mann hält seine Fresse.


Man heuchelt, grinst und säuft und lacht,
ich glaube es ist Weihenacht.



Geschockt Geschockt Geschockt Geschockt



Lachen Lachen Lachen

#200: Blaubart Autor: LeonardoWohnort: Norddeutschland BeitragVerfasst am: 18.11.2006, 18:58
    —
Ritter Blaubart


Rau war der Ritter,
blau war sein Bart,
lieblich die Frauen,
verletzlich und zart,

die er gemeuchelt
in endlosem Wahn,
bis ihm die Strafe
gerecht wiederfahr’n.

Ihr Mädchen und Weiblein,
seid darum schlau,
befolgt, was die Männer
Euch sagen, genau!


Unbekannter Verfasser, 21. Jahrhundert.

#201:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 19.11.2006, 16:22
    —
<center>Der Markensammler

Herr Heinrich Franz von Ohnegleichen
Der sammelte gern Postwertzeichen
Mit Zähnen und mit glatten Rändern
Aus Übersee und andern Ländern
Und klebte sie alle vereinigt,
Jedoch geordnet und gereinigt
Ins Album, wie man das so muß -
Nur fehlte die Mauritius.


Was hatte er nicht unternommen,
Um diese Marke zu bekommen -
Ja, selbst als er der Minne frönte
Mit Minna, die ihn arg verwöhnte,
Fragte er bei jedem Kuß:
"Hast du nicht die Mauritius?"


Bald brachte beiden Adebar
Ein Kind, das zwar ein Mädchen war,
Doch Heinrich faßte den Entschluß:
"Die nennen wir Mauritius!"
Gewiß, der Name paßt nicht recht
Für'n Kind von weiblichem Geschlecht,
Doch sei's: zu End sei der Verdruß.
Ich hab eine Mauritius.


Sehr früh schon ging das Mädchen gern
In Bars, damit es tanzen lern'
Und dadurch körperlich erstarke.
Na, sie wurde vielleicht ne Marke ...



Heinz Erhardt </center>

#202:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 20.11.2006, 10:08
    —
Ja, Heinz Erhardt ist nicht zu übertreffen.

Aber das hier ist auch nett:

Und hast du studiert auch bei Tag und bei Nacht,
Und hast du es auch zum Gelehrten gebracht,
Zwei Dinge erfassest du nimmer und nie:
Die Frau'n - und die deutsche Orthographie!

S. Fritz um 1900

#203:  Autor: kamelpeitscheWohnort: Devil's Dancefloor BeitragVerfasst am: 20.11.2006, 19:57
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Ja, Heinz Erhardt ist nicht zu übertreffen.

Aber das hier ist auch nett:

Und hast du studiert auch bei Tag und bei Nacht,
Und hast du es auch zum Gelehrten gebracht,
Zwei Dinge erfassest du nimmer und nie:
Die Frau'n - und die deutsche Orthographie!

S. Fritz um 1900


"'s ist egal ob du studiert hast oder gut fickst - was du verdienst, ist, was du kriegst!" zwinkern

-Seeed

#204:  Autor: Rae BeitragVerfasst am: 20.11.2006, 20:41
    —
Mein lieber Johannes

Wir sind Geschöpfe des einzig wahren Gottes
Die ganze Welt ist zwar nicht in Ordnung
Doch unsere kleine Welt kann heil werden
Wir dürfen Kinder werden
Komm, schau nicht mehr auf den Mond
Ich sage Dir was viel besseres
Wir dürfen kleine Lichter sein
Lichter die von innen heraus scheinen

Diese Stille, nach der Du Dich sehnst
Johannes, dieser Friede, den möchte
Dir Gott für immer und ewig schenken
Nicht als Illusion oder nur als Traum
Von dem Du enttäuscht wieder erwachst
Er schenkt Dir ein neues Lied in
Dein Herz hinein – Eine neue Melodie
Herrliche nie verklingende Töne

Und wenn am Abend die Sonne
In ihrer Glut am Horizont untergeht
Dann scheint sie weiter in deinem Herzen
Du fühlst Dich geborgen unter den ewigen
Flügeln Deines liebenden Gottes
Freue Dich Johannes an Deinem Erbarmer
Der Dir heute schon alle Deine Sorgen
Und Ängste und Tränen abwischen möchte.

#205:  Autor: Tarvoc BeitragVerfasst am: 20.11.2006, 20:45
    —
Loriots Adventsgedicht

Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken
Schneeflöcklein leis' herniedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner, weißer Zipfel.
Und dort, vom Fenster her, durchbricht
den tunklen Tann ein warmes Licht.

Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.
In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei des Heimes Pflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege.
Drum kam sie mit sich überein:
Am Niklasabend muß es sein.

Und als das Rehlein ging zur Ruh'
das Häslein tat die Augen zu,
erlegte sie - direkt von vorn -
den Gatten über Kimm' und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwei, drei, viermal die Schnuppernase
und ruhet weiter süß im Dunkeln
derweil die Sterne traulich funkeln.

Und in der guten Stube drinnen,
da läuft des Försters Blut von hinnen.
Nun muß die Försterin sich eilen,
den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
nach Waidmannssitte aufgebrochen.
Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied,
was der Gemahl bisher vermied,
behält ein Teil Filet zurück
als festtägliches Bratenstück
und packt darauf - es geht auf vier -
die Reste in Geschenkpapier.

Da tönt's von fern wie Silberschellen,
im Dorfe hört man Hunde bellen.
Wer ist's, der in so später Nacht
im Schnee noch seine Runden macht?
Knecht Ruprecht kommt mit goldnem Schlitten
auf einem Hirsch herangeritten.
"He, gute Frau, habt Ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?"

Des Försters Haus ist tief verschneit,
doch seine Frau ist schon bereit:
"Die sechs Pakete, heilger Mann,
's ist alles, was ich geben kann."

Die Silberschellen klingen leise,
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.
Im Försterhaus die Kerze brennt,
ein Sternlein blinkt - es ist Advent!



zynisches Grinsen

#206:  Autor: Greg BeitragVerfasst am: 20.11.2006, 20:53
    —
Weihnachten, das mag ich sehr
dann bringt man mir Geschenke her!
Doch Heiligabend, der ist noch fern
sowas seh ich gar nicht gern!

Drum beeil dich was, Herr Nikolaus
sonst hau ich dir die Zähne aus!

A-Harrrr

#207:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 21.11.2006, 11:34
    —
Ein Gedicht, aufzusagen wenn der Weihnachtsmann kommt:

Lieber guter Weihnachtsmann,
schau mich nicht so böse an!
Hol nur deinen Sack heraus,
mein Mann kommt heut erst spät nach Haus.

(von mir)

#208:  Autor: Tassilo BeitragVerfasst am: 21.11.2006, 13:17
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Aber das hier ist auch nett:

Und hast du studiert auch bei Tag und bei Nacht,
Und hast du es auch zum Gelehrten gebracht,
Zwei Dinge erfassest du nimmer und nie:
Die Frau'n - und die deutsche Orthographie!

S. Fritz um 1900


Wieso ist Orthographie richtig geschrieben?

#209:  Autor: astarte BeitragVerfasst am: 21.11.2006, 17:44
    —
Rennt dem scheuen Glücke nach,
Freunde rennt euch alt und schwach.
Ich nehm Teil an eurer Müh',
die Natur gebietet sie.
Ich, damit ich auch was tu',
schau euch in dem Lehnstuhl zu.

G.E.Lessing



Gründer

Geschäftig sind die Menschenkinder
die große Zunft von kleinen Meistern,
als Miterfinder, Mitbegründer,
sich diese Welt zurechtzukleistern.

Nur leider kann man sich nicht einen
wie man das Ding am besten mache.
Das Bauen mit belebten Steinen
ist eine höchst verzwickte Sache.

Welch ein Gedrängel und Getriebe
von Lieb und Hass bei Nacht und Tage,
und unaufhörlich setzt es Hiebe
und unaufhörlich tönt die Klage.

Gottlob, es gibt auch stille Leute,
die meiden dies Gewühl und hassen's.
Und bauen auf der andern Seite
sich eine Welt des Unterlassens.

Wilhelm Busch

#210:  Autor: LeonardoWohnort: Norddeutschland BeitragVerfasst am: 23.11.2006, 12:39
    —
Anarchisten*

von Friederike Kempner

Anarchisten, seid Ihr Geister
Aus der Hölle tiefsten Gründen?
Ist der böse Euer Meister,
Wollt die Menschheit Ihr anzünden?

Bringt Ihr eine Feuerflut?
Ach, Ihr wißt nicht, was Ihr tut!
Kehret in Euch – Recht und Ehre
Sind des Weltalls große Lehre,

Wie der Wahn Euch auch betöre,
Kehrt zurück zu Recht und Ehre!
Scheußlich ist der Meuchelmord,
Furien weilen an dem Ort!

Scheußlicher ist: Feuer zünden,
Ist die ärgste aller Sünden –
Höllenstrafen zu verkünden,
Konnte man nichts Schlimmres finden!

Gift und Mord und Feuerbrand
Sind verdammt von Land zu Land!
Was die Leidenschaft auch meinet,
Was dem Wahnwitz richtig scheinet.

Kehrt zurück zu Recht und Ehre,
Merkt Euch der Geschichte Lehre:
Niemals nützlich war der Mord:
Und es gibt ein ew'ges Dort!


* Geschrieben nach der Ermordung Garnots.

Zitat:
Friederike Kempner
Geboren am 25.6.1836 in Opatow/Posen, gestorben am 23.2.1904 auf Gut Friederikenhof bei Reichthal/Schlesien.

Die Tochter eines Pächters und Rittergutsbesitzers engagierte sich in der Armen- und Krankenfürsorge. 1869 begann sie ihre Aktion zur Reform des Gefängniswesens; mit ihren sozialreformerischen Aktivitäten verband sie eine vielseitige schöngeistige schriftstellerische Tätigkeit. Zeitgenossen und Nachwelt schätzten die markante Persönlichkeit nicht zuletzt als Klassikerin des unfreiwilligen Humors: ihre Verse, am hohen Ton der nachklassischen Lyrik ausgerichtet, sind dem eigenen Anspruch nicht gewachsen und wimmeln von Verstößen gegen die Logik. Der rituelle Vortrag ihrer Gedichte diente bei geselligen Anlässen unverbrüchlich zur allgemeinen Erheiterung.


Grüße von

Leonardo

#211:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 23.11.2006, 18:45
    —
Ach ja, der Schlesische Schwan! Ich hatte sie schon ganz vergessen.

Hier was aus der Steiermark vom Peter Rosegger:

Der Herrgott liabt d' Welt;
Hots mit Rosan umwunden.
Da Teufel denkt: Hallo!
Hots Pulver erfunden.

Der Herrgott liabt d' Welt;
Hots gut Weinl erkorn.
Und da Teufel mochts noch,
Is a Schnapsl draus worn.

Der Herrgott liabt d' Welt;
hat die Priaster erschoffen.
Da Teufel, sein Feind,
der geht her und mocht Pfoffen.

Der Herrgott liabt d' Welt;
hat d' schön Dirndln aufbrocht.
Und da Teufel, der Teufel
hat olti Weiber draus g'macht.

Da Herrgott sogt jo,
und da Teufel sogt noa,
und dron kennt ma's holt leicht
aus ananda de Zwoa.

#212:  Autor: LeonardoWohnort: Norddeutschland BeitragVerfasst am: 25.11.2006, 12:35
    —
Hallo Ahriman,

ja, die Friederike Kempner wird leider viel zu oft vergessen, zwinkern !
Hier habe ich etwas von dem anderen Schwan, dem welfischen nämlich:

Wenn icxh liebe

Wenn ich liebe, seh ich Sterne!
Ist's getan, seh ich den Mond.
Ach, es war nur die Laterne!
Trotzdem hat es sich gelohnt.


Roggen-Lied

Der Roggen piel nach oben steht.
Er hat was in der Ähre.
Wenn dieses doch von früh bis spät
Bei meinem Karl so wäre!



http://www.br-online.de/wissen-bildung/kalenderblatt/november/kb19991117.html

Und hier noch ein umfangreicheres Werk der Julie Schrader (möge man sie nie vergessen!).

STERNENTALER

Ich heiße Sternentaler
Und halt´t mein Hemdchen fest.
Vielleicht, daß der Sankt Niklas
Hinein was fallen läßt.

Er sieht es ja so gerne,
Heb´ ich das Hemdchen hoch
ist er auch noch so ferne,
Er sieht es eben doch.

Und kommt er mir dann näher,
Zieh´ ich das Hemdchen aus.
Dann leert der alte Späher
Vor mir sein Säcklein aus.

Vieltausend hübsche Sachen,
Die machen so viel Spaß.
Ich sollt´ es nochmal machen,
So bittet mich der Klas.

Bis an die Ohrenspitzen
Zieh´ ich das Hemdchen rauf.
Sankt Niklas kommt ins Schwitzen
Wie bei dem Dauerlauf.

Was reizt ihn an dem Fetzen
aus grauem Häkeltwist?
Tut er sich gar ergetzen
An dem, was drunter ist?

Von Julie Schrader (bekannt als
der "Welfische Schwan")
http://www-is.informatik.uni-oldenburg.de/~schlatt/pages/dez04.html

Hier ein wenig aus Wikipedia:
Zitat:
Julie Schrader (* 1881; † 17. November 1939) war eine deutsche Schriftstellerin, die vorwiegend Gedichte schrieb. Sie arbeitete für ihren Lebensunterhalt zunächst als Magd, dann als Vorleserin und schließlich als Hausdame in vornehmen Häusern in Hannover, Lüneburg, Hamburg, Bremen und Berlin. Julie Schrader ist vor allem durch die naive Frivolität in vielen ihrer Gedichte bekannt. Als ihre Affäre mit dem Komponisten Leo Fall 1907 zu Ende ging verarbeitete sie ihre Trauer u.a. mit einem Gedicht:

"Du heil'ger Geist, du warst mein Fall!
Ach, Leo, komm' zurücke!
Und hol' das Zicklein aus dem Stall,
Damit es mich beglücke!"

Julie Schrader ist als "Welfischer Schwan", "Sappho aller Welfen" oder "Pusteblümchen" bekannt. Sie selbst nannte sich eine "Poetantin".

1922 heiratete Julie Schrader. Mangelnde Anerkennung durch ihren Ehemann und schwere Krankheit machten die heitere Frau schwermütig, so dass sie sich am 17. November 1939 in einem Teich das Leben nahm. Sie ist in Peine (Oelerse) begraben.

Julie Schrader war die Großtante von Berndt W. Wessling.


Herzliche Grüße von
Leonardo

#213:  Autor: LeonardoWohnort: Norddeutschland BeitragVerfasst am: 25.11.2006, 12:37
    —
Übrigens:

Den Rosegger - Text musste ich mir erst langsam "übersetzen", ich finde ihn sehr zum Schmunzeln!
Hier noch einmal Julie Schrader:

Weihnachten: Der Schnee

Der Schnee fällt auf die Türme,
Fällt auf die Dächer gar.
Welch´ märchenhafte Stürme,
Wie ist das wunderbar1

Er fällt Dir auf das Haupte
Und krönt Dich hehr und licht.
Du bist die vollgestaubte
Und kennst Dich selber nicht.

Bald hängt am Ohr Dir Eise,
Die Nase tröpfelt schlimm.
Du hörst der Eng´lein Weise:
Klimbim! Klimbim! Klimbim!

Du siehst nicht mehr die Orte,
Die sonst im Schmutz erstarrt.
Wie Sahne auf der Torte
Liegt unser Schnee. Apart!

Der Erde wildem Fluche
Hat die Natur gebeut.
Mit ihrem Tafeltuche
Hat Dunkles sie zerstreut.

Ja, lieber Schnee, Du milder,
Du änderst uns´re Welt.
Ich hab´ mir tausend Bilder
Von Deinem Fall bestellt.






Zuletzt bearbeitet von Leonardo am 26.11.2006, 14:18, insgesamt einmal bearbeitet

#214:  Autor: LeonardoWohnort: Norddeutschland BeitragVerfasst am: 25.11.2006, 14:47
    —
Ein Trauertag

(Heinz Erhardt)

Hunderttausend Menschen strömen
auf die Friedhöfe der Städte.
Die Gedanken gehn nach unten
und nach oben die Gebete.

Vater Staat hat uns befohlen,
heut der Toten zu gedenken -
ihnen Kränze oder Blumen
oder Tränen gar zu schenken !

Vater Staat mischt sich in alles,
selbst in die intimsten Dinge -
als ob der, der wirklich trauert,
nicht auch so zum Friedhof ginge.

#215:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 26.11.2006, 11:59
    —
Unterschiede

Die Liebste ist hellblond,
und ich bin brünett,
sie wird immer schlanker,
und ich werde fett.

Sie nascht beim Konditor,
und ich trink a Bier,
ich schiebe gern Kegel,
und sie spielt Klavier.

Ich mache gern Verse,
und sie malt in Öl.
Sie ist oft elegisch,
und ich bin fidel.

Sie hüllt sich in Seide,
doch Loden schützt mich.
Sie schwärmt jetzt für Ibsen,
für Scheffel bin ich.

Wir sind gar verschieden
in Sitte und Brauch.
Sie gleicht mir nur darin:
Kein Geld hat sie auch.

Heinrich Schäffer, um 1900

#216:  Autor: LeonardoWohnort: Norddeutschland BeitragVerfasst am: 26.11.2006, 14:29
    —
Sehr glücklich Sehr glücklich Sehr glücklich


Lied an Otto-Held

von Julie Schrader

Kommt der Ostwind mit den derben
Kälteschauern über mich,
Will ich Deiner Treu ersterben,
Otto-Held, so lieb´ ich Dich!

Kommt der Abend so um neune
Dämmertrunken, sommerlich,
Bin ich pünktlich an der Scheune.
Otto-Held, dort lieb´ ich Dich!

Sollte Dich der Hafer stechen,
Ehe uns die Nacht beschlich,
Will ich mit der Herrschaft sprechen.
Otto-Held, dann komme ich!

Fürchtest Du die Roggen-Muhme,
Die schon manches Paar verblich?
Ich bin Deine Pusteblume …!
Otto-Held, ach, puste mich!



Herzliche Grüße von
Leonardo

#217:  Autor: LeonardoWohnort: Norddeutschland BeitragVerfasst am: 26.11.2006, 14:46
    —
Sommermädchenküssetauschelächelbeichte

Hanns von Gumppenberg
(1866 - 1928)

An der Murmelrieselplauderplätscherquelle
Saß ich sehnsuchtstränentröpfeltrauerbang:
Trat herzu ein Augenblinzeljunggeselle
In verweg'nem Hüfteschwingeschlendergang,
Zog mit Schäkerehrfurchtsbittegrußverbeugung
Seinen Federbaumelriesenkrämpenhut -
Gleich verspürt' ich Liebeszauberkeimeneigung,
War ihm zitterjubelschauderherzensgut!

Nahm er Platz mit Spitzbubglücketückekichern,
Schlang um mich den Eisenklammermuskelarm:
Vor dem Griff, dem grausegruselsiegesichern,
Wurde mir so zappelseligsiedewarm!
Und er rief: "Mein Zuckerschnuckelputzelkindchen,
Welch ein Schmiegeschwatzeschwelgehochgenuß!"
Gab mir auf mein Schmachteschmollerosenmündchen
Einen Schnurrbartstachelkitzelkosekuß.

Da durchfuhr mich Wonneloderflackerfeuer -
Ach, das war so überwinderwundervoll.
Küßt' ich selbst das Stachelkitzelungeheuer,
Sommersonnenrauschverwirrungsrasetoll!
Schilt nicht, Hüstelkeifewackeltrampeltante,
Wenn dein Nichtchen jetzt nicht knickeknirschekniet,
Denn der Plauderplätscherquellenunbekannte
Küßte wirklich wetterbombenexquisit!!


Zitat:
nach O. J. Bierbaum anderen und Wortkopplern
Hanns Theodor Wilhelm Freiherr von Gumppenberg (* 4. Dezember 1866 in Landshut, † 29. März 1928 in München) war ein deutscher Dichter, Übersetzer, Kabarettist und Theaterkritiker. Er benutzte die Pseudonyme Jodok und Professor Immanuel Tiefbohrer.





Gumppenberg erhielt eine Ausbildung an der Königlichen Pagerie im Münchner Maximilianeum. Er studierte Philosophie und Literaturgeschichte in München und Erlangen. Nach Beendigung des Studiums war Gumppenberg freier Autor sowie Redakteur und Theaterkritiker der Münchener Neuesten Nachrichten. Er war Mitbegründer des Kabaretts Die Elf Scharfrichter und der Gesellschaft für modernes Leben.

Bekannt wurde er vor allem durch seine Parodien (Das Teutsche Dichterross, 1. Aufl. 1901).

Der Nachlass befindet sich im Literaturarchiv Monacensia der Stadt München.


http://www.erlangerliste.de/parodie/lenore.html

#218:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 27.11.2006, 10:50
    —
...und nun zu etwas völlig anderem.

In meiner Kindheit und Jugend gab es noch das, was man "Bündische Jugend" nannte. Bei den Nazis als Hitlerjugend mehr oder weniger zwangsweise, dann wieder als Pfadfinder und dergleichen. Scheint mir heute weitgehend ausgestorben zu sein. Aber es gab da auch ein spezielles Liederbuch aus dem Voggenreither-Verlag, nannte sich "Der Kilometerstein". Das war eine Sammlung von Volksliedern, lustigen Liedern, Kanons und dergleichen.
Hier ein Beispiel, der Verfasser ist nicht genannt.

Die Zerstörung Trojas

Im Jahre elfhundertzwanzig ante Christum natum,
da wollte es das unabänderliche Fatum,
daß Troja von den Griechen zerstört war,
wie solches noch niemals erhört war.
Wie dieses den Griechen gelang
verkündet euch jetzt mein Gesang.

Im Jahre elfhundertzwanzig ante Christum,
da brachte der Paris den Achill mit List um.
Es streckte im Sterben die Glieder
der Held ach so brav und so bieder.
Drob gerieten die Griechen in Wut,
und solches tut niemals nicht gut.

Da schrieb Odysseus, der weltbekannte Schlaukopf
an Nestor, den mindestens ebenso oft erwähnten Graukopf:
"Ich bin noch immer, Freund, wiss' es,
der alte und kluge Ulysses.
Ich nehme die Troerstadt bis
drei Tage vergangen. - Ulyss."

Es hatte nämlich Odysseus einen ganz prächtigen Einfall.
Der brachte sofort den Troern den diesbezüglichen Reinfall.
Es machte der schlaue Ithaker
zuschanden die troischen Racker.
Mit Hilfe der Geometrie
erfand er ein hölzernes Vieh.

"Hurra!" riefen die Troer, "Fort sind nun endlich die Griechen!"
Aber am Strande ließen sie so verschiedenes liegen.
Es schleppten die troischen Bauern
sich selber ihr Pech in die Mauern,
so sehr auch Laokoon schrie:
"Die Dummen verringern sich nie!"

Des Nachts beim Schein einer ganz kümmerlichen Laterne,
des Mondes und einiger gänzlich unbedeutender Sterne
da entstiegen dem hölzernen Pferd
sämtliche Griechen von einigem Wert.
Die öffnen den andern das Tor.
Meine Herrn, wie kommt Ihnen das vor?

Und als am Morgen die rosenfingrige Eos erwachte,
da zeigte sich ihren erstaunten Blicken eine gänzlich veränderte Lage der Sache.
Wo gestern noch Troja gestanden
war nur Asche und Schutt noch vorhanden.
Darauf ackert dahin und daher
in Hexametern Papa Homer.

#219:  Autor: LeonardoWohnort: Norddeutschland BeitragVerfasst am: 27.11.2006, 15:16
    —
Hallo Ahriman,

ich erinnere mich, dass mein Grundschullehrer (in den 6oer Jahren einen "Kilometerstein" verwendete. Ist die "Mundorgel" möglicherweise als die christliche Variante zu sehen?

Herzliche Grüße von
Leonardo

#220:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 28.11.2006, 11:55
    —
Könnte möglich sein. Ich kenne die "Mundorgel" nur dem Namen nach. Kirchenlieder waren im Kilometerstein nie drin. Er war eine Sammlung von Volksliedern, darunter auch mundartliche von Norden bis Süden, von "Uns Pastor sin Kau" aus Mecklenburg bis "I bin a Steirerbua".

Hier noch ein Lied, mit dem ich vor Jahrzehnten in jeder Jugendherberge erfolgreich war:

Ein Storch spazierte einst am Teiche,
da fand er eine blinde Schleiche.
Er sprach: "Das ist ja wunderbar!"
und fraß sie auf mit Haut und Haar.

Die Schleiche lag in seinem Magen,
das konnten beide nicht vertragen.
Da sprach die blinde Schleich' "Oh Graus!"
und ging zur Hintertür hinaus.

Der Storch sah solches mit Verdruß.
Daß sowas ihm begegnen muß!
Drum fraß er ohne lange Wahl
den schleichen Wurm zum zweiten Mal.

Drauf stemmt er lächelnd mit Verstand
die Hintertüre an die Wand
und sprach nach innen zu der Schleich:
"Na bitte, wenn du kannst, entweich!"

Da tät mit List die schlaue Schleichen
zur Vordertür hinaus entweichen.
Doch fraß der Storch ohn' lange Wahl
voll Wut sie nun zum dritten Mal.

Und bracht in sinniger Erfindung
die beiden Türen in Verindung.
Und sprach zum schleichen Wurm hinein:
"Nun richt dich auf 'ne Rundreis' ein!"

Dabei fällt mir noch eines ein, daß ich mal in einer Jugendherberg aufschnappte:

Eine Oma ging spazieren,
an der Hand ein kleines Kind.
Und das mußt die Oma führen,
denn die arme alte Dame die war blind.

War ein Graben in der Nähe,
war ein Loch in der Chausseee:
Oma hupf mal! sprach die Kleine,
und die arme alte Frau sprang in die Höh.

Das Kind, es war entzücket,
als es die Oma hüpfen sah.
Oma hupf mal! sprach es öfter,
wenn auch gar kein Graben in der Nähe war.

Kam ein Förster seines Weges,
kam ein Förster durchs Revier:
"Aber hör mal, kleine Range,
das ist ja nun wirklich gar nicht nett von dir!"

"Herr Förster, halten Sie die Klappe,
Herr Förster, sind Sie still!
Diese Oma, die ist meine,
die kann ich hüpfen lassen wann und wo ich will!"

#221: :D "Weihe der Nacht" Autor: WaldorfWohnort: Daheim BeitragVerfasst am: 28.11.2006, 18:22
    —
Die Weihe der Nacht

Nächtliche Stille!
Heilige Fülle,
Wie von göttlichem Segen schwer,
Säuselt aus ewiger Ferne daher.
Was da lebte,
Was aus engem Kreise
Auf ins Weitste strebte,
Sanft und leise
Sank es in sich selbst zurück
Und quillt auf in unbewußtem Glück.
Und von allen Sternen nieder
Strömt ein wunderbarer Segen,
Daß die müden Kräfte wieder
Sich in neuer Frische regen,
Und aus seinen Finsternissen
Tritt der Herr, so weit er kann,
Und die Fäden, die zerrissen,
Knüpft er alle wieder an.


- Christian Friedrich Hebbel -

#222:  Autor: LeonardoWohnort: Norddeutschland BeitragVerfasst am: 29.11.2006, 14:39
    —
Deutsches Volkslied

von Klabund

Es braust ein Ruf wie Donnerhall,
Daß ich so traurig bin.
Und Friede, Friede überall,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Kaiser Rotbart im Kyffhäuser saß
An der Wand entlang, an der Wand.
Wer nie sein Brot mit Tränen aß,
Bist du, mein Bayerland!

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Ich rate dir gut, mein Sohn!
Urahne, Großmutter, Mutter und Kind
Vom Roßbachbataillon.

0 selig, o selig, ein Kind noch zu sein,
Von der Wiege bis zur Bahr'!
Mariechen saß auf einem Stein,
Sie kämmte ihr goldenes Haar.

Sie kämmt's mit goldnem Kamme,
Wie Zieten aus dem Busch.
Sonne, du klagende Flamme:
Husch! Husch!

Der liebe Gott geht durch den Wald,
Von der Etsch bis an den Belt,
Daß lustig es zum Himmel schallt:
Fahr wohl, du schöne Welt!

Der schnellste Reiter ist der Tod,
Mit Juppheidi und Juppheida.
Stolz weht die Flagge Schwarzweißrot.
Hurra, Germania!

#223:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 04.12.2006, 08:44
    —
Mami Mami, schnell noseman noseman noseman noseman schau einmal was hier los ist:



Schwierige Zeiten für Nikolaus


Hallo Kinder, gebt Applaus,
Hier kommt euer Nikolaus.
Mit der Rute tief im Sack
und dem roten Weihnachtsfrack
bring ich, als Respektperson,
jedermann verdienten Lohn.


Ruprecht, als mein Sekundant,
ist letzte Nacht davon gerannt.
Der gute Mann ist nicht bereit
zur weihnachtlichen Mitarbeit.
Noch immer kann er nicht verstehn,
was letztes Jahr im Dorf geschehn.


Ich weiß noch, wie es damals war,
die Sachlage war ziemlich klar.
Geschenke hatten wir zu Hauf
auf unserm großen Schlitten drauf.
Jedoch - wir hatten falsch gedacht
und unnütz' Zeug herab gebracht.


Statt hier und da ein Ballerspiel
mit klar bestimmtem Angriffsziel
und Doping für den langen Weg
zur neu erbauten Diskotheke,
machten wir in Tradition
und ernteten nur Spott und Hohn.


Ein Bengel schrie: „Du Idiot"
und hat dem Ruprecht noch gedroht.
Als dieser dann, es war naiv,
die Erzengel zu Hilfe rief,
da war die Bande aufgebracht
und hatte kräftig Zoff gemacht.


Augenblicklich war Tumult.
Dem Ruprecht geb ich keine Schuld.
Tapfer, hat er sich gewehrt
und blieb auch beinah unversehrt.
Indes - er fiel in tiefen Schlaf,
als ihn ein rechter Haken traf.


Doch diesmal weiß ich garantiert,
dass sowas nicht noch mal passiert.
Es helfen mir, ich seh' mich vor,
drei Türsteher vom Himmelstor.
Und geht das schief, ich sag's grad raus,
fällt Nikolaus halt nächst' Jahr aus.


von Gerhard P. Steil

#224: Else Lasker-Schüler Autor: WaldorfWohnort: Daheim BeitragVerfasst am: 05.12.2006, 16:51
    —
Mein blaues Klavier


Ich habe zu Hause ein blaues Klavier
Und kenne doch keine Note.

Es steht im Dunkel der Kellertür,
Seitdem die Welt verrohte.

Es spielten Sternenhände vier
- Die Mondfrau sang im Boote -
Nun tanzen die Ratten im Geklirr.
Zerbrochen ist die Klaviatür...
Ich beweine die blaue Tote.

Ach liebe Engel öffnet mir
- Ich aß vom bitteren Brote -
Mir lebend schon die Himmelstür -
Auch wider dem Verbote.


- Else Lasker-Schüler -

#225: Friedrich Schnack Autor: WaldorfWohnort: Daheim BeitragVerfasst am: 06.12.2006, 12:42
    —
Der magische Wirt

Speise, Frucht und Wein
Trägt er schattenlos herein.
In den goldnen Zelten
Speist er alle Welten.
An des Tisches Tafelrunde
Spricht er mit gelöstem Munde.
Von dem Meer,
Aus der Ferne kam er her.
Duft aus seinem Gastgewand
Kündet Morgenland.
Glanz auf seiner Wange
Leuchtet wunderbar und lange.
Mit den Göttern sprach er tief,
Als er bei den Bettlern schlief.


- Friedrich Schnack -

#226: Gottfried Benn Autor: WaldorfWohnort: Daheim BeitragVerfasst am: 07.12.2006, 10:45
    —
Söhne VI.


Mutter

Ich trage dich wie eine Wunde
auf meiner Stirn, die sich nicht schließt.
Sie schmerzt nicht immer. Und es fließt
das Herz sich nicht draus tot.

Nur manchmal plötzlich bin ich blind und spüre
Blut im Munde.


- Gottfried Benn -

#227:  Autor: LeonardoWohnort: Norddeutschland BeitragVerfasst am: 08.12.2006, 19:19
    —
Worte

unbek. Verfasser, 21. Jahrhundert

Worte
ich hab doch nur Worte gesagt,
geschrien, gefleht, gebeten, geklagt,
gedroht und geschmeichelt
und allerlei
gefragt und geheuchelt
und nebenbei
das Blaue vom Himmel
herunter gelogen
dass sich im Keller
die Balken noch bogen.

#228:  Autor: Leeres Blatt BeitragVerfasst am: 08.12.2006, 19:41
    —
Da lieg ich mit dem Bauch im Blaubeerkraut
"Villon"

Er hat ein Bett und hat auch Feuer im Kamin,
und manchmal reitet hin und her auf seinen Knien
die reizende Marie. Von wegen jener Glut
sind beide splitternackt; wozu auch nicht?!
Der süße Wein, der Hetzhund, jagt ihr Blut
zum letzten Schwung. Sie tuns bei Licht,
und fragen nicht, was morgen wird geschehn.
Nur wer im Heute lebt, dem wird es wohl ergehn.

Auch der Villon hat sich noch nie ein Bein
aus seinem Leib gerenkt, ein Christ zu sein,
viel weniger um einen Bissen Brot
die Hände sich beschmutzt; ich danke sehr!
Es kommt die schwarze Pest und Hungersnot
auch ungerufen zu den Menschen her.
Ich frage nicht, woher, wohin die Winde gehn.
Nur wer im Heute lebt, dem wird es wohl ergehn.

Da lieg ich mit dem Bauch so tief im Blaubeerkraut
wo sich der Fink sein Hochzeitslager baut,
auf daß vom Baum nicht weit der Apfel fällt.
Und in dem Apfel wohnen schon die Würmer drin,
damit er nicht zu lange sich am Stengel hält,
und dabei kommt der Spruch mir wieder in den Sinn:
Mensch, frag nicht lang, was morgen wird geschehn.
Nur wer im Heute lebt, dem wird es wohl ergehn.

Es geht auf dieser grauen Erdenwelt
wohl gar nichts ohne Sorgen um das Geld.
Vom trocknen Brot bekommt man Wind im Darm.
Doch wenn man Wildpret frißt und sich mit Wein
die Schläuche füllt und hinterher noch ein
vergnügtes Weibchen hält im Arm,
dann kann die Welt getrost zugrunde gehn.
Nur wer im Heute lebt, dem wird es wohl ergehn.

#229:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 09.12.2006, 10:58
    —
Erich Kästner, ~1928

Morgen, Kinder, wird's nichts geben!
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Mutter schenkte Euch das Leben.
Das genügt, wenn man's bedenkt.
Einmal kommt auch Eure Zeit.
Morgen ist's noch nicht so weit.

Doch ihr dürft nicht traurig werden.
Reiche haben Armut gern.
Gänsebraten macht Beschwerden.
Puppen sind nicht mehr modern.
Morgen kommt der Weihnachtsmann.
Allerdings nur nebenan.

Lauft ein bißchen durch die Straßen!
Dort gibt's Weihnachtsfest genug.
Christentum, vom Turm geblasen,
Macht die kleinsten Kinder klug.
Kopf gut schütteln vor Gebrauch!
Ohne Christbaum geht es auch.

Tannengrün mit Osrambirnen -
Lernt drauf pfeifen! Werdet stolz!
Reißt die Bretter von den Stirnen,
Denn im Ofen fehlt's an Holz!
Stille Nacht und heil'ge Nacht -
Weint, wenn's geht, nicht! Sondern lacht!

Morgen, Kinder, wird's nichts geben!
Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld!
Morgen, Kinder, lernt für's Leben!
Gott ist nicht allein dran schuld.
Gottes Güte reicht so weit . . . .
Ach, du liebe Weihnachtszeit!

#230:  Autor: LeonardoWohnort: Norddeutschland BeitragVerfasst am: 10.12.2006, 14:51
    —
Ach ja, auch im Freigeisterhaus weihnachtet es Sehr glücklich , wie schön!

Dann werde ich dazu nun meinen Beitrag leisten:

Weihnachtszeit

Unbekannter Verfasser, 20. Jahrhundert

1. Advent

Die ersten Weihnachtsbäume zieren
unsre Innenstadt,
an den Fenstern sieht man Schlieren
weil’s geregnet hat


2. Advent

Hell erstrahlen unsre Straßen,
im Lichterkettenglanz,
und zwei Autofahrer rasten
unsrer Katze übern Schwanz.


3. Advent

Frostklar sind die Nächte nun
und die Sterne scheinen,
die Weihnachtsbraten, Gans und Huhn,
steh’n im Stall und weinen.


4. Advent

Auf den Straßen, auf den Plätzen,
rennen Leute, herrscht Betrieb.
Kaufen, zahlen, laufen, hetzen,
ach wie haben wir uns lieb!


Heiligabend

Die Pfarrer auf den Kanzeln reden:
„Frieden sei und Wohlgefall’n!“
Und sie sprechen ihren Segen,
nach drei Glühweingläsern geben,
sie ehrlich sich und lall’n!


Stille Nacht allerseits, wünscht:

Leonardo

#231:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 15.12.2006, 05:43
    —
Klestier gefällig?
Half auch schon ihm:
Der einst dem Feind die Hosen klopfte
Der hieß wohl Gustav der Verstopfte.
Die Soldaten, Ja, die taten
für den Fürsten alles ganz umsonst.
Und sie trugen bunte Fahnen und Gewehre,
Aber vorneweg marschiert vorm ganzen Heere
Eine Trommel, eine Trommel, eine Trommel,
Radibimmel, radibammel, radibommel


Nein, dieser Tucholsky!

#232:  Autor: LeonardoWohnort: Norddeutschland BeitragVerfasst am: 23.12.2006, 14:55
    —
Der Atheist bleibt fröhlich

Der Atheist bleibt fröhlich,
wird er auch niemals seelig,
schließlich will der Lümmel,
gar nicht in den Himmel,

es gibt auf der Erde nun
immer noch genug zu tun.
Nun angepackt, in wessen Namen,
auch immer, in Ewigkeit und Amen!

#233:  Autor: kamelpeitscheWohnort: Devil's Dancefloor BeitragVerfasst am: 23.12.2006, 18:29
    —
Vielleicht, wenn einst die müden Augen brechen,
Wenn niedersinkt des Todes finstere Nacht,
Daß ein Gebet dann meine Lippen sprechen,
Das nie im Leben der Verstand gedacht.

Vielleicht, daß ich mit einer Lüge scheide
Von einem Sein, das Wahrheit nur gekannt,
Wenn ich des Lebens letzte Schmerzen leide
In Angst und Nacht und Irrsinn festgebannt.

Dann unterlag mein Geist; dann brach mein Wille!
Dann floh Vernunft! - Doch wenn ich es vermag,
Dann künde noch der letzte Schrei, der schrille,
Dann künde noch des Herzens letzter Schlag:

"Ich glaubte nie an einen Gott da droben,
Den Lügner oder Toren nur uns geben.
Ich sterbe - und ich wüßte nichts zu loben
Vielleicht nur eins — daß wir nur einmal leben!"

John Henry Mackay (1864 - 1933)

#234:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 24.12.2006, 15:22
    —
Sehr schön! Und ich habe hier auch schon den Nachruf bereit:

Wirklich, er war unentbehrlich!
Überall, wo was geschah
zu dem Wohle der Gemeinde,
er war tätig, er war da.

Schützenfest, Kasinobälle,
Pferderennen, Preisgericht,
Liedertafel, Spritzenprobe,
ohne ihn, da ging es nicht.

Ohne ihn war nichts zu machen,
keine Stunde hatt' er frei.
Gestern, als sie ihn begruben,
war er richtig auch dabei.

(Wilhelm Busch)

#235:  Autor: AlgolWohnort: Berlin BeitragVerfasst am: 25.12.2006, 05:47
    —
Liebe,
wäre sie eine Fahne,
ich würde sie erobern
oder für sie fallen.

[Else Lasker-Schüler]

#236:  Autor: LastaurusWohnort: Interlaken (CH) BeitragVerfasst am: 25.12.2006, 11:28
    —
Ich steh zuoberst auf der Leiter
und stelle fest es geht nicht weiter

ich mache trotzdem einen Schritt
.............. Shit

#237:  Autor: LastaurusWohnort: Interlaken (CH) BeitragVerfasst am: 25.12.2006, 11:30
    —
Hast Du mit Schlirgen das Fenster geputzt
hat das Putzen nichts genutzt.

Weg mit Ajax und Microfaser
hau die Scheibe ein und hol den Glaser.

#238:  Autor: I.R BeitragVerfasst am: 25.12.2006, 13:35
    —
[Zur Teleologie]
Beine hat uns zwei gegeben
Gott der Herr, um fortzustreben,
Wollte nicht, daß an der Scholle
Unsre Menschheit kleben solle.
Um ein Stillstandsknecht zu sein,
Gnügte uns ein einzges Bein.
Augen gab uns Gott ein Paar,
Daß wir schauen rein und klar;
Um zu glauben was wir lesen,
Wär ein Auge gnug gewesen.
Gott gab uns die Augen beide,
Daß wir schauen und begaffen
Wie er hübsch die Welt erschaffen
Zu des Menschen Augenweide;
Doch beim Gaffen in den Gassen
Sollen wir die Augen brauchen
Und uns dort nicht treten lassen
Auf die armen Hühneraugen,
Die uns ganz besonders plagen,
Wenn wir enge Stiefel tragen.

Gott versah uns mit zwei Händen,
Daß wir doppelt Gutes spenden;
Nicht um doppelt zuzugreifen
Und die Beute aufzuhäufen
In den großen Eisentruhn,
Wie gewisse Leute tun -
(Ihren Namen auszusprechen
Dürfen wir uns nicht erfrechen -
Hängen würden wir sie gern.
Doch sie sind so große Herrn,
Philanthropen, Ehrenmänner,
Manche sind auch unsre Gönner,
Und man macht aus deutschen Eichen
Keine Galgen für die Reichen.)

Gott gab uns nur eine Nase,
Weil wir zwei in einem Glase
Nicht hineinzubringen wüßten,
Und den Wein verschlappern müßten.

Gott gab uns nur einen Mund,
Weil zwei Mäuler ungesund.
Mit dem einen Maule schon
Schwätzt zu viel der Erdensohn.
Wenn er doppeltmäulig wär,
Fräß und lög er auch noch mehr.
Hat er jetzt das Maul voll Brei,
Muß er schweigen unterdessen,
Hätt er aber Mäuler zwei,
Löge er sogar beim Fressen.

Mit zwei Ohren hat versehn
Uns der Herr. Vorzüglich schön
Ist dabei die Symmetrie.
Sind nicht ganz so lang wie die,
So er unsern grauen braven
Kameraden anerschaffen.
Ohren gab uns Gott die beiden,
Um von Mozart, Gluck und Hayden
Meisterstücke anzuhören -
Gäb es nur Tonkunst-Kolik
Und Hämorrhoidal-Musik
Von dem großen Meyerbeer,
Schon ein Ohr hinlänglich wär! -

Als zur blonden Teutolinde
Ich in solcher Weise sprach,
Seufzte sie und sagte: Ach!
Grübeln über Gottes Gründe,
Kritisieren unsern Schöpfer,
Ach! das ist, als ob der Topf
Klüger sein wollt als der Töpfer!
Doch der Mensch fragt stets: Warum?
Wenn er sieht, daß etwas dumm.
Freund, ich hab dir zugehört,
Und du hast mir gut erklärt,
Wie zum weisesten Behuf
Gott den Menschen zwiefach schuf
Augen, Ohren, Arm' und Bein',
Wahrend er ihm gab nur ein
Exemplar von Nas und Mund -
Doch nun sage mir den Grund:
Gott, der Schöpfer der Natur,
Warum schuf er einfach nur
Das skabröse Requisit,
Das der Mann gebraucht, damit
Er fortpflanze seine Rasse
Und zugleich sein Wasser lasse?
Teurer Freund, ein Duplikat
Wäre wahrlich hier vonnöten,
Um Funktionen zu vertreten,
Die so wichtig für den Staat
Wie fürs Individuum,
Kurz fürs ganze Publikum.
Zwei Funktionen, die so greulich
Und so schimpflich und abscheulich
Miteinander kontrastieren
Und die Menschheit sehr blamieren.
Eine Jungfrau von Gemüt
Muß sich schämen, wenn sie sieht,
Wie ihr höchstes Ideal
Wird entweiht so trivial!
Wie der Hochaltar der Minne
Wird zur ganz gemeinen Rinne!
Psyche schaudert, denn der kleine
Gott Amur der Finsternis,
Er verwandelt sich beim Scheine
Ihrer Lamp - in Mankepiß.

Also Teutolinde sprach,
Und ich sagte ihr: Gemach!
Unklug wie die Weiber sind,
Du verstehst nicht, liebes Kind,
Gottes Nützlichkeitssystem,
Sein Ökonomie-Problem
Ist, daß wechselnd die Maschinen
Jeglichem Bedürfnis dienen,
Den profanen wie den heilgen,
Den pikanten wie langweilgen, -
Alles wird simplifiziert;
Klug ist alles kombiniert:
Was dem Menschen dient zum Seichen,
Damit schafft er seinesgleichen
Auf demselben Dudelsack
Spielt dasselbe Lumpenpack.
Feine Pfote, derbe Patsche,
Fiddelt auf derselben Bratsche,
Durch dieselben Dämpfe, Räder
Springt und singt und gähnt ein jeder,
Und derselbe Omnibus
Fährt uns nach dem Tartarus.

H.H

#239:  Autor: LeonardoWohnort: Norddeutschland BeitragVerfasst am: 25.12.2006, 15:48
    —
Apropos Nachruf:


Kein Dichter und kein Philosoph
war er und kein Prophet,
eigentlich war er nur doof,
und außerdem Prolet!

Leonardo

#240:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 26.12.2006, 14:01
    —
Wenn die Blätter von den Bäumen stürzen,
die Tage täglich sich verkürzen,
dann lieber Freund, so glaube mir:
Es steht der Winter vor der Tür!
Doch ich spiel' ihm einen Possen:
Ich hab' die Tür verriegelt und verschlossen.
Ich hab' ihn angeschmiert:
Jetzt steht der Winter vor der Tür -
und friert.

Heinz Erhardt

#241:  Autor: LeonardoWohnort: Norddeutschland BeitragVerfasst am: 31.12.2006, 16:04
    —
Silvester

Knaller und
Raketen blitzen,
die Katzen in den
Keller flitzen,

das alte Jahr
ertrinkt in Sekt,
der nicht mal zu
Silvester schmeckt.

Man denkt wie schön
das alte Jahr,
trotz aller
Vorkommnisse war .

So war es schon
in all den Jahren,
so werden weiter
wir verfahren !

Bevor ich geh’
heut’ "up’n Swutsch",
wünsch' ich Euch einen
guten Rutsch!


Leonardo

#242:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 03.01.2007, 03:45
    —
Aus meiner Sammlung von Schüttelreimen und was da drum herum noch so steht:

Dem jungen Dichter wird geraten, nicht Herz auf Schmerz zu reimen, und es stattdessen mit Synonymen wie Pein oder Leid zu versuchen. Na dann, frohes Schaffen.

Der Schlechtmensch hält gesunde Rache
durchaus für eine runde Sache.
Der Gutmensch, wie soll's anders sein,
der wendet somt und sanders ein.

Ich fragte mich im Mai nachts „Wann
kommt wohl der Weihnachtsmann?“

Der Forscher, er ging klonen,
und schuf so die Klingonen.

Bugs Bunny ist der Hoppelstar
mit dem kecken Stoppelhaar.

Heinz erschlug den Fördermann
mit einer grossen Mörderpfann'.

Der Mantamann im Opel prollt
indem er seine Popel rollt.

Was macht der Georg Hackel da?
Er schleift die Kuf' mit Dackelhaar.
„Ist's nicht noch etwas rau da, Hackel?“
„Ja, dafür nehm ich Rauhaardackel.“

In der Kürze liegt die Würze
unerkannt entfleuchter Fürze.

Ich mag Smalltalk, aber Schnack
halte ich für Schabernack.

Wenn dem Knecht das Bia schmeckt,
kommt der Reim vom Dialekt.
Sagt der Knecht „Das Bia schmeckt nich“
wird die Sache dialektisch.
Da sagt Kant, der olle Stinker:
„Er ist wohl ein Hegeltrinker“

Weil sie wie die Totten hotten,
nennt man sie die Hottentotten.

„Ihr sollt die Hobbits in Bree verhaun!“,
das sagte Sauron, nicht Eva Braun.

Des Teletubbies Kelle hob
zum Himmel Hubbels Teleskop.

Das Hasenfell, das Hasenfell,
das glänzt in manchen Phasen hell.

Ich habe gar nichts dagegen, mal über den Tellerrand hinaus zu schauen, aber vorher darf ich doch noch aufessen, oder?

#243:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 03.01.2007, 17:05
    —
Eskimo-Ballade

Igluling liebte die Sedna,
und ihm war Sedna hold,
allein Schön-Sednas Vater
dem raschen Jüngling grollt.
So trugen bis zum Winter
die beiden geduldig ihr Los.
Sie waren ja vom Stamme
kaltblütiger Eskimos.

Sein Schneehaus stand auf dem Eise,
und Sednas ganz nah dabei,
da riß des nachts die Kälte
von Grund auf das Eis entzwei;
und zwischen den beiden Hütten
gähnte des Abgrunds Rand,
ein Eisblock hielt alleine
die Kluft noch überspannt.

Dort mußt du, Igluling, hinüber,
noch ehe der Morgen graut,
dem zürnenden Alten zum Trotze
heimholen die schlummernde Braut.
Rasch geht's hinüber zur Hütte,
schon steht er im niederen Raum,
und tastet sich durch das Dunkel,
zu atmen wagt er kaum.

"Und wenn ich sie drüben habe,
mag stürzen die Brücke von Eis!"
So denkt er und schleicht zum Lager,
wo er die Schlummernde weiß.
Dort regt sich's im Seehundsbalge,
der Schopf nur blickt heraus.
Rasch faßt er Sack und Inhalt,
und eilt zur Tür hinaus.

Nun über die schwindlige Brücke,
dann Stoß auf Stoß, und ein Krach,
und donnernd stürzt der Eisblock,
da wird es im Sacke wach.
Da kommt es wie dumpfer Donner -
oh weh, wie der Jüngling erschrak!
Er hatte statt seiner Erwählten
den wütenden Alten im Sack.

(Johannes Rothensteiner, geb. 1860)

#244:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 04.01.2007, 03:10
    —
Ich wollt ich wär ein Huhn, - gackgack
ich hätt nicht viel zu tun - gackgack
Ich legte vormittags ein Ei und nachmittags wär ich frei.
Mich lockte auf der Welt - gackgack
kein Ruhm mehr und kein Geld - gackgack
und fände ich das große Los,
dann fräße ich es bloooß.

Ich brauchte nie~~~mehr in`s Bürooo,
ich wäre dämlich - aber froh, drum hab ich mir gedacht - gackgack:
Ich wollt ich wär ein Huhn, ich hätt nicht viel zu tun,
ich legte täglich mal ein Ei und Sonntags auch mal zwei...Juchhei



Ach du lieber Augustin, alles ist hin!

#245:  Autor: Rae BeitragVerfasst am: 09.01.2007, 18:47
    —
Von der Bildfläche verschwunden

Ermanameraz und Krabat zwei Namen
im Forum nennt man sie Nick.
Dahinter stehen zwei Menschen.
Reale Menschen wie Du und ich.
Ein Stück sind wir zusammen gegangen.
Jetzt sind sie beide fort.
Der eine aus freien Stücken
der andere musste gehn.
Mir tut es jedesmal weh,
wenn Menschen so plötzlich
von der Bildfläche verschwinden.
Ohne ein Wort des Abschieds.
Euch beiden alles Liebe
auf eurem weiteren Lebensweg.

#246:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 09.01.2007, 19:00
    —
Erbrechen

#247:  Autor: LeonardoWohnort: Norddeutschland BeitragVerfasst am: 13.01.2007, 15:50
    —
Einfach Sch…

Man muß doch etwas auch mal deutlich sagen können,
und die Dinge bei dem richt’gen Namen nennen!
Und sich beim elegant umschreiben nicht stets verrennen,
und die Gefühle nicht immer vornehm - förmlich umbenennen!

Denn die Sache ist nun mal
nicht ausschließlich: „höchst fatal“,
„katastrophal“, „abnormal“,
sondern einfach: Scheiße!

Es ist so wie es ist. Es ist nicht gut sondern schlecht,
es ist falsch und nicht recht,
es ist so wie es ist: Einfach Scheiße!

#248:  Autor: Ralf Rudolfy BeitragVerfasst am: 13.01.2007, 18:40
    —
Sie haben heut abend Gesellschaft
Das Haus ist lichterfüllt
Oben am hellen Fenster
Bewegt sich ein Schattenbild

Du siehst mich nicht im Dunkeln
Steh ich hier unten allein
Und noch weniger kannst du schauen
In mein dunkles Herz hinein

Mein dunkles Herz es liebt dich
Es liebt dich und es bricht
Es bricht und zuckt und es verblutet
Aber du siehst es nicht

(Heinrich Heine)

#249:  Autor: Rae BeitragVerfasst am: 13.01.2007, 22:53
    —
Rechter Same verwandelt Dreck in Blumen

Siehst Du den nutzlosen Dreck auf Erden
fragst Dich was daraus denn kann werden?
Vom Himmel herab guter Same geweht
schon verwandelt er sich in ein Blumenbeet.

#250:  Autor: Ralf Rudolfy BeitragVerfasst am: 13.01.2007, 22:59
    —
Rae hat folgendes geschrieben:
Rechter Same verwandelt Dreck in Blumen

Siehst Du den nutzlosen Dreck auf Erden
fragst Dich was daraus denn kann werden?
Vom Himmel herab guter Same geweht
schon verwandelt er sich in ein Blumenbeet.


"fragst Dich was daraus denn kann werden?" -- wie wärs, wenn du erstmal die Wörter in eine akzeptable Reihenfolge bringst?

Oh Mann, hier triumphiert mal wieder unter Reimzwang stehende Grobsinnigkeit über Stil und Sprache ...

#251:  Autor: PfaffenschreckWohnort: City of dope BeitragVerfasst am: 14.01.2007, 13:24
    —
Rae hat folgendes geschrieben:
Rechter Same verwandelt Dreck in Blumen

Siehst Du den nutzlosen Dreck auf Erden
fragst Dich was daraus denn kann werden?
Vom Himmel herab guter Same geweht
schon verwandelt er sich in ein Blumenbeet.

Reim dich oder ich beiß dich! Mit den Augen rollen

#252:  Autor: Rae BeitragVerfasst am: 14.01.2007, 14:26
    —
Du - da seh ich keinen Grund
mich zu beissen wie ein Hund.
Denn dichten darf ich ohne Reim
sagt mir die Wiki bei mir daheim.

Es gibt Gedichte... mit Reim und ohne Reim... Das Kleingedruckte

http://de.wikipedia.org/wiki/Gedicht

#253:  Autor: Kival BeitragVerfasst am: 14.01.2007, 14:41
    —
Rae, gerade darauf wollten die anderen hinweisen.. du hast gereimt, komme, was da wolle...

#254:  Autor: Rae BeitragVerfasst am: 14.01.2007, 14:48
    —
Kival hat folgendes geschrieben:
Rae, gerade darauf wollten die anderen hinweisen.. du hast gereimt, komme, was da wolle...


Klick - der Zwanzger ist runtergefallen.. Verlegen Danke! Smilie

#255:  Autor: LeonardoWohnort: Norddeutschland BeitragVerfasst am: 14.01.2007, 18:06
    —
Fremde

Der brave Spießer spuckt und speit,
denn ihm gereicht `s zur Übelkeit.
Ist er auch kein bißchen schlau,
eins erkennt er ganz genau:
wenn er das ihm Fremde sieht,
bemerkt er gleich den Unterschied!

Und schneller als man sonst ihn kennt,
ist er in seinem Element:
er beobachtet und schreibt
auf, was an Unterschieden bleibt.
Mit Zorn und Selbstgefälligkeit
stellt er sich dann hin und schreit:

„Gegen Fremde bin ich nicht“,
er mit Überzeugung spricht!
„Zu Fremden, habe ich erkannt,
bin ich furchtbar tolerant!
Doch diese Fremden, sag ich dir,
die sind einfach nicht von hier!“


Leonardo

#256:  Autor: LeonardoWohnort: Norddeutschland BeitragVerfasst am: 13.02.2007, 21:43
    —
Männlich

Atomraketen,
schlank wie Pimmel,
ragen drohend
in den Himmel!

Außen hart
und innen hohl,
für Männlichkeit
sind sie Symbol!
[/b]

#257:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 30.03.2007, 11:42
    —
.
Pfeifen Pfeifen Pfeifen Pfeifen Pfeifen Pfeifen

#258:  Autor: Carmen256Wohnort: Nalbach BeitragVerfasst am: 08.04.2007, 19:11
    —
Wage zu träumen

von Annegret Kronenberg


Wage zu träumen,

Träume sind die Sprache

der Seele.

Höre genau hin,

was sie dir zu sagen hat,

und deiner Seele werden Flügel wachsen.

#259:  Autor: Tassilo BeitragVerfasst am: 05.07.2007, 11:25
    —
In Kareth hods ghaglt
In Rengschburg hods grengt
In Sanding steht a Sandler
Der hod des ned gseng.

#260:  Autor: KonstruktWohnort: Im Barte des Propheten BeitragVerfasst am: 29.08.2007, 20:21
    —
Das hier habe ich kurz nach der Geburt meines Sohnes geschrieben und ihm, meiner Mutter und meiner Frau gewidmet. In der Reihenfolge der Strophen. Es geht um Sinn im Leben, um Konflikte mit Eltern wie Abnabelung und nicht zuletzt um sich selbst und die Suche nach Liebe...

Vom "Ä"ltern werden
_________________
Ein Kind schafft
äußeren Unfrieden
und
inneren Frieden

Eltern schaffen
äußeren Frieden
und
inneren Unfrieden

Kinder kriegen und
Eltern werden
bringt diese Dissonanz
in ein Gleichgewicht


....
und weil soviele Christen mir zu erzählen versuchten, wer das Wunder der Geburt erlebe, der gewinne seinen Glauben an Gott zurück, was ich jedoch keinesfalls tat, noch ein Gedanke zur Begrifflichkeit Gottes


Was ist Gott?
____________

Gott ist ein moral- und unmoral
schaffender Arbeitsbegriff des Menschen
der sich aus der Abgrenzung und
Differenzierung
vom und zum Begreifbaren
ergibt
und das Unbegreifbare
beschreibt,
der eine philosophische Brücke
schaffen soll
und schaffen kann,
zwischen Bewußtsein und
Unbewußtsein,
zwischen Dualitäten und Widersprüchen,
der Versuch
die universale Weltformel
zu konstruieren,
um das Unfaßbare
besser vergessen zu können

#261:  Autor: boomkleverWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 29.08.2007, 20:24
    —
Drauße em Wald
Hot's a klois Schneele gschneit
Drom isch so kalt
Drauße em Wald

#262:  Autor: DieNeueMitteWohnort: Southampton BeitragVerfasst am: 29.08.2007, 23:02
    —
Das habe ich mal irgendwo gelesen:

Es war einmal ein kluges Tier
das fraß beschriebenes Papier.
Es schluckte jede Menge Wissen
und hat ein Lexikon geschissen.

#263:  Autor: Enza BeitragVerfasst am: 31.08.2007, 21:49
    —
xxxxxxxxxxxxxx

Zuletzt bearbeitet von Enza am 10.09.2007, 23:14, insgesamt einmal bearbeitet

#264:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 31.08.2007, 23:17
    —
<center>Der Sinn des Lebens

Seien Sie
Nett
Zu Anderen
Vermeiden Sie
Fettes Essen, lesen
Sie gute
Bücher, gehen
Sie spazieren

Und
Versuchen Sie
Mit allen
Menschen in Frieden zu
Leben.

(M. Python)</center>

#265:  Autor: Enza BeitragVerfasst am: 01.09.2007, 16:30
    —
xxxxxxxxxxxxxx

Zuletzt bearbeitet von Enza am 10.09.2007, 23:14, insgesamt einmal bearbeitet

#266:  Autor: Evilbert BeitragVerfasst am: 01.09.2007, 16:43
    —
Enza hat folgendes geschrieben:
Ohne zu denken
glaube ich
gedacht zu haben,
aber meine,
ohne recht zu wissen, was ich glauben soll,
allein wenn ich denke,
kann ich sicher sein,
daß das, was ich gedachte zu denken
ein durchdachtes Denken voraussetzt
und das Resultat
nur noch
zu denken
übrig lässt.


Enza


Fehlt nur noch am Ende das "Klar soweit?" dann hört es sich an wie Jack Sparrow Lachen

Das soll übrigens ein Kompliment sein.

#267:  Autor: Enza BeitragVerfasst am: 01.09.2007, 18:00
    —
xxxxxxxxxxxxxxxxx

Zuletzt bearbeitet von Enza am 10.09.2007, 23:13, insgesamt einmal bearbeitet

#268:  Autor: Peter H. BeitragVerfasst am: 05.09.2007, 13:16
    —
Doktrin

Schlage die Trommel und
fürchte Dich nicht,
und küsse die Marketenderin!
Das ist die ganze Wissenschaft,
das ist der Bücher tiefster Sinn.

Trommle die Leute aus dem Schlaf,
Trommle Reveille mit Jugendkraft,
Marschiere immer trommelnd voran,
Das ist die ganze Wissenschaft.

Das ist die Hegelsche (ach besser Marxsche) Philosophie
Das ist der Bücher tiefster Sinn!
Ich hab sie begriffen, weil ich gescheit,
Und weil ich ein guter Tambour bin.

(H.Heine) zwinkern

#269:  Autor: KassiopeiaWohnort: Auf dem kleinen Planet Erde BeitragVerfasst am: 06.09.2007, 08:34
    —
Eines meiner Lieblingsgedichte von Goethe:

GEWISS, ich wäre schon so ferne, ferne,
So weit die Welt nur offen liegt, gegangen,
Bezwängen mich nicht übermächt´ge Sterne,
Die mein Geschick an deines angehangen,
Dass ich in dir nun mich erst kennenlerne.
Mein Dichten, Trachten, Hoffen und Ver-langen
Allein nach dir und deinem Wesen drängt,
Mein Leben nur an deinem Leben hängt.

*schnief*

Ansonsten kann ich immer Schillers Balladen (Bürgschaft etc.) empfehlen.

#270:  Autor: I.R BeitragVerfasst am: 06.09.2007, 14:30
    —
Bei monotonem Singen schlief
er ein, der große Schlingensief

#271:  Autor: jdfWohnort: Dogville BeitragVerfasst am: 06.09.2007, 15:04
    —
I.R hat folgendes geschrieben:
Bei monotonem Singen schlief
er ein, der große Schlingensief

Flugs Mama nach der Schlinge rief,
den Schlingel umzubringen, schnief.

#272:  Autor: KonstruktWohnort: Im Barte des Propheten BeitragVerfasst am: 06.09.2007, 15:06
    —
Der Schlingel aus der Rinne rief,
mir hängt hier doch mein Schlingel schief.

#273:  Autor: jdfWohnort: Dogville BeitragVerfasst am: 06.09.2007, 15:24
    —
Konstrukt hat folgendes geschrieben:
Der Schlingel aus der Rinne rief,
mir hängt hier doch mein Schlingel schief.

Hä, welche Rinne? Am Kopf kratzen

#274:  Autor: KonstruktWohnort: Im Barte des Propheten BeitragVerfasst am: 06.09.2007, 15:26
    —
jdf hat folgendes geschrieben:
Konstrukt hat folgendes geschrieben:
Der Schlingel aus der Rinne rief,
mir hängt hier doch mein Schlingel schief.

Hä, welche Rinne? Am Kopf kratzen


Na die Pissrinne aufm Klo natürlich.

Aber hast recht, war nicht so gut.

#275:  Autor: King-of-fools BeitragVerfasst am: 06.09.2007, 15:31
    —
Wilhelm Busch - Die Rache des Elefanten

Den Elefanten sieht man da
spazierengehn in Afrika.

Gemütlich geht er zur Oase
und trinkt vermittelst seiner Nase.

Ein Mohr, aus Bosheit und Pläsier,
schießt auf das Elefantentier.

Da dreht der Elefant sich um
und folgt dem Neger mit Gebrumm.

Vergebens rennt der böse Mohr,
der Elefant faßt ihn beim Ohr.

Er zieht ihn unter Weh und Ach
zu einem nahen Wasserbach.

Da taucht er ihn ganz munter
mit seinem Rüssel unter.

Den Mohren hätte unterdessen
beinah das Krokodil gefressen.

Nun aber spritzt den Negersmann
der Elefant mit Wasser an.

Er hebt ihn bei den Hosen auf
und trägt ihn fort in schnellem Lauf

und wirft ihn in ein Kaktuskraut.
Der Kaktus sticht, der Mohr schreit laut.

Der Elefant geht still nach Haus,
der Mohr sieht wie ein Kaktus aus.

klick mich

#276:  Autor: jdfWohnort: Dogville BeitragVerfasst am: 06.09.2007, 15:33
    —
Konstrukt hat folgendes geschrieben:
jdf hat folgendes geschrieben:
Konstrukt hat folgendes geschrieben:
Der Schlingel aus der Rinne rief,
mir hängt hier doch mein Schlingel schief.

Hä, welche Rinne? Am Kopf kratzen

Na die Pissrinne aufm Klo natürlich.

Aber hast recht, war nicht so gut.

Und so?

Der Schlingel aus der Schlinge rief,
mir hängt hier doch mein Schlingel schief.

#277:  Autor: KonstruktWohnort: Im Barte des Propheten BeitragVerfasst am: 06.09.2007, 15:35
    —
jdf hat folgendes geschrieben:
Konstrukt hat folgendes geschrieben:
jdf hat folgendes geschrieben:
Konstrukt hat folgendes geschrieben:
Der Schlingel aus der Rinne rief,
mir hängt hier doch mein Schlingel schief.

Hä, welche Rinne? Am Kopf kratzen

Na die Pissrinne aufm Klo natürlich.

Aber hast recht, war nicht so gut.

Und so?

Der Schlingel aus der Schlinge rief,
mir hängt hier doch mein Schlingel schief.


Ginge auch, aber da kommt mir zu oft Schlinge vor.

Vielleicht so:
Der Schlingel aus der Tiefe rief,
mir hängt hier doch der Sief im Mief.

edit: auch nicht das Wahre


Noch einer:
Dem Schlingen es aus der Tiefe rief,
mir hängt hier doch der Sief im Mief.

#278:  Autor: jdfWohnort: Dogville BeitragVerfasst am: 06.09.2007, 15:54
    —
Ich seh das richtig? Dem aufgeknüpften Schliegensief sein Schwanz meldet sich, weil's ihm da unten zu sehr mieft.

Des Schlingels Schwester eilig lief,
den Schwanz zu seifen ob des Mief'.

Den Schwanz geschrubbt, rief Schlingensief:
"Nun hängt er doch schon wieder schief!"

#279:  Autor: KonstruktWohnort: Im Barte des Propheten BeitragVerfasst am: 06.09.2007, 15:58
    —
jdf hat folgendes geschrieben:
Ich seh das richtig? Dem aufgeknüpften Schliegensief sein Schwanz meldet sich, weil's ihm da unten zu sehr mieft.

Des Schlingels Schwester eilig lief,
den Schwanz zu seifen ob des Mief'.

Den Schwanz geschrubbt, rief Schlingensief:
"Nun hängt er doch schon wieder schief!"


Lachen

#280:  Autor: I.R BeitragVerfasst am: 06.09.2007, 19:01
    —
Die Frau, die vor dem Bengel schwebt
bewirkt, dass gleich sein Schwengel bebt.

#281:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 11.09.2007, 01:19
    —
Meine gesammelten Schüttlelreime:

Zitat:
Der Schlechtmensch hält gesunde Rache
durchaus für eine runde Sache.
Der Gutmensch, wie soll's anders sein,
der wendet somt und sanders ein.

Ich fragte mich im Mai nachts „Wann
kommt wohl der Weihnachtsmann?“

Der Forscher, er ging klonen,
und schuf so die Klingonen.

Bugs Bunny ist der Hoppelstar
mit dem kecken Stoppelhaar.

Heinz erschlug den Fördermann
mit einer grossen Mörderpfann'.

Der Mantamann im Opel prollt
indem er seine Popel rollt.

Was macht der Georg Hackel da?
Er schleift die Kuf' mit Dackelhaar.
„Ist's nicht noch etwas rau da, Hackel?“
„Ja, dafür nehm ich Rauhaardackel.“

In der Kürze liegt die Würze
unerkannt entfleuchter Fürze.

Ich mag Smalltalk, aber Schnack
halte ich für Schabernack.

Wenn dem Knecht das Bia schmeckt,
kommt der Reim vom Dialekt.
Sagt der Knecht „Das Bia schmeckt nich“
wird die Sache dialektisch.
Da sagt Kant, der olle Stinker:
„Er ist wohl ein Hegeltrinker“

Weil sie wie die Totten hotten,
nenn man sie die Hottentotten.

„Ihr sollt die Hobbits in Bree verhaun!“,
das sagte Sauron, nicht Eva Braun.

Des Teletubbies Kelle hob
zum Himmel Hubbels Teleskop.

Das Hasenfell, das Hasenfell,
das glänzt in manchen Phasen hell.

#282:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 03.10.2007, 00:34
    —
Der Kreationist

Er suchte Gott und fand ihn
an ungewohnten Stellen
Gott lebt, das ist bekannt, in
Bakterienflagellen

Da schaudert das Gefolg' und
in Stein muss man das meisseln:
Flagellen nennt der Volksmund
auch Geisseln, Gottes Geisseln!

Das fand er ziemlich cool, ja,
bisher war er nur Christ,
nun sang er "Hallelulja,
ich bin Kre-a-ti-o-nist"

#283:  Autor: Zoff BeitragVerfasst am: 03.10.2007, 01:26
    —
Und auch ich habe jetzt mal ein Gedicht geschrieben, Obacht, es geht los:

<center>
Materialien zum Lobe des Freigeisterhauses

Wie einsam war mein Leben,
als ich noch offline war.
Wie bunt nun mein Erleben,
nur Dank des FGH.

Mein Geist ist weit gekommen,
weil ich jetzt so viel weiss,
hat Höhen nun erklommen,
dank nergaleskem Scheiss.

Und sollt ich einmal wieder,
einsam und offline sein,
ich werd für immer wieder,
dem FGH in wrmdlbrrmmpf..
</center>


Ich persönlich finde das Gedicht recht schön, wobei, zugegeben:
Der Schluss ist genau genommen eher Scheiße.
Aber daran werde ich noch arbeiten, war ja auch mein Erstlingswerk, nicht wahr..

#284:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 03.10.2007, 02:03
    —
Zoff hat folgendes geschrieben:

Der Schluss ist genau genommen eher Scheiße.


Wir Dichter bevorzugen das Attribut "dunkel", der Schluss ist dunkel. Im positiven Fall geheimnisvoll, im schlimmsten Fall inkonsequent, obwohl "scheisse" es bessser ausdrückt.

#285:  Autor: Torsten BeitragVerfasst am: 03.10.2007, 02:18
    —
Selbstzensur

#286:  Autor: Jonas GaiserWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 03.10.2007, 04:41
    —
There was a young lady from Riga,
who rode with a smile on a tiger.
They returned from the ride
with the lady inside
and the smile on the face of the tiger.

(Einer meiner Lieblings-Limmericks Sehr glücklich )

---

An der Stelle erlaube ich mir Werbung für zwei Gedichte meines Vaters zu machen, die im Gedichtsband "Juniland" abgedruckt sind (link). Dieses gewann im Lyrikwettbewerb 2006 den dritten Preis:

Hans-Jürgen Gaiser

Jäher Tod in Graz

Ignaz Kratz aus Hart bei Graz
spielt für sein Leben gerne Jazz
in Graz am Jakominiplatz.

Auf einer Bank küßt seinen Schatz,
der ihn umarmt, ein Herr mit Glatz’.
Vor dieser Bank da hüpft ein Spatz.

Hinterm Gebüsch lauert die Katz,
springt plötzlich vor in einem Satz,
und frißt den Spatz ratz-fatz.

Anmerkung:
Der Vers stammt nicht von Ringelnatz!

#287:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 26.10.2007, 13:54
    —
Kramer hat folgendes geschrieben:
[.....]
,,,, obwohl "scheisse" es bessser ausdrückt.





Hihihi zumindest aber versteht es jeder. Daumen hoch!

#288:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 01.11.2007, 15:09
    —
Jonas Gaiser hat folgendes geschrieben:
There was a young lady of Riga,
who rode with a smile on a tiger.
They returned from the ride
with the lady inside
and the smile on the face of the tiger.

Das ist wohl auch der brühmteste, und den gibt es auch auf deutsch:
Da war mal 'ne Dame aus Riga,
die macht' einen Ritt auf 'nem Tiga.
Von dem Ritte zurück
grinst der Tiger voll Glück
Und die Dame war innen im Tiga.

Und hier sind noch mehr:

In München, beim sündigen Stündchen,
küßt' ich im Dunkeln ein Mündchen.
Doch halt! Es war kalt!
Ich merkte es bald:
O Teifi, das war ja ihr Hündchen!

Auf Walze mit Wanda aus Warschau
balzte ich: "Da ist die Ahr, schau!"
Als wir uns gesetzt
schrie sie ganz entsetzt
"Was piekt mich denn da in den Arsch? Au!"

Da war mal ein Mann aus dem Osten,
der sollte den Funkturm entrosten.
Er trat einmal hin
wo der Rost schon sehr dünn,
nun hat er 'nen himmlischen Posten.

Es hielt einst ein Mädchen in Kiel
von Büchern fürs Leben sehr viel.
Von allen - so geht's -
am besten ihr stets
das Scheckbuch des Vaters gefiel.

Ich kannte ein Mädchen in Kapstadt,
das an Bord kam und mich um Schnaps bat:
"Bin ich erst mal voll
werd' vor Liebe ich toll!"
Da wußte ich, daß sie 'nen Klaps hat.

Es war einst ein Mann in Bordeaux,
den stach eines Abends ein Fleaux.
Er suchte das Tier
bis nachts um halb vier
und schrie dabei: "Au, mein Peauxpeaux!

Ein Knabe fing unweit Limoges
mitten im Wald einen Froges,
und den steckt er nett
seiner Schwester ins Bett.
Weshalb ihn sein Vater verdroges.

Ein Pferdeknecht aus der Camargue,
der fühlte sich ungemein stargue.
Doch unweit von Nîmes,
da zeigte man's îmes.
Seither ist er äußerst wortkargue.

Im Fremdenverkehrsamt von Arles
fragte jüngst eine Dame aus Marles:
"Lebte hier nicht van Gogh?
Oder lebt er gar nogh?
Und heißt er statt Vincent nicht Karles?"

Ein Straßenfeger aus Aix-
en-Provence fiel wegen des Draix
in der Rue de la Marche
auf den eigenen Arche.
Er starb an den Folgen des Schraix.

Es versuchte ein Herr aus dem Norden
gelegentlich, sich zu ermorden.
"Die alte Geschichte!"
rief seine Nichte.
"Es ist wieder nichts draus geworden!"

Es war mal ein Vater aus Brest,
der gab seinen Kindern ein Fest.
Die benahmen sich stillos
und fraßen ganz ziellos -
das gab ihrem Vater den Rest.

Ein Knab' in - ich glaub Tehuantepec -
der lief auf der Bahn seiner Tante weg.
Sie lief hinterher,
denn sie liebte ihn sehr,
und außerdem trug er ihr Handgepäck.

Jemand wettete auf den Azoren,
sich ein Loch in den Schädel zu bohren
bis hinunter zum Herzen,
und zwar ganz ohne Schmerzen.
Er hat die Wette verloren.

In einem Gasthof im Elsaß
beim Abendbrot einst Wilhelm Tell saß.
Aber wegen des Eids
mußt er rasch in die Schweiz,
weswegen er auch ziemlich schnell aß.

Ein Gleichgewichtskünstler in France
fiel immer beim Trinken in Trance
und beim fünfzehnten Glase
dann auch meist auf die Nase,
wegen Störungen in der Balance.

Eine ältere Dame in Bautzen
tat nichts als den Gatten anschnauzen.
Doch sie hat sich gewandelt:
Wenn er jetzt unrecht handelt,
dann sagt sie nichts mehr, dann hautsen.

Ein Dichter sagte in Zürich:
"Dein Blick, holdes Weib, stimmt mich lyrisch!
Meine Sonne, mein Mai!"
Doch er dachte dabei:
"Die Alte ist reich, die verführ' ich!"

#289:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 01.11.2007, 15:21
    —
Ich habe noch ein paar gefunden:

Dingericks

Einem Rennfahrer von den Hebriden
stand das Ding in seinem Boliden.
Er war übermannt
und griff zu mit der Hand.
In der Kurve ist er verschieden.

Ein schamhafter Schreiner aus Gent,
der hatte Geschmack und Talent.
Er belegte sein Ding
mit Intarsien wo's ging,
so daß man's nun nicht mehr erkennt.

Ein Sexprotz vom Lande bei Schwedt
war zwar äußerst potent, aber blöd.
Denn er merkte voll Qual
erst im Fleischwolfkanal,
daß nun wirklich nicht jedes Loch geht.

Ein Deutsch-Nationaler aus Rissen
war patriotisch beflissen.
Er pflegte vorm Akt
und natürlich ganz nackt
an der Stange die Fahne zu hissen.

Ein Postbeamter aus Leeds
klebte Marken auf seinen Schnieds
vor jeder Nummer.
Er war doch kein Dummer:
Erst frankieren, und dann ab durch den Schlitz!

Ein Eremit aus Brabant,
der nahm sein Ding in die Hand,
weil ihn da was juckte.
Und als es dann zuckte,
da rief er verzückt: "Interessant!"

Ein älterer Knabe aus Aix
empfing zur Nacht eine Hex'.
Die hat ihn bestiegen,
um mit seinem Besen zu fliegen.
Der versagte infolge des Schrecks.

Ein Voyeur aus der Stadt Iserlohn,
der hatte Eier aus Ton.
Das machte ihn schwach,
denn sein Hobby fiel flach:
Man hörte von weitem ihn schon.

Ein schneidiger Oberst aus Mainz,
der hatte ein Ding, das war keins.
Statt stehend und straff
war's immer mickrig und schlaff -
aus Feigheit beim Anblick des Feinds.

Ein Gigolo aus der Gegend von Lille,
der hatte ein Ding zu viel.
Doch das war nicht fatal,
das war rational,
denn er war bei zwei Schwestern im Spiel.

Ein wüster Macho aus Halle
bumste täglich fünf Mädchen, fünf dralle.
Er tat das bewußt.
Doch durch Abriebsverlust
ist sein Ding inzwischen schon alle.

Ein Koch aus Arnoldshain-Schmitten
hatte aus Versehen sein Ding abgeschnitten.
Doch er verdrängte den Graus
und kreierte daraus
ein pikantes Ragout mit Fritten.

Einem feisten Probst aus Merane,
dem wölbte sein Ding die Soutane.
Doch er nahm es genau,
das heißt, er nahm keine Frau.
Er trieb es mit dem Kaplane.

Ein Waffennarr aus Paderborn,
der trank zum Bier meistens Korn.
Er hatte 'ne Ader
für Hinterlader.
Doch seine Gattin bestieg er von vorn.

Eine geile Mamsell aus Burgund,
die tat ihrem Beischläfer kund:
Er solle beim Lieben
seinen ganzen reinschieben.
Plötzlich stand ihr das Ding bis zum Schlund.

Ein Religionslehrer aus Bern
unterrichtete Mädchen sehr gern.
Denn wenn diese ihn neckten
und was weiß ich in ihm weckten,
dann traf sie die Rute des Herrn.

Ein Hinterbänkler in Bonn,
der spuckte gar keß manchen Ton -
so von Weiber beglücken.
Dann sah man ihn ficken:
Mit einem Herrn von der Opposition.

Einem perversen Gourmet aus Hessen,
dem stand er nur nach dem Essen.
Doch stets weilte zum Schmaus
seine Frau außer Haus.
So konnt' er die Sache vergessen.

'ne schmerzgeile Sklavin aus Witten
ließ sich zu 'ner Spank-Session bitten.
Dann zeigte sie's an
Der Spanker war dran.
So hart sind in Witten die Sitten.

#290:  Autor: King-of-fools BeitragVerfasst am: 01.11.2007, 17:57
    —
zwar kein richtiges gedicht, aber ein toller text, der sich immerhin reimt:

Ich hatte Schmerzen und daher wußte ich, dass ich wach war
ganz allein nur mit der Stille als mein Nachbar
Die Luft war erfüllt mit Nervengift und wie bekifft
starrte ich auf meine Hand als ich begriff das sie zum Stift griff

Lauter Buchstaben entstanden mit Hilfe von Schreibwaren
was ich schreib war'n Resultat von einem Schreiwahn
Ich war Teil einer Vision die aus mir selbst entstand
Irgendetwas lenkt meine Gedanken und dieser Gedanke lenkt meine Hand

Ich hab soviel geschrieben aber niemand hört her
Würde der welt zu gerne sagen was ich wert wär' - Die Mine brach
aber ich schrieb weiter die nie gesagten Worte rächen sich
aber die Bleistifte in meinem gedächtnis die brechen nicht.

Ich hab geschrieben bis meine Finger wund warn
Weil kein einziger Ton mehr aus meinem Mund kam,
denn als du gingst, ging auch meine Kraft zu reden fort
wie ein Knebel in meinem Mund - an diesem tag wurde mein Leben zu Nebel
und ich ging auf die Straße mit meinem Marker, es hat niemand gemerkt
seit diesem tag hab ich Züge gesprüht und die Wände von Heidelberg gefärbt
Ich hab meinen Namen gemalt 1000 Mal und mehr
Meist als Meisterwerk, damit es das Selbstbewußtsein stärkt
Ich hab Tags mit nem Stein in die Scheiben von Bushaltestellen gekratzt
damit mir der Kopf nicht platzt!

Ich hab soviel geschrieben in der Schule auf Tischen, Bänken und Toiletten
Ich wollte rappen aber ich schwieg und schrieb und Ich
schweig und schreib wie die Grammatik der Farbe Blau
Worte im Sprung der Zeit zwischen Mann und Frau
Interpretation, Aufsatz, Diktat, Gedicht
ein Wort das ich noch nicht geschrieben hab das gibt es nicht
Aber es gibt drei Worte die sind nur für dich
ich hab sie dir nie gesagt und das Bereu ich heute fürchterlich

Ja ich hab's bereut also hab ich meinen Schmerz beschrieben
du hast mich aufgegeben also hab ich meinen Schmerz aufgeschrieben
in der Zeit zwischen den Träumen da kann ich schreiben
Exhibistionist gegenüber dem Blatt ich muss ihm einfach mein Intimstes zeigen
ich traf so viele Frauen schrieb ihre Nummern auf
aber ich rief nie an - weil ich nicht mehr sprechen kann

ich weiß noch wie nach dem Konzert der Junge zu mir kam
ich wollt' ihm so viel sagen ihn warnen aber die Zeit reichte nur für ein Autogramm
ich hab versagt deswegen sag ich nichts mehr
als ich leise oben an der Decke lag so leer
wie ein weißes Blatt flog ich in meinem Zimmer umher
auf dem Bett bleib ich liegen und dann beweg ich mich nie mehr

ich dreh den Kopf gleich neben mir da liegen sie
Blätter mit 1000 intensiven Gedanken, geformt in Worte, wenn man schreibt dann sprechen sie
da in dem Schuhkarton fließen sie, hörst du sie
murmeln deinen Namen, ein einziges Wort das mir im Schlaf den Schweiß auf die Stirn treibt
wenn man schweigt kann ich hören welchen Scheiß auch mein Gehirn schreibt

ich hab soviel geschrieben aber niemand hats gehört - oder hast du?
All ihr Lieder, Noten und worte gebt doch endlich Ruh'
Laßt mich allein ich wollte schrein
aber vom träumen wurd ich müde und so schlief ich endlich ein
wälzte mich wie wild hin und her und fiel vom Bett
direkt in die Schachtel mit den Texten, vor Schreck
musste ich erkennen das ich kein Mensch mehr war
eingeklemmt zwischen dem A und dem K wurde es mir klar
ich war der 27 Buchstabe, das komplette Alphabet stand gegen mich
Sie starrten mich an und lachten mich aus
die Sätze sagten ich sei aussätzig und so setzten sie mich aus
und formten sich zu einem Sinn zusammen und ich konnte mein gesamtes Leben lesen
dann wachte ich auf und tat einfach so als sein nichts gewesen

ja, Rap ist ne Religion, das ist klar
aber wo war Gott als ich alleine mit meinen Reimen war?
es war viel zu vieles klar um noch was zu klären
und viel zu vieles wahr um sich dagegen zu wehren
und als wären alle Worte gegen mich schreibe ich und kämpfe ich
solange bis ich die richtigen Worte finde - für dich
Auf die Bettdecke, auf die Tapete und auf meine Haut
Ich hab in meine Bücher geschaut sie waren leer aufnehmen geht nicht mehr

Heut muss alles raus was ich gelesen hab und gewesen bin
Ich schreib es hin. Ich hab geschrieben als würde ich deinen Körper zeichnen
den Stift über die Blätter streichen und zärtlich über deinen Rücken streicheln
Stundenlang hab ich geschrieben wie leid es mir tat
hätt ichs dir gesagt hätte ich uns viel erspart zu spät - was ist geblieben?
an einem Tag hab ich stark an dich gedacht, Ich hab geweint,
gereimt und mit meinen Tränen dir diesen Text geschrieben

(Torch - Ich hab geschrieben)

#291:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 20.11.2007, 08:10
    —
Hallo. liebe Mitdichter und Mitdichterinnen,
dank Euch allen, daß Ihr so wacker weitergemacht habt.
Werd mich nun mal wieder ein wenig mehr ums "Dichteln" kümmern:

Erst einmal
ein paar kleine Denkergüsse,
vom Christian Morgenstern, dem Dichter,
mit ein paar lustigen Worten - ficht er.

Auf solche Einfälle muß man erst mal kommen,
dazu auch noch, daß sie machen Sinn,
drum setze ich sie ganz einfach auch
- einmal hier hin.



Die zwei Wurzeln


Zwei Tannenwurzeln groß und alt
unterhalten sich im Wald.


Was droben in den Wipfeln rauscht,
das wird hier unten ausgetauscht.


Ein altes Eichhorn sitzt dabei
und strickt wohl Strümpfe für die zwei.


Die eine sagt knig, die andere sagt knag.
Das ist genug für einen Tag.


Christian Morgenstern

#292:  Autor: DieNeueMitteWohnort: Southampton BeitragVerfasst am: 11.12.2007, 06:13
    —
Ich hasse ja Weihnachten - und habe mal meinen Hass in kreative Energie umgewandelt:

SCHÖNE WEIHNACHTEN

Den Weihnachtsmann hab' ich im Sommer gesehen,
da tat er im Discounterladen schon stehen.
Ich grummelte heimlich doch war noch nicht bang
bis zum Heiligabend da war es noch lang.

Das nächste Mal wurde der Trott unterbrochen:
das Wetter da draußen war echt mal erbrochen.
Man fror sich den Arsch ab, die Straßen voll Eis,
Dann Regen wie blöde, was ist das ein Scheiß!

Im Bus wurde ich bald zusammengeknüllt
denn der war vor Menschen total überfüllt,
Der Tonfall um mich herum war ziemlich barsch
der Rest meiner Laune, der war für den Arsch.

Der Lärm von der Menge, der machte mir Kopp-ping
die ganzen Idioten, die waren beim Shopping,
Warum kann sich jeder Bekloppte schon denken,
die alle die brauchen etwas zum Verschenken.

Was schönes zu finden das ist echt ne Qual,
doch darum versuchen's die meisten nicht mal
Bleiben bei den Defaults für Tag und für Jahr,
und denken die anderen freut das sogar.

Den Deppen, denen geht es eh am besten
bei Weihnachtsmärkten und auch -festen
Denn da kann man (ich werd's nicht rallen)
nach vielen Gläsern Glühwein lallen.

Die Kinder werden auch erzogen
das heißt sie werden nur belogen
mit Stories, davon stimmt kein Byte
Das ist sie halt, die Weihnachtszeit!

Doch kann man manche dieser Gören
schon auf weite Entfernung hören,
Der Sohn der weint, die Tochter schreit
Die Eltern, genervt, wie es muss um die Zeit

Die Nachrichten geben jetzt täglich bekannt
wie oft es hat in Köln gebrannt
Mensch, Spackos, nehmt es euch zu Herzen
Verzichtet auf die blöden Kerzen!

(Und wenn ihr sie benutzt nur dann
wenn einer damit umgeh'n kann,
Man hat nichts von dem toll'n Advent
wenn plötzlich seine Hütte brennt!)

Beim Einkaufen und im TV
läuft ein Musikprogramm wie Sau,
Es senken sich die Töne nieder
von (was schon?) Alle Jahre Wieder.

Es wird mir langsam echt zu viel.
Kennen die nur noch einen Stil?
Was immer um mich run geschieht
spielt jetzt bitte kein Weihnachtslied!

Das ist nicht Weizen, das ist Streu
und nichts davon ist wirklich neu.
fünftausend mal hab ich's gehört
beim ersten hat's mich schon gestört.

Am Heiligabend wird dann geheuchelt
(doch manchen, den hätte man gerne ermeuchelt)
wie schön doch das alles und überhaupt sei
Dabei ist es einem doch eh einerlei.

Man isst und trinkt, besäuft sich gar
denn die Familisch macht sich normalerweis' rar
(und durch das Besaufen will mancher wohl sagen
er könne die Spackos nicht nüchern ertragen...)

Dann geht man nach Hause (war man denn heut' weg)
und packt die ganzen Geschenke weg.
Dann ist einem Weihnacht' und Jesus egal.
Bis in 10 Monaten - beim nächsten Mal.

#293:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 11.12.2007, 15:33
    —
Huhu, Syku,
wenn Dein - in/zu umgewandelter Energie,
Hass auf Weihnachten, so ausschaut,
dann herzlichen Glückwünsch zu
diesem Hirnprodukt.


#294:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 26.01.2008, 21:20
    —
Rettung für unsere Welt, damit sie weiterhin zusammenhält.

Wo es auch nicht mehr geht, um irgend jemandes „IQ“
oder Geld, sondern um das Fortbestehen unserer Welt,
die immer mehr zusammenfällt.
Wo sind die guten Männer hin, wie; -
John F. Kenndy und auch Martin Luther King?

Sie hat man kaltblütig ums Leben gebracht,
denn durch sie - wäre die Menschheit anders aufgewacht.
Weil sie hätten schon früh etwas bewegen können,
das wollte man verhindern, weil einige dabei sind,
die Menschheit – vor allem - die Erde auszuplündern.

Deshalb ist unser Planet Erde immer mehr am Sterben,
was könnten wir unseren Nachkommen - da noch Vererben?
Als eine Erde, die immer mehr zur Wüste gemacht.
Habt Ihr das etwa noch nicht bedacht und geschnallt,
sind Eure Seelen wirklich schon - so kalt???/bh.

#295:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 27.01.2008, 12:35
    —
Hatten wir das schon?

Der Gasanstaltsdirektor

Es sprach der Gasanstaltsdirektor
zu seinem Gasanstaltsinspektor:
Es ist so lausig kalt
in unsrer Gasanstalt.
Steck den Behälter an,
daß ich mich wärmen kann.

Gesagt getan, der Mann war ein Getreuer
und machte befehlsgemäß gleich Feuer.
Das Feuer brannte schön
und war sehr weit zu sehn,
und wo es einst gebrannt,
da ist ein Loch im Land.

Im Himmel sprach der Gasanstaltsdirektor
zu seinem Gasanstaltsinspektor:
Es war nur halb so kalt
in unserer Gasanstalt.
Ich wollt, ich wär noch da.
Halluljah.

(Fritz Grasshoff)

#296:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 28.01.2008, 03:06
    —
Danke, Ahriman, das kannte ich noch nicht. Coole Sache, das...
Hab schon oft über von Dir reingestellten Gedichte
oder Limericks lachen müssen. Danke. Sehr glücklich

#297:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 28.01.2008, 12:24
    —
Noch einen von Fritz Grasshoff?

Dampfkesselkatastrophe

Im Dampfkesselüberwachungsverein
platzte plötzlich der Kessel.
Der Herr Direktor mit Feuer, Dampf und Kartein
gen Himmel stob als Hasenklein
vermischt mit Boxcalfsessel.

Der Chefingenieur, ein Herr von Spohr,
alte Koriphäe,
den Zeichenstift hinter dem rechten Ohr,
geschoben von einem Stahltresor,
erreichte nur halbe Höhe.

Die junge Dame von Schalter vier,
eine üppige Blondine,
an der Decke klebte und zwischen ihr
der Bürovorsteher nebst Pauspapier
und Teilen der Schreibmaschine.

Der Heizer, ein stets bescheidener Mann,
lag zerlumpt auf der Plauze.
Die wollten nicht glauben, daß ich das kann,
sagte er, aber nun glauben sie dran
und halten endlich die Schnauze.

#298: ein Einstein Limmerick Autor: yxyxyx BeitragVerfasst am: 28.01.2008, 12:48
    —
Once there was an engineer named Wright
inventing a mashine with twice speed of light
left the earth one day
in the relative way
and crashed in the previous night

#299:  Autor: StickyWohnort: Am Arsch der Welt anstatt am Busen der Natur! BeitragVerfasst am: 13.02.2008, 06:33
    —
Das Gedicht vom dummen Christen!

Als Christenmensch bin ich geboren,
und ich fühl' mich auserkoren
diese Welt hier zu erlösen,
von dem ganzen Übel, Bösen.

Den Jesus habe ich als Herrn,
denn er hat die Menschen gern.
Er beschützt uns vor den Sünden,
tut frohe Botschaft uns verkünden.

Widerwärtig sind mir Ketzer,
Heuchler, Frevler, Messerwetzer,
die das Wort nicht angenommen
von dem Herrn, wie sie`s bekommen.

Kluge Menschen braucht man nicht,
denn der Christus ist das Licht,
welches unser Geist erhellt,
und er uns leitet, wie's ihm gefällt.

Die Wissenschaft, so wie man weiß,
hat mit ihrem großen Fleiß
versucht, die Welt uns zu erklären
und unser Wissen zu vermehren.

Die Kunst, mit der man uns beglückt,
mal verspielt, mal ganz verrückt,
zeigt auf, was Menschen alles können.
Muß ich es ihnen doch vergönnen,

da alles ist wider den Herrn,
denn der hat so was gar nicht gern.
Zur Hölle mit dem ganzen Dreck.
Herr Jesu ist mein Lebensweg.

Die Zeit ist nun mit großen Schritten
flugs an mir vorbei geritten.
Der Fortschritt hat mich übermannt,
als ich dem Jesus nachgerannt.

Alt und morsch sind meine Knochen.
Und was der Herr mir hat versprochen,
war doch letztlich nur ein Traum.
Das weiß ich nun; man glaubt es kaum!

Die Weisheit bleibt mir nun entsagt,
da ich hab niemals hinterfragt,
was des Lebens tiefer Sinn;
ob ich von Gott, ob Zufall bin?

Im Glauben verbrachte ich mein Leben,
statt mich dem Denken hinzugeben.
Nun sitz' ich hier, ich armer Tropf,
hab' außer Christus nichts im Kopf.

#300: Re: ein Einstein Limmerick Autor: Sylvia BeitragVerfasst am: 13.02.2008, 19:52
    —
yxyxyx hat folgendes geschrieben:
Once there was an engineer named Wright
inventing a mashine with twice speed of light
left the earth one day
in the relative way
and crashed in the previous night

Frage

Ausrufezeichen
A rocket explorer named Wright
Once travelled much faster than light.
He set off one day
In a relative way
And returned on the previous night.

#301:  Autor: boomkleverWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 13.02.2008, 19:57
    —
Anstatt englischen Limericks mal eine französische Ode zwinkern (und mein Lieblingsgedicht):

Victor Hugo hat folgendes geschrieben:

A une jeune fille

Vous qui ne savez pas combien l'enfance est belle,
Enfant ! n'enviez point notre âge de douleurs,
Où le cœur tour à tour est esclave et rebelle,
Où le rire est souvent plus triste que vos pleurs.


Votre âge insouciant est si doux qu'on l'oublie !
Il passe, comme un souffle au vaste champ des airs,
Comme une voix joyeuse en fuyant affaiblie,
Comme un alcyon sur les mers.


Oh ! ne vous hâtez point de mûrir vos pensées !
Jouissez du matin, jouissez du printemps ;
Vos heures sont des fleurs l'une à l'autre enlacées ;
Ne les effeuillez pas plus vite que le temps.


Laissez venir les ans ! Le destin vous dévoue,
Comme nous, aux regrets, à la fausse amitié,
A ces maux sans espoir que l'orgueil désavoue,
A ces plaisirs qui font pitié.


Riez pourtant ! du sort ignorez la puissance ;
Riez ! n'attristez pas votre front gracieux,
Votre œil d'azur, miroir de paix et d'innocence,
Qui révèle votre âme et réfléchit les cieux !

#302:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 14.02.2008, 12:24
    —
Gemischte sind noch besser:

Ein Knabe fing unweit Limoges
mitten im Wald einen Froges,
und den steckt er nett
seiner Schwester ins Bett,
weshalb ihn sein Vater verdroges.

#303:  Autor: boomkleverWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 14.02.2008, 13:54
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Gemischte sind noch besser:

Ein Knabe fing unweit Limoges
mitten im Wald einen Froges,
und den steckt er nett
seiner Schwester ins Bett,
weshalb ihn sein Vater verdroges.

Lachen

#304:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 15.02.2008, 19:35
    —
Obgleich die Nas', ob spitz, ob platt,
zwei Flügel, Nasenflügel hat,
so hält sie dennoch nichts vom Fliegen.
Das Laufen scheint ihr mehr zu liegen.
(Heinz Erhardt)

#305:  Autor: StickyWohnort: Am Arsch der Welt anstatt am Busen der Natur! BeitragVerfasst am: 16.02.2008, 08:48
    —
Wenn schon Gedichte von berühmten Persönlichkeiten, dann finde ich das Gedicht von den "Schlesischen Webern" von Heinrich eine am Besten, (beachbernie hatte ja schon darauf angespielt), weil politisch dem Heute immer mehr aktueller wird:



Im düsteren Auge keine Träne,
sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
"Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch,
wir weben hinein den dreifachen Fluch –
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten,
in Winterkälte und Hungersnöten.
Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
er hat uns geäfft, gefoppt und genarrt –
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
den unser Elend nicht konnte erweichen,
der den letzten Groschen von uns erpresst,
der uns wie Hunde erschiessen lässt –
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
wo nur gedeihen Schmach und Schande,
wo jede Blume früh geknickt,
wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt –
Wir weben, wir weben!

Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
wir weben emsig Tag und Nacht.
Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch,
wir weben hinein den dreifachen Fluch –
Wir weben, wir weben!"

#306:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 16.03.2008, 09:17
    —
Schein und Sein


Verfrüht
Frage

Papa, nicht wahr,
Im nächsten Jahr,
Wenn ich erst groß
Und lesen kann und schreiben kann,
Dann krieg ich einen hübschen Mann
Mit einer Ticktackuhr
An einer goldnen Schnur.
Der nimmt mich auf den Schoß
Und sagt zu mir: Mein Engel,
Und gibt mir Zuckerkrengel
Und Kuchen und Pasteten.
Nicht wahr, Papa?
Der Vater brummt: Na, na,
Was ist das für Gefabel!
Die Vögel, die dann flöten,
Die haben noch keinen Schnabel. Lachen


Husch husch,
verbrochen hat's der Wilhelm Busch

#307:  Autor: closeman BeitragVerfasst am: 17.03.2008, 19:57
    —
Auch aus WimS: Das erotische Tiergedicht. Wir geben hier dem erotischen Tiergedicht Raum. Warum? Was sollten wir ihm denn sonst geben?!

Der Kragenbär.

Der Kragenbär, der holt sich munter
Einen nach dem and'ren 'runter.

#308:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 18.03.2008, 11:31
    —
Die Sonne scheint mir auf den Bauch.
Das soll sie auch.

Die Sonne scheint mir auf den Stiel.
Dunnerkiel.

Die Sonne scheint mir auf den Penis.
Scheen is.
---
Blauer Himmel, Sonnenschein,
Federwölkchen fliegen.
Frisch gebumst steht Mutter auf.
Vater bleibt noch liegen.
---
Sonnenschein und keine Mücken,
hohes Gras - und nichts zu lesen...

#309:  Autor: Vaeterchen Frost BeitragVerfasst am: 18.03.2008, 12:12
    —
Der Haufen

Ins Becken plumpst mit viel Getöse
ein Haufen Kot, und stinkt ganz böse!
Wie Pech und Schwefel klebt er dann
ganz unverschämt am Becken dran!

Der Haufen Scheiße ärgert mich,
er trotzt den Wassern, die ich sende,
der Kot erzürnt mich fürchterlich,
mir zittern schon die fahlen Hände!

Ne halbe Stunde kämpfe ich,
und drücke nimmermüde diesen Hebel,
ich fluch und stöhne laut vor Wut,
dieser Mist ist wie ein Knebel,
und in mir kocht das heiße Blut!

Doch endlich!
Endlich gibt er auf,
der Haufen bröselt an der Ecke,
das Schicksal nimmt jetzt seinen Lauf-
so langsam wie der Gang der Schnecke.

Es rutscht und flutscht der Kot hinweg,
und mit Geplumpse und Gebraus,
verschluckt das Loch den zähen Dreck,
und ich komm endlich aus dem Scheißhaus raus!

#310:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 00:43
    —
Ostergedicht - Der April

Der Regen klimpert mit einem Finger
die grüne Ostermelodie.
Das Jahr wird älter und täglich jünger.
O Widerspruch voll Harmonie!

Der Mond in seiner goldenen Jacke
versteckt sich hinter dem Wolken-Store.
Der Ärmste hat links eine dicke Backe
und kommt sich ein bisschen lächerlich vor.

Auch dieses Mal ist es dem März geglückt:
Er hat ihn in den April geschickt.

Und schon hoppeln Hasen,
mit Pinseln und Tuben
und schnuppernden Nasen,
aus Höhlen und Gruben
durch Gärten und Straßen
und über den Rasen
in Ställe und Stuben.


Dort legen sie Eier, als ob's gar nichts wäre,
aus Nougat, Krokant und Marzipan.
Der Tapferste legt eine Bonbonniere.
Er blickt dabei entschlossen ins Leere.
Bonbonnieren sind leichter gesagt als getan.

Dann geht es ans Malen. Das dauert Stunden.
Dann werden noch seidene Schleifen gebunden.
Und Verstecke gesucht. Und Verstecke gefunden:
hinterm Ofen, unterm Sofa,
in der Wanduhr, auf dem Gang,
hinterm Schuppen, unterm Birnbaum,
in der Standuhr, auf dem Schrank.


Erich Kästner

#311:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 01:51
    —
Fragt Abrakadabra den Bebrakadabra
"Reichst Du mir mal den Zebrakadaver?"

#312:  Autor: jdfWohnort: Dogville BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 02:01
    —
Kramer hat folgendes geschrieben:
Fragt Abrakadabra den Bebrakadabra
"Reichst Du mir mal den Zebrakadaver?"

Kenne ich so:

Fragt Abraham den Bebraham:
Darf ich mal dein Zebra ham?"

#313:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 02:05
    —
jdf hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
Fragt Abrakadabra den Bebrakadabra
"Reichst Du mir mal den Zebrakadaver?"

Kenne ich so:

Fragt Abraham den Bebraham:
Darf ich mal dein Zebra ham?"


Darauf war das ja auch bezogen.

#314:  Autor: jdfWohnort: Dogville BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 02:07
    —
Kramer hat folgendes geschrieben:
jdf hat folgendes geschrieben:
Kramer hat folgendes geschrieben:
Fragt Abrakadabra den Bebrakadabra
"Reichst Du mir mal den Zebrakadaver?"

Kenne ich so:

Fragt Abraham den Bebraham:
Darf ich mal dein Zebra ham?"

Darauf war das ja auch bezogen.

Ungezogener Verballhorner, du.

#315: ein paar verse Autor: vunkenvlugWohnort: berlin/brandenburg BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 02:11
    —
evolution

täglich nehmen wir abschied
und flüchten in ein gedicht.
was immer wir leiden mussten,
wir empfinden es darin nicht.

wie gern wär ich voller güte,
läge mein zorn doch brach,
denn immer, wenn ich wüte,
folgt reue danach.

aber zorn, wut sind erhalter des lebens
und es kann auch sein,
dass ich nur aufgrund meines strebens
orang bin, nicht schwein.


was aber bleibet ...

vom roten adler blieb nur das gefieder,
das niederfiel auf weite sanddornfluren;
es gibt kein rückwärts und es gibt kein wieder,
nur halbverwehte und zertretene spuren.

trostloser reigen wiederkehrender dinge
gräuel planscht ans blinde fenster
in gottfried bennster
bewährter manier der nebelinge.

dies land ist slawisch nicht und ist nicht deutsch,
fruchtbarste wüste, die ich je erlebt.
was gestern sand war, ist es auch noch heut
und wird den trösten, der in ängsten bebt.

sand, leichtestes gestein und der ameisenlöwen
jagdgrund im schatten der kiefern,
sand wird sein und wasser und ein planet,
der sich dreht und dreht.

litanei vom vunken

Du sollst mich nicht hassen,
Du sollst mich nicht lieben,
ich bin nicht Dein mörder,
ich bin nicht Dein vater.
wo immer Du warst,
da bin ich gewesen,
wo immer Du sein wirst,
da werde ich sein.
Du sollst mich nicht kennen,
Du sollst mir nicht fremd sein,
ich bin keine gottheit,
ich bin nicht der pfad.
bist blind Du, Du siehst mich,
bist taub Du, Du hörst mich,
bist lahm Du, Du gehst mich,
bist tot Du, Du lebst mich.
der himmel ist hoch
und stumm wie ein stein.
finsternis fällt.
und der vunke fliegt.

tribut an Wedekind

ich schreibe Dir kein liebesgedicht,
ich schreibe Dir meine sorgen.
heut stehe ich vor dem hohen gericht
und im knast einsitze ich morgen.

das messer ist schuld, es lag auf dem tisch,
es glitzerte hold und es lächelte frisch,
ich trage daran nicht die mindeste schuld
und hatte sehr lang mit der alten geduld,
die ihr geld nicht geben mir wollte,
obwohl sie das unbedingt sollte.

bestich die richter, ich bitte Dich sehr,
mit Deinen schneeweißen armen,
sonst sehn wir uns lange jahre nicht mehr.
Du musst Dich meiner erbarmen!

name verschollen

das letzte buch der Sibylle,
das unverständlichste und rätselhafteste,
vielleicht eines der stille,
wog der senat mit gold auf
und ließ einen tempel errichten um die verbliebenen blätter,
die dennoch verflatterten.

diese verse sind in den wind gemeißelt.
wie die der Sybille oder Susanne.

tristitia

wenig ist schöner, die bunten pforten
winken aufs nimmermehr wiedersehn,
die blutbeschmierten ausgangskreuze
lassen uns mit prallen tüten gehn,
voll milch und säften, obst und gemüse,
schleppen wir unser fleisch nicht allein
in die dunkelen kammern und finsteren zimmer
zum fuchs, zum dachs, zum glücklichsein.

#316:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 02:12
    —
Sagt der Hasenfuss dem Bhesen:
Feg den Fuss! Ich will den Zheh sehn.

#317:  Autor: Norton BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 02:14
    —
T. Gsella

Der Priester

Der Priester träumt von einem »Gott«
als »Schöpfer« der Gestirne.
So zart er spricht, so hart der Spott
der aufgeklärten Hirne.

Sie lachen Hohn und triezen ihn:
»Du Tropf im schwarzen Zwirne!«
Die Neunmalfalschen siezen ihn:
»Gott segne Ihre Birne!«

Sie mobben ihn so laut wie dumpf:
»Wolln S’ ewig Kleinkind bleiben,
Neurotiker? Sie Narr? Sie Schlumpf?«
Man mag’s kaum niederschreiben.

----------------------------------

Der Zahnarzt

ist nicht arm wie du.
Er ist ein reicher Räuber.
Drum wählt er gern die CDU
und wo er kann den Stoiber.

Er ähnelt nicht dem zarten Reh,
er ähnelt der Hyäne.
Mit Freuden tut er Kindern weh
und zieht gesunde Zähne.

Er bohrt hinein mit solcher Wut,
da bleibt uns nur das Beten.
Der Zahnarzt ist ein Tunichtgut
mit viel zu viel Moneten.

-------------------------------------

Der Lehrer

geht um sieben raus
und ruft vier Stunden: »Leiser!«
Um kurz nach eins ist er zu Haus:
nicht ärmer, aber heiser.

Bis vier fläzt er im Kanapee
mit Sekt und Stör und Brötchen.
Dann nimmt er’s Taxi hin zum See,
dort steht sein Segelbötchen.

Er legt sich rein und gibt sich hin
und schaukelt bis zum Morgen.
So ist sein Leben frei von Sinn,
von Arbeit und von Sorgen.

-----------------------------------------

Der Maurer

Er schuftet treu und unverwandt
mit Muskeln eines Bären.
Ein Haus erwächst aus seiner Hand –
lasst uns den Maurer ehren!

Er pfeift den Damen hinterher
die blütenzartsten Weisen.
Er pfeift pro Schicht drei Kästen leer –
lasst uns den Maurer preisen!

Er trägt die Hose nicht wie du
keusch überm Hosenboden.
Die Ritze auf, die Birne zu –
lasst uns den Maurer loben!


Bei dem Lobpreis auf den Maurer musste ich an ein kleines Gedicht von Nash denken, welches mir vor kurzem im Englischbuch meiner Cousine untergekommen ist. Und das mich irgendwie und ich weiß nicht warum seitdem immer zum lächeln bringt, wenn ich es innerlich aufsage und mir gezwungenermaßen das Hippo dazu vorstelle:


The Hippopotamus

Behold the hippopotamus!
We laugh at how he looks to us,
And yet in moments dank and grim,
I wonder how we look to him.

Peace, peace, thou hippopotamus!
We really look all right to us,
As you no doubt delight the eye
Of other hippopotami.


-- Ogden Nash

#318:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 02:18
    —
jdf hat folgendes geschrieben:

Fragt Abraham den Bebraham:
Darf ich mal dein Zebra ham?"


Fragt Effgraham den Gegraham
"Darf ich mal dein' Hamma ham?"

#319:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 02:23
    —
Allah to his Bella:
"Let's do it in the Cellar".

#320:  Autor: Torsten BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 02:26
    —
Baby you can drive my car
Yes, I'm gonna be a star

Beep beep'm beep beep yeah

#321:  Autor: Norton BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 02:27
    —
Keine den Mensch zusehr angehende Lyrik, lockig-flockig noch ein wenig strangkompatible Titanicschreiberkost.
Wer mehr von Gsella lesen möchte:
Sz-magazin.de -> durchsuchen->autor: gsella


Der Fußballspieler

Erst sprintet er von A nach B
nach A und dann im Kreise,
begibt sich sprintend hin nach C
und sprintend auf die Reise,

die ihn nach D führt, ins Gefecht –
ein Konter – er fehlt hinten!
Längst ist dem Fußballspieler schlecht,
doch sein Beruf heißt Sprinten.

So sprintet er zurück zum Tor
und wünscht den Tod, da heißt es:
»Schlussoffensive! Alle vor!«
Das Leben, ihn bescheißt es.

-------------------

Der Moderator

Es wollt ein Mann ein Denker sein,
ein Kopf, ein Welterklärer.
Doch war speziell sein Kopf zu klein.
So sprach er: Ich werd Lehrer.

So schlicht das Ziel, so leicht das Spiel?
Der Mann war schlicht noch schlichter.
Wer wenig denkt, hat viel Gefühl.
So sprach er: Ich werd Dichter.

Selbst hierfür war der eitle Pfau
zu blöd, und es passierte:
Er kroch ins große Loch TV
hinein und moderierte.

--------------------------

Der Bankräuber

Von diesem gibt es zweierlei.
Der eine droht zu schießen.
Mit »Hände hoch!« stürmt er herbei
und endet in Verließen.


Der andere verabscheut Zank.
Er mag dein Geld nicht klauen.
Du gibst es ihm. Es sagen Dank
er und geschmückte Frauen.


So wähle, wen’s zur Untat drängt,
klug den sozialen Sektor:
Tief fällt der Räuber, den man fängt.
Hoch lebt der Bankdirektor.

#322:  Autor: Tarvoc BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 02:30
    —
We should worship mighty Hastur
'cuz no one gets us running faster
when we chant Hastur Hastur Hastur
and that's good enough for m*urk*
munch*munch*munch*munch*munch*

#323:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 02:33
    —
Die Augen beugen
die Sicht des Ceugen.

#324:  Autor: Norton BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 02:39
    —
sth. dirty for the crowd



There once was a man from Nantucket
Whose dick was so long he could suck it.

While wiping his chin,
He said with a grin,

"If my ear were a cunt, I could fuck it."

#325:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 03:01
    —
Sagt der Atheist "Warum ich nicht bete, ist:
Du stehst auf meinem Zeh, Theist."

#326:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 18:43
    —
Dergl

Es blickte träumend in die Höh,
vor Liebe seufzend usw.,
ein Blümlein auf Ackers Mergel,
das stand unter Unkraut und dergl.

---
Die Zerstörung Trojas

Im Jahre elfhundertzwanzig ante Christum natum,
da wollte es das unabänderliche Fatum,
daß Troja von den Griechen zerstört war,
wie solches noch niemals erhört war.
Wie dieses den Griechen gelang
verkündet euch jetzt mein Gesang.

Im jahre elfhundertzwanzig ante Christum,
da brachte der Paris den Achill mit List um.
Es streckte im Sterben die Glieder
der Held ach so brav und so bieder.
Drob gerieten die Griechen in Wut,
und solches tut niemals nicht gut.

Da schrieb Odysseus, der weltbekannte Schlaukopf
an Nestor, den mindestens ebenso oft erwähnten Graukopf:
"Ich bin noch immer, Freund, wiss' es,
der alte und kluge Ulysses.
Ich nehme die Troerstadt bis
drei Tage vergangen. - Ulyss."

Es hatte nämlich Odysseus einen ganz prächtigen Einfall.
Der brachte sofort den Troern den diesbezüglichen Reinfall.
Es machte der schlaue Ithaker
zuschanden die troischen Racker.
Mit Hilfe der Geometrie
erfand er ein hölzernes Vieh.

"Hurra!" riefen die Troer, "Fort sind nun endlich die Griechen!"
Aber am Strande ließen sie so verschiedenes liegen.
Es schleppten die troischen Bauern
sich selber ihr Pech in die Mauern,
so sehr auch Laokoon schrie:
"Die Dummen verringern sich nie!"

Des Nachts beim Schein einer ganz kümmerlichen Laterne,
des Mondes und einiger gänzlich unbedeutender Sterne
da entstiegen dem hölzernen Pferd
sämtliche Griechen von einigem Wert.
Die öffnen den andern das Tor.
Meine Herrn, wie kommt Ihnen das vor?

Und als am Morgen die rosenfingrige Eos erwachte,
da zeigte sich ihren erstaunten Blicken eine gänzlich veränderte Lage der Sache.
Wo gestern noch Troja gestanden
war nur Asche und Schutt noch vorhanden.
Darauf ackert dahin und daher
in Hexametern Papa Homer.

(Aus "Der Kilometerstein", Liederbuch der bündischen Jugend)

#327:  Autor: pyrrhon BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 23:41
    —
Der Ahriman, spöttisch wie nie,
Zwang Kramer erneut in die Knie.
So schimm'rig da hinten die Luft,
So schnelle ward Kramer verpufft.

#328:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 19.03.2008, 23:54
    —
Ich will den Pyrrhon
ja nicht verwirren,
doch boshafte Götter
sind mir gleicher als Spötter.

#329:  Autor: pyrrhon BeitragVerfasst am: 20.03.2008, 00:10
    —
Da Kramer den Rhythmus nicht fand,
Ging Pyrrhon, ein wenig enttäuscht,
Zu Bette und träumte entspannt
Von Damen in leichtem Gewand.

#330:  Autor: Zoff BeitragVerfasst am: 20.03.2008, 16:31
    —
Norton hat folgendes geschrieben:
Keine den Mensch zusehr angehende Lyrik, lockig-flockig noch ein wenig strangkompatible Titanicschreiberkost.
Wer mehr von Gsella lesen möchte:
Sz-magazin.de -> durchsuchen->autor: gsella


Der kann aber auch anders:


Trüber Abend

Ich bin ein sehr guter Vater
Doch nicht der beste der Welt
Das ist kein weltbester Vater
Der nicht lange hält

Ein Säugling, die andere vier
Wenn sie flügge sind, lieg ich am Tropf
Hier Reise-, dort Bypass, hihi
Hat noch was drauf, mein Kopf

Ich geb ihnen, was ich habe
Nur die Lüge behalt ich für mich
Sag, das ich Opa werde
Und werd es nich

#331:  Autor: Keller BeitragVerfasst am: 21.03.2008, 22:29
    —
Katzengedichtet

Wenn eine Katze
ihre Pfote
zum Gebote
in eternale Stille hält

eine Schnecke
um die Ecke
aus angestammter Rolle fällt

dann nagt der Biber
aus dem Flieder
eine hölzene hölzerne
Miederwelt!

Doch trägt der Damhirsch
auf der Dammpirsch
einen Hut aus Bohnenstroh,
bleibt ihm nicht mehr
als dem Gutsherr
der dem Pöbel
teure Möbel
vor die Pöbelnase hält.
Und von ihm dann standepede
- ganz der Schwede -
Teer und Federn anerhält.

So das Los der großen Tiere... friere Menschlein, friere!

#332:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 22.03.2008, 12:55
    —
Ole Pinelle

Vor der Hafenverwaltungsbaracke,
in einer Wolke von Rum,
sitzt Ole Pinelle,
den Priem in der Backe,
und unterhält sein Publikum:

Hab mal mit einem gefahren,
und Paddy hieß dieser Spund.
Der war der größte Saufaus
von ganz Port Helasund.
Der saß voll Sprit und Galle,
und wenn er ins Wasser spie,
dann verreckte gleich jede Qualle,
so giftig war das Vieh.
Kalkuliere, muß wieder mal tanken,
wer von die Herrn ist dran?
Ne kleine Butalje fürn kranken,
erzchristlichen Steuermann.

Und dann nimmt er die Flasche
ohne ein Wort
und gießt sie runter,
und dann fährt er fort:

Kam mal ein gewaltiger Brecher,
der wischte Padyy von Deck.
Und unten schwamm ein Haifisch,
der schnappte ihn sich weg
und wollte ihn fertigmachen,
doch Paddy, der hielt sich frisch.
Er spuckte ihm in den Rachen,
und da verschied der Fisch.
Kalkuliere, muß wieder mal tanken,
wer von die Herrn ist dran?
Ne kleine Butalje fürn kranken,
erzchristlichen Steuermann.

Und dann nimmt er die Flasche
ohne ein Wort
und gießt sie runter,
und dann fährt er fort:

Einst kam er sinnlos besoffen
ins Obdachlosenasyl.
Da fand er eine Alte,
und die versprach ihm viel.
Doch als die dürre Kruppe
ihm schließlich zum Hals raushing,
da spuckte sie ihm in die Suppe,
daß er zugrunde ging.
Kalkuliere, muß wieder mal tanken,
wer von die Herrn ist dran?
Ne kleine Butalje fürn kranken,
erzchristlichen Steuermann.

Und dann nimmt er die Flasche,
macht sie gleich leer,
und rülpst noch einmal
und lebt nicht mehr.

Vor der Himmelverwaltungsbaracke
auf einer Wolke von Schnee,
sitzt Ole Pinelle
in weißer Schabracke
und spinnt Geschichten von See:

Hab mal mit einem gefahren,
und Paddy hieß dieser Spund.
Der war der größte Saufaus
von ganz Port Helasund.
Der saß voll Sprit und Galle,
und wenn er ins Wasser spie,
dann verreckte gleich jede Qualle,
so giftig war das Vieh.
Kalkuliere, muß wieder mal beten,
wer von die Engel macht mit?
Da beten sie alle betreten
und denken an Rumverschnitt.

Nur einer säuft heimlich
im Hintergrund,
und das ist Paddy
von Port Helasund.

(Fritz Grasshoff)

#333:  Autor: pyrrhon BeitragVerfasst am: 22.03.2008, 13:03
    —
Ahriman zitiert nur fremde Gedichte,
Das scheint mir nicht ganz lichte.
Sollt er nicht lieber selber schreiben,
uns besser so im Gedächtnis bleiben?

#334:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 23.03.2008, 12:49
    —
Pyrrhon,
dichten ist Schwerstarbeit. Vor allem, wenn es keine holprigen Knüppelreime werden sollen. Davon findet sich schon einiges in diesem Faden.

#335:  Autor: Zoff BeitragVerfasst am: 23.03.2008, 22:04
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Pyrrhon,
dichten ist Schwerstarbeit. Vor allem, wenn es keine holprigen Knüppelreime werden sollen. Davon findet sich schon einiges in diesem Faden.


Das geht aber schon, wenn man sich nur ein wenig Mühe gibt:

Ahriman ist nicht sehr fleissig
selber dichten liegt ihm nicht
Vielen Menschen über dreissig
fehlt entsprechendes Gewicht

Doch warum soll man erwarten
dass jeder User selber spricht?
Google läßt uns doch uns entarten
und inn're Lehre wrmdlbrmmpf..

Scheiße, hat jemand einen Link für ein brauchbares Lexikon für Reime?
Ich finde nämlich keinen Reim auf "wrmdlbrmmpf". Weinen

#336:  Autor: Zoff BeitragVerfasst am: 23.03.2008, 22:45
    —
Aus meinem neuen Zyklus, der Troll-Sonette:

Er war ein treuer Kämpfer seiner Sachen,
ein guter Mann, zur Diskussion bereit.
Nur war er stets beim posten derart breit,
Das allen Usern nur blieb: Lachen.

So kam es, dass sein Kampf entgleiste.
Homophbie ist halt nicht gern gesehn.
Und so zu tun als wär das ein Versehn,
half auch nichts mehr, die Userschaft vereiste.

Am Ende war's ein Admin der entschied,
den Deppen muss man hier nicht haben.
es ist das ewig gleiche Lied:

Trolle sollte man nicht laben!
Und falls jemand einen sieht:
Sagt Noc Bescheid, der wir dem dann schon wrmdlbrmmpf..

Verlegen

#337:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 24.03.2008, 08:41
    —
@Ahriman,
könnte das vielleicht ein Klapphornvers sein?

Auf auf sprach der Fuchs zum Hasen,
hörst du nicht den Jäger blasen?
Hör nix, sprach darauf der Has',
versteckt sich vorsichtshalb' im hohen Gras.
Fuchslein, listig wie es schon immer war und ist,
hat sich gleichsfalls auch ver p .) ßt.

#338:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 24.03.2008, 12:09
    —
Nun, Pyrrhon, blättere mal zurück auf Seite 5, da findest du ein Gedicht von mir.
---
Der Begriff "Wrldbrmpfd" findet sich bei Karl Valentin in dem Dialog "Der Radfahrer". Da drauf reimt sich beispielsweise "Wadlstrumpf". Das sind die Dinger, die der Bayer unterhalb der kurzen Lederhose über die strammen Waden zieht.
---
Nein, Wendor, das ist kein Klapphornvers. Diese sind Vierzeiler, und die meisten handeln von zwei Knaben, aber das ist nicht zwingend. Hier ein Beispiel:

Zwei Knaben gingen durch das Korn,
sie waren beide Feger des Schorn.
Der eine konnte gar nicht fegen,
der andre fog brillant hingegen.

Oder auch so:
Pyrrhon und Zoff spazierten am Nil.
Den Zoff, den fraß ein Krokodil.
Und als es den Pyrrhon angeglotzt,
hat es den Zoff wieder ausgek..zt.

Und hier noch (auch nicht von mir) eine ganze

Klapphorn-Ballade

Zwei Ritter ritten durch das Korn,
der eine zog seine Mähre vorn.
Der andre schob dahinter,
es ging halt nicht geschwinder.

Zwei Dächer sahen sie winken von fern:
Das Haus des Wirts und das Schloß des Herrn.
Umsonst soupiert man im Schlosse,
drum lenkten sie dahin die Rosse.

Zwei Türmer sahen die Ritter zur Stund,
sie setzten beide das Horn an den Mund.
Der eine tutete scheußlich,
der andre schwieg wohlweislich.

Zwei Köpfe fuhren ans Fenster sodann,
der eine gehörte dem Schloßherrn an.
Beim andern war möglich der Zweifel,
ob Schwiegermama oder Teufel.

Zwei Knappenhände öffnen das Tor,
doch nur ein Knappe tritt hervor.
Warum? - Weil nur einen Knappen
der Schloßherr konnte berappen.

Zwei Ritter traten im Saale ein,
da saßen des Schloßherrn Töchterlein.
Die eine war Dreißig vorüber,
die andere - Schwamm drüber!

Zwei Ritter machten am Absatz kehrt,
ein jeder holte im Stalle sein Pferd.
Sie sprengten davon, daß es Funken stob.
Der andre zog, der eine schob.

#339:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 24.03.2008, 18:29
    —
Danke, Ahriman, jetzt weiß ich es.
Fünf Zeilen wäre ein Limerick,
vier Zeilen dann ein Klapphorn,
wie z.B. dieses:

Auf einem Sofa da saßen
zwei Damen und aßen -
jede ein bundbemaltes Ei –
denn morgen ist Ostern vorbei.

Oder so ähnlich. Sehr glücklich


Dies gefunden:
Zwei Mädchen, spindeldürr und lang,
die hatten Model-Sehnsucht, -drang.
Das eine kam nicht mehr zum Ziel,
weil 's vorher in den Gully fiel.
Lachen



Und danke noch für die Klapphorn-Ballade.
Erinnert der Aufbau irgendwie auch an Ritter Prunzelschütz, Lachen
den ich neulich meinem Sohn schickte, und dachte, auch einem Akade-miker
könne soetwas nicht schaden, er prompt zurückmailte:
Womit beschäftigst Du Dich?
Na womit, mit allem Möglichen; für Geist(Hirn Mit den Augen rollen ) und Gemüt.Lachen Lachen Lachen

#340:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 25.03.2008, 15:38
    —
Oder so:
Zwei Damen in der Konditorei
aßen Schokoladenei.
sie konnten nichts anderes essen,
sie hatten die Zähne vergessen.

#341:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 26.03.2008, 14:56
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Oder so:
Zwei Damen in der Konditorei
aßen Schokoladenei.
sie konnten nichts anderes essen,
sie hatten die Zähne vergessen.



Ver'lixt, wo sind meine Chäne: despair




#342:  Autor: Rudolf BeitragVerfasst am: 26.03.2008, 15:06
    —
besser gut zitieren als schlecht selbermachen


Joachim Ringelnatz: Ich habe dich so lieb

Ich habe dich so lieb!
Ich würde dir ohne Bedenken
eine Kachel aus meinem Ofen
schenken.

Ich habe dir nichts getan.
Nun ist mir traurig zumut.
An den Hängen der Eisenbahn
leuchtet der Ginster so gut.

Vorbei – verjährt –
doch nimmer vergessen.
Ich reise.
Alles, was lange währt,
ist leise.

Die Zeit entstellt
alle Lebewesen.
Ein Hund bellt.
Er kann nicht lesen.
Er kann nicht schreiben.
Wir können nicht bleiben.

Ich lache.
Die Löcher sind die Hauptsache
an einem Sieb.

Ich habe dich so lieb.

#343:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 27.03.2008, 11:22
    —
Nicht von mir:

Zwei Knaben gaben sich 'nen Kuß.
Der eine, der hieß Julius.
Der andre, der hieß Gretchen.
Ich glaub, das war ein Mädchen.

Zwei Knaben stiegen auf 'nen Baum,
sie wollten nämlich Äpfel klau'n.
Sie fanden keinen Appel,
der Baum war eine Pappel.

Zwei Knaben gingen durch das Korn,
sie gingen alle beide vorn.
Es wollte keiner hinten gehn,
denn da war die Luft nicht schön.

Da hätte ich schon eher drauf kommen können, hab mal eben gegoogelt:
http://ingeb.org/Lieder/zweiknab.html
http://www.hellakarl.de/klapphornverse.htm
http://www.hellakarl.de/golponklapphorn.html
Da gibt es noch viel mehr, ich staune nur. Auch Wiki nennt ein paar schöne Links.

#344:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 09.04.2008, 05:36
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Nicht von mir:

Zwei Knaben gaben sich 'nen Kuß.
Der eine, der hieß Julius.
Der andre, der hieß Gretchen.
Ich glaub, das war ein Mädchen.

Zwei Knaben stiegen auf 'nen Baum,
sie wollten nämlich Äpfel klau'n.
Sie fanden keinen Appel,
der Baum war eine Pappel.

Zwei Knaben gingen durch das Korn,
sie gingen alle beide vorn.
Es wollte keiner hinten gehn,
denn da war die Luft nicht schön.

Da hätte ich schon eher drauf kommen können, hab mal eben gegoogelt:
http://ingeb.org/Lieder/zweiknab.html
http://www.hellakarl.de/klapphornverse.htm
http://www.hellakarl.de/golponklapphorn.html
Da gibt es noch viel mehr, ich staune nur. Auch Wiki nennt ein paar schöne Links.


Danke Ahriman, wieder einmal. Du hattest schon sehr viele lustige, mich immer wieder
erfreuende, vor allem aber amüsierende Verse reingestellt, wenn man so die Seiten hier
wieder einmal zurückblättert, wo ich sehr viele noch nicht kannte. Klapphorn, vor allem
aber Endrikat einfach herrlich für die Lachmuskeln. Nochmals Danke für die von Dir
wieder reingestellten Seiten. Schön, Lachen ist, was die Welt braucht. Sehr glücklich

#345:  Autor: Baldur BeitragVerfasst am: 24.04.2008, 22:55
    —
Der Spuk der Fledermäuse flatternd niederfällt.
Ihr kniet vor aufgeblähten schwarzen Vogelscheuchen,
mit denen Priester euch erschrecken ohnegleichen.
Ihr betet an! Durch eure Dummheit halten sie die Welt

in krummen Diebesfingern. Wie sie morderfahren
das Glück aus euren Herzen reißen! Seht den Schwall
von Unflat, Fratzen, Knollenleibern in Talaren,
die sich die Münder fülln! – Ihr kniet im Büßerfall;

großmächtige Esel sitzen breit auf euren Nacken;
ihr bückt euch, eure Torheit duckt euch tief.
Schon will des Unheils Mauer auf euch neidersacken;
ihr aber fliehet nicht, da des Verbrechens Priester rief.

Ein Nachtmahr saugt an eurem Blut; ihr duldet ohne Wehren
und lauscht: Großmächtige Esel schreien ihr IA in Chören."

{aus: Erich Arendt: Goya (1940). in: Bergwindballade, 2004, S. 8 }

#346:  Autor: Baldur BeitragVerfasst am: 06.05.2008, 09:32
    —
Lob der Dialektik

Das Unrecht geht heute einher mit sicherem Schritt.
Die Unterdrücker richten sich ein auf zehntausend Jahre.
Die Gewalt versichert: So, wie es ist, bleibt es.
Keine Stimme ertönt außer der Stimme der Herrschenden.
Und auf den Märkten sagt die Ausbeutung laut:

Jetzt beginne ich erst.

Aber von den Unterdrückten sagen viele jetzt:
Was wir wollen, geht niemals.

Wer noch lebt, sage nicht: niemals!
Das Sichere ist nicht sicher.
So, wie es ist, bleibt es nicht.
Wenn die Herrschenden gesprochen haben,
Werden die Beherrschten sprechen.
Wer wagt zu sagen: niemals?
An wem liegt es, wenn die Unterdrückung lbiebt? An uns.
An wem liegt es, wenn sie zerbrochen wird?
Ebenfalls an uns.
Wer verloren ist, kämpfe!
Wer seine Lage erkannt hat, wie soll der aufzuhalten sein?
Denn die Besiegten von heute sind die Sieger von morgen,
Und aus Niemals wird: Heute noch!

(Bertold Brecht)

#347:  Autor: Red O'RigWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 06.05.2008, 10:00
    —
"Du wirst dann untergehen",
ruft ihr, "nicht auferstehen,
wenn die Posaune gellt!"
"Habt Dank, - ich bleibe liegen,
ich lasse mir's genügen,
an dieser einen Welt. -
Ich glaub' an eine Lehre,
von der man sagt, sie wäre
auf Erden selbst der Lohn.
Die Lehre, die ich übe,
die Lehre heißt die Liebe,
sie ist mir Religion."

(Rainer Maria Rilke)

#348:  Autor: Tassilo BeitragVerfasst am: 29.05.2008, 09:45
    —
Nikotin und Alkohol
Sind des Menschen Feinde wohl.
Doch in der Bibel steht geschrieben.
"Du sollst auch deine Feinde lieben!".

#349:  Autor: Tassilo BeitragVerfasst am: 29.05.2008, 09:46
    —
Alkohol und Nikotin
Raffen die halbe Menschheit hin.
Doch ohne Schnaps und ohne Rauch
Stirbt die andre Hälfte auch.

#350:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 29.05.2008, 18:39
    —
Das las ich mal vor vielen Jahren über der Theke einer Gastwirtschaft:
"Als Moses an den Felsen klopfte,
das Wasser aus dem Steine tropfte.
Noch größer ist das Wunder hier:
Ruf Walter! und er bringt dir Bier."

In einer anderen Wirtschaft kurz nach 1948:
"Iß und trink, so lang dir's schmeckt.
Schon zweimal ist das Geld verreckt."
(Anmerkung von mir: Inzwischen ist die Mark endgültig verreckt.)

Und aus der Fahrschule:
"Du fragst, Freund, was ist Theorie?
Wenn's klappen soll und geht doch nie.
Und was ist Praxis? Frag nicht dumm:
Wenn's klappt und keiner weiß warum."

#351:  Autor: das tierchen BeitragVerfasst am: 29.05.2008, 23:11
    —
das hab ich gerade geschrieben:

STARS AND STRIPES

Warum hänge ich an seinen Lippen?
Weil sie wie Erdbeeren sind.
Ich bin verrückt nach deinem Erdbeermund.

Unsere Küsse waren mehr
Eine Umarmung
Eng umschlungen
In Ewigkeit

Unreal. Das ist das, was ein Schamane dazu sagt.
Unreal. Das ist das, was ein Scharlatan dazu sagt.

Woher kommst du?
Ich war schwarz.
In einem früheren Leben.
Da unten.
Eine Sklavin.
Die Weißen haben mich ausgepeitscht.

Wohin gehst du?
Ich gehe.
On the road to nowhere.

Was siehst du in mir?
Das interessiert mich einen feuchten Dreck.

Wir waren.
Das zählt.

#352:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 30.05.2008, 07:28
    —
Zitat:
Ich bin verrückt nach deinem Erdbeermund.

Ich glaube, den Satz habe ich mal aus dem Mund von Klaus Kinski gehört. Villons Balladen?

#353:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 30.05.2008, 07:41
    —
In einen Hering, jung und schlank,
der auf dem Meeresgrunde schwamm,
verliebte sich, oh Wunder!
eine Flunder.

Der Hering sprach: Du bist verrückt!
Du bist mir viel zu platt gedrückt!
Rutsch mir den Buckel runter!
Olle Flunder!

Da stieß die Flunder in den Grund,
wo sie nen goldnen Rubel fund,
ein Goldstück von zehn Rubel!
Oh Jubel!

Da war die olle Schrulle reich,
da nahm der Hering sie sogleich.
Denn so ein oller Harung,
der hat Erfahrung.

#354:  Autor: AszWohnort: Berlin BeitragVerfasst am: 30.05.2008, 07:57
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Ich bin verrückt nach deinem Erdbeermund.

Ich glaube, den Satz habe ich mal aus dem Mund von Klaus Kinski gehört. Villons Balladen?


"Ich bin so wild nach Deinem Erdbeermund" auch IN EXTREMO.



Hexe

#355:  Autor: AszWohnort: Berlin BeitragVerfasst am: 30.05.2008, 08:27
    —
Geht mir grad einfach nicht aus dem Kopf:

Alle Jahre wieder fällt
das Stasi-Ding
auf den Gysi nie(hie)der
aus dem Birthler-Ring.
immer die gleiche Leier

(Melodie ist doch wohl klar, oder?)

#356:  Autor: AszWohnort: Berlin BeitragVerfasst am: 30.05.2008, 08:32
    —
"Verloren"

Ein ganzes Volk ist seines Ruhms beraubt.
Genauer,
ein ganzes Volk versenkt sein Haupt
in tiefer Trauer.

Nie, nie ward es von einem solchen Schicksalsschlag getroffen.
Es weint, es klagt,
und niemand mag mehr hoffen.

Was hilft es, daß es einst
der Großen viel geboren?
Es hat im letzten Fußballländerspiel
verloren!
*heul*

(Rudi Strahl)

(fällt mir auch grad immer wieder ein)
Ich weiß nicht, ob ich es genau hinbekommen habe, da ich es nirgendwo gefunden habe und aus dem Gedächtnis zitieren mußte. Am Kopf kratzen

#357:  Autor: das tierchen BeitragVerfasst am: 30.05.2008, 09:02
    —
Klar Villon.

#358:  Autor: Tassilo BeitragVerfasst am: 30.05.2008, 09:54
    —
Asz hat folgendes geschrieben:
"Verloren"

Ein ganzes Volk ist seines Ruhms beraubt.
Genauer,
ein ganzes Volk versenkt sein Haupt
in tiefer Trauer.

Nie, nie ward es von einem solchen Schicksalsschlag getroffen.
Es weint, es klagt,
und niemand mag mehr hoffen.

Was hilft es, daß es einst
der Großen viel geboren?
Es hat im letzten Fußballländerspiel
verloren!
*heul*

(Rudi Strahl)

(fällt mir auch grad immer wieder ein)
Ich weiß nicht, ob ich es genau hinbekommen habe, da ich es nirgendwo gefunden habe und aus dem Gedächtnis zitieren mußte. Am Kopf kratzen


Ich habs gefunden (aber mit Tippfehlern):
www.etaner-123.de hat folgendes geschrieben:
Ein stolzes Volk ist seines Ruhmes beraubt.
Genauer:
Das ganze Volk verbirgt sein Haupt in Tiefer Trauer
Nie, nie ward es von solchen Schicksalsschlag getroffen.

Es weint. Es klagt. Und niemand mag mehr hoffen.
Nichts hilft es, daß es einst des Großen viel geboren.

Es hat im letzten Fußball-Länderspiel verloren

#359:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 31.05.2008, 12:08
    —
Das ist gut!

Und jetzt wieder was aus meiner Jugend:

Heiß brennt die Äquatorsonne
auf die öde Steppe nieder.
Nur im Krale der Ovambo
singt voll Wonne seine Lieder.

Doich vorbei ist's mit dem Singen,
und im Krale wird es leer,
denn es naht mit Keulenschwingen
seine Frau Ovamba her.

"Wart', ich will dich singen lehren!"
hört man sie von Ferne schimpfen.
"Hole Fressen für die Gören
aus den Tanganjikasümpfen!"

In den Sümpfen war die Schlange,
diese biß Ovambo sehr.
Doch Ovambo war nicht bange,
und er sang sein Lied daher.

Ach, nun hat er ausgesungen,
ein großes Messer nahm das Weib,
und sie fraß mit ihren Jungen
seinen fetten Negerleib.

Äh - ist das jetzt Rassismus? Wir haben das um 1950 am Lagerfeuer mit viel Spaß gesungen. Ich bin sicher, wir Germanen haben auch irgendwo Kannibalen unter unseren Vorfahren.

#360:  Autor: FuxingWohnort: Ankh Morpork BeitragVerfasst am: 08.06.2008, 20:18
    —
Ritter Fips und sein anderes Ende

Es stand auf seines Schlosses Brüstung
der Ritter Fips in voller Rüstung.

Da hörte er von unten Krach
und sprach zu sich: "Ich schau mal nach !"
und lehnte sich in voller Rüstung
weit über die erwähnte Brüstung.

Hierbei verlor er alsobald
zuerst den Helm und dann den Halt,
wonach - verfolgend stur sein Ziel -
er pausenlos bis unten fiel.
Und hier verlor er durch sein Streben
als letztes nun auch noch das Leben,
an dem er ganz besonders hing - - - !

Der Blechschaden war nur gering ...

Schlußfolgerung:
Falls fallend Du vom Dach verschwandest,
so brems, bevor Du unten landest.

Heinz Erhard

#361:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 08.06.2008, 20:26
    —
Freigeist0815 hat folgendes geschrieben:
Ritter Fips und sein anderes Ende

Es stand auf seines Schlosses Brüstung
der Ritter Fips in voller Rüstung.

Da hörte er von unten Krach
und sprach zu sich: "Ich schau mal nach !"
und lehnte sich in voller Rüstung
weit über die erwähnte Brüstung.

Hierbei verlor er alsobald
zuerst den Helm und dann den Halt,
wonach - verfolgend stur sein Ziel -
er pausenlos bis unten fiel.
Und hier verlor er durch sein Streben
als letztes nun auch noch das Leben,
an dem er ganz besonders hing - - - !

Der Blechschaden war nur gering ...

Schlußfolgerung:
Falls fallend Du vom Dach verschwandest,
so brems, bevor Du unten landest.

Heinz Erhard


Boah! Den lieb ich ja über alles. War sogar mal an seinem Grab gewesen... hatte leider keine Blume dabei zum niederlegen... aber sonst: Coole Sache, das... ... Am liebsten gleich mehrmals: Coole Sache, das... Coole Sache, das... Coole Sache, das... ... Neutral So nu reichs aber auch.

... skeptisch Is jetz wohl einfallslos, aber trotzdem:

Heinz Erhardt hat folgendes geschrieben:


Das Kind hängt an der Mutter,
der Bauer an dem Land,
der Protestant am Luther,
das Ölbild an der Wand.

Der Weinberg hängt voll Reben,
der Hund an Herrchens Blick,
der eine hängt am Leben,
der andere am Strick.

#362:  Autor: r'zrWohnort: Vault 13 BeitragVerfasst am: 08.06.2008, 20:28
    —
Der arme Kaspar

Ich geh - wohin?
Ich kam - woher?
Bin aussen und inn,
Bin voll und leer.
Geboren - wo?
Erkoren - wann?
Ich schlief im Stroh
Bei Weib und Mann.
Ich liebe dich,
Und liebst du mich ?
Ich trübe dich,
Betrübst du mich?
Ich steh und fall,
Ich werde sein.
Ich bin ein All
Und bin allein.
Ich war. Ich bin.
Viel leicht. Viel schwer.
Ich geh - wohin?
Ich kam - woher?

klabund

#363:  Autor: Zoff BeitragVerfasst am: 13.06.2008, 22:50
    —
Wie entstand Kroatenland?
Jemand hat es anerkannt
Also wer rief „Genscher vor“?
Alemannia Eigentor!

(Thomas Gsella)

#364:  Autor: v_v BeitragVerfasst am: 14.06.2008, 02:22
    —
Lebenszeilen

Wer versteht dieses Leben?
Kann es Wahrheit geben?
Wir alle kämpfen für uns allein.
Ein Stück des Weges bei dir sein,
Dass will ich, wünsch ich,
Dieser Weg ist zu finster für mich,
Zu dunkel für dich, für jeden allein.

#365:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 19.06.2008, 18:18
    —
Ich steh total auf Vierzeiler.

Der hier fiel mir gestern nacht ein:


Ich?

Wird es Zeit zu gehn,
bleibt nur der noch stehn,
der nicht weiß wohin.
Nun weißt du wer ich bin.


Zuletzt bearbeitet von Bravopunk am 17.07.2008, 06:38, insgesamt einmal bearbeitet

#366:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 19.06.2008, 20:40
    —
An einen, der sonst alles hat

Hast Zeit, hast Geld, hast Glück.
Gibst nix davon zurück.
Das einz'ge was dir fehlt,
ist jemand der dich quält. zynisches Grinsen


Zuletzt bearbeitet von Bravopunk am 17.07.2008, 06:38, insgesamt einmal bearbeitet

#367:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 20.06.2008, 06:01
    —
Die Morgenlatte
(frei nach Bravopunk)

Wird es Zeit aufzustehn,
da bleibt der noch stehn,
der nicht weiß wohin.
Weil ich alleine bin.

#368:  Autor: sponorWohnort: München BeitragVerfasst am: 20.06.2008, 11:39
    —
Mir fällt bei Gedichten vor allem ein:

Robert Gernhardt hat folgendes geschrieben:
Ich leide an Versagensangst,
besonders, wenn ich dichte.
Die Angst, die machte mir bereits
manch schönen Reim zuschanden.

#369:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 20.06.2008, 12:42
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Die Morgenlatte
(frei nach Bravopunk)

Wird es Zeit aufzustehn,
da bleibt der noch stehn,
der nicht weiß wohin.
Weil ich alleine bin.


Mein Gedicht fiel mir vorgestern nacht ein, nicht morgens. Mit den Augen rollen

Ansonsten kann ich deine Assoziation nachvollziehen. Mr. Green

#370:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 17.07.2008, 06:37
    —
Zielstrebigkeit

Kommt man nie dahin,
wohin man immer wollt',
dann ist das halb so schlimm,
solang man weiterrollt.

Kommt man endlich an,
wo man wollt' hingelang'n,
so ist das gut, denn dann
kann man von vorn anfang'n.

#371:  Autor: astarte BeitragVerfasst am: 17.07.2008, 08:24
    —
Mal ein liebes Gedicht, aber ich weiß leider den Autor nicht mehr (ich wars nicht!)

Trotz alledem

Ich möchte endlich Tango tanzen
mit Dir
des Nachts auf regennassen Straßen
im Neonlicht.

-----

Wahrscheinlich gibts nur nasse Füsse
und die Lampen sind kaputt
und Tango tanzen hab ich nie gelernt.
Wenn dann beim Stolpern Deine Augen leuchten
bereue ich uns nicht.

#372:  Autor: Necromancer BeitragVerfasst am: 17.07.2008, 09:56
    —
Wenn ich am Computer sitze
und ich merke das ich schwitze
dann lässt sich kaum bestreiten
auch reges Denken ist Arbeiten.

Der Spott der Kollegen
lässt meinen Zorn sich regen.
Ich würd sie nicht vermissen
drum sollen sie sich verpissen.

Da sitz ich nun allein
und ein Gedanke fällt mir ein.
So ganz ohne Kollegen
ist arbeiten kein Segen.

So ertrag ich im Alltagstrott
lieber der Kollegen Spott.
Denn ich fand es gar nicht fein
im Büro zu sitzen ganz allein.

#373:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 09.08.2008, 06:00
    —
Ich konnte heute aus verschiedenen Gründen kaum schlafen.

Daher hab ich, wie oft wenn dies passiert, Gedichte geschrieben.

Die folgenden zwei kamen dabei heraus:


-----------------------

Vier Lebensjahrestageszeiten

Im Dunkel einer Winternacht
wurd ich zur kalten Welt gebracht.
Warum nur hat man das gemacht?
Ich hab geweint und nicht gelacht.

An einem Herbsttag lau und spät,
als Wind das Blätterlaub verweht,
hab ich 'sie' an mein Herz genäht.
Ich lieb sie mehr als gut mir tät.

An einem Frühlingsmorgen kühl,
ich meine leere Wohnung fühl.
Ich werde wach und müde wühl
ich meine Kleidung vom Gestühl.

An einem heißen Sommertag
lieg ich im aufgeheizten Sarg.
Die Aussicht ist ein wenig karg.
doch intressiert mich das nicht stark.

-----------------------

Odyssee

Wann immer ich die Straße
entlang geh seh ich dich
in großer Menschenmasse
und sonst auch leider nicht.

Ich schlender durch den Stadtwald,
bleib stehn und schau mich um.
Doch auch dort merke ich bald,
du bist nicht um mich rum.

Und stapf ich durch die Wildnis,
fernab von jedermann,
bin ich doch deinem Bildnis
dadurch nicht näher dann.

Ich bleibe deshalb sitzen
und rühr mich nicht vom Fleck.
Mein Dasein an den Spitzen,
wär ohne dich nur Dreck.

Ich bleibe stets dergleiche,
mein Herz bleibt es mit mir.
Du kommst zwar nie, doch weiche
ich nie ein Stück von dir.


Zuletzt bearbeitet von Bravopunk am 09.08.2008, 07:44, insgesamt einmal bearbeitet

#374:  Autor: r'zrWohnort: Vault 13 BeitragVerfasst am: 09.08.2008, 06:33
    —
Bravopunk hat folgendes geschrieben:
Ich konnte heute aus verschiedenen Gründen kaum schlafen.

Daher hab ich, wie oft wenn dies passiert, Gedichte geschrieben.

Die folgenden zwei kamen dabei heraus:


-----------------------

gedicht.


ach, was ginge der welt verloren wenn du nicht mehr schlaflos wärst....

#375:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 09.08.2008, 06:35
    —
r'zr hat folgendes geschrieben:
Bravopunk hat folgendes geschrieben:
Ich konnte heute aus verschiedenen Gründen kaum schlafen.

Daher hab ich, wie oft wenn dies passiert, Gedichte geschrieben.

Die folgenden zwei kamen dabei heraus:


-----------------------

gedicht.


ach, was ginge der welt verloren wenn du nicht mehr schlaflos wärst....


Verlegen Meinst du das ernst? Darf ich mich geschmeichelt fühlen?

Weißt du mein Ego kann das echt gut vertragen. Die letzte Woche lief für mich in keiner Hinsicht gut. Daher, wenn es ernst gemeint ist, danke sehr. Ich liebe es...

#376:  Autor: r'zrWohnort: Vault 13 BeitragVerfasst am: 09.08.2008, 06:39
    —
Bravopunk hat folgendes geschrieben:
r'zr hat folgendes geschrieben:
Bravopunk hat folgendes geschrieben:
Ich konnte heute aus verschiedenen Gründen kaum schlafen.

Daher hab ich, wie oft wenn dies passiert, Gedichte geschrieben.

Die folgenden zwei kamen dabei heraus:


-----------------------

gedicht.


ach, was ginge der welt verloren wenn du nicht mehr schlaflos wärst....


Verlegen Meinst du das ernst? Darf ich mich geschmeichelt fühlen?

Weißt du mein Ego kann das echt gut vertragen. Die letzte Woche lief für mich in keiner Hinsicht gut. Daher, wenn es ernst gemeint ist, danke sehr. Ich liebe es...


nein ich meinte das nicht ernst.
trotzdem sorry für deine scheisswoche. Trösterchen

#377:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 09.08.2008, 06:41
    —
Meine Gedichte handeln ja eigentlich immer nur vom selben Thema. Ich fühl mich schon richtig eindimensional. skeptisch

Immer geht es bei mir nur um die innere und äußere Orientierungslosigkeit. Besonders die meiner Gefühle. Ich bemüh mich das nächste Mal mal was lustiges und seichtes zu schreiben. Wünscht mir Glück dabei. zwinkern

#378:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 09.08.2008, 06:42
    —
r'zr hat folgendes geschrieben:
Bravopunk hat folgendes geschrieben:
r'zr hat folgendes geschrieben:
Bravopunk hat folgendes geschrieben:
Ich konnte heute aus verschiedenen Gründen kaum schlafen.

Daher hab ich, wie oft wenn dies passiert, Gedichte geschrieben.

Die folgenden zwei kamen dabei heraus:


-----------------------

gedicht.


ach, was ginge der welt verloren wenn du nicht mehr schlaflos wärst....


Verlegen Meinst du das ernst? Darf ich mich geschmeichelt fühlen?

Weißt du mein Ego kann das echt gut vertragen. Die letzte Woche lief für mich in keiner Hinsicht gut. Daher, wenn es ernst gemeint ist, danke sehr. Ich liebe es...


nein ich meinte das nicht ernst.
trotzdem sorry für deine scheisswoche. Trösterchen


Oooch. Schade. Weinen

Danke für den Keks.

#379:  Autor: r'zrWohnort: Vault 13 BeitragVerfasst am: 09.08.2008, 06:46
    —
wenn der inhalt mal das grösste problem wäre. ich hab mit 12 einnehmenderes geschrieben. behaupte ich mal....versuchs doch mal mit musik. oder entwirf entwürdigende kleidung für verhätschelte haustiere...es gibt so vieles.... zwinkern

#380:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 09.08.2008, 06:51
    —
r'zr hat folgendes geschrieben:
wenn der inhalt mal das grösste problem wäre. ich hab mit 12 einnehmenderes geschrieben. behaupte ich mal....versuchs doch mal mit musik. oder entwirf entwürdigende kleidung für verhätschelte haustiere...es gibt so vieles.... zwinkern


Es ging mir nicht darum einnehmend zu sein. zwinkern

Ich wollte einfach nur etwas schreiben, was meine Gedanken ausdrückt und keine Prosa ist. Hab nicht den Anspruch künstlerisch tätig zu sein. Sehr glücklich Merkt man, denk ich, aber auch.

Leider bin ich völlig talentfrei. Daher lass ich das mit der Musik und der Kleidung. Ich kann froh sein, wenn ich mal ein Instrument halbwegs gut beherrsche. Hmm... vielleicht eher sowas: immer die gleiche Leier

#381:  Autor: r'zrWohnort: Vault 13 BeitragVerfasst am: 09.08.2008, 06:54
    —
The Genius Of The Crowd
Charles Bukowski

there is enough treachery, hatred violence absurdity in the average
human being to supply any given army on any given day

and the best at murder are those who preach against it
and the best at hate are those who preach love
and the best at war finally are those who preach peace

those who preach god, need god
those who preach peace do not have peace
those who preach peace do not have love

beware the preachers
beware the knowers
beware those who are always reading books
beware those who either detest poverty
or are proud of it
beware those quick to praise
for they need praise in return
beware those who are quick to censor
they are afraid of what they do not know
beware those who seek constant crowds for
they are nothing alone
beware the average man the average woman
beware their love, their love is average
seeks average

but there is genius in their hatred
there is enough genius in their hatred to kill you
to kill anybody
not wanting solitude
not understanding solitude
they will attempt to destroy anything
that differs from their own
not being able to create art
they will not understand art
they will consider their failure as creators
only as a failure of the world
not being able to love fully
they will believe your love incomplete
and then they will hate you
and their hatred will be perfect

like a shining diamond
like a knife
like a mountain
like a tiger
like hemlock

#382:  Autor: r'zrWohnort: Vault 13 BeitragVerfasst am: 09.08.2008, 06:58
    —
riefen ratten rosa männer
riefen leni schon im jänner
tanzen ringelrein ins reich
stählten burschis
schlimm wie bartsch
tratschen weiber kahler felder
buhlten kreideweis kartoffeln
gingen sing-säng-tänzen tanzend
in den arsch.
(wollja)

flycat
rote rosen riechen ärmer als nicht rote rosen
drogen machen gedichte nicht content
machen bücher nicht
machen türen nicht (schongarnicht)
dicht
dichtert
lichter
nährer
lichtert
fisteln
ehrer
richtet
misteln
leere
räume trüber neon.
#
habensein – und leute die so schreiben,
die man nicht leiden kann: viele.
soziales gewissen im altbau,
sozialdarwinismus
quasi – und irgendein in-kiez
als aufbauquelle dessen, wo die menschen an
den tresen erst 14 sind, und die männer alle häßlich.
und dichten. und trinken. und besetzen. und positiv sind die alle, das muss man in dem miljö sein, mynheer. myn stock, myn regenschürm - und guck wies stahd - so rostfrei wie stade im frühling!
attribute, wie heiligenmännchen mit kleinen schwänzen und cigarren.
#
wie ein pfaff im wald
wie ein nil im balts
wie ein riff im papier
wie ein nacken im stier
als es galt die rohre
zu lüften, warst du der erste mein schatz
du hast soviel platz in dir drin - denn du bist so lehr.
du könntest mathe geben!
#


...
erniedrigendes spätwerk. ich bin so dankbar dass ich mich nur erinnere das ich mal schrieb - und nicht was. und nichtmal die ausrede dass ich unter mitteleinfluss stand.

#383:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 09.08.2008, 06:59
    —
r'zr hat folgendes geschrieben:
The Genius Of The Crowd
Charles Bukowski

there is enough treachery, hatred violence absurdity in the average
human being to supply any given army on any given day

and the best at murder are those who preach against it
and the best at hate are those who preach love
and the best at war finally are those who preach peace

those who preach god, need god
those who preach peace do not have peace
those who preach peace do not have love

beware the preachers
beware the knowers
beware those who are always reading books
beware those who either detest poverty
or are proud of it
beware those quick to praise
for they need praise in return
beware those who are quick to censor
they are afraid of what they do not know
beware those who seek constant crowds for
they are nothing alone
beware the average man the average woman
beware their love, their love is average
seeks average

but there is genius in their hatred
there is enough genius in their hatred to kill you
to kill anybody
not wanting solitude
not understanding solitude
they will attempt to destroy anything
that differs from their own
not being able to create art
they will not understand art
they will consider their failure as creators
only as a failure of the world
not being able to love fully
they will believe your love incomplete
and then they will hate you
and their hatred will be perfect

like a shining diamond
like a knife
like a mountain
like a tiger
like hemlock


zwinkern Ich sehe, du verstehst mich.

#384:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 09.08.2008, 07:04
    —
r'zr hat folgendes geschrieben:
riefen ratten rosa männer
riefen leni schon im jänner
tanzen ringelrein ins reich
stählten burschis
schlimm wie bartsch
tratschen weiber kahler felder
buhlten kreideweis kartoffeln
gingen sing-säng-tänzen tanzend
in den arsch.
(wollja)

flycat
rote rosen riechen ärmer als nicht rote rosen
drogen machen gedichte nicht content
machen bücher nicht
machen türen nicht (schongarnicht)
dicht
dichtert
lichter
nährer
lichtert
fisteln
ehrer
richtet
misteln
leere
räume trüber neon.
#
habensein – und leute die so schreiben,
die man nicht leiden kann: viele.
soziales gewissen im altbau,
sozialdarwinismus
quasi – und irgendein in-kiez
als aufbauquelle dessen, wo die menschen an
den tresen erst 14 sind, und die männer alle häßlich.
und dichten. und trinken. und besetzen. und positiv sind die alle, das muss man in dem miljö sein, mynheer. myn stock, myn regenschürm - und guck wies stahd - so rostfrei wie stade im frühling!
attribute, wie heiligenmännchen mit kleinen schwänzen und cigarren.
#
wie ein pfaff im wald
wie ein nil im balts
wie ein riff im papier
wie ein nacken im stier
als es galt die rohre
zu lüften, warst du der erste mein schatz
du hast soviel platz in dir drin - denn du bist so lehr.
du könntest mathe geben!
#


...
erniedrigendes spätwerk. ich bin so dankbar dass ich mich nur erinnere das ich mal schrieb - und nicht was. und nichtmal die ausrede dass ich unter mitteleinfluss stand.


Wieso erniedrigend?

Schaust!? Da hamers wieder. Ich raff nich mal das! Argh

#385:  Autor: r'zrWohnort: Vault 13 BeitragVerfasst am: 09.08.2008, 07:13
    —
erniedrigend im sinne von bestenfalls mittelmässiges produzieren.

#386:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 09.08.2008, 07:16
    —
r'zr hat folgendes geschrieben:
erniedrigend im sinne von bestenfalls mittelmässiges produzieren.


Ich fand es, vom expressionistischen Standpunkt aus gesehen, eigentlich gut. Hab wesentlich mittelmäßigeres gelesen.

Verkauf dich nicht unter Wert. Cool

#387:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 09.08.2008, 07:17
    —
Ich bin ja sonst eher für seichtes zu haben. Hauptsache man muss nicht zuviel nachdenken. Komplett von der Rolle

Heinz Erhardt hat folgendes geschrieben:
Beichte

"Warum machst du in Gedichten?"
fragte mich ein Menschenkind.
"Warum schreibst du nicht Geschichten,
die doch leicht verkäuflich sind?"
Oh, ich habe meine Gründe
für mein Tun - und sprach verträumt:
"Weil ich es viel schöner finde,
wenn sich hinten alles reimt"

#388:  Autor: r'zrWohnort: Vault 13 BeitragVerfasst am: 09.09.2008, 14:36
    —
Das Tier

Ich biege mir das Tier an deinem Mund
zurück unter die Brücke aufgestreifter Lenden -
die heissen Früchte an den bunten Händen -
erfrischen mich und machen mich gesund

Der Haare Flockenstrauch verschneite leise
die dummen Strophen angelernter Trauer,
und wie besoffen von der nackten Wut
kocht wie ein Pelz um dich das schwarze Blut
geflammter Trauben um die bleiche Mauer -

Da hagelt die Kaskade meiner Zähne
flüssiges Salz in meine offne Brust -
dein Kuss ist striemenrot und brüllt vor Lust
und trinkt und gurgelt wie an einer Flasche -
ich liege unter dir und fresse Asche





...
eins meiner liebsten gedichte aus dem buch 'fieber', - wenn ich das richtig erinnere soll sie der relativ junge (u30) kinski, klaus verfasst haben. neben einer hübschen buchausgabe gibts seit kurzem auch ein tb und hörCD, wahlweise von ben becker gesprochen (yukk, aber er tut einen guten job, auch die musikal. untermahlung dazu ist recht erfreulich) - oder sohnemann nanhoi kinski (eher was für die diehardfans) - lesbar ist das ganze natürlich auch, von wechselhafter qualität, aber eben auch perlen drunter. wer KK eh mag kann hier wohl wenig falsch machen.

#389:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 26.09.2008, 10:34
    —
Wären Foren wirklich Maskenbälle,
nähm' ich auf alle "Felle",
mir die Maske einer Tigerkatze auf.

Diese Wesen mag ich ungemein,
eigenwillig, unabhängig, stellenweise auch etwas - gemein.
So richtig frei und wild zu leben,
wie diese Katzen eben,
das würde ich gern wollen,
man braucht sich dann nicht mehr -
mit dem ganzen Zivilisationsmist herumzu"prollen".

Aber nur Ausschau zu halten,
wann läuft die nächste Mahlzeit endlich nun vorbei,
ist wohl auch nicht ganz das Wahre,
drum schlag ich mir in die Pfanne -
dann lieber mal ein - Ei.

Oder komm' ich vielleicht lieber als Spiderman,
oder eher Spiderwomen als Travestit?
Denn als Spinne könnt vieles ich mir erlauben.
Oder lieber auch nicht.
Weil sie die Herren töten,
und somit dann - geht deren Leben flöten.

Vielleicht komm ich aber als gehörnter Ehemann?
Davon gibt's ne große Herde
und wäre damit nicht so allein,
auf dieser Erdensphäre.

Oder such ich mir tolle Braut(?),
auf diesem Maskenballe,
bin dann aber auf der Hut,
daß ich nicht gleich tapp dann -
in die nächste Falle.
Denn erst muß sie getestet werden,
ob der Inhalt auch hält,
was die Verpackung verspricht.
Nicht, daß sie sich nur gut kostümiert vorführt,
wo am Ende ich derjenige bin,
der dann a n g e s c h m i e r t ?/bh/Nonsa/und,,,

,,,Wendor der Engel

#390:  Autor: Necromancer BeitragVerfasst am: 26.09.2008, 11:11
    —
" Biker Dream "

Wenn man neben seinem Motorrad steht,
der Benzinduft einem durch die Nase weht,
der Chrom, der Lack er glänzt so rein,
ach wie ist es schön ein Biker zu sein.

Der Vergaser der am Motor bebt,
wenn man leicht am Gaszug dreht,
der Sound, der Maschine geht durch Mark und Bein,
ach wie ist es schön ein Biker zu sein.

Maschine jetzt raus mit all ihren Düften,
die Beine hoch, bis hin zu den Hüften,
die Lederkluft gewachst und schimmert im Schein,
ach wie ist es schön ein Biker zu sein.

Gut geschützt verläßt man sein Haus,
bei schönem Wetter nichts wie raus,
Helm, Brille und man schlüpf in seine Stiefel rein,
ach wie ist es schön ein Biker zu sein.

Schöne Landschaft und saftige Wiesen,
die kann so, der Biker nur genießen,
wir trinken Whiskey, Bier und niemals Wein
und trotzdem ist es schön ein Biker zu sein.

Die Freiheit zu riechen auf unserer schönen Welt,
das ist der Kick der uns Biker am besten gefällt,
langgezogene Kurfen und breite Strassen,
pure Landschaft und nicht zu rasen,
entlang zu schlendern mit Genuß,
das sind die Gefühle die man haben muß.

Auf allen Euren Ausritts-Tagen,
wünsche ich Euch keinen großen Schaden,
Gesundheit, Spaß und sehr viel Freude
und dieser Wunsch gilt nicht nur heute
nein, er soll Euch begleiten alle Zeit
die Euch auf dieser Erd noch bleibt.

Hals und Beinbruch Mädels & Jungs
wünscht Euch allen der Biker-Dieter

#391:  Autor: AszWohnort: Berlin BeitragVerfasst am: 26.09.2008, 11:33
    —
Wendor hat folgendes geschrieben:

...

,,,Wendor der Engel


Wat macht der?
Heult er oder lacht er?

#392:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 26.09.2008, 13:52
    —
"Die Biker machen viel Vergnügen,
wenn sie in die Botanik fliegen."

alte Bauernregel

#393:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 27.09.2008, 09:57
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
"Die Biker machen viel Vergnügen,
wenn sie in die Botanik fliegen."

alte Bauernregel

Könnte man dabei noch von Vergnügen sprechen,
wenn sie sich dabei die Knochen brechen? Motzen

#394:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 27.09.2008, 12:38
    —
Mein Freund an einem Sonntagmorgen
tät sich ein hübsches Rößlein borgen.
Mit frischem Hemd und frischem Mute,
in blanken Stiefeln, blankem Hute,
die Haltung stramm und stramm die Hose,
am Busen eine junge Rose,
so reitet er durch die Alleen,
wie ein Adonis anzusehn.

Die Reiter machen viel Vergnügen,
wenn sie ihr stolzes Roß bestiegen.

Nun kommt da unter sanftem Knarren
ein milchbeladener Eselskarren.
Das Rößlein, welches sehr erschrocken,
fängt an zu trappeln und zu bocken,
und Hopp! Das war ein Satz, ein weiter!
Dort rennt das Roß, hier liegt der Reiter,
eintfernt von seinem hohen Sitze
platt auf dem Bauch in einer Pfütze.

Die Reiter machen viel Vergnügen,
besonders wenn sie drunten liegen.

(Wilhelm Busch)

#395: Dichtkunst Autor: DittscheWohnort: HH-Eppendorfer Grillstation BeitragVerfasst am: 27.09.2008, 20:54
    —
Der Dichter , der Dichter , der kriegt was auf die Lichter.

#396:  Autor: fwoWohnort: im Speckgürtel BeitragVerfasst am: 27.09.2008, 21:47
    —
Mangelnde Betroffenheit

Ein Knabe furzt ins Tredppenhaus
und rennt dann schnell zur Tür hinaus.
Der nächste ist ihm völlig schnuppe.

Ein Koch, derselber nicht verzehrt,
was er in seinen Topf beschert,
der popelt auch mal in die Suppe.

fwo

#397:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 28.09.2008, 13:40
    —
Der Link funzt nicht, Dittsche. Der Server pennt wohl grade.

#398:  Autor: Wendor BeitragVerfasst am: 27.10.2008, 21:20
    —
Lieber Sch,,,,,,!


Ist zu Ende Dein Bemüh'n,

vergiss nicht an der Kett zu zieh'n.
Machs Fenster auf, lass Luft herein,
der nächste wird Dir dankbar sein.


Gelesen an einem heil'gen Örtsche.

#399:  Autor: KonstruktWohnort: Im Barte des Propheten BeitragVerfasst am: 21.11.2008, 21:09
    —
Eines meiner Lieblingsgedichte ist von Hermann Hesse. Es heißt Stufen. Ich habe mir erlaubt, es etwas zu modifizieren.


Aber jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, die Stufen des Lebens zu überleben und zu leben. Wie jeder Mensch alt wird, so wächst sich jede Jugend aus. Jedes Alter trägt seine Blüten, jede Stufe ist eine Lebenserfahrung. Weisheit geht die Blüte der Tugend voran. Alles braucht aber seine Zeit. Zeit darf nicht ewig dauern und doch ist Ewigkeit ein zeitlicher Begriff. Herzschlag und Sekunde reihen sich zur Perlenschnur des Lebens, immer drohend zu zerreißen, bei jeder Belastung. Den Zerreißproben ins Auge sehen und ohne Angst einem Neuanfang die Hand geben. Jedes Ende hat einen Anfang, jeder Anfang hat ein Ende. Stark sein, auch in der Trauer. Erfahrung eine Chance geben. Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns lebt. Fröhlich starren wir ins Weltall und scheuen uns nicht es zu erkunden. Neue Heimat schaffen, zuhause sein, wo Türen und Fenster zum Unbekannten sind. Bindung ohne Bindemittel, ohne Angst vor Verlust. Das Leben ist keine Fessel, auch wenn der Körper bisweilen wie ein Gefängnis erscheint, das Leben trägt uns Stufe um Stufe weiter. Es geht bergauf und bergab. Es offenbart sich uns. Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise, so geraten wir auch schon in eine Lebenskrise. Und gerade dran gewöhnt, droht Langeweile uns zu ersticken. Nur wer sich traut, in Bewegung bleibt, der ist vielleicht bereit. Selbst der Tod ist eine Pforte, eine Türe zu einem neuem Raum. Es gibt kein Anfang und keine Ende. Wohlan denn Leiden, sei angenommen und verschwinde.

#400:  Autor: SanneWohnort: Nordschland BeitragVerfasst am: 09.11.2009, 13:15
    —
Heinrich Seidel
November

Solchen Monat muss man loben
keiner kann wie dieser toben,
keiner so verdrießlich sein
und so ohne Sonnenschein!

Keiner so in Wolken maulen,
keiner so mit Sturmwind graulen!
Und wie nass er alles macht!
Ja, es ist 'ne wahre Pracht!

Seht das schöne Schlackerwetter!
Und die armen welken Blätter,
wie sie tanzen in dem Wind
und so ganz verloren sind!

Wie der Sturm sie jagt und zwirbelt
und sie durcheinander wirbelt
und sie hetzt ohn' Unterlass:
ja, das ist Novemberspaß!

Und die Scheiben, wie sie rinnen!
Und die Wolken, wie sie spinnen
ihren feuchten Himmelstau
ur und ewig, trüb und grau!

Auf dem Dach die Regentropfen:
wie sie pochen, wie sie klopfen!
Schimmernd hängt's an jedem Zweig,
einer dicken Träne gleich.

Oh wie ist der Mann zu loben
der solch unvernünft'ges Toben
schon im voraus hat bedacht
und die Häuser hohl gemacht:

so, dass wir im Trocknen hausen
und mit stillvergnügtem Grausen
und in wohlgeborgner Ruh
solchem Greuel schauen zu.

#401:  Autor: Necromancer BeitragVerfasst am: 09.11.2009, 13:49
    —
Wenn Blätter von den Bäumen stürzen,
die Tage täglich sich verkürzen,
wenn Amsel, Drossel, Fink und Meisen
die Koffer packen und verreisen,
wenn all die Maden, Motten, Mücken,
die wir versäumten zu zerdrücken,
von selber sterben - so glaubt mir:
es steht der Winter vor der Tür !

Ich laß ihn stehn !
Ich spiel ihm einen Possen !
Ich hab die Tür verriegelt
und gut abgeschlossen !
Er kann nicht rein !
Ich hab ihn angeschmiert !
Nun steht der Winter vor der Tür - - -
und friert !

(H.E.)

#402:  Autor: nihil BeitragVerfasst am: 09.11.2009, 18:40
    —
auch der Winter hat seinen Reiz,
denn da schneit's

#403:  Autor: SkeptikerWohnort: 129 Goosebumpsville BeitragVerfasst am: 09.11.2009, 18:44
    —
nihil hat folgendes geschrieben:
auch der Winter hat seinen Reiz,
denn da schneit's


Der Dichter, der Dichter,
der kriegt was auf die Lichter.

Cool

Skeptiker

#404:  Autor: Ralf Rudolfy BeitragVerfasst am: 26.08.2010, 18:08
    —
DER KARTOFFELRODER

Von Kassowarth von Sondermühlen


Tief in Mutter Erde eingehüllet
wartest du, o Knolle mein
von den Menschen zugemüllet
liegt im Abendrot der Ackerrain

Da kommt von fern herangebrauset
der einsern Unhold, groß und schwarz
kommt über Feld und Flur gebrauset
der Kartoffelroder -- schlirz, knirz, knarz

Schlägt mit mächtgen Eisenhauern
tief in die feuchte Mutter rein
um alle, die da unten kauern
aufzuschlitzen klein und fein

Pommes will er schürfen, der einserne Gesell
grubbert und wühlt mit mächtgem Zuge
rammt in den Acker sein Gestell
mit dem blankgeschliffnem Pfluge

Unten wirds der Knoll ganz bang
hört sie über sich doch schons Gedröhn
hoffentlich dauerts nicht mehr lang
schnöde Welt, auf Wiedersehn

So verfault die Knoll in Mulm und Moder
gemordet vom Kartoffelroder

#405:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 27.08.2010, 10:25
    —
Er stand auf seines Daches Zinnen
Und schaute mit vergnügten Sinnen
Auf sechs belegte Brötchen hin.
"Dies alles ist mir viel zu wenig!"
Begann er zu dem Küchenkönig,
"Gesteh, daß ich ein Vielfraß bin!"
---
Zu Dyonüs, dem Tyrannen - strich -
Hermann, den Strolch am Bande.
Ihn schlugen die Löcher in Wannsee.
Was willst du mit dem Strolche, brich,
entgegnet im Fenster der Tüterich.
Die Stadt von Taranteln befreien.
Das sollst du mit Streuseln bestreuen!
(Peter Frankenfeld)
---
Sah ein Knab ein Mägdlein stehn,
am Bache unter Weiden
wollte grade baden gehen.
Lief er schnell, es nackt zu sehn,
sah’s mit vielen Freuden.

Knabe sprach: „Ich bumse dich,
Mädchen unter Weiden.“
Mädchen sprach: „Ich beiße dich,
daß du ewig denkst an mich,
will es nimmer leiden!“

Und der wilde Knabe bumst
das Mägdlein unter Weiden,
Mägdlein wehrte sich nur schwach,
seufzte wonnig Oh! und Ach!
tat es gern erleiden.
(von mir)

#406:  Autor: WilsonWohnort: Swift Tuttle BeitragVerfasst am: 29.09.2010, 18:03
    —
aus gegebenem anlass ein gedicht von

Friederike Kempner


Drei Schlagworte

Wie heißt das Wort, das in der halben Welt
Man gleichbedeutend mit dem Gelde hält,
Doch mit dem Geld, das stets im Säckel bleibt,
Und schon von selbst die besten Zinsen treibt?
Es ist, es heißt die, die, die, die,
Die teure Bourgeoisie!

Wie heißt das Wort, das in der halben Welt
Man gleichbedeutend mit dem Elend hält,
Doch mit dem Elend, – das mit wackerem Mut
Die schwere, große Arbeit tut?
Es ist, es heißt: der, der, der, der,
Es heißet: Proletarier!

Wie heißt das Wort, das in der halben Welt
Man gleichbedeutend mit Utopien hält,
Doch mit Utopien, ähnlich Morgenlicht,
Das hell und warm zu jedem Herzen spricht?
Es ist, es ist mein Ideal,
Das große Wort, es heißt: sozial.

skeptisch Lachen

#407:  Autor: WilsonWohnort: Swift Tuttle BeitragVerfasst am: 29.09.2010, 18:08
    —
von der selben künstlerin:



Das scheintote Kind


Nocturno
Stürmisch finst're Nacht
Kind im Grab erwacht,
Seine schwache Kraft
Jäh zusammenrafft.

Machet auf geschwind,
Ruft das arme Kind,
Sieht sich ängstlich um:
Finster ist's und stumm.

Ueberall ist's zu
»Mutter, wo bist Du?«
Stoßet aus den Schrei,
Horchet still dabei;

Und in seiner Qual
Klopft es noch einmal,
Sieht sich grausend um:
Finster ist's und stumm.

Streckt die Ärmlein aus,
Hämmert schnell drauf los,
Ruft entsetzt und laut:
»Hört, ich bin nicht tot!«

Lehnt sein Haupt am Arm:
Daß sich Gott erbarm',
Lebt man ewig so?
Und wo stirbt man, wo?

Ach, man hört mich nicht,
Gott, ach nur ein Licht!
Sieht sich nochmals um!
Finster bleibt's und stumm.

Stier und starr es tappt,
Und am Sarg es klappt,
Horch, da strömt sein Blut
Durch des Nagels Hut;

Aus dem warmen Quell
Sprudelt's rasend schnell:
Endlich stirbt das Kind,
Froh die Engel sind!

Stürmisch ist die Nacht,
Blätter rauschen sacht,
Niemand sah sich um:
Finster blieb's und stumm!

bei allem verständnis für die schrecken und qualen eines kindlichen scheintods- Lachen Lachen Lachen Lachen Lachen Lachen

#408:  Autor: NiniWohnort: Bonn BeitragVerfasst am: 30.09.2010, 13:54
    —
Ein Gedicht nur aus Schüttelreimen:

Ermüdet machten beide halt
Um in der grünen Heide bald
Nach regem Küssetausch zu ruhn
Und freudig das im Rausch zu tun
Was schließlich ihn zum Vater kürte
Jedoch zu schlimmem Kater führte
Zwar zahlte er stets willig bar
Doch merkt er, weils nicht billig war
Dass eine Rast im Heidekraut
Doch mächtig in die Kreide haut

Günter Nehm

#409:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 30.09.2010, 15:48
    —
Ich mag Schüttelreime. Ich liebe es...

#410:  Autor: Norm BeitragVerfasst am: 30.09.2010, 16:11
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:

---
Sah ein Knab ein Mägdlein stehn,
am Bache unter Weiden
wollte grade baden gehen.
Lief er schnell, es nackt zu sehn,
sah’s mit vielen Freuden.

Knabe sprach: „Ich bumse dich,
Mädchen unter Weiden.“
Mädchen sprach: „Ich beiße dich,
daß du ewig denkst an mich,
will es nimmer leiden!“

Und der wilde Knabe bumst
das Mägdlein unter Weiden,
Mägdlein wehrte sich nur schwach,
seufzte wonnig Oh! und Ach!
tat es gern erleiden.
(von mir)

Geschockt Erbrechen

Für Ahriman

Das Schönste sind immer die Kna-ha-haben
beim Tanz, wenn der Pe-Ha ganz erha-ha-haben
und du dich in Freude kannst la-ha-haben.
Freude und Glück!
Freude und Glück,
wenn deine Faust dies zierliche Stück
ganz fest und begehrlich drückt.

egalesisches Volkslied nach Gerd Brantenberg

#411:  Autor: Martha-Helene BeitragVerfasst am: 01.10.2010, 07:10
    —
Norm hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:

---
Sah ein Knab ein Mägdlein stehn,
am Bache unter Weiden
.....
(von mir)

Geschockt Erbrechen


Lachen ich finds irgendwie rührend.
So manches Bedürfnis ist eben bei allen (mehr oder weniger) vorhanden.

Wie alt Ahriman wohl war als er das gedichtet hat?
Kann man Jugend oder Alter entschuldigend heranziehen?

#412:  Autor: Norm BeitragVerfasst am: 02.10.2010, 20:02
    —
Martha-Helene hat folgendes geschrieben:
Norm hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:

---
Sah ein Knab ein Mägdlein stehn,
am Bache unter Weiden
.....
(von mir)

Geschockt Erbrechen


Lachen ich finds irgendwie rührend.
So manches Bedürfnis ist eben bei allen (mehr oder weniger) vorhanden.

Wie alt Ahriman wohl war als er das gedichtet hat?
Kann man Jugend oder Alter entschuldigend heranziehen?

Vergewaltigung zu beschönigen, rührend? Komplett von der Rolle

#413:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 02.10.2010, 20:12
    —
Norm hat folgendes geschrieben:

Vergewaltigung zu beschönigen, rührend? Komplett von der Rolle


Vergewaltigung?

#414:  Autor: Norm BeitragVerfasst am: 02.10.2010, 20:19
    —
Kramer hat folgendes geschrieben:
Norm hat folgendes geschrieben:

Vergewaltigung zu beschönigen, rührend? Komplett von der Rolle


Vergewaltigung?

Ahriman hat folgendes geschrieben:

Sah ein Knab ein Mägdlein stehn,
am Bache unter Weiden
wollte grade baden gehen.
Lief er schnell, es nackt zu sehn,
sah’s mit vielen Freuden.

Knabe sprach: „Ich bumse dich,
Mädchen unter Weiden.“
Mädchen sprach: „Ich beiße dich,
daß du ewig denkst an mich,
will es nimmer leiden!“

Und der wilde Knabe bumst
das Mägdlein unter Weiden,
Mägdlein wehrte sich nur schwach,
seufzte wonnig Oh! und Ach!
tat es gern erleiden.
(von mir)

#415:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 02.10.2010, 22:28
    —
Vergewaltigung?

#416:  Autor: Evilbert BeitragVerfasst am: 02.10.2010, 22:52
    —
Das Original (Sah ein Knab ein Röslein stehn von Goethe) ist laut Aussage meiner Ex (hat ua auch Germanistik studiert) eine subtile Schilderung einer Vergewaltigung.


Ahrimans Gedicht sehe ich eher als Parodie(versuch) darauf. Aber ich hab keine Ahnung von sowas, ich weiss nur dass ich Goethe als Person (und Gedichte sowieso) nicht besonders mag.

#417:  Autor: Norm BeitragVerfasst am: 03.10.2010, 01:32
    —
Kramer hat folgendes geschrieben:
Vergewaltigung?

Wie nennst du es, wenn die Frau zuvor deutlich zum Ausdruck gebracht hat, dass sie nicht will?
Zitat:
„Ich beiße dich,
daß du ewig denkst an mich,
will es nimmer leiden!“

#418:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 03.10.2010, 02:21
    —
Zitat:
Ich beiße dich,
daß du ewig denkst an mich


Ja, klar. Das kann man nur als 'Nein' interpretieren. Sie könnte ihm in die Eier treten, aber sie will ihn beissen. Sie könnte ihm die kalte Schulter zeigen, aber sie will, dass er ewig an sie denkt.

#419:  Autor: goatmountain BeitragVerfasst am: 03.10.2010, 04:52
    —
rechts ne pappel,
links ne pappel,
und dazwischen fliesst ein bach,
ach!

die sonne scheint durchs kellerloch,
ach lass sie doch
ach lass sie doch.

(max schramm - arbeiterdichter)

#420:  Autor: Martha-Helene BeitragVerfasst am: 03.10.2010, 05:09
    —
Norm hat folgendes geschrieben:
Martha-Helene hat folgendes geschrieben:
Norm hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:

---
Sah ein Knab ein Mägdlein stehn,
am Bache unter Weiden
.....
(von mir)

Geschockt Erbrechen


Lachen ich finds irgendwie rührend.
So manches Bedürfnis ist eben bei allen (mehr oder weniger) vorhanden.

Wie alt Ahriman wohl war als er das gedichtet hat?
Kann man Jugend oder Alter entschuldigend heranziehen?

Vergewaltigung zu beschönigen, rührend? Komplett von der Rolle

Rührend, weil es von einem älteren Mann kommt?

Ich plädiere auf Einvernehmen nach anfänglichem Sträuben um die Situation zu begreifen.
Natürlich sagt sie nicht sofort ja zu einem plötzlich auftauchenden Kerl.
Nach Auffassung des Dichters, den ich hier als objektiven Beobachter sehe, wehrt sie sich letztendlich aber nicht groß und es gefällt ihr sogar.

#421:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 03.10.2010, 10:25
    —
Noseman hat folgendes geschrieben:
Das Original (Sah ein Knab ein Röslein stehn von Goethe) ist laut Aussage meiner Ex (hat ua auch Germanistik studiert) eine subtile Schilderung einer Vergewaltigung.

Ahrimans Gedicht sehe ich eher als Parodie(versuch) darauf. Aber ich hab keine Ahnung von sowas, ich weiss nur dass ich Goethe als Person (und Gedichte sowieso) nicht besonders mag.

Aber sicher doch:
"Und der wilde Knabe brach's,
Röslein wehrte sich und stach
mußt es dennoch leiden."
schrieb Goethe. Das ist ganz offensichtlich eine Vergewaltigung. Darüber gab es bei mir nie einen Zweifel, und ich finde, man braucht kein Germanistikstudium, um das zu erkennen. Und gerade deshalb schrieb ich:

"Mägdlein wehrte sich nur schwach,
seufzte wonnig Oh! und Ach!
tat es gern erleiden."

Ich mag Goethes Faust sehr, ich finde das Ding großartig. Aber ich verfalle nicht in kritiklose Ehrfurcht vor diesem Dichter. Eher im Gegenteil. Mir ist es von jeher ein Rätsel, wieso das "Heideröslein" so berühmt geworden ist und es sogar mindestens zwei Vertonungen davon gibt. Sind die Leute so blöd, daß sie diese Gewaltdarstellung nicht erkennen?

Übrigens soll es Frauen geben, die im Orgasmus beißen. Weiß nicht, ob das stimmt. Kratzen - oh ja, das tun einige. Das weiß ich.

...und der wilde Knabe brach... Das kommt davon, wenn man zu McDonald geht.

#422:  Autor: Martha-Helene BeitragVerfasst am: 03.10.2010, 18:03
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Und gerade deshalb schrieb ich:

"Mägdlein wehrte sich nur schwach,
seufzte wonnig Oh! und Ach!
tat es gern erleiden."


Weil es in deiner Version keine Vergewaltigung ist, oder?

#423:  Autor: Norm BeitragVerfasst am: 03.10.2010, 19:06
    —
Martha-Helene hat folgendes geschrieben:
Norm hat folgendes geschrieben:
Martha-Helene hat folgendes geschrieben:
Norm hat folgendes geschrieben:
Ahriman hat folgendes geschrieben:

---
Sah ein Knab ein Mägdlein stehn,
am Bache unter Weiden
.....
(von mir)

Geschockt Erbrechen


Lachen ich finds irgendwie rührend.
So manches Bedürfnis ist eben bei allen (mehr oder weniger) vorhanden.

Wie alt Ahriman wohl war als er das gedichtet hat?
Kann man Jugend oder Alter entschuldigend heranziehen?

Vergewaltigung zu beschönigen, rührend? Komplett von der Rolle

Rührend, weil es von einem älteren Mann kommt?

Ich plädiere auf Einvernehmen nach anfänglichem Sträuben um die Situation zu begreifen.
Natürlich sagt sie nicht sofort ja zu einem plötzlich auftauchenden Kerl.
Nach Auffassung des Dichters, den ich hier als objektiven Beobachter sehe, wehrt sie sich letztendlich aber nicht groß und es gefällt ihr sogar.

Natürlich wehrt sie sich auch noch ein wenig, als der plötzlich auftauchende Kerl sie bumst obwohl sie nein gesagt hat... Aber dann macht es ihr eben doch Spass, Frauen sagen Nein und meinen Ja aber eigentlich wollen sie es ja so und haben letztlich Spass dabei auch wenn sie sich anfangs wehren, nur nein sagen und leicht wehren zählt mal sowieso nicht... zynisches Grinsen

Ahriman hat folgendes geschrieben:

Aber sicher doch:
"Und der wilde Knabe brach's,
Röslein wehrte sich und stach
mußt es dennoch leiden."
schrieb Goethe. Das ist ganz offensichtlich eine Vergewaltigung. Darüber gab es bei mir nie einen Zweifel, und ich finde, man braucht kein Germanistikstudium, um das zu erkennen. Und gerade deshalb schrieb ich:

"Mägdlein wehrte sich nur schwach,
seufzte wonnig Oh! und Ach!
tat es gern erleiden."

Ich mag Goethes Faust sehr, ich finde das Ding großartig. Aber ich verfalle nicht in kritiklose Ehrfurcht vor diesem Dichter. Eher im Gegenteil. Mir ist es von jeher ein Rätsel, wieso das "Heideröslein" so berühmt geworden ist und es sogar mindestens zwei Vertonungen davon gibt. Sind die Leute so blöd, daß sie diese Gewaltdarstellung nicht erkennen?

Übrigens soll es Frauen geben, die im Orgasmus beißen. Weiß nicht, ob das stimmt. Kratzen - oh ja, das tun einige. Das weiß ich.

...und der wilde Knabe brach... Das kommt davon, wenn man zu McDonald geht.

Sicher gibt es Frauen, die während dem Orgasmus beisen, aber diese Frauen sprechen in diesem Kontext sicher nicht davon, dass sie es nimmer leiden wollen und ein wehren ist dieses beisen dann auch nicht. Mit den Augen rollen
Du machst 2 wesentliche Änderungen gegenüber dem Original, du modernisierts die Sprache und du änderst das Ende, während Goethe schreibt, dass sie leidet hat sie bei dir daran Spass. Die Handlung dagegen bleibt im Großen und Ganzen gleich. Das sie sich in deiner Version nur schwach wehrt passt bestens zur Beschönigung.

#424:  Autor: Martha-Helene BeitragVerfasst am: 03.10.2010, 19:40
    —
zwinkern schöner Schwachsinn das Thema so auszuweiten.
Also ich denke mir zwischen Strophe 2 + 3, nachdem das Mädel erst einmal empört abgewehrt hat, stellt sie fest, ach den kenne ich ja und der ist eigentlich ganz fesch, warum also nicht? Aber wie es so ist hat keiner was für die Verhütung, er verspricht aufzupassen und deshalb ist sie nicht so ganz entspannt.
So in etwa. Und das ist doch keine Vergewaltigung?

#425:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 03.10.2010, 20:53
    —
Martha-Helene hat folgendes geschrieben:
zwinkern schöner Schwachsinn das Thema so auszuweiten.


Unsere Möchtegernemma braucht halt etwas Auslauf. Die beruhigt sich schon wieder.

#426:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 04.10.2010, 18:43
    —
Ich habe ein Weilchen überlegt, ob ich Martha antworten soll, und vor allem wie. Die Forumsregeln bremsen mich mal wieder...
Also:
Wenn das Mädchen klug oder instinktsicher (oder gar beides ist), wird sie sehr wohl dem Jungen erst mal einen Widerstand entgegensetzen. Bekanntlich brauchen Frauen länger als Männer, um warmzulaufen. Vor etlichen Jahren nannte ich das mal "Vorglühen" und erntete mit dem Scherz viel Gelächter. Heute versteht das keiner mehr, so viel ich weiß hat man das den Dieselmotoren abgewöhnt. Äh, zur Sache.
Also, die Frau tut gut daran, den Mann zu bremsen. Und wenn er ebenfalls nicht dumm und gut erzogen ist, wird er sich an das halten, was Blondchen in der Mozart-Oper singt:
"Durch Zärtlichkeit und Schmeicheln,
Gefälligkeit und Scherzen
erobert man die Herzen
der guten Mädchen leicht..."
Und was die Verhütung betrifft: ein kluges Mädchen nimmt die Pille oder hat ein Pessar, und ein gescheiter Junge hat immer mindestens ein Kondom bei sich.
Und so gibt es das, was man prosaisch "einvernehmlichen Verkehr" nennt.
Des Geheimrats wilder Knabe aber gehört in den Knast.

#427:  Autor: Martha-Helene BeitragVerfasst am: 05.10.2010, 06:45
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Ich habe ein Weilchen überlegt, ob ich Martha antworten soll, und vor allem wie. Die Forumsregeln bremsen mich mal wieder...

??? Du machst mich neugierig zwinkern

Wenn dies deiner Gedichtversion entspricht
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Also:
Wenn das Mädchen klug oder instinktsicher [...] Und so gibt es das, was man prosaisch "einvernehmlichen Verkehr" nennt.

dann habe ich es ja im Sinne des Verfassers interpretiert. (Obwohl man mE nicht ständig Verhütungsmittel parat hat, aber egal)

Ahriman hat folgendes geschrieben:

Des Geheimrats wilder Knabe aber gehört in den Knast.

Kann ich auch unterschreiben

Von mir aus wäre das abgehakt.

Doch noch’n kleiner Nachschlag.
Ich bin zu Goethe u.a. durch eine Radio-Lesung von Martin Walsers „Ein liebender Mann“ gekommen. Fand ich ebenfalls sehr anrührend.
Es verändert die Sichtweise zur Liebe und Sexualität alter Menschen.
Genauso wie Kolles Brillenvergleich oder wenn Ahriman im fortgeschrittenen Alter so ein Gedicht veröffentlicht.
Viele verändern sich im Alter optisch auf sehr skurrile Weise. Wenn denn der Sexualtrieb niemals aufhört, muss man sich wohl früher oder später daran gewöhnen, buschige Augenbrauen, Glatzen, Falten etc. schön zu finden. Andererseits ist man in die Pflicht genommen, sich selbst einigermaßen in Form zu halten, um überhaupt noch Chancen zu haben.

#428:  Autor: NiniWohnort: Bonn BeitragVerfasst am: 05.10.2010, 10:04
    —
Martha-Helene hat folgendes geschrieben:
Ich plädiere auf Einvernehmen nach anfänglichem Sträuben um die Situation zu begreifen.
Natürlich sagt sie nicht sofort ja zu einem plötzlich auftauchenden Kerl.
Nach Auffassung des Dichters, den ich hier als objektiven Beobachter sehe, wehrt sie sich letztendlich aber nicht groß und es gefällt ihr sogar.

Eben.
Ein braves Mädchen sagt nicht gleich "ja".
Das Maß der Gegenwehr muss ausgeglichen sein: Genug um nicht als Schlampe dazustehen, aber nicht so viel, dass er aufhört. Sehen unsere Balztänze heute wesentlich anders aus? zwinkern

Ahriman hat folgendes geschrieben:
Und was die Verhütung betrifft: ein kluges Mädchen nimmt die Pille oder hat ein Pessar, und ein gescheiter Junge hat immer mindestens ein Kondom bei sich.

Zu Goethes Zeiten war wohl eher - wenn überhaupt - der "rechtzeitige Rückzieher" in Mode. Mit den Augen rollen

#429:  Autor: narr BeitragVerfasst am: 05.10.2010, 10:28
    —
Der Panther
(Im Jardin des Plantes, Paris
Rainer Maria Rilke, 6.11.1902, Paris )

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.

#430:  Autor: Kramer BeitragVerfasst am: 30.11.2010, 01:59
    —
Ein Gedicht zum Start der Wintersportsaison. Es heisst:

Ein Gedicht zum Start der Wintersportsaison

Was macht der Georg Hackel da?
Er schleift die Kuf' mit Dackelhaar.
„Ist's nicht noch etwas rau da, Hackel?“
„Ja, dafür nehm ich Rauhaardackel.“

#431:  Autor: StickyWohnort: Am Arsch der Welt anstatt am Busen der Natur! BeitragVerfasst am: 12.01.2011, 18:28
    —
Arschlochgedicht

Ein Mensch, der hatte Langeweile.
Da stritten sich die Körperteile
sehr heftig und mit viel Geschrei,
wer nun der Chef von ihnen sei.

„Natürlich ich“, sprach das Gehirn.
„Ich sitz ganz oben, hinter der Stirn!
Bin stets am Denken, muss euch leiten!
Bin Nummer 1! Wer will‘s bestreiten?“

Die Beine riefen halb im Spaße:
„Gib nicht so an, du Wabbelmasse!
Durch uns kann sich der Mensch erst regen,
sich umtun und sich nach vorn bewegen!“

Die Augen riefen: „Uns sollte man zum Chef erklären!
Wenn wir nicht ständig wachsam wären!“
Und plötzlich pfiffen auch die Ohren:
„Ohne uns da wird das Gleichgewicht verloren!“

Das Herz, die Nieren und die Lunge,
die Nase als auch die Zunge:
Ein jeder legte schlüssig dar,
dass er der Chef vom Ganzen war.

Bevor das Streitgespräch erlosch,
furzt jemand: „HEEEEEEEEJJJJ.... (Pfurz) Ich bin der Boss!“
„Ha, ha“, wie alle Körperteile lachten:
„Das Loch, hm, hm“, und ihre Spässe machen.

Doch der Arsch war flugs verdrossen
und hat zielbewusst sich fest verschlossen.

Er dachte starrsinnig bei sich:
„Hm... die Zeit, sie arbeitet für mich!
Wenn ich mich weigere zu scheissen,
wird‘ ich die Macht schon an mich reissen.“

Schlaff wurden Ohren, Arme, Beine.
Sogar die Galle, sie produzierte Steine.
Das Herz es stockte schon bedenklich.
Das Hirn es fühlte sich ganz langsam kränklich.

Doch das Gesäss, es blieb knallhart.
Kein Pfürzchen kam in leiser Fahrt.
Zum Schluss, da sahen‘s alle ein:
Der Boss kann bloss das Arschloch sein!

Und die Moral von der Geschicht‘:
Mit Fleiss und Arbeit schafft man’s nicht!
Denn warum soll die Ritze schwitzen,
wenn weiter man kommt mit drauf sitzen?

Um Boss zu werden, hilft allein
ein Arschloch von Format zu sein,
das mit viel Lärm und ungeniert
nichts als nur Scheisse produziert.

#432:  Autor: pera BeitragVerfasst am: 12.01.2011, 22:14
    —
War ein mal ein Revoluzzer
im Zivilstand Lampenputzer;
ging im Revoluzzerschritt
mit den Revoluzzern mit.

Und er schrie: "Ich revolüzze!"
Und die Revoluzzermütze
schob er auf das linke ohr,
kam sich höchst gefährlich vor.

Doch die Revoluzzer schritten
mitten in der Straßen Mitten,
wo er sonsten unverdrutzt
alle Gaslaternen putzt.

Sie vom Boden zu entfernen,
rupfte man die Gaslaternen
aus dem Straßenpflaster aus.
zwecks des Barrikadenbaus.

Aber unser Revoluzzer
schrie: "Ich bin der Lampenputzer
dieses guten Leuchtelichts.
Bitte, bitte, tut ihm nichts!

Wenn wir ihn' das Licht ausdrehn,
kann kein Bürger nichts mehr sehen.
Laßt die Lampen stehn, ich bitt! -
Denn sonst spiel ich nicht mehr mit!"

Doch die Revoluzzer lachten,
und die Gaslaternen krachten,
und der Lampenputzer schlich
fort und weinte bitterlich.

Dann ist er zu Haus geblieben
und hat dort ein Buch geschrieben:
nämlich, wie man revoluzzt
und dabei doch Lampen putzt.

Erich Mühsam

#433:  Autor: able_archer BeitragVerfasst am: 14.01.2011, 00:53
    —
schnapp kreuzer, dukaten,
wir müssen doch sterben,
da freun sich die maden
und lachen die erben

(Lessing)

#434:  Autor: WilsonWohnort: Swift Tuttle BeitragVerfasst am: 14.01.2011, 10:38
    —
Adelbert von Chamisso (1781-1838)

Tragische Geschichte

's war einer, dem's zu Herzen ging,
Dass ihm der Zopf so hinten hing,
Er wollt es anders haben.

So denkt er denn: wie fang ich's an?
Ich dreh mich um, so ist's getan -
Der Zopf, der hängt ihm hinten.

Da hat er flink sich umgedreht,
Und wie es stund, es annoch steht -
Der Zopf, der hängt ihm hinten.

Da dreht er schnell sich anders 'rum,
's wird aber noch nicht besser drum -
Der Zopf, der hängt ihm hinten.

Er dreht sich links, er dreht sich rechts,
Es tut nichts Guts, es tut nichts Schlechts -
Der Zopf, der hängt ihm hinten.

Er dreht sich wie ein Kreisel fort,
Es hilft zu nichts, in einem Wort -
Der Zopf, der hängt ihm hinten.

Und seht, er dreht sich immer noch,
Und denkt: es hilft am Ende doch -
Der Zopf, der hängt ihm hinten.

#435:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 14.01.2011, 10:39
    —
able_archer hat folgendes geschrieben:
schnapp kreuzer, dukaten,
wir müssen doch sterben,
da freun sich die maden
und lachen die erben

(Lessing)

Lessing hat Substantive groß geschrieben.
Wo sind die guten Sitten geblieben?

#436:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 29.11.2011, 10:20
    —
Ohne Liebe
Lebe wer kann,
Auch wenn er Mensch bliebe
Er bleibt doch kein Mann.

(frei nach Lessing)

#437:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 17.12.2011, 03:37
    —
Athene

Aus Nebel gehaucht
tritt klar eine Gestalt
zu raten was es jetzt braucht.

ein helm aus blassem gold erstarrt
als Maske unter blauer Rosse Schweif,
der, tanzend bis der Blick verharrt,
ihm folgt und ihn umläuft.

So zarte Lippen lächeln weit
ihr Anblick führt zu neuem Mut
Sie machen ihnen zu folgen bereit
verständiges flüstern was weise und klug

Und noch bevor du ihn spürst, den schützenden Streich
entschwebt sie wieder,
adlergleich.

#438:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 16.02.2012, 21:39
    —
zum Kampf der Wagen und Gesänge
der auf Korinthus' Landesenge
der Griechen Stämme froh vereint
zog Ibykus der Götterfeind.

...so, jetzt reimts, Herr Schiller.

[edit:] der bekackte Kranikus



Er stand auf seines Daches Zinnen
und blickte mit beherrschten Sinnen
auf das vergnügte Samos hin.

dito

#439:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 17.02.2012, 11:03
    —
Er stand auf seines Daches Zinnen
Und schaute mit vergnügten Sinnen
Auf sechs belegte Brötchen hin.
"Dies alles ist mir viel zu wenig!"
Begann er zu dem Küchenkönig,
"Gesteh, daß ich ein Vielfraß bin!"

Er stand auf seines Daches Zinnen
Und grinste mit vergnügten Sinnen
Auf ein belegtes Butterbrot.
"Dies alles ist mir tänig unter",
Begann er zu dem König munter,
"Gestehe, daß ich hungrig bin!"

--------------

Sieh da, sieh da, Timotheus,
Da fiel ein Herr vom Omnibus!

----
Zu Dyonis dem Tyrannen strich
Hermann, den Strolch am Bande.
Ihn schlugen die Löcher im Wannsee.
Was willst du mit dem Strolche, brich,
entgegnet im Fenster der Tüterich.
Die Stadt von Taranteln befreien.
Das sollst du mit Streuseln bestreuen!
(Peter Frankenfeld)

#440:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 19.02.2012, 13:38
    —
Bonifatius Kiesewetter war ein Schweinehund seit je.
Und so schiss er der Baronin heimlich in das Portemonnaie.
Hin zu einem Bücherladen lenkt sie ihren Schritt indes,
kaufte, da sie hochgebildet, etwas sehr Ästhetisches.
Als die Dame zahlen wollte, und sie zahlte stets in bar,
griff sie in die blanke Scheiße, was ihr äußerst peinlich war.

Ungern nimmt der Handelsmann
statt baren Geldes Scheiße an.

#441:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 03.05.2012, 17:16
    —
Der Kleinstgärtner

Liebs Blümelein
magst du auch noch so hingebungsvoll gedeihn
bleibst klein
und mein.

#442:  Autor: Witz- und Kobold BeitragVerfasst am: 03.05.2012, 17:27
    —
Johann von Besser
[NIcht schäme dich / du saubere Melinde]

1.

NIcht schäme dich / du saubere Melinde /
Daß deine zarte reinligkeit
Der feuchte mond verweist in eine binde /
Und dir den bunten einfluß dräut.
Der große belt hegt ebb' und flut /
Was wunder /wenns der mensch der kleine thut.

2.

Die röthligkeit bey deinen bunten sachen
Hat niemahls deinen schooß versehrt.
Wie muscheln sich durch purpur theurer machen /
So macht dein schnecken-blut dich werth.
Wer liebt ein dinten-meer wohl nicht /
Weil man daraus corallen-zincken bricht?

3.

Nur einmahl bringt das gantze jahr uns nelcken /
Dein blumen-busch bringts monatlich /
Dein rosen-strauch mag nicht verwelcken /
Sein dorn /der hält bey dir nicht stich /
Denn was die sanfften blätter macht /
Das ist ein thau von der johannis-nacht.

4.

Kanst du gleich nicht die lenden hurtig rühren /
Lobt man dich doch im stille stehn /
Der augenblau wird leichtlich sich verlieren /
Denn wirst du seyn noch eins so schön.
Man sammlet /spricht die gantze welt /
Viel besser frucht /wenn starcke blüte fällt.

5.

Laß mich darum doch keine fasten halten /
Ein könig nimmt den schranck zwar ein /
Doch muß er fort /wann sich die wasser spalten /
Der geist muß ausgestossen seyn.
Man geht /wie iedermann bekandt /
Durchs rothe meer in das gelobte land.

#443:  Autor: LandeiWohnort: Sandersdorf-Brehna BeitragVerfasst am: 03.05.2012, 18:15
    —
Ein kleiner Ventilator
mutierte über Nacht
zum bösen Terminator
-- da bin ich aufgewacht

(ich)

#444:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 21.05.2012, 04:55
    —
Wenn

von Rudyard Kipling

Wenn Du den Kopf behältst und alle andern verlieren ihn
und sagen: Du bist schuld.
Wenn keiner Dir mehr glaubt, doch Du vertraust Dir,
Und Du erträgst ihr Misstrauen in Geduld,
Und wenn Du warten kannst und wirst nicht müde,
und die Dich hassen dennoch weiterliebst,
die Dich belügen, strafst Du nicht mit Lüge
und Dich trotz Weisheit nicht zu weise gibst,

Wenn Du Dich nicht verlierst in Deinen Träumen,
Wenn Du nicht ziellos wirst in Deinem Geist,
Wenn Du Triumph und Niederlage hinnimmst,
Beide Betrüger gleich willkommen heißt,
Wenn Du die Wahrheit, die Du mal gesprochen
Aus Narrenmäulern umgedreht vernimmst
Und siehst Dein Lebenswerk vor Dir zerbrochen
Und niederkniest, wenn Du es neu beginnst,

Setzt Du Deinen Gewinn auf eine Karte
Und bist nicht traurig, wenn Du ihn verlierst
Und Du beginnst noch einmal ganz von vorne
Und sagst kein Wort, was Du dabei riskierst,
Wenn Du Dein Herz bezwingst und Deine Sinne
AIl das zu tun, was Du von Dir verlangst,
Auch wenn Du glaubst, es gibt nichts mehr da drinnen
Außer dem Willen, der Dir sagt: Du kannst

Wenn Dich die Menge liebt
Und Du doch Du bleibst,
Wenn Du den König und den Bettler ehrst,
Wenn Dich nicht Feind noch Freund verletzen können,
Und Du die Hilfe niemandem verwehrst,
Wenn Du die unverzeihliche Minute
sechzig Sekunden lang verzeihen kannst:
Dein ist die Welt und alles was darin ist -
Und noch viel mehr, mein Freund,
dann bist Du ein Mann.


Das waren noch Simpsons! weiß nicht, gefällt mir immer wieder. ist irgendwie so... motivierend.

#445:  Autor: CriticWohnort: Arena of Air BeitragVerfasst am: 06.06.2012, 05:28
    —
Venus Transiens

Tell me,
Was Venus more beautiful
Than you are,
When she topped
The crinkled waves,
Drifting shoreward
On her plaited shell?
Was Botticelli's vision
Fairer than mine;
And were the painted rosebuds
He tossed his lady
Of better worth
Than the words I blow about you
To cover your too great loveliness
As with a gauze
Of misted silver?

For me,
You stand poised
In the blue and buoyant air,
Cinctured by bright winds,
Treading the sunlight.
And the waves which precede you
Ripple and stir
The sands at my feet.
(Amy Lowell, 1874-1925)

rose

In diesem Sinne. Und weil ich ein melancholischer Mensch bin, habe ich beim Lesen eine Melodie von Heinrich Schütz im Kopf -- "Klagelied".

_______
(zitiert nach Link; der Text sollte eigentlich Public Domain sein, Link)

#446: emily dickinson Autor: fritzferdinand BeitragVerfasst am: 06.06.2012, 08:20
    —
to make a prairie it takes a clover, and a bee,
one clover, and a bee,
and revery

the revery alone will do
if bees are few.



sowas reizendes ...

#447:  Autor: pera BeitragVerfasst am: 06.06.2012, 16:30
    —
Do Not Go Gentle into that Good Night
Dylan Thomas

Old age should burn and rave at close of day;

Though wise men at their end know dark is right,
Because their words had forked no lightning they
Do not go gentle into that good night.

Good men, the last wave by, crying how bright
Their frail deeds might have danced in a green bay,
Rage, rage against the dying of the light.

Wild men who caught and sang the sun in flight,
And learn, too late, they grieved it on its way,
Do not go gentle into that good night.

Grave men, near death, who see with blinding sight
Blind eyes could blaze like meteors and be gay,
Rage, rage against the dying of the light.

And you, my father, there on the sad height,
Curse, bless, me now with your fierce tears, I pray
Do not go gentle into that good night.
Rage, rage against the dying of the light.

#448:  Autor: WilsonWohnort: Swift Tuttle BeitragVerfasst am: 06.06.2012, 17:22
    —
"Unter dem Milchwald" bzw. "Under Milk Wood" von ihm hat mir auch sehr gefallen.

#449:  Autor: StickyWohnort: Am Arsch der Welt anstatt am Busen der Natur! BeitragVerfasst am: 08.06.2012, 13:11
    —
Zivilcourage

von Dian the Saint

Sein Hilferuf blieb ungehört!
Nun liegt ein Mann tot auf der Straße.
Die braven Bürger sind empört,
und fordern mehr Zivilcourage.

„Warum habt ihr nichts gemacht?“,
klagen sie die Zeugen an.
„Habt ihr euch nichts dabei gedacht,
als man ihn schlug, den armen Mann?

Es ist Gebot der Menschlichkeit,
sich einzumischen, wenn man sieht,
wie ein Starker einem Schwachen
Eins über die Rübe zieht.

Es ist eure Bürgerpflicht,
euch nicht beeindrucken zu lassen,
von des Täters Angesicht
und von seinen bessren Waffen.“

„Zivilcourage???“, fragen da
die feigen Zeugen irritiert.
Für sie ist seit der Kindheit klar,
dass so was eh nicht funktioniert.

Schon in der Schule lehrte man
sie still auf einem Stuhl zu sitzen;
nicht aufzumucken, auch nicht dann,
wenn Lehrer ihre Freunde triezen.

Man hat ihnen beigebracht,
Autorität zu respektieren,
und angesichts der Starken Macht
keinen Ärger zu riskieren.

Sich Eltern, Lehrern, Vorgesetzten
und Staatsdienern um keinen Preis
jemals laut zu widersetzen,
auch wenn man’s noch so besser weiß.

So wurden sie herangezogen,
zu Duckmäusern, die lieber schweigen,
statt unmenschlichen Vollidioten
ihre Grenzen aufzuzeigen.

Da ist es doch nur konsequent,
dass, wenn Starke Schwache hauen,
der Durchschnittsmensch bloß daran denkt,
am besten gar nicht hinzuschauen.

Dennoch sind Politiker
und Gutmenschen höchst aufgebracht,
versuchen krampfhaft zu ergründen,
was ihr Volk so feige macht.

Die ganzen Heuchler, die da klagen,
wie so was nur passieren kann,
sollten mal ihre Kinder fragen;
denn in der Kindheit fängt es an!

Wollt ihr mehr Zivilcourage
und mehr echte Helden haben?
Dann müsst ihr ihnen Freiheit geben,
statt sie mit Regeln zu erschlagen.

Ihr müsst sie dazu inspirieren,
sich zu wehren gegen alles,
was sie nicht wirklich akzeptieren.
Auch im Falle eines Falles,

dass sie dann anders sind als ihr,
und nicht in eure Schulen wollen,
nicht in eure Bundeswehr
und dahin, wo sie schuften sollen.

Wollt ihr solche Kinder haben,
die aufrichtig und couragiert
gegen alles aufbegehren,
was sie an ihrem Leben stört?

Ich glaube ja, ihr wollt das nicht!
Ich glaube, ihr wollt nur mehr Deppen,
die bloß, weil es Bürgerpflicht
ist, euch und euer Leben retten.

Einweghelden, die euch nützen,
euch beistehen gegen Schreckgestalten,
die was riskieren, um euch zu schützen,
und sonst brav die Schnauze halten.

Das ist schon etwas unverschämt,
und deswegen sind auch die Helden,
nach denen ihr euch manchmal sehnt,
in eurer Scheißwelt ziemlich selten…

#450:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 15.06.2012, 03:53
    —
Max Herrmann-Neiße

Ein deutscher Dichter bin ich einst gewesen


Ein deutscher Dichter bin ich einst gewesen,
die Heimat klang in meiner Melodie,
ihr Leben war in meinem Lied zu lesen,
das mit ihr welkte und mit ihr gedieh.


Die Heimat hat mir Treue nicht gehalten,
sie gab sich ganz den bösen Trieben hin,
so kann ich nur ihr Traumbild noch gestalten,
der ich ihr trotzdem treu geblieben bin.


In ferner Fremde mal ich ihre Züge
zärtlich gedenkend mir mit Worten nah,
die Abendgiebel und die Schwalbenflüge
und alles Glück, das einst mir dort geschah.


Doch hier wird niemand meine Verse lesen,
ist nichts, was meiner Seele Sprache spricht;
ein deutscher Dichter bin ich einst gewesen,
jetzt ist mein Leben Spuk wie mein Gedicht.




(Quelle)

#451:  Autor: StickyWohnort: Am Arsch der Welt anstatt am Busen der Natur! BeitragVerfasst am: 01.07.2012, 21:12
    —
Wenn die Börsenkurse fallen
regt sich Kummer fast bei allen
aber manche blühen auf
ihr Rezept heißt Leerverkauf

Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben
treten selbst den Absturz los
den sie brauchen - echt famos

Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert

Wenn in Folge Banken krachen
haben Sparer nichts zu lachen
und die Hypothek aufs Haus
heißt, die Bewohner müssen raus

Trifft's hingegen große Banken
kommt die ganze Welt ins Wanken
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!

Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat
die Verluste kauft der Staat

Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand

Für die Zechen dieser Frechen
hat der kleine Mann zu blechen
und - das ist das Feine ja
nicht nur in Amerika!

Und wenn die Kurse wieder Steigen,
fängt von vorne an der Reigen -
ist halt Umverteilung pur
stets in eine Richtung nur.

Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht

#452:  Autor: DesperadoxWohnort: Hamburg BeitragVerfasst am: 01.07.2012, 22:18
    —
Besser als G.Grass. zwinkern

#453:  Autor: Tarvoc BeitragVerfasst am: 02.07.2012, 02:37
    —
Desperadox hat folgendes geschrieben:
Besser als G.Grass. zwinkern

Das ist ja auch nicht wirklich schwierig...

#454:  Autor: StickyWohnort: Am Arsch der Welt anstatt am Busen der Natur! BeitragVerfasst am: 05.07.2012, 18:50
    —
Jeder Traum

(von Louis Fürnberg)

Jeder Traum, an den ich mich verschwendet,
jeder Kampf, wo ich mich nicht geschont,
jeder Sonnenstrahl der mich geblendet,
alles hat am Ende sich gelohnt.

Jedes Feuer das mein Herz gefangen,
jede Sorge die mein Herz beschlich,
war's oft schwer so ist's ja doch gegangen,
Narben blieben, doch es lohnt sich.

Unser Leben ist nicht leicht zu tragen.
Nur wer fest sein Herz in Händen hält,
hat die Kraft zum Leben ja zu sagen
und zum Kampf für eine neue Welt.

Jeder Tag ist in mein Herz geschlossen,
der auch mich zu diesem Dienst beschied.
Was ich singe, sing' ich den Genossen.
Ihre Träume geh'n durch mein Lied.

Louis Fürnberg wurde 1909 geboren und schloß sich schon in den 20er Jahren der sozialistischen Jugendbewegung an. Während des Faschismus war er im politischen Untergriund aktiv. 1939 wurde er verhaftet, durch 13 Gefängnisse geschleppt und taub geschlagen. Nach seiner Flucht im gleichen Jahr blieb er bis 1946 in Jerusalem im Exil. Die Schrecken des Faschismus noch vor Augen schrieb er 1950 das Gedicht "Jeder Traum".

#455:  Autor: StickyWohnort: Am Arsch der Welt anstatt am Busen der Natur! BeitragVerfasst am: 14.08.2012, 09:23
    —
Der Henker

„Helft mir“, schrie der Henker,
„es war nicht meine Schuld.
Die Befehle kamen von oben.
Habt mit mir Geduld.

Ich war doch nur das Schräubchen
in der Riesenmaschinerie.
Es war nur meine Arbeit.
Ich dachte dabei nie.“

Aus der Menge rief einer:
„Der Mann hat wirklich recht.
Wir können ihn nicht strafen.
Er war doch nur ein Knecht.

Aber lassen wir ihn laufen:
Wer gibt die Garantie,
dass er nicht wieder zuschlägt?
Mit dem Henker leben? Nie!“

„Wir machen uns selbst zum Henker!“,
hört man jemand schrein,
„Wir sind kein Deut besser als er.
Ich sag zur Rache: Nein!“

Der nächste rief entrüstet:
„Aber wieviel hat er getötet?
Wie könnt ihr das vergessen?
Den Sand mit Blut gerötet…“

Und als sich alle stritten,
griff der Henker sein Beil im nu,
sah seine Chance gekommen
und schlug gleich wieder zu.

#456:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 18.08.2012, 04:36
    —
Gott gab uns nur einen Mund,
weil zwei Mäuler ungesund.
Mit dem einen Munde schon
schwatzt zuviel der Erdensohn.
Hat er jetzt das Maul voll Brei,
muß er schweigen unterdessen;
hätte er der Mäuler zwei,
löge er sogar beim Essen.

Heinrich Heine

#457:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 27.08.2012, 21:21
    —
Säh Blumen
mäh den Rasen
schnitze ein Tor
umhau einen Baum
pfeiff in die Wolken
schau in den Himmel
wach wenn sie schlafen
blick in die Sterne
und leb deinen Traum

#458:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 24.09.2012, 11:47
    —
Der Muselmann

Es war einmal ein Muselmann,
der trank sich einen Dusel an,
wann immer er nur kunnt.
Er rief dann stets das Muselweib,
wo es denn mit dem Fusel bleib,
denn Durst ist nicht gesund.
Und brachte sie die Pulle 'rein,
gefüllt mit süßem Muselwein,
dann trank er
und trank er,
hin sank er
als Kranker,
bis gottseidank er
unterm Tisch verschwund.

- Heinz Erhardt

#459:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 24.09.2012, 17:23
    —
Kinderlied

Auf der Alm,
da steht 'ne Kuh,
die macht ihr Auge
auf und zu.

Auf der Alm,
da steht ein Schwein,
das guckt der Kuh
ins Auge rein.

Da sprach die Kuh:
"Du dummes Schwein,
guck mir doch nicht
ins Auge rein!"

Da sprach das Schwein:
"Du dumme Kuh,
mach doch dein Auge
nicht auf und zu."

Es wird empfohlen, das Wort Auge durch ein anderes zu ersetzen, vorzugsweise durch jenes Wort, da mit A anfängt und mit ch aufhört. Kinder im Vorschul- und Grundschulalter lieben sowas sehr.

#460:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 24.09.2012, 18:06
    —
Oh ja. Da werden Erinnerungen wach. Lachen

#461:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 04.10.2012, 23:12
    —
eins von Böll,
Auszug aus:
"'sieben Jahre und zwanzig später' nach Ingeborg b. für annemarie C"
oder so...

vermine Deine Schwelle
verhärte Dein Herz
verschließ Deine Hände
schieß mich nieder
wenn ich heimkomm
und das Stichwort nicht weiß
lebe von BILD
zu BILD
von WELT zu WELT
denke nicht nach
und vergiß
daß du ein Mensch warst

#462:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 13.10.2012, 03:07
    —
Erinnerung an die Marie A.

1
An jenem Tag im blauen Mond September
Still unter einem jungen Pflaumenbaum
Da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe
In meinem Arm wie einen holden Traum.
Und über uns im schönen Sommerhimmel
War eine Wolke, die ich lange sah
Sie war sehr weiß und ungeheuer oben
Und als ich aufsah, war sie nimmer da.

2
Seit jenem Tag sind viele, viele Monde
Geschwommen still hinunter und vorbei
Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen
Und fragst du mich, was mit der Liebe sei?
So sag ich dir: Ich kann mich nicht erinnern.
Und doch, gewiß, ich weiß schon, was du meinst
Doch ihr Gesicht, das weiß ich wirklich nimmer
Ich weiß nur mehr: Ich küsste es dereinst.

3
Und auch den Kuss, ich hätt' ihn längst vergessen
Wenn nicht die Wolke da gewesen wär
Die weiß ich noch und werd ich immer wissen
Sie war sehr weiß und kam von oben her.
Die Pflaumenbäume blühn vielleicht noch immer
Und jene Frau hat jetzt vielleicht das siebte Kind
Doch jene Wolke blühte nur Minuten
Und als ich aufsah, schwand sie schon im Wind.[/i]


von Bertolt Brecht

...der Wikipedia-Artikel dazu übrigens einer aus der Reihe der exzellenten.

#463: Gute Unterhaltung Autor: UegoWohnort: MG BeitragVerfasst am: 13.10.2012, 07:37
    —
Gute Unterhaltung


Freundlich,

belanglose,

schleppende,

mit vielen
Worten
nichts
sagende
Unterhaltung

von H. U. Görs

#464:  Autor: pera BeitragVerfasst am: 13.10.2012, 09:54
    —
Es hat mein singen und mein sagen
mir meist nur kummer eingetragen.
Es hat mein sehnen und mein lieben
mich schwer in den ruin getrieben.
Und an mein seufzen und mein stöhnen
kann sich echt keine sau gewöhnen.

#465:  Autor: WilsonWohnort: Swift Tuttle BeitragVerfasst am: 15.10.2012, 14:16
    —
Miquel Martí Pol


DIE SCHÖPFUNG

I

Am ersten Tag betäubte uns der schreckliche
Lärm der Maschinen. Wir kämpften
um zu verstehen, was man uns sagte, und um Mittag,
als wir dann auf die Straße gingen, fanden wir
die verlorene Ruhe wieder.
Es war im Sommer, und erst vor kurzem
waren wir vierzehn geworden. Als Arbeiter
waren wir noch neu, ohne Galle und Mißtrauen.

II

Am zweiten Tage lernten wir den feierlichen
Rhythmus des Tagwerks. Langsam schmolz
unser Heimweh und schon bedienten wir uns
der Hände um zu verstehen. Draußen fiel
wie im Traum langsam der Regen.
Das hat man uns gesagt, als wir die Arbeit verließen,
und da lachten wir.

III

Am dritten Tage begriffen wir viele
nur halb verstandene Worte. Den tiefen Grund,
warum all jene leben, die einsam
und besiegt sind und die lastende
und quälende Verwirrung der Befehle.
Es war im Winter, und das matte Grau der Scheiben
sinterte Trauer.

IV

Am vierten Tage liebten wir ein Mädchen
hinter einem Lagerschuppen, bei fernem
und gedämpftem Lärme der Maschinen
als Hintergrundsmusik.
Es wehte heißer Wind. Sanft wie ein Schatten
schmiegte sie sich an. Am Abend
schien es als hätten wir die Hände voll
mit Nesseln oder Sand.

V

Am fünften Tage war es schon als seien wir
unter Maschinen geboren. Die Hände waren
so hart wie irgend Hände und wir schrien
lauter um ohne Scheu zu fluchen.
Auf der Straße war Sonne und das winzige
bißchen Himmel, das man am Fenster sah,
war ohne Sinn und fern wie eine Spiegelung der Luft.

VI

Am sechsten Tag war Zahltag.
Wir sind
Leute mit gesundem Urteil und glauben nicht,
daß unsere Welt durch Wunder zu retten sei.
Nun sind wir groß und sicher. Wir machen alle Dinge
mit derart finsterer Miene, daß es nicht scheint
als kämpften wir hartnäckig darum, daß diese Welt
verständlicher
und klarer läuft. Da gibt es Leute, die sehn uns an
wie man sich Narren ansieht. Und kurz darauf bücken
sie sich,
um denen, die sie prügeln, den Fuß zu lecken.

VII

Am siebten Tag war Sonntag, und wir ruhten aus
wie Gott befiehlt.

All das geschah, wenn ich nicht irre, im Juni
werden's neunzehnhundertvierundzwanzig
sehr lange Jahre.
Nichts: eine Kleinigkeit!



http://www.jbeilharz.de/katalan/marti-ged.htm

#466:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 29.10.2012, 06:22
    —
Überlass es der Zeit

Erscheint dir etwas unerhört,
bist du tiefsten Herzens empört,
bäume nicht auf, versuch's nicht mit Streit,
berühr es nicht, überlaß es der Zeit.
Am ersten Tag wirst du feige dich schelten,
am zweiten lässt du dein Schweigen schon gelten,
am dritten hast du's überwunden;
alles ist wichtig nur auf Stunden,
Ärger ist Zehrer und Lebensvergifter,
Zeit ist Balsam und Friedensstifter.


(Theodor Fontane)

#467:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 10.11.2012, 14:00
    —
DER MENSCHIST EIN FLÖTENBLÄSER
Jean Arp (1878-1966), Begründer des Dadaismus

Der Mensch ist ein Flötenbläser.
Der Mensch ist ein Leierspieler.
Der Mensch ist ein Tempelbauer:
Der Mensch ist aber auch ein mordgeiler Schwerterschmied.
Mit welch elementarer Geschäftstüchtigkeit sind in den
Gesängen des Homer die Ergebnisse der Schlächtereien aufgezählt.
Der Mensch ist eine schönheitstrunkene Spinne.
Der Mensch ist ein reißender Wolf, der Kuckuk ruft.
Der Mensch ist ein Bogenschütze, der Fingerhüte erlegt,
ein hoffnungslos vernagelter Mörder, ein Atompilzzüchter
mit Großvaterkäppchen auf dem Kopf, der alles bisher Erreichte
in den endgültigen Schatten stellen wird.
Der Mensch ist ein wauwaubellender Richer, eine vierfache Wurzel
vom unzureichenden Grund, die eine Unzahl Wetterfähnchen
auf ihrem Gipfel trägt, eine Onkel-Tom`s Hütte,
ein auf Schusters Rappen reitender Klöavierflügel.
Der Mensch ist aber vor allem die personifizierte lasterhafte Geschäftigkeit,
die wohl für immer das Sinnen und Beten verlernt hat.
Am Besten ist es, beim Anblick des Menschen Reißaus zu nehmen
und in die tiefsten, dunkelsten Spalten der Erde zu fliehen.
Aus seinen acht lockenumrahmten Öffnungen stößt der Mensch
unaufhörlich blauen Dunst, grauen Nebel, grauen Rauch aus.
Das Unsinnige, das Ungeheure, das Tobsüchtige
ist das Ziel seines Strebens. Der Mensch findet es natürlich,
das Unnatürliche zu begehren. Weil er keine Flügel hat,
will er Flügel haben und fliegen. Die Flügel haben es ihm besonders angetan.
Er fühlt sich gottähnlich, wenn er mit einem Kübel Benzin
unter seinem Hintern in den Himmel saust.
Der Mensch ist aber auch eine beseelte Knospe.
Der Mensch ist aber auch ein Dichter.
Der Mensch ist aber auch ein Heiliger,
ein regenbogenfarbener Engel.

#468:  Autor: pera BeitragVerfasst am: 10.11.2012, 17:13
    —
Wenn man das Original kennt ists noch besser:


#469:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 10.11.2012, 20:23
    —
ja, pera, du Scherzbold, wie kommst jetzt von Urdadaflötenbläser auf das?

Aber gut, sollte in diesem Fred nicht fehlen, hier die Simpsonsversion, die meiner unmaßgeblichen Meinung nach nicht einmal die schlechteste Übersetzung darstellt:


Das Lied von der Glocke
(von Friedrich von Schiller)

Mitternacht war’s schwarz und schaurig, lustlos saß ich träg und traurig
stöbernd in uralten Büchern, und die Augen wurden schwer
plötzlich hörte ich ein Scharren, und ein Klopfen und ein Knarren
deutlich von der Türe her, ein Besucher dacht ich jetzt noch
wo kommt der denn heut noch her
ja das dacht ich und nicht mehr


ach wie kalt fühl ich noch heute, die Dezembernacht ihr Leute
im Kamin die Flammenmeute, warf Gespenster rings umher
nutzlos der Versuch vor morgen, von den Büchern Trost zu Borgen
für die größte meiner Sorgen, ob Lenore ein Engel wär
ob Lenore die ich verloren, wiederum ein Engel wär
jetzt im Himmel hier nicht mehr


das Wispern von Gestalten, in den Purpurvorhangfalten
weckte Angst mir vor Gewalten, die ich nie gespürt vorher
Herz hör auf wie wild zu Schlagen, lass es dir noch einmal Sagen
ein Besuch ist für mich draußen, mich zu sehn ist sein begehr
das ist alles und nicht mehr


so verschwand mein banges Zagen, und ich konnte furchtlos Sagen
werter Herr verehrte Dame, bitte gleich und bittesehr
und verzeiht mir denn ich machte, grad ein Schläfchen und so sachte
das ich wohl nicht gleich erwachte, war ihr Klopfen dann vorher
und mit diesen Worten, riss ich weit die Tür auf
alles leer und gar nichts mehr


zu die Tür als ich erkannte, das mein Herz wie Feuer brannte
hört ich wieder dieses Pochen, etwas lauter als vorher
Schluss jetzt mit den Eskapaden, richtig ja der Fensterladen
nahm womöglich heute Schaden, dann kommt da das Pochen her
auf stieß ich das hohe Fenster, und wie rauschende Gespenster
flatterte ein stolzer Rabe, just aus alter Sage her
keinen Gruß keine Verbeugung, nicht die kleinste Gunstbezeugung
gleich mit hoheitsvoller Miene, flog hinauf zur Türe er
setzt sich auf die Pallasbüste, die dort thronte marmorschwer
flog und saß da und nicht mehr


etwas pflege alter Knabe, fehlt zu deinem Wohlgehabe
aber sag mir grimmer Rabe, Wanderer aus Plutos Sphär
sag mir welchen edlen schwarzen Namen gab man dir in Plutos Sphär
sprach der Rabe (friss meine shorts) nimmermehr


und dann schwebten durch die Lüfte, plötzlich wundersame Düfte
und Serafins Schritte klangen, aus des Raumes Tiefe her
Himmel rief ich sieh Gott sendet, einen Engel her und spendet
dir Vergessen und so endet, die Erinnerung an Lenore
trink o trink das freundliche Vergessen, setz nicht länger dich zur Wehr
sprach der Rabe nimmermehr


nein dies war dein Abschiedszeichen, Teufelsvogel ohne Gleichen
lass dich nicht mehr bei mir sehn, kehr zurück in Plutos Sphär
pack dich hörst du du sollst Fliegen, und lass keine Feder liegen
als Beweisstück der Intrigen, pack dich ohne Wiederkehr
friss nicht weiter mir am Herzen, pack dich ohne Wiederkehr
sprach der Rabe nimmermehr
friss nicht weiter mir am Herzen, pack dich ohne Wiederkehr
sprach der Rabe nimmermehr
und der Rabe er fliegt nimmer, sitzt noch immer sitzt noch immer
auf der bleichen Pallasbüste, überm Türsims wie vorher
in den bösen Blick verwoben, eines Dämons träume toben
und das Licht wirft mir den groben, rabenschwarzen Schatten her
es erhebt sich aus dem Schatten, aus dem Rabenschatten her
meine Seele nimmermehr.

#470:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 23.12.2012, 11:50
    —
Schillers Fritz hat folgendes geschrieben:
Sprüche des Confuzius


I

Dreifach ist der Schritt der Zeit:
Zögernd kommt die Zukunft hergezogen,
Pfeilschnell ist das Jetzt entflogen,
Ewig still steht die Vergangenheit.


Keine Ungeduld beflügelt
Ihren Schritt, wenn sie verweilt.
Keine Furcht, kein Zweifeln zügelt
Ihre Lauf, wenn sie enteilt.
Keine Reu', kein Zaubersegen
Kann die Stehende bewegen.


Möchtest du beglückt und weise
Endigen des Lebens Reise,
Nimm die Zögernde zum Rath,
Nicht zum Werkzeug deiner That.
Wähle nicht die Fliehende zum Freund,
Nicht die Bleibende zum Feind.


II

Dreifach ist des Raumes Maß:
Rastlos fort ohn Unterlaß
Strebt die Länge, fort ins Weite
Endlos gießet sich die Breite,
Grundlos senkt die Tiefe sich.



Dir ein Bild sind sie gegeben:
Rastlos vorwärts mußt du streben,
Nie ermüdet stille stehn,
Willst du die Vollendung sehn;
Mußt ins Breite dich entfalten,
Soll sich dir die Welt gestalten;
In die Tiefe mußt du steigen,
Soll sich dir das Wesen zeigen.
Nur Beharrung führt zum Ziel,
Nur die Fülle führt zur Klarheit,
Und im Abgrund wohnt die Wahrheit.

#471:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 24.12.2012, 10:25
    —
Murphy hat folgendes geschrieben:
Aber gut, sollte in diesem Fred nicht fehlen, hier die Simpsonsversion, die meiner unmaßgeblichen Meinung nach nicht einmal die schlechteste Übersetzung darstellt:


Das Lied von der Glocke
(von Friedrich von Schiller)

Mitternacht war’s schwarz und schaurig, lustlos saß ich träg und traurig
stöbernd in uralten Büchern, und die Augen wurden schwer
plötzlich hörte ich ein Scharren, und ein Klopfen und ein Knarren
deutlich von der Türe her, ein Besucher dacht ich jetzt noch
wo kommt der denn heut noch her
ja das dacht ich und nicht mehr


Also mit Schillers Glocke hat das nun überhaupt nichts zu tun. Meiner Vermutung nach handelt es sich hier um eine Parodie auf E.A.Poe's Gedicht "Der Rabe".
Wer kennt es genau? Ich hab's nur mal vor geraumer Zeit gehört.

#472:  Autor: HatioraWohnort: Frankfurt BeitragVerfasst am: 13.01.2013, 16:41
    —
*schubs

Als ich anläßlich zu Boomklevers Beitrag "Wo bin ich" nach Gott und Stadt gegoogelt habe, bin ich darüber gestolpert.

DER GOTT DER STADT (Georg Heym)

Auf einem Häuserblocke sitzt er breit.
Die Winde lagern schwarz um seine Stirn.
Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit
Die letzten Häuser in das Land verirrn.

Vom Abend glänzt der rote Bauch dem Baal,
Die großen Städte knieen um ihn her.
Der Kirchenglocken ungeheure Zahl
Wogt auf zu ihm aus schwarzer Türme Meer.

Wie Korybanten-Tanz dröhnt die Musik
Der Millionen durch die Straßen laut.
Der Schlote Rauch, die Wolken der Fabrik
Ziehn auf zu ihm, wie Duft von Weihrauch blaut.

Das Wetter schwält in seinen Augenbrauen.
Der dunkle Abend wird in Nacht betäubt.
Die Stürme flattern, die wie Geier schauen
Von seinem Haupthaar, das im Zorne sträubt.

Er streckt ins Dunkel seine Fleischerfaust.
Er schüttelt sie. Ein Meer von Feuer jagt
Durch eine Straße. Und der Glutqualm braust
Und frißt sie auf, bis spät der Morgen tagt.

#473:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 13.01.2013, 17:19
    —
Ich hasse solche Lyrik.
"Die letzten Häuser in das Land verirrn" Die Grammatik als Opfer des Versmaßes: "sich verirren". Aber so hat auch Goethe die Sprache in das Prokrustesbett des Versmaßes gespannt.
"Vom Abend glänzt der rote Bauch dem Baal,
Die großen Städte knieen um ihn her.
Der Kirchenglocken ungeheure Zahl
Wogt auf zu ihm aus schwarzer Türme Meer."
Bei allen Heidengöttern, was für ein Quatsch. Das muß man sich mal bildlich vorstellen, wie der rote Bauch glänzt und wie Städte knien und Kirchenglocken aufwogen.
"Korybanten"
Wer außer Wiki weiß, was das ist? Ehrlich!
"Er streckt ins Dunkel seine Fleischerfaust.
Er schüttelt sie."
Wen? Die Faust? Sieht im Dunkeln eh keiner...

#474:  Autor: pera BeitragVerfasst am: 13.01.2013, 17:46
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Ich hasse solche Lyrik.
"Die letzten Häuser in das Land verirrn" Die Grammatik als Opfer des Versmaßes: "sich verirren". Aber so hat auch Goethe die Sprache in das Prokrustesbett des Versmaßes gespannt.
"Vom Abend glänzt der rote Bauch dem Baal,
Die großen Städte knieen um ihn her.
Der Kirchenglocken ungeheure Zahl
Wogt auf zu ihm aus schwarzer Türme Meer."
Bei allen Heidengöttern, was für ein Quatsch. Das muß man sich mal bildlich vorstellen, wie der rote Bauch glänzt und wie Städte knien und Kirchenglocken aufwogen.
"Korybanten"
Wer außer Wiki weiß, was das ist? Ehrlich!
"Er streckt ins Dunkel seine Fleischerfaust.
Er schüttelt sie."
Wen? Die Faust? Sieht im Dunkeln eh keiner...


Das ist expressionistische Lyrik. Muss, wie jede Kunst, nicht jedem gefallen. Ist auch nicht mehr aktuell.
Benn, Lichtenstein, Trakl und viele andere haben sich auch darin betätigt.

#475:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 14.01.2013, 12:39
    —
"...glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, es müsse sich dabei doch auch was denken lassen...." (Goethe)

#476:  Autor: HatioraWohnort: Frankfurt BeitragVerfasst am: 14.01.2013, 18:39
    —
pera hat folgendes geschrieben:

Das ist expressionistische Lyrik. Muss, wie jede Kunst, nicht jedem gefallen. Ist auch nicht mehr aktuell.
Benn, Lichtenstein, Trakl und viele andere haben sich auch darin betätigt.


Tja, die arme Kunst und das Verfallsdatum.

Heute liest man ja auch keinen Jules Verne mehr, wozu auch, alles schon im Kino.

Ich mag van Gogh, Georg Grosz und wie sie alle heißen heute noch.

#477:  Autor: HatioraWohnort: Frankfurt BeitragVerfasst am: 16.01.2013, 12:42
    —
Kaum hatte ich den Satz gesagt, tat es mir auch schon wieder leid.
Er war um vieles zu gewagt und fegte Deine Heiterkeit
hinweg wie einen Schleier.

(meins)

#478:  Autor: pera BeitragVerfasst am: 16.01.2013, 18:42
    —
Hatiora hat folgendes geschrieben:
Kaum hatte ich den Satz gesagt, tat es mir auch schon wieder leid.
Er war um vieles zu gewagt und fegte Deine Heiterkeit
hinweg wie einen Schleier.

(meins)


Hinweg wie einen Schleier, ok.
Wenn sich die letzte Zeile auch noch reimte, würde es mir besser gefallen:

Kaum hatte ich den Satz gesagt,
da tat es mir schon wieder leid.
Er war um vieles zu gewagt
und fegte Deine Heiterkeit
hinweg wie Laub zur Winterzeit.

Oder so. Nicht falsch verstehen, ich will dich nicht verbessern. skeptisch

#479:  Autor: HatioraWohnort: Frankfurt BeitragVerfasst am: 16.01.2013, 18:55
    —
pera hat folgendes geschrieben:
Hatiora hat folgendes geschrieben:
Kaum hatte ich den Satz gesagt, tat es mir auch schon wieder leid.
Er war um vieles zu gewagt und fegte Deine Heiterkeit
hinweg wie einen Schleier.

(meins)


Hinweg wie einen Schleier, ok.
Wenn sich die letzte Zeile auch noch reimte, würde es mir besser gefallen:

Kaum hatte ich den Satz gesagt,
da tat es mir schon wieder leid.
Er war um vieles zu gewagt
und fegte Deine Heiterkeit
hinweg wie Laub zur Winterzeit.

Oder so. Nicht falsch verstehen, ich will dich nicht verbessern. skeptisch


Das soll sich nicht reimen. Der letzte Vers ist der Bruch, der versinnbildlicht, wie das Gespräch etwa durch eine unbedachte Bemerkung abbricht, wie das Gegenüber sich abwendet.

Da fällt mir ein Witz ein:

Zwei Schwaben stehen auf der Neckarbrücke und wollen dichten. Sagt der eine:
"Ich stehe auf der Neckarbrück
und spuck dem Fischer ins Genick"
Der andere:
"Ich stehe auf der Neckarbück
und und steck mir den Finger in den Arsch"
Darauf der Erste:
"Des reimt sich net"
Der andere:
"Aber es dichtet"

zwinkern

#480:  Autor: astarte BeitragVerfasst am: 16.01.2013, 19:11
    —
Lachen

#481:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 17.02.2013, 17:10
    —
Der gute Kamerad

von

Ludwig Thoma


Ich hatt’ einen Kameraden,
Einen bessern findst du nit.
Die Trommel schlug zum Streite,
Er ging an meiner Seite
In gleichem Schritt und Tritt.

Eine Kugel kam geflogen,
Gilt’s mir oder gilt es dir?
Ihn hat es weggerissen,
Er liegt mir vor den Füßen,
Als wär’s ein Stück von mir.

Will mir die Hand noch reichen,
Derweil ich eben lad.
Kann dir die Hand nicht geben,
Bleib du im ew’gen Leben
Mein guter Kamerad!

#482:  Autor: pera BeitragVerfasst am: 17.02.2013, 18:36
    —
@murphy

Deswegen:

... und ich rat euch brüder alle
folgt nicht der trommel ton
und dem trompetenschalle
sonst kriegt ihr meinen lohn ...

#483:  Autor: astarte BeitragVerfasst am: 17.02.2013, 18:42
    —
Oder:
"Und wenn da einer von Ehre, Stolz und Pflicht,
Von Vaterland und Gehorsam spricht,
Füchschen, glaub ihm nicht!"

Reinhard Mey: Füchschen

#484:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 18.02.2013, 08:53
    —
@ pera & astarte: Daumen hoch!


Doktrin

von

Heine Heinrich


Schlage die Trommel und fürchte dich nicht,
Und küsse die Marketenderin!
Das ist die ganze Wissenschaft,
Das ist der Bücher tiefster Sinn.

Trommle die Leute aus dem Schlaf,
Trommle Reveille mit Jugendkraft,
Marschiere trommelnd immer voran,
Das ist die ganze Wissenschaft.

Das ist die Hegelsche Philosophie,
Das ist der Bücher tiefster Sinn!
Ich hab sie begriffen, weil ich gescheit,
Und weil ich ein guter Tambour bin.

#485:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 18.02.2013, 10:54
    —
Zitat:
Eine Kugel kam geflogen,
Gilt’s mir oder gilt es dir?
Ihn hat es weggerissen,
Er liegt mir vor den Füßen,
Als wär’s ein Stück von mir.


Das Lied habe ich schon im Kindergarten lernen und singen müssen. Und dann in der Schule kam es auch immer wieder. Aber da sangen wir Schulbuben dann gern:
Er liegt mir vor den Füßen,
Als wär’s ein Stück Papier.

Es war mir allerdings neu, daß das von Ludwig Thoma stammt. Das kommt davon, daß ich nie seine Gedichte gelesen habe, sondern nur seine Prosa-Werke.

#486:  Autor: HatioraWohnort: Frankfurt BeitragVerfasst am: 18.02.2013, 20:12
    —
Zitat:
Jubel, Trubel, Heiterkeit!
Seid zur Heiterkeit bereit,
mein Name ist Hase, ich weiß Bescheid!
Wer eine schöne Stunde verschenkt,
weil er an Ärger von gestern denkt,
oder an Sorgen von morgen, der tut mir leid!
Mein Name ist Hase, ich weiß Bescheid!


Son Stuß kann ich mir mehr als 25 Jahre merken...

#487:  Autor: katholischWohnort: Marktl BeitragVerfasst am: 18.02.2013, 20:15
    —
ein ganz modernes Gedicht (nicht für jederman verständlich, aber so ist das eben bei moderner Kunst manchmal)





ich bin katholisch.
es ist für mich auch ganz normal.
momentan sind wir ja in aller munde.
und augen und ohren.
naja, momentan sind wir sehr weltbewegend.
darauf bin ich sogar ein glitzekleinwenig nicht unstolz.
als katholik.







(nur für fortgeschrittene, aufgeschlossene, weltoffene freigeistige zeigenossen verständlich)

#488:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 19.02.2013, 10:24
    —
Ich bin klein, mein Herz ist rein,
soll niemand drin wohnen, als ich allein.
Und auch Krambambuli, unser kleiner Wellensittich.
Und es soll auch drin wohnen Abraham Lincoln, der die Neger befreit hat...
Und die vielen, vielen kleinen Chinesen.


(Tante Bethany)

#489:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 19.02.2013, 11:09
    —
Ich bin klein,
mein Herz ist rein,
mein Popo ist schmutzig -
ist das nicht putzig?

Zitat:
nur für fortgeschrittene, aufgeschlossene, weltoffene freigeistige zeigenossen verständlich

also keinesfalls für Katholiken.
Uralte Masche, mein Lieber: Wer da sagt, das verstehe ich nicht, wird als doof abgestempelt. Das macht man schon lange in allen Bereichen der modernen Kunst. Beschrieben ist dieses Verfahren bei Hans Christian Andersen in der Geschichte von "Des Kaisers neue Kleider".
Hier machst du dich damit nur lächerlich.
Möööönsch:
"fortgeschrittene, aufgeschlossene, weltoffene freigeistige Katholiken"
ich lach mich weg! Der Witz des Tages!

#490:  Autor: vrolijkeWohnort: Stuttgart BeitragVerfasst am: 19.02.2013, 11:55
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:

Uralte Masche, mein Lieber: Wer da sagt, das verstehe ich nicht, wird als doof abgestempelt. Das macht man schon lange in allen Bereichen der modernen Kunst. Beschrieben ist dieses Verfahren bei Hans Christian Andersen in der Geschichte von "Des Kaisers neue Kleider".


Ausgemachte Blödsinn.

Korrekt: "wer nicht fragt bleibt dumm".

Und die "so tun alsob Versteher", sind die größte Pest.

#491:  Autor: katholischWohnort: Marktl BeitragVerfasst am: 19.02.2013, 16:37
    —
Und am Ende der Straße steht ein Haus am See
Orangenbaumblätter liegen auf dem Weg
Ich hab 20 Kinder meine Frau ist schön
Alle kommen vorbei ich brauch nie raus zu gehn
Mein Haus am See.



das gefällt mir auch von Peter Fox...oder wie er im Orignial heisst. Ich überlasse al Alhi....da ausführende Worte über Verständnis etc. hinzuzufügen.

#492:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 19.02.2013, 18:08
    —
katholisch hat folgendes geschrieben:
Und am Ende der Straße steht ein Haus am See
Orangenbaumblätter liegen auf dem Weg
Ich hab 20 Kinder meine Frau ist schön
Alle kommen vorbei ich brauch nie raus zu gehn
Mein Haus am See.



das gefällt mir auch von Peter Fox...oder wie er im Orignial heisst. Ich überlasse al Alhi....da ausführende Worte über Verständnis etc. hinzuzufügen.

Die wievielte Frau ist das wohl? Zwanzig Kinder - muß wohl ein Katholik sein.

#493:  Autor: katholischWohnort: Marktl BeitragVerfasst am: 19.02.2013, 18:15
    —
...100 Enkel spielen Kriket auf dem Rasen...so geht der Liedertext weiter. Musst du aber diesbezüglich den Peter Foxx fragen.

#494:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 19.02.2013, 18:23
    —
katholisch hat folgendes geschrieben:
...100 Enkel spielen Kriket auf dem Rasen...so geht der Liedertext weiter. Musst du aber diesbezüglich den Peter Foxx fragen.

Kein Wunder, daß wir mit dem Bevölkerungszuwachs nicht fertig werden.

#495:  Autor: katholischWohnort: Marktl BeitragVerfasst am: 19.02.2013, 18:25
    —
naja, der Peter Foxx wohnt ja in Berlin. Gibs dort einen See? oder in der Nähe...?; also - für die Pensionszahlungssysteme sind seine 100 Enkerln dann ja nicht so schlecht. aber - musst du den Peter Foxx nach näherem fragen, ich hab ihn nur zitiert.

#496:  Autor: HatioraWohnort: Frankfurt BeitragVerfasst am: 19.02.2013, 19:01
    —
Murphy hat folgendes geschrieben:
Ich bin klein, mein Herz ist rein,
soll niemand drin wohnen, als ich allein.
Und auch Krambambuli, unser kleiner Wellensittich.
Und es soll auch drin wohnen Abraham Lincoln, der die Neger befreit hat...
Und die vielen, vielen kleinen Chinesen.


(Tante Bethany)


Ich liebe es... Der Film ist ein Meilenstein....

(und nein, von mir aus können die Neger im Text drin bleiben, das gehört zum Kontext)

#497:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 20.02.2013, 11:45
    —
Hatiora hat folgendes geschrieben:
Murphy hat folgendes geschrieben:
Ich bin klein, mein Herz ist rein,
soll niemand drin wohnen, als ich allein.
Und auch Krambambuli, unser kleiner Wellensittich.
Und es soll auch drin wohnen Abraham Lincoln, der die Neger befreit hat...
Und die vielen, vielen kleinen Chinesen.


(Tante Bethany)


Ich liebe es... Der Film ist ein Meilenstein....

(und nein, von mir aus können die Neger im Text drin bleiben, das gehört zum Kontext)

Na klar doch. Denn damals waren die Neger ganz andere Neger als die Neger heute.

#498:  Autor: StickyWohnort: Am Arsch der Welt anstatt am Busen der Natur! BeitragVerfasst am: 20.02.2013, 11:55
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Hatiora hat folgendes geschrieben:
Murphy hat folgendes geschrieben:
Ich bin klein, mein Herz ist rein,
soll niemand drin wohnen, als ich allein.
Und auch Krambambuli, unser kleiner Wellensittich.
Und es soll auch drin wohnen Abraham Lincoln, der die Neger befreit hat...
Und die vielen, vielen kleinen Chinesen.


(Tante Bethany)


Ich liebe es... Der Film ist ein Meilenstein....

(und nein, von mir aus können die Neger im Text drin bleiben, das gehört zum Kontext)

Na klar doch. Denn damals waren die Neger ganz andere Neger als die Neger heute.


Kennst du überhaupt den Film? "Schöne Bescherung" mit Chevy Chase und Beverlery deAngelo als "Griswolds"...

#499:  Autor: WilsonWohnort: Swift Tuttle BeitragVerfasst am: 20.02.2013, 12:00
    —
'Zwölf' - Kurt Schwitters

Eins Zwei Drei Vier Fünf
Fünf Vier Drei Zwei Eins
Zwei Drei Vier Fünf Sechs
Sechs Fünf Vier Drei Zwei
Sieben Sieben Sieben Sieben Sieben
Acht Eins
Neun Eins
Zehn Eins
Elf Eins
Zehn Neun Acht Sieben Sechs
Fünf Vier Drei Zwei Eins

#500:  Autor: katholischWohnort: Marktl BeitragVerfasst am: 21.02.2013, 12:35
    —
...da passen noch zwei andere gut dazu:

eins zwei drei vier fünf sechs sieben acht!
Augen auf ich komme!

(von Oomph!)


und

Eins
zwei
drei
vier
fünf
sechs
sieben
acht
neun
aus!
Hier kommt die Sonne!

von Rammstein


beide auf dem neuen Heinoalbum zum Mitzählen drauf.

#501:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 21.02.2013, 19:41
    —
Zum mitzählen?
Er zählt die Häupter seiner Lieben,
und siehe da, es waren sieben.
Da zählt er nochmal mit Bedacht,
ja schau, auf einmal sind es acht.
Er denkt nanu, das kann nicht sein,
er zählt sie wieder, da sind's neun.
Wie kann denn dieses nur geschehn?
Er zählt erneut, jetzt sind es zehn.
Da ist ja wirklich wie verhext,
er zählt nochmal, ja, es sind sechs.

von mir

#502:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 21.02.2013, 19:55
    —
Der erste Mai,
die Straße frei,
nieder mit der Polizei.

Fiel mir nur gerade so ein. Sehr glücklich

#503:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 08.03.2013, 08:12
    —
bald werden die Brunnen wieder eingeschaltet, das folgende Gedicht von C.F.Meyer war früher mein Lieblingsgedicht:


Der römische Brunnen
(7. Version, 1882)

Aufsteigt der Strahl und fallend gießt
Er voll der Marmorschale Rund,
Die, sich verschleiernd, überfließt
In einer zweiten Schale Grund;
Die zweite gibt, sie wird zu reich,
Der dritten wallend ihre Flut,
Und jede nimmt und gibt zugleich
Und strömt und ruht.

#504:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 08.03.2013, 11:41
    —
Ist wirklich gut, find ich klasse.
Ich habe übrigens schon hin und wieder Brunnen gesehen, auf die dieses Gedicht zutrifft. Dummerweise aber waren diese Brunnen ebenso häßlich wie das Gedicht schön ist.

#505:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 09.03.2013, 08:38
    —
Dasda hat mir auch immer sehr gut gefallen:

Der Handschuh

von Friedrich Schiller


Vor seinem Löwengarten,
Das Kampfspiel zu erwarten,
Saß König Franz,
Und um ihn die Großen der Krone,
Und rings auf hohem Balkone
Die Damen in schönem Kranz.

Und wie er winkt mit dem Finger,
Auf tut sich der weite Zwinger,
Und hinein mit bedächtigem Schritt
Ein Löwe tritt
Und sieht sich stumm
Rings um,
Mit langem Gähnen,
Und schüttelt die Mähnen
Und streckt die Glieder
Und legt sich nieder.

Und der König winkt wieder,
Da öffnet sich behend
Ein zweites Tor,
Daraus rennt
Mit wildem Sprunge
Ein Tiger hervor.
Wie der den Löwen erschaut,
Brüllt er laut,
schlägt mit dem Schweif
Einen furchtbaren Reif
Und recket die Zunge,
Und im Kreise scheu
Umgeht er den Leu
Grimmig schnurrend;
Drauf streckt er sich murrend
Zur Seite nieder.

Und der König winkt wieder,
Da speit das doppelt geöffnete Haus
Zwei Leoparden auf einmal aus,
Die stürzen mit mutiger Kampfbegier
Auf das Tigertier;
Das packt sie mit seinen grimmigen Tatzen,
Und der Leu mit Gebrüll
richtet sich auf – da wird’s still,
Und herum im Kreis,
Von Mordsucht heiß,
Lagern sich die greulichen Katzen.

Da fällt von des Altans Rand
Ein Handschuh von schöner Hand
Zwischen den Tiger und den Leun
Mitten hinein.

Und zu Ritter Delorges spottender Weis’
Wendet sich Fräulein Kunigund:
„Herr Ritter, ist Eure Lieb’ so heiß,
wie Ihr mir’s schwört zu jeder Stund,
Ei, so hebt mir den Handschuh auf.“

Und der Ritter in schnellem Lauf
Steigt hinab in den furchtbaren Zwinger
Mit festem Schritte,
Und aus der Ungeheuer Mitte
Nimmt er den Handschuh mit keckem Finger.

Und mit Erstaunen und mit Grauen
Sehen’s die Ritter und Edelfrauen,
Und gelassen bringt er den Handschuh zurück.
Da schallt ihm sein Lob aus jedem Munde,
Aber mit zärtlichem Liebesblick –
Er verheißt ihm sein nahes Glück –
Empfängt ihn Fräulein Kunigunde.
Und er wirft ihr den Handschuh ins Gesicht:
„Den Dank, Dame, begehr ich nicht“,
Und verlässt sie zur selben Stunde.

#506:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 09.03.2013, 11:57
    —
Ja, Schillers Balladen sind schön. Schade nur, daß man sie gebraucht, um Kinder zu foltern, indem man sie zwingt, diese Dinger auswendig zu lernen. Mit mir hat man das auch gemacht. Sowas sollte als Kindesmißhandlung verfolgt werden.

#507:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 14.03.2013, 10:41
    —
Ein Rabe geht im Feld spazieren
Da fällt der Weizen um.


(Helge Schneider)

#508:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 14.03.2013, 10:45
    —
Murphy hat folgendes geschrieben:
Ein Rabe geht im Feld spazieren
Da fällt der Weizen um.


(Helge Schneider)


Aber heute ist doch gar nicht Muttertag. Nein, so geht das nicht!

#509:  Autor: narr BeitragVerfasst am: 14.03.2013, 10:51
    —
vielleicht gabs das schon aber imo gut genug für nochmal:

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf –. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.


Der Panther (Im Jardin des Plantes, Paris), Rainer Maria Rilke

#510:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 03.04.2013, 07:16
    —
Hatten wir das schon? William Blake in einem Brief an Thomas Butts:

Oh why was I born with a different face?
Why was I not born like the rest of my race?
When I look, each one starts; when I speak, I offend;
Then I’m silent and passive, and lose every friend.

Then my verse I dishonour, my pictures despise,
My person degrade, and my temper chastise;
And the pen is my terror, the pencil my shame;
All my talents I bury, and dead is my fame.
...



oder noch eins, aus 'Auguries of Innocence':


Every night, and every morn,
Some to misery are born.
Every morn, and every night,
Some are born to sweet delight.
Some are born to sweet delight.
Some are born to endless night.


die Jim Jarmush-Fans unter euch werdens kennen! zwinkern

#511:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 07.04.2013, 08:49
    —
Warum die Zitronen sauer wurden

von

Heinz Erhardt


Ich muss das wirklich mal betonen:
Ganz früher waren die Zitronen
(ich weiß nur nicht genau mehr, wann dies
gewesen ist) so süß wie Kandis.

Bis sie einst sprachen: 'Wir Zitronen,
wir wollen groß sein wie Melonen!
Auch finden wir das Gelb abscheulich,
wir wollen rot sein oder bläulich!'

Gott hörte oben die Beschwerden
und sagte: 'Daraus kann nichts werden!
Ihr müsst so bleiben! Ich bedauer!'
Da wurden die Zitronen sauer...

#512:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 10.04.2013, 16:24
    —
Was ich gut finde

von

Al Bundy


Wenn Titten durch die Gegend wabern,
und ich Geld gewinne bei den Trabern,
das find ich gut.

Wenn der Mustang-Motor anspringt,
und der Beischlaf mal nicht misslingt,
das find ich gut.

Wenn das alles Episoden,
und die Frau ist unterm Boden,
das find ich gut.

Wenn wir noch weiterspielen, seh' ich rot,
und schlag euch alle tot,
bei Gott das schwör ich. *heul*

#513:  Autor: katholischWohnort: Marktl BeitragVerfasst am: 10.04.2013, 17:23
    —
so aus der Erinnerung bisserl, weils unlängst passend gewesen wäre und doch nicht so richtig gepasst hat:

Vom Eise befreit sind Wald und Bäche duch des Frühlings holden belebenden Blick.Vom Acker wehen ....Winde her und tauen die Schneereste leer....

die Glocken klingen die Vögel singen...


weiter weiß ichs nicht.

wie gesagt, hätte gepasst eigentlich und war doch nicht so. Beim Osterspaziergang heuer.

#514:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 11.04.2013, 10:13
    —
Wenn der Schnee schmilzt
und der Fuß pilzt,
wenn es allerorten
schon riecht aus den Aborten,
dann lieber Freund
so glaube mir
steht der Frühling vor der Tür.

Anmerkung: Warum der doofe Hund so lange vor der Tür stehen bleibt, statt endlich reinzukommen verstehe ich auch nicht.

#515:  Autor: pera BeitragVerfasst am: 20.04.2013, 19:57
    —
An alle Fraun, die ich je begehrt,
doch auch an jene, die sich mir verwehrt:
Ihr wart es wert, ihr wart es wert.

An alle, welche mich jemals geküsst,
und alle, die mir je die Nacht versüßt,
selbst wenn ich fürchterlich gebüsst:

Ihr wart es wert, ihr wart es wert,
darum gedenke ich euch zärt-
lich und nicht dem schwarzen Pferd.

Das schwarze Pferd war auch der Hit
mit dem ich nächtens zu euch ritt
nie tat es einen falschen Tritt.

Nun gut, sei auch dem Pferd gedankt
mit dem ich einst zu euch gelangt,
doch mehr hat mich nach euch verlangt.

Echt.

#516:  Autor: pera BeitragVerfasst am: 21.04.2013, 20:10
    —
Trink mit mir von allen Freudenarten!
Weh- und Wermut wachsen jetzt von selber
auch der Apfel wird schon immer gelber,
wenn er reif ist, steht der Tod im Garten.

Oh, wir werden sie verzückt verzehren,
Tod und Apfel und die schwarzen Kerne -
doch das Feuer unsrer Hungersterne
wird das Erdblut töten und vermehren.

Christine Lavant

#517:  Autor: Kerzenlicht BeitragVerfasst am: 22.04.2013, 00:40
    —
Mein Lieblingsdichter
Heinrich Heine


Mensch, verspotte nicht den Teufel,
Kurz ist ja die Lebensbahn,
Und die ewige Verdammnis
Ist kein bloßer Pöbelwahn.

Mensch, bezahle deine Schulden,
Lang ist ja die Lebensbahn,
Und du mußt noch einmal borgen,
Wie du es so oft getan.

#518:  Autor: WilsonWohnort: Swift Tuttle BeitragVerfasst am: 27.04.2013, 11:58
    —
ja und zwar wohl was neues von houellebecq:
http://www.zeit.de/2013/17/lyrik-michel-houellebecq-configuraion-du-dernier-rivage/seite-2


Zitat:

Die Männer

Die Männer wollen sich nur den Schwanz lutschen lassen
So viele Stunden am Tag wie möglich

von so vielen schönen Mädchen wie möglich.

Abgesehen davon interessieren sie sich für technische Probleme.

Ist das hinreichend klar?




Zitat:
Noch immer gibt es die drastische Misogynie Houellebecqs, der junge Mädchen als eine Promesse de bonheur sur deux pattes (ein Glücksversprechen auf zwei Pfoten) bezeichnet, die furchtbar stolz seien auf leurs jeunes organes (ihre jungen Organe). Und noch immer setzt er dieses aggressive Gleichheitszeichen zwischen den Menschen (französisch Mensch=Mann) und seine Primärtriebe:

Lachen

#519:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 20.05.2013, 09:13
    —
Das ist das Verhängnis
zwischen Empfängnis
und Leichenbegängnis
nichts als Bedrängnis.


(Erich Kästner)

#520:  Autor: WilsonWohnort: Swift Tuttle BeitragVerfasst am: 06.06.2013, 11:26
    —
Ihr Anteil

Die Toten teilen nichts mit einem.
Obwohl sie uns die Hände reichen
Vom Grab aus (ich schwör
Sie tun's) reichen sie
Nicht ihre Herzen Dir.
Sie reichen ihre Köpfe,
den teil, der dich anstarrt.
(Stan Rice)

#521:  Autor: pera BeitragVerfasst am: 06.06.2013, 17:58
    —
Do not go gentle into that good night,
Old age should burn and rave at close of day;
Rage, rage against the dying of the light.

Though wise men at their end know dark is right,
Because their words had forked no lightning they
Do not go gentle into that good night.

Good men, the last wave by, crying how bright
Their frail deeds might have danced in a green bay,
Rage, rage against the dying of the light.

Wild men who caught and sang the sun in flight,
And learn, too late, they grieved it on its way,
Do not go gentle into that good night.

Grave men, near death, who see with blinding sight
Blind eyes could blaze like meteors and be gay,
Rage, rage against the dying of the light.

And you, my father, there on the sad height,
Curse, bless, me now with your fierce tears, I pray.
Do not go gentle into that good night.
Rage, rage against the dying of the light.

Dylon Thomas

#522:  Autor: Waschmaschine777 BeitragVerfasst am: 06.06.2013, 21:07
    —
Fickgewinsel

Bitches, Bitches, Bitches,
ich ficke eure Arschlöcherinnen,
meine Schwänzin stecke ich euch
rein, rein, rein.
Lustgrunzend und sabbernd.

von Detlef Pippel

#523:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 07.06.2013, 03:16
    —
Das trunkne Lied

O Mensch! Gib acht!
Was spricht die tiefe Mitternacht?
"Ich schlief, ich schlief -,
aus tiefem Traum bin ich erwacht: -
Die Welt ist tief,
Und tiefer als der Tag gedacht.
Tief ist ihr Weh -,
Lust - tiefer noch als Herzeleid:
Weh spricht: Vergeh!
Doch alle Lust will Ewigkeit -,
will tiefe, tiefe Ewigkeit!"


Friedrich Nietzsche

#524:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 07.06.2013, 09:48
    —
Wilson hat folgendes geschrieben:
Ihr Anteil

Die Toten teilen nichts mit einem.
Obwohl sie uns die Hände reichen
Vom Grab aus (ich schwör
Sie tun's) reichen sie
Nicht ihre Herzen Dir.
Sie reichen ihre Köpfe,
den teil, der dich anstarrt.
(Stan Rice)

Also ich habe noch nie einen irgendwo aus dem Grab rausgucken sehen.

#525:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 07.06.2013, 09:52
    —
Waschmaschine777 hat folgendes geschrieben:
Fickgewinsel

Bitches, Bitches, Bitches,
ich ficke eure Arschlöcherinnen,
meine Schwänzin stecke ich euch
rein, rein, rein.
Lustgrunzend und sabbernd.

von Detlef Pippel

de gustibus non est discutandem

#526:  Autor: WilsonWohnort: Swift Tuttle BeitragVerfasst am: 03.07.2013, 09:42
    —
zum heutigen 130. f. kafkas

soll von ihm sein:

Aus dem Grunde

Aus dem Grunde
der Ermattung
steigen wir
mit neuen Kräften

Dunkle Herren
welche warten
bis die Kinder
sich entkräften

#527:  Autor: AyersWohnort: im Westen BeitragVerfasst am: 03.07.2013, 10:06
    —
"Wenn ich liebe, seh' ich Sterne,
ist's vorbei, war's nur der Mond,
ach, es war nur die Laterne,
trotzdem hat es sich gelohnt".

(Julie Schrader)

ayers

#528:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 03.07.2013, 18:19
    —
Wilson hat folgendes geschrieben:
zum heutigen 130. f. kafkas

soll von ihm sein:

Aus dem Grunde

Aus dem Grunde
der Ermattung
steigen wir
mit neuen Kräften

Dunkle Herren
welche warten
bis die Kinder
sich entkräften

Zwischen gaga und dada.

#529:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 25.07.2013, 09:50
    —
...
"Du sitzt hier rum. Geh doch mal ins Theater!
Es wird nicht besser durch die Sauferei!"
Er springt vom Hocker wie ein böser Kater:
"Da war ich doch, in Madam Butterfly.
Geh ahnungslos da rein. Mich laust der Affe.
Die singen bloß! Drei Stunden lang Geschrei!
Ich sage dir, das Stück ist eine Schaffe!
Du sitzt da drin und wirst verrückt dabei.
Nicht mal ein Komiker mit ein paar Witzen,
und du verstehst ja nicht was da passiert.
Da läßt ein Ami scheinbar eine sitzen,
so viel hab ich zur Not dann noch kapiert.
Warum muß man in Opern alles singen?
Das hält doch auf. Zehn Pferde werden mich
nicht noch einmal in solchen Blödsinn bringen.
Und was da rumsitzt ist ja fürchterlich.
Die sind ganz weg. Und ein paar alte Ziegen,
das glaubst du nicht, die heulten regelrecht.
Nee, im Theater will ich mich vergnügen,
bei diesem Käse wird mir einfach schlecht...

Fragment aus einem Gedicht von Robert T. Odemann

#530:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 27.07.2013, 15:54
    —
Die Sonne scheint mir auf den Penis -
scheen is.

#531:  Autor: fwoWohnort: im Speckgürtel BeitragVerfasst am: 27.07.2013, 18:19
    —
Murphy hat folgendes geschrieben:
Die Sonne scheint mir auf den Penis -
scheen is.

Sehr glücklich Ich habe diesen netten Zweizeiler 1974 das erste mal gehört.

fwo

#532:  Autor: AdvocatusDiaboli BeitragVerfasst am: 27.07.2013, 18:21
    —
fwo hat folgendes geschrieben:
Murphy hat folgendes geschrieben:
Die Sonne scheint mir auf den Penis -
scheen is.

Sehr glücklich Ich habe diesen netten Zweizeiler 1974 das erste mal gehört.

fwo


Verbrennt die Sonne den Penis -
weeeeh is.

#533:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 27.07.2013, 18:22
    —
Von einer Postkarte, die mir mein Opa gestern zeigte:

Jägers Klage

In meinen jungen Jahren,
Da ging ich oft zum Wald,
Die Schnepfe dort zu jagen -
Wie hab' ich da geknallt!

Wie stieß ich gern und mächtig
Den Ladstock in den Lauf!
Wie stand der Hund so prächtig,
Wenn's auf die Sau ging drauf!

Jetzt hängt die Jägertasche,
Die Schnalle bleibt nun zu!
Leer bleibt die Pulverflasche,
Der Hahn hat gute Ruh'!

Die Jagd, sie ist geschlossen,
Verrostet ist´s Gewehr -
Das Pulver ist verschossen,
Der Hund, der steht nicht mehr!

#534:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 28.07.2013, 10:20
    —
fwo hat folgendes geschrieben:
Murphy hat folgendes geschrieben:
Die Sonne scheint mir auf den Penis -
scheen is.

Sehr glücklich Ich habe diesen netten Zweizeiler 1974 das erste mal gehört.

fwo

Ja, so ungefähr. Aber ich hörte ihn als Sechszeiler:
Die Sonne scheint mir auf den Bauch.
Das soll sie auch.
Die Sonne scheint mir auf den Stiel.
Dunnerkiel.
Die Sonne scheint mir auf den Penis.
Scheen is.

Auch lustig:
Sonnenschein und keine Mücken,
hohes Gras und nichts zu lesen...

#535:  Autor: pera BeitragVerfasst am: 09.08.2013, 19:13
    —
Vater, mein Vater!
Ja, mein Sohn, was ist?
Vater, mein Vater!
Wie werde ich Rassist?

Nun - ein Rassist hält nichts von anderen Rassen.
Du müßtest, beispielsweise, Neger hassen.

Den Neger? Nein, den haß' ich nicht,
den dummen schwarzen Mohr.
Ich haß' doch keinen Stinkemann,
wie komm' ich mir da vor?

Nun gut, dann muß es eben anders gehen.
Wie ist's - willst du vielleicht Chinesen schmähen?

Den Chinamann? den schmäh' ich nicht!
Dies Schlitzaug gelb und feig
ist nicht mal wert, daß ich ihm keck
den blanken Hintern zeig'!

Das lehnst du ab? Dann mußt du danach trachten,
zumindest den Indianer zu verachten.

Die Rothaut? Die veracht' ich nicht,
die ist kein Mensch wie wir,
die steckt sich Federn an den Kopf,
treibt's schlimmer als ein Tier.

Na schön. Doch wie hältst du es mit dem Weißen?
Willst du auf ihn und seinesgleichen scheißen?

Den Weißen? Auf den scheiß' ich nicht,
er ist das Licht der Welt,
das die Kultur des Erdenballs
mit warmem Strahl erhellt!

Mein Sohn, ach mein Sohn!
Mein Vater, was ist?
Mein Sohn, ach mein Sohn,
du wirst nie ein Rassist!

Mein Vater, mein Vater,
warum werd' ich keiner?
Ach Heiner, meiner Kleiner,
du bist ja schon einer!

Ehrlich? Wie herrlich!

Robert Gernhardt

#536:  Autor: MeineGitarreBrauchtStromWohnort: Aldi-Nord BeitragVerfasst am: 29.09.2013, 20:07
    —
Des Pfarrers Katze

Der Pfarrer hielt die schönste Predigt,
gar manche schliefen dennoch ein.
Da kam auf einmal in die Kirche
des Pfarrers Katze auch hinein.

Sie ging ganz langsam durch die Kirche
und vorne setzte sie sich hin.
Sie schaut hinauf zu ihrem Pfarrer,
aufmerksam hört sie auf ihn.

Da blickten alle auf die Katze.
Die Schläfer weckt man extra auf,
damit sie sehen, wie die Katze
zu ihrem Pfarrer schaut hinauf.

"Ihr wundert euch", sprach jetzt der Pfarrer,
"dass meine Katze kommt hierher
und dass sie aufgepasst auf die Predigt,
dies wundert euch vielleicht noch mehr.

Sie kommt hierher, ich will's euch sagen,
und sucht sich hier auch einen Platz,
weil sie gehört hat, dass ihr Pfarrer
hält hier die Predigt für die Katz."

#537:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 07.10.2013, 13:15
    —
Eben weckte eine Assoziation eine Erinnerung aus meiner Kindheit, mein großer Bruder hat mir das erzählt:

In dem Auge Monokokel,
auf der Pfeife Gonokokel,
an der Brust EK I,
Front gesehn hat sich noch keins.
Überschrift: Der Oberzahlmeister

Herkunft: Deutsche Wehrmacht um 1943.

#538:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 07.10.2013, 16:09
    —
Flottes Verslein, Ahriman. Gefällt mir sehr gut. Dabei fällt mir folgendes ein, das hier glaub ich auch noch nicht gepostet wurde:

Zitat:
schtzngrmm

von Ernst Jandl


schtzngrmm
schtzngrmm
t-t-t-t
t-t-t-t
grrrmmmmm
t-t-t-t
s---------c---------h
tzngrmm
tzngrmm
tzngrmm
grrrmmmmm
schtzn
schtzn
t-t-t-t
t-t-t-t
schtzngrmm
schtzngrmm
tssssssssssssss
grrt
grrrrrt
grrrrrrrrrt
scht
scht
t-t-t-t-t-t-t-t-t-t
scht
tzngrmm
tzngrmm
t-t-t-t-t-t-t-t-t-t
scht
scht
scht
scht
scht
grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr
t-tt


Das ist schon irgendwie einzigartig. Hat mir immer einen Heidenspaß gemacht das in der Schule vorzulesen.

#539:  Autor: zelig BeitragVerfasst am: 07.10.2013, 16:30
    —
Aus gegebenem Anlass: Ein Zitat aus dem Talmud.

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.
Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.

#540:  Autor: WilsonWohnort: Swift Tuttle BeitragVerfasst am: 19.11.2013, 21:03
    —
Zitat:

(...)
Das Gespenst zog mich an den Füßen
Es wollte mich begraben
Ich war kurz zuvor von einem Turm gesprungen
Meine Augen waren eingegipst und das Gespenst wollte mein Arzt sein
(...)


aus dem Gedichtband "Frühlingsregen" von Roberto Yañez, auch Roberto Yáñez Betancourt y Honecker

http://www.zeit.de/2011/10/Honeckers-Enkel

#541:  Autor: Philo BeitragVerfasst am: 17.12.2013, 13:35
    —
Aller denkenden Wesen erste Zunft,
heißt schlicht benannt: Die Vernunft.
Selbst Gott muss sich dieser fügen,
um keiner Unvernunft zu erliegen.
[No ©]

LG, Philo zwinkern

#542:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 17.12.2013, 17:14
    —
Philo hat folgendes geschrieben:
Aller denkenden Wesen erste Zunft,
heißt schlicht benannt: Die Vernunft.
Selbst Gott muss sich dieser fügen,
um keiner Unvernunft zu erliegen.
[No ©]

LG, Philo zwinkern

Denkste.

#543:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 25.12.2013, 21:33
    —
Ich kann’s bis heute nicht verwinden,
deshalb erzähl’ ich’s auch nicht gern:
Den Stein der Weisen wollt’ ich finden
und fand nicht mal des Pudels Kern.


- Heinz Erhardt

#544:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 26.12.2013, 12:09
    —
Obgleich die Nas', ob spitz, ob platt
zwei Flügel, Nasenflügel hat,
so hält dennoch nichts vom Fliegen.
Das Laufen scheint ihr mehr zu liegen.

(Heinz Erhardt)

#545:  Autor: stepWohnort: Germering BeitragVerfasst am: 26.12.2013, 12:23
    —
Ein Sonett von Robert Gernhardt

Sonette find ich sowas von beschissen,
so eng, rigide, irgendwie nicht gut;
es macht mich ehrlich richtig krank zu wissen,
dass wer Sonette schreibt. Dass wer den Mut

hat, heute noch so'n dumpfen Scheiß zu bauen;
allein der Fakt, dass so ein Typ das tut,
kann mir in echt den ganzen Tag versauen.
Ich hab da eine Sperre. Und die Wut

darüber, dass so'n abgefuckter Kacker
mich mittels seiner Wichserein blockiert,
schafft in mir Aggressionen auf den Macker.

Ich tick nicht, was das Arschloch motiviert.
Ich tick es echt nicht. Und will's echt nicht wissen:
Ich find Sonette unheimlich beschissen.


http://www.swr.de/swr2/wissen/gernhardts-poesie/-/id=661224/nid=661224/did=10708850/mpdid=10719922/1grbrz6/index.html

#546:  Autor: SkeptikerWohnort: 129 Goosebumpsville BeitragVerfasst am: 26.12.2013, 12:27
    —
Ist die Katze gesund,
freut sich der Hund!

#547:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 30.12.2013, 22:11
    —
Ich bin wir und du bist wir
und er ist wir und sie ist wir.
Wir vier sind wir
so ist das hier.
Doch die von da
und der von da
sind nicht wie wir
und nicht von hier.

Denn ich und du und er und sie,
wir vier sind eben nicht wie die.
Und weder die noch der von da
kann sein wie wir das ist doch klar.

Selbst wenn er irgendwann vergisst,
dass er von ganz woanders ist
und meint er wäre jetzt von hier
und wär jetzt auch genau wie wir,
dann geht das nicht,
weil wir bin ich
und wir bist du
und er gehört da nicht dazu.

Und so zu sein wie du und ich,
das will er in der Regel nicht.

Und dass ist ja auch richtig
und unwahrscheinlich wichtig,
dass jeder weiß wer er ist
und niemals vergisst,
dass da da und hier hier,
dass die die und wir wir,
weils stets so war,
dass die von da
und wir halt von hier
und zwar alle vier.

Ich, du, er und sie
und wären wir wie die,
dann wärn wir ja von da.
Und daran scheiterts ja.

Wärn wir von da
und die von hier,
dann wärn die wir
und wir wärn die.
Und wir wüssten nie
wie es ist dieses wir-sein,
dies ganz und gar hier sein.

Weil nicht sein darf, was nicht sein kann,
fang'n wir das erst gar nicht an.

Ich bleib ich, du bleibst du,
er bleibt er und sie bleibt sie.
Wir vier bleiben wir und die bleiben die.
Und so bleibt alles irgendwie
genauso wie es immer war.
Na wunderbar.


Wilfried Schmickler, "Wir sind wir"

#548:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 31.12.2013, 11:08
    —
Das erscheint mir so sinnvoll wie Rosenkranzbeten.

#549:  Autor: pera BeitragVerfasst am: 31.12.2013, 19:00
    —
Du solltet Frauen nicht einfach Schlampen nennen
das ist verkürzend und auch irgendwie gemein
selbst wenn du denkst verschiedene zu kennen
auf die es zutrifft - lass es sein.

#550:  Autor: Kival BeitragVerfasst am: 31.12.2013, 20:51
    —
pera hat folgendes geschrieben:
Du solltet Frauen nicht einfach Schlampen nennen
das ist verkürzend und auch irgendwie gemein
selbst wenn du denkst verschiedene zu kennen
auf die es zutrifft - lass es sein.


http://en.wikipedia.org/wiki/The_Ethical_Slut Auf den Arm nehmen

#551:  Autor: pera BeitragVerfasst am: 31.12.2013, 21:50
    —
Kival hat folgendes geschrieben:
pera hat folgendes geschrieben:
Du solltet Frauen nicht einfach Schlampen nennen
das ist verkürzend und auch irgendwie gemein
selbst wenn du denkst verschiedene zu kennen
auf die es zutrifft - lass es sein.


http://en.wikipedia.org/wiki/The_Ethical_Slut Auf den Arm nehmen


Ja dann natürlich...

#552:  Autor: Ralf Rudolfy BeitragVerfasst am: 06.01.2014, 11:43
    —
Oh welche Lust Soldat zu sein

Soldat sein heißt zu Zeit
an gottgefällig reinem Leben
an Sitte und Gehorsamkeit
der Welt ein gutes Beispiel geben.
Und unbedingt muß weit und breit
die Stimme man zu Lob erheben
wenn man vernimmt, was Preußens Staat
für prächtige Soldaten hat!

Wenn der Herr Hauptmann ist gewillt
daß tedellos sei seine Truppe
ist's nicht der Fall, der Zorn ihm schwillt
die Füsilier genannten Puppe
sei daher unentwegt gedrillt
wie es geschieht, das ist ihm schnuppe.
Dafür weiß ja der Herr Sergeant
manch Mittel, das sonst unbekannt.

Was liegt an einem Magenpuff
an einem Stoß der Degenscheide?
Was liegt daran, trifft dich ein Knuff
in eine Lende oder beide?
Und wenn auch jemand mal im Suff
durchpiekt dir deine Eingeweide
so woll'n wir doch begeistert schrei'n:
Oh welche Lust, Soldat zu sein!

Erich Mühsam

#553:  Autor: pera BeitragVerfasst am: 17.02.2014, 21:19
    —
Auf einmal weiß ich alles von den Quanten
den unbegreiflichen Speisen aus Gras
ich könnte reden wie von meinen Tanten
die ich, ergriffen von dem Unbekannten,
einmal vergeudete und dann vergaß.

(Nach R.M.R)

#554:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 06.03.2014, 04:41
    —
Solang du Selbstgeworfnes fängst, ist alles
Geschicklichkeit und läßlicher Gewinn -;
erst wenn du plötzlich Fänger wirst des Balles,
den eine ewige Mit-Spielerin
dir zuwarf, deiner Mitte, in genau
gekonntem Schwung, in einem jener Bögen
aus Gottes großem Brücken-Bau:
erst dann ist Fangen-Können ein Vermögen, -
nicht deines, einer Welt. Und wenn du gar
zurückzuwerfen Kraft und Mut besäßest,
nein, wunderbarer: Mut und Kraft vergäßest
und schon geworfen hättest..... (wie das Jahr
die Vögel wirft, die Wandervogelschwärme,
die eine ältre einer jungen Wärme
hinüberschleudert über Meere -) erst
in diesem Wagnis spielst du gültig mit.
Erleichterst dir den Wurf nicht mehr; erschwerst
dir ihn nicht mehr. Aus deinen Händen tritt
das Meteor und rast in seine Räume...


auch Rilke

#555:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 06.03.2014, 11:07
    —
Ich komm da nicht mit. Für mich ist das ein wirres, völlig unverständliches Geschwafel.
Bei sowas habe ich immer den dringenden Verdacht, daß da in der Gegend des Kaisers neue Kleider rumhängen.

#556:  Autor: Waschmaschine777 BeitragVerfasst am: 06.03.2014, 11:51
    —
Geht´s ums Wichsen und Ficken?

(Oder ums Fisten?)

#557:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 06.03.2014, 17:44
    —
Waschmaschine777 hat folgendes geschrieben:
Geht´s ums Wichsen und Ficken?

(Oder ums Fisten?)

Keine Ahnung. Ob Vögel über das Meer zu schleudern eine Metapher dafür sein soll?

#558:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 14.06.2014, 09:22
    —
Der Kapitän spricht: "Land in Sicht!"
Der Seemann prüft das Sackgewicht.

#559:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 17.06.2014, 11:35
    —
Heute Vormittg kamen, geweckt durch eine Assoziation, zwei Schlagertexte von etwa 1951 aus einem vergessenen Winkel meines Gedächtnisses gekrochen, ich hoffe, ihr findet's auch komisch:

Ansonsten, Herr Lutter,
ist alles in Butter,
ansonsten ist hier alles okay.
Aber ab morgen, Herr Lutter,
gibt's Magarine statt Butter,
ab morgen geht's bei uns im neuen Dreh!
---
Stell dir vor, es geht das Licht aus,
sag, was würdest du dann tun?
Keine Angst, es geht noch nicht aus,
aber trotzdem sag mir's nun.
Stell dir vor, es geht das Licht aus,
paß nur auf, gleich kann es gescheh'n -
finster - finster, gar nichts kann man seh'n!
Finster-finster. Oh wie war das schön!

Es ärgert mich immer wieder, daß die Evolution uns keinen Löschbefehl für die Festplatte im Kopf mitgeliefert hat. Was da alles an Datenmüll zu finden ist...

#560:  Autor: Friedensreich BeitragVerfasst am: 12.07.2014, 21:37
    —
Werbespruch, (für handbetriebene "Trommelwaschmaschine") gefunden in der Zeitschrift "Gartenlaube" aus 1914/15

Kan sie kochen bügeln putzen
ist eine Frau doch sehr von Nutzen"

#561:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 26.07.2014, 10:09
    —
Ein "erotischer" (evtl. auch eher sexistischer) Vierzeiler, der mir gestern beim Einkaufen in den Sinn kam, als ich über das Wort "Zaungast" und Reime darauf nachdenken musste. (Weiß jedoch nicht mehr warum.)

Interracial

Sie setzt sich auf den braun'n Mast,
ich schau ihr zu als Zaungast
und gebe zu, ich staun fast,
was alles so in Frau'n passt.

#562:  Autor: Murphy BeitragVerfasst am: 02.08.2014, 18:57
    —
Der Berg

Hätte man sämtliche Berge der ganzen Welt
zusammengetragen und übereinandergestellt,
und wäre zu Füßen dieses Massivs
ein riesiges Meer, ein breites und tief's,
und stürzte dann unter Donnern und Blitzen
der Berg in dieses Meer - - na, das würd' spritzen!



- Heinz Erhardt

#563:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 27.09.2014, 19:12
    —
Manchmal

Manchmal möcht ich einfach sein.
Das reimt sich zwar jetzt nicht auf bleiben,
doch passt es schön ins Versmaß rein.
Ich kann halt nicht Gedichte schreiben.

Doch schreiben möcht ich manchmal gern.
Von Dingen, die mich gerad bewegen.
Auch wenn ich durch sie nichts mehr lern.
Es spricht sonst schließlich nichts dagegen.

Dann bleibt die Frag, wovon ich schreib.
So vieles lässt die Zähne fletschen.
Die Welt bewegt nicht, was ich treib.
Da kann ich noch so Verse quetschen.

Und endlich kommt der letzte Teil
von dies gequälter Dichterei.
Das Fallbeil fällt an seinem Seil
und macht den ganzen Sinn zu Brei.

#564:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 28.09.2014, 11:08
    —
Vorschlag:
und macht den ganzen Sinn entzwei.

#565:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 28.09.2014, 16:56
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Vorschlag:
und macht den ganzen Sinn entzwei.


Ja, auch nicht schlecht. Smilie

#566:  Autor: Waschmaschine777 BeitragVerfasst am: 03.11.2014, 10:29
    —
Zum hundertsten Todestag Georg Trakls:

http://www.fr-online.de/literatur/georg-trakl-100--todestag--so-einsam-war-es-in-der-welt-,1472266,28922764,view,asFirstTeaser.html
Zitat:
„Untergang
Über den weißen Weiher
Sind die wilden Vögel fortgezogen.
Am Abend weht von unseren Sternen ein eisiger Wind.
Über unsere Gräber
Beugt sich die zerbrochene Stirne der Nacht.
Unter Eichen schaukeln wir auf einem silbernen Kahn.
Immer klingen die weißen Mauern der Stadt.
Unter Dornenbogen
O mein Bruder klimmen wir blinde Zeiger gen Mitternacht.“

#567:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 03.11.2014, 11:55
    —
Waschmaschine777 hat folgendes geschrieben:
Zum hundertsten Todestag Georg Trakls:

http://www.fr-online.de/literatur/georg-trakl-100--todestag--so-einsam-war-es-in-der-welt-,1472266,28922764,view,asFirstTeaser.html
Zitat:
„Untergang
Über den weißen Weiher
Sind die wilden Vögel fortgezogen.
Am Abend weht von unseren Sternen ein eisiger Wind.
Über unsere Gräber
Beugt sich die zerbrochene Stirne der Nacht.
Unter Eichen schaukeln wir auf einem silbernen Kahn.
Immer klingen die weißen Mauern der Stadt.
Unter Dornenbogen
O mein Bruder klimmen wir blinde Zeiger gen Mitternacht.“


Quatsch. Unverständliches Geschwafel.
siehe: Des Kaisers neue Kleider

#568:  Autor: WilsonWohnort: Swift Tuttle BeitragVerfasst am: 03.11.2014, 16:25
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Waschmaschine777 hat folgendes geschrieben:
Zum hundertsten Todestag Georg Trakls:

http://www.fr-online.de/literatur/georg-trakl-100--todestag--so-einsam-war-es-in-der-welt-,1472266,28922764,view,asFirstTeaser.html
Zitat:
„Untergang
Über den weißen Weiher
Sind die wilden Vögel fortgezogen.
Am Abend weht von unseren Sternen ein eisiger Wind.
Über unsere Gräber
Beugt sich die zerbrochene Stirne der Nacht.
Unter Eichen schaukeln wir auf einem silbernen Kahn.
Immer klingen die weißen Mauern der Stadt.
Unter Dornenbogen
O mein Bruder klimmen wir blinde Zeiger gen Mitternacht.“


Quatsch. Unverständliches Geschwafel.
siehe: Des Kaisers neue Kleider


trakls bekanntestes:

Grodek[3][4]

Am Abend tönen die herbstlichen Wälder
Von tödlichen Waffen, die goldnen Ebenen
Und blauen Seen, darüber die Sonne
Düster hinrollt; umfängt die Nacht
Sterbende Krieger, die wilde Klage
Ihrer zerbrochenen Münder.
Doch stille sammelt im Weidengrund
Rotes Gewölk, darin ein zürnender Gott wohnt,
Das vergossne Blut sich, mondne Kühle;
Alle Straßen münden in schwarze Verwesung.
Unter goldnem Gezweig der Nacht und Sternen
Es schwankt der Schwester Schatten durch den schweigenden Hain,
Zu grüßen die Geister der Helden, die blutenden Häupter;
Und leise tönen im Rohr die dunkeln Flöten des Herbstes.
O stolzere Trauer! ihr ehernen Altäre,
Die heiße Flamme des Geistes nährt heute ein gewaltiger Schmerz,
Die ungebornen Enkel.
http://de.wikipedia.org/wiki/Grodek#Das_Gedicht


Zitat:
Das Kriegsgedicht „Grodek“ von dem expressionistischen Dichter Georg Trakl aus dem Jahre 1914 entstand unter dem Eindruck der Schlacht in Galizien, in der Trakl als Sanitäter teilnahm. Er zeichnet in dramatischer Weise die Schrecken des Krieges, die ihn tief erschütterten und an denen er auch zugrunde gehen sollte. Das Gedicht ist weder in Strophen unterteilt noch weist es ein durchgängiges Metrum auf. Wie der Krieg selbst, so ist auch die Form vom Chaos geprägt. (...)

http://www.rhetoriksturm.de/grodek-trakl.php

#569:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 03.11.2014, 17:38
    —
Ich habe den Expressionismus erst 1946 oder 47 kennengelernt, als man Schmift-Rottluff im Schloßmuseum in Chemnitz ausstellte. (Museen fand ich als Bub schon gut, die kosteten keinen Eintritt. Und das Schloßmuseum lag an meinem Schulweg.) Er war ja ein "Sohn der Stadt". Da war ich 12 oder 13 Jahre alt. Bis dahin hatte ich an Kunst nur alte Meister gesehen und ferner das, was man in Diktaturen gewöhnlich so sieht, bei Adolf war es viel "Blubo und Brausi" (Blut und Boden, Brauchtum und Sitte). Ich fand die Bilder des Herrn Schmidt-Rottluff scheiße. Daran hat sich nichts geändert, ich habe nie einen Zugang gefunden zu der "modernen Kunst", mit der wir damals nach dem Krieg konfrontiert wurden. Dabei bin ich vorher - im 3. Reich - nie mit dem Begriff "entartete Kunst" in Berührung gekommen, was interessiert das einen kleinen Schulbuben. Aber man hatte mir folglich auch kein Vorurteil eingeimpft. Dieser Kunstbereich war terra incognita. Ich stand den Bildern unvoreingenommen gegenüber - und fand sie "falsch gemalt", wie von einem, der wollte aber nicht konnte.
Nicht anders erging, und ergeht es mir heute noch mit solchen Gedichten: Ich fühle mich schlichtweg verarscht. Diese Kunstrichtungen sind ja auch Zielscheibe unzähliger Witze. Die Tetraeder-Verpackungen für Milch, die es eine zeitlang gab, hießen ja dann auch "Picasso-Titten".
Was nun Grodek betrifft: Es läßt das Grauen ahnen, aus dem es entsprang. Aber es sind Dinger drin, die unweigerlich blöd erscheinen:
"Es schwankt der Schwester Schatten durch den schweigenden Hain,
Zu grüßen die Geister der Helden, die blutenden Häupter;"
Was für eine Schwester? Eine vom Roten Kreuz vermutlich, die hoffentlich nicht bloß grüßt, sondern sich um die Verwundeten kümmert...
Und der "zürnende Gott im roten Gewölk" Boah!
Da muß ich doch gleich an Theodor Körner denken, den haben die Nazis sicher gern gehört:

Vater, ich rufe dich!
Brüllend umwölkt mich der Dampf der Geschütze
sprühend umzucken mich rasselnde Blitze
Lenker der Schlachten, ich rufe dich!
Vater du, führe mich!

Vater du, führe mich!
Führ mich zum Siege, führ mich zum Tode
Herr, ich erkenne deine Gebote
Herr, wie du willst, so führe mich!
Gott, ich erkenne dich!

Gott, ich erkenne dich!
So im herbstlichen Rauschen der Blätter
als im Schlachtendonnerwetter
Urquell der Gnade, erkenn' ich dich
Vater du, segne mich!

Vater du, segne mich!
In deine Hand befehl' ich mein Leben
du kannst es nehmen, du hast es gegeben
Zum Leben, zum Sterben segne mich!
Vater, ich preise dich!

Vater, ich preise dich!
's ist ja kein Kampf für die Güter der Erde
das Heiligste schützen wir mit dem Schwerte
drum, fallend und singend, preis' ich dich
Gott, dir ergeb' ich mich!

Gott, dir ergeb ich mich!
Wenn mich die Donner des Todes begrüssen
wenn meine Adern geöffnet fliessen
dir, mein Gott, dir ergeb' ich mich!
Vater, ich rufe dich!

ist auch scheiße. Vom Inhalt her. Aber, zum Schlachtendonnerwetter, wenigstens ist es verständliches Deutsch.

#570:  Autor: WilsonWohnort: Swift Tuttle BeitragVerfasst am: 03.11.2014, 17:47
    —
ich hatte doch einen interpretationslink gesetzt. ein versuch sowieso.


es ist sein empfinden, sind seine assoziationen usw.
warum sollte trakl schweigen, wenn es ihn nach ausdruck verlangt?

mich sprichts an, nicht alles, nein. warum, müsste ich mal analysieren.

#571:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 03.11.2014, 18:12
    —
Wilson hat folgendes geschrieben:
ich hatte doch einen interpretationslink gesetzt. ein versuch sowieso.


es ist sein empfinden, sind seine assoziationen usw.
warum sollte trakl schweigen, wenn es ihn nach ausdruck verlangt?

mich sprichts an, nicht alles, nein. warum, müsste ich mal analysieren.

Die Interpretation ist ja um ein vielfaches größer als das Gedicht. Und das steht alles da drin? Muß ein Pfarrer geschrieben haben, die haben ja gelernt aus einem unverständlichen Bibelzitat eine halbstundenlange Predigt zu machen.

#572:  Autor: WilsonWohnort: Swift Tuttle BeitragVerfasst am: 10.12.2014, 01:50
    —
Michel Houellebecq:

Adam betrachtete seinen Dackel

Wie Marie den Erzengel Gabriel.

Ein Adam ohne Eva ist nicht viel wert,

Seufzte Adam, vor dem Erotikprogramm von TF1 sitzend.

Er hätte heiraten sollen, Kinder kriegen und so weiter;

Ein Hund kann so nett sein, wie er will, er bleibt doch ein Hund.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/die-blumen-des-zerfalls-neue-gedichte-von-michel-houellebecq-13234805.html

#573:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 10.12.2014, 09:48
    —
Wilson hat folgendes geschrieben:
Ein Hund kann so nett sein, wie er will, er bleibt doch ein Hund.


Ja, schon. Aber einen Hund kann man erschießen...

#574:  Autor: Friedensreich BeitragVerfasst am: 22.12.2014, 17:11
    —
@Ahriman
Na und, der Körner ist bei uns trotzdem was geworden.

#575:  Autor: Zoff BeitragVerfasst am: 03.04.2015, 12:27
    —
Karfreitag

#576:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 06.04.2015, 08:45
    —
Hunderttausend Menschen strömen
auf die Friedhöfe der Städte.
Die Gedanken gehn nach unten
und nach oben die Gebete.

Vater Staat hat uns befohlen,
heut der Toten zu gedenken -
ihnen Kränze oder Blumen
oder Tränen gar zu schenken!

Vater Staat mischt sich in alles,
selbst in die intimsten Dinge -
als ob der, der wirklich trauert,
nicht auch sonst zum Friedhof ginge...

- Heinz Erhardt, "Ein Trauertag"

#577:  Autor: schtonk BeitragVerfasst am: 16.09.2015, 21:09
    —
"Wie gehts denn heute unserm Steffen?"
"Ach, das weiß man nicht genau.
Er murmelt dauernd neinileffen."
"Fehlt ja nur noch das Helau."

"Mit den Gänsen stehts noch schlimmer:
Sie robben alle auf dem Bauch."
"Wie denn das?" - "Hab keinen Schimmer.
Federn weg und Füsschen auch."
Ähnlichkeiten mit lebenden Menschen und Gänsen wären rein zufällig. Cool

#578:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 17.09.2015, 17:30
    —
"Füsschen"
Da hing ich fest. Sieht man wieder, wie bescheuert die neue Rechtschreibung ist. "Füßchen" liest sich besser.
Ist aber auch ein schwieriges Wort - für Briten und Amerikaner. Anna Moffo in der Opernaufzeichnung von "Hänsel und Gretel" ist auch daran gescheitert. Sie sang "Füh-schen".

#579:  Autor: KatatoniaWohnort: Hamburg BeitragVerfasst am: 17.09.2015, 23:17
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
"Füsschen"
Da hing ich fest. Sieht man wieder, wie bescheuert die neue Rechtschreibung ist. "Füßchen" liest sich besser.
Ist aber auch ein schwieriges Wort - für Briten und Amerikaner. Anna Moffo in der Opernaufzeichnung von "Hänsel und Gretel" ist auch daran gescheitert. Sie sang "Füh-schen".


"Füßchen" ist die neue Rechtschreibung. Smilie
(Weiß gar nicht, ob's vorher überhaupt anders war.)

#580:  Autor: HFRudolph BeitragVerfasst am: 18.09.2015, 07:58
    —
Füßchen heißt es doch nach wie vor! zwinkern

Als ich in den Jugendtagen
Noch ohne Grübelei,
Da meint ich mit Behagen,
mein Denken wäre frei.

Seitdem hab ich die Stirne
Oft auf die Hand gestützt
Und fand, daß im Gehirne
Ein harter Knoten sitzt.

Mein Stolz, der wurde kleiner.
Ich merkte mit Verdruß:
Es kann doch unsereiner
Nur denken, wie er muß.
(Wilhelm Busch, Zu guter Letzt 1904)

#581:  Autor: HFRudolph BeitragVerfasst am: 18.09.2015, 08:06
    —
Füsschen wird gesprochen Füs-schen. Es kann auch die Verniedlichungsform von Füss sein - phonetisch in etwa so, als wenn ein Hamburger mit Sprachfehler „Fisch“ sagt. So, wie „Kirche“ auch „Kürche“ gesprochen wird. Poetisch wäre das ja schon wieder zulässig. zynisches Grinsen

Hatte gerade auch wieder einen Brief in Händen, auf dessen Briefkopf eine gestandene alte Firma als Straßennamen „Schlinckstrasse“ angab (und das nicht in Versalien). Strasse, also Plural von Strass. zynisches Grinsen Vielleicht hat ja einmal ein Herr Schlinck dort Strasse produziert, so dass die Straße nach seinen Strassen benannt wurde.

#582:  Autor: WilsonWohnort: Swift Tuttle BeitragVerfasst am: 01.01.2016, 16:23
    —
rw hat auf ihn aurmerksam gemacht...
http://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?p=2037632#2037632

gerne ein paar kostproben von Paul Scheerbart exklusiv ausgewählt zum neuen jahr:


Paul Scheerbart
Die andre Welt
Ein Phantastenpsalm
(1893)

Laß die Erde! Laß die Erde!
Laß sie ruhen bis sie fault!
Über schwarzen Wiesentriften
Schweben große Purpurengel;
Ihre Purpurlieder brennen
In dem grünen Himmel
Meiner Welt.

Laß die Erde! Laß die Erde!
Laß sie ruhen bis sie fault!
Über weißen Schneepalästen
Kreisen blaue Turteltauben;
Ihre Saphirflügel leuchten
In dem grünen Himmel
Meiner Welt.

Laß die Erde! Laß die Erde!
Laß sie liegen bis sie fault!
Über goldnen Meereswogen
Fliegen silbewrblanke fische;
Deren Strahlenglanzflossen blitzen
In dem grünen Himmel
Meiner Welt.

Haß die Erde! Haß die Erde!



Erdianerlied
(1912)

Fliegt man stückweis' in die Luft,
Wird man gleich zu Leichenduft;
Man verpufft in einem Nu,
Macht nicht mal die Augen zu.



Weltprotz
(1902)

Alles sah ich.
Alles weiß ich.
Alles kann ich.
Was also soll ich?
Sag, was Du willst!
Ich sage stets:
»Ich mag nicht!«



Ich liebe es...


http://gutenberg.spiegel.de/buch/paul-scheerbart-gedichte-1763/3

#583:  Autor: AthineosWohnort: Linksrheinisch nahe Bonn BeitragVerfasst am: 04.01.2016, 06:52
    —
Dann gibt es nur eins!

Du. Mann an der Maschine und Mann in der Werkstatt. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Wasserrohre und keine Kochtöpfe mehr machen - sondern Stahlhelme und Maschinengewehre. dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Mädchen hinterm Ladentisch und Mädchen im Büro. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Granaten füllen und Zielfernrohre für Scharfschützengewehre montieren, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN! Du. Besitzer der Fabrik. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst
statt Puder und Kakao Schießpulver verkaufen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Forscher im Laboratorium. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst einen neuen Tod erfinden gegen das alte Leben, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Dichter in deiner Stube. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Liebeslieder, du sollst Haßlieder singen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Arzt am Krankenbett. Wenn sie dir morgen befehlen, du
sollst die Männer kriegstauglich schreiben, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Pfarrer auf der Kanzel. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst den Mord segnen und den Krieg heilig sprechen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Kapitän auf dem Dampfer. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keinen Weizen mehr fahren - sondern Kanonen und Panzer, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Pilot auf dem Flugfeld. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Bomben und Phosphor über die Städte tragen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Schneider auf deinem Brett. Wenn sie dir morgen befehlen,
du sollst Uniformen zuschneiden, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Richter im Talar. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst zum Kriegsgericht gehen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Mann auf dem Bahnhof. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst das Signal zur Abfahrt geben für den Munitionszug und für den Truppentransport, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Mann auf dem Dorf und Mann in der Stadt. Wenn sie morgen kommen und dir den Gestellungsbefehl bringen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Mutter in der Normandie und Mutter in der Ukraine, du, Mutter in Frisko und London, du, am Hoangho und am Mississippi, du, Mutter in Neapel und Hamburg und Kairo und Oslo - Mütter in allen Erdteilen, Mütter in der Welt, wenn sie morgen befehlen, ihr sollt Kinder gebären, Krankenschwestern für Kriegslazarette und neue Soldaten für neue Schlachten, Mütter in der Welt, dann gibt es nur eins:
Sagt NEIN! Mütter, sagt NEIN!
Denn wenn ihr nicht NEIN sagt, wenn IHR nicht nein sagt, Mütter, dann:
dann:
In den lärmenden dampfdunstigen Hafenstädten werden die großen Schiffe stöhnend verstummen und wie titanische Mammutkadaver wasserleichig träge gegen die toten vereinsamten Kaimauern schwanken, algen-, tang- und muschelüberwest den früher so schimmernden dröhnenden Leib, friedhöflich fischfaulig duftend, mürbe, siech, gestorben -
die Straßenbahnen werden wie sinnlose glanzlose glasäugige Käfige blöde verbeult und abgeblättert neben den verwirrten Stahlskeletten der Drähte und Gleise liegen, hinter morschen dachdurchlöcherten Schuppen, in verlorenen kraterzerrissenen Straßen -
eine schlammgraue dickbreiige bleierne Stille wird sich heranwälzen, gefräßig, wachsend, wird anwachsen in den Schulen und Universitäten und Schauspielhäusern, auf Sport- und Kinderspielplätzen, grausig und gierig, unaufhaltsam - der sonnige saftige Wein wird an den verfallenen Hängen verfaulen, der Reis wird in der verdorrten Erde vertrocknen, die Kartoffel wird auf den brachliegenden Äckern erfrieren und die Kühe werden ihre totsteifen Beine wie umgekippte Melkschemel in den Himmel strecken -
in den Instituten werden die genialen Erfindungen der großen Ärzte sauer werden, verrotten, pilzig verschimmeln -
in den Küchen, Kammern und Kellern, in den Kühlhäusern und Speichern werden die letzten Säcke Mehl, die letzten Gläser Erdbeeren, Kürbis und Kirschsaft verkommen - das Brot unter den umgestürzten Tischen und auf zersplitterten Tellern wird grün werden und die ausgelaufene Butter wird stinken wie Schmierseife, das Korn auf den Feldern wird neben verrosteten Pflügen hingesunken sein wie ein erschlagenes Heer und die qualmenden Ziegelschornsteine, die Essen und die Schlote der stampfenden Fabriken werden, vom ewigen Gras zugedeckt, zerbröckeln — zerbröckeln — zerbröckeln —
dann wird der letzte Mensch, mit zerfetzten Gedärmen und verpesteter Lunge, antwortlos und einsam unter der giftig glühenden Sonne und unter wankenden Gestirnen umherirren, einsam zwischen den unübersehbaren Massengräbern und den kalten Götzen der gigantischen betonklotzigen verödeten Städte, der letzte Mensch, dürr, wahnsinnig, lästernd, klagend - und seine furchtbare Klage: WARUM? wird ungehört in der Steppe verrinnen, durch die geborstenen Ruinen wehen, versickern im Schutt der Kirchen, gegen Hochbunker klatschen, in Blutlachen fallen, ungehört, antwortlos, letzter Tierschrei des letzten Tieres Mensch – all dieses wird eintreffen, morgen, morgen vielleicht, vielleicht heute nacht schon, vielleicht heute nacht, wenn – wenn – wenn ihr nicht NEIN sagt.

zitiert aus: Wolfgang Borchert, Das Gesamtwerk, Hamburg 1986,

#584:  Autor: FuxingWohnort: Ankh Morpork BeitragVerfasst am: 14.11.2016, 00:22
    —
August Kopisch
Die Heinzelmännchen zu Köln

Wie war zu Köln es doch vordem
Mit Heinzelmännchen so bequem!
Denn, war man faul,... man legte sich
Hin auf die Bank und pflegte sich:
Da kamen bei Nacht,
Ehe man's gedacht,
Die Männlein und schwärmten
Und klappten und lärmten,
Und rupften
Und zupften,
Und hüpften und trabten
Und putzten und schabten...
Und eh ein Faulpelz noch erwacht,...
War all sein Tagewerk... bereits gemacht!

Die Zimmerleute streckten sich
Hin auf die Spän' und reckten sich.
Indessen kam die Geisterschar
Und sah was da zu zimmern war.
Nahm Meißel und Beil
Und die Säg' in Eil;
Und sägten und stachen
Und hieben und brachen,
Berappten
Und kappten,
Visierten wie Falken
Und setzten die Balken...
Eh sich's der Zimmermann versah...
Klapp, stand das ganze Haus... schon fertig da!

Beim Bäckermeister war nicht Not,
Die Heinzelmännchen backten Brot.
Die faulen Burschen legten sich,
Die Heinzelmännchen regten sich –
Und ächzten daher
Mit den Säcken schwer!
Und kneteten tüchtig
Und wogen es richtig,
Und hoben
Und schoben,
Und fegten und backten
Und klopften und hackten.
Die Burschen schnarchten noch im Chor:
Da rückte schon das Brot,... das neue, vor!

Beim Fleischer ging es just so zu:
Gesell und Bursche lag in Ruh.
Indessen kamen die Männlein her
Und hackten das Schwein die Kreuz und Quer.
Das ging so geschwind
Wie die Mühl' im Wind!
Die klappten mit Beilen,
Die schnitzten an Speilen,
Die spülten,
Die wühlten,
Und mengten und mischten
Und stopften und wischten.
Tat der Gesell die Augen auf,...
Wapp! hing die Wurst da schon im Ausverkauf!

Beim Schenken war es so: es trank
Der Küfer bis er niedersank,
Am hohlen Fasse schlief er ein,
Die Männlein sorgten um den Wein,
Und schwefelten fein
Alle Fässer ein,
Und rollten und hoben
Mit Winden und Kloben,
Und schwenkten
Und senkten,
Und gossen und panschten
Und mengten und manschten.
Und eh der Küfer noch erwacht,
War schon der Wein geschönt und fein gemacht!

Einst hatt' ein Schneider große Pein:
Der Staatsrock sollte fertig sein;
Warf hin das Zeug und legte sich
Hin auf das Ohr und pflegte sich.
Das schlüpften sie frisch
In den Schneidertisch;
Da schnitten und rückten
Und nähten und stickten,
Und faßten
Und paßten,
Und strichen und guckten
Und zupften und ruckten,
Und eh mein Schneiderlein erwacht:
War Bürgermeisters Rock... bereits gemacht!

Neugierig war des Schneiders Weib,
Und macht sich diesen Zeitvertreib:
Streut Erbsen hin die andre Nacht,
Die Heinzelmännchen kommen sacht:
Eins fähret nun aus,
Schlägt hin im Haus,
Die gleiten von Stufen
Und plumpen in Kufen,
Die fallen
Mit Schallen,
Die lärmen und schreien
Und vermaledeien!
Sie springt hinunter auf den Schall
Mit Licht: husch husch husch husch! – verschwinden all!

O weh! nun sind sie alle fort
Und keines ist mehr hier am Ort!
Man kann nicht mehr wie sonsten ruhn,
Man muß nun alles selber tun!
Ein jeder muß fein
Selbst fleißig sein,
Und kratzen und schaben
Und rennen und traben
Und schniegeln
Und biegeln,
Und klopfen und hacken
Und kochen und backen.
Ach, daß es noch wie damals wär!
Doch kommt die schöne Zeit nicht wieder her!

Weinen

#585:  Autor: Lebensnebel BeitragVerfasst am: 24.11.2016, 16:52
    —
Charles Bukowski:


I Met A Genius

I met a genius on the train
today
about 6 years old,
he sat beside me
and as the train
ran down along the coast
we came to the ocean
and then he looked at me
and said,
it's not pretty.

it was the first time I'd
realized
that.


http://hellopoetry.com/poem/9394/i-met-a-genius/

#586:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 25.11.2016, 11:35
    —
Die drei Dachse

Finster lauern über Erden
auf dem Hügel festgebannt.
Heute muß der Thron hier werden!
Frisch, ihr Dachse, seid zur Hand!
Und der Vater greis,
gar nichts davon weiß.
Soll man die drei Dachse loben,
die der Heimat fern hier toben?

Heringsdamen sah ich springen!
Drei! Die Massen sind im Fluß.
Wollen auf den Thron eindringen,
was mit Sang man fördern muß.
Doch im Klang nicht rein
singen sie nicht fein,
klingt wohl reichlich nach Metalle,
scheußlich ihre Stimme schalle.

Mutter Hering schreckt aus Träumen,
sucht und geht zum Dachs hinein.
"Dacht', die Töchter lang schon säumen,
müssen bei den Dachsen sein.
Zu den Kindern, frisch!
Sie vergessen sich.
Sind zu dumm noch um zu weichen,
halten nichts von Warnungszeichen."

"Ja, sie sind nun wohl von hinnen;
die Familie ging zu Bruch.
Doch bevor sie ganz entrinnen
machen wir uns auf die Such'!"
rief der Dachs da aus
und verließ das Haus!
Rauschend schwamm in einem Bogen
auch der Hering auf den Wogen.

Wohltätig ist des Hügels Macht,
wenn ihn gezähmt der Dachs bewacht,
und was er bildet, was er schafft,
das danken wir ihm schmeichelhaft;
doch furchtbar wird die Schmeichelkraft,
wenn sie der Fessel sich entrafft,
einhertritt auf der eignen Spur
der freie Hering die Natur.
Wehe, wenn wir euch mal fassen,
wenn mal wächst der Widerstand,
wenn wir als belebte Massen
setzen euren Thron in Brand!
Denn die Elemente hassen
das Gebild aus Dachsenhand.

Auf dem Hügel angekommen
ist das Lied, doch nicht erfüllt
ist der Wunsch, denn ganz benommen
sind die Dachse nicht gewillt
von dem Throne bang
weichen hier dem Sang!
So vergeblich ist das Hoffen.
(Heringe sind sehr betroffen.)

Weh, die Hering sich verkühlen,
lassen wir den Thron doch ruhn,
sie sind schwach vom vielen Wühlen,
müssen sie nach Hause tun!
So die Dachse schlicht
taten ihre Pflicht.
Und sie alle drei enteilten
von dem Throne, den sie teilten.

Freude so die Dachse geben!
Seht die Eltern dort ganz fern!
In dem Maule, blank und eben,
trägt man seinen Hering gern.
So vom Land zum Meer
liebt's der Hering sehr.
Und sie wackeln immer wilder,
stimmen so die Dachse milder.

Jetzo durch die Kraft der Dachse
schneiden Heringe die Luft,
daß sie in das Reich der Lachse
flüchten durch die Himmelsluft!
Tauchet, tauchet, lebt!
Und bewegt euch, schwebt!
Eltern Freude dies bedeute,
denn sie wußten, was hier dräute!


(Lewis Carroll - Autor von "Alice im Wunderland")


Das Gedicht entstammt dem Roman »Sylvie und Bruno«, die Übersetzung wurde vorgenommen von Dieter H. Stündel. Entnommen aus "Lewis Carrolls Gesamtwerk" bei Zweitausendeins.

#587:  Autor: narr BeitragVerfasst am: 26.11.2016, 23:37
    —
Bald ist Lichterfest, daher aus gegebenem Anlass:

Advent von Loriot
Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken,
Schneeflöcklein leis herniedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner weißer Zipfel.
Und dort vom Fenster her durchbricht
den dunklen Tann ein warmes Licht.
Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.
In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.

Er war ihr bei des Heimes Pflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege.
So kam sie mit sich überein:
am Niklasabend muß es sein.
Und als das Rehlein ging zur Ruh',
das Häslein tat die Augen zu,
erlegte sie direkt von vorn
den Gatten über Kimm und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwei-, drei-, viermal die Schnuppernase
und ruhet weiter süß im Dunkeln,
derweil die Sternlein traulich funkeln.

Und in der guten Stube drinnen
da läuft des Försters Blut von hinnen.
Nun muß die Försterin sich eilen,
den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
nach Waidmanns Sitte aufgebrochen.
Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied
(was der Gemahl bisher vermied) -,
behält ein Teil Filet zurück
als festtägliches Bratenstück
und packt zum Schluß, es geht auf vier,
die Reste in Geschenkpapier.

Da tönt's von fern wie Silberschellen,
im Dorfe hört man Hunde bellen.
Wer ist's, der in so tiefer Nacht
im Schnee noch seine Runde macht?
Knecht Ruprecht kommt mit goldnem Schlitten
auf einem Hirsch herangeritten!
He, gute Frau, habt ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?

Des Försters Haus ist tiefverschneit,
doch seine Frau steht schon bereit:
Die sechs Pakete, heil'ger Mann,
's ist alles, was ich geben kann.
Die Silberschellen klingen leise,
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.
Im Försterhaus die Kerze brennt,
ein Sternlein blinkt - es ist Advent.

Loriot

#588: Philou 7 Autor: Gödelchen BeitragVerfasst am: 27.11.2016, 15:30
    —
Mierrewhcs niek tsi mierrhek nie,

ja ja !

#589: Re: Philou 7 Autor: fwoWohnort: im Speckgürtel BeitragVerfasst am: 27.11.2016, 15:39
    —
Gödelchen hat folgendes geschrieben:
Mierrewhcs niek tsi mierrhek nie,

ja ja !

Interressant. Aus welchem Teil Sloweniens ist das?

Ich kenne diese Form:
Niewhcsreem niek tsi mierrhek nie.

#590:  Autor: WilsonWohnort: Swift Tuttle BeitragVerfasst am: 27.11.2016, 16:35
    —
hört sich an wie dada:
Gadji beri bimba' - Hugo Ball

gadji beri bimba glandridi laula lonni cadori
gadjama gramma berida bimbala glandri galassassa laulitalomini
gadji beri bin blassa glassala laula lonni cadorsu sassala bim
gadjama tuffm i zimzalla binban gligla wowolimai bin beri ban
o katalominai rhinozerossola hopsamen laulitalomini hoooo
gadjama rhinozerossola hopsamen
bluku terullala blaulala loooo

zimzim urullala zimzim urullala zimzim zanzibar zimzalla zam
elifantolim brussala bulomen brussala bulomen tromtata
velo da bang band affalo purzamai affalo purzamai lengado tor
gadjama bimbalo glandridi glassala zingtata pimpalo ögrögöööö
viola laxato viola zimbrabim viola uli paluji malooo

tuffm im zimbrabim negramai bumbalo negramai bumbalo tuffm i zim
gadjama bimbala oo beri gadjama gaga di gadjama affalo pinx
gaga di bumbalo bumbalo gadjamen
gaga di bling blong
gaga blung

#591:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 26.02.2017, 15:59
    —
Sex-Poem (aus dem Frühstyxradio)

Es geht ein Biii-Baaa-Butzemann
in unsrem Kreis herum.
Er rrrüttelt sich, Errr ssschüttelt sich.
Jaaa!
Und dann: Wirft die Beine hinter sich!!!
Die Sau!

Es geht ein Biii-Baaa-Butzemann
in unsrem Kreis herum!
Fidibumm!!!


Sehr glücklich

#592:  Autor: WilsonWohnort: Swift Tuttle BeitragVerfasst am: 26.02.2017, 16:26
    —
https://www.youtube.com/watch?v=AKKbSj587o4

JOSEF GREINDL SINGT " TOD UND TÖDIN"


Wer ist so spät noch fleissig wach?
und schlägt und plätschert laut im Bach?
Sterbhemden wäscht die Tödin dort,
und pocht und dreht und bleichet fort.

Die Nacht ist schön, voll Mondenschein,
heut mags nicht schwer zu sterben sein.
Die Tödin rührt sich ohne Ruh'n,
als gäb's noch viel für sie zu tun.

Sie ist ein schönes blasses Weib,
nur fast zu zart der schlanke Leib;
das Aug' ist ernst und traurig schön!
hat viele brechend wohl geseh'n.

Doch nie hat's, wie's noch nie gelacht,
je eine Träne feucht gemacht.
Die ist so spät noch fleissig wach,
und schlägt und plätschert laut im Bach.

Sterbhemden wäscht die Tödin dort,
und pocht und dreht und bleichet fort.
Da schaut der Tod aus seinem Haus
im Freithofgrün, und ruft heraus:

"Du frommes Weib, bist du bereit?
Nun hab' ich Ruh', 's ist Schlafenszeit."
Leis winkt sie, deckt die Linnen aus,
und schleicht dann still hinein ins Haus.

Der Tod greint sänftiglich sie an,
man sieht's, er ist ein guter Mann,
Der Haushalt fördert Jahr für Jahr,
'sist gar ein emsig wackres Paar.

Er streckt die Toten in den Schrein,
sie hüllt sie blank in Linnen ein.
Er scharrt sie finster tief hinab,
doch sie pflanzt Blumen auf das Grab.

Adolf Ritter von Tschabuschnigg (1809-1877)

#593:  Autor: WilsonWohnort: Swift Tuttle BeitragVerfasst am: 26.02.2017, 16:34
    —
Wilson hat folgendes geschrieben:
https://www.youtube.com/watch?v=AKKbSj587o4

JOSEF GREINDL SINGT " TOD UND TÖDIN"


Wer ist so spät noch fleissig wach?
und schlägt und plätschert laut im Bach?
Sterbhemden wäscht die Tödin dort,
und pocht und dreht und bleichet fort.

Die Nacht ist schön, voll Mondenschein,
heut mags nicht schwer zu sterben sein.
Die Tödin rührt sich ohne Ruh'n,
als gäb's noch viel für sie zu tun.

Sie ist ein schönes blasses Weib,
nur fast zu zart der schlanke Leib;
das Aug' ist ernst und traurig schön!
hat viele brechend wohl geseh'n.

Doch nie hat's, wie's noch nie gelacht,
je eine Träne feucht gemacht.
Die ist so spät noch fleissig wach,
und schlägt und plätschert laut im Bach.

Sterbhemden wäscht die Tödin dort,
und pocht und dreht und bleichet fort.
Da schaut der Tod aus seinem Haus
im Freithofgrün, und ruft heraus:

"Du frommes Weib, bist du bereit?
Nun hab' ich Ruh', 's ist Schlafenszeit."
Leis winkt sie, deckt die Linnen aus,
und schleicht dann still hinein ins Haus.

Der Tod greint sänftiglich sie an,
man sieht's, er ist ein guter Mann,
Der Haushalt fördert Jahr für Jahr,
'sist gar ein emsig wackres Paar.

Er streckt die Toten in den Schrein,
sie hüllt sie blank in Linnen ein.
Er scharrt sie finster tief hinab,
doch sie pflanzt Blumen auf das Grab.

Adolf Ritter von Tschabuschnigg (1809-1877)



Josef Greindl (* 23. Dezember 1912 in München; † 16. April 1993 in Wien) war ein deutscher Opernsänger (Bass) und Hochschullehrer.

Zitat:
Auf Antrag vom 20. Oktober 1939 wurde Greindl mit Wirkung vom 1. Dezember 1939 Mitglied der NSDAP und unter der Nummer 7.342.013 registriert.[2] In der Endphase des Zweiten Weltkriegs nahm ihn Adolf Hitler im August 1944 in die Gottbegnadeten-Liste der wichtigsten Sänger auf, was ihn vor einem Kriegseinsatz, auch an der Heimatfront, bewahrte


er hatte später nach dem krieg noch ein, so scheints, erfolgreiches berufsleben. sogar mit auszeichnung.

ist es korrekt dieser stimme zu lauschen?

#594:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 26.02.2017, 16:54
    —
Wilson hat folgendes geschrieben:


Josef Greindl...

ist es korrekt dieser stimme zu lauschen?


Ich find immer, gerade bei Kunst, Literatur usw., dass man Gesinnung von Werk trennen muss. Eigentlich sogar bei allem, was ein Mensch so im Leben tut. Schlechte Taten machen gute noch nicht automatisch schlecht, genauso wie man durch gute Taten seine schlechten noch nicht zwangsweise wieder gut machen kann.

Es gibt etliche große Geister, die wichtige Gedanken in den Zeitgeist eingespeist haben, gleichzeitig aber auch Antisemiten waren. Weder macht ihr Antisemitismus ihre wichtigen Gedanken wertlos, noch rechtfertigen diese den Aniseminismus ihres Autors und machen ihn wertvoll.

Man kann einer schönen Stimme huldigen, auch wenn sie Unterstützer oder gar Aushängeschild des dritten Reiches war.

Also das denke ich jedenfalls.

#595:  Autor: WilsonWohnort: Swift Tuttle BeitragVerfasst am: 26.02.2017, 17:03
    —
Bravopunk hat folgendes geschrieben:
Wilson hat folgendes geschrieben:


Josef Greindl...

ist es korrekt dieser stimme zu lauschen?


Ich find immer, gerade bei Kunst, Literatur usw., dass man Gesinnung von Werk trennen muss. Eigentlich sogar bei allem, was ein Mensch so im Leben tut. Schlechte Taten machen gute noch nicht automatisch schlecht, genauso wie man durch gute Taten seine schlechten noch nicht zwangsweise wieder gut machen kann.

Es gibt etliche große Geister, die wichtige Gedanken in den Zeitgeist eingespeist haben, gleichzeitig aber auch Antisemiten waren. Weder macht ihr Antisemitismus ihre wichtigen Gedanken wertlos, noch rechtfertigen diese den Aniseminismus ihres Autors und machen ihn wertvoll.

Man kann einer schönen Stimme huldigen, auch wenn sie Unterstützer oder gar Aushängeschild des dritten Reiches war.

Also das denke ich jedenfalls.



ich huldige ihr nicht.
ich kann mich ihr höchstens nicht entziehen, habe aber ein ambivalentes gefühl bzw bin mit dessen bewußt.

#596:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 26.02.2017, 17:22
    —
Was den oben erwähnten Sänger betrifft: Das alles ist zweitrangig. Die wichtigen Fragen sind nur: Was hat er in jener Zeit getan und gesagt?
Man hat auch Furtwängler, Heinz Rühmann u.v.a. Künstler angegiftet, nur weil die Nazis sie mal hofierten. Wie war das noch mit dem ersten Stein? Wer von euch hätte sich nicht auch gern vor "der Front" gedrückt und Sonderrationen angenommen?
Das fällt natürlich keinem von euch auf: Er ist erst 1939 Parteimitglied geworden, das legt die Vermutung nahe, daß er sich wegdrückte bis es nicht mehr anders ging. Mein Vater zum Beispiel, ein waschechter Nazi, war schon vor 1933 (vor Hitlers Machtergreifung!) Mitglied der NSDAP. Das hat ihm ja auch 1945 viel Ärger eingebracht.

#597:  Autor: BravopunkWohnort: Woanders BeitragVerfasst am: 26.02.2017, 17:31
    —
Wilson hat folgendes geschrieben:
Bravopunk hat folgendes geschrieben:
Wilson hat folgendes geschrieben:


Josef Greindl...

ist es korrekt dieser stimme zu lauschen?


Ich find immer, gerade bei Kunst, Literatur usw., dass man Gesinnung von Werk trennen muss. Eigentlich sogar bei allem, was ein Mensch so im Leben tut. Schlechte Taten machen gute noch nicht automatisch schlecht, genauso wie man durch gute Taten seine schlechten noch nicht zwangsweise wieder gut machen kann.

Es gibt etliche große Geister, die wichtige Gedanken in den Zeitgeist eingespeist haben, gleichzeitig aber auch Antisemiten waren. Weder macht ihr Antisemitismus ihre wichtigen Gedanken wertlos, noch rechtfertigen diese den Aniseminismus ihres Autors und machen ihn wertvoll.

Man kann einer schönen Stimme huldigen, auch wenn sie Unterstützer oder gar Aushängeschild des dritten Reiches war.

Also das denke ich jedenfalls.



ich huldige ihr nicht.
ich kann mich ihr höchstens nicht entziehen, habe aber ein ambivalentes gefühl bzw bin mit dessen bewußt.


Mit "man" meinte ich nicht unbedingt dich. Smilie

#598:  Autor: WilsonWohnort: Swift Tuttle BeitragVerfasst am: 26.02.2017, 17:52
    —
Ahriman hat folgendes geschrieben:
Was den oben erwähnten Sänger betrifft: Das alles ist zweitrangig. Die wichtigen Fragen sind nur: Was hat er in jener Zeit getan und gesagt?
Man hat auch Furtwängler, Heinz Rühmann u.v.a. Künstler angegiftet, nur weil die Nazis sie mal hofierten. Wie war das noch mit dem ersten Stein? Wer von euch hätte sich nicht auch gern vor "der Front" gedrückt und Sonderrationen angenommen?

ich werfe ja keinen stein.
ich frage mich dennoch... und es ist ja nicht so, dass man grund zur annahme haben könnte, dass derlei konflikte in der zukunft nicht mehr existieren werden. welcher schauspieler würde sich schon verweigern... welcher musiker?
was wäre auch die alternative- auswandern?
und ich möchte eben nicht z.b. auf Extrarationen angewiesen sein und schon gar nicht in den krieg ziehen... einzig das nachdenken, um die genese solcher geschichten macht doch sinn. gerade in solchen, eher weniger theoretischen zusammenhängen, können erkenntnisse erzielt werden.
und deshalb gehören sie z.b. auch in die schulbildung.

mein tipp:
wagner and me
https://www.epd-film.de/filmkritiken/wagner-me
wobei ich nicht unbedingt frys standpunkt vertrete.

ich selbst liebe allerdings das von wagner:
https://www.youtube.com/watch?v=fktwPGCR7Yw
seitdem ich mich mit wagner etwas beschäftigte höre ich das nicht mehr unvoreingenommen, ich muss mich qausi zwingen, den hintergrund (wagner) auszublenden.
der psychotherapeut würde verständnisvoll sagen: das gilt es auszuhalten, blablabla.

hier steht was über die antisemitische motivation wagners:
Zitat:
In der Schweiz sucht Fry nach Antworten auf die Frage, warum gerade Wagner die Nazis so faszinierte. Hierher flüchtete der Komponist nach der gescheiterten Revolution 1848 ins Exil und schrieb nicht nur seine grandiose Ring-Tetralogie, sondern auch seine Hetzschrift "Das Judentum in der Musik", ein Schatten über Wagners Werk. Fry, der Jude und glühende Wagner-Verehrer, will wissen, woher Wagners Antisemitismus kam. "Sein antisemitischer Ausbruch hatte auch persönliche Motive: seine Eifersucht auf die gefeierten jüdischen Komponisten Mendelssohn und Meyerbeer", so Fry. Chris Walton, Historiker und Autor, erklärt: "Wagner brauchte so etwas wie einen bizarren Nervenkitzel, um sich künstlerisch anzutreiben, einen Gegner, oder einen Feind in sich selbst." "Hätte er doch nur gewusst, dass sein Antisemitismus ihm selbst am meisten schaden würde", entgegnet Fry.


http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/tips/163209/index.html
was lernt man nun im besten falle daraus?
das wagner ignorant war, ihm nichts über sich ging? er keine ahnung hatte? ihm nicht klar war, was er damit anrichtete?
das vermiest mir die musik.

jedenfalls ist kunst politisch.


im grunde müsste man, wäre man konsequent, handeln wie bei den geschützten edelhölzern oder elfenbein?
es gibt ja schließlich keinen grund zur annahme, dass parallel aufklärung bzw Reflexion was brächte..

http://www.zeit.de/wissen/2016-04/kenia-elfenbein-verbrennung-uhuru-kenyatta

#599:  Autor: AhrimanWohnort: 89250 Senden BeitragVerfasst am: 26.02.2017, 18:11
    —
Wilson hat folgendes geschrieben:
ich frage mich dennoch... und es ist ja nicht so, dass man grund zur annahme haben könnte, dass derlei konflikte in der zukunft nicht mehr existieren werden. welcher schauspieler würde sich schon verweigern... welcher musiker?
was wäre auch die alternative- auswandern?

Das hat u.a. Marlene Dietrich getan. Und dafür hat man sie dann auch angepißt.

#600:  Autor: fwoWohnort: im Speckgürtel BeitragVerfasst am: 26.02.2017, 18:34
    —
Wilson hat folgendes geschrieben:
....
was lernt man nun im besten falle daraus?
das wagner ignorant war, ihm nichts über sich ging? er keine ahnung hatte? ihm nicht klar war, was er damit anrichtete?
das vermiest mir die musik.

jedenfalls ist kunst politisch.


im grunde müsste man, wäre man konsequent, handeln wie bei den geschützten edelhölzern oder elfenbein?
es gibt ja schließlich keinen grund zur annahme, dass parallel aufklärung bzw Reflexion was brächte..

http://www.zeit.de/wissen/2016-04/kenia-elfenbein-verbrennung-uhuru-kenyatta

Alles, was Du daraus lernst, ist, dass Wagner ein Kind seiner Zeit war, also niemand, der in der Lage war, die Geschichte und daraus die Lehren für die Moral der nächsten 100 Jahre vorherzusehen. Antisemitismus war damals in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung, auch bei den Gebildeten, verbreitet, und ganz einfach normal, so etwa wie PC heute. Was meinst Du denn, wie groß Deine Chance gewesen wäre, damals nicht antisemitisch gewesen zu sein?

So stelle ich mir auch den typischen Veggie vor, dass der keinen Goethe-Text lesen kann, ohne sich dessen bewusst zu sein, dass Goethe gerne Braten aß.

Kann man machen, muss man aber nicht.

#601: Füchse sind auch nur Diebe - veganer Protest gegen Limburger Glockenspiel Autor: Religionskritik-WiesbadenWohnort: Wiesbaden BeitragVerfasst am: 26.02.2017, 18:55
    —
fwo hat folgendes geschrieben: